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Full text of "Muhammed in Medina: Das ist Vakidi's Kitab al Maghazi in verkürzter deutscher Wiedergabe"

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M2ES 



Miihainmed in Medina 



JJas ist 



Vakidi's Kitab alMaghazi 



in verkürzter deutscher Wiedergabe 



heransgegebeii 



von 



J. Wellliaiiseii. 



Berlin. 

Druck und Verlag von G. Reimer. 

1882. 



Vakidi, 

Muhammed In Medina. 



Muhammed in Medina 



Das ist 



Vakidi's Kitab alMaghazi 



in verkürzter deutscher Wiedergabe 



herausgegeben . . - ^ 



von 



J. Wellhaiisen. 



Berlin. 

Druck und Verlag von G. Reimer. 

1882. ' 






Yorbemerkungen. 



1. Was ich hier vorlege, ist die Reproduktion eines der ältesten 
arabischen Geschichtswerke, des 'Buches der Feldzüge des Boten Gottes, 
verfasst von dem Mediner Abu ^Abdallah Muxammad b. Tmar b. Väqid, 
dem unter den Namen Vakidi bekannten und berühmten Traditions- 
sammler. Den Uebergang vom Alten Testament zu den Arabern habe 
ich gemacht in der Absicht, den Wildling kennen zu lernen, auf den 
von Priestern und Propheten das Reis der Thora Jahve^s gepfropft ist. 
Denn ich zweifle nicht daran, dass von der ursprünglichen Ausstattung, 
mit der die Hebräer in die Geschichte getreten sind, sich durch die Ver- 
gleichung des arabischen Altertums am ehesten eine Vorstellung gewinnen 
lässt. Nun versteht es sich freilich, dass dabei vorzugsweise das unver- 
fälschte Arabertum der vorislamischen Zeit in Betracht kommt. Aber 
wir kennen die Araber nur durch den Islam; durch ihn sind sie in die 
Welt eingeführt, ohne ihn lägen sie in Nacht und Nebel begraben. Der 
Islam ist also der richtige Eingang nicht bloss für das, was vor ihm, 
sondern auch für das, was hinter ihm liegt. Auch wer Sitte und Art 
der alten heidnischen Araber — die arabischen Antiquitäten, um es mit 
dem philologischen Eunstworte zu bezeichnen — erforschen will, wird 
am Besten bei dem Gegensatz, in welchem der Islam dazu tritt, einsetzen. 

Es sind von Vakidi's Eitäb alMaghäzI bis jetzt drei Handschriften 
nach und nach zum Vorschein gekommen. Die eine hat Herr von Eremer 
im Jahre 1851 zu Damaskus aufgefunden und hernach in der Bibliotheca 
Indica abdrucken lassen. Sie enthält nur das erste Drittel des Werkes 
und hat ausserdem das vierte Blatt verloren i). Eine andere, auch schon 

') History of Mubammad's campaigns , by Aboo 'AbdoUab Mohammad bin 
'Omar alWakidy, ed. by Alfred von Eremer, Calc. 1856 (B. I. Nos. HO. 
112. 113. 121. 139). Das Werk des Vakidi geht bis zu den Worten 360,18 
^i ^ct^ l5^^ incL; was folgt, ist ein wertloser Anhang zum Zweck 
scheinbarer Vervollständigung. Das fehlende vierte Blatt ist gleichfalls 
anders woher ersetzt; das dafür eingeschobene fremdartige Stück geht von 
7,9 ^cXitpt ^Lä bis 9,2 Äjtit incl. Vgl. Preface p. 5. 6. 



Vorbemerkungen. 

seit längerer Zeit bekannte nnd von Sprenger in seinem Leben Mohammad^s 
benutzte Handschrift, Add. Ms. 20737 des Britischen Museums, umfasst 
die erste Hälfte , hat jedoch vorn ebenfalls ein Blatt verloren *). Die 
einzige vollständige Handschrift ist im Jahre 1878 vom Britischen Mu- 
seum erworben und zwar aus dem Besitze Theodore Preston's, welcher 
sie im Jahre 1847 zu Aleppo erstanden zu haben bezeugt ^) ; sie ist kata- 
logisirt als Oriental. 1617. Diese letztere Handschrift habe ich im Spät- 
sommer 1880 abgeschrieben, so weit sie sich nicht mit Kremer's Drucke 
deckt. Für die Beschreibung derselben kann ich auf Tafel XLVHI der 
Oriental Series der Palaeographical Society verweisen; Wright hat dort 
eine Photographie der letzten Seite gegeben und die nöthigen palaeogra- 
phischen Bemerkungen gemacht. Hinzuzufügen ist, dass die gegenwärtige 
Folürung mehrfach unrichtig ist; es folgen foll. 3. 6. 7. 4. 5. 8; 62. 67 — 70. 
66. 71; 92. 99. 100. 93—98. 101; 110. 112. 111. 113; 165. 167. 166. 168. 
Der Prestonianus ist laut der Unterschrift . (fol. 252 b) [zu Gazirat 
Tmar im Jahre 465 der islamischen Aera geschrieben worden s), in 
schöner kräftiger Schrift, mit diakritischen Punkten. Vokalzeichen sind 
reichlich beigesetzt, von verschiedenen Händen; sie schaden aber mehr 
als dass sie nützen. Ueberhaupt wird der gute Eindruck, den die Hand- 
schrift durch ihr Alter und ihr gediegenes Aussehen auf den ersten Blick 
erweckt, bei näherem Zusehen einigermaassen herabgestimmt. Der Schreiber 
scheint kein kundiger, mit dem Gegenstande vertrauter Mann gewesen 
zu sein. Die selteneren Eigennamen sind im hohen Grade unzuverlässig 
wiedergegeben,, ebenso auch die nicht der gewöhnlichen Sprache ange- 
hörigen Ausdrücke und Redewendungen, welche so häufig in der heiligen 
üeberlieferung vorkommen und für ihren Stil so charakteristisch sind. 
Der Codex Add. Ms. 20737, der zwar weniger Ansehen hat, jedoch durch- 
aus leserlich geschrieben und ebenfalls sehr alt ist, ist weit besser; am 
sorgföltigsten scheint die Handschrift Kremer's zu sein, die mir nur aus 
seinem Abdruck bekannt ist*). Dieser ist zwar sehr fehlerhaft; aber es 

') Sie beginnt mit dem Worte Jo\^ (Eremer 2,19) und schliesst mit dem 
Zuge Abu Tbaida's nach Dhu IQacca (No. 89. S. 233), von dem nur die 
allerletzten Worte fehlen. 

2) Ex libris Theodori Preston coli. SS. Trin. Cant. socii. Empsi (sie) Halebis 
Id. August. A. D. 1847. 

^) ^Zu Ende ist das Buch der Feldzüge . . . . ; es wurde fertig am Sonnabend 
dem 11. Sha'ban A. 465 in der Stadt alGazira. Geschrieben hat es . . . 
Abu IBarakät b. 'Isä b. Abi JaUä u. s. w.'' 
' *) Sie hat die Eigentümlichkeit, dass bei jeder neuen Kurfäsa die ganze 
Reibe der schriftlichen Ueberlieferer bis auf Abu Bakr b. 'Abdalbäqi wieder- 
holt wird, mag dadurch auch der Zusammenhang vollkommen gesprengt 



Vorbemerkungen. 7 

liegt, gewohnlich auf der Hand, dass die Fehler nicht der Handschrift 
zur Last fallen. 

Alle drei Handschriften -stellen dieselbe Recension dar. Der merk- 
würdige Fehler -LäLlÜ qx: (statt -UaxJt ^^) Kremer 295, 12 findet sich 

ebenso in den beiden anderen Handschriften. und wiederholt sich in ihnen 

• 

an einer anderen Stelle; im Prestonianus kommt er sogar noch zum 
dritten mal vor'). Das Auslassen der angekündigten Lieder findet sich 
ebenfalls überall gleichmässig^); einmal kommt bei einer solchen Gelegen- 
heit sowohl in Orient. 1617 als auch in Add. Ms. 20737 die Bemerkung 
vor: so war es in der Vorlage*). Zwar hat schon Vakidi selber die 
Lieder bei weitem nicht so sorgfaltig überliefert wie Ihn Isxaq; er be- 
zieht sich wohl einmal im Zusammenhang seiner Erzählung auf Verse, die 
er gar nicht angeführt hat^). Aber wenn ihm auch solche Nachlässig- 
keiten nachgewiesen werden können, so ist es ihm als Autor doch nicht 
zuzutrauen, dass er z. B. die Lieder über den Grabenkrieg (S. 210) zuerst 
ausdrücklich angesagt und dann doch nicht hergesetzt haben sollte. Eine 
solche Auslassung ist doch wohl erst von einem späteren Textesüberlieferer 
geschehen, mit Rücksicht auf Ihn Isxaq, den Vakidi selber geflissentlich 
ignorirt. 

Das Entscheidende ist, dass die Reihe der schriftlichen Ueberlieferer, 
welche das Kitab alMaghazi nach Vakidi fortgepflanzt haben, in den drei 
Handschriften nbereins angegeben wird: Abu Muxammad alXasan b. 'Alij 
alGauharij, von Abu 'Umar Muxammad b. aFAbbas b. Xajjuvaihi, 
von Abu IQäsim 'Abdalvahhäb b. Abi Xajja, von Abu 'Abdallah Muxam- 
mad b. Shugä* alThalgij, von Vakidi. Der eigentliche Recensent ist Ihn 
Xajjuvaihi, und der Text, welchen er zu Grunde legte, war der des Ihn 
Abi Xajja. Das eine wie das andere ergibt sich aus der Bemerkung 
foL 180 a. 181b, worin Ihn Xajjuvaihi constatiert, dass er eine Lücke 
an dieser Stelle in dQm Exemplar des Ihn Abi Xajja vorgefunden und 

werden (Kremer 17. 43. 69. 95. 121. 149. 177. 205. 229. 255. 281. 307. 331. 
357). üeber das Alter der Handschrift vgl. DMZ 1853 S. 215 Anm. 1 
aus einem Briefe Kremer's an Fleischer vom 31. Juli 1851 : „Während 
meines Aufenthaltes in Haleb und Damaskus hatte ich Gelegenheit manche 
wertvollen arabischen Handschriften anzukaufen, z. B. das Kitab alMaghazi 
des echten Vakidi, in einem 800 Jahre alten Exemplar, ein Unicum und 
das älteste handschriftlich erhaltene arabische Geschichtswerk. ^ 

') Vgl. S. 141 Anm. 1 am Schluss, S. 219 Anm. 3. 

2) Kr. 32,4. 75,16. 269,2. fol. 90b. 102a. 114a. 122b. 177b. 196b. 197a. 

3) S. 210 Anm. 2. Vgl. auch S. 34 Anm. 2. 
*) S. 329 Anm. 2. 



8 Vorbemerkungen. 

seinerseits belassen habe^). Man wird darnach wohl auch die ähnlichen 
Bemerkungen auf fol. 114 a (^so war es in der Vorlage") und auf fol. 199 a 
(^eine weisse Stelle") auf das Exemplar des Ihn Abi Xajja beziehen 
und dem Ibn Xajjuvaihi zuschreiben müssen. Aus zwei Angaben des 
Prestonianus erfahren wir weiter, dass Ibn Xajjuvaihi im Jahre 377 der 
islamischen Aera das Eitab alMaghazi dem Gauhari vorgetragen und dass 
er selber es im Jahre 318 bei Ibn Abi Xajja gehört hat'). In demselben 
Jahre hat er auch, wie wir wissen, das Schichtenbuch des Ibn Sa^d zu 
Bagdad gebort, und zwar bei Ibn Ma'ruf). 

2. Ich habe arabisch p- und ^ mit x und i, f^ und 0=> mit c und c, 

J? und Jo mit e und eh wiedergegeben. Wenn es ein herrschendes 

System der Transcription gäbe, so würde ich mich einem solchen ange- 
schlossen haben ; bei der gegenwärtigen Anarchie glaubte ich mich berechtigt 
zu thun, was mir gut dankt. Mir scheint es sich von selbst zu verstehen, 
dass die Umschreibung von dem alten semitischen Alphabet ausgehen 
muss. Jeder der zweiundzwanzig Buchstaben desselben sollte einen ein- 
fachen, nicht durch Punkte und Beizeichen verunzierten Repräsentanten 
im Transcriptionsalphabet haben ^). So weit wie möglich muss man dabei 



^jiaxy» «S^UP. Vgl. S. 358 Anm. 1, S. 354 Anm. 1. 
^ Der Prestonianus beginnt: ^j^y^\ ^JLc qj <A4.:S=Uo ^t ü-xi>t 

£^' ÜI3 iubJ^ ^y» 'iUs> ^\ ^j ^LftJt ^( ^ ^^ 

A^t p^ÄÄ ^ cX*.;;^^ iJÜt JvAÄ y\ USs>j> vJLä. üeber das 
Quartier des Shabib zu Bagdad vgl. Baladh. 296,12. Die andere Stelle 
steht fol. 144b und lautet: qJ ^LjtJt qJ \X4J<\a ««.c jjt LotA^- 

Jl5 iüUilj^ o^i*^3 £t^ '^^^ ^^^ ^yiP^ O^, ^/j O^ cUä/) 

') Vgl. Otto Loth's Habilitationsschrift (Leipzig 1869) über das Classenbuch 
des Ibn Sa'd S. 25. Kremer's Angabe (Preface p. 8), dass Ibn Abi Xajja 
schon 295 gestorben sei, ist unrichtig, und darnach der Zweifel Loth's, 
ob alGauharij noch den Ibn Xajjuyaihi gebort haben könne (a. 0. S. 24), 
niederzuschlagen. 

^) Das ist nicht gleichbedeutend mit der Forderung, für jedes semitische 
Zeichen immer nur ein lateinisches zu setzen. Diese Forderung ist un- 
praktisch, weil wir die Vokale und die Verdoppelung durchgehend be- 
zeichnen müssen, welche die Semiten nicht oder nicht immer bezeichnen. 



Vorbemerkungen. 9 

das historische Princip festhalten, also Q für p setzen, für to, V für % 
J für ^. Die Zeichen W und Y für i und ^ zu wählen hat man um so 
weniger Grund, weil dadurch die in der semitischen Schrift gar nicht 
vorhandene Differenz zwischen den langen Vokalen I ü und den Halb- 
consonanten J V unnötig vergrössert wird; darauf braucht man doch 
keine Rücksicht zu nehmen, dass Deutsche und Engländer oder Franzosen 
gegenwärtig das Vau anders ansprechen als einst die alten Lateiner. In 
allen Fällen lässt sich freilich das historische Princip nicht durchführen. 
Für n ^T^^ 'Ü ^^^^ ich nach dem Vorgange anderer x und c gewählt, 
und zwar, c -ohne Cedille ; denn die Cedille ist überflüssig , wo es nichts 
•zu unterscheiden gibt. Für {< p und ^ konnte ich keine passenden 
Zeichen finden; um der Consequenz willen schlechte zu erfinden schien 
mir bedenklich, ich zog es vor, einstweilen inconsequent zu sein. Ich 
habe p durch den Spiritus Asper, ^^ durch sh, {< nötigenfalls durch 
irgend eine Andeutung der Silbentrennung ausgedrückt. 

Die zweiundzwanzig Grundbuchstaben wird man im Arabischen genau 
so wie im Hebräischen transcribiren müssen; es ist schwerlich zweck- 
mässig ;i durch g, aber ^ etwa durch dj wiederzugeben. Die sechs 

Zeichen aber , die im Arabischen durch Abzweigung von den entspre- 
chenden Grundbuchstaben hinzugekommen und mit diesen in der eigent- 
lichen Schrift noch immer identisch sind, wird man auch in der Trans- 
scription an die Grundbuchstaben anzulehnen haben. Man thut gewiss 

nicht gut, ^ ijo Jt ^ durch ganz andere Zeichen als rU^-^P wieder- 
zugeben; schon die Rücksicht auf das Hebräische und Aramäische sollte 
davon abhalten. Das Richtigste wäre hier, nach dem Beispiel der Araber 
selber, diakritische Punkte anzuwenden, welche dagegen von den Grund- 
buchstaben ganz fem gehalten werden sollten. Bei x ± und c c habe 
ich es -auch so gemacht, ater neben t d und e habe ich th dh und eh 
angewandt, aus einer Abneigung gegen die den Augen nicht zusagenden 
kleinen Beizeichen, die ich allerdings hätte überwinden sollen. Das 

Verwandtschaftsverhältnis zwischen p und g^ zu bezeichnen ist nicht mög- 
lich, wenn man ersteres Zeichen durch den Spiritus Asper transcribirt ; 
ich habe also für ^ wohl oder übel das übliche gh beibehalten. Man 
wird eben nur allmählich zum Ziele gelangen. 

Ganz inconsequent sind freilich Schreibungen wie Ramab für Rama und 
Aehnliches. — Ein Transcriptionsalphabet, welches nicht bloss für die 
semitischen, sondern auch für die arischen oder gar alle möglichen Sprachen 
gelten soll, halte ich für unpraktisch, schon weil es notwendigerweise streng 
phonetisch sein müsste. Die Stellung des Persischen macht allerdings 
Schwierigkeiten. 



10 Vorbemerkungen. 

Mit dem bereits Gesagten fällt es teilweise zusammen, wenn ich 
den Grundsatz aufstelle, dass es nicht darauf ankommt, die Aussprache 
der Araber wiederzugeben, sondern vielmehr ihre Schreibweise. Wenn 
sie alTaimij, alRashld schreiben, warum sollen wir dann atTaimij, arRashid 
verbessern? Haben wir mehr Grund Djabal für Gabal zu setzen als etwa 
Djentleman für Gentleman? Sollen wir zu den drei Vokalzeichen a i n, 
mit denen die Araber sich begnügen, noch andere hinzufügen, um besser 
als sie selber die thatsächlich vorhandenen Schattirungen der Aussprache 
zu bezeichnen ? Ich glaube, wir sind nicht befugt ihnen ihre Orthographie 
zu corrigieren. Natürlich aber müssen Namen wie Koran, Mekka, Medina, 
Täif, Muhammed, Omar, Abubekr, Othman nach wie vor in herkömm-. 
lieber Weise geschrieben werden, wie es denn überhaupt nicht von nöten 
ist, die strenge Transcription immer und überall anzuwenden. 

Bei der verkürzten Wiedergabe des arabischen Textes hat mir als 
Muster vorgeschwebt die Weise, wie Gaussin de Perceval in seinem Essai 
sur rhistoire des Arabes die Erzählungen des Kitab alAghani und die des 
Ihn Hisham wiedergibt. Ich habe mich bemüht die sachlichen Züge 
mit möglichster Vollständigkeit zu conservieren und namentlich das her- 
vortreten zu lassen, was Vakidi Eigentümliches hat. Auch den Ton 
der arabischen Erzählung habe ich gestrebt festzuhalten und die origi- 
nellen Redewendungen nicht zu verwischen; ich habe die Verkürzung 
nicht benutzt, um halbes Verständnis durch allgemeine Redensarten un- 
gefährlich zu machen. Dass der Discretion unter allen Umständen bei 
diesem Verfahren reichlich viel überlassen bleibt, ist freilich nicht zu 
ändern. Indessen wie wenig treue Wiedergabe und wörtliche Uebersetzung 
zusammenfallen, zeigen bekannte Beispiele; hinter der Wörtlichkeit ver- 
steckt sich nur zu oft das mangelnde Verständnis. Anmerkungen bei- 
zugeben war ursprünglich nicht meine Absicht, ich -sah mich jedoch ge- 
nötigt, wenigstens diejenigen Emendationen zu Kremer's Texte, die nicht 
völlig auf der Hand lagen, am Fusse anzumerken um meine Uebersetzung zu 
rechtfertigen ; und von diesem Anfange aus wurde ich zu Weiterem geführt. 

Es ist eine ungewöhnliche Art, ein noch nicht veröffentlichtes, sehr 
altes und wichtiges Buch in dieser Weise zuerst bekannt zu machen. 
Indessen, hätte ich es arabisch herausgeben wollen, so würde mich das 
zunächst einen abermaligen Aufenthalt in London gekostet haben; denn 
ich hatte im Jahre 1880 keine Zeit zu einer gründlichen Vergleichung 
der beiden Handschriften des Britischen Museums mit dem Eremer'schen 
Texte, ich durchflog hur den Prestonianus zu dem Zwecke, die FoHa 
einzusetzen und etwa vorhandene Lücken zu constatieren ^). Damit hätte 

^) Meine Emendationen sind also zwar meistens Vermutungen, aber sie 
rechtfertigen sich von selbst, wenn man Kremer' s Text einfach als Hand- 



Vorbemerkungen. 11 

ich jedoch auch nur die Möglichkeit gewonnen, die erste Hälfte des Kitäb 
alMaghazi zu ediren. Für die zweite Hälfte stand mir nur eine, und 
keine zuverlässige, Handschrift zu Gebote ; ich getraute mich nicht, darauf 
hin gegenwärtig eine ordentliche Ausgabe zu machen. Allerdings würde 
es mir im Lauf der Zeit wohl gelungen sein, zu fast allen Ueberlieferungen 
Vakidi's in anderen Werken Parallelen aufzutreiben, die seinen Text ohne 
Conjectur festzustellen ermöglichen*); aber grade dieser Umstand, dass 
schliesslich so wenig übrig bleibt, was nicht auch anderswo zu finden 
ist, verleidete mir wieder die Herausgabe. Um so mehr glaubte ich mich 
vorläufig auf ein ausführliches Excerpt beschränken zu können, da zu 
Ihn Hisham und Bochari, die wir in sehr guten Ausgaben besitzen, dem- 
nächst Ihn Isxaq selber, soweit er im Tabari steckt, hinzukommen wird. 
Das sind vor der Hand Texte genug; damit das Studium gleichen Schritt 
halte, wäre es wünschenswerter, den Gharlb alXadlth*'') oder ähnliche 
Werke zu bearbeiten, als den Vakidi zu ediren. 

3. Es liegt mir begreiflicher Weise nicht daran den Wert des Vakidi 
herabzusetzen. Aber der Schätzung Muir's und Sprenger's, welche ihn 
dem Ihn Isxaq vorziehen, kann ich mich nicht anschliessend). Es ist 
zwar wahrscheinlich, dass die Form, in der uns gegenwärtig Ihn Isxaq 
allein vollständig erhalten ist, die Bearbeitung des Ihn Hisham, jünger 
ist als das Kitab alMaghazi, so dass letzteres in gewissem Sinne das 
älteste historische Werk der arabischen Literatur wäre; welches wir be- 
sitzen. Es ist auch richtig, dass Vakidi in einzelnen Fällen das Ursprung- 
lichere bietet. Klar ist das z. B. bei der Inhaltsangabe des Schreibens, 
wodurch Muhammed den 'Abdallah b. Gaxsh den Frieden des heiligen 

. Schrift bebandelt. Wo irgend ein Zweifel entstehen kann, habe ich immer 

ausdrücklich bemerkt, dass ich conjiciert habe. 
*) indessen auch das nur, wenn mir der Inhalt des Kitab alMaghazi über- 
sichtlich vorlag. Ich hatte die Absicht die Parallelen im Bochari anzu- 

* 

führen; aber so lange mir der Vakidi bloss in meiner Handschrift vorlag, 
konnte ich nie die betreffenden Stellen finden. Natürlich meine ich bloss 
die Parallelen im l.und S.Bande des (Bul. unvokal.) Bochari, denn die 
des zweiten Bandes anzumerken ist freilich Kinderspiel. 

2) Vgl. de Goeje DMZ. 1864 S. 781 ff. Abu *übaid steckt freilich zum grossen 
Teil im Gauhari. 

^) Sprenger, DMZ. 1849 S. 452 : „Die zwei Hauptquellen der Biographie Mu- 
hammeds, Vakidi und Ibn Isxaq, sind von sehr verschiedenem Werte. 
Die Wahrheitsliebe, der kritische Scharfblick und die Sachkenntnis des 
ersteren sind, so viel ich weiss, niemals bezweifelt worden. Für uns ist 
sein Buch das beste Zeugnis dafür. Ibn Isxaq im Gegenteil ist unkritisch 
und ungenau ; er erdichtete Traditionen, erfand Gewährsmänner, und wird 
daher von guten Autoren nie oder nur selten citiert." Vgl. 1860 S. 288 ff. 



12 Vorbemerkungen. 

Monats za brechen veranlasste *). Dasselbe lautet bei Vakidi, wenn man 
die (durch die Wiederholung der Worte: bis du ins Thal von Naila 
kommst) deutlich begrenzte Erweiterung in der Mitte ausscheidet: ^reise 
bis du ins Thal von Naila kommst, und laure dort der Karawane der 
Qurashiten. auf. Dagegen bei BH. 424,4. 5 : „reise bis du ins Thal von 
Naxla kommst und laure dort den Qurashiten auf und such uns etwas 
über ihr Thun und Treiben zu erfahren". Die Absicht, in welcher.die 
Karawane weggelassen und die dadurch ermöglichte authentische Er- 
klärung des Auflauerns hinzugefügt ist, lässt sich leicht erkennen, 
zumal wenn man die Tradition des Ibn Abi Sabra von Sulaiman (S. 36) 
hinzunimmt, dass Muhammed überhaupt nicht zu kämpfen, sondern nur 
Nachricht einzuziehen befohlen habe*). 

Aber in bei weitem den meisten Fällen, wo sich Abweichungen zwi- 
schen Vakidi und Ibn Isxaq finden, hat Ibn Isxaq das Bessere und Ur- 
sprünglichere. Man vergleiche etwa die Erzählung über den Traum der 
'Atika und die darauf folgenden Vorgänge in Mekka bei dem einen und 
dem anderen Schriftsteller '). Vakidi nennt zwar den Ibn Isxaq nie unter 
seinen Gewährsmännern, aber er hat ihm dennoch an dieser Stelle gradezu 
den Aufzug entnommen, in den hinein er dann seine Einschläge macht. 
Diese Einlagen unterbrechen regelmässig den Hauptzusammenhang; nicht 
selten wird hinterher der Faden ausdrücklich da wieder aufgenommen, wo 
er vorher fallen gelassen ist. Geschieht das Letztere aber einmal nicht, 
so entsteht Beziehungslosigkeit und Unklarheit des Ausdrucks; das Ver- 
ständnis Vakidi's wird dann nur durch Vergleichung des Ibn Isxaq mög- 
lich. So Kremer 25,8: da rüsteten sich die Männer und einer ward 
vom anderen abgezogen (S. 41). Die gesperrten Worte sind bei Va- 
kidi durch den vorhergehenden Einsatz von ihrer notwendigen Beziehung 
abgeschnitten; Sinn geben sie nur bei BH. 430,8, wo die sich eben an- 
spinnende Scene zwischen aUAbbas und Abu Gahl damit ein vorzeitiges 
Ende findet, dass plötzlich Camdam's Hülferuf erschallt und dadurch 
die beiden Zänker von einander abgezogen werden. 

Was sich aus dem Zusammenhange des Ganzen an dieser Stelle er- 

Vgl. No. 8, S. 34—37, insbesondere S. 35 Anm. 1. 

') Freilich bleibt immer die Frage offen, ob die Correctur von Ibn Isxaq 
selber, oder erst von Ibn Hisham herrührt. Wir werden diese Frage wahr- 
scheinlich demnächst aus de Jong^s Tabari beantworten können. — Ich 
bemerke, dass ich Ibn Hisham mit BH. abzukürzen pflege; ich eitlere 
natürlich die Ausgabe von Wüstenfeld. 

3) Kremer 22,10 ff. BH. 428,1 2 ff. Die Ueberschüsse bei Vakidi sind in meiner 
Verdeutschung (S. 40ff.) in besondere Absätze gestellt und durch das 
Fehlen der Parallele aus BH. zu erkennen. 



Vorbemerkungen. 13 

gibt, lässt sich auch aus der Vergleichung der Ausdrücke bei den ein- 
zelnen Erzählungen wahrscheinlich machen. Der Fall ist nicht selten? 
dass Sätze oder Satzteile Vakidi's schlechte Abkürzungen sind aus den 
entsprechenden bei BH.; vgl. namentlich Kr. 22,10 mit BH. 428,14; 23,8. 9 
mit 429,6 ff.; 32,4 mit 431,17; 33,11 ff. mit 436,18 ff. — an der letzteren 
Stelle entsteht bei Vakidi durch sein eilfertiges Bestreben das Misver- 
ständnis, dass die beiden Spione bei Magdij selber abgestiegen seien. 
Allerdings kommt es umgekehrt auch einmal vor, dass Vakidi statt eines 
kurzen Ausdrucks des Ibn Isxaq einen weitläufigeren bietet, wie Kr. 33,15 : 
„sie mahnte die andere zur Bezahlung eines Dirhams, den sie ihr schuldig 
war** verglichen mit BH. 437,1: „die eine mahnte die andere**; oder 
Kr. 59,19: „er entblösstiö sich und streute Erde auf seinen Hintern*' ver- 
glichen mit BH. 442,8, wo es einfach heisst: „er entblösste sich**. Aber 
der Unterschied* ist, dass der kurze Ausdruck des Ibn Isxaq dennoch im 
Zusammenhange ganz deutlich ist; denn wenn Weil versteht : „sie wichen 
nicht vom Brunnen" (för „die eine drängte die andere zur Zahlung**), 
oder: „er entblösste seinen Kopf" (für „seinen Hinteren**), so ist das 
wirklich seine eigene Schuld. Es soll indessen durch die Behauptung, 
dass Vakidi den Ibn Isxaq als seine Vorlage benutzte, nicht ausgeschlossen 
werden, dass er für dessen Nachrichten noch anderweitige und unab- 
hängige Zeugnisse sammelte, nach denen er sie zum Teil modificierte — 
das musste er zufolge der ganzen Art der islamischen Traditionsgelehr- 
samkeit naturgemäss thun. 

Der üeberschuss, den Vakidi in diesem Abschnitt vor Ibn Isxaq 
voraus hat, besteht grossenteils aus rein legendarischen Wucherungen. 
Von den bösen Vorzeichen, welche die Mekkaner hätten zurückhalten 
sollen, wird weit mehr Aufhebens gemacht; ihre Zahl wird vergrössert, 
ihr Eindruck gesteigert. Sehr närrisch wird das Gesicht, das *Atika im 
Traume hatte, zu einem wirklichen Vorgange verdichtet, wenn *Amr b. 
al'Ac (welcher noch dazu gar nicht in Mekka anwesend, sondern bei der 
Karawane war) bezeugt oder bezeugen gelassen .wird, er habe die Stücke, 
in die der vom Abu Qubais h'erabgewälzte Fels zersprang, selber überall- 
hin einschlagen sehen (S. 40); man wird ganz an die Reliquie von der 
Himmelsleiter zu Bethel erinnert, die Jakob im Traume sah. Noch ein 
ähnlicher Fall kommt hinzu: was dem Guhaim in alGuxfa träumt, trägt 
sich auch thatsächlich in Marr alOhahran zu, nämlich dass alle Zelte des 
Lagers mit Blut bespritzt werden (S. 45. S. 42). Nicht übel ist die Er- 
findung, dass die Kamele in der Karawane Abu Sufjan's sich gar nicht 
halten lassen, sondern durchaus nach Badr wollen (S. 44): sie wären, 
durch göttlichen Instinkt getrieben, am liebsten den Muslimen zur Beute 
gefallen. Stark retouchiert ist vor Allem die Gestalt Abu Gahl's als des 



14 Vorbemerkun]B[eii. 

Haiiptbetreibers des Unternehmens '), der in Alles seine Nase hineinsteckt, 
stets vorwärts drängt und eigentlich allein an dem ganzen Unglück Schuld 
ist. Als Folie für ihn dienen die ehrwürdigen Brüder Ttba und Shaiba, 
die bis zuletzt immer noch die Hand zurückziehen wollen, aber jedesmal 
von jenem Wauwau" angebellt und eingeschüchtert werden. Bei Ihn Isxaq 
heisst es nur, es sei auf Abu Gahl's Vorschlag geschehen, dass die Qn- 
rashiten nicht auf die Kunde von der Rettung ihrer Karawane Kehrt ge- 
macht, sondern den Marsch nach Badr fortgesetzt haben: von hier aus ist 
alles Uebrige ausgesponnen. Eine weniger harmlose Ausbildung der Tra- 
dition bei Vakidi zeigt sich in der Aufbesserung des Betragens der Banu 
Häshim und des *Abbas (Kremer 23,15 — 22. 25,10. 11), vor allem aber 
in dem Stillschweigen darüber (Kr. 23,4. 5) , dass auch die Familie Mu- 
hammed's mit gegen ihn zu Felde zog; der letzteren Thatsache ist freilich 
auch schon bei BH. 438,13 ff. nach Kräften die Spitze abgebrochen. Für 
die fortschreitende Denaturierung der Motive bei Vakidi ist es bezeichnend, 
dass bei ihm (Kr. 29,9 ff.) Umajja b. Xalaf wegen einer Todesdrohung des 
Propheten zu Hause bleiben will, bei Ibn Isxaq (430,15) wegen seines 
Alters und seiner Beleibtheit. 

Aehnlich liesse sich das Verhältnis noch an manchen anderen Bei- 
spielen aufweisen. Die Tradition, wie Vjakidi sie wiedergibt, ist einen 
Schritt über Ibn Isxaq hinausgegangen; in der Richtung wie sie sich 
überhaupt entwickelt, von dem was wahr ist zu dem was für schon gilt. 
Die Wunder nehmen zu, Engel und Teufel bekommen mehr zu tbun, der 
ganze Ton wird geistlicher. Die Linien der Zeichnung werden derber 
nachgezogen, die Farben des Bildes stärker aufgetragen. Charakteristische 
Geschichten, markante Züge wiederholen sich immer Öfter. Wenn Omar 
auftritt, so weiss man schon Bescheid: er wird den Propheten um Er- 
laubnis bitten irgend einem Unglücklichen den Kopf abschlagen zu dürfen. 
Abubekr muss Träume auslegen, alXubab den Boten Gottes aufmerksam 
machen, dass der Lagerplatz schlecht gewählt und besser an eine andere 
Stelle zu verlegen sei. Gelungen ist besonders die Ausarbeitung 'Ujaina's 
zum Typus des Beduinen wie er sein muss. Auch die eigenartigen Rede- 
wendungen des Xadith erscheinen bei Vakidi viel stereotyper als bei Ibn 
Isxaq. Bei Ibn Isxaq kommen z. B. die Worte ^jaSLS>\^ *\Jä*}\ ^^ «i,! 

cLoJt Qfi nur einmal (852,14. 15) vor, bei einer motivierenden Gelegen- 
heit, wo der alte Duraid b. alCimma dem jungen Rabi'a b. Rufai', der 
ihn töten will und es nicht recht versteht, Anweisung gibt wie er es 
machen müsse; Vakidi aber wiederholt sie ausserdem noch in zwei än- 

') Beachtenswert ist die Kleinigkeit, dass statt der Menschen (BH. 431,9) 
Abu Gahl als Subject erscheint, Kremer 32,13. 



Vorbemerkungen. 15 

deren Fällen, wo sie durchaus nicht in gleicher Weise am Platze sind 
und wo sie bei Ibn Isxaq fehlen (fol. 66 b. fol. 119 b). Weitläufiger auf 
diesen Gegenstand einzugehen, ist hier natürlich nicht der Ort. 

Sowohl die zeitliche als auch die innere Priorität hat Ibn Isxaq vor 
Vakidi voraus, wo man sie vergleichen kann. Stofflich hat er ausserdem 
den Vorzug, weit mehr poetische Stücke mitzuteilen als die Späteren, 
welche mehr und mehr der Ansicht Sprenger's zu werden scheinen, dass 
die Poesie in der Tradition eigentlich nichts wert sei. Was aber sonst 
die Reichhaltigkeit des Stoffes angeht, so wird darin Ibn Isxaq allerdings 
von Vakidi übertroffen. Der Hauptwert desselben liegt in der erschöpfen- 
den Sammlung des Materials. In manchen Fällen freilich, z. B. bei der 
Einnahme von Mekka, der Schlacht von Xunain, dem Zuge nach Tabuk, 
ist es ihm kaum gelungen die Mitteilungen des Vorgängers wesentlich zu 
überbieten. Dagegen von der Schlacht von üxud, vom Grabenkriege, von 
der Belagerung von Xaibar gewinnen wir aus den von ihm zusammenge- 
brachten üeberlieferungen ein ganz anderes, weit anschaulicheres und ver- 
ständlicheres Bild. Und wenn manche Anekdote auch den historischen 
Zusammenhang nicht klarer macht ^) , so trägt sie vielleicht doch dazu 
bei, unsere Vorstellung von dem Thun und Treiben und von der Sinnes- 
art der alten Araber farbenreicher zu machen. So läppisch die Schlangen- 
geschichten S. 203 S. 400 f. oder die Erzählung über den durch Muhammed 
angewandten Zauber S. 400 uns anmuten mögen, sie sind nichtsdestowe- 
niger leh^eich. 

4. Den bedeutendsten Ruf geniesst Vakidi als Chronologe. Mit Recht 
für die Zeit der grossen Eroberungen nach dem Tode des Boten Gottes, 
wie sich durch die Untersuchungen de Goeje's und deren glänzende Be- 
stätigung durch die Entzifferungen Wright's und NÖldeke's bei der Da- 
tierung der Schlacht am Hieromax herausgestellt hat '). Was dagegen die 
Maghazi betrifft, so ist zwar das chronologische Bestreben auch hier er- 
sichtlich; alle die kleineren Züge, welche Ibn Isxaq noch gar nicht zu 
datieren wagt, werden von Vakidi genau nach der Zeitfolge* in Reih und 
Glied gebracht ^). Aber schon Sprenger hat eingesehen, dass darauf nicht 

Zuweilen ist auch dies der Fall. Z. B. scheint mir die Erzählung über die 
Handin S. 330 die auch sonst sehr probable Ansiebt Muir's zu bestätigen, 
dass die Einnahme von Mekka ein zwischen Muhammed und Abu Sufjan 
abgekartetes Spiel war. — Hübsch sind die Geschichtchen von 'Ulba b. 
Zaid S. 392 416, kostbar die von Abu Lahab S. 351. 

^ DMZ. 1875 S. 76 ff. Als Ueberlieferer der Eroberungskriege hatte Vakidi 
sein eigentliches Renommee. 

*) Nur bei der Schlacht von MuUa fehlt bei Vakidi auffallender Weise die 
Monatsangabe, sowohl in der Uebersicht als auch in der Ausführung. 
Vgl. S. 309 Anm. 1. 



16 Vorbemerkimgen. 

viel zu geben ist. Die eigentliche und echte Ueberlieferung hat offenbar 
diese meistenteils sehr unbedeutenden Unternehmungen nicht alle auf 
Jahr und Monat bestimmt; dies ist vielmehr erst das Werk historischer 
Gelehrsamkeit und zwar ein vielfach mit unzureichenden Mitteln unter- 
nommenes Werk. Hie und da gerät denn auch Vakidi in seiner Chro- 
nologie mit sich selber in Widerspruch, was ihm zwar auf der einen 
Seite zur Ehre gereicht, auf der anderen jedoch nicht dazu angethan ist 
Zutrauen zu dem ganzen System zu erwecken. Die Katastrophe von 
alRagi' im Cafar des Jahres 4 ist nach ihm die Folge der Ermordung 
des Hudhaliten Sufjan b. Xalid, obwohl er diese erst in den Muxarram 
des Jahres 6 setzt ^). Die Hinrichtung der beiden bei jener Gelegenheit 
den Mekkanem ausgelieferten muslimischen Gefangenen, Xubaib b. 'Adij 
und Zaid b. alDathana, verzieht sich vom Cafar des Jahres 4 bis zum 
Rabi' des Jahres 6, weil sie im heiligen Monat, nämlich im Muxarram, 
nicht vollzogen werden darf^). Der Zug Ghalib^s b. 'Abdallah gegen 
die Banu 'Abd b. Tha'laba im Ramacan des Jahres 7 ist veranlasst durch 
Muhammed^s Freigelassenen Jasär und unternommen nicht lange nach 
dem Feldzuge von Eudr (bei dem Jasär dein Propheten zu eigen gegeben 
wurde); aber der Feldzug von Eudr föUt schon in den Muxarram des 
Jahres 3, und bereits im Shavval des Jahres 6 wird Jasär von den ver- 
räterischen 'üraniten auf grausame Weise zu Tode gebracht 2). Den Ein- 
fluss einer vielleicht richtigen, jedenfalls aber nicht die Ueberlieferung 
ersetzenden Ueberlegung glaube ich bei der Bestimmung des Zuges von 
Badr alMau'id zu erkennen. Nach Ihn Isxaq fiel derselbe in den Sha'ban 
des Jahres 4, nach Vakidi jedoch erst in den Dhu-lQa'da dieses Jahres. 
Vakidi nimmt nämlich an, dass die beiden kriegführenden Parteien sich 
bei Gelegenheit der Messe von Badr vor versammeltem Marktvolke in 
den Waffen haben messen wollen; da nun diese Messe in den Dhu-lQa'da 
fiel, so musste auch der Feldzug in den Dhu-lQa'da verlegt werden. Wie 
gesagt, ist das vielleicht richtig, aber es ist schwerlich Tradition *). Das- 
selbe gilt wahrscheinlich auch von der Ansetzung des Grabenkrieges auf 
den Dhu-lQa'da des Jahres 5. 

m 

Vgl. S. 157 und S. 224, und dazu die Anmerkung 2 auf S. 224. 

2) Vgl. S. 158—160 und S. 226. 227; ausserdem die Anm. 1 auf S. 227. 

3) Vgl. S. 298 mit S. 95 und S. 240. 

*) Vgl. S. 167 ff. BH. 666. Voreilig habe ich auf S. 167 gemeint, über den 
Dhu-lQa'da als Zeit des Zuges könne die Tradition kaum geschwankt 
haben. Ein sehr günstiges Zeichen für die historische Tradition der 
Muslime ist es, dass keine Version den Zug von Badr alMau*id auf den 
Shavval datiert, obwohl Abu Sufjan bei üxud im Shavval A. 3 gesagt 
hatte: übers Jahr treffen wir uns in Badr. 



Vorbemerkungen. 17 

Zuverlässig sind nur die Daten der Schlacht von Badr oder von 
Uxud, des Grabenkrieges und ähnlicher Epochen, obgleich selbst bei einem 
so wichtigen und verhältnismässig späten Ereignis, wie es die Belagerung 
der Juden in Xaibar war, zwar nicht über das Jahr, wohl aber über den 
Monat, beträchtlich geschwankt wird. Mehr Aufmerksamkeit, als ihnen ge- 
wohnlich zugewandt wird, verdienen die gelegentlichen Jahreszeitangaben ; 
sie sind bei Vakidi häufiger und treten mehr hervor als bei Ihn *Isxaq. 
Wenn man ihnen trauen darf, so sind sie darum wichtig, weil sie die 
hergebrachte Reducierung der arabischen Rechnung auf christliche bei 
den Daten vor dem Jahre 10 einigermassen über den Haufen werfen. 
Die Wertlosigkeit dieser Rfeducierung steht freilich ohnehin fest, da sie 
von der falschen Voraussetzung ausgeht, dass das sogenannte • strenge 
Mondjahr, welches Muhammed im Jahre 10 einführte, auch schon vorher 
bei den Arabern geherrscht habe, während es unzweifelhaft ist, dass sie 
ein rohes Sonnenjahr hatten *), mit einer höchst primitiven Einschaltungs- 
methode. Aber es ist darum doch nicht überflüssig, den Widerspruch 
der conventioneilen Berechnungsweise zu einzelnen überlieferten That* 
Sachen aufzuzeigen. 

Die Schlacht von Uxud A. 3 fiel in den Shawal, der Monat steht 
fest. Damals war die Saat (d. h. die Gerste, die unter den Dattelpalmen 
gebaut wurde) in Aehren, aber noch grün, so dass sie den Thieren der 
Mekkaner zur Weide diente^). Das führt auf den Januar oder Februar, 
denn im März wird in Medina die Gerste geschnitten (Muir III 156). 
Nach der üblichen Rechnung begann der Shawal A. 3 (A. D. 624) am 
17. März ; da» ist auf jeden Fall zu spät. 

Der Grabenkrieg A. 5 fiel nach Ihn Isxaq in den Shawal, nach Va- 
kidi in den folgenden Monat, Dhu-lQa'da. Es war damals in der Nacht 
empfindlich kalt, gelegentlich herrschte heftiger Sturm, die Dattelvorräte 

^) Dies geht schon aus der Einschaltung an sich und aus den Namen einiger 
Monate hervor, ebenso wie aus den Angaben der Griechen über die Zeit 
der Feste. Es ist überhaupt, nach dem ganzen historischen Zusammen- 
hange der Araber mit der übrigen semitischen Welt, die nächste Annahme, 
die man nur durch starke Gegenbeweise gezwungen aufgeben dürfte; als 
solcher aber kann es nicht gelten, dass z. B. der Monat Rabi*, vermöge 
des Ungeschicks der Araber in der Ausgleichung der Mondumläufe mit 
dem Erdumlauf, in Wirklichkeit auch schon vor Muhammed nicht immer 
in die Jahreszeit Rabi* fiel. Uebrigens ist der Rabi* die erste Regenzeit 
im Herbst und nicht unser Frühling; der Gumada (Winter) folgt auf 
ihn. — Die ganze Sache ist äusserst dunkel, auch Sprenger (DMZ. 1859 
S. 134 ff.) hat kein Licht hineingebracht. 

2) Vgl. S. 104. 108. 192 und die Anm. 2 auf S. 104. Ebenso bei Ibn Isxaq; 
vgl, auch das Lied des Abu Sufjan b. alXarith BH. 667, 20. 668, 1. 

Väkidi, Muhammed. ^ 



18 Vorbemerkungen. 

der Mediner gingen auf die Neige. Die Gerste war schon vor einem 
Monat eingeheimst, die Belagerer fanden auf den Feldern von aPIrc nur 
noch Stoppeln vor»); die Jahreszeit war also beträchtlich weiter vorge- 
ruckt als bei der Schlacht von Uxud. Vielleicht deshalb föllt bei Vakidi 
der Grabenkrieg einen Monat später: jedenfalls aber ist es hiernach un- 
möglich, ihn entweder gleichzeitig oder gar einen Monat früher anzusetzen 
als die Schlacht von üxud, wie es nach dem herrschenden Systeme ge- 
schehen müsste, nach welchem der Dhu-lQa'da A. 5 (A. D. 626) mit dem 
24. März, der Shavväl mit dem 23. Februar begonnen haben wurde. 

Die Wallfahrt von Xudaibija A. 6 fand im Dhu-lQa'da statt; über 
den Monat kann kein Zweifel sein. Vakidi hat nun mehrere Angaben, 
aus denen hervorgehen würde, dass es damals Spätsommer oder Herbst 
war^. Das würde eine colossale Differenz gegen den üblichen Ansatz 
ergeben, wonach der Dhu-lQa'da A. 6 (A. D. 627) am 13. März anfing. 
Ich bezweifle aber, dass die die Jahreszeit fixierenden Geschichten, welche 
Vakidi bei Gelegenheit der Wallfahrt von Xudaibija vorbringt, wirklich 
an diese Stelle gehören. Wenn der Dhu-lQa'da, nach nicht anzuzweifeln- 
den Nachrichten, im Jahre 3 und im Jahre 5 in den Frühling fiel, so 
kann er schwerlich im Jahre 6 plötzlich in den Spätsommer übergesprun- 
gen sein. 

Ist bei der Wallfahrt von Xudaibija die Monatsangabe sicher, dagegen 
das Material, woraus die Jahreszeit erhellen würde, unzuverlässig, so ver- 
hält sich die Sache umgekehrt bei der Belagerung von Xaibar A. 7. 
Hier schwankt die Monatsangabe zwischen Muxarram und Gumädä^). 
Wir erfahren aber, dass damals die Zeit der grünen Früchte und der 

») Vgl. S. 191 f. 199. 203 f. 208 f. 

•) S. 242: Die Banu Nahd, welche M. unterwegs traf, waren auf der Wan- 
derung und zogen einer Wolke nach, die vor einem Monate, im iarif, 
in Farsh Matal gefallen war und dort, wie sie wussten, gute Weide ge- 
schaffen hatte. S. 248: M. betete einmal in Xudaibija das Frühgebet 
nach einem Nachtregen und äusserte darauf, wer sage „wir haben Regen 
bekommen durch Gottes Gute", sei ein Gläubiger, wer aber sage „wir 
haben Regen bekommen in Folge dieses oder jenes Gestimwechsels", sei 
ein Ungläubiger. Dazu auf derselben Seite: Ihn Ubaij sagte damals: das 
ist der Eintritt (das Aufhören?) des Spätsommers (nau alxarif), der Sirius 
hat uns Regen gebracht. Vgl. noch die xinm. 2 auf S. 248 und die 
Anm. 1 auf S. 249, wo eine beredte Schilderung der Jahreszeit zu lesen 
ist, die gewöhnlich Rabr, genannt wird. Auch die Jahreszeiten lassen 
sich im Arabischen sehr schlecht unterscheiden. Vgl. BH. 963, 13. 
3) Ibn Isxaq gibt den Muxarram an (BH. 755), Vakidi auf fol. 144 b (S. 264) 
den Cafar oder Rabl' I, aber in der Uebersicht den Gumada I, letzteres 
wahrscheinlich nach Ibn *Abbas, vgl. fol. 167 a.b. (S. 300). 



Vorbemerkungen. 19 

unreifen Datteln war^). Sehr genau wird dadurch die Jahreszeit nicht 
bestimmt, immerhin lassen sich gewisse Grenzen abstecken, also etwa 
März bis Juni^). Wenn nun in den vorangegangenen Jahren der Dhu- 
IQa'da um das Frühlingsäquinoctium anzusetzen ist, so würde zwar der 
Muxarram in den Mai /Juni, der Gumädä aber in den September/ Oktober 
fallen. Also ist der Muxarram für den Zug nach Xaibar das richtige 
Datum, und derselbe ist sehr bald nach der Rückkehr von Xudaibija 
unternommen worden, wie auch aus anderweitigen Anzeichen erhellt. 
Die übliche Rechnung lässt den Muxarram A. 7 (A. D. 628) mit dem 
11. Mai anfangen, sie stimmt in diesem Falle mit den Indicien der Jahres- 
zeit zusammen. 

Es ist zu erwarten, dass die Differenz zwischen der üblichen Rechnung 
und den davon unabhängigen Indicien der Jahreszeit immer geringer wird, 
je mehr wir uns dem Jahre 10 nähern. Leider wird diese Erwartung 
bei dem Feldzuge von Tabuk im Jahre 9 auf unangenehme Weise ge- 
täuscht. Derselbe soll in den Ragab gefallen sein; nach Wüstenfeld's 
Tafeln würde der Ragab A. 9 (A. D. 630) am 14. Oktober beginnen. Nun 
ist es aber eine ganz unanfechtbare Thatsache, welche aufs innigste mit 
dem ganzen historischen Zusammenhange verknüpft ist und sich auf 
Schritt und Tritt selbst bezeugt, dass es damals Hochsommer war, die 
Zeit der reifenden Früchte, kurz vor der Dattelemte, also Juli /August 3). 
Eine Differenz von drei Monaten zwischen der conventioneilen Rechnung 
und der faktischen Zeit ist im Jahre 9 ganz unerklärlich. Es bleibt, wie 
mir scheint, nichts anderes übrig als die überlieferte Monatsangabe 
(des Ragab) zu bezweifeln. Ich glaube, dass man aus den beim Aufent- 

*) S. 268 Anm. 2 und S. 273 ; die Datteln waren in der Phase, wo man sie 
baldax nennt. 

2) Wenn die Jahreszeit nach dem Stande der Datteln bestimmt wird, so gilt 
natürlich nicht die Ausnahme (ausnahmsweise scheint es fast immer ein- 
zelne frische Datteln zu geben, vgl. S. 147), sondern die Regel. Der 
Regel nach ist die Dattelernte in diesen Gegenden im August. Die Zeit 
der grünen Fruchte und d«r unreifen Datteln ist allerdings eine sehr 
dehnbare Periode. Z. B. wird die Schlacht von Uxud in dem Liede des 
Abu Sufjan b. alXarith in die Zeit der sich entwickelnden Datteln und 
der stehenden Saat gesetzt BH. 667f. Nach der anderen Seite zu darf 
man jedoch nicht zu weit gehen; wenn die Früchte dicht vor der Reife 
stehen (im Juli), so lauten die Ausdrücke ganz anders, wie man bei dem 
Feldzuge nach Tabuk sieht. 

3) Vgl. S. 391 ff. Auf dem Hinwege nach Tabuk liess M. die noch unabge- 
pflückten Datteln auf einem reich tragenden Baume taxieren, auf dem 
Rückwege wollte er nachsehen, ob die inzwischen abgeernteten Früchte 
der Taxierung entsprächen (S. 397). 

2* 



20 Vorbemerkungen. 

halt in Tabak ausgestellten Urkunden, in denen die Entrichtung der 
Steuer auf den Ragab fixiert wird, geschlossen hat, der Feldzug von 
Tabuk sei in den Ragab gefallen und eben deshalb die Steuerzahlung 
auf diesen Termin angesetzt. Es lassen sich aber auch andere und in 
Wahrheit näherliegende Gründe denken, warum die Steuer im Ragab ge- 
zahlt wurde; der heilige Monat Ragab, der als Semesteranfang dem 
heiligen Monat Muxarram entspricht, könnte denselben in gewissen 
Gegenden wohl auch als Jahresanfang vertreten haben*). Der Feldzug 
von *Tabuk hat wahrscheinlich im Rabf II A. 9 stattgefunden. 

Man sieht, auf wie schwankendem Boden wir uns in der Zeitrechnung 
vor dem Jahre 10 bewegen; doch glaube ich, dass sich bei vorsichtiger 
Abwägung aller in Betracht kommenden Momente dennoch zu einigen 
sicheren Positionen gelangen lässt, und dass dabei die Jahreszeitangaben 
Vakidi's in den meisten Fällen gute Dienste leisten 2). 

5. Es ist möglich, dass ich in einigen Jahren noch eine Textausgabe, 
mit vollständigen Parallelen, machen werde; aber auch dann wird die 
vorliegende Arbeit nicht überflüssig sein. Wer sich mit der Geschichte 
Muhammed^s zu beschäftigen hat ohne zu den arabischen Quellen herab- 
steigen zu können, der wird, glaube ich, bei diesem simplen Excerpt, 
unter Hinzunahme etwa von Nöldeke's bekanntem kleinen Buche, besser 
fahren als bei dem grossen Werke Sprenger's, welches gegenwärtig in 
Deutschland den Markt beherrscht^). Besser geformt als bei den alten 
Traditionisten ist bei Sprenger das Material auch nicht, nur ist an die 
Stelle ihrer Naivetät bei ihm ein stilloses Gemisch von Erzählung und 

*) Vgl. Anm. 2 auf S. 405. Die Messe (also wohl auch das Fest) von Xu- 
bäsha war im Ragab; s. Sprenger I 191 Anm. 1. 

^) In Bezug auf die Schlacht von Badr A. 2 genügen die Indicien nicht zur 
Bestimmung der Jahreszeit. Die syrische Karawane, welche die Muslime 
damals abfangen wollten, war jedenfalls die grosse Hauptkarawane (Sur. 112) 
des Jahres; wäre es richtig, dass die Handelsreisen der Mekkaner nach 
Syrien im Sommer unternommen wurden, so müsste es damals etwa Ende 
Sommers gewesen sein. Aber die Behauptung S. 100 ist unzuverlässig; 
gleich hinterher wird gesagt, Cafvan habe im Winter sich auf die Reise 
nach Syrien gemacht. Aus dem Regen, der bei Badr fiel, und daraus, 
dass anderthalb Monate früher trockene Trauben von Täif nach Mekka 
eingeführt wurden, lässt sich ebenfalls nichts Sicheres schliessen. Man 
hat sich lediglich daran zu halten, dass die Schlacht von Badr etwa einen 
Monat früher fiel als die von Uxud, also in December/ Januar. 

^) Noch besser würde sich freilich zu solchem Behuf eine deutsche Bear- 
beitung des Ibn Hisham eignen, für welche die üebersetzung Weil's wohl 
noch Platz Hesse. Aber ich hatte zugleich den Zweck, ein wichtiges In- 
editum dem luhalte nach bekannt zu machen. 



\ 



Vorbemerkungen. 21 

kritischem Raisonnement getreten. "Was aber seine Zuverlässigkeit in 
der Wiedergabe des Stoffes betrifft, so bin ich durch die Bekanntschaft 
mit Väkidi vielfach dazu geführt sie in Zweifel zu ziehen. Man ver- 
gleiche folgende Uebersetzung Sprenger's (III 221 ff.) mit dem arabischen 
Texte Vakidi's (fol. 119 vgl. S. 219), den ich daneben stelle, indem ich 
zugleich in den Noten wenigstens die curiosesten Curiosa anmerke. 

Der Jude Zobayr b. Bata hatte in 1^ ^ LLb ^ ji^j^' c)^ 

der Schlacht von Bo'ath dem Thabit ..|^ cj\ju w.^wö .^ •• LS 

b. Kays das Leben geschenkt. Er *^ * ^ " " ^ 

begab sich nun zu diesem ^ und Cr^^^ ^^ ^^ ^^ J^r^ ^^^' 

fragte ihn: kennst du mich noch? ^^^ d^i^^, d^*> i^ kJ*^J^ ^ 

Wie, antwortete Thabit, soll ein (jsj ^cJUc vj5Ü .,t (.:>üLa jli »JüLi* 

Mann wie ich seinen Wohlthäter ^u ^^^ ^^ ^ , ' , ^ , ^ 

vergessen*)? Ich will dir nun vor- ^"-^ * ^ti ^w \ 

gelten, was du an mir gethan hast*). ^ 5>^'^ (^^^ ^J^- ^i;^' o' 

Der Edle, versetzte Zobayr, vergilt oy**'j v^oLa ^'Li ^yjl\ »al\ c>j/ 

die Wohlthat des Edlen, und ich ^^ ^ly^t ^t ^^^ L ,JLäj ^! 

bin nie hülfsbedürftiger gewesen als ^i^ . . i . » ^^ ^^. 

jetzt. Der Muslim begab sich zum * Jr l5^^^ J^ i 

Propheten und sagte:' schenke mir ^^ ^^^"^^ '^^^^ «^ /^^ ^^ 

den Zobayr, denn ich habe Ver- ^^ *-*-p L^ Hj^^ o' vii^.^*.^! 



pflichtungen gegen ihn und wünsche JL» »Lj'li v^ ^ &JÜ( 4^^ viLw 

mich dankbar zu erweisen. Seine *i.. j y^ ^ •». * » 

Bitte wurde gewährt und er kehrte ^ ' ^ '\^ ^ 

freudig zum Gefangenen zurück. '^^ ^^ ^ ^' ^ J^ ^r^ J^j* 

Dieser sagte : ich bin alt, habe mein »L-^W t***^ ^ Vir^ ^^ '^^ 

Vermögen verloren und meine Frau j^^ i, ^\^ &Jüt 6y^j vi^oLS ^'b 

und Kinder sind in Gefangenschaft. ^, , ^^^^ ^^ ^^^ ^j 

Wozu soll mir mein Leben nützen? -^^ ^ '-^ 

Thabit ging wieder zum Propheten ^^^^ ^' ^>*^ ^ ^^ ^"^-^ 



und.dieser schenkte ihm auch dessen ^üLo ^JLS( 6y^j sLLu^li ^jl^t^ ^üLo 

*) Vielmehr steht ausdriacklich da: „Thabit kam zu alZabir" — wie das in 
der Natur der Sache liegt, da der Jude gefangen war. 

') Der Text lautet : „er (der Jude) sprach : sollte ein Mann wie ich bin einen 
Mann wie du bist nicht kennen? Thabit sagte: du hast bei mir eine (mir 
von dir erwiesene) Wohlthat zu gut, und ich habe vor sie dir jetzt zu 
vergelten.** Sprenger macht die Worte inna laka 'indi jadan zum 
Object des vorhergehenden jaghulu und lässt das dazwischen stehende 
qäla Thabit unter den Tisch fallen, in Consequenz seiner willkürlichen 
Vertauschimg der Subjecte. 



22 



Yorbemerkimgen. 



Habe und Familie ; dann kam er zu 
Zobayr und rief ihm zu: alles was 
du besessen hast, wird dir zurück- 
erstattet. Der Greis fragte ihn : was 
ist aus dem Manne geworden, dessen 
Antlitz ein chinesischer Spiegel ist, 
in welchem Jungfrauen den Scham- 
haften betrachten'), Asad b. Ka'b? 

— Thabit antwortete : er ist tot ! — 
Was macht der Herr der Nomaden 
und Stadtbewohner, der Herr der 
beiden Stämme, der sie im Kriege 
anführte und im Frieden nährte '*), 
Hoyay der Sohn der Achtab ! — Er 
ist tot! — Wo ist der, der im An- 
griffe vorausgeht und uns auf dem 
Rückzuge schützt^), 'Azzal der Sohn 
des Samuel? — Was macht der 
Schlaue und Verschmitzte, welcher 
nie eine Bande verfolgt, die er nicht 
ausgespürt*), und dem nie ein Knoten 
vorgelegt wurde, den er nicht gelöst 
hätte, Nabbasch der Sohn des Kays? 

— Er ist tot! — Wo weilt der 
Fahnenträger der Juden und der 
Heere*), Wahb b. Zayd? — Er ist 
tot! — Wie befindet sich der Ver- 
treterjüdischer Gastfreundschaft, der 
Vater der Waisen und Armen, 'Okba 



i^ j^j^^ ^' J^/ ^'i> «^3i> 

Ui ^Lä Jjljj vJ'Jj ^jj ^ v«^3 
j.Uj>S( ^1 o^! HOb^ ^(3 Jotj 



') Ich schäme mich fast zu bemerken, dass es heissen muss: „in welchem 
die Jungfrauen des Stammes sich besehen". 

2) Vielmehr: „der ihnen im Kriege Reitkamele gibt und der sie speist in 
der Hungersnot". 

^) Es ist nicht xämijatuhum zu sprechen, sondern xämijatihim, in 
Abhängigkeit von avvalu und in Parallele zu ^üdijati. 

*) Muss heissen: „der nie eine Zusammenrottung angreift (ja' ummu), die er 
nicht auch sprengt, und nie einen Knoten, den er nicht auch lost" — 
alles, was er angreift, führt er glücklich durch. „Der nie eine Bande ver- 
folgt die er nicht ausgespürt" ist etwa eben so sinnreich als „in welchem 
Jungfrauen den Schamhaften betrachten". 

*) „Was macht der, der die Fahne der Juden führt im Schlachtgedränge?" 



Vorbemerkungen. 23 

b. Zayd? — Er ist tot! — Undsind ^t^t Jots Ui jLä JJCÄ ^ü^ 
die beiden 'Amr noch am Leben, ^^j ^t ^ i^^ Li'uT ^!oJt 
welche sich in der Erklärung der ... ,. , », .. v,.... »... 

Thora vereinigten? — Auch sie sind -^^^^ . ., ^ 

tot! — Dann, o Thabit, gewährt das ^^ J^" ^'^^^ ^>^ J^^ v5 
Leben keinen Genuss mehr; ich will U^i jJL:>li ^Jl^- L^ a j ^ Lili^ j!o 
ihnen in die Heimat folgen, in welche .^ ^^ ^ j .^^ >^ ^^^ 
sie vorausgegangen sind '). Ich bitte ^ l> • r ^ • 

dich bei dem Einfluss, den ich auf -aäaAä b^t i^JsJs:. {^^^^ v^j^J— «-! 
dich habe ^), mich nicht zu jenem ^, ,^ ., 

blutdurstigen Manne, welcher die -^ • ^^ ^ 

Häuptlinge der Koraytziten hat töten . ^^ ,y^^>^ (^ '^.ß ^ 
lassen, sondern auf den Richtplatz iüli J^-t:^ \\s>^ ^^ c. \jcla 
zu führen «). Nimm meinen Säbel, .x (^ ^^^ ^y^^j ^)^ 

er ist scharf, und enthaupte mich. ^ , ,, ►.,►». 

Aber halte mir den Kopf und haue ^^-^ • <J ^ \ ^-^ 

hoch*); denn der Rumpf sieht schön CT"**^' ^^'"^ jU\it ^x^ 0=^=^^^'^ 
aus, wenn der Hals noch daran ist. L / äJoiJ! ^-6 Juj ...! jL»*c:fJL! 
Ich warte mit Ungeduld, bis der ^^^ ^^ .| .| j s^ ^^^ 
Eimer meines Lebens ausgeflossen *) ^ ** ^^ ^-^ 

und ich mit meinen Freunden ver- .p-^! iCx^'y! ^^^) j^^^^ 

einigt bin. Thabit antwortete u. s. w. 

Aehnliche Beispiele stöben mir in Menge zur Verfügung, ich habe 
dieses gewählt, weil es einen längeren Text betrifft, bei dem sich Sprenger, 
wie es scheint, ganz besondere Mühe gegeben hat. Denn er gerät in 
Entzücken über den Inhalt. „Ich bewundere den Heldenmut des greisen 

*) „0 Thabit, was liegt mir am Leben, nachdem sie tot sind? soll ich zu 
der Stätte zurückkehren, wo sie vordem wohnten, und dort nach ihrem 
Tode fort dauern?" Sprenger scheint ba'da häuläi argi'u zusammen- 
gefasst zu haben (^ich will ihnen folgen") und dann mit Grazie fortge- 
fahren zu sein. 

2) „bei meiner (dir erwiesenen) Wohlthat, die ich bei dir gut habe." Diese 
gewöhnliche und hier öfters vorkommende Phrase scheint Sprenger nie zu 
verstehen. 

') „Ich bitte dich mich nicht zu diesem Mörder zu bringen, der mich dann 
auf den Richtplatz führen würde-." Sprenger's „sondern" ist unverständ- 
lich ; es ist doch eben Muhammed, der auf dem Richtplatz hinrichten lässt. 

*) Vielmehr : „haue höher als die Wirbelknochen und niedriger als das Hirn." 

^) „Der Eimer meines Lebens" könnte den sei. Herrn von Hammer eifer- 
süchtig machen. Es steht da: „ich mag nicht so lange warten wie das 
Ausschütten eines Eimers aus einem Ziehbnmnen dauert, bis ich mit 
meinen Lieben zusammenkomme." 



24 Vorbemerkungen. 

Juden, welcher das Schicksal seiner Freunde teilen wollte; aber ich 
bewundere noch mehr die Berichterstatter. Diese Darstellung ist allmäh- 
lich von den Traditionistcn erweitert worden, und sie ist vollendeter in 
neueren als in alten Versionen. Sie ist daher nicht Eigentum eines 
Mannes, sondern mehrerer Generationen von graubärtigen Traditionisten. 
Der Soldat hält es für Ehrensache dem Feinde Gerechtigkeit widerfahren 
zu lassen, von Verbrechern werden oft Züge von Grossmut erzählt, und 
es hat Räuber gegeben, welche ihrer Mildthätigkeit wegen berühmt ge- 
worden sind, selbst Fürsten und ihre Schergen haben in seltenen Fällen 
Achtung für die Grundsätze ihrer politischen Gegner an den Tag gelegt; 
aber dies ist der einzige mir bekannte Fall, dass Theologen Bewunderung 
für den Heldenmut eines Andersgläubigen ausgesprochen haben, und 
ich zweifle, ob in allen sechzig Foliobänden der Bolandisten auch nur 
ein Charakterzug vorkommt, welcher dem menschlichen Herzen so viel 
Ehre macht, als diese moslimische Schilderung des Todes eines helden- 
mütigen Juden. Die christliche Liebe hat sich stets nur in dem Eifer 
gezeigt, mit dem sie Scheiterhaufen anzündete." 

Die Bedeutung von Sprenger's Arbeit zu leugnen, fällt mir nicht ein. 
Im Gegensatz zu der eine Zeit lang stellenweise in Deutschland üblich 
gewesenen Weise, die arabische Literatur als eine grosse Beispielsamm- 
lung für die Regeln der Grammatik zu betrachten, hat Sprenger höchst 
erfrischend gewirkt durch sein gesundes und lebhaftes Gefühl für die 
Sachen, durch sein echtes und unmittelbares, nicht gelehrtes und an- 
geschultes Interesse für den Inhalt der Ueberlieferung. Er ist ein ur- 
wüchsiger Naturalist; darin beruht seine Stärke, bei allen Schwächen, 
die ihm auch deshalb anhaften. Was er nach allen Regeln seiner Kunst 
beweisen will, hat gewöhnlich weder Hand noch Fuss; aber die Bemer- 
kungen, die er bei Wege lang ausstreut, werfen oft ein überraschendes 
Licht auf den Gegenstand. In den Einzelheiten lässt er sich von Ihn 
*Abbas und den übrigen Vätern der Koranexegese nicht selten anführen, 
indem er z. B. nach ihrem Vorgange gewisse ganz allgemein lautende 
Stellen speciell auf Umajja b. Abi ICalt oder andere beliebte Typen und 
Sündenböcke bezieht; im Allgemeinen jedoch urtbeilt niemand richtiger 
über die Art und den Wert dieser AUeswisser als er. In antiquarischen 
Fragen darf man ihn nicht hören, aber er erfasst die wirklichen, leben- 
digen Probleme der Geschichte. Wenn er auf der einen Seite die voll- 
kommen mythischen 'Aditen *) mit den vollkommen historischen Thamu- 
denem auf eine Linie stellt und ihre „Türme" (oder was sonst damit 

Nie wird in der Poesie Thamud so gebracht wie *Ad und dessen Nisba 
(z. B. Div. Hudh. 52, 1 ; vgl. auch O^ S. 387 Anm. 1). 



Vorbemerkungen. 25 

gemeint ist), weil sie Irafn heissen, direct mit den Aramäern combinirt, 
so thut er auf der anderen Seite, auf die Betrachtung der realen Verhält- 
nisse gestützt, die hellsten Blicke in den durch Jahrtausende gehenden 
Process, durch den sich die Semiten in immer neuen Schichten an den 
syrisch -babylonischen Küsten des arabischen Wüstenmeeres abgelagert 
haben und noch ablagern. Er kennt und beherrscht die gesammte auf 
Koran und Islam bezügliche Originalliteratur, seinem Eifer und Spürsinn 
verdanken wir eine ungemeine Bereicherung unserer arabischen Bibliothek 
— aber tim das genaue Verständnis eines einzelnen Textes macht er 
sich keine Sorge. 

So fruchtbare Antriebe nun auch ein Buch, wie Sprenger's Leben 
Muhammed's, der Forschung gegeben haben mag, so eignet es sich doch 
nach meinem Urteil gar nicht dazu, das zu sein, was es gegenwärtig ist, 
nämlich das Buch über den Gegenstand. Die genuine üeberlieferung 
haben die Franzosen eingeführt, zuletzt und am besten Caussin de Perceval ; 
gelehrt zu haben, wie daneben der Koran als Hauptquelle für die Ge- 
schichte des Boten Gottes zu verwenden ist, ist das Verdienst Weil's; 
die dritte und schwierigste Aufgabe, nämlich die Wurzeln des Islam im 
Boden der älteren Religionen aufzudecken, hat Sprenger wohl mit grösserem 
Bewusstsein ihrer Bedeutung •angegriffen , ohne jedoch grade für diesen 
Zweck, wo mit den arabischen Quellen allein wenig zu machen ist, hin- 
reichend ausgerüstet zu sein. Grundlegend ist also sein Buch nicht; in- 
dessen würde darauf nicht viel ankommen. Die Hauptsache ist, dass 
dasselbe für jeden, der in irgend einer Hinsicht gezwungen ist, sich dar- 
auf zu verlassen ohne nachprüfen zu können, ein gefährliches Buch ist. 
Zwar hat es keine Not, dass man künftig den Plural Ethnoi') in die 
griechische Grammatik, oder den Genitiv Pharaonos in die Septuaginta 
und das Neue Testament einführen*), oder aus Strabo (p. 781) heraus- 
lesen wird, es habe zwei Städte des Namens Petra in Nordwestarabien 
gegeben*); auch die vielen falschen Etymologien*) und mancherlei ähn- 

So übersetzt Sprenger regelmässig das arabische v-jL>-t, wendet die 
Form aber auch sonst mit einer gewissen Vorliebe an. Er scheint sie 
indirect von Abr. Geiger bezogen zu haben, vgL dessen Urschrift S. 151: 
„In gleicher Weise bedient sich der Verf. des 2. Maccabäerbuches des 
Ausdrucks d^^Xot für V*1J<n DJ? » während i%^oi der gewöhnliche Ausdruck 
ist für Q'))^ als NichtJuden.** 

3) I 66. 

•) I 62: eine für Sprenger's Methode höchst lehrreiche Auseinandersetzung. 

*) II 222 : „die Benennung (ßj\y^' Weiss^äscher (für die Junger Christi) 
ist von den Nabataern nach Mekka verpflanzt.** Bedenklicher ist Abubekr 



26 Vorbemerkungen. 

liehe Fehler, die ein jeder leicht vermeidet, der darch eine Schule ge- 
laufen ist, können keinen ernstlichen Schaden anrichten und sind nicht 
schwer zu nehmen. Bedenklich ist nur das, dass Sprenger bei dem 
Wälzen zahlloser Handschriften sich nicht Zeit und Mühe genommen 
hat, das Einzelne ordentlich zu verstehen. Dies sollte man thun — 
denn durch .das Brüten über einer einzigen Handschrift gelangt man 
z. B. nicht dazu, die richtige Form seltener Eigennamen festzustellen — , 
aber jenes sollte man nicht lassen: die Philologie rächt sich für ihre 
Verachtung. Für urteilsfähige Arabisten ist Sprenger's Werk eine reiche 
Fundgrube von Material und Ideen; zur Orientierung für ein grösseres 
Publicum aber ist es durchaus nicht zu empfehlen, obwohl es dazu be- 
stimmt zu sein scheint. Diesen Zweck würde Caussin de Perceval's 
Essai weit besser erfüllen, wenn er noch zu haben wäre. 

6. Es bleibt mir zum Schluss noch übrig eine nicht ganz geringe 
Zahl von nachträglichen Berichtigungen hinzuzufügen. Zu S. 58 Anm. 1 
vgl. S. 362 Anm. 1 und Thren. 5, 5. Den S. 70 Anm. 2 angeführten 
Ausdruck kann man nicht im Sinne von Prov. 30,20 verstehen, da die 
..y\jOjlc im Xadith nur den Bart zu bedeuten scheinen (fol. 148a); auch 

Indra streicht sich nach dem Trank des Soma den Bart. Die mir un- 
verständlich gebliebenen Worte S. 93 Anm. 4 (Kremer 180, 21 f.) versteht 
Ahlwardt, indem er alsharafa im auffordernden oder hinweisenden 
Akkusativ ausspricht; Tbada treibt die auswandernden Juden an und 
sagt: immer weiter, erst über die jetzt den Horizont begrenzende Höhe, 
dann über die nächste! S. 125 Z. 29 bitte ich zu corrigieren: Einige 
Tage vor seinem Tode war ihm. Zu S. 131 Anm. 1 vgl. S. 98 : unter 
der Palme im Hofe der Ramla. Der Ausdruck v.*ot/ bedeutet in der 
Redensart S. 151 Anm. 1 den Fuss, vgl. ä/Ojj c^JLc bei 'Abdolvahid 
(ed. Dozy 1881) 19, 13. In der Anm. 2 auf S. 167 bitte ich die Paren- 
these: „über diese Termine konnte schwerlich geschwankt werden" zu 
streichen; über zwei Monate scheint .ursprünglich eine Erklärung von 
^3^1 fjN^j JLt zu sein, als bedeute das im Anfange des Jahres, 
d. h. im Muxarram, welcher vom Shavval durch zwei Monate getrennt 
ist. Zu S. 203 Anm. 1 : q-uLJI ^^ bedeutet doch wohl einfach im 

Thorwege. Auf S. 223 Anm. 1 ist Nubaie das Richtige, vgl. S. 414; 
Suvaibie war Emigrant. Auf S. 231 Z. 7 ist Furchtgebet statt Früh- 
gebet beabsichtigt. Zu S. 243 Anm. 2: das dritte Geschenk könnte 

„der Vater der Jungfrau*' (1 407), nämlich der 'Aisha, die freilich ebenso 
gut Bakr wie alBikr genannt werden konnte, da sie eij?entlich nie Jung- 
frau gewesen ist, 



Vorbemerkungen. 27 

^jiiJU sein; nach fol. 245a (S. 424) bekam M. genau an derselben 

stelle bei seiner letzten Pilgerfahrt (t Jl^Jw?) LäJU LJ. Der arithmetische 

Ansatz S. 248 Anm. 1 muss heissen: 13 mal 27 plus 14 ist gleich 365. 
In Bezug auf die mir unklaren Worte S. 432 Anm. 2 vermutet Snouck 
Hurgronje, sie seien eine Prophezeiung auf die Hinderung, welche 'Abd- 
allah b. alZubair der Wallfahrt nach Mekka bereitete. In Anm. 4 auf 
S. 338 ist S. 124 statt S. 111 und A. T. statt A. 7 beabsichtigt. 

Vorzugsweise dadurch wird das Sündenregister angeschwellt, dass ich 
nicht immer die nötige Sorgfalt auf die Richtigstellung der in den Hand- 
schriften vielfach verschriebenen Eigennamen verwandt habe. Für Abi 
Vagra S. 78 1. Abi Vagza, für Abu üsäma alGumaxij S. 81 alGushamij, 
für Abu Tzair bint 'ümair S. 102 bin 'Umair, für Sa'd b. Zaid S. 107. 
230. 350 Sa*Td, für Tmara b. Xuzaima S. 121 b. Ghazijja, für alSuqra 
S. 129 alShuqra, für 'Abdallah b. 'Amr S. 144 b. 'ümar, für Kulthum 
S. 148 Umm Kulthum, für Sulaiman b. Milxan S. 156 Sa lim, für Rasig 
b. 'Abdalraxman 165 Rubaix, für alOharib S. 184 alOirf, für alMaväc 
S. 233 alMaräc, für Aslama b. Zaid S. 234 Usäma, für Xariga b. al- 
Xaut S. 240 b. alXarith, für Usaid b. Abi Sajjid S. 243 b. Abi üsaid, 
für 'Acim b. 'Amr S. 300 b. 'ümar, für Thabit b. Arqam S. 312 b. 
'Aqram, für alXaggag alNahvij S. 326 alBahzij, für Xarig S. 334 
Anm. 4 Xariga, für Bishr b. Sufjan S. 358 Busr, für Malik b. Anas 
S. 358 Anas b. Malik, für Zubair S. 362 Z. 3 v. u. Zuhair; für Abu 
Xathma S. 107 Abu Xaithama, ebenso (vgl. S. 294 Z. 12) in dem 
Namen des Ueberlieferers Muxammad b. Sahl b. Abi Xaithama — ob 
auch bei Abu Bakr b. Sulaiman b. Abi Xathma, kann ich nicht ausmachen. 
Für Mixraz S. 229 f. 232 ist auszusprechen Muxriz, für alCamma S. 66. 
78. 84 alCimma, für Musavvar constant Misvar, für Shuraiq S. 45. 296 
Sharlq. Femer 'Ucaina statt Ghucaina S. 140, 'ülba b. Zaid statt 
Ghulba S. 173, alBarä b. Ma'rur statt Maghrur S. 289; und Abu IRaggäl 
statt Abu IRigal oder Abu IRaxxal S. 55. 231, Tbaid b. Xagiz statt 
Gäxiz S. 141, Abu Abs b. Gabr statt Xair S. 164, 'Adij b. alXijär statt 
alGabbar S. 298. Endlich Ihn Ka'b statt Abu Ka'b S. 207, 'Abdalraxman 
bin 'AbdaPaziz statt 'Abd. von 'Abd. S. 243, Abu 'Ufair statt Ibn Ghu- 
fair S. 286, Abu Sa'id statt Ibn Sa'id 313. 

Verwechslungen von Rijäx und Rabäx, Rabi' und Rabi'a, Sulaim 
und Salim, Sa'd und Sa'id, Sahl und Suhail, 'Abd und 'übaid, 'Amr Tmar 
und Tmair, Ma'mar und Mu'ammar, von Abu und Ibn, von 'an und bin 
u. dgl. kommen noch öfter vor; ich bitte die Register zu vergleichen. 
In Leiden ist es leichter, die richtige Aussprache unbekannter Namen 
festzustellen als in Greifswald ; ich weiss nicht, ob (Sulaiman b.) Suxaim 



28 Vorbemerkungen. 

oder Sugaim das Richtige, oder ob beides falsch ist. In Ermangelnng 
reellerer Hülfsmittel habe ich zuweilen nach der Etymologie gegriffen und 
deshalb z. B. Salama (nach Analogie von Areät, Samura, Oalxa u. s. w.) 
und Raba'ij (nach Analogie von Qaiehij , Caifij , als Nisba zu Rabi') ge- 
schrieben ; es scheint aber Salima (Bux II 275 Rand) und Rib'ij überliefert 
zu sein. Aehnlich verhält es sich mit Gadha' und Gidh^ Dagegen sind 
Salläm und Saläm zwei verschiedene Namen; bei Arabern scheint Sali am 
gesprochen werden zu müssen (DMZ 1864 S. 782 Anm. 1), bei Juden 
Saläm (BH. 660,6). 

Mein Freund Chr. Snouck in Leiden hat mich durch einige Bemer- 
kungen in Betreff der Xaggat alVadä' verpflichtet, vor allem aber habe 
ich meinem lieben Collegen Ahlwardt für eine Reihe von Emendationen 
und Belehrungen zu danken, die er mir mit unverdrossener Liebens- 
würdigkeit mitgeteilt hat. 

Greifswald, 2. Mai 1882. J. Wellhausen. 



Uebersicht der Feldzüge^). 

Seite 

1) A. 1 im Ramacan der Zug des Xamza 33 

2) A. 1 im Shavval der Zug des 'übaida b. alXaritb nacb Räbigh 33 

3) A. 1 im Dhu-lQa'da der Zug des Sa'd b. Abi Vaqqäc nach al- 
^arrsi 33 

4)* A. 2 im Cafar der Zug von alAbvä 34 

5)* A. 2 im Rabi* I der Zug von Buväe 34 

6)* A. 2 im Rabr I die Verfolgung des Kurz b. Gäbir ...... 34 

7)* A. 2 im Gumada II der Zug von Dhu-rUshaira 34 

8) A. 2 im Ragab der Zug des 'Abdallah b. Gaxsh nach alNaxla 34 

9)* A. 2 im Ramacan die Schlacht von Badr 37 

10) A. 2 im Ramacan die Ermordung der *Acmä 90 

11) A. 2 im Shawal die Ermordung des Abu 'Afak 91 

12) * A. 2 im Shawal Vertreibung der Qainuqa* 92 

13) * A. 2 im Dhu-lXigga der Saviqzug 94 

14) * A. 3 im Muxarram der Zug von alKudr 94 

15) A. 3 im Rabi* I die Ermordung des Ihn alAshraf 95 

16)* A. 3 im Rabi' I der Zug von Dhu-Amarr^) 99 

17) * A. 3 im Gumada I der Zug von Buxrän 100 

18) A. 3 im Gumada II der Zug des Zaid b. Xaritha nach al- 
Qarada 100 

Vakidi teilt dieselben ein in 47 saraja und 27 magbazi, die letzteren, 
d. b. die Züge, an denen der Bote Gottes in Person teilnabm, babe icb 
mit einem Sternchen versehen. Vakidi zählt sie zum Schluss besonders 
auf, indem er eine Liste der Männer gibt, welche den Propheten, während 
er zu Felde lag, in Medina als Vorbeter vertraten. Diese Liste selber zu 
reproducieren schien mir überflüssig. 

*) Hier folgt in der üebersicbt die weiter unten als No. 32 wiederholte Er- 
mordung des Hudhaliten Sufjan b. j^alid durch 'Abdallah b. Unais A. 4 
im Muxarram. 



30 üebersicht der Feldzüge. 

Seite 

19)* A. 3 im Shavval die Schlacht von üxud 101 

20)* A. 3 im Shavval der Zug von Xamrä alAsad 149 

21) A. 4 im Maxarram Zug des Abu Salama b. 'Abdalasad nach 
Qaean 151 

22) A. 4 im Cafar der Mord von Bi'r Ma'üna 153 

23) A. 4 im Cafar der Mord von alRagf 156 

24)* A. 4 im Rabf I die Vertreibung der alNacIr 160 

25)* A. 4 im Dhu-lQa'da der Zug von Badr alMau'id 167 

26) A. 4 im Dhu-lXigga die Ermordung des Abu Räii' 170 

27)* A. 5 im Muxarram der Zug von Dhat-alRiqä' 172 

28)* A. 5 im Rabi' I der Zug nach Dumat alGandal 174 

29)* A. 5 im Sha'ban der Zug von alMuraisi' 175 

30)* A. 5 im Dhu-lQaMa der Grabenkrieg 190 

31)* A. 5 im Dhu-lQa'da und Dhu-lXigga die Belagerung und Hin- 
richtung der Quraieha 210 

32) A. 6 im Muxarram die Ermordung des SuQan b. ialid alLixjänij 224 

33) A. 6 im Muxarram Zug des Muxammad b. Maslama gegen die 
Qureä 226 

34)* A. 6 im Rabi' I Zug gegen die Lixjän 226 

35)* A. 6 im Rabi' II Zug von alGhäba 227 

36) A. 6 im Rabi* II Zug des Tkkasha b. Mixcan nach alGhamr 232 

37) A. 6 im Rabi' II Zug des Muxammad b. Maslama nach Dhu- 
IQacca 232 

38) A. 6 im Rabi' II Zug des Abu 'übaida b. alGarräx nach Dha- 
IQacca 233 

39) A. 6 im Rabi' II Zug des Zaid b. Xaritha gegen die Banu 
Sulaim in alGamum — beide in einem Monat*) 233 

40) A. 6 im Gumada I Zug des Zaid nach alGaraf 234 

41) A. 6 im Gumada II Zug des Zaid nach Xisma 234 

42) A. 6 im Ragab Zug des Zaid nach Vadi-lQura 236 

43) A. 6 im Sha'ban Zug des 'Abdalraxman b. 'Auf nach Dumat- 
alGandal 236 

44) A. 6 im Sha'ban Zug des Aü nach Fadak 237 

45) A. 6 im Ramacan Ermordung der Umm Qirfa 238 

46) A. 6 im Shavval Ermordung Usair's b. Räzim 239 

*) Dieser Zug fehlt (ebenso wie No. 42) in der Ausfühnmg; dafür steht dort 
dann Zaid's Zug nach aHc, der in der üebersicht fehlt. Die Worte: 
beide in einem Monat (wobei man doch nur an beide Feldzüge Zaid's 

denken kann) passen nicht, wenn No. 39 in den Rabi* II, No. 40 in den 
Gumada I, und No. 41 in den Gumada II fiel. 



Üebersicht der Feldzüge. 31 

Seite 

47) A. 6 im Shavval Hinrichtung der 'üraina 240 

48).* A. 6 im Dhu-lQa'da die Wallfahrt von alXudaibija 241 

49)* A. 7 im Gumada I der Zug nach Xaibar 264 

50) A. 7 im Sha'ban Zug des Omar nach Turba 297 

51) A. 7 im Sha'ban Zug des Abubekr in das Nagd 297 

52) A. 7 im Sha'ban Zug des Bashlr b. Sa'd nach Fadak .... 297 

53) A. 7 im Ramacan Zug des Ghalib b. 'Abdallah nach alMaifa'a 298 

54) A. 7 im Shawal Zug des Bashlr b. Sa'd nach alGinäb . . . 298 
55)* A. 7 im Dhu-lQa'da die Tmrat alQacijja • ... 300 

56) A. 7 im Dhu-lXigga Zug des Ihn Abi TAugä gegen die Banu 
Sulaim 303 

57) A. 8 im Cafar Zug des Ghalib b. 'Abdallah nach alKadld . . 307 

58) A. 8 im Rabi' I Zug des Ka'b b. 'Umair nach Dhät-Aeläx . . 308 

59) A. 8 im Rabi' I Zug des Shugä' b. Vahl nach alSij .... 308 

60) A. 8 (im Gumada I) Schlacht bei Mu'ta 309 

61) A. 8 im Gumada II Zug des 'Amr b. al'Ac nach Dhat^alSaläsil 315 

62) A. 8 im Ragab der Feldzug des Laubabschlagens 317 

63) A. 8 im Sha'ban der Zug des Abu Qatada nach Xacira ... 318 
64)* A. 8 im Ramacan Einnahme von Mekka ^) . 319 

65) A. 9 im Muxarram der Zug des 'üjaina gegen die Banu Tamihi 385 

66) A. 9 im Cafar der Zug des Queba b. 'Amir gegen die Xath'am 387 

67) A. 9 im Rabi' I der Zug des alCaxxak b. Sufjan gegen die 
Banu Küäb 388 

68) A. 9 im Rabi' II der Zug des 'Alqama b. Mugazzaz nach Shu'aiba 388 

69) A. 9 im Rabi' II die Zerstörung des Fuls durch Ali .... 389 
70)* A. 9 im Ragab der Zug von Tabuk (nebst Xalid's Zuge gegen 

Dumat alGandal) 390 

71) A. 9 im Dhu-lXigga die Festwallfahrt des Abubekr 416 

A. 10 im Rabi' I der Zug des Xalid b. alValid gegen die 
'Abdalmadän 417 Anm. 1 

72) A. 10 im Ramacan der Zug des Ali nach Jemen 417 

73)* A. 10 im Dhu-lXigga die Abschiedswallfahrt des Boten Gottes 421 
74) A. 11 im Rabi' II Zug des 'üsama b. Zaid nach Syrien . . . 433 

Vorher steht noch: A. 8 im Ramacan Zug des Abu Qatäda nach Icam 
(S. 325 Anm. I). Es folgt : A. 8 im Ramacan Zerstörung der Götzen (S. 350 f.), 
A. 8 im Shavval der Zug Xalid's gegen die Gadhima (S. 351), A. 8 im 
Shavval die Schlacht von Xunain (S. 354) , A. 8 im Shavval die Belage- 
rung von Täif (S. 368), ferner A. 8 die Festwallfahrt unter 'Attab b. Asid 
(S. 381) oder ohne Führung (Lct^^t). 



1. 

A. 1 im Ramacän ward Xamza mit 30 Mann zu Kamel aasgesandt, €a 
um an der Küste einer von Syrien zurückkehrenden Karawane der Mekkaner 6 b 
aufzulauern. Sie hatte aber eine starke Begleitung, Abu Gahl war dabei 
und 300 Mann. Die beiden Parteien stellten sich gegen einander auf, aber 
der Guhanit Magdij b. 'Amr, der mit beiden in Vertrage stand, trat unter- 
handelnd dazwischen und verhütete den Kampf. Der Prophet war ihm 
dafür erkenntlich und bezeugte nachmals seinen Dank gegen die Ver- 
wandten Magdij's, als sie nach Medina kamen. Die Leute Xamza's be- 
standen zur Hälfte aus Emigranten, zur Hälfte aus Medinern; verschiedene 
Namen werden aufgeführt. — 'Abdalraxman b. 'Ajjäsh alMaizumij von 
'Abdalmalik b. 'übaid b. Sa'id b. Jarbü' von Sa'id b. alMusajjab und 
'Abdalraxman b. Sa'id b. Jarbü*: bis zur Schlacht von Badr war keiner 
von den Medinem an einer Unternehmung beteiligt, weil M. glaubte, sie 
haben sich nur zu seiner Verteidigung verpflichtet, wenn er in Medina 
angegriffen würde. Das ist das Richtige. — BH. 419 — 421. 

2. 

A. 1 im Shawäl ward 'Ubaida b. alXärith b. *Abdalmueealib mit 60 Mann 
zu Kamel, lauter Emigranten, nach Räbigh gesandt und traf dort auf eine 
Karawane, die von Abu Sufjän und 200 Mekkanern begleitet war, am 
Wasser Axjä. Sa'd b. Abi Vaqqäc war der erste, der im Islam einen 
Pfeil abschoss; er schoss seinen ganzen Köcher leer und traf jedesmal 
einen Menschen oder ein Kamel. Dann aber gingen beide Parteien ihres 
Weges, ohne dass es zu einem Kampfe kam. Nach Ihn Abi Sabra hat 
Sa'd zur Verfolgung der fliehenden Mekkaner aufgefordert, *übaida aber 
nicht gewollt. — BH. 416 — 418. 

3. 

A. 1 im Dhu-lQa'da ward Sa'd b. Abi Vaqqäc mit 20 oder 21 Emi- 
granten nach alXarrär, nahe bei Xumm, geschickt um einer mekkan. 

Väkidi, Mahamined. O 



34 AlNaxla A. 2. 

Karawane dort aufzulauern. Als er am Morgen des 5. Tages hinkam, war 
sie schon tags vorher vorbeigezogen; sie weiter zu verfolgen war ihm 
verboten. So nach Abu Bakr b. Isma'il b. Muxammad b. Sa'd von 'Ämir 
7 a b. Sa'd von Sa'd selber. — BH. 422 423. 

4. 

A. 2 im Cafar versuchte M. in alAbwä') eine mekk. Karawane abzu- 
fangen; jedoch vergebens. Er blieb 15 Tage aus und schloss in dieser 
Zeit schriftlich einen Vertrag mit den Banu Camra b. Kinäna. — BH. 
415 416. 

5. 

A. 2 im Rabi* I zog M. nach Buväe (drei Poststationen von Medina, 
in der Gegend von Dhu-Xushub) um eine Karawane von 2500 Kamelen 
abzufangen, bei der sich ümajja b. ialaf mit 100 Mann befand. — 
BH. 421. 

6. 

A. 2 im Rabi' I verfolgte M. den Fihriten Kurz b. Gäbir, der über 
das Weidevieh in alGammä hergefallen war, bis nach Badr, ohne ihn zu 
erreichen. — Vgl. BH. 423. 

7. 

A. 2 im Gumäda II „zog er zu Feld um den Karawanen der Quraish 
auf ihrem Hinwege nach Syrien aufzulauern. Er forderte Freiwillige auf 
und rückte aus mit 150 Mann, nach anderen waren es 200. Er hatte 
Kunde davon, dass die Karawane Mekka verlassen habe um nach Syrien 
zu reisen; die Quraish hatten ihr Geld und Gut zusammengeschossen um 
es in diese Karawane zu stecken. Er ging also durch den Hohlweg der 
Banu Dinar nach Bujüt alSuqjä — das ist der Feldzug von arUshaira." ^) — 
BH. 421 422. 

8. 
AlNaila, A. 2 im Ragab. 

M. bestellte beim Nachtgebet den 'Abdallah b. Gaxsh bewaffnet auf 
den andern Morgen früh zu sich; als er hinkam, fand er eine Anzahl 
anderer Emigranten da, über die ihm das Gommando gegeben wurde. Er 

^) Daneben lag Vaddän (fol. 132 b), wonach dieser Zug ebenfalls genannt 
wird. In Ezech. 27,19 stehen vor ^]1^J0 wahrscheinlich keine Orts-, son- 
dern Waarennamen. 

^) Ich habe wörtlich übersetzt um zu zeigen, dass der Schluss, der in beiden 
Hss. gleichlautet, verstümmelt ist. Bujüt alSuqjä war eine Vorstadt von 
Medina und wahrscheinlich nur der Sammelplatz der Ausziehenden. 



AlNaxla A. 2. 35 

erhielt Befehl, die Nagdstrasse einzuschlagen in der Richtung auf Rakijja, 
und wenn er zwei Nächte gereist sei, ein ihm übergebenes Schreiben zu 
Öf&ien — es war ein Blatt von iaulanitischem Leder und übaij b. Ka*b 
hatte es geschrieben. Bei Bi'r Ihn Clumaira erbrach und las er es; es 
stand darin: „Reise bis du ins Thal von Naila kommst im Na- 
men Gottes und mit seinem Segen, zwing aber keinen deiner Gefährten 
mitzuziehen, sondern richte mit denen die dir folgen meinen Befehl aus, 
bis du ins Thal von Naila kommst, und laure dort der Karawane 
der Qurashiten auf*'*). Alle seine Gefährten erklärten sich bereit ihm 
zu folgen. Als er nach Naila kam, waren die Mekkaner mit ihrer Ka- 
rawane schoD da. Sie schöpften Verdacht gegen die muslimischen Rei- 
senden; um sie zu beruhigen, liess sich Tkkäsha den Kopf scheren und 
zeigte sich ihnen so. — BH. 423 424. 

'Amir b. Rabi'a: ich schor ihn, die Absicht Väqid's und 'ükkasha's 7b 
war, ihnen den Glauben beizubringen, wir seien Pilger, da es der heilige 
Monat war. 

Dadurch sicher gemacht Hessen sie die Kamele weiden und kochten 
ab. Die Muslime aber waren im Zweifel was sie thun sollten. „Warten 
wir heute noch sie anzugreifen, so sind sie morgen im heil. Gebiete; 
greifen wir sie aber an, so geschieht es im heil. Monate." Es meinten 
zwar einige, es stehe nicht fest, ob der Ragab nicht schon vorüber sei; 
die anderen aber sagten: wir wissen nicht anders als dass heute noch 
heiliger Monat ist, und wir sind nicht gesonnen ihn zu profanieren wegen 
irgend eines Gelüstes dem ihr gerne nachgäbet. Endlich drangen die 
weltlich Gesinnten doch durch. Vaqid b. 'Abdallah ging voran und tötete 
Amr b. alXacramij mit einem Pfeilschuss; darauf erfolgte ein allgemeiner 
Angriff der Muslime. Sie machten Xakam b. Kaisän und Tthmän b. 
'Abdallah b. alMughira zu Gefangenen, während des Letzteren Bruder 
Naufal entkam; die Karawane trieben sie als Beute fort. — BH. 424 425. 

*Alij b. Jazid b. 'Abdallah b. Vahb b. Zam'a alAsadij von s. Vater 
von s. Base von ihrer Mutter Karima bint alMiqdäd von alMiqdäd b. 
*Amr: ich nahm alXakam gefangen; unser Anführer wollte ihn töten, 
aber auf mein Verlangen wurde sein Schicksal in Muhammeds Hand ge- 
legt. M. forderte ihn zum Islam auf; er wollte aber nicht gleich, so 
dass Omar schon die Geduld verlor und bat ihm den Kopf abschlagen 
zu dürfen, damit er zu seiner Mutter, dem Nichts, heimkehre ^j. Als 

O w 

») ^J^,ß jj^ L^ >Xj^jXi äL^ ^^yi:u ^'Lj ^^^Xs> y^ lauten die ge- 
sperrten Worte auf arabisch. 

2) iu^L^I /wl ^t j^vXiü vgl. lob 1,21. Ps. 9,18 und zu iü^^L^J (Sur. 
101,6) vielleicht inH- 

3* 



36 AlNaila A. 2. 

aber M. das nächstemal Omar wiedersah, hatte Xakam inzwischen den 
Islam angenommen. 

Omar: ich schämte mich sehr, aber ich hatte in redlichem Eifer ge- 
handelt. Seine Bekehrung war aufrichtig und er fiel als Märtyrer bei 
Bi'r Ma'üna. — BH. 426. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij: nachdem M. dem Xakam den 
Islam erklärt hatte, legte jener das Bekenntnis ab. Da sagte M. zu 
seinen Gefährten: hätte ich eurem Rath zufolge ihn getötet, so wäre er 
jetzt in der Hölle. 

Also sie trieben die geraubten Kamele, die Leder, Wein und Rosinen 
aus Täif führten, nach Medina. Die Mekkaner warfen dem M. die Ent- 
weihung des heil. Monats als Treubruch vor; jedoch die dortigen Muslime 
sagten, der Ueberfall sei im^Sha'bän geschehen. M. Hess die Beute un- 
verteilt (als Vaqf) und sagte, er habe nicht befohlen im Ragab zu 
kämpfen. — BH. 425. 

Ibn Abi Sabra von Sulaimän b. Sugaim: er hatte überhaupt nicht 
zu kämpfen, sondern nur Nachricht einzuziehen befohlen. — BH. 424. 
4 a Darüber waren die Beteiligten sehr niedergeschlagen, zumal sie nun 

auch von den anderen Muslimen hart angelassen wurden. Ganz Medina 
brodelte wie ein Kessel, und die Juden machten ihre Witze mit den 
Namen der Angreifer und des Gefallenen, als seien sie ominös'). — 
Die Quraish aber schickten zu M. um ihre beiden Gefangenen zu losen, 
aber erst nach der Rückkehr Sa'd's und Ttba's nahm er das Lösegeld 
au, 40 Unzen Silber für jeden. — BH. 425 426. 

Abu Bakr (u. s. w. wie in No. 3) von Sa'd b. Abi Vaqqäc: ich ritt 
abwechselnd mit 'Utba b. Ghazvän auf seinem Kamele. In Buxrän, auf 
dem Hinwege, entlief es uns und wir suchten es zwei Tage; hernach 
konnten wir die anderen nicht wiederfinden und kamen erst einige Tage 
später als sie nach Medina zurück, ohne bei Naila dabei gewesen zu 
sein. Von Mulaixa bis Medina, sonst drei Tagereisen, ritten wir ununter- 
brochen einen Tag und eine Nacht ^); wir hatten keinen Mundvorrath; 
wenn es uns zu arg ward, assen wir Icähblätter und tranken Wasser 
dazu. Nach unserer Rückkehr nahm M. das Lösegeld an*). — BH. 424. 
*ümar b. 'Uthmän alGaxshij von s. Vater von Muxammad b. *Ab- 

') v3^' hier ausnahmsweise im schlechten Sinne. 

2) iu^ Gauhari I 107,4 der Bulaqer Ausgabe. 

3) ^toli LUXä UJL» statt ^!oli Kremer 9,21. Ich werde fortan bei 

diesen Citaten gewöhnlich nur die Seiten- und Zeilenziffer geben; sie be- 
ziehen sich immer auf Kremers Ausgabe. 



Badr A. 2. 37 

dallah b. Gaxsh: 'Abdallah b. Gaxsh verteilte die Beute nach Abzug des 
Fünften, noch bevor Sur. 8,42 geoffenbart war. — BH. 425 426. 

Muxammad b. Jaxjä b. Sahl von Muxammad b. Sahl b. Abi Xathma 
von Räfi* b. Xadig von Abu Burda b. Nijär: M. sequestrierte die Beute 
von Naila und verteilte sie erst zusammen mit der von Badr. 

In Anlass der Vorwurfe über die Entweihung des heil. Monats er- 
schien Sur. 2,214 0. — BH. 425. 

Ma'mar von alZuhrij von *Urva: M. bezahlte das Blutgeld für 
'Amr b. alXacramij und hielt den Ragab nach wie vor heilig, bis Sur. 9 
proklamiert wurde. 

• 

Ihn Abi Sabra von 'Abdalmagid b. Sahl von Kuraib von Ibn 'Abbäs : 
M. bezahlte kein Blutgeld. Das ist nach Vakidi die herrschende Meinung. 

Abu Ma'shar: 'Abdallah b. Gaxsh ward zuerst Amir alMu'minin ge- 
nannt. 

Verzeichnis der acht (nicht 12 oder 13) Teilnehmer an diesem 4b 
Zuge. — BH. 423. 

9. 
Badr, A. 2 am Freitag 17. Ramacän. 

Als M. vernahm, dass die Karawane^) aus Syrien zurückkomme, 
schickte er Oalxa b. 'Ubaidallah und Sa'id b. Zaid auf Beobachtung aus, 
10 Tage ehe er selber aufbrach. Sie gingen nach alNaxbär bei Xaurä; 
dort nahm sie der Guhanit Kashad gastlich auf, und als die Karawane 
vorüberzog, brachte er sie auf einen Hügel hinauf, von wo sie sie beob- 
achteten^). Den Leuten der Karawane versicherte er, da sie ihn fragten, 
die Luft sei rein von Spionen M.'s. Am anderen Morgen gingen die 
beiden zurück, von Kashad bis Dhu-lMarva geleitet. Sie kamen aber 
erst am* Tage von Badr in Medina an und trafen M. auf dem Rückmarsch 
in Turban — die Karawane hatte den Weg an der Küste sehr rasch zu- 
rückgelegt, Tag und Nacht reisend. Dem Kashad erwies sich M. hemach- 
mals dankbar und belehnte seinen Neffen mit Janbu', da er selbst als 
alter Mann das Anerbieten ablehnte. 

M. bot die Seinen auf, manche waren sehr bei der Hand, viele aber 
wollten nichts von dem Zuge wissen, und es erhub sich Gerede und 
Streit darüber. "Wer zurückblieb, ward nicht getadelt, weil man auf 

(^.y^'-t^^^ 10,17. 
>) Die von No. 7. 

3) U^L^^t 12,20 1^ 13,1. 



38 Badr A. 2. 

Beute und nicht zum Kampfe auszog; es waren darunter auch aufrichtige 
und eifrige Muslime, wie üsaid b. Xu6air. — BH. 428. 

Zum Sammelplatz machte M. alBuqa' d. i. Bujüt alSuqjä vor Medina, 
dort hielt er am Sonntag 12 Ramacan Musterung und wies 7 zu junge 
Leute zurück. 
5 a Abu Bakr (u. s. w. wie No. 3) von Sa'd b. Abi Vaqqäc: mein Bruder 
*ümair versteckte sich um der Musterung zu entgehen, ward aber her- 
vorgezogen und als erst 16 jährig zurückgewiesen. Da er aber anfing zu 
weinen, aus Sehnsucht nach dem Martyrium, ward er doch mit gelassen 
und fiel bei Badr. 

Abu Bakr b. 'Abdallah von 'Ajjäsh b. 'Abdalraxmän alAshga'ij: 
M. trank damals zuerst aus dem Brunnen von Bujüt alSuqjä. — Dasselbe 
wird noch durch eine andere Tradition bezeugt, von *Abdal*aziz b. Mu- 
xammad von 'Amr b. Abi *Amr. — Derselbe von Hishäm b. *ürva von 
*ürva von *Äisha: seitdem ward ihm das Trinkwasser immer von dort 
geholt. 

Ibn Abi Dhi'b von alMaqburi von 'Abdallah b. Abi Qatada von s. 
Vater: M. verrichtete das Gebet bei Bujüt alSuqjä und sagte: segne, 
Gott, die Leute von Medina an Scheffel Mass und Früchten; mach uns 
den Aufenthalt darin lieb und verleg die Fieberluft nach l^ümm; ich 
mache ihr Gebiet *) unverletzlich, wie Abraham das von Mekka. — BH. 414. 

Von hier schickte M. *Adij b* Abi Zughbä und Basbas b. *Amr auf 
Kundschaft voraus. 'Abdallah b. 'Amr sagte zu M., Bujüt alSuqjä als 
Musterungsplatz sei von guter Vorbedeutung ; von da seien sie, die Bann 
Salama, einst gegen die Juden von Xusaika (= alDhubäb), damals die 
mächtigsten, gezogen und haben sie so gedemütigt, dass die übrigen Juden 
seit der Zeit gefügig geworden seien. Ebenso erzählte der alte *Amr b. 
alGamüx in Xurbä seinem Sohne !]^aUäd, von alBuqa* sei man einst gegen 
Xuzaika gezogen; ]^allad berichtete ihm, dass M. den Ort jetzt alSuqjä 
umgenannt habe. Es* war Xallads Absicht, den Brunnen zu kaufen, aber 
Sa'd b. Abi Vaqqäc kam ihm zuvor und kaufte ihn um 2 junge Kamele 2). 

Sonntag Abend brach M. auf, mit 305 Mann (ausserdem bekamen 
5b noch 8 Zurückgebliebene Los und Anteil) und 70 Kamelen: 2 — 4 Mann 
ritten abwechselnd auf einem Kamele, Muhammed zusammen mit Ali und 
Marthad u. s. w. — BH. 433. 

I^AÄj^ ^^ Lo 14,18. Nach dem Qamus unter v«^ ist 'iLß = H^. 

vgl. fol. 124a 162a und Bux. I 262, 2. 19 (Bulaqer nicht vokal. Ausgabe in 
3 Bd.) 264,16. 

2) iüCy.*.^^ ^1^ 15,3; ^.L^JjJb Lo 15,10. 



Badr A. 2. 39 

'übaid b. Jaxjä von Ma'ädh b. Rifa'a von Rifa'a b. Räfi*: ich teilte 
mich mit meinem Bruder Xalläd und 'übaid b. Zaid b. *Ämir in ein noch 
junges Kamel; in alRauxä wollte es nicht weiter^), bis M. es mit seinem 
Ablutionswasser begoss ; nach der Rückkehr ward es dem Gelübde meines 
Bruders gemäss geschlachtet und das Fleisch als Almosen verteilt. 

Jaxjä b. 'AbdaPaziz b. Sa'id b. Sa*d b. 'übäda: Sa'd b. 'Ubada stellte 
20 Reitkamele. 

Abu Bakr (u. s. w. wie No. 3) von Sa*d b. Abi Vaqqäc: ich konnte 8 a 
am besten von allen ohne Kamel fertig werden ^) , ich war der rüstigste 
Fussgänger und der beste Schütze, ich ritt keinen Schritt weder hin noch 
zurück. 

M. betete beim Aufbruch für seine Leute, dass ihnen Kamele u. s. w. 
gegeben werden möchten; und es geschah so. Er setzte über die Fuss- 
gänger den Qais b. Abi Ca'ca'a und trag ihm auch auf die Ausziehenden 
zu zählen. Er nahm den Weg über al'Aqiq und alMuktamin nach Baexä 
Ihn Azhar; dort machte er bis zum anderen Morgen Halt unter einem 
Baume und betete in einer von Abubekr errichteten Moschee. 

Muxammad b. Bigäd von s. Vater von (dessen Grossvater) Sa*d b. 
Abi Vaqqäc: in Turban zeigte mir M. eine Gazelle, zielte mit als ich 
anlegte, und war sehr erfreut als ich traf. Das Fleisch ward verteilt. 

Zwei Pferde hatten die Muslime, eins (alSail) gehörte dem Marthad, 
das andere (Sabxa) alMiqdäd. Darüber folgen noch zwei Spezialtradi- 
tionen der betreffenden Familien. 



Die mekkanische Karawane war 1000 Kamele stark, fast jeder Qu- 
rashit hatte sich dabei beteiligt, sei es auch nur mit geringem Einsatz ^). 
Es sollen 50 000 Dinare darin gesteckt haben ; zumeist der Familie des 
Sa'id b. alÄc Abu Uxaixa gehörig, entweder eigen oder geliehen auf die 
Hälfte des Gewinns. Die Banu Maizüm sollen 200 Kamele und 4 — 5000 
Mithqäl Gold dabei gehabt haben, alXärith b. 'Ämir b. Naufal und Umajja 
b. Xalaf jeder 1000 Mithqal, die Banu 'Abdmanäf (nach Hishäm b. *ümära 
b. Abi IXuvairith) 10000 Mithqal. Es waren mehrere Karawanen, die den 
einzelnen mekk. Familien gehörten, in dieser Karawane vereinigt*); der 
Markt, wohin die Handelsreise ging, war Gaza. 

») Uj JL3I 18,11. 

») sUp äJLc fjaj:.\ s^:^ 19,7 vgl. 250,13. 251,20f. 275,21. Kremer: 

these words give no meaning etc. 

') Ich vermute KiLüt ^Lub 20,22. Der Kamelsstrick steht für einen ganz 

geringen Wert. Die Hss. bieten nichts Gescheites. 
*) Daher wechselt der PI. mit den Sg. in No. 7. Vgl. überhaupt 198,17 ff. 



40 Badr A 2. 

8b 'Abdallah b. Ga'far von Abu *Aun, dem Freigelassenen Misvar's, von 

Mairama b. Naufal: in Syrien erfuhren wir durch einen Gudhamiten, 
dass M. uns schon auf dem Hinwege aufgepasst habe (No. 7) und jetzt 
auf unsere Rückkehr warte, und dass er mit den Arabern an der Strasse 
gegen uns sich ins Vernehmen gesetzt habe. Wir waren also voll Be- 
sorgnis als wir aufbrachen und schickten Camcam b. *Amr um Hülfe nach 
Mekka. — 'Amr b. al'Äc erzählt etwa dasselbe; der Gudhamit habe sie 
in alZarqä in der Gegend von Ma'än getroffen. Die Begleiter der Kara- 
wane waren unbewaf&iet. 

Da schickten sie den Ghifariten Öamcam, den sie auf dem Hinwege 
mit seinen zwei Kamelen für 20 Mithqal gedungen hatten, nach Mekka 
ab; Abu Su^än trug ihm auf was er thun und sagen sollte. Nach einigen 
geschah das erst in Tabük. Es waren 30 Qurashiten bei der Karawane. — 
BH. 428. 



Unterdessen hatte *Ätika bint 'Abdalmueealib einen Traum, den sie 
ihrem Bruder aUAbbäs erzählte: ein Kamelreiter hielt in alAbeax und 
schrie laut: herbei, ihr Saumseligen, rückt aus zu eurer Todesstätte; binnen 
drei Tagen ! Ebenso rief er auch auf dem Dach der Ka'ba und auf dem 
Abu Qubais. Zuletzt rollte er einen grossen Stein vom Abu Qubais herab, 
der zersprang am Fusse des Berges, und es war kein Haus in Mekka, 
wo nicht ein Stück davon einschlug. — BH. 428 429. 

'Amr b. aUÄc: ich sah dies Alles, ich sah in unserem Hause ein 
Stück von dem Stein. — Die Quartiere der Banu Häshim und der Banu 
Zuhra wurden übrigens nach den Traditionisten verschont. 

Als arAbbäs am anderen Morgen den Umlauf um die Ka'ba machte, 
ward er von Abu Gahl (Abu IXakam, 'Amr b. Hishäm, Ihn alXanehalijja) 
wegen des Traumes zur Rede gestellt; er hatte nicht still geschwiegen. 
Er versuchte sich dumm zu stellen, kam damit aber nicht durch. Abu 
Gahl sagte : ist es nicht genug, ihr Banu 'Abdalmueealib, dass eure Söhne 
Propheten spielen, nun auch noch eure Töchter! nun wir wollen drei 
Tage warten; erfüllt sich dann 'Atika's Traum nicht, so wollen wir's 
euch zur Strafe schriftlich festsetzen, dass ihr die lügenhafteste Familie 
unter den Arabern seid. — BH. 429. 

ArAbbäs antwortete zornig^), aber Abu Gahl behielt das letzte Wort: 

9a unser Geschlecht und eures waren im Wettstreit der Ehre; ihr machtet 

Anspruch auf die Siqäja und die Xigäba und die Nadva und die Rifäda — 

daraus machten wir uns nichts ; nun aber wollt ihr auch noch einen Pro- 

Zu iO^t i^a/J L 23,14 vgl. 59,11. 60,22 und das Scholion zu BH. 
442,11. 



Badr A. 2. 41 

pheten vor uns voraus haben? bei alLät und arUzza, das geben wir 
nimmer zu! 

ArAbbäs ging ärgerlich darüber, dass er 'Atika's Traum in Abrede 
gestellt hatte, zu Hause; dort machten ihm die Weiber Vorwürfe über 
seine Feigheit, er versprach, wenn Abu Gahl noch einmal so etwas sage, 
so wolle er ihm gehörig dienen. — BH. 429. 

Am folgenden Tage sagte Abu Gahl: nun ist's ein Tag, am nächsten: 
nun sind's zwei, am dritten: nun sind es drei! 

Am Morgen des 3. Tages kam arAbbäs gereizt zur Ea^ba und wollte 
eben auf Abu Gahl zugehen, als dieser plötzlich, in der Richtung auf 
das Thor der Banu Sahm, davon lief — weil er den Hülferuf des von 
der Karawane abgesandten Boten gehört hatte. Camcam schrie unten im 
Thal von Mekka: herbei, ihr Kinder Luaij b. Ghälib, zu Hülfe zu Hülfe, 
ihr erreicht die Karawane kaum noch! Dabei hatte er dem Kamele die 
Ohren abgeschnitten, den Sattel verkehrt herumgelegt und sich den Kittel 
hinten und vorn zerrissen. — BH. 429 430. 

Ehe er ankam, sah er im Schlaf auf seinem Kamele, wie er zu er- 
zählen pflegte, dass das Thal von Mekka bis oben hin von Blute floss. 
Es wird gesagt, dass der Satan in Gestalt des Suräqa b. Ga'sham zuerst 
Alarm gemacht habe, und Camcam erst hinterher. Tmair b. Vahb: der 
Satan schrie durch die Zunge Camcams und liess uns keine Ruhe bis 
wir ausrückten. Xakim b. Xizäm: es war der Satan, wir konnten nichts 
dagegen machen^). 

Da rüsteten sie sich und Hessen einer vom andern ab, und wer nicht 
selber mitging, stellte einen Vertreter. — BH. 430. 

Während die Quraish im Allgemeinen über den Traum der 'Atika 
niedergeschlagen waren, freuten sich die Banu Häshim, dass er einge- 
troffen war. Die Rüstungen dauerten 3 oder 2 Tage ; die Vermögenden 
unterstützten die Aermeren durch Lieferung von Waffen und Reitkamelen. 
So besonders Suhail b. 'Amr, Zam^a b. alAsvad, 9u*aima b. 'Adij. Die 9i> 
Söhne Abu Sufjän's, Xanehala und 'Amr, feuerten zwar auch die Leute 
an auszurücken, trugen aber nichts zu den Kosten bei, weil sie über ihr 
väterliches Vermögen nicht verfügen durften. Der Duilit Naufal b. Mu'ävija 
empfing von 'Abdallah b. Abi Rabi'a 500 und von Xuvaieib b. 'Abdal'uzza 
200 oder 300 Dinare , um die Unvermögenden mit Waffen und Kamelen 
auszustatten ^). 



O w 



UXJUj (J 25,4. 7. 

2) 25,22 : wenn die Muslime die Karawane erbeuten, so werden sie ehe ihrs euch 
verseht auch Mekka erobern. 26,6 f. : er vertrat sie bei ihrer Familie hinsieht- 
lieh des Unterhalts — er sorgte in ihrer Abwesenheit für deren Unterhalt. 



42 Badr A. 2. 

Jeder Qurashit rückte aus oder stellte einen Vertreter; nur Abu 
Lahab that beides nicht, trotz allem Drängen ; wegen des Eindrucks, den 
'Atika's Traum auf ihn machte. Nach anderen schickte er an seiner 
statt seinen Schuldner al'Äc b. Hishäm und erliess ihm dafür die Schuld. 
— BH. 430. 

Der christliche Sklav 'Addäs beschwor seine Herren, 'ütba und Shaiba 
die Söhne Rabi'a's, nicht mitzugehen; mit Thranen, aber umsonst. 
Hubal, vor dem Umajja b. Xalaf, *Utba und Shaiba losten, verbot den 
Auszug; aber Abu Gabi brachte sie dazu ihn trotzdem zu unternehmen. 
Noch nach dem Aufbruch zog Zam'a b. alAsvad in Dhü-0uvä zweimal ein 
verbietendes Los, bis er im Zorn die Pfeile zerbrach weil sie lögen; in 
dieser Meinung bestärkte ihn Suhail b. *Amr und sagte, dem 'ümair b. 
Vahb sei es auch so gegangen. — Musa b. Camra b. Sa'id von seinem 
Vater: Abu Suflan hatte den Mekkanem entboten, sie sollten nicht erst 
das Los fragen. — Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Abu Bakr 
10 a b. Sulaiman b. Abi Xathma von Xakim b. Xizäm: ich zog sehr ungern 
aus, da ich jedesmal ungünstig loste; in Marr alOhahrän schlachtete Abu 
Gabi ein Kamel, dessen Blut lebendig war und all unsere Zelte bespritzte; 
auf der weissen Höhe (oberhalb von Fagg) warf sich 'Addäs den beiden 
Söhnen Rabi'as zu Füssen um sie festzuhalten, und die Thranen liefen 
ihm über die Wangen, noch nachdem sie fort waren; aUÄc b. Munabbih, 
der ihn so traf, hörte von ihm ein beredtes Zeugnis zu Gunsten Muhammeds 
und ward infolge dessen gläubig, zweifelte dann aber doch noch, beteiligte 
sich am Kampfe und fiel. — 'Addäs soll nach Mekka zurückgekehrt sein, 
in Wahrheit fiel er bei Badr. 

Vor der Schlacht bei Badr war Sa'd b. Mu'ädh in Mekka bei Umajja 
b. Xalaf; Abu Gahl kam und machte dem Umajja Vorwürfe, dass er 
einen Mann beherberge ^), der Muhammed bei sich aufgenommen und den 
Mekkanem den Krieg erklärt habe. Da sagte Sa'd: red was du willst, 
eure Karawanen müssen ja doch an uns vorbei! und als ihm sein Wirth 
solche Drohung verwies, versetzte er dem: und dich hat M. zu töten 
geschworen. Aus Angst davor hatte nun Umajja keine Lust auszurücken ; 
aber als 'Uqba b. Abi Mu'aie mit einer Räucherpfanne und Abu Gahl 
mit Schminktopf und Pinsel ankamen um ihn wie eine Frau zu behandeln? 
schämte er sich und kaufte, um sich für den Feldzug beritten zu machen, 
von den Banu Qushair um 300 Dirham den besten Kamelhengst, den er 
kriegen konnte. Der fiel hernach dem iubaib b. Jasäf als Beute zu. — 
BH. 430. 

Niemand zog weniger gern ins Feld als alXärith b. 'Amir, aber er 



6j^^ 29,5. 



Badr A. 2. 43 

wagte nicht sich auszuschliessen^). In Baen Jägig erzählte ihm Camcam 
seinen Traum (s. fol. 9a). „Hätte ich das früher gehört, so wäre ich 
keinen Schritt gegangen." Nun aber war es zu spät. — Also gerade die lOb 
verständigsten Mekkaner alXarith, ümajja, Ttba und Shaiba waren dem 
Unternehmen im Grunde abgeneigt, wie u, a. auch daraus hervorgeht, dass 
sie keinem Unvermögenden, der sich an sie wandte, Beihülfe zu seiner 
Ausrüstung gewährten. Aber der Einfluss Abu Gahl's überwog, neben ihm 
waren Tqba b. Abi Mu'aie und alNacr b. alXarith b. Kaiada die eifrigsten 
Dränger. 

Ehe sie auszogen, wollten sie sich aber versichern, dass die Stadt 
nicht in ihrer Abwesenheit von ihren Feinden überfallen würde — wie 
besonders *Utba besorgte, im Gegensatz zu Abu Gahl. Der Satan in Gestalt 
des Suräqa b. Ga'sham alMudligij zerstreute ihre Besorgnisse, indem er 
sie in seinen Schutz nahm und sie dadurch vor dem Angriff der Banu 
Bakr b. Kinäna sicherte. Nach Jaztd b. Firäs alLaithij von Shuraik b. Abi 
Namir von *Aeä b. Jazid alLaithij war die Veranlassung der Feindschaft 
zwischen Bakr und Quraish folgende. Ein Sohn des Xacf b. alAijaf, von 
dem qurash. Geschlecht Ma'lc b. *Ämir b. Luaij, ein lockiger hübscher 
Junge, kam auf der Suche nach einem verlaufenen Kamel durch Caganän. 
Dort traf ihn der Häuptling der Banu Bakr, 'Amir b. Jazid, und fragte ihn, 
wem er gehöre. Als er es erfahren hatte, sagte er zu den Seinen: habt 
ihr noch eine Blutforderung unter den Quraish ausstehen? wer diesen 
Jüngling für seinen erschlagenen Verwandten tötet, macht damit nur sein 
Recht bezahlt 3). Darauf setzte ihm ein Bakrit nach und schlug ihn tot. 
Die Qurashiten stellten 'Amir darüber zur Rede ; er antwortete, es sei nur 
Vergeltung geübt; dabei Hessen sie es bewenden, da ihnen nicht viel an 
dem Jungen lag. Als aber dessen Bruder Mikraz einst 'Amir's in Marr 
alOhahran ansichtig wurde, stürzte er auf ihn los und erschlug ihn mit 
seinem eigenen Schwerte, welches er dann in der Nacht darauf an der 
Bekleidung der Ka'ba aufhingt). Zur Rache dafür waren nun die Banu 

») ^^ 29,21 eig. Fett, dann Kraft, Vermögen; Gauh. II 100,14. — 29,22 

qj5 o' f • "" ^^'^ ^^ *^ JT^- ^^® ^^'^^- ^^^' ^^'^- ^^^ ^®" 
schwöre euch diese strahlenden Gesiebter nicht jenen Schlangengesichtem 
gleich und gegenüber zu stellen; näml. im Kampfe. 

3) ^yu\ 31,18. 

*) Die Worte 32,4 f. müssen bedeuten: „'Amir Hess sein Kamel niederknien, 
er war mit seinem Schwert umgürtet; da kam Mikraz mit demselben (mit 
*Amir's eignem Schwert) über ihn und erschlug ihn". Vgl. BH, 431,17. 
18. In dem Liede BH. 432,4 ff., welches auch Vakidi 32,8 erwähnt, findet 
sich nichts von diesem doch sehr eigentümlichen Umstände. ^^Ich nahm 



44 Badr A. 2. 

Bakr parat, zwei oder drei der edelsten Qurashiten zu töten — daher an- 
fänglich die Besorgnis vor ihnen. — BH. 430 — 432. 
11» Von dieser Sorge befreit rückten die Qurashiten eilig aus, voller Ge- 

pränge (Sur. 8,49), die Speere in die Luft werfend, begleitet von drei 
Sklavinnen mit Pauken, die ihnen an jedem Tränkplatz was vorsangen. 
Es waren 950 Mann, 700 Kamele, 100 Pferde ; wer ein Pferd hatte, hatte 
auch einen Panzer, aber auch unter denen die zu Fuss kämpften waren 
einige gepanzert. Die Banu Maizüm stellten allein 30 Pferde (und 
180 Mann 35,6); ihr Führer Abu Gahl hatte das grosse Wort gegen Mu- 
hammed. 

Als Abu Sufjan mit der Karawane in die Nähe von Medina kam, Hess 
er die Kamele in der sehr dunklen Nacht, an deren Morgen er eigentlich 
in Badr eintreffen wollte, hinter (d. h. westlich von) Badr halten, um 
allein voranzugehen und erst zu recognoscieren. Die Kamele aber, ob- 
wohl sie nicht durstig sein konnten, wollten durchaus weiter zum Wasser 
von Badr und konnten nur mit grösster Mühe zurückgehalten werden^). 

Die zwei Kundschafter M.'s, 'Adij und Basbas, hörten in einem Ge- 
spräch zweier Mädchen am Brunnen von Badr die von Magdij (No. 1) 
bestätigte Aeusserung fallen, dass die Karawane am nächsten oder über- 
nächsten Tage zu erwarten sei, und meldeten das dem M. in 'Irq alGhabja^). 
— BH. 436 437. 

Kuthajjir b. 'Abdallah b. 'Amr b. 'Auf alMuzanij von s. Vater von 
s. Grossvater, einem der Weiner: M. erzählte, Mose und 70000 Israeliten 
mit ihm seien auch über Fagg alRauxä gezogen und haben das Gebet ver- 
richtet in der Moschee von *Irq alOhabja. 

Während die Karawane zurückblieb, kam Abu Sufjan in aller Frühe 
nach Badr und fragte Magdij aus^). Jener sagte, ihm sei nichts Ver- 
dächtiges vorgekommen, nur zwei Kamelreiter haben an der und der 
11 b Stelle Halt gemacht und dann Wasser geschöpft. Abu Su^an fand Dattel- 

mich für ihn zusammen und warf meine Brust auf einen vollgerüsteten 
kämpf geübten Mann und erwies mich nicht als Erzeugnis unedler Eltern, 
als mein Herz (rü'i. Kr. 220,22) und seines an einander geschmiegt waren." 
Es ist nicht unmöglich, dass die Erzählung mit ihrem verdrehten Wortlaut 
aus dem Liede hervor- und durch mehrere Stufen des Misverstandnisses 
hindurchgegangen ist. Gegen die Echtheit des Liedes wüsste ich nichts 
vorzubringen, obwohl es allerdings wenig Individuelles hat. 



>) ^ ß 33,6. 

») UiJ statt Lit 33,15. \jy^\ 33,16. 

O w 

^) Ich vermute 34,5 aJLäJ' eher als »jXJo. 



i 



Badr A. 2. 45 

kerne im Mist der Kamele, erkannte daraus, dass sie von Medina waren, 
und fährte nun die Karawane eilig seitwärts^), an der Küste her, indem 
er Badr links liegen Hess. — BH. 437. 

Indessen machten die Qarashiten auf ihrem Marsch an jeder Tränk- 
stätte Halt und thaten sich gütlich an geschlachteten Kamelen. Noch jetzt 
dachten Ttba und Shaiba, deren einer dem anderen 'Atika's Traum er- 
zählte'), daran umzukehren; aber Abu Gahl brachte sie davon ab. 

In alGuxfa sah Guhaim b. alCalt aus der Familie alMueealib im Traum 
einen Reiter, der ihm eine Anzahl der edelsten Mekkaner als gefallen oder 
gefangen meldete, darauf einem Kamele, das er mit sich führte, in die 
Gurgel hieb und es unter die Zelte des Lagers laufen Hess: keines blieb 
übrig, das nicht von dem Blute bespritzt wäre. Der Traum ward be- 
kannt, aber Abu Gahl verhinderte, dass er Eindruck machte: Guhaim sei 
noch so ein Prophet von den Banu 'IMueealib. — BH. 437. 

Auch *ütba und Shaiba, die gern wieder umgekehrt wären, wusste 
er festzuhalten, indem er sie bei der Ehre griff. 

In alGuxfa bekamen sie durch den Boten Abu Sufjans, Qais b. Imrual- 12 » 
qais, die Nachricht, dass die Karawane geborgen sei, setzten aber auf 
Betreiben Abu Gahl's den Marsch doch fort und schickten nur die Sän- 
gerinnen zu Hause. Als der Bote das dem Abu Sui^an in alHadda zurück- 
meldete, sagte er, Abu Gahl gefalle sich gar zu sehr als Führer des 
Ganzen. Abu Gahl sagte: wir wollen erst nach Badr (da war eine Fest- 
feier, mit der ein Markt verbunden war) und da drei Tage bleiben, uns 
etwas vorsingen lassen und uns gütlich thun — das wird Eindruck auf 
die Araber machen, dass sie Respect vor uns bekommen. — BH. 437 438. 

In alGuxfa kam alFurät b. Xajjän allglij, den die Mekkaner dem 
Abu SuQan entgegen gesandt hatten, zu ihnen zurück ohne jenen ge- 
troffen zu haben; er machte den Feldzug mit, hatte es aber zu bereuen. 

'Abdalmalik b. Ga'far von Umm Bakr bint alMusawar von ihrem 
Vater: alAinas (Ubaij b. Shuraiq) bewog die Banu Zuhra, 100 Mann, 
wenn nicht weniger, jetzt wieder umzukehren; er wusste es listig 

so einzurichten, dass ihr Zurückbleiben zunächst nicht auffiel 3) 12b 

BH. 438. 



»jÄ*^ i^3 Vj^ 34»i^- 
8) Ijy'öö nach 1^^313. 

*) Auf alAxnas wird ein Lied bezogen, worin dieser Name vorkommt; und 
dies Lied wird dem 'Adij zugeschrieben, weil darin Basbas angeredet wird. 
„Vorwärts mit den Kamelen, o Basbas; die Tiere dürfen nicht aufge- 
]^alten werden, sondern sie anzutreiben auf den Weg ist das gescheiteste; 
Gott hat Sieg beschert und alAxnas hat sich davon gemacht." BH. 457 458. 



46 Badr A. 2. 

Abu Bakr b. 'Abdallah von Abu Bakr b. *Umar b. 'Abdalraxman 
b. 'Abdallah b. Tmar b. alXaeeäb : die Banu 'Adij kehrten an der Höhe 
von Lift wieder um, indem sie seitwärts zur Küste abbogen, und recht- 
fertigten sich darüber vor Abu Su^än, als er sie zur Rede stellte. — 
Nach Vakidi kehrten die Banu Zuhra in alGuxfa um, die Banu 'Adij aber 
später auf dem Wege. — BH. 438. 



Am Morgen des 14. Ramacan war M. in 'Irq alOhabja. Dort ward 
ein Beduine vor ihn gebracht; als der ihn den Boten Gottes nennen 
hörte, fragte er ihn, womit seine Kamelin trächtig gehe *), und erhielt 
darauf von Salama b. Saläma eine unfläthige Antwort, die M.'s Unwillen 
erregte. — BH. 433. 

Mittwoch den 15. kam M. nach alRauxä und betete am Brunnen da- 
selbst. — 'Abdalmalik b. 'Abdal'aziz von Abän b. Cälix von Sa'id b. 
alMusajjib: am Schluss des Gebets (Vitr) wünschte er einzelnen der 
Feinde den Untergang, für andere bat er um Rettung. Er pries das 
Thal von Rauxä und nannte es Sagäsig. 

In al'Aqlq waren die beiden Mediner, Xubaib b. Jasäf und Qais b. 
alMuxarrath, zum musl. Heere gestossen, aber als annoch Heiden zurück- - 
13 a gewiesen. Xubaib nun kam in alRauxä wieder an und legte das Glau- 
bensbekenntnis ab, um mit zu dürfen. Der andere bekehrte sich erst 
später und fiel bei üxud. 

M. hatte nur noch 1 oder 2 Tage nach dem Auszuge das Fasten 
(des Ramacan) gehalten; die Anderen aber brachen es nicht eher, als 
bis er es ihnen ausdrücklich gebot. 

Kurz vor Badr bekam M. die Nachricht vom Anzüge des mekk. 
Heeres und hielt nun einen Kriegsrath ^), wobei es ihm vorzüglich darauf 
ankam, die Stimmung der Mediner zu erforschen, die zu einem Kampf 
ausserhalb ihrer Stadt eigentlich nicht verpflichtet waren. Sa'd b. Mu'ädh 
versicherte ihn, dass sie ihm unbedingt und überall hin Folge leisten 
würden, dessen ungeachtet dass der Anlass, zu dem man ursprünglich 
ausgezogen sei (nämlich die Karawane abzufangen), jetzt vielleicht nicht 
mehr bestehe 3). — BH. 434 435. 

^) ob mit einem männl. oder weibl. Füllen. 

') 43,14f. : bei Gott sie werden ihren Trotz nicht aufgeben, sondern mit dir 
kämpfen; also richte dich darauf ein und rüste dich dazu. 44,1 bis Birk 
alGhimäd = bis ans Ende der Welt (fol. 133a). Es ist gewiss ein 
mythischer Ort, wenngleich die muslimischen Gelehrten seine Lage in 
Arabien so gut anzugeben wissen wie die von Iram 'Äd. 

») 44, 10 f. 



Badr A. 2. 47 

Muxammad b. Cälix von 'Äcim b. 'Umar b. Qatäda von Maxmüd b. 
Labid: Sa'd sagte, aach die zurückgebliebenen Mediner seien von der 
gleichen Hingebung für M. beseelt und würden mitgezogen sein, hätten 
sie ahnen können, dass es zum Kampf kommen werde. Daran schloss i3b 
er den Vorschlag, eine Zweighütte für M. zu bauen, in der er während 
der Schlacht sich aufhalten solle, und dort Kamele für ihn bereit zu 
halten, auf denen er im ungünstigen Fall fliehen könne. — BH. 439 
440; vgl. unten fol. 14 b. 

Darauf gab M. den Seinen Befehl vorzurücken, eröffnete ihnen, Gott 
habe ihm einen der beiden Teile (die Karawane oder das Heer der Mek- 
kaner Sur. 8, 7) versprochen, und zeigte ihnen die Stellen, wo die und 
die Mekkaner erschlagen werden sollten. Daraus nahmen sie ab, dass 
die Karawane entrinnen und es zum Kampf kommen werde. — BH. 435. 

Abu Isma'il b. 'Abdallah b. 'Aeijja b. 'Abdallah b. ünais von s. Vater: 
von jetzt an wurden die Fahnen aufgebunden und die Waffen gezeigt. 

Von alRauxä ging M. den Hohlweg bis alXablratän, wo er betete; 
dann ging er bald am rechten bald am linken Ufer des Vadi, bis er über 
das Xaif weggehend die Höhe alMu'tarica erreichte und hier weiter ging 
auf alTajjä. — BH. 433 434 435. 

M. war allein mit nur einem Begleiter vorausgeritten; in alTajjä traf 
er den öamriten Su^an und fragte ihn aus. Aber auf dessen Gegenfrage, 
wer er denn selber sei, gab er ihm eine Antwort, die keine Antwort 
war. — Die beiden Heere waren dicht bei einander, ohne es zu wissen; 
ein Sandhügel trennte sie. — BH. 435 436. 

Gebetet hatte M. in alDabba, dann in Sajir, dann in Dhat-Agdäl, 
dann auf dem üS^aif bei 'Ain aFAlä, dann in alXabiratan ^). Dort Hess 
er sich die ominösen Namen der beiden Berge und ihrer Bewohner nennen 
(= BH. 434,5 — 8). Von da aufbrechend kreuzte er das Xaif um es linkg 
liegen zu lassen und über die Mu'tarica zu gehen. Hier trafen ihn Basbas 
und 'Ady und brachten ihm Meldung. — BH. 434; vgl. fol. IIa, 



Am Abend von Freitag 17. R. machte M. im Vadi Badr Halt und 
schickte vier der Seinen aus, welche die Wasserholer der Quraish beim 

') iaif ist der untere sandige Teil der Thallehne; vielleicht ist auch alMu'tarica 
so ein technisches Terrainwort. — AlXabiratäni sind die beiden Berge, 
zwischen denen alCafrä liegt BH. 434,5 ff. Nach alGafrä wird bekanntlich 
Badr zubenannt, welches kein bewohnter Ort war, so wenig wie *Arafa 
XBH. 667,20 alrassu Inazü^u). Vakidi nennt die ganze Gegend alCafrä. 
Vgl. 143,5. 



48 Badr A. 2. 

Brunnen am Fuss des Ohuraib, eines kleinen Berges, überfielen und ein 
14 a paar davon fingen, während die meisten entkamen. — BH. 436, 

Unter den Entkommenen war 'Ugair; der brachte den Mekkanem 
die erste Kunde, dass M. in der Nähe sei, indem er im Lager schrie: 
herbei, ihr Kinder Ghalib, der Sohn Abu Kabsha's und seine Leute haben 
eure Wasserholer abgefangen. — Xakim b. Xizäm: wir waren zusammen 
beim Schmause, als wir aber den Ruf hörten, war es aus mit dem Ver- 
gnügen. *ütba und ich verabredeten die Nacht Wache zu halten, aus 
Furcht vor einem plötzlichen Ueberfall. Abu Gahl aber wollte nicht be- 
wacht sein und ging mit den Seinen abseits, obwohl es regnete ^). 

Die drei gefangenen Knechte bekannten wer sie wären, aber die 
Muslime glaubten ihnen nicht. Sie hofften, sie gehörten zur Karawane 
Abu Sufjan's und prügelten sie so lange bis sie das wirklich vorgaben. 
Derweil hatte M. gebetet; als er fertig war, misbilligte er das Verfahren 
gegen die Gefangenen und verhörte sie dann selber. Er erfuhr von ihnen, 
dass die Qurashiten hinter dem Sandhügel lagerten, dass sie alle Tage 
zwischen 9 und 10 Kamele schlachteten — woraus er auf eine Stärke 
von 900 — 1000 Mann schloss — dass kein Mann bei Verstand und Jahren^) 
sich von dem Zuge ausgeschlossen habe, dass aber die Banu Zuhra und 
'Adij unterwegs umgekehrt seien. — BH. 436. 

AlXubäb b. alMundhir rieth das Lager an den den Qurashiten nächst- 
gelegenen Brunnen zu verlegen und dort eine Tränke anzulegen . die 
übrigen Brunnen aber zu verschütten. — BH. 439. 
14 b Ihn Abi Xabiba von Dävud b. alXucain von 'Ikrima von Ihn 'Abbäs: 

Gabriel billigte den Rath. 

'übaid b. Jaxja von Mu'ädh b. Rifä'a von Rifä'a: es regnete die 
Nacht bei uns nur so viel, dass dadurch der tiefe Sand etwas fest wurde, 
bei den Mekkanern aber so stark, dass sie nicht fort kommen konnten; 
zwischen uns und ihnen lag ein Sandhügel. — BH. 439, 

Die Muslime schliefen ermüdet ein, der Regen that ihnen nichts. — 
AlZubair b. aPAwäm: ich wollte mich zusammennehmen, aber der Schlaf 
warf mich zu Boden '); den andern ging es auch so. — Sa'd b. Abi 
Vaqqäc: mein Kinn hing mir auf die Brust; ehe ichs merkte lag ich auf 
der Seite. — Rifa'a b. Räfi*: ich träumte und verrichtete die Waschung 
am Ende der Nacht. 

Ich vermute iü5 vor y»^ 47,14, und f>^\j^ q^ 47,17. 

2) ^jd> iu 47,15f. — 47,17 LPJs^ S^\ u^JÜ! = ihr Edelstes und 

Innerstes. 
») o=oj^\ ^ Od> 49,20. 



Badr A. 2. 49 

Nach dem Verhör der gefangenen Knechte wurden 'Ammär h. Jäsir 
und Ihn Mas'üd auf Kundschaft ausgesandt und kehrten zurück mit der 
Meldung, dass unter den Feinden Verwirrung herrsche. Am anderen Mor- 
gen entdeckte Nubaih (oder s. Bruder Munabbih) b. alXaggäg im mekk. 
Lager die Spur der beiden. Er rief aus: Muhammed ist da mit euren 
eignen Thoren und mit den Thoren von Medina, gebet Acht, morgen beim 
Zusammenstoss , und schonet eure Jungen, nehmt euch aber die Mediner 
vor! Auch ein Kampflied citirte er: „der Hunger lässt uns keine Ruhe, 
wir müssen sterben oder töten" ; das passte aber schlecht zur Lage, denn 
sie hatten die Nacht vorher zehn Kamele verschmaust — wie Muxammad 
b. Jaxja b. Sahl b. Abi Xathma von Naufal b. Mu^avija berichtet. 

Maxmüd b. Labid: es wurde für M. eine Zweighütte beim Brunnen 
gebaut, in die er mit Abubekr hineinging, während Sa'd b. Mu^adh davor 
Wache hielt. — BH. 439 440. 

Jaxja b. 'Abdallah b. Abi Qatäda von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm : 
M. stellte die Seinen auf, noch ehe die Quraish Halt machten. Die Tränke, i5 a 
welche die Muslime beim Brunnen angelegt hatten, war von dem Herum- 
werfen der Eimer trübe geworden^). Seine Standarte übergab M. dem 
Muc'ab b. 'ümair, dass er damit an eine ihm bezeichnete Stelle vorgehe, 
um sie dort aufzustellen. Die Muslime sahen nach Westen, die Mekkaner 
nach Osten gegen die Sonne; jene hielten am nördlichen, diese am süd- 
lichen Ufer (Sur. 8,43) des Vadi. Den Rath, höher im Vadi hinaufzugehen, 
weil ihm dann der Wind günstig sei, lehnte M. ab. Offenbarung von 
Sur. 8,9. 

Mu'ävija b. 'Abdalraxmän von Jazid b. Rümän von *ürva: als M. 
die Truppen in Richtung brachte, stiess er Saväd b. Ghazijja, weil er 
vortrat, mit einem Pfeile vor den Bauch. Als sich jener darüber beklagte 
und Vergeltung von ihm verlangte, entblösste er seinen Bauch und sprach: 
nimm dir Vergeltung! Statt dessen umarmte und küsste ihn Saväd. 
Wegen seines Benehmens befragt antwortete er: ich fürchte zu fallen und 
wünsche dich zu guter letzt zu küssen^). — M. pflegte seine Aufstellung 
so gut zu richten, als ob er Pfeile damit grade machen wollte. — 
BH. 444. 

Musa b. Ja'qüb von Abu 'IXuvairith von Muxammad b. Gubair b. 
Mue'im von einem der Banu Aud : Ali erzählte zu Kufa in einer Predigt, 
er habe, als er grade Wasser aus dem Brunnen von Badr schöpfte, drei 
starke Winde vorüberrauschen hören; das seien Gabriel, Michael und Sa- 

*) 51,8 vaqadhfi fibi '1-änijati? st. cstr. getrennt durch fihi? Wegen des vor- 
aufgehenden alsagari kann vaqadhfi nicht indeterminiert sein. 

2) ^ zu streichen in ^1^ 52,8. 

Väkidi, Muhammed. 4 



50 ßadr A. 2. 

rafel gewesen mit je 1000 Engeln. Bei der Verfolgung der Feinde habe 
ihm M. sein Pferd zu reiten gegeben; er habe sich zuerst kaum darauf 
15b gehalten, dann aber so tapfer drein gehauen, dass sein Arm bis zur 
Achsel roth von Blut geworden. 

Den rechten Flügel der Muslime befehligte Abubekr, die Reiterei der 
Mekkaner Zam'a b. alAsvad. — Jaxja b. alMughira b. 'Abdalraxman von 
s. Vater: alXarith b. Hisham befehligte die Reiterei der Ungläubigen, 
Hubaira b. Abi Vahb den rechten, Zam^a den linken Flügel. — Nach an- 
deren befehligte alXarith b. 'Ämir den rechten, *Amr b. 'Abd den linken 
Flügel. — Muxammad b. Cälix von Jazid b. Ruman, und Ihn Abi Xabiba 
von Dävud b. alXucain; es werden keine Namen für die Obersten der 
Abteilungen des Propheten und der Mekkaner genannt, das ist nach Vakidi 
das richtige. 

Muxammad b. Qudäma von Tmar b. Xusain : die grosse Fahne des 
Gottesboten, die Fahne der Emigranten, trug Muc'ab b. Tmair; die der 
Xazrag trug alXubäb b. alMundhir, die der Aus trug Sa'd b. Mu'ädh. 
Die drei Fahnen der Mekkaner wurden getragen von Abu 'Aziz, alNacr 
b. alXarith, und Oalxa b. Abi Oalxa. BH. 432. 

Es folgt eine Rede, welche der Prophet vor der Schlacht gehalten 
haben soll *). 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von *ürva, und Muxammad b. 
Calix von *Äcim b. *ümar und Jazid b. Ruman: als M. die Mekkaner das 
Thal herabkommen sah, Zam^a zu Pferd voran um ihnen einen Lagerplatz 
16 a zu suchen, betete er um den Sieg über sie. Als er Ttba's ansichtig wurde, 
der auf einem grossen Kamelhengste ritt, sagte er, der sei der beste von 
allen, und wenn sie dem folgten, wären sie auf dem rechten Wege. — 
BH. 440. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von 'Abdallah b. Mälik: Aimä 
b. Raica hatte durch einen seiner Söhne den durchziehenden Mekkanern 
10 Schlachtkamele geschickt und sich auch zu bewaffneter Hülfe erboten, 
die sie jedoch ablehnten'^). — BH. 440. 

'Abdalraxman b. alXarith von s. Grossvater 'Ubaid b. Abi 'übaid 
von iufaf b. Alma b. Raxca: mein Vater kam mir nach, als ich die 
Kamele den Qurashiten zugetrieben hatte ; er that nichts lieber als Friede 
stiften und gab dem 'Utba den Rat, er solle den Ersatz für das Blut 

j*^^ ^J^ 54,4 aufs beste; die Präpos. ist nicht „superfluous.** — 54,5. 6 : 

ihr steht jetzt auf einer Stufe, wo Gott nur noch das von euch annimmt, 

wodurch ihr sein Antlitz suchet (keine Opfer und Gaben). — itJijS ^ 

54,11. — In dem Satz 54,14f. vermisse ich ein Prädikat, obwohl algänä 
zur Not ausreicht. 



ßadr A. 2. 51 

seines Schatzgenossen (des zu alNaxla erschlagenen Ibn alXacramij) und 
für die geraubte Karawane übernehmen und die Kosten auf sein Ge- 
schlecht verteilen — denn das sei es ja doch was man von M. eigentlich 
zu fordern habe. 

Ibn Abi IZinad von s. Vater: Ttba b. Eabi*a ist der einzige be- 
kannte Mann, der ohne Vermögen Geschlechtshaupt wurde. 

Musa b. Ja'qub von Abu IXuvairith von Muxammad b. Gubair b. Mue'im : 
als die Feinde sich gelagert hatten, liess sie M. durch Omar jetzt noch 
auffordern abzuziehen^). Xakim b. Xizäm war dafür ^), aber Abu Gahl 
dagegen. 

Einige Mekkaner kamen zu der Tränke der Muslime um daraus zu 
trinken; M. verbot es ihnen zu wehren'). Alle die getrunken hatten 
fielen hernach im Kampf, mit einziger Ausnahme von Xakim b. Xizam. 
— BH. 440. 

Abu Isxaq von 'Abdalraxman b. Muxammad b. *Abd von Sa'id b. 
alMusajjib: zweimal entrann Xakim durch Gottes Gnade dem Verderben, 
einmal als M. in Mekka nach Vortragung von Sur. 36 Staub über die 
Köpfe einer Anzahl ihm feindseliger Qurashiten warf, unter denen auch 
er sich befand, das zweite Mal bei der Tränke von Badr. i6b 

Als die Feinde sich gelagert hatten, sandten sie 'ümair b. Vahb 
alGumaxij zu Pferde aus, um zu recognoscieren und die Zahl der Muslime 
zu schätzen. Er brachte ihnen ganz richtige Nachrichten*), machte sie 
aber zugleich bange vor der finsteren Entschlossenheit der Gegner, die 
kein Wort sprächen und giftig blickten wie die Nattern. — BH. 441. 

Junas b. Muxammad alOhafarij von s. Vater: darauf schickten sie 

noch den Gushamiten Usäma aus, der bestätigte die Angabe 'ümair's*). 

* Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Trva, und Muxammad b. 

Calix von 'Acim b. 'ümar und Ibn Ruman: auf Anregung Xakims ent- 

schloss sich jetzt 'ütba, die Zahlung des Blutgeldes für Ibn alXacramij 

•) 56,12: „kehret um, denn dass ein anderer diese Sache (den Kampf) gegen 
mich übernimmt, ist mir lieber, als dass ihr sie gegen mich übernehmt; 
und dass ich sie gegen andere übernehme, ist mir lieber, als dass ich sie 
gegen euch übernehme." Kremer erklärt die Stelle für verderbt; aber es 
ist nur das va vor dem zweiten alihi Z. 13 zu streichen. 

3) »^li 56,14. 

3) (..^XA^ 56,18. 

*) in zadü qalilan 57,10 = in zadu (zadu) qalilan. 

*) Den Vergleich 58,1 „als wären sie Kiesel unter (am Grunde von) flachem 
Wasser" verstehe ich nicht; er muss sich wohl auf die vorher erwähnten 
grellen Augen beziehen. 

4* 



52 Badr A. 2. 

und des Ersatzes für die geraubte Karawane auf sich zu nehmen. Er 
erbot sich dazu den Qurashiten, indem er auf seinem Kamel unter ihnen 
herumritt, und ermahnte sie sich nicht auf einen Kampf mit den Mus- 
limen einzulassen, da manche ihrer nächsten Verwandten dabei seien und 
auch niemand für den Sieg bürgen könne. ^0 mein Volk, wenn Mu- 
hammed ein Lügner ist, so würden ihn schon die Wölfe der Araber euch 
vom Halse schaffen ; wenn er aber ein König ist, so habt ihr mit Genuss 
* an dem Königtum eures Bruders; und wenn er gar ein Prophet ist, so 
17a seid ihr die glücklichsten aller Menschen"*). Aber Abu Gahl, der auf 
des edlen und beredten Greises Einfluss eifersüchtig war, sagte, *ütba 
nehme nur Rücksicht darauf, dass sein Sohn unter den Muslimen und 
Muhammed sein Vetter sei. „Deine Lunge bläht sich jiuf ') o 'ütba, und 
dein Mut entsinkt dir, nun die beiden Ringe des Sattelgurts sich ver- 
einigen — aber bei Gott, wir werden nicht umkehren, bis Gott zwischen 
uns und M. entscheidet!" Darüber ergrimmt bereitete sich 'ütba auf den 
Tod im Kampfe'). Abu Gahl aber ging zu 'Ämir, dem Bruder des er- 
schlagenen *Amr b. alXacramij, und reizte ihn an, wie ein Schutzloser 
laut und Öffentlich um Hülfe zu rufen und dadurch 'ütba, der eigentlich 
sein Patron war, zu beschimpfen, als leiste der ihm nicht seine Pflicht*). 
Das that er denn auch, indem er sich entblösste, Erde auf seinen Hinteren 
streute und schrie: weh um *Amr! Er schwur nicht abzulassen, bis er 
einen Muslim getötet habe. — BH. 441 442. 

Tmair b. Vahb fing an zu plänkeln, aber die Muslime blieben fest 
in Reihe und Glied. Erst als 'Ämir b. alXacramij vorrückte, begann der 
Kampf. 

'Äidh b. Jaxja von Abu IXuvairith von Näfi* b. Gubair von Xakim 
b. Xizam : 'Amir ritt auf die Muslime ein und tötete Omar's Freigelassenen, 
Mihga*. Als erster Mediner ward erschlagen Xäritha b. Suraqa, von 
Xabban b. aUAraqa (diesen nennen alle Mekkaner); nach anderen Tmair 
b. alXumäm von Xälid b. alA'lam arUqailij. — BH. 444 445. 

') 58,9: hast du lust ihm eine unvergängliche Wohlthat zu erweisen, wie 
einst zu *üqäeh. — Zu SjjAJ! 58,18 ist H-jIaJ! die beständige Variante. — 
Die Wölfe der Araber sind die Beduinen. 

^ iLOot ; BH. ^NÄÄJL Der Sinn wird im 2. Satz erklärt, das Gleichnis aber 

scheint sich^im 3. Satz zu vollenden und vom Pferde hergenommen 
zu sein. 

') {^jA^ ^-y* '^ L5^-^ ''^ ^^^ ^^* ™®^^ Ergebnis (quod collegi), ich habe 

ausgeredet. 
*) Vgl. 61,6 und BH. 275,10. Lies überall '^Jts> mit x. 



Badr A. 2. 53 

'ümair b. Vahb bestätigte dem Chalifen 'Omar das, was oben (S. 51) 
von ihm erzählt ist. 

'ütba schickte Xakim zu Abu Gahl und erbot sich zur üebemahme der 
Satisfaktion für Naila. Xakim erzählt: ich traf ihn wie er grade seinen 
Panzer einräucherte und brachte ihn mit meiner Botschaft in grossen 
Zorn. Er befahl dem ^Ämir sein Patronat auszurufen (S. 52) und sagte: nt 
*ütba ist hungrig, gebt ihm Saviq zu essen; die Qurashiten sprachen 
ihm den Witz nach *). Darauf ging ich zu Munabbih b. alXaggäg, der 
war ganz einverstanden mit 'Utba's Vorschlag. Als ich zu Ttba zurück- 
kam, fand ich ihn sehr böse über jene spöttische Redensart. Er war 
vom Kamele abgestiegen und hatte seinen Panzer an, konnte aber keinen 
Helm finden, der auf seinen grossen Schädel passte. Also band er sich 
ein Stück Zeug um den Kopf und trat so vor zum Einzelkampfe, in der 
Mitte zwischen s. Bruder Shaiba und s. Sohne alValld. Vorher aber 
zerhieb er noch der Stute Abu Gahl's die Sehnen und sagte: steig ab, 
heute ist kein Tag zu reiten. — BH, 442. 

M. hatte den Seinen befohlen, sich in Reih und Glied zu halten, 
dem Feinde mit Pfeilen zu begegnen und nur im letzten Augenblick die 
Schwerter zu ziehen. Dann war er in seiner Zweighütte eingeschlafen; 
jetzt wachte er auf und beschwor Gott ihm das Versprechen auf den 
Sieg zu halten, das er ihm gegeben hatte. Abu Bakr ermutigte ihn; 
Ihn Raväxa aber fand es befremdend, Gott an ein Versprechen zu er- 
innern. — BH. 443 444. 

'ütba rückte ungeduldig vor, so dass Xakim ihn verwundert fragte: 
du wolltest die anderen davon zurückhalten, was du nun selber zu- 
erst thust! 

Xufaf b. Alma: während die Mekkaner mit gezückten Schwertern 
andrängten, zogen die Muslime die Schwerter nicht, sondern einige 
spannten den Bogen, andere deckten sie mit den Schilden, alle blieben 
in enggeschlossener Reihe — auf Befehl des Propheten ^). 

AlAsvad b. 'Abdalasad alMaizumij schwur, er wolle aus der Tränke 
der Muslime trinken und sie zerstören, oder darüber zu Grunde gehen. 
Xamza stellte sich ihm entgegen und schlug ihm den Fuss ab ') ; dennoch 
aber stürzte sich jener in die Tränke und zerstörte sie mit dem heilen 
Fnsse, bis ihm Xamza den Garaus machte. — BH. 442 443. is a 

Ich verstehe ihn nicht (61,7). Wenn einer, statt sich zu rächen, Kamele 
als Sühne nehmen will, so sagt man, er wolle Milch (statt Blut) haben — 
aber das passt ja nicht auf 'Utba's Fall, und Saviq ist auch keine Milch. 

3) t^!^* 62,14. 

') Das viele Fussabhauen erklärt sich daraus, dass der übrige Körper durch 
den Panzer geschützt ist. Vgl. Sur. 8,12 kulla banän. 



54 Badr A. 2. 

Aus den siegesgewissen Reihen der Mekkaner traten Ttba, Shaiba 
und alValid vor und forderten zum Zweikampf heraus. Es wollten sich 
ihnen drei Mediner stellen, Mu'ädh, Mu'avvadh und *Auf, die Söhne 
alXärith's und der 'Afrä ('Abdallah b. Raväxa war nicht darunter). Aber 
M. gab es nicht zu, und auch die Herausforderer verlangten Gegner aus 
ihrem eigenen Volk. Auf M.'s Aufforderung erhoben sich dann seine 
nächsten Verwandten, Xamza, Ali und 'Ubaida, zum Kampfe. Nachdem 
sie sich vorgestellt hatten und als ebenbürtige Gegner anerkannt waren i), 
kämpfte Ali mit alValid, Xamza mit Ttba, Tbaida mit Shaiba. Ali und 
Xamza erlegten jeder ihren Mann, nur Tbaida ward schwer verwundet, 
aber die beiden andern kamen ihm zu Hülfe und trugen ihn zurück, 
nachdem sie Shaiba erschlagen hatten. „Wäre Abu Gälib am Leben, 
sagte M. , so würde er erkennen , dass wir mit mehr Recht als er von 
uns sagen können: ihr lügt, wenn ihr behauptet, wir würden Muhammed 
austreiben und nicht für ihn kämpfen (u. s. w. BH. 174)". Offenbarung 
von Sur. 22,20. — BH. 443. 

Tbaida b. alXarith war der älteste unter M.'s Gefährten; Xamza 
war 4, aPAbbäs 3 Jahr älter als M. 

Gegen Ttba wollte sein eigener Sohn Abu Xudhaifa kämpfen; da 
ihm das nicht gestattet wurde, half er ihn wenigstens tot schlagen. 

Ihn Abi IZinäd von s. Vater: Shaiba war 3 Jahr älter als Ttba. 

Ma'mar b. Räshid von alZuhrij von 'Abdallah b. Thalaba b. Cu'air: 
18b Abu Gahl betete: „Gott, wer von uns am schlimmsten ist im Zerreissen 
der Verwandtschaftsbande und im Begehen unerhörter Dinge *) , den ver- 
nichte heute Morgen! " Sur. 8, 19. — BH. 445. 

'Umar b. Tqba von Shu'ba dem Freigelassenen des Ihn 'Abbäs von 
diesem : als die Heere, sich gegenüberstanden , ward M. ohnmächtig , kam 
aber bald wieder zu sich und verkündete den Muslimen, Gabriel, Michael 
und Sarafel stünden ihnen mit 3000 Engeln bei. Als der Teufel, der in 
Gestalt des Mudligiten Suräqa die Mekkaner zum Kampf anspornte, die 
Engel sah, empfahl er sich schleunigst, schlug alXarith b. Hishäm, der 
ihn festhalten wollte, zu Boden, und warf sich mit einem verzweifelten 
Ausruf ins Meer. Abu Gahl aber sagte, der Verrat Suräqa's solle keinen 
irren, so wenig wie der Tod der drei Gefallenen ; man solle die Muslime 
nicht töten, sondern sie gefangen nehmen um sie dann züchtigen zu können. 

Ihn Abi Xabiba von Dävud b. alXucain von Trva von 'Äish'a: 
das Feldgeschrei der Emigranten war ja bani 'abdilraxmäni, der 
iazrag ja banl 'abdillähi, der Aus ja bani 'ubaidillähi. 

Ich vermute Kxft^t i:lÄJL5> 63,22; nach BH. 85. 
3) 65,1. 80,15. 128,15. 



Badr A. 2. 55 

'Ubaidallah b. Muxammad b. Tmar b. 'Alij von Isxäq b. Sälim von 
Zaid b. 'Alij : das Feldgeschrei war ja mancüru amit. 



Sieben schon gläubig gewordene, aber von ihren Vätern in Mekka 
zurückgehaltene junge Männer waren mit gegen die Muslime ausgerückt, 
und als sie ihre geringe Anzahl sahen, sagten sie: diese Leute hat ihre 
Religion ins Verderben gestürzt. Darauf beziehen sich die Verse Sur. 8, 
51. 57. 59. 63. 64, welche mitgeteilt und erklärt werden ^). i9a 

'Abdalraxman b. Muxammad b. Abi IRigäl von 'Amr b. 'Abdallah 
von Muxammad b. Ka*b alQuraehij: 20 Muslime waren damals 200 Un- 
gläubigen überlegen, 2000 Engel schickte ihnen Gott zn Hülfe. Ueber 
die im Heere der Ungläubigen gefallenen zweifelhaften und über die in 
Mekka zurückgebliebenen Muslime erschien Sur. 16, 30 — 32 *). Diese 
strafende Offenbarung gelangte schriftlich nach Mekka und brachte den 
kranken Xundhu'iten Gundab b. Camra zum Entschluss, auszuwandern. 
Er benutzte seine Krankheit um zur Erholung mit seiner Familie nach 
alTan'lm (nahe bei Mekka, auf dem Wege nach Medina) zu gehen; das 
rechnete ihm Gott als Xigra an (Sur. 4, 101). Die Anderen wollten seinem 
Beispiele folgen, aber Abu SuQan liess sie zurückbringen, festsetzen und 
peinigen, und manche erlagen der Versuchung. Darauf kam die Offen- 
barung Sur. 29, 9 — 11; die machte solchen Eindruck auf die mekkanischen 
Muslime, dass sie zum zweitenmal die Flucht versuchten; und diesmal 
gelang sie. — Die mit Gewalt zurückgebrachten Muslime hatten schwer 
zu leiden und wurden gezwungen den Islam aufzugeben; Ihn Abi Sarx 
dagegen war freiwillig von Medina nach Mekka zurückgekehrt und sagte 
zu den Quraish : es lehrt ihn ^) Ibn Qammaea, ein christlicher Sklav ; ich 
habe für ihn geschrieben und dabei geändert was ich wollte. In Bezug 
darauf ward Sur. 16, 105 — 111 herabgesandt. 

Abu Isxäq b. Muxammad von Isxaq b. 'Abdallah von 'Umar b. i9b 
alXakam : Naufal b. Xuwailid rief, man brauche sich den Verrat Suraqa's 
nicht zu Herzen zu nehmen und durch den Fall 'Utba's und Shaiba's sich 
nicht entmutigen zu lassen. 



*Ubaid b, Jaxja von Mu'adh b. Rifa'a b. Räfi' von s. Vater: wir 
hörten den Teufel brüllen und wehklagen, dann floh er und stürzte sich 

*) Der Satz 66,14. 15 von jaqülu bis xakim ist fölschlich eingeschoben. 
In 66,20 ist nakkil zu lesen: „mögen sie getötet werden, mach sie den 
üebrigbleibenden zum warnenden Beispiele" ! 

^) ^j 67,10 er tröstete. 

3) näml. den Muhammed was er für Offenbarung ausgibt. 



56 Badr Ä. 2. 

mit verzweifeltem Ausruf ins Meer. Die Mekkaner aber machten darüber 
hinterher dem Suraqa, dessen Gestalt er angenommen hatte, Vorwürfe. 

Abu Isxaq alAslamij von alXasan b. 'übaidallah b. Xunain, einem 
Freigelassenen der Abbasiden, von 'ümara b. ükaima alLaithij : ein alter 
Fischer^) erzählte mir, er habe Mittags den Suraqa b. Ga'sham sich mit 
lautem Wehgeschrei ins Meer stürzen sehen. — BH. 474. 

Die Engel trugen als Abzeichön flatternde grüne, gelbe und rothe 
Turbane von Licht, und Wollbüschel an der Stirn ihrer Pferde. 

Muxammad b. Cälix von *Äcim b. 'ümar von Maxmüd b. Labid: M. 
sagte : die Engel haben Abzeichen angelegt, also thut ihrs auch ; da thaten 
sie es mit Wollzöpfen an den Helmen und Kappen. 

Musa b. Muxammad von s. Vater: Xamza trug eine Straussenfeder, 
Ali eine weisse Wollflocke, alZubair eine gelbe Kopfbinde, Abu Dugäna eine 
rothe. Nach alZubair ritten die Engel Schecken und trugen gelbe Turbane. 

'Abdallah b. Musa b. Umajja b. 'Abdallah b. Abi ümajja von Muc'ab 
b. 'Abdallah von einem Freigelassenen Suhail's von Suhail b. Amr: ich 
sah die Engel töten und binden. 

Abu üsaid: wäre ich mit euch in Badr und könnte noch sehen (er 
war erblindet), so zeigte ich euch den Spalt ^), aus dem die Engel kamen. 

Ein Ghiförit hatte sich auf einem der beiden Sandhügel von Badr 
und zwar auf dem nördlichen mit seinem Neffen eingefunden um sich 
beim Raube dem Sieger anzuschliessen, da rauschte eine Wolke an ihm 
20a vorüber voll Pferdegekeuch und Waffengeklirr, aus der er den Ruf hörte: 
vorwärts Xaizüm ! Der Neffe starb vor Schreck 3), die Wolke aber entlud 
ihren Inhalt beim Propheten und kam dann leer wieder zurück. — BH. 449. 

Xäriga b. Ibrahim b. Muxammad b. Thäbit b. Qais b. Shammäs von 
s. Vater: M. fragte Gabriel, welcher Engel denn das sei, der damals sein 
Ross Xaizum angetrieben habe; aber Gabriel sagte, er kenne auch nicht 
jeden von dem Himmelsvolk. 

'Abdalraxmän b. alXarith von. s. Vater von s. Grossvater 'übaid b. 
Abi 'übaid von Abu Ruhm den Ghifariten: ich und mein Neffe glaubten 
die Muslime würden wegen ihrer geringen Anzahl zweifellos unterliegen, 
wir begaben uns darum auf ihre Seite*). Da fuhr eine Wolke über uns 
her, aus der wir den Ruf vernahmen: vorwärts Xaizüm! und hinwieder: 
sachte, dass der Nachtrab nachkommen kann! Die Wolke Hess sich auf 
dem rechten Flügel M.'s nieder, dann kam noch eine, die sich auf dem 

t^tyt Zuhäir 10,16 ed. Ahlw. 

2) ,jaJUJ5 y>3 voläJI 71,8? Vielleicht Q^XJt ^^, 

») xJlÄ ^Uä Ui-ÄX>t 71,15. 

*) um beim Rauben nahe zu sein. Vgl. 2 Sam. 1,6. 



Badr A. 2. 57 

linken Flügel niederliess. Die Muslime aber, die uns vorher nur ein 
viertel so stark wie die Quraish vorgekommen waren, erschienen nun 
doppelt so stark. Mein Neffe starb, ich hielt mich aufrecht, und bekehrte 
mich zum Islam. 

M. sagte, der Satan sei nie so gedemütigt und erzürnt wie am Tage 
von 'Arafat und am Tage von Badr, als Gabriel die Engel commandierte. 

M. sagte: dies ist Gabriel, den Wind treibend; er sieht aus wie 
Daxja alKalbij; mir ward Sieg verliehen durch den Ostwind, und 'Ad 
ward ins Verderben gestürzt durch den Westwind. 

Abu Isxaq b. Abi 'Abdallah von 'Abdalväxid b. Abi *Aun von Calix 
b. Ibrahim von 'Abdalraxman b. 'Auf: ich sah zwei Engel links und 
rechts von M., zwei hinter und vor ihm kämpfen. 

Abu Isxaq (u. s. w. bis b. Abi 'Ann) von Zijäd dem Freigelassenen 
Sa'd's von Sa'd: ich sah zwei Engel links und rechts von M. kämpfen, 
er blickte erfreut bald zum einen bald zum andern. 

Isxaq b. Jaxja von Xamza b. Cuhaib von s. Vater: ich sah, ich 
weiss nicht wie viel Hände abhauen und tiefe Wunden schlagen, ohne 
dass Blut danach floss. 

Muxammad b. Jaxja von Abu 'üfair von Räfi' b. Xadlg von Abu 
Burda b. Nijär: ich legte drei Köpfe vor M. nieder, zwei von Männern, 20b 
die ich selbst erlegt, den dritten von einem, den ein Engel getötet hatte. 

Ihn Abi Xabiba von i)ävud b. Xucain von 'Ikrima von Ibn 'Abbas: 
nur bei Badr kämpften die Engel. In der Gestalt eines Bekannten nahten 
sie sich den Muslimen und ermutigten sie, indem sie erzählten : ich nahte 
mich den Feinden und hörte sie sagen „wenn sie (die Muslime) auf uns 
los gehen , halten wir nicht stand" — sie sind nichts werth *). Darauf 
bezieht sich Sur. 8, 12. 

Musa b. Muxammad von s. Vater: in der Zeit des Chalifen Omar 
pflegte alSäib b. Abi Xubaish alAsadij zu erzählen, ein Engel habe ihn 
bei Badr gebunden, so sei er von 'Abdalraxman b. 'Auf gefunden und zu 
M. gebracht, der alsbald Bescheid gewusst habe wie die Sache zugegangen. 
„Trotzdem verzögerte sich noch meine Bekehrung." 

'Äidh (u. s. w. wie fol. 17 a) von Xakim b. Xizäm: ich sah in Vadi 
Xalc (bei alRuvaitha) Rauch vom Himmel fallen, der die Aussicht ver- 
sperrte; da floss das Thal von Ameisen. Ich dachte gleich, es wäre eine 
himmlische Hülfe für M., und alsbald erfolgte die Flucht. 



M. hatte verboten Abu IBaxtarij zu töten, der einst in Mekka be- 
wafiiiet für ihn eingetreten war. Abu Dävud alMäzini forderte ihn auf 

») p^_^ tj-**^ 74,3 128,5 vgl. Hamas. 7,20. 



58 Badr A. 2. 

sich zu ergeben, da er aber nicht wollte, erschoss er ihn mit einem Pfeile. 
Nach anderen hat ihn alMugaddhar b. Dhijäd getötet; er sagt das selber 
in einem Liede (ßH. 447). — BH. 446 447. 
21» Auch alXarith b. 'Amir b. Naufal sollte verschont werden, wurde 

aber unerkannt getötet von Xubaib b. Jasäf. Ebenso Zam'a b. alAsvad 
von Thäbit b. alGidh'. 

Als das Handgemenge anging, betete M. (wie fol. 17b), Abubekr 
sprach ihm Trost zu, Gott aber schickte ihm 1000 Engel zu Hülfe, die 
den Feinden auf dem Nacken sassen *). Darauf verkündete M. dem Abu- 
bekr, Gabriel mit gelbem Turban sei durch die Luft geritten, dann im 
Kampfgewühl verschwunden, dann staubbedeckt^) zu ihm gekommen mit 
der Meldung, die Hülfe Gottes sei auf sein Gebet erschienen. 

M. warf eine Hand voll Kies gegen die Feinde und sprach dazu eine 
Verwünschung, da flohen sie ohne sich umzusehen; die Muslime töteten 
und banden sie. Sie hatten alle die Augen voll und wussten nicht wo- 
hin, die Engel und die Muslime töteten sie. — BH. 445. 

'Adij b. Abi Zughbä sang damals: ich bin *Adij mit dem Saxal, in 
dem ich hergehe stolz wie ein Hengst. M. fragte nach ihm, da meldete 
sich zuerst ein Mann, der auch 'Adij hiess, aber nicht der rechte war. 
Darauf erhob sich 'Adij b. Zughba und sagte: ich bin 'Adij. „Was für 
einer?" Ich bin 'Adij mit dem Saxal, in dem ich hergehe stolz wie ein 
Hengst. „Was ist der Saxal?" Das ist mein Panzer. „Du bist der 
beste 'Adij ! " 

'üqba b. Abi Mu'aie hatte ein (von Ihn Abi IZinad überliefertes) 
Lied gegen M. gedichtet : „o du Reiter der Kamelin alQacvä, der du von 
uns ausgewandert bist, in kurzem wirst du mich als Reiter zu Pferde 
sehen, wie ich meine Lanze in eurem Blute tränke und abermals tränke, 
und das Schwert wird jede Unklarheit (?) von euch nehmen." Darüber 
fluchte ihm M. Bei Badr bockte ihm das Pferd, er ward von 'Abdallah 
b. Salama al'Aglänij gefangen und auf M.'s Befehl von 'Acim b. Thabit 
hingerichtet. 

*Abdalraxman b. 'Auf pflegte zu erzählen: ich war befreundet mit 
Umajja b. Xalaf, er nannte mich, nachdem mein heidnischer Name 'Abd 
'Amr in 'Abdalraxmän umgewandelt war, stets 'Abdaliläh, weil alRaxmän 
Name Musailima's sei. Auf dem Schlachtfelde von Badr, nach der Flucht, 
traf ich ihn, aussehend wie ein braunes Kamel, mit s. Sohne 'Alij, als 
ich grade Panzer auflas. Er rief mir zu, die möchte ich liegen lassen 

so verstehe ich yXxi\ oU^^I OJ^ o^j^ ^76,3. Es ist eine Erklä- 
rung des Ausdrucks Sur. 8,9. 
') „Staub auf seinen Zähnen" 76,6. 107,19. 22. BH. 444,17. 



Badr A. 2. 59 

und lieber ihn gefangen nehmen *). Ich trieb ihn also vor mir her , er 
hielt sich für einstweilen sicher und fragte mich nach verschiedenen 
Kämpfern, unter andern nach einem kurzen untersetzten Mann, der sich 21b 
besonders ausgezeichnet habe; es war Simäk b. iarasha (Abu *Dugäna). 
Da erblickte ihn Bilal, drehte sich flink die Finger vom Teige rein, den 
er grade knetete, und hetzte die Mediner auf ihn. Er ward zu Boden 
geworfen, vergebens suchte ich ihn mit meinem Leibe zu decken; alXubäb 
b. alMundhir hieb ihm die Nasenspitze ab, Xubaib b. Jasäf schlug ihn 
tot. Vorher hatte Umajja selber dem Xubaib den Arm abgeschlagen, aber 
M. ihn wieder angeheilt. Xubaib heiratete nachmals ümajja's Tochter; 
als die die Narbe an seinem Arm sah, wünschte sie dem Gutes, der das 
gethan habe, er aber sagte: ich habe ihn schon zum Sha'üb«) hinab 
befördert. — BH. 448 449. 

Xubaib pflegte zu erzählen : ich hieb ihm durch den Panzer von der 
Schulter bis zum Gurt, dann zog ich ihm die Rüstung aus. Seinem Sohn 
*Alij, der auf mich los wollte, hieb alXubäb den Fuss ab, dass er gräss- 
lich schrie; dann tötete ihn 'Ammär. — Dass *Ammär ihn getötet habe, 
bevor ihm 'der Fuss ab war, ist nach Vak. nicht richtig. 

'übaida (u. s. w. wie fol. 5 b) von Rifa'a b. Räfi' : ich tötete Tmajja 
im Zweikampf^). 

Muxammad b. Qudama b. Musa von s. Vater von 'Äisha bint Qudama b. 
Maeh'ün: der Sohn 'ümajja's, Cafvän, fragte Qudama, wer der gewesen sei, der 
die Leute auf seinen Vater gehetzt habe. Er antwortete, es seien mehrere 
Mediner auf ihn losgegangen, und Ma'mar b. Xabib b. *übaid b. alXarith 
— ein Mann ohne Ansehen — habe sein Schwert auf ihn geschwungen. 
Da sagte er: der Affenvater! Das ward von alXarith b. Xäeib der Mutter 
Cafvän's, Karima, hinterbracht, die eine Tochter Ma'mar's war; die machte 
ihm Vorwürfe, dass er als Muslim einen Kämpfer von Badr schmähe, 22a 
worauf er sagte, er wolle es nicht wieder thun, die Aeusserung sei ihm 
unbedacht entfahren *). — Als ihr später alXubäb b. alMundhir in Mekka 
als der Mann gezeigt wurde, der ihrem Sohn 'Alij das Bein abgeschlagen 
habe, sagte sie, man solle sie damit in Ruhe lassen ; 'Alij sei als Muslim 

») Lot statt Lo 77,13 nach 86,6. Nicht übel Kremer zu 86,6: ^JUt the 

coats of mail. Es bedeutet hier die Kamele des Lösegelds. 
^ Der Scheel, nicht einfach der Tod. Das folgt aus auradtuhu 78,13, das 

man nicht wie saqaituhu oder adhaqtuhu wird verstehen dürfen. 
3) 79,3 fjXiü, 

*) ^\J^ L 79,8 verstellt, ffinter ääassj^ 79,13 scheint m zu fehlen. 

\,i^ JkA.dt ^ 79,19 ich gebe dir nicht preis, concediere nicht. 



60 Badr A. 2. 

ausgezogen und als Ungläubiger gefallen, Gott habe über ihn durch 
alXubab Schande gebracht und diesem durch ihn Ehre verliehen. 

AlZubair pflegte zu erzählen : mir begegnete *übaida b. Sa'ld b. al'Ac 
zu Pferd* in voller Rüstung, aus der nur seine Augen hervorguckten, er 
rief: ich bin der Vater des Dickbauchs, ich bin der Vater des Dickbauchs. 
Er hatte nämlich ein kleines Mädchen, das an einer Bauchschwellung 
litt und das er auf dem Arm zu tragen pflegte. Ich traf ihn mit einem 
kurzen Speer (*anaza) ins Auge, dass er hinstürzte; dann setzte ich ihm 
den Fuss auf die Backe und zog den Speer heraus, das Auge kam auch 
mit ^). Dieser Speer pflegte vor Muhammed und ebenso vor Abubekr, 
Omar und Othman hergetragen zu werden *). 

Abu Dugäna hatte 'Acim b. Abi *Auf b. Cubaira alSahmij erschlagen 
und wollte ihm eben die Rüstung ausziehen, als Omar vorüberkam und 
ihn aufforderte, das zu verschieben und weiter zu kämpfen. Das that er 
denn auch und schlachtete noch den Ma^bad b. Vahb ab, nachdem der- 
selbe in eine Grube gefallen war, die er nicht gesehen hatte. 

Die Maizumiten sagten: zu Abu Gahl lassen wir keinen heran, und 
umgaben ihn wie ein undurchdringlicher Wald^). Seinöh Harnisch 
zogen sie erst dem 'Abdallah b. alMundhir an, den tötete Ali. Darauf 
dem Abu Qais b. alFäkih, den tötete Xamza. Endlich dem Xarmala b. 
'Amr, den tötete Ali. Dann wollten sie Xälid b. alA'lam hineinstecken, 
der weigerte sich aber. Zuletzt, sagt Mu'ädh b. 'Amr b. alGamüx (er 
starb unter dem Chalifen Othman), drang ich doch, meinem Schwur ge- 
mäss, bis zu Abu Gahl vor und hieb ihm den Fuss ab. Da kam sein 
22 b Sohn 'Ikrima auf mich zu und hieb mir den Arm von der Schulter, so 
dass er bloss noch an der Haut hing. Um ihn nicht nachzuschleppen, 
trat ich darauf und zog, bis er ab war. Dann traf ich auf 'Ikrima , er 
wich aber immer aus; hätte ich meinen Arm noch gehabt, so würde er 
mir wohl nicht entgangen sein *). — BH. 450 451. 

Abu Marvän von Isxäq b. 'Abdallah von 'Amir b. Tthmän von 
Gäbir b. 'Abdallah von 'Abdalraxmän b. 'Auf: der Prophet sprach das 
Schwert Abu GahFs dem Mu'ädh zu, der ihm von 'Ikrima selber als 

*) »j3k\^ q^ 80,11 besser als KääxJU. 

') um nämlich bei der Festfeier auf dem Mucalla als sutra zu dienen: vgl. 
Buiärij I 137,21 flf. ed. Bul. und Caussin de Perceval UI 78 f. 

3) iü>.'^ 81,4. 



*) Jb für 5^ J^ 81,15. 17. BH. 451,1.2. — 81,16: einem Dattelkern zu 

vergleichen, der unter dem Mörserstein wegspringt. — »Jüj>. 81,18 zwei 
Mal. 



Badr A. 2. 61 

derjenige, der seinen Vater getötet habe, bezeichnet wurde.' Bei der 
Familie des Mu'ädh ist das Schwert noch jetzt, es hat eine Scharte. 

Thäbit b. Qais von Näfi' b.* Gubair b. Mue'im: nichts beklagten die 
Bann Mughira so sehr wie ^ den Verlust des Schwertes Abu GahFs, welches 
dem Mn'ädh zu teil ward, der ihn bei Badr erschlug. 

Abu Isxaq von Junas b. Jusuf von einem, der es von Mu'ädh hatte: 
ich bekam seinen Panzer und sein Schwert und verkaufte das Schwert 
hinterher. 

'Abdalxamld b. Ga'far von Tmar b. alXakam b. Thaubän von 
*Abdalraxman b. 'Auf: als wir des Morgens in Reih und Glied standen — 
schon in der Nacht hatte M. uns aufgestellt — , wandten sich zwei Jüng- 
linge, mit um den Hals gebundenem Wehrgehenk, an mich mit der Bitte 
ihnen Abu Gahl zu weisen, den sie zu töten oder darüber zu sterben ge- 
schworen hatten. Sie behielten ihn unverwandt im Auge, und als es zum 
Kampfe kam, töteten sie ihn und er tötete sie. Es waren die beiden 
Söhne alXarith's (und der *Afrä). 

Muxammad b. 'Auf (aus der Familie des Mu'awadh b. 'Afra) von 
Ibrahim b. Jaxja b. Zaid b. Thabit: 'Abdalraxman sagte damals: ständen 
doch stärkere Leute zu meiner Seite als diese beiden Jünglinge! 'Auf 
lief wie ein Löwe auf Abu Gahl zu und sein Bruder (Mu'awadh) war 
dicht hinter ihm. Hinterher ging M. an den Leichen vorüber, sie lagen * 
neben der Abu Gahl's. 

Muxammad b. Rifa'a b. Tha'laba b. Abi Malik: mein Vater stellte 
die grosse Jugend der zwei Söhne der 'Afrä in Abrede; „der jüngste war 
35 Jahr alt, sollte einem solchen das Schwertgehenk umgebunden^ wer- 23a 
den?*' — Vakidi entscheidet sich indessen für die gewöhnliche Meinung. 

'Abdalxamid b. Ga'far und 'Abdallah b. Abi 'übaid von Abu 'übaida 
b. Muxammad b. 'Ammär b. Jäsir von Rubajji' der Tochter des Mu'awadh : 
ich und andere medinische Frauen kauften in der Zeit des Chalifen Omar 
von Abu Gahl's Mutter, Asmä bint Mairama, Parfüm, den sie von ihrem 
Sohne 'Abdallah b. Abi Rabi'a aus Jemen bezog. Als sie aber durch den 
Schuldschein, den ich ihr ausstellen Hess, meinen Namen erfuhr, fluchte 
sie mir und nannte mich die Tochter eines Mannes, der seinen Herrn er- 
schlagen habe. Nein, sagte ich, ich bin die Tochter eines Mannes, der 
seinen Knecht erschlagen hat. Sie weigerte sich nun mir etwas zu ver- 

») Ich vermute ^1 für ^^t 82,10. 

») Vgl. oben 82,21. 22. Das Ja^ (Festbinden) des Schwertes findet also 

bloss bei ganz jungen Leuten statt. Regelrecht ist wohl das taqallud, 
aber ich habe keine Vorstellung von dem unterschiede. Besteht er bloss 
im Passivum und Aktivum? Vgl. noch 213,11. 358,9. 10. 



62 Badr A. 2. 

kaufen, und ich versetzte, ich wollte auch gar nichts von dem schlechten 
Parfüm haben. Er roch freilich sehr gut, mein Sohn, aber, mein Sohn, 
ich war aufgebracht. 

Als der Kampf sich gelegt hatte, befahl M. den Abu Gahl aufzusuchen. 
Ich fand ihn — erzählt (der Hudhalit 'Abdallah) Ihn Massud — in den 
letzten Zügen, setzte ihm den Fuss auf den Nacken und sagte: Gott sei 
Lob, dass er dich geschändet hat! Er versetzte: schände Gott einen 
Knecht, den Sohn der Mutter eines Knechts — du bist hoch empor gestiegen, 
du Schäferlein! wessen ist der Sieg? Ich antwortete: Gottes und seines 
Boten ; dann zog ich ihm den Helm vom Kopfe und kündigte ihm an, ich 
würde ihn jetzt töten. Er sprach: du bist nicht der erste Knecht, der 
seinen Herrn erschlägt; es ist das härteste, was mir heute begegnet, dass 
du mich tötest; hätte es nicht einer von den Axläf oder den Hueajjabün *) 
übernehmen können? Darnach schlug ich ihm den Kopf ab und nahm ihm 
die Waffen, damit ging ich zu M., der hoch erfreut war. Ich erzählte ihm, 
dass ich an seinem Leibe Striemen wie von Peitschen bemerkt habe. Er 
sagte: da haben ihn die Engel gehauen. Dann sagte er: er muss eine 
Schramme am Knie haben von einem Tritt her, den ich ihm beim Gast- 
mahl des Ihn Gud'än versetzt habe. Man fand auch richtig die Narbe. — 
Es heisst, dass Abu Salama b. 'Abdalasad alMaizumij damals in der Nähe 
des Propheten war und als Verwandter Abu GahFs den Ihn Massud darüber 
zur Rede stellte, dass er einen Mann getötet habe, der ihn hätte in die 
Tasche 2) stecken können. Ibn Mas'ud versetzte, er hätte ihn nicht bloss 
getötet, sondern auch ausgezogen und dabei an der Innenseite des rechten 
Oberbeins ein schwarzes Mal gefunden. Als ihm Abu Salama darüber 
noch mehr Vorwürfe machte, sagte er, er brauche sich darüber nicht zu 
entschuldigen, dass er den grössten Feind des Islam erschlagen habe. 
23 b Darauf schwieg jener still und soll hinterher Gott um Verzeihung gebeten 
haben. — Die Familie Ibn Mas'ud's behauptet das silbergeschmückte Schwert 
Abu GahPs in ihrem Besitz zu haben. Es ist aber anerkannt, dass Ibn 
Massud ihn nur zuletzt noch den Kopf abgeschlagen und dass Mu'ädh b. 
'Amr und die zwei Söhne der 'Afra ihn zu Fall gebracht haben. Zeugnis 
des Propheten darüber. — BH. 450 — 452. 

Ma'mar von alZuhrij: Muhammed hatte zu Gott gebetet, er möge 
ihm den Naufal b. Xuvailid vom Halse schaffen. Als die Qnrashiten 
geschlagen waren, rief Naufal erschrocken die Mediner an, sie sollten 
doch lieber Milch als Blut nehmen. Gabbär b. Cair nahm ihn gefangen 
und trieb ihn vor sich her, als Ali auf ihn zu kam und auf ihn einhieb. 

») BH. 84. 85. Ebenso teilte sich Taif in die Banu Malik und die Axlaf. 
2) &ir ^5 89,8. 



Badr A. 2. 63 

Zuerst sasB sein Schwert in Naufal's Schilde fest; als er es heraus hatte, 
schlag er ihm die Beine ab — sein Panzer ging nicht tief herunter — 
und machte ihm dann den Garaus. Der Prophet war sehr erfreut über 
diese Gebetserhörung. 

Ali erlegte auch al'Äc b. Sa*ld. Dessen Sohne Sa*Id sagte Omar, er 
habe al'Äc nicht getötet, obwohl er sich nichts daraus machen würde, 
denn er habe mit eigener Hand seiner Mutter Bruder, al'Äc b. Hishäm, 
umgebracht. Sa*id erwiderte, es wäre ihm nicht übel zu nehmen, wenn 
er es wirklich gethan hatte, worauf Omar sagte: die Quraish sind von 
allen Menschen die verständigsten und die unantastbarsten; alle die Böse- 
wichter '), die ihnen was wollten, hat Gott zu Boden geschlagen. — BH. 452. 

Als gegen Mittag sich die Heere mengten, erzählt Ali, sah ich auf 
einem Sandhügel einen vollgerüsteten Reiter der Mekkaner (= al'Äc) mit 
Sa'd b. Xaithama kämpfen und denselben erschlagen. Als er mich sah 
und an meinem Abzeichen erkannte, forderte er mich heraus, sprang vom 
Pferd und lief mir entgegen. Ich aber kehrte um und ging den Hügel 
herab, dass er nicht von oben über mich käme; ich war kurz von 
Gestalt. Als ich festen Stand hatte 2), liess ich ihn ankommen; einen 24a 
Streich, den er führte, fing ich mit dem Schilde auf und hieb ihm dann 
mein Schwert durch den Panzer so tief in die Schulter, dass es fest 
darin steckte. In dem Augenblick sah ich von hinten ein Schwert 
blitzen, Xamza hatte einen Hieb geführt, der ihm Helm und Schädel zer- 
schmetterte. 

Tmar b. 'üthman alGaxshij von s. Vater von s. Base : dem *ükkäsha 
b. Mixcan zerbrach sein Schwert, da gab ihm M. ein Holz, und siehe es 
war ein blankes Schwert. Er führte es bis zu seinem Tode. — BH. 452. 

Usäma b. Zaid von Dävud b. alXucain von einer Anzahl Banu *Ab- 
dalashhal : dem Salama b. Aslam zerbrach (u. s. w. wie vorhin). Er führte 
das wunderbare Schwert, bis er fiel in der Brückenschlacht unter Abu 
Tbaid. 

Xaritha b. Suräqa wurde am Wasser von einem abirrenden Pfeil in 
die Gurgel getroffen, so dass die Leute am Abend von seinem Blute trinken 
mussten. Seine Mutter und Schwester weinten nicht über ihn, > da M. 
ihnen sagte, dass er nicht bloss im „Garten", sondern im obersten Paradis 
sei. Er gab ihnen Wasser, worin er die Hände gesteckt und sich den 
Mund gespült hatte ; das tranken sie und sprengten es sich auf den Busen 
und wurden dadurch wunderbar freudig gestimmt. 

1) JJtytH 87,1. 

2) Vielleicht .ft^ 87,9; bemerkenswert LjJJ im Prädikat. — oIä:^^! 87,10. 



64 Badr A. 2. 

Hubaira b. Abi Vahb ward bei der Flucht vor Schrecken . gelähmt ») 
und konnte nicht von der Stelle; sein Verbündeter Abu üsäma alGushamij 
löste ihm den Panzer ab und hob ihn auf sein Kamel. — Nach anderen hatte 
ihm Abu üävud alMäzinij (oder Mugaddhar b. Dhijäd) einen Hieb versetzt, 
in Folge dessen er für tot liegen blieb. Abu üsäma und sein Bruder 
Malik, die Söhne Zuhair's, nahmen sich seiner an; der erstere rettete ihn 
auf seinem Kamele. Der Prophet sagte: seine beiden Hunde haben ihn 
geschützt; ein Eidgenosse wie Abu üsäma ist gleichsam ein hoher Baum 3). 
— BH. 533—536. 

Musa b. Ja'qub von s. Oheim von Abu Bakr b. Sulaiman b. Abi 
Xathma: (der Chalif) Marvän b. alXakam fragte den alten Xakim b. 
Xizäm nach Badr; der wollte zuerst nicht mit der Sprache heraus, end- 
24b lieh sagte er: es fuhr etwas vom Himmel herunter mit einem Gerassel 
wie von Kieseln in einem Kupfergefäss; der Prophet nahm eine Hand 
davon und warf damit; darauf flohen wir. 

Abu Isxaq b. Muxammad von 'Abdalraxman b. Muxammad b. 'Abd 
von 'Abdallah b. Tha'laba b. Cu'air: Naufal b. Mu*avija alDuilij erzählt 
Aehnliches. 

'Abdalraxmän b. al'Avväm, als er auf der Flucht Xakim b. Xizam 
hinter sich herlaufen sah, sagte zu seinem Bruder 'übaidallah, welcher 
hinkte und nicht gut zu Fuss war, er solle vom Kamel absteigen und 
Xakim reiten lassen, da er dessen Rettung für wichtiger hielt. Als sie 
mit einander nach Marr alOhahran kamen, erinnerte Xakim an das Omen, 
das sich dort mit Abu Gahl's Kamel zugetragen hatte; darauf hin hätte 
doch eigentlich kein Verständiger ausziehen dürfen*)! 

'Abdalraxmän b. alXarith von Muxallad b. Xufäf von s. Vater: auf 
der Flucht warfen die Mekkaner die Panzer weg und die verfolgenden 
Muslime lasen sie auf; ich brachte drei Panzer mit zu Hause, den einen 
erkannte später ein Qurashit für den Panzer alXarith's b. Hisham. 

Muxammad b. Abi Xumaid von 'Abdallah b. 'Amr b. ümajja von s. 
Vater: die Fliehenden sagten selber, sie hätten sich -benommen wie die 
Weiber. 

Qubath b. Ashjam alKinanij: die Mekkaner waren weit zahlreicher 
als die Muslime, im Fliehen sagte ich zu mir selber: vor so was fliehen 
sonst nur Weiber. Als uns die Verfolger auf den Fersen waren, konnte 

1) Jücs «^ Jii^üt 88,20. 91,6. 2) 89^4. 266, 3. fol. 151 a. 



3) „Xakim sagte: hol derj Henker den Abu Gahl, dass er behauptet, der 
Tag sei dahin, der Tag ist noch wie er ist; er wünschte nämlich es 
möchte Abend werden, damit die Verfolgung aufhöre*'. Er macht wohl 
einen Witz, indem Abu Gahl das dhahaba Inaharu uneigentlich meint. 



Badr A. 2. 65 

mein Begleiter vor Angst nicht weiter; ich aber machte mich auf und 
kam noch vor Sonnenaufgang nach Ghaiqa (Östlicli von alSuqjä, 1 Tage- 25 a 
reise von alFuru*, 8 Poststationen von Medina), wo ich von einem Stamm- 
genossen ein Kamel und Zehrung bekam. Ich hielt mich links von der 
Strasse, als Führer kannte ich die Wege genau. In alGuxfa kam ich 
wieder auf die Strasse; in alGhamim sah ich den XuzaMten alXaisumän 
b. Xäbis, ich hätte ihm voran kommen können, Hess ihn aber zuerst 
die Botschaft nach Mekka bringen , wo er schlechten Dank erntete *). 
Ich blieb dann eine Zeit in Mekka, bis nach der Grabenschlacht. Da 
machte ich mich auf nach Medina und traf den Propheten inmitten seiner 
Genossen bei der Moschee. Ich kannte ihn nicht, er aber fragte mich: 
Qubäth, bist du der der bei Badr gesagt hat : vor so was fliehen sonst 
nur Weiber? Da bekannte ich den Islam, icli hatte das Wort nur zu 
mir selbst gesagt und nichts davon verraten. 

Zu Beginn des Kampfes hatte M. gesagt : wer einen Feind tötet, er- 
hält das und das, und wer einen gefangen nimmt, erhält das und das. 
Nach der Flucht nun legten sich einige Muslime aufs Plündern, andere 
verfolgten die Feinde und töteten und machten Gefangene. Ein Teil 
aber blieb bei der Hütte M.'s, um ihn nicht ungedeckt zu lassen, unter 
ihnen Sa'd b. Mu'ädh nebst anderen vornehmen Männern. Als die sich 
darüber beklagten, dass sie nun nichts abkriegten, erschien Sur. 8, 1. 42, 
wonach die sämmtliche Beute abgeliefert, gefünftet, und dann verteilt 
werden sollte. — BH. 456. 

Ja'qüb b. Mugähid Abu Xazra von 'Ubäda b. alValid b. 'Ubäda 
von s. Vater von s. Grossvater *übada b. alCämit: wir überliessen die 
Beute Gott und seinem Boten; der Fünfte ward damals noch nicht 
eingeführt, sondern erst später, bei der nächsten Beute.' — Dasselbe 
berichtete 'Abdalmuhaiman b. 'Abbas b. Sahl von s. Vater von Abu 
Usaid alSä'idJj. 

Ibn Abi Sabra von Sulaiman b. Suxaim von Ikrima: die Beute 
wurde zusammengebracht und ganz gleichmässig verteilt , ohne dass der 25 b 
besser Ausgerüstete vor den üebrigen einen Vorzug bekam. Sa'd meinte, 
ein Reiter müsse eigentlich mehr haben; aber der Prophet schalt ihn und 
sagte: habt ihr denn nicht eben durch eure kleinen Leute den Sieg ge- 
wonnen? 

'Abdalxamid b. Ga'far von Musa b. Sa'd b. Zaid b. Thabit: M. liess 
ausrufen : wenn einer einen getötet hat, so gebühren ihm die Spolien, 
und wenn einer einen Gefangenen gemacht hat, so gehört ihm der. Was 
aber im Lager gefunden oder ohne Kampf erbeutet wurde, wurde gleich- 

1) 2 Sam 18,20. 

Väkidi, Muhunmed. 5 



66 l^r A. 2. 

massig *) verteilt. — Vakidi fragte den 'Abdalxamid , wer denn di6 
Waffen Abu GahPs bekommen habe? Er antwortete: nach Xäriga b. 'Ab- 
dallah b. Ka'b bekam sie Mu'ädh b. 'Amr, nach Sa'id b. Xalid alQäriehij (?) 
bekam sie Ihn Massud. 

Ali bekam Panzer und Helm alValids, Xamza die Waffen 'ütba's, 
*Ubaida and seine Erbeu den Panzer Shaiba's. 

Muxammad b. Jaxja b. Sahl von s. Oheim Muxammad b. Sahl b. 
Abi Xathma: die Gefangenen und die Spolien wurden abgegeben und 
sammt der Beute gleichmässig verteilt^). — Das Richtige ist, dass M. 
das, was er als Prämie ausgesetzt hatte'), den Einzelnen überliess, das 
Uebrige aber gleichmässig verteilte. — BH. 458. 

Muxammad (u. s. w. wie vorhin): die Aufsicht über die Beute gab 
M. dem Ka'b b. *Amr alMäzinij, und er verteilte sie in Sajar. — Nach 
anderen hatte Xubäb b. alAratt die Aufsicht. 

Ihn Abi Sabra von alMusawar b. Rifa'a von 'Abdallah b. Muknaf 
aus der medin. Familie Xaritha: die zu verteilende Beute bestand aus 
Kamelen, Reisegeräth, und Kleidern; es kam auf den Mann ein Kamel 
mit Reitzeug, oder zwei Kamele, oder ein paar Lederdecken. Es wurden 
317 Lose gemacht für 313 Personen und zwei Pferde. Acht abwesende 
Personen bekamen doch Anteil, nämlich drei Emigranten: Othman, der 
26» bei seinem kranken Weibe Ruqajja geblieben war, Öalxa und Sa'id, welche 
auf Kundschaft nach alXaurä gesandt waren (fol. 4b), und fünf Mediner: 
Abu Lubäba b. 'Abdalmundhir, der als M.'s Stellvertreter für Medina, 
*Äcim b. 'Adij, der als stellvertretender Imam für Qubä und arÄlija 
zurückgelassen war, alXarith b. Xäeib, dem M. etwas bei den Banu 'Amr 
b. Auf aufgetragen hatte, ]^avvät b. Gubair und alXarith b. alCamma, denen 
in alRauxä ihr Kamel verunglückt war. — Es heisst, dass auch Sa'd b. 
'übäda, den ein Schlangenbiss zurückhielt, Anteil bekommen habe, des- 
gleichen Sa'd b. Mälik alSä'idij, der krank war und in M.'s Abwesenheit 
starb, und noch zwei andere Mediner. 

Ihn Abi Sabra von Ja'qub b. Zaid von s. Vater: die Anteile der 
14 gefallenen Muslime fielen an die Erben. Zaid b. Oalxa hörte von 
'Abdallah dem Sohne des gefallenen Sa'd b. Xaithama: wir bekamen den 
Anteil Sa'ds, 'üvaim b. Sä'ida überbrachte ihn uns. 

1) ^(^ ^ 93,17. 95,11 (BH. 476,12 ^t^ ^) ist hier auffallender Weise 

gleichbedeutend mit ^[^ ^^^ 93,9, während es sonst heisst: nach kurzer 
Pause. 

^ J^ statt JOCÄJ 95,10. Der mubäriz hatte sich selber das nafal ange- 
eignet, ohne dass M. es ihm ausgesetzt hatte. 
^ zu Beginn des Kampfes fol. 25a, nämlich die Spolien und die Gefangenen. 



ßadr A. 2. 67 

Ibn Abi Sabra von alMusavvar von 'Abdallah b. Muknaf von alSäib 
b. Abi Lubäba b. 'Abdalmundhir: uns überbrachte Ma*n b. 'Adij den An- 
teil des gefallenen Mubasshir b. 'Abdalmundhir. 

Man erbeutete 150 Kamele und viel Leder. Eine rote Decke wurde 
vermisst; der Verdacht wurde geäussert, dass M. sie unterschlagen habe. 
Darauf erfolgte die Offenbarung Sur. 3,155. Es stellte sich heraus, dass 
einer sie gestohlen und vergraben hatte. Der Prophet wurde angegangen, 
Gott um Vergebung für den Missethäter zu bitten, er wollte aber nicht *). 

AlMiqdad pflegte zu sagen, er habe damals einen Teil für sich und 
einen für sein Pferd bekommen. Nach andern bekam das Pferd zwei 
Teüe. 

'Abdalmagid von Abu 'Abs von Abu 'üfair Muxammad b. Sahir Abu 
Borda b. Nijär bekam das Pferd Zam'a's b. alAsvad; 10 Pferde waren 
erbeutet. Den Kamelhengst Abu GahFs bekam M.; er benutzte ihn zum 26b 
Bespringen und auf Feldzügen, bis er ihn bei alXudaibija opferte, obwohl 
ihm 100 Kamele dafür geboten wurden. M. bekam einen Voranteil (cafij) 
vor der Verteilung der Beute. 

'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Dhakvän von s. Vater von 'übaidallah 
b. 'Abdallah b. 'Utba von Ibn 'Abbäs , und Muxammad b. 'Abdallah von 
alZuhrij von Sa'id b. alMusajjib : damals bekam M. sein Schwert Dhu-lfaqär, 
welches dem Munabbih b. alXaggäg gehört hatte. Vorher hatte ihm Sa'd 
b. IJbäda ein Schwert, namens al'Acb, gegeben, und seinen Panzer Dhät- 
alFucül. 

Ibn Abi Sabra von Calix b. Kaisan : M. hatte überhaupt kein Schwert, 
als er nach Badr zog. 

'Abdalmuhaiman b. 'Abbas b. Sahl von s. Vater von Abu Usaid 
alSä'idij: ich habe von Arqam b. Abi lArqam mehr als einen Schaden 
gehabt. Bei Badr bekam er das Schwert alMarzubän des Ibn 'Äidh 
alMaizumy, welches ich erbeutet, aber dann wieder abgegeben hatte, vom 
Propheten geschenkt, der keinem eine Bitte abschlagen konnte 2). Ein an- 
deres Mal hatte eine Ghul mein Söhnchen Jafa'a auf den Arm genommen 
und entfuhrt, er kam des Wegs, mein Söhnchen schrie ihn um Hülfe an, 
er aber kehrte sich nicht daran, da die Ghul sich für seine Wärterin aus- 
gab. „Gab es denn damals noch Ghule?" Ja, damals noch, jetzt sind 
sie verschwunden. Dann hatte sich ein Pferd aus meinem Hofe losge- 
rissen, er traf es in alGhaba und ritt darauf zurück bis dicht vor Medina ; 
da liess er es entlaufen und ich habe es heute noch nicht wieder. 

Abu Bakr (u. s. w. wie in No. 3) von Sa'd; ich bat M. um das 



>) 98,1 f. M^ ^ O^'^ '^ ßS- ^^'^' 



68 Badr A. 2. 

Schwert des 'Äc b. Muijabbih und erhielt es; in Beziehung auf mich ward 
Sur. 8,1 offenbart. 

Die vier Knechte, die an der Schlacht teilnahmen, bekamen keine 
Lose, sondern wurden beschenkt, am reichsten Shuqrän, der Knecht des 
Propheten, dem die Gefangenen anvertraut waren und der für jeden Ge- 
fangenen etwas bekam, so dass er am Ende viel mehr hatte als der An- 
teil eines Freien betrug. 

Abu Bakr (u. s. w. wie in No. 3) von Sa'd : ich schoss Suhail b. 'Amr 
in die Höftsehne; als ich der Blutspur nachging um ihn zu fangen, war 
27 a mir Mälik b. alDuxshum zuvorgekommen und hielt ihn am Stirnhaar. 
Der Prophet^) nahm ihn beiden ab. In alRauxa entlief er dem Malik; 
M. sagte, wer ihn finde, solle ihn töten ; da fand er ihn selber und tötete 
ihn nicht. 

*Isa b. Xafc b. 'Acim von s. Vater: Ma^bad b. Vahb von den Banu 
Sa*d b. Laith, der Gefangene Abu Burda's, ward von Omar zusammenge- 
hauen, nach anderen von Abu Burda selber. 

Abu Bakr (u. s. w. wie in No. 3): M. verbot dem Sa'd zu erzählen, 
dass sein Bruder 'ümair gefallen sei; sonst lasse er keinen Gefangenen 
am Leben. 

Xälid b. alHaitham, der Freigelassene der Hashimiden, von Jaxja 
b. Abi Kuthajjir: M. verbot, dass einer dem anderen seinen Gefangenen 
entreisse und ihn umbringe ; zum Aerger des Sa'd b. Mu'ädh, der sie gern 
hingeschlachtet hätte. 

Als in alUthail die Gefangenen dem M. vorgeführt wurden, warf er 
auf alNacr b. alXarith, der ihn selber und den Koran verhöhnt hatte, 
einen Blick, der jenen in Angst setzte*). Muc'ab b. 'ümair, den er um 
Fürbitte bat, wollte sich nicht für ihn verwenden. AlNacr: hätte Qaraish 
dich gebunden, so würdest du nicht getötet, so lange ich am Leben wäre I 
Muc'ab : das glaube ich wohl, aber ich bin in anderer Lage wie du, denn 
der Islam hat durch die alten Verhältnisse *) einen Schnitt gemacht. Zwar 
widersetzte sich alMiqdad, der ihn gebunden hatte, der Tötung seines Ge- 
fangenen ; doch musste er damit zufrieden sein, dass M. betete, Gott möge 
ihm das erhoffte Lösegeld reichlich ersetzen. Die Hinrichtung ward auf 
M.'s Befehl durch Ali vollzogen. — BH. 458. 

>) Löli 100,6 vermutlich für Uli. 

*) jAO^Jt swXjt 101,8 = er brachte ihn ausser sieb, wie eine Bremse die Kuh. 

*) C>j^xl\ nicht bloss die Verträge, sondern die herkömmlichen Rechte und 
Pflichten. 



Badr A. 2. 69 

Dem gefangenen Suhail b. 'Amr wollte Omar seine (hervorstehenden 
108,21. 138,17) Vorderzähne ausziehen, damit seine Zunge heraushänge 
und er keine Reden mehr gegen M. halten könne. Aber M. untersagte 
jede Verstümmelung und bemerkte, vielleicht würde Omar noch einmal 27b 
an dem Auftreten SuhaiFs als Redner Gefallen haben. Wirklich hielt 
Suhail auf die Nachricht von M.'s Tode die gleiche Rede in Mekka, die 
Abubekr in Medina hielt; und Omar, als er davon hörte, gab dem Pro- 
pheten Zeugnis. — BH. 463. 

Ali pflegte zu erzählen, M. habe es auf Gabriers Veranlassung den 
Muslimen freigestellt, ihre Gefangenen zu töten oder Lösegeld zu nehmen 
und sich Zeugen für das Zahlungsversprechen stellen zu lassen. Wer 
aber das Zahlungsversprechen angenommen habe^), sei als Märtyrer bei 
üxud gefallen. 

Die Gefangenen wandten sich an Abubekr, dass er ein gutes Wort 
für sie einlege, und an Omar, dass er nichts gegen sie thun möge. Jener 
verwandte sich eifrig für sie bei M., dieser aber hielt ihm das Widerspiel 28a 
und verlangte ihre Hinrichtung. M. schwankte eine Weile, endlich ent- 
schied er, dass die Gefangenen nicht umsonst frei kommen, sondern Löse- 
geld bezahlen oder hingerichtet werden sollten. Jedoch mit Suhail b. 
Baicä (vielmehr mit seinem Bruder Sahl, sagt Vakidi), der in Mekka offen 
den Islam bekannt hatte, machte M. auf Bitten 'Abdallah's b. Massud nach 
einigem Besinnen eine Ausnahme. Hinterher sagte er: „käme die Ver- 
geltung für Bädr, so würde niemand frei ausgehen als Omar, der sagte, 
man solle die Gefangenen töten". Sa'd b. Mu'ädh sagte übrigens dasselbe 
wie Omar ^). 

Ma'mar von alZuhrij von Muxammad b. Gubair b, Mue*im: M. 
sagte damals: wäre Mue'im b. 'Adij am Leben, so würde ich ihm diese 

1) ^'J^ Jolä 102,6. 8. 9. 10. Mit oL^Aä^! wird gespielt. Zeile 6 kann 

es nur heissen: Zeugen fordern; qäbilu ist Subject, fi zu streichen, das 
zweite minhum ebenso zu verstehen wie das erste, nämlich von den Ge- 
fangenen. In Z. 8 ist es doppelsinnig, je nachdem man es activ oder 
passiv nimmt: a) es möge sich Zeugen stellen lassen, wer von euch ihr 
Zahlversprechen annimmt, b) es wird unter euch zum Blutzeugen gemacht 
werden, wer u. s. w.; die zweite Möglichkeit ist durch minkum nähergelegt. 
Zeile 9 kann nur übersetzt werden: es mögen Märtyrer aus uns genommen 
werden. — Wie so oft, scheint auch hier das Wort (nämlich das theolo- 
gische Misverständnis des juristischen istishhäd) die Mutter der Sache 
geworden zu sein. 
^) Der Satz J^^AÄ^t bis A-^fJ^ 102,11. 12 ist, wenn echt, Parenthese. — 

L^li^lit Lo 103,14 sie Hessen uns nicht zu Worte kommen über die 

Gefangenen; vgl. BH. 463,7. — lu^ 104,18 im Menschen. 



70 Badr A. 2. 

Ekel ^) schenken. Mue'im hatte ihm Schutz gewährt, als er von Täif zu- 
rückkam. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Sa'id b. alMusajjib: den 
Dichter Abu 'Azza ('Amr b. 'Abdallah b. 'Umair alGumaxij) gab M. seiner 
fünf unversorgten Töchter wegen auf seine Bitte frei und erhielt von ihm 

2*b das Versprechen, dass er nie wieder gegen ihn kämpfen wolle. Auf Zu- 
reden des Cafvän b. Umajja, der sich erbot, ihn zu einem vermöglichen 
Mann zu machen oder sonst für seine verwaisten Töchter zu sorgen, ging 
er aber doch mit nach Uxud und fiel abermals den Muslimen in die Hände, 
als der einzige Gefangene. Er legte sich wieder auf's Flehen, aber jetzt 
war M. unerbittlich; er solle sich nicht in Mokka den Mund wischen') 
und sagen: ich habe ihn zweimal angeführt. — BH. 591. 

Isxaq b. Xäzim von Rabi'a b. Jazid von alZuhrij von Sa'id b. alMu- 
sajjib: M. gab 'Acim b. Thabit den Befehl ihn hinzurichten, indem er 
sagte: ein Muslim lässt sich nicht zweimal aus demselben Loche stechen. 
Die gefallenen Mekkaner wurden in einen zugeschütteten Brunnen 
geworfen; nur Umajja b. Xalaf ward liegen gelassen, ein fetter Mann, 
dessen Fleisch schon am selben Tage aufgeschwollen war und auseinander 
ging, als man ihn hineinwerfen wollte. Als Ttba, ein beleibter Mann mit 
Pockennarben im Gesicht, zum Brunnen geschleift ward, veränderte sich 
der Ausdruck seines Sohnes Abu Xudhaifa, weil er nun die Hoffnung ihn 
bekehrt zu sehen aufgeben musste. M. ging unter den Leichen herum 
und Hess sich von Abubekr jedesmal sagen, wessen Leiche er vor sich 
habe; bei Abu Gahl drückte er seine besondere Befriedigung aus. Als 
sie begraben waren, stellte er sich an den Brunnen und rief hinein : o Abu 
Gahl, Ttba, hat euch euer Herr Wort gehalten wie mir mein Herr Wort 
gehalten hat? ihr seid eurem Propheten schlechte Verwandte gewesen, 
und Fremde haben mich aufgenommen! Darauf aufmerksam gemacht, dass 
sie ja tot seien und die Anrede nicht hörten, sagte er: sie haben er- 
fahren, dass ihnen ihr Herr erfüllt hat, was er ihneij drohte. — BH. 453 ff. 
Die Flucht war Mittags; 'Abdallah b. Ka'b wurde, mit einigen Ge- 
hülfen, beauftragt die Beute zu sammeln und fortzuschaffen; nach dem 
Nachmittagsgebet brach M. von Badr auf und war noch vor Sonnenunter- 
gang in alüthail, wo er übernachtete. Er fragte, wer die Wache über- 

29a nehmen wollte; es meldete sich niemand, bis auf einen Mann, der sich 
auf Befragen Dhakvän nannte. Auf eine zweite Aufforderung meldete sich 
auch nur einer ; er nannte sich Ihn 'Abdqais. Zum dritten mal erhob sich 

^) ^c^ 105,3 eig. Stinker, als Schimpfwort für die Gefangenen. 

') \ti^^jj:ojL^ ^ M »M,»j ^ 105,20. Der Sinn ist entweder derselbe wie Proverb. 30,20, 
oder: du sollst dir nicht wohlgeföllig den Bart streichen. VgL fol. 71b, 



Badr A. 2. 71 

wieder einer, Abu Sabu'. Als aber dann M. sagte: macht ihr drei euch 
also auf!, stand blos ein einziger auf, Abu Sabu' Dhakvan b.'Abdqais; 
er hatte alle dreimal sich gemeldet^). 

Nach anderen betete M. das Nachmittagsgebet schon in alUthail und 
hatte dabei eine Begegnung mit Michael und Gabriel, die ihn lächeln machte. 

In Irq alGhabja Hess M. seinen Feind Tqba b. Abi Mu'aie, den 
'Abdallah b. Salama arAglänij gefangen hatte, trotz flehentlichen Bittens 
durch *Acim b. Thabit hinrichten^). — BH. 458. 

Muxammad b. Jaxja b. Sahl b. Abi Xathma von s. Vater von s. 
Grossvater: in Sajar, einem Orte') in alCafrä, wurde die Beute verteilt. 

Von alUthail aus schickte M. Zaid b. Xaritha und 'Abdallah b. Ra- 
växa nach Medina voraus; Sonntag vor Mittag kamen sie an, von aPAcaba 
her. In aPAqiq blieb Ibn Raväxa zurück und rief auf seinem Kamel die 
Siegesbotschaft aus. 'Acim b. 'Adij trat an ihn heran und fragte ihn 
leise, ob es wahr wäre; er antwortete: ja bei Gott, und morgen kommt 
der Bote Gottes selber mit den Gefangenen! Dann ging er die ganze 
'Älija (wo die Banu 'Amr b. 'Auf und Xaema und Väil wohnen) durch 
und sagte es Haus bei Haus an; und die Kinder liefen bis zu den Banu 
Umajja b. Zaid und sagten : getötet ist Abu Gahl der Bösewicht ! Zaid b. 
Xaritha aber, auf M.'s Kamel alQacva, brachte die Botschaft nach der 
Stadt und rief sie laut aus auf dem Platze alMucallä; er kam gerade 
an, als Ruqajja auf dem Baqi' begraben wurde. Die Leute glaubten ihm 
aber nicht, besonders die Heuchler und die Juden; sie äusserten, er sei 29b 
ausgerissen auf Muhammed's Kamele, nachdem dieser selbst mit seinen 
vornehmsten Genossen in der Schlacht geblieben sei; bis die Gläubigen, 
z. B. Abu Lubaba, in Zorn gerieten und sie in Furcht setzten, üsama 
b. Zaid: ich fragte meinen Vater, ob er die Wahrheit sage, und als er 
mir's versicherte, ging ich zu dem Heuchler, von dem ich jene Aeusserung 
gehört hatte, und drohte ihm, M. werde ihm den Kopf abschlagen; er 
sagte: es ist nur das, was ich die Leute habe sagen hören. — BH. 457. 

Dann kam Ji. mit den Gefangenen *) , 49 Mann , aber ursprünglich 
waren es 70 ; die vornehmsten Xazxagiten gingen ihm nach alRauxä ent- 
gegen, und gratulierten ihm. Salama b. Saläma meinte, dazu wäre kein 
Grund, sie hätten nur alte Kahlköpfe totgeschlagen; aber M. wies ihn 
zurecht; es seien höchst ehrwürdige Leute gewesen, wenn auch schlecht 
gegen ihren Propheten. Da bekam Salama einen Schrecken und erinnerte 

^) -julXJb 107,9 ist kaum möglich. Die Erzählung wird fol. 52 a wiederholt. 

^) Es scheint, dass min baini man 108,5 auszusprechen ist; nicht wie 180,11. 

») shi'b, vgl. 143,4 BH. 458. 

*) 109,22 vgl. indessen 112,5 (qudima zweimal). 113,11. 12. BH. 459, 



72 Badr A. 2. 

sich, dass M. sich von ihm fern gehalten habe, seitdem er auf dem Hin- 
wege in alRauxa dem Beduinen die hässliche Antwort gegeben. M. nahm 
seine Entschuldigung an, er gehörte zu s. nächsten Genossen. — BH. 458. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij: Abu Hind alBajäcij, der Frei- 
gelassene des Farva b. 'Amr, kam dem Propheten mit einem Schlauch 
voll Xais') entgegen, worauf dieser den Medinern empfahl, ihn als ihres 
gleichen anzusehen und ihm das Connubium zu gewähren. — BH. 458 f. 

Ihn Abi Sabra von 'Abdallah b. SuQan: Usaid b. Xucair erklärte, 
er habe nicht gewusst, dass es gegen den Feind gehe und sei darum 
nicht mitgezogen; M. glaubte ihm. 

'Abdallah b. Nüx von Xubaib b. 'Abdalraxman : in Turban entschul- 
digte 'Abdallah b. Unais sein Zuhausebleiben; er habe das Fieber gehabt'). 

In Shanüka bat der gefangene Suhail b. Amr den Malik b. alDnxshum 
um Permiss zur Verrichtung eines Bedürfnisses, aber vergebens wartete 
Malik auf sein Wiederkommen, er hatte sich von seinen Banden befreit 
und war entlaufen. Nun ward eine allgemeine Suche auf ihn eröffiiet; 
M. sagte, wer ihn finde, solle ihn töten. Er entdeckte ihn schliesslich 
selber in einem Samuragebüsch, band ihm die Hände auf den Nacken 
30 a und koppelte ihn an sein Kamel ; er musste bis Medina beiher laufen. 

Isxaq b. Xäzim von 'Abdallah b. Miqsam von Gäbir b. ^Abdallah: 
M. liess Usama b. Zaid, der ihm entgegen kam, vor sich auf seinem Kamel 
alQacvä sitzen, während Suhail gebunden zur Seite ging, „er der in Mekka 
das Brot zu essen gab^. 

'Abdalraxman b. 'Abdal'aziz von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm von 
Jaxja b. 'Abdalraxman b. As'ad b. Zurära : als Sauda, von der Klage über 
'Auf und Mu'avvadh im Hause der 'Afrä zurückkehrend, ihren Verwandten 
Suhail gebunden bei ihrem Hause stehen sah — die Frauen waren da- 
mals noch unverschleiert — , sagte sie: ihr habt euch ergeben, Abu Jazid? 
konntet ihr nicht als wackere Männer sterben? Da hörte sie unversehens 
M. aus dem Hause rufen: o Sauda, im Kampf gegen Gott und seinen 
Boten? Sie antwortete erschrocken: o Prophet Gottes, ich konnte mich 
nicht halten als ich ihn so stehen saht — BH. 459. 

Xälid b. Aljäs von Abu Bakr b. 'Abdallah b. Abi Gahm: als Umm 
Salama, auf die Nachricht die Gefangenen seien da von der Klage bei 
'Afrä zurückkehrend, ihre Verwandten Xalid b. Hisham b. alMughira und 
ümajja b. Abi Xudhaifa b. alMughira in ihrer Wohnung fand, redete sie 

*) Zu vi^s-k^^- s. BH. 458,20 und vgl. nDPI- Xais ist ein Gemisch aus 

Datteln, Butter und trockenem Quark. 
*) Ojj^ 111,7 fieberkrank, eig. gerötet. 



Badr A. 2. 73 

sie nicht an, sondern fragte erst den Propheten , der sich bei 'Aisha be- 
fand, um Erlaubnis, sie aufzunehmen und zu pflegen. Er gab sie ihr. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij : M. ermahnte zu guter Behand- 
lung der Gefangenen. Abu TAc b. alRabi'a, einer der Gefangenen, er- 
zählte, ihre Wirte hätten selber nur Datteln gegessen, ihnen aber Brod 
gegeben, und da es sparsam gewesen, jeden Brocken ihnen zugetragen. 
Dasselbe bestätigt alValid b. alValid b. alMughira und setzt hinzu, ihre 
Herren hätten sie reiten lassen und wären selber zu Fuss gegangen. 

Muxammad (wie vorhin): M. kam einen Tag nach den Gefangenen 
an. Nach anderen am Abend des Tages, wo sie ankamen. — BH. 459. 

Auf dem Hinweg nach Badr waren zwei Qurashiten in Dhu-Guvä 
zurückgeblieben und unterhielten sich in der mondhellen Nacht. Da 
hörten sie in ihrer Nähe aus unsichtbarem Munde ein Lied (überliefert 
von 'Abdallah b. Abi 'Ubaida b. Muxammad b. 'Ammär b. Jäsir) : die 
Xanifiten haben Badr mit einem Schlage heimgesucht, vo^ dem die 
Grundpfeiler Kosru's und des Kaisers erbeben, der die stummen Berge 
erklingen lässt und die Kabilen zwischen alVatlr und Xaibar in Schrecken 
setzt, der bewirkt, dass die beiden Axshabberge von der Stelle rücken 
und edle Weiber sich entblössen, um stöhnend ihre Brüste zu schlagen. 
Erschrocken liefen die beiden Jünglinge zurück nach Mekka, wo sie im 30b 
Xigr in der späten Stunde noch ein paar Greise fanden und sich von 
ihnen die Verse erklären Hessen ') ; sie kriegten hinterher beide das Fieber. 
Zwei oder drei Tage darauf brachte der Xuza'it alXaisuman die Nach- 
richt der Niederlage nach Mekka; sie waren geneigt ihn für nicht recht 
klug zii halten, mussten sich aber vom Gegenteil überzeugen, als er sich 
durch eine Finte des Cafvan b. ümajja, der sich im Xigr der Ka'ba ver- 
steckte und hoffte, er würde ihn nun auch unter den Gefallenen aufzählen, 
nicht anführen liess. — BH. 460. 

Als der Negus die Nachricht von Badr bekam, erzählte er sie hoch- 
erfreut sogleich Ali's Bruder Ga'far und den übrigen Emigranten; er er- 
innerte sich der Gegend von Badr, wo er einst die Schafe gehütet hatte, 
und beschrieb sie als nahe an der Küste gelegen und von einem Fluss 
durchzogen ^). 

Nach der Rückkehr des geschlagenen Heeres forderte Abu Sufjan 
die Mekkaner auf, ihren Zorn nicht zu v^rweinen und den Muslimen 
keine Gelegenheit zur Schadenfreude zu geben, sondern nur der Rache 
zu gedenken; er selbst wolle sich des Oeles und der Weiber enthalten, 

114,2 f.: die Form X j^gAJLa ^ t ist nicht alt. 
2) vi>i<A:>t 114,20. 



74 Badr A. 2. 

bis er gegen Muhammed za Felde gezogen sei. Wirklich hörte man in 
Mekka einen ganzen Monat lang keinen Dichter ein Trauerlied vortragen 
und kein Klageweib die Klage rufen. — BH. 461. 

Die Ankunft der Gefangenen in Medina machte auf die Heuchler 
und die Juden einen niederschlagenden Eindruck ; der Unterschied zwi- 
schen Glaube und Unglaube ward offenbar. Besonders aufgeregt war 
Ka'b b. al'Ashraf, er ging nach Mekka, wo er bei Abu Vadä'a b. Cubaira *) 
abstieg, und Hess dort Spottlieder über die Muslime und ein Trauerlied 
über die gefallenen Qurashiten los. (Es folgen einige Verse aus dem Liede 
31 « BH. 548 f., die dem Vakidi von Ibn Abi IZinäd und zwei Anderen diktirt 
sind; darauf die Angabe, dass Xassän b. Thabit jeden Mekkaner durch- 
hechelte, bei dem Ka'b abstieg, bis er nach Medina zurückkehrte.) Das 
Trauerlied Ka'b's war bald in aller Munde, und nun war kein Haltens 
mehr; einen Monat lang dauerte die Klage in Mekka, und sie erscholl 
in jedem Hause *). — Der alte erblindete alAsvad b. alMueealib Hess 
sich, so lange die Klage in Mekka verboten war, hinaus führen auf den 
Weg, den sein gefallener Sohn Zam'a gezogen war, betrank sich dort 
und weinte über ihn und streute Erde auf sein Haupt '). 

Muc'ab b. Thäbit von *Isa b. Ma'mar von 'Abbäd b. 'Abdallah b. 
alZubair von 'Äisha: die Qurashiten hatten sich verabredet, sich mit der 
Lösung ihrer Gefangenen nicht zu beeilen und über ihre Toten nicht zu 
weinen. Als aber der blinde alAsvad, dem drei seiner Söhne gefallen 
waren, Zam'a und 'Aqil und alXärith, nachts ein Weib über ihr entlau- 
fenes Kamel jammern hörte, da fing er auch an zu klagen, denn sein 
Herz brannte ihm *). Seine Verse (BH. 462. Hamas. 397) sind dem Vakidi 
von Ibn Abi IZinäd überliefert. — BH. 461 f. 

») vgl. fol. 32 b und 45 a. 

2) 116,7: ^^yJ^ ^^^Ji^^S ^t q^^S ••••• LT^ß j^ pU^I j> 

^2^^Uj L^t ^z>'^ '•■ JaJt Q.irh*i^ »3j)i\ ^^ .jju^t. Ich verstehe 

nicht Alles genau. Wo ich die Punkte gesetzt habe, steht der Satz: 
so oft das Reitkamel oder das Pferd eines Erschlagenen gebracht wurde, 
sammelten sich darum die Klagenden. Er passt sachlich nicht her, da er 
von der Anschauung ausgeht, dass die Klage gleich nach der Rückkehr 
des fluchtigen Heeres losbrach, und fügt sich auch grammatisch nicht, da 
janüxüna masculinisch ist. Damit soll jedoch nicht bezweifelt werden, 
dass er von Vakidi herrührt. 
*) Q-yc^t Q-u 116,14 eine Zeit lang, s. Gauh. und Qamus unter jXJ. — 

j-«ÄJ aJ 116,18 hat verboten; vgl. Bux. I 66,5 »^Lj ^. 

*) |V^' lF!^ ^^'^'^ ^^® ^^^'^ nOD^ Hosea 11,8 Gen. 43,30. 1 Reg. 3,26 
vgl. Lukas 24,32 = ich konnte mich nicht halten. 



Badr A. 2. 75 

Hind, Abu Sufjan's Frau, deren Vater 'ütba sammt ihrem Bruder und 
Oheim gefallen waren , wollte nicht weinen , da nur die Rache ihren 3ib 
Schmerz lindem könne. Sie verschwur es sich zu salben und dem Lager 
ihres Mannes zu nahen, und enthielt sich dessen bis zur Schlacht von 
Uxud. 

Als Naufal b. Mu'ävija der Duilit, der auch mit bei Badr gefochten 
hatte, von dem Weinen zu Mekka erfuhr, reiste er hin und machte den 
Qurashiten darüber Vorwürfe. Abu Sufjan sagte, er könne nichts dafür; 
in seinem Geschlecht ('Abdshams) habe er keine Klage geduldet, obwohl 
er mit am schwersten betroffen sei durch den Verlust seines Sohnes 
Xanehala und so vieler edler Mekkaner, durch deren Tod die Stadt ver- 
ödet sei*). 

Mu'ädh b. Muxammad al Ancärij von 'Acim b. Tmar b. Qatäda : Cafvän 
b. ümajja erbot sich (bei einem Gespräch im Xigr) dem 'ümair b. Vahb 
alGumaxij, seine Schulden zu bezahlen und für seine Kinder aufs beste 
zu sorgen, wenn er Muhammed aus der Welt schaffe, 'ümair ging darauf 
ein, er schärfte und vergiftete sein Schwert und reiste dann,. von Cafvan 
mit einem Kamel und Zehrung ausgestattet, nach Medina, unter dem Vor- 
wand, seinen gefangenen Sohn lösen zu wollen: der wahre Zweck blieb 
geheim. In Medina angekommen hielt er bei der Moschee und hing sein 
Schwert um; da sah ihn Omar, fasste Verdacht und rief: fasst den Hund, 
es ist der, der den Kampf bei Badr begann und unsere Zahl dem Feinde 
mitteilte. Da packten sie ihn und Omar führte ihn zum Propheten, indem 
er sein Schwert festhielt. Er wünschte M. einen „guten Morgen" (in 'am 32a 
cabäxan, Imrualqais 40,1. 52,1); M. belehrte ihn, der islamische Gruös 
sei „Friede mit dir! (salämun 'alaika)'', worauf er erwiderte, M. müsse 
den hergebrachten Gruss doch noch in frischem Gedächtnis haben. Bei 
dem nun beginnenden Verhör wollte 'ümair Ausflüchte machen, aber M. 
sagte ihm auf den Kopf, in welchem Vorhaben er gekommen sei; erstaunt 
bekannte und. bekehrte sich 'ümair; M. befahl ihn den Koran zu lehren 
und seinen Sohn frei zu geben. Indessen wartete Cafvan ungeduldig auf 
Nachricht und fragte jeden Reisenden, ob in Medina nichts vorgefallen sei; 
er war aber sehr enttäuscht, als er erfuhr was geschehen war, fluchte 
dem 'ümair und verstiess seine Kinder. Mit M.'s Erlaubnis präsentierte 
sich 'ümair selber in Mekka und machte grossen Eindruck mit der Ge- 
schichte von seiner Bekehrung, so dass viele dem Islam zufielen *). 

Muxammad b. Abi Xumaid von 'Abdallah b. 'Amr b. ümajja (b. Cafvan?): 
da 'ümair bei seiner Rückkehr nach Mekka nicht zuerst bei Cafvän, der 

^)^jtL^\ 118,13. 

2) p^ \^jj>' 119,14. ViJ^LiJ 121,18 als Verwandten behandehi. 



76 Badr A. 2. 

ihn abgesandt hatte, einkehrte, erkannte dieser, dass er abtrünnig gewor- 
den sei, und schwur, von nun an') kein Wort mehr mit ihm zu reden 
und weder ihm noch den Seinen je etwas Gutes zu erweisen. 'Umair 
versuchte zwar im Xigr, wo er ihn traf, mit ihm anzuknüpfen; aber er 
wandte sich ab und antwortete nicht. — BG. 472 ff. 

Verzeichnis der „Gastgeber", welche Kamele für das mekkanische 

^^^ Heer schlachteten. Sie sollen alle bei Badr gefallen sein (vgl. fol. 36a, 

wo dieselbe Sache ausführlicher und an passenderer Stelle behandelt wird). 

Hisham b. 'ümära von Tthmän b. Abi Sulaiman von Näfi' b. Gu- 
bair b. Mue'im von s. Vater: ich kam, um Gefangene zu lösen, nach 
Medina, und legte mich nach dem Nachmittagsgebete in der Moschee 
schlafen. Da ward ich beim Abendgebete aufgeweckt durch M.'s Vortrag 
von Sur. 52 ; damals drang zuerst der Islam in mein Herz. 

'Abdallah b. 'üthman b. Abi Sulaiman von s. Vater: es kamen 
14 Qurashiten um Gefangene zu losen. 

Shu'aib b. 'übäda von Bushair b. Muxammad b. 'Abdallah b. Zaid: 
es kamen 15, zuerst alMueoalib, drei Tage später die andern. 

Muxammad b. Calix von *Acim b. 'Umar b. Qatada von Jazid b. 
alNu'man b. Bashir von s. Vater: M. setzte das Lösegeld auf 4000 
Dirbam fest. 

Isxäq b. Jaxja von Nafi' b. Gubair : das Lösegeld bewegte sich zwischen 
4000 — 1000 Dirham, einige wurden umsonst freigelassen. Für Abu Vadä'a 
hatte M. den Preis hoch gesetzt, weil er einen gewitzten und vermögen- 
den Sohn habe. Er war der erste, der losgekauft wurde; gegen die Ver- 
abredung (sich nicht zu übereilen, damit M. nicht die Preise steigere) 
und gegen s. eigenes Versprechen brach sein Sohn alMueealib heimlich 
des Nachts auf, erreichte in 4 Tagen Medina und löste seinen Vater für 
4000 Dinare. Die Anderen machten ihm darüber Vorwürfe; er erwiderte: 
ich konnte ihn nicht in Feindes Hand lassen, da ihr die Hände in den 
Schoss legtet. Abu Sufjan sagte : der junge Mann hält grosse Stücke von 
seiner Einsicht und verdirbt euch das Geschäft; ich hätte auch wohl die 
Mittel meinen 'Amr zu lösen, aber ich werde nichts, zu eurem Schaden, 
auf eigene Faust unternehmen^). — BH. 462. 

Verzeichnis der Personen, welche um Gefangene zu lösen nach Me- 
dina kamen. Von Abdshams: alValid b. 'üqba b. Abi Mu'aie und 'Amr 
b. alRabi', der Bruder des Abu TÄc. Von Naufal b. 'Abdmanäf : Gubair 

*)-^t. Q^ 123,11 von diesem Anfang an. 

2) ^^Lp 125,7 gegenseitige üeberstürzung. «A^^ 125,7. 8 die Mittel 

haben, im Stande sein; gerade wie im Syr. und Hebr. — l3-*wuüo 125,9; 

fSS^S 125,15 wie 119,3. 



Badr A. 2. 77 

b. Mue'im. Von 'Abdaldär: Galxa b. Abi Galxa. Von Asad: Tthman 
b. Abi Xubaish. Von Maizum : 'Abdallah b. Abi Rabi'a, Xalid b. alValid, 
Hisham b. alValid b. alMughira, Farva b. alSäib, 'Ikrima b. Abi Gahl. 
Von GnmaK : übaij b. ialaf und Tmair b. Vahb. Von Sahm : alMueealib 
b. Abi Vadä'a und *Amr b. Qais. Von Malik b. Xasl: Mikraz b. Xafc 
b. alAijaf. 

AlMundhir b. Sa'd von *Isa b. Ma'mar von 'Abbäd b. 'Abdallah von 33» 
'Äisha: M.'s Tochter Zainab sandte ein Halsband der Xadlga, welches 
diese ihr an ihrem Hochzeitstage gegeben hatte ^), als Lösegeld für ihren 
Mann Abu TÄc, durch dessen Bruder 'Amr. M. wurde darüber gerührt 
und bat, es ihr zurückzuerstatten und Abu TÄc umsonst frei zu geben. 
Das geschah denn auch ; der ihn gefangen hielt, war Abdallah b. Gubair 
b. alNu'män, der Bruder Xawäts. Dem Abu TÄc ward aber die Ver- 
pflichtung auferlegt, Zainab nach Medina gehen zu lassen. — BH. 464 ff. 

Folgt eine Erklärung der achten Sure fol. 33 a — 34 b. Zu 8,6 wird be- 
merkt, dass viele Mediner von dem Zuge nichts wissen wollten und dass 
sich grosser Streit darüber erhob. Unrichtig wird däbira Ikäfirln 8,7 
auf die bei Badr gefallenen Mekkaner gedeutet^). Murdif in 8,9 = einer 
hinter dem anderen. Widerwärtig wird lijueeahirakum8,ll auf Fälle 
wie den fol. 14b erwähnten des Rifä'a bezogen (indem angenommen wird, 
die Waschung sei nicht vollzogen). Tastaftixü 8,19 soll auf das Ge- 
bet Abu Gahl's fol. 18b gehen. Vers 20: bei üxud. Vataxünü amä- 
nätikum 8,27 = gebt Gott wieder heraus, was er euch anvertraut hatte 
(d. h. alle eure Habe, vgl. v. 28). Vers 30: vor der Xigra. Vers 32 = 
Aeusserung alNacr's, auf welche die Verse 37,176. 177 antworten. Vers 43 : . 
die Muslime waren auf dieser, die Mekkaner auf jener Seite eines Sand- 
hugels, der zwischen ihnen lag'); die Karawane Abu Suflan's aber zog 
unterhalb Badr's an der Küste hin. 'An bajjinatin 8,44 = 'alä 
'ndhrin vaxuggatin. Sallama8,45 nämlich al tanäzu'a. Vers 49: 
wie das Heer der Mekkaner. Vers 50 : alles dies that Suraqa b. Ga'sham, 

angeblich aus Onyx von Ohafär, wie 'Äisha's berühmtes Halsband. 

^ Der Erfolg von Badr ist nur das Angeld auf die hier ausgesprochene 
viel weiter gehende Erwartung. Der Ausdruck (6,45) besagt: auch der 
letzte Mann der Ungläubigen, oder: die Ungl. bis auf den letzten Mann 
= D^ni^^D n^lXl^ Arnos 1,8, welches Ewald richtig versteht, im Ge- 
gensatz zu den übrigen Auslegern. 

*} Diese Erklärung von s^iAfi scheint mir richtiger als die fol. 15 a gegebene, 

wo es von den beiden üfem des Vadi verstanden wird; und zwar wegen 
der folgenden Worte : hättet ihr euch ein Stelldichein geben wollen , so 
hättet ihr euch verfehlt, aber trotzdem (unter viel schwierigeren Bedin- 
gungen, da ihr nichts von einander ahntet) brachte euch Gott zusammen. 



78 Badr A. 2. 

• 

in den sich, wie man sagt, der Teufel verwandelt hatte. Vers 51:. die 
mekkanischen Jünglinge, die vorher schon einmal gläuhig gewesen waren. 
Vaadbäraham 8,52 Knnja für astähaham. Vers 57: Qainnqä^ und 
Nacir und Quraieha. Vers 60 erschien in Bezug auf die Qainuqä^ Die 
Anderen in Vers 62 sind die Juden von Xaibar. In Vers 63 sind die 
Quraieha gemeint ; in Vers 64 die Quraieha und alNacir. Vers 66 wurde 
durch V. 67 aufgehoben (vgl. Kremer 132,21 ff.). Vers 68 f.: eigentlich 
hätten die Gefangenen getötet werden sollen, doch war nun einmal die 
Erlaubnis gegeben, irdischen Gewinn aus ihnen zu ziehen. Vers 73 : den 
Muslimen, die nicht nach Medina übersiedeln, muss Beistand gegen Feinde 
geleistet werden, ausser gegen solche, die mit Muhammed im Vertrage 
stehen. In Vers 76 wird das Erbrecht nach der Verwandtschaft auch 
für das medinische Gemeinwesen wieder hergestellt, gegen Vers 73'). 

:ui) Auf Badr beziehen sich die Drohungen Sur. 44,15. 25,77. 22,54. 

23,79. 54,45. 7,184. 73,11. 17,82. 10,109. 8,16. Eerner 14,33. 23,66. 
32,21. — BH. 476 ff. 

Aufzählung der Gefangenen. Von Häshim: 'Aqil b. Abi Gälib, ge- 
bunden von 'Ubaid b. Aus dem Ghafariten, und ein aus Fihr stammender 
Xalif Naufal b. alXarith^). Von alMueealib b. 'Abdmanäf: alSaib 
b. 'Ubaid und 'Ubaid b. 'Amr b. 'Alqama, beide gebunden von Salama 
b. Aslam dem Ashhaliten, umsonst freigegeben, da sie arm waren. Von 

35a 'Abdshams b. 'Abdmanäf: *üqba b. Abi Mu'aie, der in alCafrä hin- 
gerichtet wurde; und alXarith b. Abi Vaxra, geb. von Sa'd b. Abi Vaqqäc 
und demselben (nach Muxammad b. Jaxja b. Sahl von Abu 'Ufair) durchs 
Los wiederum zufallend, von alValid b. 'Uqba gelöst um 4000 Dirham; 
und *Amr b. Abi Sufjan, von Ali gebunden und durchs Los dem Pro- 
pheten zugefallen, ausgewechselt gegen einen in Mekka festgenommenen 
muslimischen Pilger Sa'd b. Nu*män b. Akkäl von den Bann Mu'ävija; 
und Abu TÄc b. alRabi*, gebunden von Xiräsh b. alCamma; und ein 
Xalif Abu Risha, den 'Amr b. alRabi* löste; und 'Amr b. alAzrak, den 
derselbe loskaufte und zwar von Xirash's Freigelassenen Tamlm; und 
*üqba b. alXarith b. alXa6ramij, gebunden von 'Umära b. Xazm, bei der 
Vertheilung dem Ubaij b. Ka'b zugefallen, gelöst von 'Amr b. Sufjän b. 



Lies UT 127,1. qUxI^^ L^ (J*^^' (*^J^-^f 128,6. ia:>l3 128,16. 
J^Lb^ (und wird anspruchsvoll) 129,1. In 131,17 ist zwischen ^^^xJU^I 
und JLää!! Jlft eine Partie übersprungen: ».j^jujt ^ ».g^N«-***.^' i^yL 

') Den Gabbar b. Caxr und 'ütba gebunden hatten BH. 500,1. 2 vgl. Va- 
kidi 133,22.- 



Badr A. 2. 79 

Umajja; und Abu TAc b. Naufal b. 'Abdshams,' gebunden von 'Ammär 
b. Jäsir, gelöst von einem Vetter. Von Naufal b. 'Abdmanäf drei: 
'Adij b. alXijär, gebunden von Xiräsh b. alCamma; und der Xalif Tthmän 
b. *Abdshams, ein Brudersohn 'ütba's b. Ghazvän, geb. von Xaritha b. 
alNu^män; und Abu Thaur, gebunden von Abu Marthad alGhanav^j, gelöst 
von Gubair b. Mue'im. Von 'Abdaldär b. Quccaij zwei: Abu 'Aziz 
b. 'ümair, gebunden von Abu IJasar, durchs Los an Muxriz b. Nacla ge- 
fallen, Bruder Muc'ab's b. 'ümair, welcher letztere seinem Besitzer den 
Rat gab, ihn ja recht fest zu halten und nur gegen hohen Preis loszu- 
geben, da seine Mutter viel Geld habe („das rätst du ihm in Betreff 
meiner!** „„er ist mir ein näherer Bruder als du.""), gelöst um 4000 
Dirham; und alAsvad b. 'Ämir b. alXarith b. alSabbäq, gebunden von 
Xamza, gelöst von Galxa b. Abi Oalxa. Von Asad b. ^AbdaTuzza 
drei: alSäib b. Abi Xubaish b. alMueealib b. Asad, gebunden von ^Ab- 
dalraxman b. *Auf ; und alXarith b. 'Äidh, geb. von Xäeib b. Abi Balta'a; 
und Sälim b. ghammäx, geb. von Sa'd b. Abi Vaqqäc; alle drei gelöst 
um je 4000 Dirham von 'Uthmän b. Abi Xubaish. Vom Taim: Malik 
b. ^Abdallah b. 'üthmän, gebunden von Queba b. 'Amir, starb als Ge- 
fangener in Medina. Von Maizüm acht *) : Xälid b. Hishäm b. alMughira, 
geb. von Saväd b. Ghazijja; und Umajja b. Abi Xudhaifa b. alMughira, 
geb. von Biläl; und 'üthman b. 'Abdallah b. alMughira, geb. von Väqid 
b. 'Abdallah alTamimij, dem er bei Naxla entronnen war — diese drei 
gelöst um je 4000 Dirham von 'Abdallah b. Abi Rabi'a; femer alValid b. 
alValid b. alMughira, den sein Bruder Xalid von 'Abdallah b. Gaxsh 
(nach andern von Salle b. Qais alMäzinij) um 4000 Dirham löste — wäh- 
rend sein anderer Bruder Hishäm, der nicht von derselben Mutter war, 35b 
nur bis 3000 gehen wollte — in Dhu-lXulaifa lief alValid seinen beiden 
Brüdern weg , nach Medina zurück , um den Islam anzunehmen , er habe 
das nicht früher thun wollen um nicht den Schein zu erwecken, dass er 
es nur um nicht das Lösegeld zu bezahlen gethan habe; ferner Qais b. 
alSäib, «geb. von 'Abda b. alXasxäs, gelöst nach längerem Warten von 
seinem Bruder Farva um 4000 Dirham, die aber teilweise in Waare ge- 
zahlt wurden; und Abu 'Aeä 'Abdallah b. alSäib b. 'Äidh, gebunden von 
Sa'd b. Abi Vaqqäc, gelöst um 1000 Dirham; und Caifij b. Abi Rifa'a 
b. 'Äidh b. 'Abdallah b. 'Umar Maizum, der nach einiger Zeit umsonst 
freigelassen wurde, da er kein Geld hatte ; und sein Bruder Abu IMundhir, 
gelöst um 2000 Dirham ; und alMueealib b. Xaneab b. alXarith b. 'Ubaid 
b. 'Umar b. Maizum, gebunden von Abu Ajjüb und nach einer Weile 
umsonst freigegeben; und ein 'uqailitischer Xalif Xalid b. alA'lam, von 

*) in Wahrheit zehn. 



80 Badr A. 2. 

Xubäb b. alMandhir gebunden und von 'Ikrima gelöst. Von Gumax 
vier*): 'Abdallah b. übaij b. Xalaf, den sein Vater von Farva b. 'Amr 
alBajäcij nach einigem Handeln loskaufte; und Abu *Azza'(s. fol. 28 ab); und 
Vahb b. Tmair b. Vahb (fol. 31b, 32 a); und Rabi'a b. Därig b. aPAnbas 
b. Vahbän b. Vahb b. Xudhäfa b. Gumax, der kein Geld hatte und für 
eine Kleinigkeit freikam; und alFäkih, der Freigelassene Umajja's b. 
Xalaf, gebunden von Sa'd b. Abi Vaqqäc. Von Sahm b. 'Amr vier: 
Abu Vadä'a b. Cubaira (fol. 32 b) ; und Far>'a b. Qais b. Xudhäfa b. Su'aid 
b. Sa'd b. Sahm, den 'Amr b. Qais um 4000 Dirham von Thabit b. Aqram 
loskaufte ; und Xanehala b. Qablca b. Xudhäfa, gebunden von Tthmän b. 
Maeh'ün; und Xaggäg b. alXärith b. Sa'd, gebunden von 'Abdalraxman b. 
'Auf und nachdem er entsprungen war von Abu Dävud alMäzinij wieder 
eingefangen. Von Mälik b. Xasl drei: Suhail b. *Amr b. 'Abdshams b. 
3ßa 'Abdvudd b. Nacr b. Mälik, gebunden von Malik b. alDuxshum (dessen 
Verse wie bei BH. 462), gelost um 4000 Dirham von Mikraz b. Xafc b. 
alAxjaf, der an seiner statt in Medina haftete, bis jener von Mekka das 
Geld schickte 2); und 'Abd b. Zam'a b. Qais b. Nacr b. Malik, ein Frei- 
gelassener SuhaiFs, gebunden von 'ümair b. 'Auf; und 'Abdalraxman 
(eigentl. 'Abdal'uzza) b. Mashnü' b. Vaqdän b. Qais, den alNu'man b. Malik 
gefangen genommen hatte. Von Fihr: alGufail b. Abi Qunai' und Ihn 
Gaxdam. — BH. 459 f. 462 ff. 

Verschiedene Angaben über die Zahl der Gefangenen: 49,70, mehr 
als 70,74; nach allen Angaben aber ist die Zahl der gefangenen und der 
gefallenen Mekkaner gleich. 

Namen der Gastgeber (fol. 32 ab). 'Abdallah b. Ga'far von Muxammad 
b. 'Uthman alJarbü'ij von 'Abdalraxman b. Sa'id b. Jarbü' : es waren neun. 
Drei von 'Abdmanäf : 'Utba und Shaiba und alKarith b. 'Amir b. Naufal 
b. 'Abdmanäf. Zwei von Asad: Zam'a b. alAsvad und Naufal b. Xuvailid. 
Einer von Maizüm: Abu Gahl. Einer von Gumax: Umajja b. %BlB.t 
Zwei von Sahm : Nubaih und Munabbih die Söhne alXaggäg's. — BH. 475. 

Isma'il b. Ibrahim von Musa b. 'üqba: zuerst schlachtete ihnen Abu 
Gahl in Marr alGhahran 10 Kamele, dann Umajja in Usfan 9, dann Suhail 
in Qudaid 10, dann Shaiba bei einer Wasserstelle abseits vom Wege nach 
dem Meere zu 9, dann 'Utba in Guxfa 10, dann Qais alGumaxij in alAbvä 
9, dann einer 10, dann alXarith 9, dann Abu IBaitarij am Wasser von 
Badr 10, dann Miqjas daselbst 9, dann nahm sie der Krieg in Anspruch 
und sie assen von ihrer Reisezehrung. — Ibn Abi IZinäd glaubt nicht, 

*) es folgen fünf. 

^^t 138,16 ist Akkusativ abhängig von ^wto,. 



ßadr A. 2. 81 

dass Miqjas ein einziges Kamel zur Verfügung gehabt habe; Vakidi kennt 
Qais alGumaxij nicht. 

'Abdallah b. Ga'far von Umm Bakr bint alMusawar von ihrem Vater : 
es trugen mehrere Personen zu einer Bewirtung bei, aber man schrieb sie 
dann einem einzigen zu und schwieg von den übrigen. 

Verzeichnis der zu Badr gefallenen Muslime. Es waren 14, 6 Emi- 
granten und 8 Mediner. 

Von alMueealib b. 'Abd Manäf: 'Ubaida b. alXarith, von Shaiba ge- 36 b 
tötet, vom Propheten begraben in alCafrä. Von Zuhra: Tmair b. Abi 
Vaqqäc, getötet von 'Amr b. 'Abd (Vudd); und 'Umair b. 'Abd Amr 
Dhu-lshimälain, getötet von Abu Usäma alGumaxij. Von 'Adij b. Ka'b: 
'Äqil b. Abi IBukair, ein Xalif aus Sa'd b. Bakr, getötet von Mälik b. 
Zuhair alGumaxij", und Omar's Freigelassener Mihga', den 'Ämir b. 
alXacramij tötete. Von alXarith b. Fihr: Cafvän b. Baicä, den Ou'aima 
b. 'Adij tötete. — BH. 506. 

Von 'Amr b. 'Auf: Mubasshir b. 'Abdalmundhir, den Abu Thaur tötete, 
und Sa'd b. Xaithama, den 'Amr b. 'Abd (Vudd) oder Gu'aima b. 'Adij 
tötete. Von 'Adij b. alNaggär: Xaritha b. Suräqa, den Xabbän b. al'Araqa 
erschoss. Von Mälik b. alNaggär: 'Auf und Mu'awadh, die Abu Gahl 
tötete. Von Salama b. Xaräm : 'Umair b. alXumäm b. alGamüx, den Xalid 
b. aLA'lam tötete — dieser soll der erste Gefallene von den Medinern ge- 
wesen sein, nach andern aber Xaritha. Von Zuraiq: Räfi' b. alMu'alla, 
den 'Ikrima tötete. Von alXarith b. alXazrag: Jazid b. alXarith b. Fusxum, 
den Naufal b. Mu'ävija alDuilij tötete. — BH. 506 f. 

Ibn Abi Xabiba von Davnd b. alXucain von 'Ikrima von Ihn 'Abbäs : 
auch Anasa, M.'s Freigelassener, fiel bei Badr. 

AlThaurij von alZubair b. 'Adij von 'Aeä von Ibn 'Abbäs: M. betete 
über den Gefallenen. 

Junas b. Muxammad alGhafarij: mein Vater zeigte mir vier Gräber 
in Sajar und drei in alDabba unterhalb der Quelle alMusta'gila als Gräber 
der zu Badr Gefallenen und das Grab 'übaida's in Dhat-Agdäl unterhalb 
der Quelle alGadval. 

Junas b. Muxammad von Mu'ädh b. Rufa'a: Mu'ädh b. Mä'ic ward 
bei Badr verwundet und starb an seiner Wunde in Medina. 'Ubaid b. 
Sakan ward krank und starb bei der Rückkehr. 

Jaxja b. 'Abdal'azlz von Sä'ld b. 'Amr: der erste Mediner, der im Islam 
einen Feind tötete, ist 'Äcim b. Thäbit, welcher den 'Amir b. alXacramij 
erschlug ; der erste gefallene Muslim ist Mihga', den 'Amir tötete ; der erste 
gefallene Mediner ist 'Umair b. alXumäm, nach anderen Xaritha b. Suräqa. 

Verzeichnis der gefallenen Mekkaner. Von Abd Shams zwölf: 
Xanehala b. Abi Suflan, den Ali tötete; und alXarith b. alXacramij, den 37a 

Väkidi, Muhammedi 6 



82 Ba<)r A. 1 

'Ammär b. Jäsir tötete; und *Ainir b. alXacramij, den ^Acim b. Thabit 
tütete; und der Freigelassene Tmair b. Abi Tmair, getötet von Abu 
Xudbaifa's Freigelassenem Sälim; und dessen Sobn; und Tbaida b. Sa'id 
b. aFÄc, den alZubair tötete; und aPÄc b. Sa'id, den Ali töte^; und 
'Uqba b. Abi Mu'aie, den 'Acim b. Thabit in alCafrä hinrichtete; und 
Ttba und Shaiba und alValid; und ein Xalif von Anmär, 'Amir b. 'Ab- 
dallah, den Ali, nach anderen Sa'd b. Mu'ädh tötete. Von Naufal zwei: 
alXarith b. 'Amir b. NaufaL, den Xubaib b. Jasäf tötete; und Gu'aima b. 
'Adij, den Xamza tötete. Von As ad fünf: Zam'a b. alAsvad, den Abu 
Dugäna, nach anderen Thabit b. alGadha^ tötete; und alXarith b. Zam'a, 
den Ali tötete; und 'Aqll b. alAsvad, den Xamza und Ali zusammen, 
nach anderen Ali allein tötete; und Abu IBaitarij al'Äc b. Hishäm, den 
alMugaddhar b. Dhijäd, nach anderen Abu Dävud alMäzinij, nach anderen 
Abu IJasar tötete; und Naufal b. Xuvailid b. Asad Ihn al'Adavijja, den 
Ali tötete. Von 'Abdaldar b. Qucaij: alNacr b. alXarith b. Ealada, 
den Ali in alUthail hinrichtete; und Zaid b. Mnlaic, der Freigelassene 
*Umair's b. Hashim b. 'Abdmanaf b. *Abdaldar, den Ali, nach anderen 
Biläl, tötete. Von Taim b. Murra zwei: Tmair b. Tthman b. 'Amr 
b. Ka'b b. Sa'd b. Taim, den Ali tötete; und Tthman b. Mälik b. 'Ubaidallah 
b. *Uthman, den Cuhaib tötete. Von Mai zum b. Jaqaeha neunzehn; 
37 b und zwar zunächst von den Bann IMughira: Abu Gabi b. Hishäm b. al- 
Mughlra; und sein Bruder al'Äc, den Omar tötete; und der Xalif Jazid 
b. Tamim alTamimij, den *Ammär b. Jäsir, nach anderen Ali, tötete; und 
der Xalif Abu Musäfi* alAsh'arij, den Abu Dugana tötete; und Xarmala 
b. 'Amr b. Abi Utba, den Ali tötete; und Abu Qais b. alValid b. alMu- 
ghira, den Ali tötete ; und Abu Qais b. alFäkih b. alMughira, den Xamza, 
nach anderen Xubäb b. 'Amr b. alMundhir, tötete; und Massud b. Abi 
Umajja b. alMughira, den Ali tötete. Sodann von den Banu 'Äidh b. 'Ab- 
dallah b. 'Umar b. Maizum: Eifa'a b. Umajja b. *Äidh, den Sa'd b. 
alRabi' tötete ; und sein Bruder Abu IMundhir, den Ma'n b. 'Adij al'Aglanij 
tötete; und sein Bruder 'Abdallah, den Ali tötete; und sein Bruder Zu- 
hair, den Abu Usaid alSa'idij tötete ; und sein Bruder alSäib, den 'Abdal- 
raxman b. 'Auf tötete; und alSäib b. Caifij b. 'Äidh, den alZubair tötete; 
und alAsvad b. 'Abdalasad b. Hiläl b. 'Abdallah b. 'Umar b. Maizum, 
den Xamza tötete; und zwei Xalif e von Bajji, 'Amr b. Su^an, den Jazid 
b. Ruqaish, und s. Bruder Gabbär, den Abu Burda tötete. Endlich von 
den Banu 'Äidh b. 'Amrän b. Maizum: Xägiz b. Saib b. 'üvaimir b. 'Äidh, 
den Ali tötete; und 'üvaimir b. 'Äidh, den alNu'man b. Abi Malik tötete. 
Von Gumax b. 'Amr b. Hucaic sieben^): Umajja b. l^alaf, den 

^) es sind acht, und dabei wird Sahm b. 'Amr mit zu Gumax b. 'Amr gestellt. 



ßadr A. 1 . " 83 . 

Xubaib b. Jasäf und Biläl zusammen töteten, nach andern Rifa'a b. Räfi' ; 
und sein Sohn 'Alij, den 'Ammär b. Jäsir tötete; und Aus b. alMu'abbir 
b. Landhän, den 'Uthman b. Maeh'ün und Ali zusammen töteten, nach 
andereik *Uthman allein; und Munabbih b. alXaggäg, den Abu IJasar, 
nach anderen Ali, nach anderen Abu Usaid, tötete ; und sein Bruder Nu- 
baih, den Ali tötete; und aFÄc b. Munabbih, den Ali tötete; und Abu 
TÄc b. Qais b. 'Adij b. Sa'd b. Sahm, den Abu Dugana, nach anderen 
Ali, tötete; und 'Acim b. Abi 'Auf b. Cubaira b. Su'aid b. Sa'd, den Abu 
Dugana .tötete. Von 'Amir b. Luaij und zwar von Mälik b. Xasl: der 
Xalif Mu'avija b. 'Abdqais, den 'Ukkasha b. Mixcan tötete ; und der kal- 
bitische Xalif Ma'bad b. Vahb, den Abu Dugana tötete. Alles in Allem 
49 Gefallene *) , davon tötete Ali allein oder zusammen mit einem An- 38« 
deren 22. — BH. 507 ff. 

Verzeichnis der muslimischen Kämpfer von Badr. Ihre Zahl betrug 
313, einschliesslich der acht, die ohne zu kämpfen ein Los bekamen. 
Nach IbnAbbas kämpften 20 Freigelassene bei Badr. Das Heer bestand 
nur aus Emigranten und Medinem nebst ihren Xalif en uhd Freigelassenen. 

Qurashiten. Von Häshim acht (abgerechnet den Knecht Shuqrän, 
der kein Los bekam): Muhammed, Xamza, Ali, Zaid b. Xaritha, Abu 
Marthad Kannäz b. Xucain alGhanavij, ein Xalif Xamza's, nebst seinem 
Sohne Marthad, Anasa und Abu Kabsha, zwei Freigelassene M.'s. Nach 
'AbdaPaziz b. Muxammad von Ga'far b. Muxammad von s. Vater hat 
M. auch Ali's Bruder Ga'far Los und Anteil gegeben, aber der wird von 
den übrigen Autoritäten nicht genannt und steht auch nicht in der Original- 
urkunde^). Von alMue'oalib vier: 'Ubaida b. alXarith b. alMueealib, 
und seine* Brüder alXucain und alGufail, und Misoax b. Uthätha b. 'Ab- 
bäd b. alMueealib. Von 'Abdshams sechszehn: Othman, der zwar bei 
Rnqajja zu Hause blieb, aber doch Los und Anteil bekam, Abu Xudhaifa 
b. 'ütba und sein Freigelassener Salim. Von ihren Xalifen aus Ghanm 
b. Dudan: 'Abdallah b. Gaxsh, 'ükkäsha b. Mixcan, Abu Sinän b. Mixcan 
und sein Sohn Sinän, Shugä' b. Vahb und 'üqba b. Vahb, Rabi'a b. 
Aktham , JazTd b. Ruqaish , und Muxriz b. Nacla. Von ihren Xalifen 
aus Sulaim: Mälik und Midläg und Thiqäf, die Söhne 'Amr's. Dazu ein 
Xalif aus Gajji : Suvaid b. Maishij , statt dessen alZuhrij den Abu Maxshij 
Arthad b. Xumaira aus Asad Xuzaima nennt *). Cubaix, ein Freigelassener 

') es werden in Wahrheit 52 aufgeführt. 

2) v-jU^5 jJs^ ^5 152,21 bedeutet im Original. Vgl. fol. 140a: M. 

bekam das von Ali geschriebene Original (cadra Ikitabi), Suhail die 
Copie (sangatahu) des Vertrages. 

3) ^^.^-M-AJl ^y» 153,182. 

6* 



. 84 • Badr A. 2. 

von al'Äc, hatte auch die Absicht mit auszuziehen, ward aber krank, und 
gab sein Kamel dem Abu Salama b. 'Abdalasad, hinterher machte er alle 
Feldzüge des Propheten mit. Von Naufal zwei: 'ütba b. Ghazvän 
Mälik b. alXarith b. Mazin [des Bruders von Sulaim*)] b. 'Ikrima; und 
dessen Freigelassener Xubäb. Von Asad drei: alZnbair, und der Xalif 
38b Xäeib b. Abi Balta'a, und dessen Freigelassener Sa*d. Von 'Abd b. 
Qncaij: Oulaib b. Tmair b. Vahb^). Von 'Abdaldär b. Qucaij zwei: 
Muc'ab b. 'ümair, und Suvaibie b. Xarmala b. Malik b. *Umaila b. alSabbäq 
b. 'Abdaldar. Von Zuhra b. Kiläb acht: 'Abdalraxman b. /Auf b. 
'Abd'auf b. 'Abdalxarith b. Zuhra, Sa*d b. Abi Vaqqäc b. ühaib b. 'Abd- 
manäf b. Zuhra, und dessen Bruder Tmair. Von ihren Xalifen: 'Ab- 
dallah b. Mas'ud der Hudhalit, und alMiqdäd b. 'Amr b. Tha'laba b. Malik 
b. Rabi'a b. Thumäma b. Maerüd b. Zuhair b. Tha'laba b. Malik b. al- 
Sharld b. Fäs b. Duraim b. alQain b. Ahvad b. Bahra (= alMiqdäd b. 
alAsvad b. 'Abdjaghüth b. 'Abd b. alXarith b. Zuhra), und iabbäb b. 
alAratt b. Xandala b. Sa'd b. iuzaima b. Ka'b b. S^'d, der Freigelassene 
der Umm Sibä' biht Anmär, und Massud b. alRabi' b. alQära, und Dhu- 
Ijadain ') 'ümair b. 'Abd'amr b. Nacla b. Ghubshän b. Sulaim b. Malik 
b. Aqcä, der Xuzä'it. Von Taim fünf: Abubekr ('Abdallah b. 'Uthman 
b. 'Amir b. 'Amr b. Ka'b b. Sa'd b. Taim), Oalxa b. 'übaidallah, der 
obwohl abwesend Los und Anteil bekam, Biläl b. Rijäx, 'Amir b. Fuhaira, 
Cuhaib b. Sinän. Von Maxzum fünf: Abu Salama b. 'Abdalasad b. Hiläl 
b. 'Abdallah b. *Umar b. Maxzum, Shammäs b. 'Uthman b. alSharld, 
Arqam b. Abi lArqam, 'Ammär b. Jäsir, Mu'attib b. 'Auf b. alXamrä, ein 
Xalif aus Xuzä'a. Von 'Adij b. Ka'b dreizehn: Omar b. alXaeeäb b. 
Nufail b. 'Abdal'uzza b. Rijäx, Zaid b. alXaeeäb, Sa'ld b. Zaid b. 'Amr 
b. Nufail, der obwohl abwesend Los und Anteil bekam, 'Amr b. Suräqa 
b. alMu'tamir b. Anas b. Adät b. Rijäx. Von ihren Xalifen: vier Söhne 
des Abu IBukair aus Sa'd h. Laith, 'Äqil, der bei Badr fiel, Xalid, der 
bei alRagl' fiel, Unäs und 'Amir; ferner Omar's Freigelassener Mihga' aus 
Jemen, der bei Badr fiel; und Xaulij nnd sein Sohn; und 'Amir b. Rabi'a 
aus *Ajiz Rabi'a; und Väqid b. 'Abdallah alTamimij. Von Gumax b. 
'Amr fünf: 'Uthman b Maeh'un, seine Brüder Qudäma und 'Abdallah, 
sein Sohn alSäib, und Ma'mar b. alXarith. Von Sahm b. 'Amr: Xunais 
b. Xudhäfa. Von Malik b. Xasl sechs: 'Abdallah b. Mairama b. 'Ab- 
dal'uzza, 'Abdallah b. Suhail b. 'Amr, der mit s. Vater im Heere der 

») ^*-JL. '»^1 154,1 vgl. BH. 178,13. 

^ nach zwei Traditionen, 'ümair b. Vahb wird sonst zu Gumax gerechnet. 
^ er heisst fol. 36 b oben Dhu-lshimälain — nach BH. 488, weil er linkshändig 
war. Vgl. Bux. I 73,20. 103,12 v. u. 171,8. 



Badr A. 2. 85 

Mekkaner auszog, aber zu den Muslimen überlief, Abu Sabra b. Abi 
Ruhm, 'ümair b. 'Auf, Suhail's Freigelassener, Sa'd b. Xaula, ein Xalif 
aus Jemen, Xäeib b. 'Amr b. 'Abdshams b. 'Abdvudd ^). VonalXarith39a 
b. Fihr sechs: Abu 'übaida 'Amir b. 'Abdallah b. alGarräx, Cafvän b. 
Baicä, Suhail b. Baicä, *Ijäc b. Zuhair, Ma'mar b. Abi Sarx, 'Amr b. Abi 
'Amr; von den Banu Cabba. — BH. 485 — 491. 

Nach *ürva betrug die Zahl der Emigranten, die Anteil - bekamen, 
hundert. Nach anderen 86 (und 227 Mediner), oder 73 (und 240 Me- 
diner ^)). 

Ausiten. Von'Abdalashhal fünfzehn: Sa'd b. Mu'ädh b. alNu'man 
b. Imrualqais b. Zaid b. 'Abdalashhal, 'Amr b. Mu'ädh, alXarith b. Aus 
b. Mu'ädh , alXarith b. Anas b. Räfi' b. Imrualqais. Ferner von 'Abd 
('übaid) b. Ka*b : Sa'd b. Malik, und von Za*ürä b. 'Abdalashhal : Salama 
b. Salama b. Vaqsh, 'Abbäd b. Bishr b. Vaqsh, Salama b. Thabit b. 
Vaqsh, Räfi* b. Jazid b. Kurz b. Sakan b. Za'ürä. Von ihren Xalifen 
aus den zu alQaväqila gehörigen Banu Xäritha, die unter ihnen wohnten : 
Muxammad b. Maslama b. Xalid J). *Adij Cüdaij) b. Magda'a b. Xäritha 
b. alXarith, und Salama (b. Aslam) b. Xarlsh b. 'Adij, der in der Brücken- 
schlacht unter Abu 'übaid fiel. Und zwei Xalife aus Balij : Abu IHaitham 
b. alTajjihän und sein Bruder 'Ubaid. Endlich 'Abdallah b, SahP). 
Von Xäritha b. alXarith b. alXazrag b. 'Amr b. Malik b. alAus drei: 
Mas'üd b. 'Abdsa'd b. 'Amir b. 'Adij b. Gusham b. Magda'a b. Xäritha, 
Abu *Abs b. Gabr b. 'Amr b. Zaid b. 'Adij, und Abu Burda b. Nijär, 
Xalif aus Balij. Von Ohafar. (Ka'b) fünf und zwar von Saväd b. Ka'b: 
Qatäda b. Nu'män b. Zaid, 'Ubaid b. Aus b. Malik b. Saväd; von Razäx b. 
Ka'b: Nacr b. alXarith b. 'Abd b. Razax b. Qhafar b. Ka'b; und zwei 
Xalife aus BaHj: 'Abdallah b. Oariq b. Malik b. Taim b. Shu'ba b. 
Sa'dallah b. Farän b. Balij, der bei alRagi' fiel, und sein Bruder von 
Mutters Seite Mu'attib b. 'übaid b. ünäs b. Taim. Von ümajj*a b. Zaid 
b. Malik b. 'Auf b. 'Amr b. Auf neun: Mubasshir b. 'Abdalmundhir b.. 
Zanbar, der bei Badr fiel, Rifä'a b. 'Abdalmundhir, Sa'd b. 'übaid b. 
alNu'män b. Qais b. 'Amr b. ümajja b. Zaid b. ümajja, 'Uvaim b. Sä'ida, 
Räfi' b. 'üngada (Name seiner Mutter), 'übaid b. Abi 'übaid, Tha'laba 
b. Xäeib, Abu Lubäba, den der Prophet von alRauxä als seinen Verweser 
nach Medina zurückschickte, und alXarith b. Xäeib, den er ebenfalls von 
alRauxä zurückschickte. Von Cubai'a b. Zaid b. Malik fünf: 'Acim b. 39b 

*) Der fehlt bei BH. 491 , und soll nach Vakidi 156,15 nicht eingerechnet 

sein, aber dann kommen nur fünf Personen heraus wie bei BH. 
^ Aufgezählt sind achtzig. 
') Der scheint in der Zahl 14 (158,2) nicht eingerechnet zu werden. 



86 Badr A. 2. 

Thabit b. Qais (Qais = Abu lAqlax) b. *Icma b. Malik b. Ama b. Cu- 
bai'a, der bei alRagi' fiel und von dem der Dichter alAxvac stammt, 
Mu'attib b. Qushair b. Mulail b. Zaid b. arAeeäf, Abu Mulail b. alAz'ar 
b. Zaid und ümair b. Ma*bad b. alAz'ar, welche beide keine Nachkommen 
hinterlassen haben, Sahl b. Xunaif b. Vähib b. 'ükaim b. alXarith b. 
ThaUaba. Von Tbaid b. Zaid b. Malik b. 'Amr b. 'Auf acht: ünais 
b. Qatadar b. Rabi'a b. Xalid b. alXarith b. *übaid, der zu Uxud fiel ohne 
Kinder zu hinterlassen, und die Xalife Ma*n b. *Adij b. alGadd b. aPAglän, 
der in alJamäma fiel, Raba'ij b. Räfi*, Thabit b. Aqram, der gegen. Oalaixa 
fiel, 'Abdallah b. Salama b. Malik b. alXarith b. *Adij al'Aglanij, Zaid b. 
Aslam b. Tha'laba b. *Adij aPAglanij, der kinderlos starb, *Acim b. 'Adij, 
den der Prophet zurückschickte nach der Gegenmoschee, Sälim der Frei- 
gelassene der Thubaita bint Ja'är. VonTha'laba b. 'Amr b. Auf acht'): 
'Abdallah b. Gubair b. alNu'man, der bei Uxud fiel, *Acim b. Qais, Abo 
Cajjäx b. Thabit, Abu Xanna (nicht Abu Xabba), Salim b. 'ümair, einer 
der Weiner, alXarith b. alNu'man b. Abi Xazma, Xavvät b. Gubair b. 
alNu'man, dem in alRauxa das Kamel verunglückte. Von Gaxgabä b. 
Kulfa b. 'Auf b. 'Amr b. 'Auf zwei: alMundhir b. Muxammad b. 'üqba 
b. Uxaixa b. alGuläx b. alXarlsh b. Gaxgaba, nach seinem einzigen Sohne 
zubenannt Abu 'Abda, und ein Xalif von den Banu ünaif, Abu 'Aqll b. 
'Abdallah b. Tha'laba b. Baixän b. 'Amir b. alXarith b. Malik b. 'Amir 
b. ünaif b. Gusham b. 'Äidhallah b. Taim b. Jaräsh b. 'Amir b. 'ümaila 
b. Qismil b. Farän b. Balij, dessen heidnischer Name 'Abdal'uzza von 
M. in 'Abdalraxman 'Aduv-alauthän verwandelt wurde. Von Ghanm b. 
Salm (Sälim?) b. Imrualqais b. Mälik h. alAus fünf: Sa'd b. Xaithama, 
der bei Badr fiel, alMundhir b. Qudama, Malik b. Qudama, Ibn 'Arfaga, 
und der Freigelassene Tamim. Von Mu'avija^) b. Malik b. Auf b. 'Amr 
b. 'Auf: Gabr b. 'Atik b. alXarith b. Qais b. Haisha b. alXarith b. 
Mu'avija, \ind Malik b. Thabit b. Numaila ein Xalif aus Muzaina, und 
Nu'män b. 'Acar, ein Xalif aus Balij, und alXarith b. Qais b. Haisha 
(unsicher). — BH. 491—495. 

Xazragiten von alNaggär. Von Ghanm b. Malik b. alNaggär b. 
'Amr b. alXazrag dreiundzwanzig, und zwar vier von 'Abd'auf b. Ghanm : 
Abu Ajjub Xalid b. Zaid b. Kulaib b. Tha'laba, der zur Zeit Mu'awija's 
im Lande der Griechen starb, Thabit b. Xalid b. alNu'män b. Xansä 
40a b. 'Asira ('Usaira), 'ümära b. Xazm b. Zaid b. 'Amr, Suräqa h, Ka'b b. 
'Abdal'uzza b. Ghazijja b. 'Amr. Sieben von Tha'laba b. Ghanm: Xa- 
ritha b. alNu'man b. 'übaid, Sulaim b. Qais b. Qahd (= Xalid) b. Qais 

') muss heissen: sieben. 

^) gehören noch zu alAus; es liegt 161,5 ein Versehen vor. 



Badr A. 2. 87 

b. Tha'laba b. 'übaid, Suhail b. Räfi' b. Abi 'Amr b. 'übaid, und der 
Xalif 'Adij b. Abi IZaghbä Sinän b. Subai' b. Tha'laba b. Rabfa b. Bu- 
daü b. Sa'd b. 'Ady b. Nacr b. KähU b. Nacr b. Malik b. Ghaeafan 
b. Qais b. Guhaina; ferner Mas'üd b. Aus b. Zaid, Abu Xuzaima b. Aus 
b. Acram b. Zaid, Rafi' b. alXarith b. Saväd b. Zaid. Zwölf von Saväd 
b. Mälik b. Gbanm: 'Auf, Mu'awadh und Mu'ädh, die drei Söhne von 
alXarith b. Rifa'a (und von 'Afrä bint 'übaid b. Tha'Iaba), Nu'aimän b. 
*Amr b. Rifa'a b. alXarith, 'Amir b. alMuxallad, 'Abdallah b. Qais b. 
Xalid b. Xalda b. alXarith, 'Amr b. Qais, Qais b. 'Amr b. Qais b. Zaid, 
Thabit b. *Amr b. Zaid b. 'Adij, eii^ Xalif 'ücaima, ein anderer Vadi'a 
b. 'Amr b. Guräd b. Jarbü* b. Ouxail b. 'Amr b. Ghanm b. alRaba'a b. 
Rushdän b. Qais b. Guhaina; endlich (nach alRubajji' bint Mu'avvadh b. 
*Afrä) Abu 'IXamrä, der Freigelassene von alXarith b. Rifä'a. Von 'Arn ir 
b. Malik b. alNaggär drei und zwar alle von *Amr b. *Atik b. 'Amr 
b. Mabdhul: Tha'laba b. 'Amr b. Mixcan, Sahl b. 'Atlk b. Nu*man, al- 
Xarith b. alCimma, der in alRauxä zurückblieb aber doch Los und An- 
teil erhielt und bei Bi'r Ma'una fiel. Von 'Amr b. Malik (Banu Xu- ' 
daila) b. alNaggar fünf: übaij b. Ka'b b. Qais b. *übaid b. Zaid b. Rifa'a 
b. Mu'avija, Anas b. Mu'ädh b. Anas b. Qais b. 'übaid. Aus (der Bruder 
Xassan's) b. Thabit b. alMundhir b. Xaräm b. *Amr b. *Adij, sein Bruder 
Abu Shaix (= übaij), Abu Oalxa Zaid b. Sahl b. alAsvad b. Xaräm. 
Von 'Adij b. alNaggär acht^): Xaritha b. Suräqa b. alXarith b. 
*Adij b. Malik, der bei Badr fiel, 'Amr (Abu Xakimä) b. Tha'laba b. 
Vahb b. 'Adij b. Malik, Saüe b. Qais b. 'Amr b. 'Atik b. Maük b. 'Adij 
b. 'Amir, Abu Salie üsaira b. 'Amr b. 'Amir b. Malik, der bei Uxud fiel, 
Abu Xariga 'Amr b. Qais b. Malik b. 'Adij b. *Amir b. Xansä b. Amr b. 
Malik b. 'Adij b. 'Amir, 'Amir b. Umajja b. Zaid b. alXasxäs b. Malik 
b. *Adij b. 'Amir, Muxriz b. 'Amir b. Malik b. 'Adij b. 'Amir b. Ghanm 
b. 'Adij, Thabit b. Xans^ b. 'Amr b. Malik b. 'Adij b. 'Amir, der bei üxud 
fiel, und der Xalif aus Balij, Saväd b. Ghazijja b. ühaib. Von den 4ob 
ebenfalls zu 'Adij b. alNaggär gehörigen Banu Xaräm b. Gun- 
dab b. 'Amir b. Ghanm fünf*): Abu Zaid Qais b. alSakan b. Qais b. 
Zaid b. Xaräm, Abu lA'var Ka'b b. alXarith b. Gundab b. Ghalim b. 
'Abs b. Xaram, Sulaim b. Milxän b. Xalid b. Zaid b. Xaräm, und sein 
Bruder Xaräm. Von Mäzin b. alNaggär sechs und zwar drei von 
'Amr b. 'Auf b. Mabdhul b. 'Amr b. Ghanm: Abu Ca'ca'a *Amr b. Zaid, 
den der Prophet über die Fussgänger setzte, 'Abdallah b. Ka'b, dem er 
die Aufsicht über die Beute gab, und 'Ucaim ein Xalif aus Asad; zwei 

^) Der Xalif Saväd scheint nicht mitgerechnet zu sein. 
^) muss heissen: vier. 



88 Badr A. 2. 

von Xansä b. Mabdhul: Abu Davud 'ümair b. 'Amir b. Malik, und Su- 
räqa b. 'Amr b. 'Aeijja; einer von Tha'laba b. Mazin: Qais b. Muxallad 
b. Tha'laba b. Caxr b. Xabib b. alXarith. Von Xaritha b. alDinär 
b. alNaggär acht: alNu'män b. 'Abd*amr b. Massud b. 'Abdalashhal b. 
Xaritha, sein Bruder alCaxxak, Sulaim b. alXarith b. Tha'laba, der Bruder 
der beiden vorigen von Mutters Seite, Ka'b b. Zaid, der bei Bir Ma'una 
sich unter den Gefallenen aufraffte und dann im Grabenkriege fiel, Gäbir 
b. Xalid b. 'Abdalashhal , Sa'id b. Suhail b. 'Abdalashhal , KaT) b. Zaid 
b. Malik b. Qais b. Malik b. Ka'b b. Xaritha, und. der Xalif Bugair. 

Xazragiten von alXärith. Von Imrualqais b. Tha'laba vier: 
Sa'd b. Rabi' b. 'Amr b. Abi Zuhair b. Malik, der bei üxud fiel, 'Abdallah 
b. Raväxa b. Tha'laba, der bei Muta fiel, Xalläd b. Suvaid b. Tha'laba 
b. *Amr b. Xaritha, der gegen die Banu Quraieha fiel, Xäriga b. Zaid b. 
Abi Zuhair, der bei Uxud fiel (Abubekr's Schwiegervater). Von Zaid 
b.. Malik b. Tha'laba b. Ka'b b. alXazrag sechs: Bashir b. Sa'd b. 
Thalaba b. Guläs, der in der Schlacht von 'Ain alTamr unter Xälid fiel, 
• Subai' b. Qais b. 'Aisha b. ümajja b. *Amir b. 'Adij b. Ka'b, 'übäda b. 
Qais b. Malik, Simäk b. Sa'd, 'Abdallah b. 'Abs, Jazid (genannt Fusxum) 
b. alXarith b. Qais b. Malik b. Axmar b. Xaritha b. Tha'laba b. Ka'b. 
Von den Zwillingen Gusham und Zaid: Xubaib b. Isaf, 'ütba b. 
'Amir b. Xadig b. 'Amir b. Gusham, 'Abdallah b. Zaid b. Tha'laba b. 
'Abdrabbihi b. Zaid, sein Bruder Xuraith, der das Ausrufen des Gebets 
anregte, und Sufjän b. Bishr. Von Gidära b. 'Auf vier: Tamim b. Ja'är 
41a b. Qais b. 'Adij b. ümajja, 'Abdallah b. 'Umair, Jazid b. alMuzzajjan, 
'Abdallah b. 'ürfuea. Von alAbgar b. 'Auf: 'Abdallah b. alRabi' b. 
Qais b. 'Abbäd. 

Xazragiten von 'Auf. Von Balxublä (= 'übaid b. Malik b. Sälim 
b. Ghanm) zwei : 'Abdallah b. 'Abdallah b. übaij b. Malik b. alXarith (Ihn 
Salul heisst übaij nach seiner Mutter), Aus b. Xaulij b. 'Abdallah b. al- 
Xarith. Von Gaz' b. *Adij b. Malik b. Salim sechs: Zaid b. Vadi'a b. 
'Amr b. Qais ^b. Gaz', Rufö'a b. 'Amr b. Zaid b. 'Amr b. Tha'laba b. Malik 
b. Salim, 'Amir b. Salama b. 'Amir b. 'Abdallah^ ein Xalif von den Jemeniten, 
'üqba b. Vahb b. Kaiada, ein Xalif aus 'Abdallah b. Ghaeafan, Abu Xu- 
maica Ma'bad b. 'Abbäd b. Qash'ar b. alQudm b. Salim, und der Xalif 
'Acim b. al'ükair. Von al'Aglän b. Ghanm b. Salim b. 'Amr vier: 
Naufal b. 'Abdallah b. Nacla b. Malik, Ghassän b. Malik b. Tha'laba b. 
'Amr, Mulail b. Vabra b. Xalid, 'Icma b. alXucain b. Vabra. Von 
Acram b. Fihr b. Ghanm b. Salim: 'übäda b. Cämit.und sein Bruder 
Aus. Von Da'd b. Fihr: alNu'män b. Malik b. Tha'laba, genannt 
QauqaP). Von Qirjaush b. Ghanm (b. ümajja b. Laudhan) b. Salim: 
') Sonst werden die Ghanm b. Salim als die Qaväqila bezeichnet BH. 288. 



Badr A. 2. 89 

Thabit b. Hazzäl b. *Amr. Von Mircaxa b. Ghanm b. Salim: Malik b. 
alDuishum. Von Laudhän b. Ghanm acht: Rabi* b. Ijäs b. 'Amr b. 
Ghanm, sein Brüder Varaqa, und der jemenitische Xalif *Amr b. Ijäs ; und 
vier Xalif en von Balij ('ücaina), aMugaddhar b. Dhyäd b. *Amr b. Zumzuma 
b. *Amr b. 'ümära, 'Abda b. alXasxäs b. *Amr b. Zumzuma , Baxxäth b. 
Tha'laba b. Xazma b. Acram b. 'Amr b. *Umära, und sein Bruder 'Ab- 
dallah; und ein Xalif von Bahrä, Ttba b. Rabi'a b. Xalaf b. Mu'avija. 

Xazragiten von Sä'ida b. Ka'b. Von Zaid b. Tha'laba b. al- 
Xazrag zwei: Abu Dugäna Simäk b. Xarasha b. Laudhän b. 'Abdvudd b. 
Tha'laba, und alMundhir b. 'Amr, der bei B'ir Ma'una fiel. Von alBadij 
b. 'Amir b. *Auf : Abu Usaid Malik b. Rabi'a»), und Malik b. Mas'ud, der 
auf dem Hinweg (in alRauxa) starb und beim Hofe Ibn Färie's begraben 
wurde. Von Oarif b. alXazrag fünf: 'Abdrabbihi b. Xaqq b. Aus b. 
Qais b. Tha'laba, Ka'b b. Gammän (Gammäz? Ximär?) b. Malik b. Tha'laba, 4ib 
ein Xalif aus Ghassän (Ghubshän?), Camra b. *Amr b. Ka'b b. 'Adij b. 
'Amir b. Rifa'a b. Kulaib b. Mardha'a b. 'Adij b. Ghanm b. Raba*a b. 
Rushdän b. Qais b. Guhaina, und sein Bruder Zijäd, und Basbas b. 'Amr 
b. Tha'laba b. Xarasha b. Zaid b. 'Amr b. Sa'id b. Dhubjän b. Rushdän 
b. Qais b. Guhaina. 

Xazragiten von Gusham. Von Salama b. Sa*d b. 'Alij b. Asad b. 
Thärida b. Tazid b. Gusham, und zwar zunächst elf^) von Xaräm b. 
Ka'b b. Ghanm b. Salama: Xiräsh b. alCimma b. 'Amr b. alGamüx, sein 
Bruder Mu'ädh (zweifelhaft), sein Freigelassener Tamim, 'ümair b. alXumam, 
der bei Badr fiel, Mu'avvadh b. 'Amr, sein Bruder Xalläd, Xubäb b. al- 
Mundhir s), Abu Gäbh: Abdallah b. *Amr b. Xaram b. Tha'laba, der bei 
üxud fiel, 'ütba b. 'Amir b. Näbi b. Zaid, der Xalif Xabib b. alAsvad, 
Thabit b. Tha'laba b. Zaid b. Tha'laba (alGadha'), Tmair b. alXarith b. 
Tha'laba. Sodann von 'Ubaid b. 'Adij b. Ghanm b. Ka'b b. Salama: 
Bishr b. alBarä b. Ma'rür b. Caxr b. Xansä (b. Sinän), 'Abdallah b. alGadd 
b. Qais b. Caxr, Sinän b. Caifij b. Caxr, Ttba b. 'Abdallah b. Caxr, Xamza 
(oder Xäriga) b. alXumajjir und sein Bruder 'Abdallah, zwei Xalife von 
den Banu Duhmän von Ashga' ; ferner 'Abdallah b. 'Abdmanäf b. Nu'män 
b. Sinan, Gabir b. 'Abdallah b. Riäb b. alNu'män, Xulaida b. Qais b. al- 
Nu'man (nach anderen Labda b. Qais), und der Freigelassene Nu'man b. 

311, üach Vak. Kremer 157,21 aber die ausitischen Xaritha. Die Etymo- 
logie kehrt immer wieder. 

J) ^! 168,9 (Z. 16 ^yj) findet sich ebenso bei BH. 498,20. 
*) es sind zwölf. 

') alle diese vereinigen sich in alGamüx b. Zaid b. Xaräm, der doch wohl 
auch der ürgrossvater des ersten ist, trotz BH. 499,16. 



90 Badr A. 2. 

Jasär; .ferner Jazid b. alMundhir b. Sarx b. Xunäs, sein Bruder Ma'qil, 
und 'Abdallah b. alNu'män b. Baldhama b. Xunäs; femer Gabbär b. Cair 
b. Umajja b. Xansä b. *übaid; alCaxxäk b. Xaritha b. Tha'laba b. 'übaid, 
Saväd b. Zaid b. Tha'laba. Von 'Adij b. Ghanm b. Ka*b b. Salama: 
'Abdallah b. Qais b. Cair b. Xaräm b. Rabi'a b. 'Adij und sein Bruder 
Ma'bad. Von Saväd b. Ghanm b. Ka'b b. Salama: Abu Mundhir Jazid 
b. 'Amir b. Xadida (b. 'Amr b. Saväd), sein Bruder Qutba, Sulaim b. *Amr 
b. Xadida, und sein Freigelassener 'Antara, ferner 'Abs b. 'Amir b. *Adij 
b. Tha'laba b. Ghanama b. 'Adij b. Näbi' b. *Amr b. Saväd, Tha'laba b. 
Ghanama, Abu IJasar Ka'b b. 'Amr b. 'Abbäd b. 'Amr b. Saväd, Sahl b. 
Qais b. Abi Ka'b b. alQain, der bei üxud fiel, Mu'ädh b. Gabal b. 'Äidh 
b. *Adij b. Ka'b, und die zwei Söhne des ünais, Tha'laba und 'Abdallah. -^ 
42a Von Zuraiq. b. 'Amir b. 'Abdxaritha b. Malik b. Ghacb b. Gusham, und 
zwar zunächst sieben von Muxallad b. 'Amir b. Zuraiq: Qais b. 
Mixcan b. Xalid b. Muxallad, alXarith b. Qais b. Xalid, Gubair b. Ijäs b. 
Xalid, Abu 'übada Sa'd b. 'Uthman b. Xalid, sein Bruder 'üqba, Dhakvän 
b. 'Abdqais b. Xalid, Mas'üd b. Xalada b. 'Amir b. Muxallad. Von Xalid 
b. 'Amir b. Zuraiq: 'Abbäd b. Qais b. 'Amir b. Xalid. Von Xalada 
b. 'Amir b. Zuraiq: As'ad b. Jazid b. alF^ih b. Zaid b. Xalada, al- 
Fäkih b. Bishr b. alFakih, Mu'ädh b. Mä'ic b. Qais b. Xalada, sein Bruder 
'Äidh, Mas'üd b. Sa'd b. Qais, der bei Bi'r Ma'una fiel. Von al'Aglän 
b. 'Amr b. 'Amir b. Zuraiq: Rifa'a b. Räfi' b. Mälik, sein Bruder Xalläd, 
'übaid b. Zaid b. 'Amir. Von Xubaib b. 'Abdxaritha b. Malik b. Ghacb 
b. Gusham: Räfi' b. alMu'allä b. Laudhän b. Xaritha b. Tha'laba b. 'Adij 
b. Malik, und sein Bruder Hilal, der bei Badr fiel. Von Bajäca b. 
'Amir b. Zuraiq: Zijäd b. Labid b. Tha'laba b. Sinän b. 'Amir b. 'Adij 
b. 'Umajja b. Bajäca, Farva b. 'Amr b. Vadhafa b. 'übaid b. 'Amir b. Bajäca, 
Xalid b. Qais b. Malik b. al'Aglän b. 'Alij b. 'Amir b. Bajäca, Ruxaila b. 
Tha'laba b. Xalid b. Tha'laba b. Bajäca; ferner Xulaifa b. 'Adij b. 'Amr 
b. Malik b. 'Amir b. Fuhaira b. 'Amir b. Bajäca, Ghannäm b. Aus b. 
Ghannam b. Aus b. 'Amr b. Malik, 'Aeijja b. Nuvaira b. 'Amir b. 'Aeijja 
b. 'Amir b. Bajäca. — BH. .495 — 506. 

Die Lieder, die in Bezug auf Badr gedichtet sind, (sind ausgelassen). 

10. 
A. 2 am 5 letzten Ramacan geschah, nach 'Abdallah b. alXarith b. 
alFucail, die Ermordung der 'Acmä bint Marvan, einer Frau aus Umajja 
b. Zaid, welche mit Jazid b. Zaid b. Xicn alXaemij verheirathet war. 
'Abdallah von s. Vater : da sie beleidigende und aufreizende Verse gegen 
die muslimische Partei machte (= BH. 995), so gelobte 'Umair b. 'Adij 
b. Xarasha b. Umajja aliaemij sie zu töten, wenn der Prophet wohl- 



. 'Acmä und Abu 'Afak A. 2. 91 

bebalten von Badr zurückkehre. Darauf schlich er sich nachts zu ihr 
ein, während ihre Kinder um sie herum schliefen, das jüngste an ihrer 42b 
Brust, und durchbohrte .'sie mit dem Schwerte. Zum Morgengebet war 
er wieder in Medina; M. fragte ihn sofort, ob er 'Acmä getötet habe, er 
erschrak über die Frage, ward aber bald beruhigt: es würden sich keine 
zwei Ziegen ihretwegen stossen — eine Redensart, die M. damals zu- 
erst gebrauchte. M. stellte ihn den Anwesenden als Muster vor, und 
sagte, als Omar seine Bewunderung über „diesen Blinden" äusserte, man 
solle ihn nicht den Blinden, sondern den Scharfsichtigen nennen. Bei 
seiner Heimkehr zum Gehöft der Banu Xaema stellten ihn die Söhne der 
Ermordeten zur Rede, er machte aus seiner That kein Hehl und es ge- 
schah ihm kein Leides, vielmehr gewann der Islam seitdem die Oberhand 
unter den Banu Xaema, und manche, die ihm bisher insgeheim anhingen, 
bekannten ihn nun offen. Auf diese Sache beziehen sich einige Verse 
Xassan's gegen die Ausiten, worin er auf die Verse der 'Acmä gegen 
die Xazragiten repliciert (= BH. 996). — BH. 995 996. 

11. 

A. 2 im Shavväl ward, nach Ma*n b. 'Umar von Ibn Ruqaish, Abu 
'Afak ermordet. Sa'id b. Muxammad von 'ümära b. Ghazijja, und Abu 
Muc'ab Isma'il b. Muc'ab b. Isma'il b. Zaid b. Thabit: Abu 'Afak war 
120 Jahr alt als M. nach Medina kam, er trat nicht zu ihm über, sondern 
hetzte gegen ihn auf, und nach der Schlacht von Badr dichtete er fol- 
gende Verse: „ich habe eine Weile gelebt und nie verständigere und 
hälfbereitere») Leute gesehen (als die Banu Qaila BH. 995); aber nun 
hat ihnen ein hergereister Mann das 'Regiment aus der Hand genommen, 
unrecht und Recht geht alles durch einander — wolltet ihr die Herrschaft 
und das Königtum anerkennen, so hättet ihr ja dem Tubba' Folge leisten 
können!" Da gelobte der Naggarit Salim b. 'Umair, einer. der Weiher, 43a 
ihn zu töten, und führte seinen Vorsatz aus, als jener in einer warmen 
Sommernacht draussen im Hofe schlief. Der Mord blieb ungerächt; 
alNahdijja, eine Muslimin, dichtete mit Bezug darauf: „du glaubtest nicht 
an die Religion Gottes und an den Mann Axmad; beim Leben dessen 
der dich zeugte — es taugte nichts was er gezeugt hat! ein Frommer 
(Xanif) versetzte dir am Ende der Nacht einen Stich: nimm den, Abu 
'Afak, trotz deines hohen Alters! Ich aber wusste nicht ^), ob dein Mör- 

*) Ich vermute 174,20 v— a-CüLa, denn U^LS heisst häufig: zu Haufe kommen 

um einem zu helfen; z. B. 175,5. 
2) Dass dies der Sinn von 175,10 sein muss, ist klar; yielleicht fainnija 

lam a*lam aqätiluka.' 



92 Qainuqa* A. 2. 

der, der dich in dunkler Nacht überfiel, zum Menschen- oder zum Ginn- 
geschlechte gehörte". — BH. 994 995. 

12. 

Qainuqä', A. 2 im Shavväl. 
Ihre Belagerung währte von Sonnabend 15 Shavväl bis zum 1 Dhu- 
IQaMa. 'Abdallah b. Ga*far von alXarith b. alFucail von Ibn Ka'b 
alQuraehij : anfangs stand M. im Friedensvertrage mit den Juden und be- 
stätigte sie in ihren Bündnissen mit den medinischen Geschlechtem; nach 
der Schlacht von Badr aber wurden sie ihm feindselig und brachen das 
alte Verhältnis. Er Hess sie versammeln und trug ihnen den Islam an, 
indem er sie auf das Schicksal der ungläubigen Mekkaner hinwies, aber 
vergeblich. Unter diesen gespannten Verhältnissen begab sich nun eine 
in Medina verheiratete Araberin *) auf den Markt der Banu Qalnuqä', und 
setzte sich dort ihres Schmuckes wegen zu einem Goldschmid. Da schlitzte*) 
ihr unvermerkt ein Jude mit einem Dom hinten das Kleid auf bis zum Steiss, 
so dass die Leute lachten als sie aufstand und ihre Blosse zum Vorschein 
kam. Darauf erschlug ein Muslim den üebelthäter, die Juden aber 
rotteten sich zusammen und töteten wiederum den Muslim und gaben 
den Frieden auf und verschanzten sich in ihrer Feste. Nun zog M. gegen 
die Qainuqa* — nach Offenbarung von Sur. 8,60, wie alZuhrij von Trva 
43 b überliefert — und belagerte sie 15 Tage, bis sie sich auf Gnade und Un- 
gnade ergaben. Sie wurden gebunden und unter Aufsicht des Sälimiten 
alMundhir b. Qudäma gestellt. Ibn Ubaij forderte letzteren auf sie los- 
zulassen, ward aber kräftig von ihm abgewiesen. Darauf stürzte er zu 
M., steckte seine Hand hinten in dessen Panzer und sagte: Muhammed, 
thu meinen Schutzverwandten nichts zu leide! M. wandte sich ihm 
zomig zu und forderte ihn auf loszulassen, aber jener sagte: ich lasse 
dich nicht los bis du es zusagst; 400 Gepanzerte und 300 Ungepanzerte 
haben mich am Tage von alXadäiq und am Tage von alBu'äth gegen 
Rote und Schwarze verteidigt — die willst du an einem Morgen ab- 
mähen? Da gab M. sie frei, befahl jedoch, dass sie aus Medina aus- 
wandern müssten. Auch dies wollte Ibn Ubaij hintertreiben; als er aber 
zusammen mit seinen jüdischen Verbündeten vor die Thür M.'s kam, 
wollte ihn 'Uvaim b. Sa'ida nicht unangemeldet einlassen, und als jener 
trotzdem einzudringen versuchte, stiess er ihn mit Gewalt zurück, so 

^) xäjJ 178,3 = in die Fremde verheiratet. 

2) Jw^ 178,6. Die Bedeutung: er heftete zusammen liegt zwar nach 
BH. 545,18 näher; aber dann wäre zu übersetzen er heftete ihr Kleid 
an ihren Steiss, und das empfiehlt sich nicht. Vgl. Aghani XIX 74,19. 



Qainuqa* A. 2. 93 

dass sein Gesicht sich an der Mauer schrammte und blutete. Da fingen 
die Juden an zu schreien: Abu IXubäb, an einem Orte, wo deinem Ge- 
sichte solches widerfahren ist ohne dass wir's ändern können, ist unseres 
Bleibens nimmer mehr. Vergebens suchte Ihn übaij sie festzuhalten, 
sie verharrten bei ihrem Entschluss. — BH. 545 ff. 

Die Qainuqä^ waren die tapfersten der Juden; Ihn Ubaij forderte 
sie auf sich in ihre Feste zurückzuziehen und versprach auch selber 
hinein zu kommen, was er aber dann doch nicht that. Sie hielten sich 
während -der Belagerung ruhig hinter den Mauern, kämpften nicht und 
schössen auch nicht mit Pfeilen, bis sie sich ergaben, unter der Bedin- 
gung , dass ihre Habe in M.'s Besitz übergehen solle *). Muxammad b. 
. Maslama trieb sie aus und sammelte ihre Habe, worunter sich ihr Werk- 
zeug — sie waren nämlich Goldschmiede — und viele WafTen befanden. 
M. nahm davon drei Bogen, alKatüm (der bei Uxud brach) und alRauxä 
und alBaicä, zwei Panzer, alSughdijja und Facfäca, drei Schwerter, 
Qal'ij *) und Battär und noch eins , und drei Lanzen. Ferner gab M. 
dem Muxammad b. Maslama einen Panzer, und dem Sa'd b. Mu'ädh einen, 
namens alSaxl. Landbesitz ') hatten die Qainuqä* nicht, M. nahm den 
Fünften von der Beute und verteilte den Rest. 

M. betraute 'übäda b. alCämit mit der Austreibung der Juden. Der 
hatte vordem ebenso im Bunde mit ihnen gestanden wie Ihn 'übaij, 
sagte sich aber von ihnen los, sobald sie die Feindschaft begannen, und 
antwortete auf die Vorwürfe Ihn 'übaij's: die Herzen haben sich verändert 
und der Islam hat die Verträge ausgewischt. Nach einer Frist von drei 44 a 
Tagen, die ihnen M. gewährt hatte, trieb 'Ubada die Juden aus, indem 
er bis hinter Dhubäb ihnen nachging. Sie zogen nach Adhra'ät in Syrien ; 
das Geld, welches sie in Medina ausstehen hatten, mussten sie auf M.'s 
Befehl eilig sicher stellen*). 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von 'Urva: nach der Schlacht 

*) &4»^^> JLc 179,21 sieht aus wie ein Nachtrag zu »^^Ujo ^J^'f das 

- letztere schliesst, wie es scheint, den Sinn ein, dass den Juden ihr Leben 
gesichert ward. Vgl. 181,9. 

2) Für iuiai 180,3 vermute ich nach 225,3 X^U.^. Zu ^ytJÜJ vgl. Gauh. 

und Jaqut unter ÄJtJLfiJ!. Auffallend ist das Fehlen des Artikels. 

3) qiräb == mazäri' 180,8. 

*) 180,11: wer soll (wenn wir fort sind) vermitteln zwischen alAus und al- 
]S[azrag! 180,15: ist das der Lohn für ihre Wohlthaten (bijadihim), die 
sie dir erwiesen haben. 180,18 vermute ich valau statt valaulä. Zu 

]yü^*f y^^=^ 181,2 vgl. foL 86b. Die Worte 180,21. 22 verstehe ich 

nicht; es müsste denn faaqc^ einfach Prädicat sein.' 



94 I)er Saviqzug A. 2. 

von Badr zeigten sich die Juden neidisch und falsch; durch Sur. 8, 60 
befahl Gott, ihnen den Frieden zu kündigen, und demzufolge bekriegte 
sie M., bis sie sich ergaben, unter der Bedingung, dass sie ihre Habe 
verloren, aber Weib und Kind behielten. 

Muxammad b. alQäsim von s. Vater von alRabi' b. Sabra von s. 
Vater: auf meiner Heimkehr aus Syrien traf ich in alFalaxän die Banu 
Qainuqä', die Weiber und Kinder zu Kamel, die Männer zu Fuss. Von 
da gingen sie nach Vädi IQurä und verweilten dort einen Monat, die 
dortigen Juden gaben ihnen Kamele und rüsteten sie aus — das trug 
nicht am wenigsten zu ihrer Erhaltung bei. Sie zogen dann nach Adhra'ät 
und wohnten daselbst. 

Jaxjä b. 'Abdallah b. Abi Qatada von 'Abdallah b. Abi Bakr b. . 
Xazm : dreimal liess M. den Abu Lubaba als seinen Stellvertreter in Me- 
dina, bei Badr, Banu Qainuqä', und alSaviq. 

13. 

A. 2 im Dhu-lXigga war nach alZuhrij der Saviqzug, Sonntag den 
5. zog M. aus und blieb fünf Tage fort. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij und Isxaq b. Xazim von Mu- 
xammad b. Ka'b: Abu Su^an hatte es verschworen sich zu salben, bis 
er für die Gefallenen von Badr Rache genommen habe. Er zog also mit 
200 oder 400 Kamelreitern auf der Nagdstrasse nach Medina und 'kam 
nachts zu den Banu INaclr; Xujaij b. Aieab wies ihn ab, aber Saläm 
b. Mishkam nahm ihn gastlich auf und erzählte ihm von Muhammed. 
Am andern Morgen früh brach er auf, verbrannte in al'üraic zwei Häuser 
und ein Saatfeld, und tötete einen Mediner, den er auf seinem Acker 
fand, oder dessen Tagelöhner ^). Nun glaubte er seines Eides quitt zu 
sein und machte sich mit seinen Leuten eilig davon. M. verfolgte die 
Flüchtigen; um schneller voraus zu kommen, warfen sie ihren Proviant 
ab, der meist aus Saviq bestand; und die Muslime lasen ihn hinterher 
auf. Darum heisst dieser Feldzug der Saviqzug. 

Zum Schluss werden aus einem Liede Abu Sufjan's zwei Verse nach 

44b alZuhrij angeführt, von denen der zweite bei BH. 544 fehlt: „Das ist 

Abu 'Amr, ein nobler Mann, dessen Haus in Medina der Aufenthalt jedes 

Edeln, Freigebigen (ücrim) ist". Gewöhnlich heisst Saläm nicht Abu. 

'Amr, sondern Abu IXakam. — BH. 543 f. 

14. 

A. 3 in der Mitte des Muxarram zog M. nach der Heide von alKudr 
und blieb 15 Tage aus. 'Abdallah b. Ga'far von Ihn Abi 'Aun von Ja'qub 

') 182,13 n^j^l 

/ 7 1«. . 



AlKudr A. 3. 95 

b. 'ütba: er hatte nämlich gehört, dass sich dort Sulamiten und Ghaea- 
faniten zusammengerottet hatten. Als er aber hinkam, fand er zwar die 
Spuren der Kamele, aber keine Menschen an den Lagerstätten. Ein Hirt 
namens Jasär, den er gefangen nahm, sagte: es wird nur alle fünf Tage 
getränkt, heute aber ist ein fünfter Tag '), und die Leute haben sich also 
aufgemacht zu den Wasserstellen. Darauf "kehrte M. wieder um, mit 
einer Anzahl erbeuteter Kamele; auf jeden Mann trafen 7 Kamele, und 
es nahmen 200 Mann am Zuge teiP). Den Knecht Jasär, der sich als- ' 
bald bekehrte, schenkten die Muslime ihrem Oberhaupt. — BH. 539 f. 

'Abdalcamad b. Muxammad alSa'dij von Xafc b. 'ümar b. Abi Galxa 
von einem, der es von Abu Arva alDausij hatte: in Cirär, drei Meilen 
vor Medina, nahm M. den Fünften von der Beute und verteilte den Rest*; 
es waren in aljem 500 Kamele, auf jeden Mann kamen zwei. 

'Abdallah b. Nux von Abu 'üfair: als stellvertretenden Imam liess 
M. den Ihn ümm Maktum zurück, der predigte neben der Kanzel, so 
dass er sie zur linken hatte. 

15. 

A. 3 im Rabi' I ward Ka'b b. alAshraf ermordet. 

*Abdalxamid b. Ga'far von Jazid b. Ruman, und Ma'mar von alZuhrij 
von Ihn Ka*b b. Malik, und Ibrahim b. Ga*far von s. Vater von Gabir b. 
'Abdallah: als M. nach Medina kam, hatte die Stadt eine sehr gemischte 45a 
Bevölkerung. Die eigentlichen Mediner waren geteilt in Muslime und 
Heiden; der Glaube trennte Vater und Sohn in derselben Familie. Hin- 
zukamen die Xalifen, sowohl der Aus als der Xazrag, und endlich die 
Juden. Der Prophet suchte ein friedliches Einvernehmen zwischen allen 
diesen Elementen herzustellen; aber die heidnisch Gesinnten und vor allem 
die Juden widerstrebten ihm (Sur. 3,183. 2,103). Unter den letzteren that 
sich in dieser Hinsicht besonders der Dichter Ka*b b. alAshraf hervor. Nach 
der Schlacht von Badr ging er nach Mekka um die Qurashiten zu Schmerz 
und Rache aufzureizen, durch Verse, auf die Xassan b. Thabit replicierte 
(BH. 548. 549). Er war abgestiegen bei Abu Vadä'a b. Cubaira alSahmij, 
dessen Frau 'Atika bint Asid b. Abi Tic war. Der Prophet aber liess 
von Xassan ein Spottlied auf die Familie der 'Atika machen ^) , und sie 

183,16: innama virdun lüamsin vahadha jaumun rib'ijjun. 

^ 183,19. 21 wird ein grammatischer Witz gemacht zur Erläuterung des 

Unterschiedes von qasama I == etwas in getrennte Teile teilen; und 

VIU = sich worin teilen. 
2) 186,14 — 16: bring dem Asid von mir eine Botschaft: deiner Mutter Bruder 

ist ein Knecht der mit den Herden Bescheid weiss; wahrlich Asiid hat 



96 Ka'b b. alAshraf A. 3. 

wies dem Juden in Folge dessen die Thür. Wenn er dann in einem an- 
deren Hause einkehrte, ward er durch dasselbe Mittel daraus entfernt, 
bis ihm nichts übrig blieb als nach Medina zurückzukehren. Als M. das 
vernahm, sagte er: wer hilft mir gegen Ihn alAshraf? Es meldete sich 
Muxammad b. Maslama, er wusste aber zuerst nicht ihm beizukommen 
45 1> und ass und trank deshalb mehrere Tage nicht, bis er endlich mit mehreren 
anderen Ausiten sich zu gemeinsamer That vereinigte; dazu gehörten 
'Abbäd b. Bishr, Abu Näila Silkän b. Saläma, alXarith b. Aus, und Abu 
'Abs b. Gabr; M. erlaubte ihnen über ihn zu reden wie sie wollten. Abu 
Näila, der Milchbruder Ka'b's ^), ging zu ihm heraus und begehrte Einlass 
unter dem Vorwande, dass er ein Anliegen an ihn habe. Nicht ohne Arg- 
wohn Hess Ka'b ihn näher treten, ward aber durch seine Unterhaltung 
bald so eingenommen, dass er seine Geschlechtsgenossen, die gerade bei 
ihm waren, fortgehen Hess, damit Abu Näila ihm unter vier Augen sein 
Begehr vortragen könne. Jener begann dann sich über Muhammed aus- 
zulassen : seinetwegen befehden uns die Araber und versperren die Wege, 
wir leiden Mangel an Nahrung und unsere Kinder verkommen, und dabei 
sollen wir noch Armensteuer bezahlen! auch unter meinen Genossen sind 
mehrere, die wie ich denken und sich vom Propheten loszusagen beab- 
sichtigen, und wir wollen zu dir kommen und Nahrungsmittel von dir 
kaufen und dir für die Zahlung genügendes Unterpfand geben. Der Jude 
war hoch erfreut, versprach nichts zu verraten, und zeigte sich bereit von 
seinen Datteln zu verkaufen ^), indem er zugleich vorschlug ihm die Frauen 
und Kinder als Pfand zu übergeben. Ueber diesen Vorschlag steUte sich 
der Andere sehr entrüstet und bot vielmehr an, die Waffen zu hinter- 
legen — womit Ka'b ebenfalls zufrieden war. Das that Abu Näila aber 
nur, damit jener es nicht auffallend finde, wenn er mit seinen Genossen 
bewaffnet ankäme. Der Abrede gemäss erschienen dann die Verschworenen, 
bis alBaqi* vom Propheten geleitet, in der mondheUen Nacht des 14. Rabi'I 
vor der Burg Ihn Ashraf s und riefen ihn heraus. Seine junge Frau 
wollte ihn zurückhalten, aber er riss sich los und kam herunter. Sie ver- 
anlassten ihn mit nach Sharg al'Agüz zu gehen, um dort die Nacht mit 
ihnen im Gespräch zu verbringen. Unterwegs, nicht w^it von alSharg, 
fasste Abu Näila mit der Hand in sein krauses Haar und sagte : wie schön 

seinem Schützling nicht die Treue gehalten, und ebenso wenig Xalid und 
die dickbäuchige Zainab; und 'Attäb ist ein Knecht, der seine Schutz- 
pflicht nicht erfüllt, ein Lügner, ein Fratzkopf, ein geriebener Affe. 

1) 187,18 steht durch ein Versehen : der Milchbruder Muxammad' s b. Maslama; 
vgl. 188,5. — 187,9 falnaqul; 187,16 jaqüma man. 

^ rifafi taqaccafu tamran 188,2. 3 ==■ meine Borte sind brechend voll von 
Datteln. Vgl. fol. 151b. 154 b. 



Ka'b b. alAshraf A. 3. 97 

du duftest, Ibn Ashraf! Das wiederholte er öfter bis jener daran ge- 46a 
wohnt war; endlich aber packte er ihn mit beiden Händen fest am Schopf 
und rief seinen Genossen zu, ihn zu "toten. Diese fielen nun über ihn 
her, konnten aber nicht viel ausrichten, da sie sich mit ihren Schwertern 
gegenseitig im Wege standen ^) und er sich an Abu Näila schmiegte ; bis 
Muxammad b. Maslama ihm ein kurzes Messer, welches an seinem Schwerte 
steckte, in den Nabel stiess und durch den Bauch zog. Auf den Schrei 
des Gemordeten zündeten die Juden überall Feuer auf ihren Schlössern 
an; Ibn Sunaina, einer der Juden der Banu Xaritha, behauptete, in Jathrib 
vergossenes Blut zu riechen, auf eine Entfernuög von drei Meilen. In- 
dessen eilten die Mörder mit dem abgeschnittenen Kopfe ihres Opfers zu 
Hause, über die Hofe der Banu Umajja b. Zaid, dann über die der Qu- 
ndeha, auf deren Schlössern die Feuer hoch loderten, dann über Bu'äth. 
Auf der Xarra von arUraic konnte alXarith b. Aus, der bei dem verworrenen 
Einhauen auf Ka'b verwundet war, nicht mehr weiter und musste von 
den Anderen getragen werden. In Baqi' alGharqad angekommen, Hessen 
sie das Takbir erschallen, welches von dein Propheten, der die Nacht 
aufgeblieben war, gehört und beantwortet wurde. Sie warfen ihm, als er 
sie vor der Thür der Moschee bewillkommnete, den Kopf des Juden vor 
die Füsse, er heilte die Wunde alXarith's, indem er darauf spie. 

In Bezug hierauf dichtete 'Abbäd b. Bishr: „Ich rief ihn und er 
überhörte den Schrei nicht, sondern erschien oben auf seiner Burg; da 
rief ich noch mal und er sagte : wer ist der Rufer? Ich antwortete : dein 
Bruder *Abbad b. Bishr, und Muxammad sagte: komm rasch zu uns, wir 
sind gekommen, dass du uns zu Dank verpflichtest und bewirthest und 
uns einen Gefallen thust mit einer halben Last Korn und Datteln — 
denn wir leiden Not ; dieser unser Panzer sei dir Unterpfand, ^nimm ihn, 
bis zu einem vollen Monat oder einem halben. Da dachte er: es sind 
Leute, die hungrig sind und nicht genug haben ohne doch arm zu sein (?), 
und kam eilig zu uns herab und sagte uns: ihr seid wegen einer wich- 
tigten Sache -gekommen. Wir aber hatten weisse scharfe Schwerter, geübt 
im Spalten der Ungläubigen, in der Hand; Ibn Maslama alMuradij hielt 
ihn umschlungen mit Pranken wie eines Löwen, und Abu 'Abs b. Gabr 
fiel mit gezücktem Schwert über ihn her und streckte ihn nieder ^) und 
ich stürzte los mit den beiden Anderen, so dass wir ihn schlachteten 
wie ein Opferthier. Darauf zogen mit seinem Kopfe ab fünf edle Männer, 
Muster von Zuverlässigkeit und Treue, und Gott war der sechste dabei; 

189,10 vi:JÄili wie 230,21. 

IM 

2) »LiL^ U.^3 Nf;^ ^-^^-^i ^J^ *^' ~ HjSaJi. Gauh. 

Väkidi, Mahammed. * 



98 Ka'b b. alAshraf A. 3. 

und wir kehrten heim mit überschwänglicher Gnade und herrlichem Sieg.** 
Ihn Abi IZinäd sagt, wäre nicht die Aeusserung des Ihn Abi Xabiba, 
dass er den Verfasser des Liedes personlich kenne, so würde er es für 
echt gehalten haben*). 

Am anderen Morgen befahl M. den Seinen, die jüdischen Männer, 
die ihnen in die Hände fielen, zu töten, so dass die Juden in grosse 
Angst gerieten und die Vornehmen unter ihnen sich nicht hervorwagten, 
^b Muxajjica b. Massud tötete damals den Ihn Sunaina (vgl. fol. 46 a), einen 
Xalif seines älteren Bruders Xuvaica. Der schlug ihn deswegen und 
machte ihm Vorwürfe über seinen treulosen Undank, denn viel Fett in 
seinem Leibe stamme von dem Gute jenes Juden her. Muxajjica erwiderte : 
wenn der, der mich ihn töten hiess, mir auftrüge dich zu toten, so thäte 
ichs; und als der Bruder verwundert fragte, ob das sein Ernst sei, sagte 
er ja. Da sprach dieser : „bei Gott, eine Religion, die es dahin bringt, ist 
eine erstaunliche Religion", und bekehrte sich selbigen Tages. Der 
Andere aber dichtete in Beziehung hierauf folgende Verse, deren Echt- 
heit unbeanstandet ist: „meiner Mutter Sohn tadelt mich darüber, dass 
wenn ich Befehl erhielte ihn zu töten , ich sein Genick treffen würde 
mit einem weissen zweischneidigen Schwerte, einem »alzfarbenen blank- 
geschliffenen, das nicht versagt, wenn man es herabfahren lässt — doch 
würde es mich nicht freuen, dich aus eigenem Antriebe zu toten, auch 
wenn ich dafür alles Land zwischen Bostra und Märib bekäme*"). 

Am anderen Morgen kamen die Juden zu M. und beklagten sich 
über die heimtückische Ermordung Ka'b's; er aber sagte, so würde jedem 
geschehen, der sich nicht ruhig verhalte, sondern die Muslime beleidige 
und verspotte. Er schloss dann mit ihnen einen schriftlichen Vertrag, 
über dessen Inhalt sie übereingekommen waren, unter der Palme im 
Hofe der Ramla bint alXarith. Seit der Zeit waren die Juden furchtsam 
und eingeschüchtert. 

Ibrahim b. Ga'far von s. Vater: Marvan b. alXakam fragte, als 
Statthalter von Medina, den Näciriten Benjamin nach der Ermordung 
Ea*b's; er sagte, sie sei durch Verrat geschehen. Als Muxammad b. 
Maslama, damals schon ein sehr alter Mann, das hörte, sagte er: „o Mar- 
van, traust du dem Boten Gottes Verrat zu? denn nur auf seinen Befehl 
haben wir den Mord vollzogen — bei Gott ich will nie mehr mit dir 

*) Die Unechtheit dieser versificirten Erzählung, d^e bei BH. fehlt, scheint 
mir keinem Zweifel zu unterliegen. Ihr Zweck ist der, den *Abbäd auf 
Kosten des Abu Näila vorzuschieben. 

^) Ich vermute valau anna 191,15. Nach 191,11 ist qad aslama 191,5 un- 
richtig; vgl. BH. 553,19 f. 



Dhu-AmaiT A. 3. 99 

unter einem Dache sein, es sei denn das Dach der Moschee! was aber 
dich betrifft, Benjamin, so sollst du nicht entkommen; ich werde dir den 
Kopf abschlagen, wenn ich dich ^) zu fassen kriege und habe ein Schwert 
bei mir!'' In Folge dessen wagte sich Benjamin nicht aus dem Gehöft 
der Banu Quraieha heraus, ehe er nicht die Gewissheit hätte, dass der 
Alte draussen auf einem seiner Landgüter sei. Einmal aber traf Muxam- 
mad ihn doch bei einem Begräbnis in alBaqi', da ging er zu einer aus 
frischen Palmenzweigen gemachten Bahre, löste das Geflecht auf, und 
schlug die sämmtlichen Ruthen auf dem Rücken und Gesichte Benjamin's 
in Stücke, bis keine heile Stelle (eabäx) mehr an ihm war. Dann liess 
er ihn laufen mit den Worten : hätte ich ein Schwert zur Hand, so hätte 
ich dich erschlagen. — BH. 548 — 555. 

16. 

A. 8 am 12 Rabf I zog M. nach Dhu-Amarr und blieb elf Tage 
aus. Othman b. 'Affan war sein Stellvertreter in Medina. 

Muxammad b. Zijäd b. Abi Hunaida von Zaid b. Abi 'Attäb, und 
'üthman b. alCaxxäk b. 'üthman, und 'Abdalraxman b. Muxammad b. 
Abi Bakr von 'Abdallah b. Abi Bakr, und Andere: in Dhu-Amarr hatte 
sich eine Anzahl von den Banu Tha'laba und Muxärib gesammelt, unter 
dem Befehl des Du'thür b. alXarith b. Muxarib. Gegen sie zog M. mit 
450 Mann, worunter einige zu Pferde. Er ging über alMunaqqa und 
den Engpass von alXubait nach Dhu-lQacca, wo ihm ein Tha'labit, namens 47 a 
Gabbär, in die Hände fiel, der sich bekehrte und als Führer diente. Die 
Beduinen aber, die schon vorher ihr Vieh und Ingesinde im höchsten 
Gebirge in Sicherheit gebracht hatten, flohen jetzt auch selber auf die 
Berge; M. sah -sie dort, ohne ihnen etwas anhaben zu können. 

Als M. mit den Seinen in Dhu-Amarr lagerte, ging er einst um seine 
Nothdurft zu verrichten auf jenseit des Thaies; da fiel ein starker Regen, 
so dass er nicht über den angeschwollenen Vadi zurück konnte. Er zog 
also sein Zeug aus um es zu trocknen, und legte sich unter einem Baume 
hin. In dieser Lage beobachteten ihn die Feinde, und plötzlich stand 
DuHhur mit gezücktem Schwerte vor ihm und .sagte: o Muhammed, wer 
schützt dich jetzt vor mir? Er antwortete: Gott! Sofort stiess ihn Ga- 
briel vor die Brust, so dass er zu Boden und das Schwert ihm aus der 
Hand fiel. Der Prophet nahm es auf und trat damit ihm zu Häupten, 
indem er sagte: wer schützt dich jetzt vor mir? Jener erwiderte: nie- 
mand, legte das Glaubensbekenntnis ab und gelobte, nicht mehr gegen 

*) Die Construction des Satzes 192,9 ist mir bedenklich, vgl. z.B. Bux. I 
175,20. 

7* 



100 ßuxran und alQarada A. 3. 

M. kämpfen zu wollen. Darauf erhielt er sein Schwert wieder, kehrte 
zurück zu den Seinen, erzählte ihnen sein Erlebnis, und forderte sie auf 
den Islam anzunehmen. Hierauf bezieht sich Sur. 5, 14 *). — BH. 544. 

17. 

A. 3 in der ersten Hälfte des Gumada I zog M. nach Bnxrän (bei 
alFuru') und blieb zehn Tage aus. Sein Verweser in Medina war Ihn 
Umm Maktum. 

Ma'mar b. Rashid von alZuhrij: M. rückte mit 300 Mann aus, um 
die Sulamiten zu überfallen, die sich dort gesammelt hatten. Ein Mann, 
den er in der Nähe von Buxrän gefangen nahm, sagte aus, dass sie tags 
vorher sich zerstreut und zu Hause begeben hätten, und so verhielt es 
sich wirklich. — BH. 544. 

18. 

47 b A. 3 am 1 Gumadä II zog Zaid b. Xaritha nach alQarada. 

Muxammad b. alXasan b. Usäma b. Zaid von seiner Familie : Cafvän 
b. Umajja sagte zu den Mekkanem: Muhammed verstopft ans iinsem 
Handel, seine Leute weichen nicht von der Küste, und die Anwohner 
stehen in Vertrag und machen grösstenteils gemeinsame Sache mit ihnen, 
so dass wir nicht wissen wo wir gehen sollen ; bleiben wir aber zu Hause, 
so verzehren wir unser Kapital und können uns auf die Dauer in Mekka 
nicht halten, denn es ist nur eine Niederlassung um Handel zu treiben, 
im Sommer nach Syrien und im "Winter nach Habesch. Ihm antwortete 
alAsvad b. alMneealib: so bieg ab von der Küste und nimm die 'Iräq- 
strasse, ich weiss dir einen Führer der sie mit geschlossenen Augen 
finden kann, Furät b. Xajjän ariglij. Da liess Cafvan den-Furat kommen, 
und dieser versprach ihn den besagten "Weg zu führen, der vor M. ganz 
sicher sei. Es schade nichts, meinte Cafvan, dass derselbe durch trocknes 
Hochland und "Wüsten ^) führe , da man ja jetzt im "Winter des Wassers 
nicht so sehr bedürfe. Es beteiligten sich mehrere Mekkaner mit Gelde 
an dem Unternehmen, so Abu Zam'a mit 300 Mithqal Gold- und Silber- 
barren. Andere wie 'Abdallah b. Abi Rabi'a und Xuvaieib b. 'Abdal'uzza 
gingen selber auf die Reise mit Cafvan, welcher seinerseits 30000 Dirham 
in Silberbarren und Silbergefässen in der Karawane stecken hatte. Die 
Karawane nahm den Weg über Dhat-aFIrq. In Medina aber erzählte 
Nu'aim b. Mas'üd arAshga'ij die Geschichte beim Becher im Hause des 
Juden Kinäna b. Abi IXuqaiq. Dabei war ein Muslim zugegen, Salie 

») w5oÜb ^t 193,14 parenthetisch. 193,15 \jh. Zu 194,15 vgl. 220,2. 
^) arcu nagdin vafajäfin 196,14 f.; nagd appellativ. 



Uxud A. 3. 101 

b. alNu'man b. Aslam (damals war der "Wein noch nicht verboten), der 
hinterbrachte sofort dem Propheten, was er gehört hatte. M. sandte nun 
den Zaid mit 100 Kamelreitem ab, und diesem gelang es die Karawane 
abzufangen, doch entkamen die vornehmsten Begleiter mit Ausnahme von 
einem oder zweien. Der Fünfte der Beute betrug 20000 Dirham , der 
Rest ward unter die am Zuge Beteiligten verteilt. Unter den Gefangenen 
befand sich der Führer Furat, der sich durch Annahme des Islam Leben 
und Freiheit erkaufte. — BH. 547 f. 

19. 
Uxud, A. 3 am Sonnabend 7 Shavväl. 

Stellvertretender Imam zu Medina war Ihn Umm Maktum. 

Muxammad b. 'Abdallah b. Muslim, und Musa b. Muxammad b. Ibrahim 
b. alXarith, und 'Abdallah b. Ga'far, und Ihn Abi Sabra, und Muxammad 
b. Calix b. Dinar, und Mu'adh b. Muxammad, und Ihn Abi Xabiba, und 
Muxammad b. Jaxja b. Sahl b. Abi Xathma, und 'Abdalraxman b. 'Abdal'aziz, 
und Jaxjä b. 'Abdallah b. Abi Qatada, und Junas b. Muxammad alGhafarij, 
und Ma'mar b. Räshid, und 'Abdalraxman b. Abi IZinäd, und Abu Ma'shar 48a 
und Andere : 

Bis zur Rückkehr der Kämpfer von Badr hatte Abu Sufjan die Kara- 
wane unberührt im Gemeindehause stehen lassen. Aber auch hinterher 
ward sie nicht verteilt, sondern auf den Antrag der vornehmsten Qurashiten 
der ganze Erlös in gemünztem Golde bei Abu Su^an aufbewahrt und zur 
Ausrüstung eines neuen Feldzuges gegen M. bestimmt. Nach anderen 
wurde der Gewinn (100 Procent) dazu bestimmt, das Kapital aber zurück- 
gegeben ; und einige ärmere Leute bekamen beides ausgezahlt. Bloss den 
Anteil der Banu Zuhra (mit Ausnahme des Maxrama b. Naufal, der Banu 
Umajja, und der Banu 'Abd Manäf b. Zuhra) wollte Abu Sufjan voll- 
ständig zurückbehalten, weil sie auf dem "Wege nach Badr wieder umge- 
kehrt waren; doch alAxnas protestierte dagegen mit Erfolg: Abu Sufjan 
habe sie ja selber aufgefordert umzukehren. Auf diese Vorbereitungen 
bezieht sich Sur. 8,36. 

Darauf schickten sie vier Männer aus, um die 'Abdmanät und ihre 
übrigen Verbündeten unter den Arabern zum Beistand aufzufordern, 'Amr b. 
al'Äc, Hubaira b. Abi Vahb, Ihn alZiba'rä, und Abu 'Azza. Abu *Azza wollte 
eigentlich nicht, da er dem Propheten gelobt hatte nicht gegen ihn zu 
kämpfen, liess sich endlich aber doch von Cafvan b. Umajja und Gubair 48b 
b. Mue'im bewegen. Er sang damals : „ihr trotzigen Banu 'Abdmanät, ihr 
seid wehrhaft und euer Vater ist wehrhaft, lasst uns nicht im Stich, es 
ist nicht recht im Stich zu lassen, und versprecht uns eure Hülfe nicht 
übers Jahr!" Die Boten kamen bis zu den Thaqafiten um zu werben. 



102 Uxud A. 3. 

Bukair b. Mismär von Zijäd dem Freigelassenen Sa'd's von Nuseäs: 
als der Auszug bevorstand, schlug Cafvan den edlen Mekkanem vor ihre 
Frauen mit in den Kampf zu nehmen, da diese am geeignetsten (aqmanu) 
seien, sie in Zorn zu bringen und an die Gefallenen von Badr zu erinnern. 
Der Vorschlag gefiel, nur Naufal b. Muavija alDuilij hielt ihn für unver- 
nünftig und suchte Abu Sufjan dagegen einzunehmen. Aber dieser wollte 
sich der Meinung der Majorität nicht widersetzen, zumal seine Frau Hind 
b. Ttba mit Leib und Seele dafür war. Abu Sufjan nahm zwei Frauen 
mit, Hind und die Kinanitin ümaima bint Sa'd b. Vahb b. Ashjam; 
Cafvan auch zwei, die Thaqafitin Barza bint Mas'ud, die Mutter des alteren 
'Abdallah, und die Kinanitin Baghüm bint alMu'addhil, die Mutter des 
jüngeren 'Abdallah. Ferner zogen mit die Ausitin Suläfa bint Sa'd b. 
Shuhaid, die Frau Galxa's und die Mutter seiner Sohne Musäfi' und alXarith 
und Kiläb und Guläs; Umm Xakim bint alXarith b. Hisham, die Frau 
'Ikrima's; Faeima bint alValid b. alMughira, die Frau von alXarith b. 
Hisham; Hind bint Munabbih b. aIXaggag, die Frau 'Amr's b. aFAc und 
die Mutter seines Sohnes 'Abdallah; Ramlä bint Gäriq b. 'Alqama, die Frau 
von alXarith b. Sufjan; Umm Xakim bint Gäriq, die Frau Kinäna's b. 
'Alij b. Rabi'a b. 'Abdal'uzza; Qutaila bint 'Amr b. Hiläl, die Frau Suf- 
jan's b. 'üvaif ; 'Amra bint alXarith b. 'Alqama, die Frau Ghuräb's b. Su^an 
b. 'Uvaif (welche die Fahne aufhob , nachdem sie zu Boden gefallen war, 
und bewirkte, dass die Quraish sich wieder sammelten). Abu 'üzair bint 
*ümair al'Abdarij nahm seine Mutter Xunäs bint Malik b. alMicrab mit, 
ebenso alNu'män und Gäbir die Söhne des Misk alDhi'b*) ihre Mutter 
alDughaina. — BH. 555—557. 

Das mekkanische Heer hatte drei Fahnen, eine trug Su^än b. 'üvaif 
(welcher mit zehn Söhnen in den Kampf zog), eine trug Galxa b. Abi 
Galxa, die dritte führten die HülfsvÖlker. Nach besseren Nachrichten 
49 a führten die Quraish samt den Hülfsvölkern (laffuhä 202,1. 213,1) nur eine 
Fahne, welche Galxa trug. Die Gesamtstärke betrug 3000 Mann, darunter 
100 von Thaqif. Das Heer war gut ausgerüstet, 700 Gepanzerte, 200 Pferde, 
3000 Kamele waren dabei. 

Al'Abbäs benachrichtigte den Propheten durch einen Brief, den er 
einem Ghifariten mitgab, welcher versprach, den "Weg nach Medina in 
drei Tagen zurückzulegen. Der Bote traf M., auf einem Esel reitend, 
bei der Moschee von Qubä; Ubaij b. Ka'b musste ihm den Brief vorlesen 
und Schweigen geloben. Darauf ging M. zu Sa'd b. Rabi' und teilte ihm 
im Vertrauen die Sache mit. Als er aber fort war, ward Sa'd von seiner 
Frau gefragt, was ihm M. gesagt habe; und da er es nicht sagen wollte, 

') sonderbarer Name = Wolfsmoschus, 



üxud A. 3. 103 

erzählte sie ihm die ganze Geschichte, sie hatte heimlich zugehört. Da 
packte er sie bei den Haaren, lief mit ihr dem Propheten nach, holte ihn 
bei der Brücke ein, als sie schon ganz erschöpft war (balaxat) und trug 
ihm den Fall vor. M. gebot ihm die Frau in Ruhe zu lassen*). 

Indessen verbreitete sich die K^iinde in Medina, die Juden und die 
Heuchler gerieten in Aufregung. 'Amr b. Sälim und einige andere Xu- 
za'iten, die das mekkanische Heer in Dhu-Guvä angetroffen hätten, eilten 
in vier Tagen nach Medina, um es dem Propheten zu melden; auf dem 
Rückwege fanden sie die Qurashiten in Räbigh, wichen ihnen aber aus. 

'Abdallah b. 'Amr b. Zuhair von 'Abdallah b. 'Amr b. Abi Xukaima 
alAslamij: in alAbvä erfuhr Abu Sufjan, dass den Abend vorher die Xu- 
za'iten passiert seien'), auf dem Heimwege nach Mekka. Er sagte: nun 
sind die Mediner gewarnt und werden sich in ihre festen Häuser zurück- 
ziehen, wo wir ihnen nichts anhaben können! Cafvan erwiderte: dann 
hauen wir ihnen die Palmen um und machen sie dadurch hülflos, denn 
sie können sie nicht wieder herstellen! 

Als M. nach Medina kam, siedelte der dortige Xanif Abu 'Amir mit 49 b 
50 Männern von Aus Allah nach Mekka über, um sich seiner Ueberlegen- 
heit zu entziehen, und bestärkte die Mekkaner in dem Glauben, dass was 
M. verkünde eitel sei. Nach Badr zog er nicht mit, wohl aber jetzt nach 
üxud. Er redete den Qurashiten vor, dass die Mediner nicht gegen sie 
kämpfen würden, wenn er mit seinen 50 Ausiten dabei sei.^) 

Die Qurashiten machten bei jeder Tränke Halt, thaten sich gütlich 
und Hessen sich durch die Lieder ihrer paukenschlagenden Weiber in 
Kampfstimmung bringen. In alAbvä wollten einige die Asche von M.'s 
Mutter ausgraben und mitnehmen, um darin entweder ein Pfand der 
Sicherheit ihrer eigenen Weiber vor den Muslimen zu haben oder sie durch 
schweres Geld lösen zu lassen; aber der Vorschlag ward zurückgewiesen. 

Am Donnerstag 5 Shawal, zehn Tage nach ihrem Aufbruch von Mekka, 
waren die Qurashiten in Dhu-lXulaifa; von dort schickten sie einige Reiter 
voraus, die ihnen in alVaea' eine Lagerstelle suchen sollten. Zwei Kund- 
schafter M.'s, Anas und Mu'nis, die Söhne Fucäla's, schlichen sich in 
aUAqiq unter die Mekkaner ein und zogen mit bis nach alVaea', worauf 
sie Bescheid brachten. — BH. 557. 

Die Gegend allrc, zwischen alVaea' (am Berge üxud) bis nach al- 

1) la; takallam bixägatika 202,14. Zur Brücke vgl. 356,11 Jaq. II 178,10. 

2) iuL^t^ ^U ^^ ^y^ ^t ^t t^^L ^^jxÄ^ y^ g.AAö! U ■ 
v«Alb>t ^^jxftjw ^1 ^iUö XX^ Jt ^^jjyyAM^ g*^! \y^^j 205,9. 

') väzara 206,1 = zu (gemeinschaftlicher Arbeit zu) Hülfe nehmen. 



104 Uxud A. 3. 

Gurf (heutzutage 'Arcat alBaqal), welche den Banu Saläma und Xaritha 
und Ghafar und ^Abdalashhal gehörte, stand grade in Saat. Das Wasser 
war damals reichlich in alGurf (ehe Mu'ävija den dortigen Quellen durch 
Anlegung neuer in alGhäba das Wasser entzog) ; der Treiber konnte sich 
kaum einmal setzen, da das Kamel im Augenblick das Wasser aus dem 
Brunnen hatte ^). Die Mediner hatten ihre Kamele — Usaid b. Xucair 
hatte dort 20 Kamele, die ihm seine Gerste bewässerten — und ihr Acker- 
geräth noch gerade in der Nacht vorher in die Stadt geschafft, als die 
Feinde sich am Donnerstag in aPIrc lagerten und ihre Tiere in den 
Saatfeldern weiden Hessen. Die Saat stand schon in Aehren^). 

Im Auftrage M.'s suchte alXubäb b. alMundhir die Stärke des feind- 
lichen Heeres zu erforschen ; er kam zurück mit genauen Nachrichten, die 
Wa er aber nur dem Propheten allein mitteilte. 

Noch am Freitag wagte sich Salama b. Saläma b. Vaqsh auf seinen 
Acker, dicht bei aFIrc, um sich seine dort vergrabenen Waffen zu holen. 
Er kam auch glücklich mit ihnen nach Hause, nach einem Kampf mit 
zehn feindlichen Reitern, die er von einem Hügel der Xarra aus mit 
Pfeilen und Steinen beschoss bis sie abzogen. 

In der Nacht auf den Freitag hielten die vornehmsten Mediner, u. a. 
Sa*d b. Mu'ädh und Usaid b. Xucair und Sa'd b. 'übäda, vor M.'s Thür 
Wache bis zum Morgen. Am Morgen hielt M. auf der Kanzel eine An- 
rede, worin er (nach Muxammad b. Calix von 'Acim b. 'ümar b. Qatada 
von Maxmüd b. Labid) einen Traum erzählte, den er die Nacht gehabt 
hatte : „ich steckte in einem festen Panzer, mein Schwert Dhu-lFaqär brach 
in der Mitte ^) ab, es wurden Rinder geschlachtet und ich nahm einen 
Widder hinter mich auf den Sattel — der feste Panzer ist die Stadt 
Medina, in der wir bleiben müssen, das zerbrochene Schwert bedeutet 
eine Wunde die mir selbst beigebracht wird, die geschlachteten Rinder 
sind Erschlagene unter meinen Genossen, der hinten aufgeladene Widder 
ist der Anführer der feindlichen Schar (223,22), den wir wills Gott er- 
legen werden''. Nach Ihn 'Abbäs erklärte M. das Zerbrechen seines 
Schwertes dahin, dass einer aus seiner Familie fallen werde. Muxammad 

b. 'Abdallah von alZuhrij von 'IJrva von alMusavvar b. Maxrama: M. sah 

« 

*) Ich vermute 207,4: lam jara säiqu Inäcixi maglisan växidan, janqulu 
lgamalu*ii sä'atin. # 

3) (J-^äJJ! ^jit v.-yi vXä 207,8 = die Saat hatte schon das Mehl ge- 
trunken. Die Saatfelder heissen 211,14 si*äf, Palmgärten. 

3) eüUi? ^XJLc Q/o 208,21. Darnach bedeutet x*!? die Spitze etwa bis 
zur Mitte der Schneide. 



ITxud A. 3. 105 

eine Scharte in seinem Schwerte, die ihm unangenehm war; es war die 
Wunde, die er im Gesicht erhielt. 

Nach diesem Traume hielt M. es für das geratenste, nicht aus Me- 
dina herauszugehen; da er es aber gern hatte, dass seine Ansicht auch 
von seinen Genossen gebilligt wurde, so fragte er sie um ihre Meinung. 
Mit Entschiedenheit trat Ihn Ubaij dafür ein, dass man sich in der Stadt 
verteidigen müsse ; so sei man niemals bezwungen worden, während man 
im Kampfe draussen nur Unglück gehabt habe. Da sich auch die übrigen 
älteren und erfahrenen Männer, Mediner sowohl als Emigranten, ebenso 
aussprachen, so befahl M., dass die Weiber und Kinder in die festen 
Häuser gebracht werden, die Männer aber den Kampf mit dem Feinde 
in den Strassen aufoehmen sollten, wo sie die Ortskenntnis voraus hätten 
und ausserdem durch die Sfeinwürfe der Weiber und Kinder unterstützt 
würden. Die Lücken zwischen den Häusern wurden vermauert, so dass 50b 
die Stadt überall einer Feste glich ^). 

Einige kampfesdurstige Jünglinge aber lagen dem Propheten an sie 
doch gegen den Feind zu führen; sie erschienen in Massen, schwangen 
die Schwerter und tobten wie die Hengste. Auf ihrer Seite waren auch 
Männer von Gewicht wie Xamza, Sa'd b. Tbada, alNu'män b. Malik, 
welche befürchteten, dass wenn man nicht ausrücke und die Saaten ver- . 
teidige, die Qurashiten das für Feigheit ansehen und ganz übermütig 
werden, und auch die Bedmnen die Felder nicht mehr respektieren würden. 
In diesem Sinne redeten Malik b. Sinän, der Vater des Abu Sa*id alXudrij, 
Xamza b. 'Abdalmueealib (der zu fasten gelobte bis er draussen an den 
Feind komme), alNu'män b. Malik alSälimij, Ijäs b. Aus b. 'Atlk alAshhalij, 
Xaithama der Vater des bei Badr gefallenen Sa'd, Anas b. Qatada. End- 5ia 
lieh, beim Hauptgottesdienst, gab M. dem Drängen nach und verhiess 
ihnen Sieg, wenn sie standhaft seien*). 

Die Männer sammelten sich; die Bewohner der 'Aväli, wie die 'Amr 
b. Auf und alNabit, brachten ihr Gesinde in die festen Häuser und er- 
schienen dann in Waffen. Während der Prophet nach dem Nachmittags- 
gebet in seinem Hause sich wappnete, stellten sich die Krieger am Wege 
von da bis zur Kanzel in Reihen auf, um ihn zu erwarten. Während 
dem stellte ihnen Sa'd b. Mu'adh und Usaid b. Xucair vor, dass es un- 
recht von ihnen sei, den Propheten trotz seiner Unlust zum Ausrücken zu 
treiben, und dass sie am besten thäten ihm noch jetzt freie Hand zu lassen ^). 

') Lies 209,21 maglisin Und maflulina. Vgl. fol. 102 b. 

») öt^ 210,13 211,14 vgl. 211,22 212,2. — %Ä 211,1. 
») NÄ/>y g^ vXä .213,8. 9 ist zu tilgen. 



106 Uxud A. 3. 

Als M. nun endlich in voller Rüstung herauskam, trat ein allgemeiner Um- 
schwung der Stimmung ein. Die ungestümen Eiferer bereuten was sie 
gethan hatten und sagten zu M. : o Bote Gottes, es ziemte sich nicht für 
uns dir zu t^riderstreben, also thu was dir gefallt. Nun wollte er aber 
nicht mehr zurück und sagte, wenn ein Prophet die Waffen angelegt 
habe, dürfe er sie nicht eher wieder ablegen, als bis Gott zwischen ihm 
und seinen Feinden entschieden habe. — BH. 557 — 559. 

Ja'qub b. Muxammäd alOhafarij von s. Vater: ehe M. nach Uxud 
ritt, sprach er, schon gepanzert, an der Leichenstätte noch das Gebet 
über dem am Freitag verstorbenen Malik b. 'Amr alNaggärij. 

Usama b. Zaid von s. Vater: als M. sich auf den Weg nach Uxud 
machte, sagte ihm Gu'äl b. Suraqa betrübt seufzend, es sei ihm mitgeteilt, 
dass er (M.) morgen getötet werde. M. aber stiess ihn vor die Brust 
und sprach: ist nicht die ganze Ewigkeit morgen! 
51 b Darauf band M. Fahnen an drei Lanzen, und übergab die Fahne der 

Aus dem Usaid b. Xucair, die der Xazrag dem alXubäb b. alMundhir oder 
nach andern dem Sa'd b. 'übada, und die der Emigranten dem Ali oder 
nach andern dem Muc'ab b. Tmair. Dann stieg er zu Pferd, hing den 
Bogen um und nahm die Lanze in die Hand — der Beschlag am Ende 
des Schaftes war damals von Messing. Die beiden Sa'd gingen gepanzert 
vor ihm her, die übrigen Muslime zu seiner Rechten und Linken, -unter 
ihnen 100 Gepanzerte. Er nahm den Weg über alBadäi% Zuqäq alXisj 
und alShaixäni. Auf der Höhe (ras althanijja) angelangt, wandte er 
sich um und erblickte eine gewaffnete Schar von Juden, die als Bundes- 
genossen des Ihn übaij mitziehen wollte; er wies sie aber zurück. 

In alShaixäni, im Gebiet der Banu INaggär (216,2), lagerte M. und 
hielt Musterung, wobei er mehrere zu junge Leute zurückwies, 'Abdallah 
b. Tmar, Zaid b. Thabit, Usäma b. Zaid, alNu'män b. Bashir, Zaid b. 
Arqam, alBarrä b. 'Azib, üsaid b. Ohuhair, 'Azäja b. Aus, Abu Sa'id 
alXudrij, Samura b. Gundab und Räfi' b. Xadig. Aber auf Verwendung 
Ohuhair's b. Räfi', der ihn für einen guten Schützen erklärte, kam letzterer 
doch noch mit, zumal er sich in seinen Schuhen emporreckte. Da ward 
Samura b. Gundab durch seinen Stiefvater Muray b. Sinän alXarithij bei 
M. vorstellig, er müsse auch zugelassen werden, da er Räfi' strecken könne. 
Nachdem er das durch die That bewiesen, ward er ebenfalls mitgenommen. — 
Ibn Ubaij lagerte mit seinem Anhange abseits; die Heuchler reizten ihn 
auf gegen den Propheten, der gegen bessere Ueberzeugung seinen Rat 
verschmäht und den unerfahrenen Jünglingen nachgegeben habe *). — 

LÄsjij liUi -jt qjI q/o \jiju^ 215,19 = sie tauschten von ihm 
Seuche]ei und Falschheit ein^ 



üxud Ä. 3. 107 

Nachdem M. das Abend- und Nachtgebet gehalten hatte, übergab er dem 
Mnxammad b. Maslama mit 50 Mann die Wache für die Nacht. Die Reiter 
Tkrima's, der bei den Mekkanern die Nachtwache übernommen hatte, 
kamen in die Nähe des muslimischen Lagers bis an den Rand der Xarra, 52 a 
wagten sich aber nicht weiter vor, aus Furcht vor der Xarra und vor 
Mnxammad b. Maslama. Es folgt eine "Wiederholung der Geschichte von 
Dhakvän b. 'Abdqais, s. fol. 29 a. 

Mit Morgengrauen machte sich M. auf, um geführt von Abu Xathma 
(nach anderen von Aus b. Qaiehij, oder von Muxajjica) in die Nähe der 
Feinde zu gelangen. Sie nahmen den Weg über die. Höfe und Landgüter 
der Banu Xaritha; als sie durch den Palmgarten des blinden Mirba* b. 
Qaiehij kamen, sprengte der ihnen Erde ins Gesicht mit den Worten: 
wenn du auch der Bote Gottes bist, sollst du doch nicht in meinen 
Garten hinein! Der Ashhalit Sa'd b. Zaid schlug ihm mit dem Bogen 
auf den Kopf, dass es blutete, darüber zürnten einige Xarithiten und 
schoben es auf die Feindschaft der 'Abdalashjjal gegen sie, von der die- 
selben nicht lassen . könnten. Aber Usaid b. Xucair warf umgekehrt den 
Xaritha Heuchelei vor und drohte, er wolle dem Mirba' und seinen Ge- 
sinnungsgenossen den Kopf abhauen, wenn er nur wüsste, was M. dazu 
sagen würde. Da schwiegen sie still. 

Am üxud angelangt legte M. einen zweiten Panzer an, dazu eine 
Kappe und einen Helm darüber; wo jetzt die Brücke ist, verrichtete er 
mit den Seinen das Morgengebet. Die Feinde sammelten sich zur Auf- 
stellung da, wo jetzt das Gut Ihn 'Amir's ist. Jetzt schied *) Ihn übaij 
mit seiner Schar ab, wie ein Strausshahn vor ihnen her ziehend^), ohne 
sich durch die Bitten des ihm nacheilenden Abu Gabir 'Abdallah b. 'Amr 
zurückhalten zu lassen; Hinterher verhehlte er seine Schadenfreude über 52 b 
die Niederlage der Muslime nicht. 

M. stellte die Seinen so auf, dass sie den üxud im Rücken und 
Medina vor sich, 'Ainain aber, wo er 50 Schützen unter dem Befehl 
'Abdallah's b. Gubair postirt hatte, zur Linken hatten, unrichtig ist, 

1) iLj<^\ 217,21. 



^«.^/OJü (jj^ iüiy 217,22. Den Sinn des Vergleichs (vgl. BH. 762,16; 
zu verstehen fehlt mir die Anschauung. Der Name (5^ kommt bei 
Imrualqais 34,10 vor, und als Femininum XJu^ in dem Verse am Ende 
des Scholion zu 124,2 des Divan Hudhail (ed. Koseg.). Er scheint noch 
jetzt gebräuchlich zu sein; denn es ist wohl ein Irrtum, wenn Wetzstein 
(in Delitzsch's lob 2. Aufl. S. 513) /4-^ schreibt. 



108 l^xud A. 3. 

dass er die Sonne und 'Ainain im Rücken gehabt habe. Die Mekkaner 
rückten von gegenüber vor, im Vadi *). — BH. 559 — 561. 

Ja'qub b. Muxammad al Ghafarij von alXncain b. 'Abdalraxman b. 
'Amr von Maxmnd b. 'Amr b. Zijäd b. alSakan: während die Feinde 
(alqaum) in 'Ainain lagerten^), stellte M. seine Leute amUxud auf, mit dem 
Rücken gegen den Berg. Er verbot vor seinem Befehl den Kampf zu be- 
ginnen, so dass Tmara b. Zijäd b. alSakan entrüstet ausrief: sollen die Saat- 
felder der Bänu Qaila aTbgeweidet werden, und wir nicht drein schlagen? 

Indessen rückten die Feinde in Schlachtordnung vor, den rechten 
Flügel befehligte ialid, den linken 'Ikrima, die Reiterei') Cafvän b. 
Umajja (nach andern 'Amr b. al'Ac), die Schützen — es waren 100 Mann — 
'Abdallah Jb. Abi Rabi'a. Die Fahne trug Galxa b. Abi Galxa, von den 
Banu 'Abdaldar, welche das Vorrecht hatten die Fahne zu tragen. Abu 
Su^an forderte die 'Abdariten auf, die Fahne ja recht tapfer zu vertei- 
digen — oder sie lieber seinen todesmutigen und rachedurstigen Leuten 
zu überlassen. Davon wol^ien diese aber nichts wissen, sondern scharten 
sich um die Fahne und legten die Lanzen auf ihn ein. Als er dann 
noch eine andere Fahne machen wollte, wollten sie das nur dann zu- 
geben, wenn auch diese von ihnen getragen würde. — BH. '560 562. 

M. brachte die Seinen in Richtung, bis keine Schulter aus der Linie 
hervorragte. Die Fahne übergab er dem Muc'ab b. 'ümair, und dieser 
53a trat damit vor. Dann hielt er eine Anrede, worin er zu mutigem Aus- 
harren und zu striktem Gehorsam ermahnte. „Das scheinbare Verziehen 
des Lohnes möge euch nicht dazu verleiten, dass ihr ihn durch Unge- 
horsam gegen euren Herrn zu gewinnen sucht; denn es lässt sich seinen 
Gütern nicht beikommen, es sei denn durch Gehorsam gegen ihn. Er 
hat euch das Erlaubte und das Verbotene unterscheiden gelehrt, jedoch 
liegt ein zweifelhaftes Gebiet in der Mitte, welches nur wenige kennen, 
die unter besonderer Hut stehen. Wer dasselbe vermeidet, "bewahrt seine 
Seele; wer aber sich darauf begiebt, ist wie der Hirt an der Grenze der 
Bannweide (alximä), der alsbald hineingerät. Jeder König hat seine 
Bann weide, und die Bannweide Gottes ist das von ihm Verbotene *)." 

') üeber den Vadi vgl. 217,20. 218,17. 236,6 und bes. 260,2 ff. Der Abfluss 
- ging nach alGhaba vgl. 263,4 ff. und 207,5 ff. und Muir HI 156. 164. 'Ainain 
scheint eine Lokalform zu sein wie 'Enäm im Hebr., vgl. Rama = 
Rämatain im Arab. (Jaq. H 736,5) und im Hebr. (1 Sam. 1,1). 

2) Ob sich diese Angabe mit der, dass dort die musl. Schützen standen, ver- 
trägt, weiss ich nicht; vgl. 277,13 und Muir IH 165. 

') Zweihundert Pferde 219,7 ist eine falsch eingesetzte Glosse. 

*) Ich vermute 220,15 vaman raghiba *anhu, nämlich 'ani Ixarami. Des- 
gleichen alä inna 221,7. 



Üxud A. 3. 109 

Ibn Abi Sabra von Xalid b. Rabäx von alMueealib b. 'Abdallah : Abu 
'Ämir ('Abd'amr) trat mit seinen fünfzig Genossen vor und suchte die 
Ausiten zu sich herüberzuziehen, jedoch vergeblich. Mit ihm waren 
Knechte der Mekkaner, die begannen mit Steinen zu werfen. Das dauerte 
eine Weile von hüben und drüben, bis sich Abu 'Amir zurückzog. Nach 
anderen Angaben kämpften die Knechte nicht, sondern bewachten das 
Lager. — BH. 561 f. 

Ehe der Zusammenstoss erfolgte, zogen die Weiber mit ihren Pauken 
(dufüf, akbär = eubül 207,21, gharäbll) vor den Mekkanem her, dann 
zogen sie sich in die letzte Reihe zurück, und endlich blieben sie hinter 
dem Heere stehen, wo sie die Flüchtigen auffingen und zum Kampfe an- 
spornten*). — BH. 562. 

Quzmän (Abu IGhaidäq 222,16), ein Heuchler, war anfangs in Medina 
geblieben; da ihn aber die Weiber der Banu Ghafar der Feigheit ziehen, 
waffiiete er sich und stiess nachträglich zum Heere, in dem Augenblick, 
als M. die Reihen richtete. Er drang von hinten bis in die vorderste 
Reihe vor, schoss zuerst von den Muslimen einen Pfeil ab, und verrichtete 
Grossthaten im Kampf. Als die Muslime flohen, zerbrach er die Scheide 53 b 
und stürzte sich mit dem Schwerte unter die Mekkaner; wenn man 
glaubte, er sei gefallen, so tauchte er wieder auf und rief: ich bin der 
Ghafaritische Junge. Als er sieben erschlagen hatte, sank er von seinen 
Wunden erschöpft zu Boden. So fand ihn Qatada b. alNu'man und be- 
grüsste ihn als Blutzeugen; er aber antwortete: ich habe nicht für die 
Religion gekämpft, sondern um die Qurashiten abzuwehren, dass sie nicht 
unsere Palmgärten betreten. Endlich tötete er sich selber. Der Prophet 
sagte, er gehöre zum Höllenvolk, jedoch helfe Gott der Religion auch 
durch Bösewichter«). — BH. 578. 

Den Schützen gab M. Befehl, unter keinen Umständen von ihrem 
Posten zu weichen, sondern den Muslimen den Rücken frei zu halten, 
wenn etwa die mekkanischen Reiter versuchen sollten, sie von hinten an- 
zugreifen. — Wiederholung der Nachrichten (fol. 52 b) über die mekka- 
nischen Befehlshaber und die muslimischen Fahnenträger. — Die Schützen 
beschossen die feindlichen Reiter mit solchem Erfolg, dass sie sich flüchtig 
zurückzogen; jeder Pfeil traf ein Pferd oder einen Reiter. 

Aus den Reihen der Feinde trat der Fahnenträger Galxa hervor und 
forderte zum Zweikampfe heraus. Ali stellte sich ihm und hieb ihn nieder, 

*) Dies wird 223,12 fif. wiederholt und das bekannte Lied hinzugefügt, welches 
anhebt : „wu- sind die Töchter Oäriq's«. BH. 562,13. Hamas. 254,8. 

') Die Erzählung, die hier grösstenteils verfrüht ist, wird fol. 62a und 71a 
wiederholt. Lies 222,16 ja labbaika. 



110 Uxud A. 3. 

sei es, dass er ihm den Kopf spaltete oder ihm, da sein Panzer nicht tief 
herabging, die Beine abhieb. Den Gnadenstoss soll er ihm nicht selber 
gegeben haben, weil sich das Verwandtschaftsgefühl in ihm regte, als ihm 
die Blosse des am Boden liegenden Gegners entgegensah. — BH. 566 f. 

Dadurch schwoll den Muslimen der Mut so, dass sie auf die Feinde 
losstürmten und ihre Reihe durchbrachen, ohne jedoch einen zu töten. 
Nach Galxa's Fall nahm sein Bruder Abu Shaiba 'üthmän die Fahne auf; 
vor den paukenschlagenden "Weibern hergehend sang er: der Fahnenträger 
hat dafür zu sorgen, dass der Schaft rot gefärbt wird oder zersplittert. 
Ihm hieb Xamza durch die Schulter bis zum Gurt; dann kehrte er um 
und sagte: ich bin der Sohn dessen der den Pilgern zu trinken gab. 

Darauf trug Abu Sa'd b. Abi Galxa die Fahne; den schoss Sa'd b. 
64a Abi Vaqqäc mit einem Pfeil in die Gurgel, welche ungeschützt war, da 
sich kein Halsüberhang (rafraf) an seinem Helm befand. — Nach einer 
anderen und besseren Nachricht lief Sa'd auf ihn zu, während die Weiber 
hinter ihm sangen „haut zu ihr 'Abdaldär, haut zu ihr Rückenschirmer, 
haut zu mit jedem Spalter^, und hieb ihm erst die rechte, dann die 
linke Hand ab, worauf jener die Fahne mit beiden Armen an die Brust 
schloss und sich auf dem Boden darüber beugte. Sa'd aber sprengte 
ihm mit seinem Bogen den Helm ab und schlug ihn dann tot. Seine 
schöne Rüstung ihm auszuziehen ward er jedoch durch Subai' b. 'Abd'auf 
und andere verhindert. 

Nun übernahm Galxa's Sohn Musäfi' die Fahne; ihn traf 'Acim b. 
Thabit alAqlaxij mit einem Pfeile. Als er todwund zu seiner mit an- 
wesenden Mutter Suläfa bint Sa*d b. alShuhaid gebracht wurde, fragte sie 
ihn wer ihn getroffen habe; er sagte, er habe sich Ihn Abi lAqlax ge- 
genannt — nach andern: Ihn Eisra, denn die Aqlaxiten Messen ehedem 
Kisriten. Da erfuhr sie, dass einer aus ihrer eigenen Familie ihren Sohn 
getötet habe, denn sie war eine Aqlaxitin. Sie gelobte aus der Hirn- 
schale des Mörders Wein zu trinken und setzte dem, der sie ihr brächte, 
100 Kamele aus 0- — BH. 567. 

Darauf nahm Kiläb b. Galxa die Fahne und ward von alZubair ge- 
tötet. Darauf nahm sie Guläs b. Galxa und ward von Galxa b. *übai- 
dallah getötet. Darauf nahm sie Areät b. 'Abd Shuraxbll und ward von 
Ali getötet. Darauf nahm sie Shuraix b. Qärieh und fiel, ungewiss von 
wessen Hand. Darauf nahm sie Guäb, ein Sklave der ^Abdariten, der 
ward nach einigen von Sa'd b. Abi Vaqqäc, nach anderen von Ali, nach 
den besten Nachrichten aber von Quzmän getötet. Als ihm dieser erst 
die rechte, dann die linke Hand abgehauen hatte, schloss er die Fahne 

») ^^A:>! 225,13 ist wohl zu streichen. Vgl. fol. 82 b. 



üxud A. 3. 111 

in seine Arme und legte sich mit seinem Leibe darüber, indem er den 
'Abdariten zurief, ob er nun seiner Pflicht genügt habe (hal a'dhartu 226,1)? 
So schlug ihn Quzman tot. — BH. 570. 

Die S<;hlacht liess sich anfangs sehr günstig für M. an, die Mekkaner 
flohen, ihre Frauen zeterten, vergebens machte Xalid mit den Reitern 
wiederholte Versuche vom Fuss des Berges her den Muslimen in den 
Rücken zu fallen, die Schützen trieben ihn zurück. Aber das Blatt 
wandte sich, als die Schützen gegen den Befehl M.*s ihren Posten ver- 
liessen um an der Plünderung des mekkanischen Lagers teilzunehmen; 54b 
ihr Anführer 'Abdallah b. Gubair, am weissen Gewände kennbar, konnte 
sie nicht zurückhalten, kaum zehn Mann blieben bei ihm, darunter alXarith 
b. Anas b. Rafi^ So ward der Berg für die feindlichen Reiter frei und *) 
dadurch änderte sich die ganze Lage : die flüchtigen Fusskämpfer kehrten 
wieder um, und gleichzeitig drehte sich der Wind von Ost nach West. 

Nuseäs, damals der Sklave Gafvan^s b. Umajja, erzählt: auf Abu 
Suijan's Vorschlag ward beschlossen uns Sklaven im Lager zu lassen — 
nur Valshy und Guväb kämpften mit. Wir brachten das Gepäck zusammen, 
legten Decken darüber, und fesselten die Kamele ^). Inzwischen kämpften 
unsere Herren eine Weile, dann flohen sie und die Muslime drangen 
plündernd in unser Lager ein und nahmen mich mit anderen gefangen. 
Ich musste ihnen zeigen, wo Cafvan sein Geld hatte, und sie holten 
150 Dinare aus der Truhe. Die Sachen standen verzweifelt -für die 
Mekkaner, die Frauen suchten gescheucht das Weite») — da bemerkte 
ich, dass unsere Reiter ankamen und ins Lager drangen. Sie hatten 
nämlich die Zugänge (thughür) von hinten unbesetzt gefunden; denn die 
Schützen hatten ihren Stand verlassen um sich an der Plünderung zu 
beteiligen, Bogen und Köcher über die Schulter hängend hatten sie Hände 
und Arme voll von Beute. In dieser Weise bei der Plünderung des 
Lagers plötzlich überfallen, Hessen die Muslime die Gefangenen und den 
Raub fahren, und zerstoben nach alleA Seiten. Wir lasen" unsere Sachen 
wieder zusammen und vermissten nichts; das Gold lag auf dem Kampf- 

') Das Ich 226,6 hat keine Beziehung, der Verfasser vergisst den Erzähler 
zu nennen. Dergleichen kommt öfter bei ihm vor. — In 227,5 wird man 

am besten J«^^( streichen. 
*) 227,13 Uiftc für LJLftP, und ^«.«äaaaj für ^j^*^. 

*) QÄ^I^t ^yj ^JU ^^J^ \S o^ 227,20 sie waren in (mit) ihrem 
Gemach eine Beute für jeden, der sie haben wollte. In (mit) was für 
einem Gemach? Es scheint eine nicht allzu wörtlich zu nehmende sprich- 
wörtliche Redensart zu sein. 



112 Uxud A. 3. 

platz umher. Meinen Herrn, Cafvan, hatte ein Muslim so fest gepackt, 
5*>a dass ihm der Athem verging; ich stach ihn mit einem Messer, dass er 
hinfiel, es war, wie mir gesagt wurde, ein Mann von den Banu Sa'ida. 

Ihn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah von 'Umar b. alXakam: nur 
zwei von den Muslimen kamen mit erbeutetem Golde heim, 'Acim b. Thabit 
mit einem Gürtel der 50, und 'Abbad b. Bishr mit einem Beutel der 13 Di- 
nare enthielt. M. liess es ihnen unverkürzt*). 

Räfi' b. ^adlg: als Xalid sah, dass der Bergäbhang nicht mehr ge- 
deckt war, machte er einen erneuerten Angriff mit der Reiterei, 'Ikrima 
folgte ihm. Die wenigen zurückgebliebenen Schützen konnten sie nicht 
abwehren; nachdem 'Abdallah b. Gubair nach tapferstem Kampf gefallen 
war, zogen sich Gu'äl b. Suräqa und Abu Burda b. Nijär als die letzten 
vom Berge^ auf die Ihrigen zurück. Die Reiter brächen darauf in die 
muslimischen Reihen ein, mit einem Schlage trat die ungünstige Wendung 
ein. In diesem Augenblick rief der Teufel drei Mal laut: Muhammed ist 
gefallen. Er hatte dabei die Gestalt Gu'al's angenommen, so dass der 
wahre Gu'al hernach in eine schlimme Lage geriet und beinah von den 
Muslimen erschlagen wäre, wenn ihm nicht Abu Burda und Xavvät b. 
Gubair bezeugt hätten, dass er tapfer an ihrer Seite gefochten habe, als 
jener Schrei erscholl. In der allgemeinen Verwirrung, die nun entstand, 
kehrten die Muslime ihre Waffen gegen einander. Usaid b. Xu6air ward 
von Abu Burda, dieser selber von Abu Za'na verwundet; M. erklärte, 
Gott rechne diese Wunden eben so an wie die von Feindes Hand ge- 
schlagenen. Von zwei alten Männern, welche zuerst mit den Weibern 
55b and Kindern in Sicherheit gebracht waren, dann aber noch nachkamen 
in die Schlacht, wurde der eine, Rifa'a b. Vaqsh von den Mekkanern, 
der andere aber, alJamäni Xusail b. Gäbir, von den Muslimen selber 
— man sagt von 'ütba b. Mas'üd — erschlagen; sein Sohn Xudhaifa, 
der sie vergebens von ihm abzubringen versucht hatte, verzichtete gross- 
mütig auf das Blutgeld, welches M.*ihm zusprach. AlXubäb b. alMundhir, 
der an der Spitze der Banu Salama kämpfte, führte einen schweren Hieb 
auf den Kopf des Gabbär b. Caxr. Erst als die Muslime das Feldgeschrei 
Amit Amit ausriefen, Hessen sie einer vom andern ab 2). — BH. 570. 

1) ULiJLÄi>t 228,16 U^3 228,21. 

^ 230,5 utina min qibali anfusinä = wir sind* selbst an unserem Un- 
glück schuld (219,12). 230,10 ma jash'uru bihi, jaqülu. 230,19: wir 
haben kaum noch einen Eselsdurst lang zu leben. In 203,20 ist 

zwischen aaLo und A>>Lj ausgefallen: HoL^^t ^jj:^ ^t J^ 
(^jlLd «JÜt iy^j^ \yÄ^^ i\3. 231,2 lies »^vXj statt ^O^. Zu 
231,0 äJ^ot^ [äJ^ (wie Ein Mann) vgl. Div. Hudhail 1,1. 



üxud A. 3. 113 

• 

Folgen Erzählungen von Engeln, welche den Muslimen halfen. Als 
herrschende Meinung wird jedoch festgestellt, dass die Engel nur bei 
Badr, aber nicht bei üxud kämpften. 

Ja'qub b. Muxammad b. Abi Ca'ca'a von Musa b. €amra b. Sa'id 
von s. Vater von Abu Bashir alMazinij : als der Feldteufel ^) schrie, 
Mohammed sei gefallen, entsank den Muslimen das Herz, sie zerstreuten 
sich und flüchteten den Berg hinauf. Ka'b b. Malik verkündete ihnen 
zuerst, das9 M. noch am Leben sei; er begann es laut auszurufen, aber 
jener winkte ihm zu schweigen. 

Musa b. Shaiba b. 'Amr b. 'Abdallah b. Ka'b b. Malik von 'Umaira 56 a 
bint *übaidallah b. Ka*b von Ka'b: nach der Flucht war Ka'b der erste, 
der M. erkannte und den Muslimen verkündete, er sei am Leben und 
wohlauf. In der Schlucht bat M. ihn um seinen gelben Panzer; Ea'b 
legte statt dessen M.'s Panzer an und kämpfte tapfer, bis er aus sieben 
Wunden blutete. 

Ma'mar b; Rashid von alZuhrij von Ihn Ka'b von Ka'b: ich erkannte 
M. an seinen Augen unter dem Helme durch. Als ich schrie, winkte er . 
mir zu schweigen. — BH. 574. 

Ihn Abi Sabra von l^alid b. Rabäx von alA'rag : als der Ruf erscholl, 
M. sei gefallen, fragte Abu Sufjan, wer ihn denn getötet habe. Es mel- 
dete sich Ihn Qamia; Abu Sufjan sagte, er solle zum Ritter geschlagen 
werden (nusawiruka) wie es bei den Persern Sitte sei. Um sich jedoch 
mit eigenen Augen zu überzeugen, suchte er mit Abu *Amir auf dem 
Schlachtfelde nach M.'s Leiche. Abu 'Amir erkannte die Leichen des 
izngSL b. Zaid b. Abi Zuhair, des 'Abbäs b. 'übada b. Nacla (Ibn Qauqal), 
des Dhakvän b. 'Abdqais, endlich seines eigenen Sohnes Xanehala; Mu- 
hammed aber fanden sie nicht. Zuletzt sagte ihnen Xalid dem sie be- 
gegneteu, er habe M. mit einigen seiner Leute den Berg erklimmen sehen. 

Ibn Abi Sabra von Xalid b. Rabäx von Abu Sufjan, dem Freigelassenen 
des Ibn Abi Axmad, von Muxammad b. Maslama: meine Augen sahen 
und meine Ohren hörten damals den Boten Gottes die zum Berge fliehen- 
den Muslime anrufen: her zu mir, du da! her zu mir, du da! ich bin 
der Bote Gottes. Aber niemand wandte sich nach ihm um. 

>) xJuJI C^t BH. 300,10. 570,7. = ^^y\t^ Isa. 13,21. 34,14. In dem 

gleichen Sinne wie s\^\ Ä^tO sagt man auch s^\jxXi '^S^t^; s.'den 

Qamus unter dem, ersten und Gauh. unter dem zweiten Worte. In J^ 

jyu v^l Agh. X 413,27 ist wohl nur an Tiere gedacht. Vgl. zum Ge- 
brauch des Wortes noch Jaqut II 911,16 ff. 

Vakidi, Mnhammed. 8 



114 üxud A. 3. 

Ibn Abi Sabra von Abu Bakr b. 'Abdallah b. Abi Gahm 'Ubaid: 
Xalid pflegte in Syrien zu erzählen, er habe Omar bei Uxud absichtlich 
verschont. 

Ibn Abi Sabra von Isxäq b. 'Abdallah b. Abi Farva von Abu IXu- 
vairith von Näfi* b. Gubair von einem der Emigranten: ich sah wie die 
Pfeile den Propheten von allen Seiten umschwirrten; aber alle wurden 
von ihm abgelenkt. Ich war Zeuge wie 'Abdallah b. Shihäb alZuhrij 
sagte: weiset mir Muhammed, ich will nicht davon kommen, wenn er 
entkommt ! Nun war M. dicht bei ihm und ganz allein ; er aber ging an 
ihm vorbei. Cafvän b. Umajja schalt ihn: zum Henker mit dir (tarixta), 
konntest du M. nicht töten und diesen Seitenschoss (shäqqa) abhauen, 
da Gott ihn dir in die Hand gab? Er hatte ihn jedoch nicht gesehen und 
sagte : bei Gott, er ist gefeit gegen uns, unser vier haben sich verschworen 
ihn zu töten, konnten aber nicht dazu gelangen. 
66 b Ihn Abi Sabra von Xalid b. Rabäx von Ja'qüb b. IJmar b. Qatada 

von Namla b. Abi Namla 'Abdallah b. Mu'adh (Mu'adh war von Mutters 
Seite der Bruder von alBarä b. Ma'rür): nach der Flucht waren nur 
ganz wenige Leute bei M. ; seine Genossen umgaben ihn und gingen mit 
ihm nach der Schlucht. Die Muslime hatten keine Fahne mehr aufrecht 
und waren in völliger Auflösung ; die Feinde hetzten sie und schwärmten 
im Vadi auf und ab, ohne Widerstand zu finden. Dann kehrten sie zu- 
rück ins Lager und berieten sich ob sie Medina überfallen sollten, wobei 
sie in Streit gerieten. Inzwischen gelang es M. zu seinen Leuten (in der 
Schlucht) hinauf zu kommen; als sie ihn gesund hatten, war es als sei 
ihnen nichts widerfahren. 

Ibrahim b. Muxammad b. Shuraxbil al'Abdarij von s. Vater: in der 
Verwirrung hielt Muc'ab mit der Fahne Stand, bis Ibn Qamia, der zu 
Pferd war, ihm erst die rechte, dann die linke Hand abhieb und- ihn zu- 
letzt mit der Lanze durchbohrte. Darauf sprangen zwei 'Abdariten, Su- 
vaibie b. Xarmala und Abu IRüm *) auf die Fahne zu um sie zu retten ; 
der letztere bekam sie zu fassen und Hess sie nicht aus der Hand bis er 
damit in Medina einzog. — BH. 566. 

Musa b. Ja'qub von seiner Base von ihrer Mutter von alMiqdäd : bei 
den Zweikämpfen zu Beginn der Schlacht sass M. bei der Standarte 
Muc'ab's. Als die plündernden Muslime von den feindlichen Reitern im 
Rücken angegriffen wurden, fasste Muc'ab die Fahne — die der iazrag 
fasste Sa'd b. 'übäda, die der Aus üsaid b. Xucair — , und M. stand 
daneben. Als Muc'ab gefallen war, übergab sie M. am Ende des Tages 

^) Er war der Bruder Muc'ab's. Auch bei den Muslimen behaupteten also 
die 'Abdaldär ihr Recht die Fahne zu tragen. 



üxud A. 3. 1 15 

dem Abu LRüm. Eine Weile kämpfte man in wüstem Handgemenge; 
dann sammelten sich die Mekkaner unter ihrem Feldgeschrei: herbei ihr 
Leute 'üzza's, herbei ihr Leute Hubal's ^), und richteten ein grosses Blut- 
bad unter uns an. Trotzdem wich M. keine Handbreit, während die 
Seinen bald zu ihm eilten bald sich zerstreuten; er beschoss die Feinde 
mit Pfeilen und Steinen, so dass sie nicht heran konnten. Eine kleine 
Schar hielt bei ihm aus, 14 Mann, zur Hälfte Emigranten, zur Hälfte 
Mediner. Acht schwuren für ihn in den Tod zu gehen, Ali und alZubair 
und Oalxa von den Emigranten, Abu Dugäna und alXarith b. alCimma 
und Xubab b. alMundhir und 'Acim b. Thabit und Sahl b. Xunaif von 
den Medinern; keiner von diesen fiel. Vergebens rief M. hinter den 
Fliehenden her (Sur. 3,147), sie hielten nicht an, bis sie in die Nähe 57a 
des Mörsers gelangten*). 

Ttba b. Gabtra von Ja'qub b. Tmar b. Qatada: 30 Männer hielten 
bei M. stand, jeder sagte: ich stehe mit Leib und Seele für dich ein, 
Gott mit dir, auf Wiedersehen 3) ! 

Als die Feinde ihm hart zusetzten und Abu Dugana , der ihn nach 
Muc'ab's Tode verteidigte, kampfunfähig gemacht war, rief M. : wer setzt 
sein Leben für mich ein? Da sprangen fünf Mediner herbei, unter ihnen 
'ümara b. Zijäd b. alSakan. Der focht, bis ihn vierzehn Wunden be- 
deckten. M. legte ihm seinen Fuss als Kopfkissen unter, in dieser Lage 
starb er. — BH. 572 f. 

Die kleine Schar wurde von den Pfeilen der Feinde beunruhigt; als 
Schützen thaten sich hervor, hinter grossen Steinen Deckung suchend, 
Abu Usäma alGushamij und Xabban b. al'Araqa. Letzterer nagelte die 
Schleppe der Umm Aimian, welche den Verwundeten zu trinken gab, mit 
einem Pfeilschuss an den Boden, so dass sie abfiel; er lachte darüber 
Thränen. Da reichte M. dem Sa'd b. Abi Vaqqäc einen Pfeil ohne Spitze, 
und er traf den Xabban damit in die Halsgrube, dass er rücklings 
hinfiel und seine Blosse zeigte. Nun lachte M. und sagte: du hast 
ihr Rache verschafft, Gott hat dein Gebet gehört und deinen Pfeil ge- 
richtet. Einem Bruder Abu Usama's, Malik b. Zuhair, schoss Sa'd, als 
jener eben über einen Stein hervorguckte um zu zielen, ins Auge durch 

*) jäla Hubal, bemerkenswert, da sonst nach äl der Stammname folgt, der 
freilich in vielen Fällen auch Gottesname ist. 

^ alMihras, na6h 249,17 und Jaqut IV 697 Name einer Quelle am üxud, 
nach dein Zusammenhange der Erzählung bei Vakidi vermutlich am 
Ausgangspunkt oder in der Mitte der oft genannten Schlucht. 

») gS^jx^ 238,10 Div.Hudhail 21,2. Zuhair 20,24. BH. 156,11. Sur.93,3. 
Vgl. Hamas. 367,20 f. 

8* 



116 üxud A. 3. 

den Kopf, dass er ein Klafter hoch in die tuft sprang i) and dann tot 
niederfiel. 

M. selber schoss bis sein Bogen zerbrach. Qatada b. alNu^man nahm 
denselben und hegte ihn auf. Qatada's Auge ward von einem Pfeil ge- 
troffen und hing aus der Höhle, so dass er schon fürchtete nun seiner 
jungen und schönen Frau nicht mehr zu gefallen; aber M. setzte es ihm 
wieder ein und es blieb völlig gesund, war sogar hinterher sein bestes 
Auge «). — BH. 573. 

M. beteiligte sich am Kampfe und schoss, hinter dem Schilde Abu 
Oalxa^s, bis ihm die Pfeile ausgingen und der Bogen zerbrach. Vorher 
war ihm einmal die Sehne gesprungen und nur etwa eine Spanne davon 
am Holze sitzen geblieben; vergebens bemühte sich 'Ukkasha b. Mixcan 
sie wieder anzuspannen. M. aber hiess ihn sie nur gehörig zu recken; 
und richtig — sie reichte, und konnte noch zwei drei mal um das Ende 
des Bogens gewickelt werden. Die Reliquie des Bogens hob Qatada auf. 
67 b Abu Galxa, ein guter Rufer im Streit und ein guter Schütze, schüt- 

tete den Inhalt seines Köchers, 50 Pfeile, vor M. aus, indem er gelobte 
sich für ihn opfern zu wollen *). M. sah ihm, wenn er schoss, über die 
Schulter, begierig wohin er träfe. Nachdem er sich verschossen hatte, 
nahm M. ein Stück Holz vom Boden und reichte es ihm, und jener schoss 
damit einen ausgezeichneten Pfeil. 

Die besten muslimischen Schützen waren Sa'd b. Abi Vaqqäc, der 
berühmteste, und alSäib b. 'Uthmän b. Maeh^un und alMiqdäd b. 'Amr und 
Zaid b. Xaritha und Xaeib b. Abi Balta'a und 'Utba b. Ghazvän und 
liräsh b. alCimma und Qutba b. ^Amir b. Xadida uüd Bishr b. alBarä 
b. Ma'rür und Abu Näila und Abu Galxa und 'Acim b. Thabit und Qa- 
tada b. alNu'man. 

Abu Ruhm alGhifarij ward von einem Pfeil in den Hals getroffen, 
jedoch durch den Speichel M.'s geheilt. Er bekam den Beinamen al- 
Manxür, der in den Hals Getroffene. 

'Abdallah b. Shihäb und 'Utba b. Abi Vaqqäc und Ihn Qamia und 
Ubaij b. Xalaf hatten sich, sehr zu Dank der Mekkaner, verschworen, 
M. zu töten. 'Utba warf ihn mit vier Steinen, so dass ihm unten rechts 
ein Vorderzahn zerschmettert, die Ringe des Helms in die Backen ge- 
drückt, und die Knie verletzt wurden. In Wahrheit aber traf ihn 'ütba 
nur in die Lippe und den Zahn, und Ihn Qamia in die Backe. Darauf 
hieb Ihn Qamia mit dem Schwert auf ihn ein ; der Schlag verwundete ihn 

^) nazä fi Isamäi qämatan 239,11. 

'0 valam tadrur 239,18. 

3) «5^.;^ ^.^o ^J;J^^ 240^2. 



üxud A. 3. 117 

zwar nicht, da er zwei Panzer trug; er fiel aber davon in eine der Gruben, 
welche Abu ^Amir auf dem Schlachtfelde hatte graben lassen, und ver- 
letzte sich dabei die Kniee. Ali und Galxa halfen ihm wieder aus der 
Grube heraus i). 

AlCüaxxäk b. 'Uthmän von Camra b. Sa*id von Abu Bashir alMazinij: 
ich war dabei, als Ibn Qamia mit dem Schwert über M. kam. Als ich 
ihn auf die Knie stürzen und in einer Grube, die vor ihm war, ver- 
schwinden sah, schrie ich — ich war noch ganz jung — bis die Menschen 
ihm beisprangen. Galxa fasste ihn unter die Arme und richtete ihn auf. 

Ausserdem soll M. noch von Ibn Shihäb an der Stirn verwundet sein. 
Während Salim, Abu Xudhaifa's Freigelassener, ihm das Blut vom Gesicht 
abwusch, sprach M. seine Entrüstung über die Qurashiten aus, dass sie 
solches an ihrem Propheten verübt — worauf Sur. 3,123 offenbart wurde. 

Sa'd b. Abi Vaqqäc horte M. den Männern fluchen, die ihn verwundet 
hatten; das tröstete ihn darüber, dass er vergebens gesucht hatte seinen 
Bruder 'ütba zu töten. Der Prophet selber hielt ihn zuletzt davon zurück, 58 1 
betete dafür aber zu Gott, dass keiner von denen, die ihn verwundet hätten, 
das Jahr überleben möge; und so geschah es. 'ütba starb; Ibn Qamia fiel 
nach einigen in der Schlacht, es gibt aber noch eine andere Version über 
sein Ende. Damach schoss er auf Muc'ab b. Tmair einen Pfeil mit dem 
Ausruf: den nimm von Ibn Qamia, und tötete ihn. Der Prophet aber sagte 
darauf: was will er! möge ihn Gott klein machen *)! Eines Tages ward 
er denn auch tot zwischen den Bergen gefunden ; ein Schaf, das er melken 
wollte, hatte ihn herabgestossen. Er gehörte zu den Banu lArzam von den 
Bann Fihr, und hatte den Mekkanern vorgeprahlt, er habe M. getötet. 

Als Xumaid b. Zuhair M. in dieser Lage sah, sprengte er in Eisen 
gehüllt auf seinem Bosse an um ihn zu töten, aber Abu Dugäna stellte 
sich ihm entgegen und erlegte ihn; zur Zufriedenheit des Propheten. 

Isxaq b. Galxa von Isa b. Galxa von 'Aisha von Abubekr: ich eilte 
zum Propheten, gleichzeitig kam von Gsten her Abu *Ubaida zu ihm; er 
empfahl Galxa unserer Fürsorge (vgl. fol. 60 a). Abu 'Ubaida war mir 
etwas zuvorgekommen und beschwor mich, ihn dem Propheten die beiden 
Helmringe ausziehen zu lassen, die jenem in die Backen gedrungen waren. 
Er riss sich dabei selber einen Zahn aus und fiel hinten über; fortan war 
er mit einer Zahnlücke behaftet unter den Menschen. — Nach Anderen 
zog Abu IJasar, oder 'üqba b. Vahb b. Kaiada die beiden Ringe aus; 
letzteres ist das zuverlässigste. — BH. 571 ff. 

Abu SaHd Sa'd b. Malik alXudrij: als die beiden Ringe ausgezogen 

1) bihi 241,10 statt lahu; und vahana 241,13. 

2) aqmaahu, Wortspiel mit Qamia 242,21. 



118 üxud A. 3. 

waren, strömte dem Propheten das Blut aus den Backen, mein Vater Malik 
b. Sinän sog es ihm aus und schluckte es herunter; die Anderen wunderten 
sich, dass er Blut trinke, aber M. sagte, wessen Blut sich mit seinem 
Blute mische, der sei vor der Hölle sicher. Wir waren am vorigen Tage 
von alShaixäni zurückgeschickt; als aber die ünglücksnachricht nach Medina 
kam, machte ich mich mit anderen Knaben der Banu ]^udra auf um zu 

^*> sehen, wie es dem Propheten gehe, und den Unsem Bescheid zu bringen. 
Wir begegneten dem heimziehenden Heere in Baen Qanät; als M. mich 
erblickte, fragte er: Sa'd b. Malik? ich sagte ja, und nahte mich ihm und 
küsste seine Kniee — er sass nämlich zu Pferde. Er wünschte mir Gottes 
Lohn um meines Vaters willen. Auf jeder Backe hatte er eine Stelle 
wie ein Dirham gross, auf der Stirn, wo das Haar anfing, klaffte ein Schmiss, 
seine untere Lippe blutete und ein rechter Vorderzahn war ihm zerbrochen; 
man hatte gebrannte Matte auf die Wunde gelegt. Ich erfuhr. Ihn Qamia 
habe ihm die Wunden auf den Backen beigebracht. Ihn Shihäb die auf 
der Stime, und *Utba die am Gebiss. Dann lief ich vor M. her bis vor 
seine Thür, er musste vom Pferde abgehoben werden und sich beim Gehen, 
da seine Kniee verletzt waren, auf die beiden Sa'de stützen um ins Haus 
zu gelangen. Beim Abendgebet stützte er sich auch noch auf die beiden 
Sa'de; zum Nachtgebet aber ging er, nachdem er inzwischen geschlafen 
hatte, schon viel leichter und ohne Hülfe, während wir uns an seinem 
Wege in Reihe stellten. Die vornehmsten Mediner blieben die Nacht in 
der Moschee um M. gegen eineil plötzlichen Ueberfall der Mekkaner zu 
schützen ; sie hatten Feuer angezündet und machten sich warme Umschläge 
(kimäd 265,6) auf ihre Wunden. Ich aber ging nach dem Nachtgebet zu 
Hause und berichtete, dass es dem Propheten gut gehe. 

Fäeima, die mit anderen Weibern herausgekommen war, wusch ihrem 
Vater das Blut aus dem Gesicht. Ali gab ihr sein Schwert zu halten; 
als M. es erblickte, ganz von Blut gerötet, lobte er die Tapferkeit seines 
Eidams und die einiger Mediner. Darauf kam Ali mit Wasser in seinem 
Schilde zurück, welches er von alMihräs (fol. 57a) geholt hatte, trinken 
aber konnte es M. trotz heftigen Durstes nicht, er spülte sich nur den 
Mund damit aus. Da machte sich Muxammad b. Maslama auf die Suche 
nach Wasser, er hoffte bei den Frauen etwas zu finden, welche heraus- 
gekommen waren um Speise und Trank zu bringen und die Verwundeten 
zu pflegen — ausser Faeima waren darunter Xamna bint Gaxsh und 
Umm Aiman, femer, nach dem Zeugnis Ka'b's b. Malik, ümm Sulaim bint 
Milxän und 'Äisha, in allem vierzehn. Da sie aber nichts hatten, ging 

59a er zum Qanät, schöpfte dort aus einem Brunnen (xisj), da wo jetzt die 
Schlösser der Taimiten stehen, und brachte dem Propheten süsses Wasser. 
M. war gutes Muts, er verhiess, dass die Feinde nicht wieder einen solchen 



üxud A. 3. 119 

Vorteil über die Muslime davontragen sollten, bis diese den heiligen 
Stein küssen würden. Das Blut floss indessen noch immer, Faeima wusch 
und Ali goss ihr aus seinem Schilde Wasser auf. Endlich streute sie 
Asche von verbrannter Matte (nach andern verbrannte Wolle) in die 
Wunde; das half. Hinterher curirte sie M. mit zerfallenen Knochen. 
Den Schlag, den Ihn Qamia auf seine Schulter geführt hatte, verspürte 
er noch einen Monat oder länger. — BH. 576. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Said b. alMusajjib : Ubaij 
b. Xalaf sprengte auf M. los, dieser liess nicht zu, dass Andere dazwischen 
traten , sondern warf selber seinen Speer (xarba) • auf ihn und traf ihn 
zwischen dem Ueberhang des Helmes ^) und dem Panzer. Er stürzte vom 
Pferde, brach dabei eine Ribbe und starb daran unterwegs. Darauf geht 
Sur. 8,17. 

Junas b. Muxammad alGhafarij von *Acim b. 'Umar yon 'Abdallah 
b. Ka*b von s. Vater : Ubaij sagte in Medina, wohin er- kam um seinen 
gefangenen Sohn zu losen, zu M.: ich füttere ein Pferd mit Dhurra her- 
aus^ um dich darauf zu töten. Nach anderen that er die Aeusserung 
in Mekka, und sie kam dem Propheten nur zu Ohren. M. erwiderte: ich 
vielmehr werde ihn wills Gott darauf töten. Als nun Ubaij bei Uxud 
auf M. einritt, gab dieser nicht zu, dass ein Anderer sich an ihn mache, 
sondern schüttelte seine Gefährten von sich ab wie ein Kamel die Fliegen 
(sha'ärir). Dann traf er ihn mit einem Speer, den er sich von alXarith 
b. alCimma (nach anderen von alZubair) hatte geben lassen, ins Auge^), 
dass er brüllte wie ein 'Stier. Seine Genossen sagten ihm, sie würden 
sich aus einer so geringfügigen Wunde nichts machen; er aber versetzte, , 
dass sein Schmerz genüge, um die sämmtlichen Besucher des Marktes 
von Dhu-lMagäz zu töten. Sie trugen ihn darauf fort, und das hielt sie 
ab von der Verfolgung des Propheten, so dass dieser zu dem Gros seiner 
Leute in der Schlucht gelangen konnte. — Nach anderen versetzte Muc'ab 
b. 'Umair dem Ubaij einen Hieb ins Gesicht, ehe M. ihn mit dem Speere 
alZubair's zwischen Helmfall und Panzer traf (248,12 ff.). — BH. 575. 

Ihn Omar: ich sah einmal in Räbigh nachts ein Feuer, daraus kam 
ein Mann hervor, der eine Kette schleppte (jagdhubuhä 248,10) und da- 
bei schrie: o mein Durst! Ein anderer aber verbot mir ihm zu trinken 
zu geben, weil es der Erschlagene des Propheten sei; und ich fluchte 
ihm. Ubaij war nämlich in Räbigh gestorben. — Nach Andern starb 
Uba\j in Sarif. 59 b 

iübL« 247,4 248,15 = O^s, 224,6. 

2^ ugilluha firqan min dhurratin 247,11. 
3) *JiA*: 248,2, aber q-^c 248,4. 



120 üxud A. 3. 

Tthman b. 'Abdallah b. alMughira galoppirte auf M. los, als dieser 
sich in die Schlucht zurückziehen wollte; aber sein Grauschimmel stürzte 
in eine der Gruben, warf ihn ab und lief fort^). Darauf focht alXarith 
b. alCimma mit ihm, hieb ihm ein Bein ab — er hatte nur einen kurzen 
Panzer — , und erschlug ihn zuletzt. Er war der einzige, der bei üxud 
sich Spolien gewann. *Üthmän war schon einmal bei Naila den Mus- 
limen in die Hände gefallen, aber damals gegen Lösegeld wieder freige- 
lassen. 

Tbaid b. Xägiz arAmirij stürzte, um den Tod 'Uthman's zu rächen, 
wie ein Löwe auf alXarith und verwundete ihn an der Schulter, dass er 
hinfiel und von seinen Kameraden fortgetragen ward. Dann aber machte 
sich Abu Dugana an 'Übaid, packte ihn, nachdem sie eine Weile gefochten 
hatten, um die Brust, warf ihn zu Boden und schlachtete ihn ab wie 
ein Schaf. 

Sahl b. Xunaif wehrte die Verfolger mit Pfeilen ab; M. sagte: gebt 
Sahl Pfeile, er ist geschickt (sahl). Er lobte auch Abu IDardä 'üvaimir 
als tapferen Reiter; indessen soll derselbe gar nicht mit bei üxud ge- 
wesen sein. 

Ibn Abi Sabra von Muxammad b. 'Abdallah b. Abi Ca'ca'a von al- 
Xarith b. 'Abdallah b. Ka'b b. Malik : Abu Usaira b. alXarith b. 'Alqama 
traf auf einen der Banu 'Auf. Sie fochten und parierten eine Weile, dann 
rangen sie mit einander und fielen beide zu Boden; aber Abu Usaira kam 
oben auf und schlachtete den anderen ab. Darauf kam Xalid hergeritten, 
auf einem Rappen mit einer Blesse und weissen Hessen, und erstach Abu 
^ Usaira von hinten mit seiner langen Lanze. 

Galxa b. 'Ubaidallah erwarb sich die grössten Verdienste um die 
Rettung M.'s; er wehrte eine Zeit lang ganz allein die Feinde mit dem 
Schwerte ab, als sie von allen Seiten gegen M. andrängten. Sä'd b. Abi 
Vaqqäc bezeugte ihm, dass er unentwegt bei M. stand gehalten habe, 
60 a während die anderen manchmal sich zerstreuten und dann wieder 
sammelten 2). Als Malik b. Zuhair alGushamij auf M. schoss, parierte 
Galxa den Pfeil, der sonst M. in's Gesicht getroffen hätte, mit der Hand, 
so dass sein kleiner Finger verstümmelt ward. Er schrie dabei xassi! 
M. äusserte: hätte erbismillahi gesagt, so wäre er vor unseren sehenden 
Augen ins Paradies eingegangen; wer einen Mann aus dem Paradiese 
sehen will, der auf Erden wandelt, der sehe sich Galxa an; er gehört zu 
denen, die ihr Gelübde «erfüllt haben. 

') (jnJ^\ 248,20 ist entweder falsches Explicitum, denn das Subject muss 

vielmehr der Reiter sein, oder in alfärisu zu verwandeln. 
2) füg ^^ zu hinter ^.^aja 250,16, vgl. 252,1. 2. 



Uxud A. 3. 121 

Bei der Flucht der Muslime kam Shaiba b. Malik b. alMucarrib 
arAmirij, in Eisen gehüllt, auf einem Fuchs mit einer Blesse angeritten 
um M. zu töten. Aber Oalxa brachte das Pferd zu Fall, stach ihm mit 
seiner eigenen Lanze ins Auge, und tötete ihn endlich vollends^). 

Von einer Kreuzwunde am Kopfe getroffen und durch Blutverlust 
erschöpft lag Galxa ohnmächtig am Boden, als Abubekr zum Propheten 
zurückeilte (fol. 58 b). Auf }i-'s Geheiss sprengte ihm Abubekr Wasser 
ins Gesicht und brachte ihn wieder zu sich; seine erste Frage war nach 
dem Propheten, und als er erfuhr, es gehe ihm gut, meinte er, alles 
andere sei dann Nebensache ^). — Als sich Galxa einmal nach vollbrachter 
Wallfahrt den Kopf hatte scheren lassen, erblickte Cirär b. alXaeeäb die 
Kreuznarbe und sagte, er sei derjenige, der sie ihm beigebracht habe. 

Als sich nach der Kamelschlacht jemand in Basra geringschätzig 
über Galxa äusserte, schalt ihn Ali und hob Galxa's Verdienste bei üxud 
hervor. Dann strich er noch Abu Dugana und Sa'd b. Abi Vaqqäc heraus, 
und auch sich selber: er habe sich damals mit dem Schwert in der Hand 
in eine feindliche Schar hineingestürzt und sei am anderen Ende wieder 
herausgekommen '). 60b 

Gabir b. Sulaim von 'Uthmän b. Cafvan von 'Umara b. Xuzaima: 
alXubab b. alMundhir ward von den Feinden umringt, so dass man ihn 
schon aufgab ; aber dann kam er wieder hervor mit dem Schwerte in der 
Hand und sie zerstreuten sich. Er trug eine grüne Binde um seinen Helm. 

'Abdalraxman b. Abi Bakr kam an, zu Pferd und in schwerer Rüstung, 
und forderte einen Gegner zum Zweikampf aus. Abubekr wollte sich ihm 
stellen, ward aber von M. zurückgehalten. 

Shammäs b. Tthman war immer allenthalben gegenwärtig wo es 
galt M. zu verteidigen; als er ohnmächtig im Graben lag, deckte er ihn 
mit seinem Leibe bis er erschlagen wurde. M. nannte ihn seinen Schild 
(253,4 vgl. 252,2). 

Eine Anzahl Mediner, welche geflohen und schon bis zu den Höfen 
der Banu Xaritha gekommen waren, kamen wieder zurück und starben 

') jagumi rumxan lahu 251,2 vgl. 250,4. ^Ich bin der Vater des Mädchens 
mit den Muschehi« 251,3 wie 80,9. 

2) Die Redensart 251,13. 261,5. 285,15 findet sich ähnlich bei Imrualqais 43,3; 
sonderbar ist baMahu (wohl neutral wie 263,8), dem Sinne nach = da 
er nicht tot ist. Galal in der Bedeutung Kleinigkeit macht den alten 
arabischen Philologen Schwierigkeiten, es scheint aber einfach (wie sonst 
galLa) den Sinn des hebräischen ^^;| zu haben, vielleicht in einer uralten 
sprichwörtlichen Phrase. 

») iJLÄ^t J^i ^ja<^ 252,5. 6. Zu 252,12. 13 vgl. 271,10. Sur. 7,32. 



122 üxud A. 3. 

alle den Heldentod. Ihnen voran war Qais b. Mnxarrath, an dessen 
Leiche man 14 Lanzenstiche und 10 Schwerthiebe fand. 'Abbäs b. 
'übäda b. Nacla. suchte den Tod im Kampfe, da er nicht mehr leben 
wollte, nachdem M. gefallen sei; Helm und Panzer, die er abgelegt hatte, 
bot er dem Xariga b. Zaid an, aber dieser erklärte, es ihm gleich thun 
zu wollen. Den 'Abbas tötete Sufjän b. *Abdshams alSulamij, der übrigens 
selbst schwer von ihm verwundet war. ]S[ariga fiel ganz zerstochen aber 
noch lebendig dem Cafvan b. Umajja in die Hände, der ihm den Garaus 
machte und ihn verstümmelte, zur Eache für seinen Vater, da er des 
Xubaib b. Jasäf nicht habhaft werden konnte. Auch Aus b. Arqam b. 
Zaid ward erschlagen ^). 

M. bot sein Schwert aus „um seine Gebühr'*; seine Gebühr sei den 

61* Feind damit zu treffen. Omar und alZubair wollten es haben, aber M. 

gab es dem Abu Dugana , der sich erst meldete als es zum dritten mal 

ausgeboten ward. Er gab in der That dem Schwerte seine Gebühr und 

bewährte sich damit ^). — Eifersüchtig auf ihn beschloss einer der beiden 

^) Der Satz, der mit ^,L^^ 253,14 beginnt, ist unvollständig. Zu 253,20 
vgl. 286,8. In 254,1 ist C\X:>!^ kaum richtig ; der Prestonianus bietet 
l»Je>t3, was nach g ^ ». n i 253,13 339,21 als Denominativ von 'xa>^ 
verstanden werden müsste. Vielleicht 'yX^^\^, 

2) ÄJ »cXaö 255,14. Dies Wort ist im Arab. immer der Gegensatz zu 

^JsS C'^j^^ und v-A5iy j^y Wie man von /^^^-^^ ^j redet, so 
auch von '^aXT ^ » , und wie man von einem tapferen Mann sagt V Jü*ö 
(man kann sich auf ihn verlassen), so von einem feigen V-AXT (er hält 
nicht stich). Natürlich kann aber ^^^\S j^ auch einer heissen, der 

nicht versagt (dem die Kräfte nicht versagen) beim schnellen Da- 
vonlaufen auf der Flucht; Div. Hudhail 21,3. Damit vgl. den sonderbaren 

Sprachgebrauch bei 'Antara 5,3, wenn alA'lam richtig erklärt: v«AX^ 

^\ ^JJ!^ ^\ ^JvT viyij y^xJi^ ^b .,5^ ^\ ^^t 
j4^ ^Lä^ jj^! ^ß^ yoA ^^ v^^j yjJt ,ji3ju_5 U^ ^.S^ 

^j^vXlLs vi>^ÄÄAO^ \^i>.MfJ6 ^ ci^jX/ot ^^! siioJO" J^JU v;j5Ü^3 

LfclhVMA/Q IjX«»^. Zu dem Bedeutungswechsel von /^^'Ajo und p^\j 

vgl. Jos. contra Ap. 1,2: Bei jjlt] xalc fiaxa^aic Bö^ai? iiraxoXouOeTv dlXX* i^ 
auTüiv t6 8{xaiov ttöv TrpayfxctTtüv Xajjißö^veiv — eine Stelle, auf die mich 
Friedrich Giesebrecht aufmerksam gemacht hat. 



UxudA. 3. 123 

Andern genau auf ihn Acht zu geben; er musste es ihm aber lassen, 
dass er den Vorzug verdient habe. — Mit dem ihm vetliehenen Schwert 
ging Abu Dugana stolzierend bei Beginn des Kampfes zwischen den beiden 
Heeren her; M. sagte, Gott hasse solche Gangart, ausgenommen bei dieser 
Gelegenheit. — Vier muslimische Kämpfer trugen; Abzeichen, Abu Du- 
gana eine rothe Binde, Ali eine weisse Wollflocke, alZubair eine gelbe 
Binde, Xamza eine Straussenfeder. — Abu Dugana holte zum Schlage 
aus gegen 'Amra bint alXarith, welche die Mekkaner schalt und in den 
Kampf trieb; aber noch zu rechter Zeit erkannte er sie als Weib, gegen 
ein Weib wollte er das edle Schwert nicht gebrauchen. — BH. 561. 563. 

Ka'b b. Tilalik: ich hatte mich, verwundet, eben an einen sicheren 
Ort geschleppt, um der Verstümmelung durch die Feinde zu entgehen; 
da sah ich ialid b. alA'lam arUqailij in voller Rüstung die Muslime 
verfolgen, wobei er ausrief: tötet Muhammed nicht, nehmt ihn gefangen, 
damit wir ihn züchtigen können für das, was er gethan hat! Aber Quz- 
man hieb ihm durch die Schulter, dass man die Lunge sehen konnte; 
darauf wandte er sich gegen einen anderen Mekkaner, der herankam — 
ich konnte nur seine Augen sehen, es war alValid b. al*Ac b. Hisham — , 
und spaltete ihn mit einem Schlage mitten entzwei. Ich sah nie einen 
besseren Schwertkämpfer, dennoch 'verfiel er seinem Verhängnis und 
tötete sich sölbst. — Ein anderer Mekkaner in voller Rüstung schrie 
hinter den Flüchtigen her: drängt euch zusammen wie die räudigen Schafe ! 
Dem trat ein Muslim entgegen, der schlechter als er gerüstet war, und 
führte einen solchen Schlag auf seine Schulter, dass das Schwert bis zu 
den Schenkeln drang und ihn spaltete. Dann hob er den Helm vom 
Gesicht und sagte zu mir — ich hatte mich hinter ihn gemacht: was 
meinst du Ka*b? ich bin Abu Dugana. 

Ein Kinanit, Ihn Uvaim, hieb SaM den Freigelassenen Xaeib's in 
zwei Teile, ward aber darauf selber von dem Perser Rushaid, einem 
Freigelassenen der Banu Mu'ävia entzweigespalten. Rushaid rief aus 
als er den Schlag führte: den nimm von dem persischen Jungen! M. 
sagte: sag doch lieber von dem medinischen Jungen! AJs nun Ihn 6ib 
'Uvaimir, der Bruder Ihn 'Uvaim's sich dem Rushaid entgegenstellte, 
klüftete ihm dieser den Schädel mit dem Ruf: den nimm von dem me- 
dinischen Jungen! Da lächelte der Prophet zufrieden und redete ihn 
„Vater 'Abdallah's" an, obwohl er gar keinen Sohn hatte. 

Abu INamir alKinanij : ich focht samt zehn meiner Brüder gegen die 
Muslime, der Wind war ihnen anfangs günstig, vier meiner Brüder fielen, 
wir fiohen, ich lief zu Fuss bis nach alGammä. Als dann aber die Reiter 
den Angriff auf die das Lager plündernden Muslime machten, kehrten 
wir zurück und gerieten in ein wüstes Handgemenge ; die Muslime hatten 



124 Uxud A. 3. 

keine Fahne mehr stehen, sie riefen aber: amit amit — ihr mir damals 
unverständliches Feldgeschrei. Muhammed war von seinen Geföhrten um- 
geben, die Pfeile umschwirrten ihn ohne ihn zu treffen; ich*schoss 50 mal 
und traf einige seiner Gefährten. 

'Amr b. Thabit b. Vaqsh alAshhalij hatte sich bisher von seiner Fa- 
milie nicht zum Islam bereden lassen; als er aber jetzt in den letzten 
Zügen liegend auf dem Schlachtfeld gefunden und gefragt wurde, was ihn 
hieher getrieben habe, sagte er: der Islam, ich bin gläubig geworden an 
Gott und an seinen Boten. M. sprach ihm das Paradies zu ; Abu Huraira 
sagte, er sei ein Mann, der in das Paradies gekommen sei, ohne je ein 
Gebet verrichtet zu haben. — BH. 579 f. . * 

Der Rabbiner Muxairiq wollte die Juden bewegen, den Muslimen zu 
Hülfe zu eilen; aber sie wollten am Sabbath nicht ausziehen. Da that er 
es allein und fiel bei Uxud; seine Güter hatte er vorher dem Propheten 
vermacht, der den grössten Teil seiner Almosen daraus bestritt. 
62 a Als Jazid todwund von seinen Verwandten zu Hause gebracht wurde 

und die Hausgenossen über ihn weinten, sagte sein Vater Xaeib b. ümajja, 
der ein Heuchler war : ihr seid schuld an seinem Tode, ihr habt ihn ver- 
führt, dass er auszog und fiel, indem ihr ihm „den Garten" verspracht, 
ja wohl einen Garten von Xarmalkraut *) ! 

Quzmän (Abu IGhaidäq) ward zu den Banu Ghafar gerechnet, trat 
für sie ein und hing an ihnen, er war jedoch unbekannter Herkunft 2) und 
hatte weder Weib noch Kind. Die Tapferkeit, die er in den inneren 
Kämpfen der Mediner bewiesen hatte, bewährte er auch bei Uxud. Als 
er, nach Erlegung von sechs oder sieben Feinden, selber zum Tode ge- 
troffen war, wünschte man ihm Glück zum „Garten"; er aber sagte: ja 
zu einem Xarmalgarten^ ich habe nicht um Garten oder Feuer, sondern 
um die Ehre gekämpft. Darauf nahm er einen Pfeil, um sich damit zu 
erstechen ; und als das zu langsam ging, fiel er in sein Schwert. M. sagte, 
er sei der Holle verfallen. — BH. 578. 

'Amr b. alGamux wollte mit nach Uxud, aber seine vier Söhne, die 
alle am Kampf teilnahmen, drangen in ihn zu Hatise zu bleiben, weil er 
hinkte. Er machte sich dann aber doch mit seinen Waffen auf, indem er 
sagte: Gott treib mich nicht zu meiner Familie zurück, das wäre eine 
Schande! Seine Sohne wollten ihn zurückhalten, er aber wandte sich an 

^) Darin wurden die Toten gebettet 260,1. 263,1. 271,18. 301,14. Die Steppen- 
pfianze Harmala kommt unter diesem Namen auch in der Botanik vor. 
Robertson Smith, Journey in the Hejaz §3 (Scotsraan 9.3. 1880): the 
path is fringed with ... the whiteflowered barmal, used by the Arabs for 
fumigating their houses. 

*) dem Namen nach ein Jude. 



IJxud A. 3. 125 

• 

M., um, wie er sich aasdrückte, hinkend ins Paradies zu kommen; und 
M. verwies es jenen, dass sie ihm das Martyrium nicht gönnen wollten. 
Unter den Muslimen, die nach der Flucht sich wieder um M. sammelten, 
sah Abu Galxa auch 'Amr, er hinkte in der vordersten Reihe und rief: 
bei Gott ich sehne mich nach dem Paradiese; sein Sohn lief hinter ihm 
her, sie fielen beide. Als 'Äisha, die mit anderen Frauen sich Nachrichten 
holen wollte, am Ende der Xarra aus dem Gebiet der Banu Xaritha in 
den Vadi hinabging, begegnet ihr 'Amr's Frau, Hind b. 'Amr b. Xaräm 
— die Weiber brauchten sich damals noch nicht zu verschleiern — mit 
einem Kamele, welches die Leichen ihres Mannes sowie ihres Sohnes Xalläd 
und ihres Bruders 'Abdallah trug. Sie sagte ihr, der Bote Gottes sei wohl 
auf, und somit stehe Alles gut. Als 'Aisha sie weiter fragte, was sie 
denn da auf dem Kamele habe, antwortete sie kurz: meinen Bruder und 
meinen Sohn und meinen Mann, ich will sie in Medina begraben. Damit 
trieb sie das Kamel an, aber es fiel in die Kniee und wollte nicht vor- 
wärts — bis sie es endlich nach dem Schlachtfelde zurückwandte; da ging 
es ganz munter. Beim Propheten angelangt ward Hind von ihm befragt, 62 b 
ob ihr Mann irgend etwas geäussert habe; denn das Kamel handle auf 
höheren Befehl. Sie erinnerte sich nun, dass er, nach Mekka gerichtet, 
gebetet hatte, Gott möge ihn nicht zu seiner Familie zurücktreiben. Darauf 
sagte ihr M. allerlei Tröstliches und Schönes über die Gefallenen; sie bat 
um seine Fürbitte, dass sie mit ihnen vereinigt würde. — BH. 580. 587. 
Gabir b. ^Abdallah b. 'Amr b. Xaräm : einige Männer hatten vor der 
Schlacht Wein getrunken, unter ihnen mein Vater, sie blieben als Märtyrer. 
Mein Vater war der erste, der unter den Muslimen fiel, noch vor der 
Flucht, von der Hand Suflan's b. 'Abdshams Abi Abi lAVar alSulamij. 
Meine Base (die eben erwähnte Hind) weinte über ihn, aber M. sagte, die 
Engel beschatteten ihn fortwährend mit ihren Flügeln bis er begraben 
wäre. Dem Toten war einige Tage vorher Mubashshir b. 'Abdalmundhir, 
der Märtyrer von Badr, im Traume erschienen, um ihn zu sich ins Paradies 
einzuladen. Auf M.'s Befehl wurden die Leichen 'Abdallah's und seines 
Schwagers 'Amr in Einem Grabe begraben; sie waren schrecklich ver- 
stümmelt^ wurden jedoch daran erkannt, dass 'Abdallah ein roter, ge- 
drungener, nicht grosser Mann war, 'Amr aber lang. Später, nach 46 Jahren, 
wühlte ein Regenstrom das Grab auf, und die Leichen kamen zum Vor- 
schein, jede in eine. Burda (namira) eingehüllt. 'Abdallah bedeckte mit der 
Hand im Gesicht eine Wunde, die wieder an zu bluten fing als man die 
Hand entfernte. Sein Sohn Gabir*) fand ihn ganz unverändert, seine 

*) er ist der Erzähler, aber es sind hier mehrere Traditionen zusammen- 
geflossen. 



126 Hxud A. 3. 

Füsse, zu deren Bedeckung die Burda nicht ausreichte, waren mit Xarmal 
bestreut. Er dachte daran ihn mit Moschus zu parfümieren, aber die noch 
lebenden „Genossen" wollten nichts geändert wissen. 

Nach einer anderen Nachricht wurden die Gräber geöffnet als Mu'avija 
in jener Gegend Bewässerungsanlagen machte»). Auf seine Aufforderung 
kamen die Mediner heraus, um die Leichen ihrer Angehörigen zu reco- 
gnoscieren ; sie waren alle noch frisch und biegsam, aus einer floss sogar 
Blut, in Folge eines Spatenstiches. 'Abdallah's und 'Amr's Grab wurde 
verlegt, weil die Wasserleitung darüber ging; dagegen blieben Xariga b. 
Zaid und Sa'd b. Rabi', die auch zusammen begraben waren, liegen und 
ihr Grab wurde wieder zugeschüttet — die aufgewühlte Erde duftete 
nach Moschus. 

Dem Gabir erzählte M., Gott habe seinem Vater im Paradies gesagt, 

*57a er möge einen Wunsch äussern, und dieser habe sich dann auf die Erde 

zurückgewünscht, um noch ein Mal auf Seiten des Propheten zu fallen, 

wieder auferweckt und dann zum dritten Mal getötet zu werden. Gott 

habe ihm jedoch geantwortet, das Verstösse gegen seine Grundsätze. 

Umm 'Umära Nusaiba bint Ka'b, die Frau Ghazijja's b. 'Amr^), er- 
zählte auf Befragen ihrer Nichte Umm Sa'd bint Sa'd b. Rabi' : ich ging 
früh morgens, mit einem Schlauch Wasser, hinaus nach üxud. • Zuerst 
war das Glück und der Wind den Muslimen günstig, darauf aber flohen 
sie. Da machte ich mich an den Propheten heran und kämpfte für ihn 
mit Schwert und Bogen, bis mir die Wunden empfindlich wurden. Diese 
^ tiefe Wunde, hier auf der Schulter, hat niir Ihn Qamia geschlagen, dem 
ich mit Muc'ab b. 'Umair und Anderen entgegen trat, als er auf den 
Boten Gottes los wollte; ich habe auch mehr als einen Hieb auf ihn ge- 
führt, er trug aber zwei Panzer. Die Hand habe ich am Tage von 
alJamama verloren. Als die Araber flohen, riefen die Mediner: lasst 
uns heran! da wurden wir herangelassen und drangen vor bis zum 
Garten des Todes. Am Thore des Gartens fiel Abu Dugana, mir hieb 
einer die Handhab, als ich eindrang. Ich liess mich dadurch aber nicht 
aufhalten, bis ich vor der Leiche Musailima's stand, bei der ich meinen 
Sohn 'Abdallah b. Zaid alMazinij traf, wie er grade sein Schwert an 
seinem Zeuge abwischte. Ich fragte: hast du ihn getötet? Er sagte ja. 
Da fiel ich nieder und dankte Gott. — BH. 573. 

Camra b. Sa'id hörte von seiner Grossmutter, die ebenfalls Wasser 

*) Vgl. fol. 49 b. ^\Jäf 263,5 sind nach Gauh. durch Leitungen verbundene 
Brunnen; »Uilii 263,11 ist nicht der bekannte grosse Vadi 244,13 246,10 
Baladh. 13,7, sondern, wegen des Artikels, der Kanal. 

2) ihr erster Mann war Zaid b. 'Acim. 



üxud A. 3. 127 

zum Schlachtfelde gebracht hatte : M. spendete der Umin 'ümara grosses 
Lob, er sah sie kämpfen, mit hochgeschürztem Kleide, bis sie aus 
13 Wunden blutete. Als sie starb, wusch ich ihre Leiche mit ab, und 
zählte dabei ihre Narben; es waren 13, die grösste darunter war von 
der Wunde, die ihr Ihn Qamia an der Schulter beigebracht hatte und die 
erst nach einem Jahre wieder heil geworden war. Nach Xamrä alAsad 
wollte sie auch mit, konnte aber nicht vor Erschöpfung. Wir machten 
die Nacht den Verwundeten warme Umschläge; als am anderen Tage der 
Prophet von alXamrä zurückkehrte, Hess er sich sogleich durch 'Abdallah 
b. Ka'b alMäzinJj nach ihrem Befinden erkundigen. 

'Abdalgabbär b. 'ümära von 'ümara von seiner Mutter Nusaiba: 
keine zehn Mann hielten bei M. aus, darunter ich und meine beiden 
Söhne und mein Mann. Die Fliehenden liefen an uns vorbei, einer von 
ihnen warf mir, auf die Aufforderung M.'s, seinen Schild zu, und ich 
schirmte damit den Propheten. Die Feinde waren uns als Reiter über- 
legen; wären sie zu Fuss gewesen, so hätten wir sie schon kriegen 
wollen. Einem Reiter, der auf mich einhieb, brachte ich sein Pferd zu 
Fall, so dass er zu Boden stürzte; mein Sohn, vom Propheten aufmerk- 
sam gemacht, half mir ihn zur Holle schicken. 

Ihn Abi Sabra von 'Amr b. Jaxjä von s. Vater von 'Abdallah b. 67 b 
Zaid alMazinij : ein baumlanger ^) Mann hieb mir in den linken Arm und 
ging dann seines Weges; meine Mutter (Nusaiba) verband mir die Wunde 
und sagte dann: nun mach dich auf und hau drein, mein Sohn! worauf 
M., der zusah, ihr bemerkte, es könne nicht jeder so viel wie sie. Da 
kam der Mann an, der mich verwundet hatte ; meine Mutter, von M. auf 
ihn aufmerksam gemacht, hieb ihm ins Bein, dass er in die Knie sank; 
dann machten wir uns zusammen über ihn her und schlugen ihn tot. 

Ja'qüb b. Muxammad von Musa b. öamra b. Sa'id von s. Vater: 
Omar wurde aufgefordert, ein schönes Umschlagetuch, das er bekommen 
hatte, seiner jung verheirateten*) Schwiegertochter, Cafijja bint Abi 'Ubaid, 
zu schenken ; er aber schickte es der Nusaiba, von der er M. habe sagen 
hören: mochte ich mich links oder rechts wenden, immer sah ich sie 
für mich kämpfen. 

Sa'id b. Abi Zaid von Marvän b. Abi Sa'id b. alMu'allä: auf die 
Frage, ob auch die Weiber der Qurashiten mitgekämpft hätten, antwortete 
Nusaiba: bewahre Gott! keine schoss auch nur einen Pfeil oder warf 
einen Stein. Sie schlugen nur ihre Pauken und erinnerten an die Er- 
schlagenen von Badr, und wenn einer der Ihrigen sich drücken wollte, 

vgl. S. 64 Anm. 2 und fol. 151a oben. * 

*) xidthäna mä 266,18 vgl. die Bemerkimg Kremer's. 



128 Uxud A. 3. 

so nahmen sie ihn vor und schminkten ihn, als sei er ein Weib. Als 
dann ihre Männer, ohne sich am sie . zu kümmern, flüchtig zu Pferd davon 
eilten, liefen sie aufgeschürzt zu Fuss hinter ihnen her und stürzten da- 
bei auf dem Wege. Die dicke Hind sah ich am Boden sitzen, sich fürch- 
tend vor den Pferden, ohne weiter zu können; bei ihr war noch eine 
andere. 

Ibn Abi Sabra von ^Abdalraxman von ^Abdallah b. Abi Ca'ca'a von 
alXarith b. 'Abdallah von 'Abdallah b; Zaid b. 'Acim: ich wehrte mit 
meiner Mutter die Feinde von M. ab; von ihm veranlasst warf ich einem 
Pferde einen Stein ins Auge, dass es stürzte; den abgefallenen Reiter 
begrub ich unter einer Last von Steinen. Der Prophet sah lächelnd zu; 
darnach sagte er zu mir, als er die Wunde an der Schulter nieiner 
Mutter sah: deine Mutter, deine Mutter, verbind ihre Wunde, Gott segne 
euch, was seid ihr für eine prächtige Familie! Auf ihr Ersuchen betete 
er, Gott möge uns zu seinen Gefährten im Paradiese machen; darauf 
sagte sie: nun mache ich mir nichts mehr aus dem, was mich hienieden 
betroffen hat. * 

68 a Xanehala b. Abi 'Amir hielt mit Erlaubnis M.'s in der Nacht vor 

der Schlacht Hochzeit mit Gamila bint Ibn übaij , um dann am folgenden 
Morgen nachzukommen. Da seine Frau in Folge eines Traumes (dass 
sich der Himmel für ihn öffnete und hinter ihm schloss) überzeugt war, 
dass er fallen würde, nahm sie vier Verwandte zu Zeugen, dass er zu 
ihr eingegangen sei. (Sie gebar ihm nach seinem Tode den 'Abdallah, 
dann heiratete sie den Thabit b. Qais und gebar diesem den Muxammad.) 
Nachdem er sie dann noch einmal umarmt hatte, ging er bewafiftiet fort 
und kam an, als M. gerade die Reihen richtete. Bei der Flucht der 
Mekkaner stiess er auf Abu Sufjän, zerhieb dessen Pferde die Sehnen, 
und brachte ihn selber zu Fall. Aber alAsvad b. Sha'üb kam dem Abu 
Sufjan zu Hülfe und erstach seinen Gegner; inzwischen floh jener zu 
Fuss, bis ein qurashitischer Reiter ihn vor' sich aufs Pferd nahm ^). Als 
Xanehala tot da lag, neben Xamza und 'Abdallah b. Gaxsh, ging sein 
Vater (Abu 'Amir, s. fol. 56 a) an ihm vorbei, rief ihm wehmütige Worte 
nach, und veranlasste die Mekkaner, ihn nicht zu verstümmeln, während 
die übrigen Leichen verstümmelt wurden. Hind ging voran im Abschneiden 
der Nasen und Ohren, die übrigen Weiber folgten ihrem Beispiel und 
machten sich daraus Armbänder und andere Gehänge. — Auf M.'s Aeusse- 
rung, er sehe die Engel zwischen Himmel und Erde seinen Leib waschen, 
machte sich Abu Usaid alSa'idij mit Anderen auf um nachzusehen, und 

^) Xlh»r> 268,21 ist nficht Subject des Satzes, sondern Glosse zu &jJL^. 
Das Lied Abu Sufjan's 269,2 ist, wie oft, ausgelassen. 



üxud. A. 3. 129 

kehrte mit der Meldung zurück, dass Xanehala's Kopf in der Tat von 
Wasser triefe. Eine Anfrage M.'s bei der jungen Wittwe ergab den Grund 
der himmlischen Ablution : er war unrein von ihr geschieden. — BH. 567 f. 

Vahb b. Qäbüs alMuzanij und sein Brtiderssohn alXarith b. Tqba 
kamen vom Gebirge Muzaina's mit Schafen nach Medina, und als sie er- 
fuhren, die Männer seien ausgezogen zum üxud, eilten sie ihnen nach 
und beteiligten sich am Kampf und an der Plünderung. In der Ver- 
wirrung, die dann durch den Reiterangriff Xalid's erfolgte, fiel zuerst der 
Oheim, nachdem er auf's tapferste die Geschwader vom Propheten abge- 68 b 
wehrt und 20 Lanzenstiche davon getragen hatte, darauf der Neffe. Omar 
pflegte zu sagen, er wünsche sich einen Tod wie ihn der Muzanit ge- 
funden habe. Bilal b. alXarith alMuzanij erzählt, er habe sich nach der 
Schlacht von Qädisijja mit einem Mann aus der Familie Qabus von 
Muzaina, der b.ei der Verteilung der Beute übergangen sei, zu Sa'd b. 
Abi Vaqqäc begeben; und dieser habe, in dankbarer Erinnerung an die 
Verdienste seines bei üxud gefallenen Oheims, ihm sofort seinen Anteil 
und noch mehr gegeben, ihn auch bei sich behalten wollen, was jener in- 
dessen abgelehnt. Sa'd bezeugte: der Prophet stand über Vahb's Leiche, 
so sauer ihm auch seiner Wunden wegen das Stehen ankam, bis sie be- 
stattet war. Er zog ihm eine rotgezeichnete Burda über den Kopf und 
wickelte ihn darin ein, sie reichte aber nur bis halb über die Beine; über 
die Füsse mussten wir auf sein Geheiss Xarmal streuen. Mir wäre nichts 
lieber als so wie dieser Muzanit vor Gott zu treten ^). 

Auf den Ruf des Teufels, M. sei gefallen, flohen einige Muslime, 
allen voran Sa'd b. 'üthman Abu 'übäda, nach Medina, wurden aber dort 
übel empfangen. Ihn Umm Maktum, der stellvertretende Imam, begab 
sich an Ort und Stelle um sich zu erkundigen und kam zurück mit der 
Nachricht, dass M. lebe. Unter den Geflohenen war ein gewisser Jemand *), 69 a 
und alXarith b. Xaeib, und Tha'laba b. Xaeib, und Saväd b. Ghazijja, 
und Sa'd b. 'üthman, und 'Uqba b. 'üthmän, und Xariga b. 'Amir (der 
bis Malal kam), und Aus b. Qaiehij mit einer Anzahl von Banu Xaritha. 
Als die letzteren alSuqra erreichten, kam ihnen Umm Aiman entgegen, 
sprengte ihnen Erde ins Gesicht, nahm einem das Schwert ab, statt dessen 
sie ihm eine Spindel in die Hand gab, und zog mit anderen Wei^bern 
nach dem Uxud^). 

') 269,21 füg ^ vor J<x^. 270,9 jÜi etwas rückgängig machen, viLäÄ^t 
bitten, dass etwas rückgangig gemacht wird. Zu 271,1 vgl. Gauh. II 
340,1. Der Prestonianus liest 271,6 LiPO^ ^^t statt LPO^ y^3 ^. 

^ wohl der Chalif Othraan. 

') / fljJjIaJ! JU: äJcXä 272,4. 5 = er brachte ihn auf den rechten Weg. 

Das vorhergehende a^ / jSyj könnte nach dem Zusammenhange bedeuten : 

Väkidi, Mnhammcd. u 



130 Uxud A. 3. 

Einige Ueberlieferer sagen, dass die Muslime sich nur bis an den 
Fuss des Berges zurückzogen, aber nicht weiter, und dass sie dort sich 
mit M. vereinigten '), 

'Abdalraxman Hess, wie man sagt, dem Chalifen Othman, mit dem 
er einen Wortwechsel gehabt hatte, durch alValid b. 'üqba sagen: ich 
kämpfte mit bei Badr, du nicht; ich hielt Stand bei üxud, du flohest; 
ich war bei dem Treuschwur von Xudaibija zugegen, du nicht. Jener 
antwortete: bei Badr blieb ich mit Urlaub zurück, weil Ruqajja krank 
war, meine Flucht bei Uxud hat mir Gott verziehen, bei dem Treuschwur 
konnte ich nicht zugegen sein, weil mich M. nach Mekka geschickt hatte. 
Darauf gab sich 'Abdalraxman zufrieden. — Omar bezeugte, dass Gott 
die Schuld Othman's verziehen habe. — Ihn 'Umar sagte (nach der Er- 
mordung Othman's): die grosse Schuld, die er gegen Gott begangen hat, 
hat dieser ihm verziehen ; aber wegen der kleinen Schuld , die er gegen 
euch begangen hat, habt ihr ihn getötet. 

Ali erzählt seinen Kampf (nach dem Ueberfall) mit ümajja b. Abi 
Xudhaifa b. alMughira, wie dessen Schwert in seinem Schilde sitzen ge- 
blieben sei und er, ein kurzer Mann, die Gelegenheit, während jener sich 
abmühte es wieder herauszuziehen, benutzt habe, um ihm beide Füsse 
abzuhauen. Eine Weile habe er dann noch auf den Knien weiter ge- 
fochten, sei aber endlich durch einen Stich in die Fuge des Panzers 
unter der Achsel von ihm getötet. 

An jenem Tage hat M. gesagt : ich bin der Nachkomme edler Frauen, 
und ferner: ich bin der Prophet, kein Lügner, ich bin der Sohn 'Abdal- 
mueealib's. 

Als Anas b. alNacr b. Camcam, der Oheim von Anas b. Malik, den 
Omar und andere, im Glauben M. sei tot, gelähmt da sitzen sah, rief er 
ihnen zu: auf und sterbt wofür er gestorben ist! Dann focht er und 
fiel, von 70 Wunden im Gesicht getroffen, so dass er ganz entstellt war 
und nur seine Schwester ihn an seinen schönen Fingern (oder Zähnen) 
erkannte *j. — BH. 574. 

Als Malik b. alDuxshum den 2[!ariga b. Zaid, der mit heraushängenden 
Eingeweiden dasass^), von 13 tödlichen Wunden getroffen, die Nachricht von 
M.'s Tode brachte, sagte er: wenn M. tot ist, nachdem er seine Botschaft 

er mistraute ihnen. Im Qamus ist auch für / «^t mit '«^ die Bed. l^AX^ 

angegeben. Aber die Sache ist sehr zweifelhaft, und ich ziehe vor / jjjj 

(juranniqu) zu lesen = er sah sie mistrauisch an. 
») Ka» Reserve, Verstärkung, flilfscorps 272,13. 286,17. 291,16. 
») bainä statt atainä 273,20. 
^ 274,5. 6 fi xashvatihi, vgl. 277,18 und als Analogen „in seinem Blute**. 



Uxud A. 3. 1 31 

ausgerichtet, so ist doch Gott lebendig, kämpfe du also für deinen Glauben. 
Ebenso sagte ihm Sa!d b. Rabi\ den 12 tödliche Wunden bedeckten. 69 b 

Ein Heuchler sagte: M. ist tot, kehrt nun nach Hause zurück, das« 
die Feinde nicht eindringen. 

'Abdallah b. 'Ammär von alXarith b. alFu6ail alXaemij: Thabit b. 
alDaxdäxa rief den entmutigten Medinern zu: wenn M. tot ist, so lebt 
doch Gott, also kämpft für euren Glauben! und stürzte sich an der Spitze 
einer kleinen Schar gegen die feindlichen Reiter. Xalid erstach ihn mit 
der Lanze, und auch die übrigen fanden alle den Tod. Es waren, wie 
man sagt, die letzten, welche auf muslimischer Seite fielen; nachdem M. 
glücklich in die Schlucht gelangt war, hörte der Kampf auf. Dem Thabit 
war schon vorher Hoffnung auf das Martyrium gemacht worden. Es 
hatte nämlich ein Waisenknabe, vor der Schlacht von Uxud, mit Abu 
Lubaba einen Streit um eine Palme; M. sprach sie dem letzteren zu. 
Da ihn aber der Waisenknabe dauerte, bat er Abu Lubaba ihm die Palme 
abzutreten ; er solle dafür eine Palme im Paradiese haben. Abu Lubaba 
wollte jedoch nicht, aber Thabit kaufte ihm die Palme ab und schenkte 
sie dem Knaben, um des himmlischen Lohnes theilhaftig zu werden. 
Manche Palme im Paradies, sagte M., werde ihm willig ihre Früchte 
reichen. Das fasste man als eine Verheissung des Martyriums für 
ihn auf 0. 

Cirär b. alXaeeäb that sich bei Uxud als Reiter hervor. Er erstach 
den 'Amr b. Mu*adh mit seiner langen Lanze, indem er ausrief: möge 
deine himmlische Frau nicht ihren Mann entbehren. Zehn Muslime be- 
hauptete er auf diese Weise verheiratet zu haben; in Wahrheit waren 
es, nach Ibn Ga'far, doch nur drei, die er tötete. Seinem Bruder Omar 
gab er, bei dem Ueberfall, nur einen Schlag mit dem Lanzen schaft, rief 
ihm aber zu, das sei eine Gnade, die er ihm danken solle ^). Als er 
hinterher zum Islam übergetreten war, pflegte er zu erzählen: nach der 
Schlacht von Badr erkundigte ich mich im Einzelnen nach den Mördern 
meiner liebsten Freunde. Als wir nach Uxud ausrückten, dachte ich 
gleich, dass wenn sich die Mediner in ihrer Stadt verteidigten, wir nach 
ein paar Tagen unverrichteter Dinge wieder abziehen müssten, wenn sie 
sich aber herauswagten, wir sie schlagen würden. Sie kamen heraus, 
aber dennoch ging es uns zuerst schlecht; bis ich beschämt den Xalid 70a 

») Wiederholt fol. 116a. Das Wort ^Ät Palme liest Sprenger HI 219 

•vlX^ und fasst es als n. p. eines Brunnen in Medina (Jaq I 434,16). 

Aber das Wort wird durchaus als Appellativ behandelt, und dass darunter 

ein Baum zu verstehen sei, folgt deutlich aus JJÄ^ 275,11. 
• 9) Vgl. fol. 108 b. 

9* 



132 Uxud A. 3. 

aufforderte, noch einmal auf die Feinde einzureiten. Er fragte mich, ob 
ich denn dazu irgend eine Gelegenheit sähe; da nahm ich wahr, dass 
der Berg von den feindlichen Schützen verlassen war, und machte ihn 
darauf aufmerksam. Nun schwenkten wir seitwärts zum Berge, über- 
wältigten mit leichter Mühe die wenigen Zurückgebliebenen, und über- 
fielen dann die Muslime, welche sorglos unser Lager plünderten und nun 
nach allen Seiten zerstoben. Ich suchte nach den Mördern meiner 
Liebsten, konnte aber keinen finden. Es dauerte indessen nicht lange, 
so sammelten sich die Mediner wieder und es entstand ein Handgemenge, 
in dem sie uns tapfer stand hielten, obgleich wir zu Pferd waren. Ich 
erschlug ihrer zehn; aber auch mir wurde das Pferd gelähmt, so dass 
ich absteigen musste ; und einmal war ich dem Tode nah, als mich einer 
von ihnen würgte und nicht losliess, bis er von unzähligen Lanzenstichen 
getroffen tot hinsank. 

M. erkundigte sich nach Dhakvan b. 'Abdqais und erfuhr, dass ein 
Reiter ihn auf der Flucht erlegt, Ali aber seinen Tod an demselben ge- 
rächt habe. Der Reiter war Abu IXakam b. alAxnas b. Sharlq b. *Iläg 
b. *Amr b. Vahb alThaqafij. 

Calix b. Xawät von Jazid b. Ruman von iawat b. Gubair: der 
Reiterei l^alids stellten sich die wenigen Schützen, die auf ihrem Posten 
in Ras 'Ainain geblieben waren, entgegen, in weiter Linie aufgelöst, der 
Sonne zugewandt. Sie kämpften eine Weile, bis ihr Führer ^Abdallah 
h. Gubair getötet und die meisten Anderen verwundet waren. Die Leiche 
'Abdallah's lag nackt und entsetzlich verstümmelt, mit heraushängendem 
Gedärm, da, als ich (sein Bruder Xawät) nach der Flucht an ihm vorbei- 
kam. Ich habe damals gelacht, wo sonst keiner gelacht hat. Als ich 
nämlich mit Abu Xanna zusammen die Leiche 'Abdallah's forttrug — ich 
hatte an den Armen, er an den Füssen angefasst — , fiel mein Turban 
ab, mit dem ich ihm den Bauch verbunden hatte, und das Gedärm kam 
heraus. Abu Xanna glaubte erschreckt, es sei der Feind, und sah sich 
um; da musste ich lachen. Und ich habe geschlafen, wo sonst keiner 
geschlafen hat. Ein Mann nämlich legte die Lanze auf mich ein, grade 
auf meine Halsgrube zielend, mich aber hatte der Schlaf überwältigt — 
die Lanze glitt ab. Und ich bin haushälterisch gewesen, wo es sonst keiner 
war *). Als wir nämlich so weit waren, meinen Bruder zu begraben, war 
uns der Berg zu hart und wir gingen hinab in den Vadi. Ich benutzte 
meinen Bogen als Spaten, löste aber zuvor die Sehne ab, um sie nicht 
zu verderben, und grub dann so lange bis wir ihn bequem bestatten 

*) 277,21 Jm^ (Ahlwardt), weil er die Sehne loste um sie zu schonen. . 



üxud A. 3. 133 

konnten. Die Feinde waren währenddem noch immer nahe bei*), doch 
hatte der Kampf aufgehört und bald nachher zogen sie ah. 

Die Tochter des hei Badr gefallenen alXarith h. 'Amir h. Naufal 70b 
versprach ihrem Sklaven Vaxshij (nach anderen gehörte er jedoch dem 
Guhair b. Mue*im) die Freiheit, wenn er entweder Muhammed oder Xamza 
oder Ali töte. Er nahm sich zuerst Ali aufs Korn, aber der war zu 
sehr auf der Hut. Darauf, erzählt Vaxshij, sah ich Xamza ankommen 
und die Menschen niedersäbeln. Ihm trat Abu Nijär Sibä' b. ümm An- 
mär — seine Mutter war eine Freigelassene des Thaqafiten Shariq (277,8), 
welche in Mekka die Mädchen beschnitt — in den Weg, er aber hob 
ihn auf, dass seine Füsse in der Luft blinkten 2), warf ihn zu Boden und 
schlachtete ihn ab wie ein Schaf. Währenddem lauerte ich ihm hinter 
einem Stein auf; als er mich sah, ging er auf mich zu, glitt aber am 
Rande des trockenen Regenflussbettes aus, und in diesem Augenblick 
schleuderte ich ihm meinen kurzen Speer in die Weiche, dass er ihm 
durch den Bauch fuhr '). Seine Gefährten eilten zu ihm, aber er antwortete 
nicht auf ihren Anruf, er war tot. Als sie sich von ihm zurückgezogen 
hatten, machte ich mich an ihn heran, und schnitt ihm die Leber ans 
um sie der Hind bint 'Utba zu bringen, deren Vater Xamza erschlagen 
hatte. Sie kaute die Leber und spie sie wieder aus, sei es dass sie sie 
nicht essen konnte oder sie nicht essen wollte. Mir schenkte sie zum 
Dank was sie anhatte, ihre Kleider und ihren Schmuck; in Mekka ver- 
sprach sie mir noch 10 Dinare dazu zu geben. Darauf musste ich sie 
zu der Leiche hinführen, sie schnitt die Scham, die Ohren und die Nase 
ab, hing sich die Glieder als Schmuck an und nahm sie sammt der Leber 
mit nach Mekka. 

'Abdallah b. Ga'far von Abu 'Ann von alZuhrij von 'ürva von *übaid- 
allah b. 'Adij b. alXijär: bei einem syrischen Feldzuge in der Zeit des 
Ghalifen Othman kamen wir nachmittags, unser 80 Mann, durch Hirns 
und fragten nach (Abu Dasma) Vaxshij. Es wurde uns gesagt, er trinke 
jetzt Wein und sei erst am andern Morgen zu sprechen. Wir blieben also 
seinetwegen die Nacht da, am andern Morgen früh gingen wir zu ihm, 
er war ein ganz alter Mann und sass auf einem Kissen. Wir fragten ihn 
nach Xamza und nach Musailima, er wollte aber nicht erzählen, bis wir 
ihm sagten, wir seien nur deswegen die Nacht da geblieben. Da sagte 
er: bei dem Feldzuge von üxud versprach mir mein Herr, Gubair b. Mue'im 
b. 'Adij, die Freiheit, wenn ich Xamza umbrächte, welcher seinen Oheim 
Gu'aima bei Badr getötet hatte. Als ich nun in der Schlacht Xamza an- 

1) 278,8 baMu näxijatan. ») 279,1. 280,9. 281,14 vgl. 278,1. 

3) mukabbisun lahu kathithun 278,19. 279,2 ist unverständlich. 



134 Uxud A.3. 

kommen sah, lauerte ich ihm unter einem Baume auf. Er ging auf mich 
63a zu, nachdem er Sihä* alXuza'ij aus dem Wege geräumt hatte, fiel aber 
über einen Uferrand. Da schoss ich ihm einen kurzen Spiess durch den 
Bauch und tötete ihn. Hind, die mich schon unterwegs zur Ausführung 
meines Vorhabens angespornt hatte, schenkte mir zum Dank ihre Kleider 
und ihren Schmuck, Fussringe von Ghafarimuscheln, und Armbänder von 
Gold, und goldene Zehenringe. Was Musailima betrifft, so traf ich ihn 
mit dem Spiess im Garten des Todes, gleichzeitig aber führte ein Mediner 
einen Hieb gegen ihn, so dass ich nicht weiss, wer ihn getötet hat; doch 
hörte ich eine Frau auf dem Dache des Klosters rufen: der abessynische 
Knecht hat ihn getötet. Als Vaxshij seine Erzählung beendet hatte, fragte 
ich (Tbaidallah) ihn, ob er ihich nicht kenne. Er sah mich wiederholt 
an und erkannte mich endlich, indem er sagte, das letzte Mal, wo er 
mich gesehen, habe er mich als Säugling meiner Mutter hinaufgereicht in 
den Sattel. — BH. 563—566. 580 f. 

Xamza's Schwester Cafijja pflegte zu erzählen : Xassan b. Thabit, der 
sich mit uns in einem Turme, namens Färi' (BH. 728,16), geborgen hatte, 
wurde von mir aufgefordert, einige Juden, die Pfeile auf unseren Turm 
schössen ^), zu verjagen, er hatte aber keinen Mut. Als' es zu arg wurde, 
Hess ich mir sein Schwert geben und hieb einem Juden, der zu unserem 
Turm heraufstieg, den Kopf ab ; worauf sich die anderen aus dem Staube 
machten. Am Morgen der Schlacht schien es mir, als ich auf dem Turme 
ausschaute, als flöge ein Spiess auf Xamza; ich wunderte mich, dass sie 
auch Spiesse führten. Abends ging ich hinaus auf den Kampfplatz, mit 
dem Schwert in der Hand. Den Stand der Dinge erkannte ich an Xassan^s 
Verhalten ; er zog sich nämlich in den innersten Winkel zurück, während 
er wenn die Muslimen im Vorteil waren sich bis auf die Mauer des 
Turmes hervorwagte. Im Quartier der Banu Xaritha traf ich mit einigen 
Medinerinnen zusammen, unter denen sich Umm Aiman befand; wir 
setzten uns in Trab bis wir zu M. kamen. Der erste, der mir begegnete, 
war Ali, er wies mir Muhammed, aber heimlich, damit es die Feinde nicht 
merken sollten. Ich ging zu ihm, er war verwundet 2). 

M. rief; was macht mein Oheim, was macht mein Oheim? Es ging 
zuerst alXarith b. alCimma aus ihn zu suchen; hinter ihm her, da er 

^) jataqamma^üna fol. 106 a = benahmen sich wie die Fliegen namens qama^a. 

-) Vgl. fol. 106a. Ich vermute lau für ma 282,1: wenn ich mich im Stande 
fühlte, was sollte mich dann zurückhalten. 282,9 birag'i. Nach BH. 565,6 
war der kurze Wurfspiess bei den Abessyniem im Gebrauch. Die arab. 
Lanze war lang und eine Reiterwaffe, mehr zum Stossen als zum Werfen 
eingerichtet. Die Infanterie fährte Bogen und Schwert. Die 'anaza al- 
Zubair^s 80,10 war eine Ausnahme. 



üxud A. 3. 135 

lange ausblieb, noch Ali; letzterer meldete, Xamza sei gefallen. M. liess 63b 
sich zu der Leiche führen, er geriet in grosse Entrüstung. Cafijja aber 
wurde auf seinen Befehl so lange von alZubair zurückgehalten, bis Xamza 
begraben war. M. sagte: wenn es nicht unsere Frauen betrübte, so über- 
liessen wir ihn den Raubtieren, damit er am jüngsten Tage aus dem 
Bauch der Wölfe und Geier auferweckt würde. — BH. 584 f. 

Als Gafvan b. Umajja sah, wie Xamza die Feinde scheuchte, äusserte 
er, er habe nie einen Mann gesehen, der mit solchem Eifer gegen seine 
Verwandten kämpfe. 

Nach einer anderen Nachricht wollten zwar die Mediner Cafijja nicht 
an Xamza's Leiche heran lassen, aber M. gebot sie nicht zu hindern. So 
setzte sie sich denn mit Faeima daneben,* um zu weinen. M. weinte mit, 
wenn sie weinte; und wenn sie eine Atempause machte, machte er auch 
eine Pause. Endlich verkündete er ihnen, Gabriel habe ihm mitgeteilt, 
dass Xamza im Verzeichnis der Himmelsbewohner stehe unter dem Namen: 
Xamza b. ^Abdalmueealib, der Löwe Gottes und der Löwe seines Boten. 

M. sagte, er wolle zur Rache für Xamza 30 Qurashiten verstümmeln, 
aber durch Sur. 16,127 ward ihm das verboten. Er verhinderte auch 
Abu Qatada es zu thun, unter Hinweis auf den besonderen göttlichen 
Schutz und auf die grossen künftigen Thaten der Qurashiten ^). 

'Abdallah b. Gaxsh sagte zu M., er habe Gott beschworen ihn zum 
Märtyrer zu machen, und bat ihn, in diesem Fall für seine Hinterlassenen 
zu sorgen. Er fiel wirklich und ward mit Xamza zusammen in einem 
Grabe bestattet. M. nahm sich seiner Familie an und kaufte seiner Mutter 
ein Gut in iaibar'). — BH. 585. 

.Als Xamna bint Gaxsh von M. den Tod ihres Oheims Xamza und 64a 
ihres Bruders 'Abdallah erfahr, fasste sie sich in Geduld; als sie aber 
hörte, dass auch ihr Mann Muc'ab b. 'Umair gefallen sei, jammerte sie 
laut. M. sagte, der Mann stehe der Frau näher als irgend ein anderer. 
Dann rief er Gott an, den Waisen für ihren Vater einen guten Ersatz zu 
verschaffen; durch Galxa b. 'übaidallah, der die Witwe heiratete, ging 
diese Bitte in Erfüllung. — BH. 586. 

Auch alSumairä bint Qais, von den Bann Dinar, war mit den anderen 
Weibern herausgekommen; sie ertrug den Tod ihrer beiden Söhne, al- 
Nu'man b. *Abd*amr und Sulaim b. alXarith, mit Gelassenheit, als sie 
hörte, dass M. gesund sei. 'Aisha begegnete ihr, wie sie ein Kamel mit 

^) axtasibuka 'Inda Uähi 284,7 ich schreibe dich mir gut bei Gott, ich ver- 
zichte auf dich (auf deine Rache) um Gottes Lohn (um mir dadurch 
Lohn bei Gott zu erwerben). Vgl. 284,21 ff. 

>) agri 284,17. 



136 Uxud A. 3. 

den Leichen ihrer Söhne nach Medina trieb, und erfahr von ihr, dass 
Alles gut stehe. Auf die Frage was sie denn da auf dem Kamel habe, 
antwortete sie ganz kurz und trieb das Tier weiter. — BH. 587. 

M. sagte: wer bringt mir Nachricht über Sa'd b. Rabi'? er liegt dort, 
von zwölf Lanzenspitzen durchbohrt. Muxammad b. Maslama (nach An- 
deren war es KaT) b. Ubaij) suchte ihn in der Richtung wohin der Pro- 
phet gezeigt hatte, fand ihn unter den Erschlagenen im Vadi und rief ihn 
an. Aber erst als er sagte: der Bote Gottes schickt mich zu dir! hörte 
Sa'd, röchelte tief und fragte, ob denn M. lebe? „Ja'*, war die Antwort, 
„und er hat uns gesagt, du habest zwölf Lanzenstiche*'. Der Todwunde 
bestätigte das und trug dem Boten seine letzten Worte an die Mediner 
auf, worin er sie beschwur, ihres Eides gedenk, sich für den Boten Gottes 
aufzuopfern ^). — BH. 583 f. 

Nachdem der Teufel gerufen hatte, M. sei gefallen, flohen die Muslime; 
kein Zurückrufen half; erst bei alMihräs machten sie Halt^ endlich zog sich 
auch M. in die Schlucht zurück. Musa b. Muxammad b. Ibrahim von s. 
Vater: dort kamen sie ihm wieder zu Hülfe. AlÖaxxak b. 'üthman von 
Camra b. Sa'id: er kam ihnen zu Hülfe. Sie waren zerstreut auf dem 
64 b Berge und redeten vom Tode M.'s, da erschien er in Begleitung derer, die 
bei ihm ausgehalten hatten. Ea'b sah ihn zuerst und schrie laut, M. winkte 
ihm zu schweigen, und bat ihn um seine Rüstung, um sie statt seiner 
eigenen anzulegen. Er ging geführt von Sa'd b. 'Ubada und Sa'd b. Mu*adh 
(nach anderen von Galxa), bis zu dem Felsen, der an dem Wege zum 
Uxud liegt, wenn man nach der Schlucht (Shi'b algazzarin) will; weiter 
konnte er nicht. Von da trug ihn Galxa hinauf. Die Muslime in der 
Schlucht hielten die kleine Schar für Feinde und zogen sich weiter zurück, 
bis ihnen Abu Dugana mit seiner roten Kopfbinde winkte. Es wird ge- 
sagt, dass anfangs Abubekr winkte und erst als das nicht half Abu Du- 
gana; Abu Burda soll schon Anstalt gemacht haben, mit Pfeilen auf die 
14 Männer zu schiessen. — BH. 576 f. 

Als die Muslime den Propheten wieder hatten, war es als ob alles 
Leid vergessen sei. Dann aber verfielen sie, durch Satans Eingebung, 
wieder in Trauer über ihre vielen und schweren Verluste. Da, erzählt 
Räfi* b. iadig, entfernte Gott unsere Traurigkeit, indem er plötzlich die 
Feinde über uns brachte, die wir fem geglaubt hatten. Der Prophet er- 
mutigte uns zum Kampf, ich sah den und den (von den Feinden) den 
Berg^) hinauflaufen. 

^t 286,4 y)l 286,8. 

2) J^t ijojs:, 288,6. 289,5 vgl. 314,21. 315,1 -= die (schräge) Seite, Lehne. 



Uxud A. 3. 137 

Omar erzählte, er sei (nachdem der Satan gerufen, M. sei tot)^) wie 
eine Gemse auf den Berg geklettert und zum Propheten gekommen, welcher 
grade den ihm eben offenbarten Vers Sur. 3,138 vortrug, während Abu Suf- 
jan am Fuss des Berges gestanden habe. Auf ein Gebet M.'s seien die 
Feinde wieder abgezogen. 

Abu Usaid alSa'idij: wir waren so niedergeschlagen, dass uns jeder, 
der uns gewollt hätte, in die Gewalt bekommen hätte. So schliefen wir 
ein, und zwar so fest, dass sich die Schnarchlaute stiessen^). Als wir 
wieder aufwachten, waren wir frisch, als ob uns nichts widerfahren wäre. 
Dasselbe sagt Galxa b. 'übaidallah. 

AlZubair : ich hörte wie im Traum (denn uns allen hing das Kinn auf 
die Brust) Mu'attib b. Qushair sagen: hätten wir etwas zu sagen gehabt, 
so wären wir nicht hier getötet. Das war der Anlass zu Sur. 3,148. 

Abu IJasar: ich schlief mit vierzehn meiner Leute zur Seite M.'s, 
während die Feinde unten am Berge standen. Dem Bishr b. alBarä b. 65a 
Ma'rur fiel das Schwert aus der Hand, ohne dass er es merkte. Hinterher 
nahm er es wieder auf, es war nicht beschädigt^). 

Abu Galxa: ich liess im Schlafe das Schwert fallen. Nur die Glau- 
bensgewissen schliefen, die Heuchler und Zweifelhaften nicht. 

Ehe er den Rückzug antrat, erschien Abu Sufjan auf einer schwarzen 
Stute noch einmal an dem Berge und rief laut den Muslimen zu: hoch 
Hubal! wo ist Ihn Abi Kabsha, wo Ihn Abi Quxäfa, wo Ihn alXaeeäb! 
ein Tag für den Tag von Badr! nicht wahr, die Tage wechseln und das 
Kriegsglück steigt auf und ab! ein Xanehala für den andern! 

Jede dieser Aeusserungen erwiderte Omar mit Erlaubnis des Pro- 
pheten*). In einem darauf folgenden Zwiegespräch versicherte er dem 
Abu Sn:Qan, dass M. nicht getötet sei, und dieser glaubte ihm auch. Dann 
rief er abermals laut den Muslimen zu: ihr werdet eure Toten verstüm- 
melt finden* es ist aber nicht nach der Absicht unserer Oberen geschehen; 
doch — setzte er hinzu, da ihn der Trotz des Heidentums ergriff — hatten 
wir auch nichts dagegen. Endlich rief er: übers Jahr wollen wir uns 
treffen in Badr alCafrä! Im Namen M.'s antwortete Omar: ja! — BH. 582 f. 

*) Dieser Satz gibt den Anlass der Offenbarung an, nicht die Zeit von Omar's 

Klettern; s. 313,3 f. 
2) Zu 288,12. 14. 19 vgl. Gauh. unter ^-ä;#^: *Jt ^ ^\ e>^j^X:> ^ 

«) Ä^ äjUI näml. idüt ^ Sur. 3,148. 

*) In 289,10 ist die erste Hälfte der Zeile irrtümlich aus 289,16 wieder- 
holt. Zu 289,22 vgl. 296,13. 



138 üxud A. 3. 

Darauf zog Abu Sufjan ab und die Mekkaner traten den Rückzug an. 
Die Muslime aber befürchteten, dass sie die Stadt überfallen würden, um 
sich darüber Gewissheit zu verschaffen, schickte M. den Sa'd b. Abi Vaqqäc 
hinter ihnen her. Wenn sie die Kamele ritten und die Rosse am Zügel 
führten, sagte er, so sei das ein Zeichen, dass sie sich auf die Reise 
machen wollten, wenn sie aber die Rosse ritten und die Kamele am Zügel 
führten, so sei daran zu merken, dass sie kriegerische Absichten hätten. 
SaM ging ihnen nach bis aPAqiq. Dort hatten sie Halt gemacht und be- 
rieten sich, ob sie in Medina eindringen sollten. Gafvän riet ümen ab, 
um den Erfolg nicht wieder aufs Spiel zu setzen, indem er anführte, dass 
sie nach der Niederlage von den Muslimen auch nicht weiter verfolgt seien. 
Sie zogen dann weiter nach alMukaimin, indem sie die Kamele ritten und 
65 b die Rosse am Zügel führten. Als Sa*d das sah, kehrte er um und brachte 
dem Propheten die Nachricht, indem er dabei ein niedergeschlagenes Ge- 
sicht machte, damit es nicht scheinen sollte, als freue er sich über den 
Rückzug der Feinde. Nach anderen rief er zuerst die Nachricht laut aus, 
aber M. bedeutete ihn leise zu sein und den Leuten seine Freude nicht 
so zu zeigen. Nach Ihn Abi Sabra von Jaxja b. Shibl von Abu Ga'far 
hatte ihm M. nur gesagt, wenn die Feinde gegen Medina wollten, so möge 
er es ihm unter vier Augen mitteilen; da sie nun aber abzogen, konnte 
er sich nicht enthalten vor Freude laut zu schreien. 

Als Abu Suflan zurück nach Mekka kam, war sein erster Weg zu 
Hubal, um Dank zu sagen und sein Haar zu scheren. 

'Amr b. aPAc, gebeten zu erzählen wie es mit dem Aufhören des 
Kampfes zugegangen wäre, wollte zuerst nicht daran, endlich sagte^ er: 
nach unserem Ueberfall zerstreuten sie sich anfangs, dann aber sammelten 
sie sich wieder. Wir waren zufrieden mit dem Siege und beschlossen 
zurückzukehren; wir hatten erfahren, dass Ihn übaij mit dem dritten Teil 
der Männer umgekehrt und andere Mediner in der Stadt zurückgeblieben 
seien, und wir waren nicht sicher vor einem Angriff. Auch hatten wir 
Verwundete, und die meisten Pferde waren von Pfeilen getroffen.' Wir 
zogen also ab, noch vor alRauxä zeigte sich uns eine Schar der Feinde, 
wir gingen aber weiter. 

Verzeichnis der Gefallenen. Nach der herrschenden Annahme waren 
es 70 Mediner und 4 Emigranten. — BH. 607—610. 

Emigranten: Xamza von den Banu Hashim, 'Abdallah b. Gaxsh von 
ümajja, Sa*d der Freigelassene Xaeib's von Asad, Shammäs b. 'üthman 
b. alSharld von Maizum, Muc'ab b. *Umair von *Abdaldar. Dazu kommt' 
noch Abu Salama, der, wie man sagt, an einer Wunde starb, die er bei 
Uxud kriegte; er ward* gewaschen im Gebiet der Banu Umajja b. Zaid 



üxud A. 3. 139 

in der *Alija, zwischen den beiden Hörnern des Brunnens 0, der jetzt 
in den Besitz des 'Abdalcamad b. *Alij übergegangen ist. 

Andere Nichtmediner: * Abdallah und *Abdalraxmän, die beiden Söhne 
alHablt's, von Sa'd b. Laith ; Vahb b. Qabus und sein Bruderssohn alXarith 
b. *Uqba von Muzaina. 

Von den Banu *Abdalashhal zwölf a): 'Amr b. Mu'adh (getötet von 
Cirär), alXarith b. Anas, 'Umära b. Zijäd, Salama b. Thabit b. Vaqsh 
(getötet, von Abu Suflän), 'Amr b. Thabit (von Cirär), Rifa'a b. Vaqsh 
(von Xalid), alJamäni Abu Xudhaifa (aus Versehen von den Muslimen 
getötet), Caifij b. Qaiehij (von Öirär), alXubäb b. Qaiehij, 'Abbäd b. Sahl 66a 
(von Cafvän), dazu von den Bewohnern von Rätig, die sich zu 'Abdalash- 
hal hielten: Ijäs b. Aus b. *Atik b. 'Amr b. 'Abdala'lam b. Za'ürä b. 
Gnsham (von Öirär getötet), 'übaid b. alTajjihän (von 'Ikrima), Xabib 
b. Qajjim*). 

Von *Amr b. Auf; und zwar von Öubai'a b. Zaid: Abu Suflan b. 
alXarith der Vater der Töchter, der zu M. sagte: ich will kämpfen und 
dann wieder zu meinen Töchtern; worauf M. sagte: Gott halte Wort! 
Vonümajja b. Zaid b. 6ubai'a: Xanehala b. Abi 'Amir, den alAsvad tö- 
tete. Von 'Ubaid b. Zaid : Unais b. Qatäda, den Abu IXakam tötete, und 
'Abdallah b. Gubair, den 'Ikrima tötete. Von Ghanm b. alSalm b. Malik 
b. Aus : Xaithama Abu Sa*d, den Hubaira tötete. Von aUAglän : 'Abdallah 
b. Salama, den Ihn alZiba'ra tötete. Von Mu'avija: Suvaibiq b. Xaeib b. 
alXarith b. Haisha, den Cirär tötete. Acht *). 

Von Balxarith b. alXazrag: Xariga b. Zaid (von Cafvan getötet) und 
Sa'd b. Rabf , der in demselben Grabe bestattet wurde, und Aus b. Arqam. 
Vier *). Von alAbgar (Gidära) : Malik b. Sinän, der Vater des Abu Sa'id 
aL&^udrij, den Ghuräb b. Sufjan tötete; Sa'd b. Suvaid, und 'Utba b. 
Rabi'. Drei. Von Sä'ida: Tha'laba b. Sa'd, Xaritha b. 'Amr, Nafith(?) 
b. Farva. Drei. Von Garif : 'Abdallah b. Tha'laba und Qais b. Tha'laba, 
dazu der guhanitische Xalif Camra. 

Von 'Auf b. all^azrag, und zwar von Malik b. aFAglän b. Jazid b. 
Ghanm b. Salim: Naufal b. 'Abdallah (getötet von Sufjän b. 'üvaif), 
al 'Abbäs b. 'übäda (getötet von Sufjan b. 'Abdshams alSulamij), alNu'man 

*) Gauh.: „die Homer des Brunnens sind zwei Pfosten, über die der Balken 
gelegt wird, an dem die Winde hängt." Hoffentlich wird die Waschung 
der Leiche auf dem Querbalken eines Brunnen als etwas Auffalliges be- 
richtet. Vgl. 334,21 und fol. 106 a. 

*) so auch 307,15; es werden aber nur 10 aufgefahrt. 

») vielleicht Taim. BH. 607 : Jazid b. Taim. 

*) Es sind nur sieben. 

') Es sind nur drei. 



140 Uxud A. 3. 

b. Malik (von Cafvan) und 'Ubada b. alXasxäs, welche zusammen be- 
graben wurden, Mugaddbar b. Dhijäd, den alXarith heimtückisch tötete, 
und der nach alJamäni b. Ma'n (von Abu Vagza) mit den beiden letzt- 
genannten in demselben Grabe bestattet wurde. 

Nämlich Xu6air alKatäib ladete Suvaid b. alCamit und iawät b. 
Gubair und Abu Lubäba (statt dessen wird auch Sahl b. Xunaif genannt) 
zu einem Gelage ein. Sie tranken und schmausten bei ihm drei Tage, 
bis das Fleisch verdorben war. Dann gingen sie fort; den schon sehr 
alten Suvaid musstcn die beiden andern tragen, weil er so schwer be- 
trunken war. Als sie nun in die Nähe der Banu Ghucaina kamen («e 
wohnten den Banu Sälim Östlich gegenüber), musste Suvaid sich setzen 
um zu pissen; so sah ihn ein vorbeikommender 2[!azragit und meldete 
dem Mugaddbar b. Dhijäd, er könne jetzt kalte (billige) Rache an dem 
Ausiten nehmen. Der ging sogleich mit gezücktem Schwert hin; die 
beiden jüngeren Männer flohen, da sie keine Waffen hatten; der Greis 
66b aber konnte nicht von der Stelle, und bot seinen Nacken dem Schwerte 
des ]Slazragiten. Dieser Mord gab, wie man sagt, den Anlass zur Schlacht 
von Bu'äth. Nach M.'s Ankunft bekehrte sich sowohl Mugaddbar wie 
alXarith, der Sohn Suvaid's. Sie fochten beide bei Badr mit, und schon 
damals suchte alXarith Gelegenheit den Mord seines Vaters zu rächen. 
Er fand dieselbe aber erst bei Uxud, in der Verwirrung nach dem üeber- 
fall: da hieb er dem Mugaddbar von hinten den Kopf ab. Indessen 
blieb die Sache nicht verborgen, Gabriel teilte sie dem M. mit, nachdem 
er von Xamrä alAsad wieder zu Hause gekommen war. Sofort machte 
M. sich auf nach Quba, bei grosser Hitze und nicht an einem der Tage 
(Montag oder Sonnabend), wo er gewöhnlich in der dortigen Moschee 
zu erscheinen pflegte. Während er den Leuten, die einigermassen ver- 
wundert zusammenkamen, die Hand gab und sich mit ihnen unterhielt, 
fand sich auch alXarith b. Suvaid ein, in einem gelben Mantel. Sowie 
M. ihn sah, befahl er 'üvaim b. Sä'ida, ihn vor der Thür der Moschee 
zu köpfen zur Rache für Mugaddbar, den er ermordet habe; dann liess 
er seinen Esel vorführen um abzureiten. Vergebens suchte ihn alXarith, 
den Steigbügel festhaltend, durch ein reuiges Bekenntnis und das Ver- 
sprechen vollkommenster Genugthuung zu erweichen; M. wiederholte 
trocken den Befehl und ritt ab, während Tvaim denselben vollstreckte 
und die Söhne Mugaddhar's dabei standen. — Es wird gesagt, dass 
]Slubaib b. Jasäf sah, dass alXarith den Mugaddbar tötete, und es dem 
Propheten anzeigte, dass dieser dann hinritt um eine Untersuchung anzu- 
stellen, aber schon unterwegs von Gabriel Gewissheit erhielt. — Folgt 
ein Vers Xassan's, der sich auf alXarith's Hinrichtung bezieht, und zwei 



üxud A. 3. 141 

Verse, welche drei namhaft gemachte Ausiten zur Rache gegen die Xazra- 
giten auffordern und angeblich von Suvaid herrühren ^). — BH. 519. 

Von Salama: der Freigelassene 'Antara, den Naufal h. Mu^avija na, 
tötete. Von Balxuhlä: Rifa'a b. 'Amr. Von Xaräm: 'Abdallah b. 'Amr, 
'Amr b. alGamüx, ialläd b. *Amr b. alGamüx. Von Xabib b. 'Abdxaritha : 
alMu'all^ b. Laudhan b. Xaritha b. Rustum, von 'Ikrima getötet. Von 
Zuraiq: Dhakvan b.' 'Abdqais. 

Von alNaggär zwölf und zwar von Saväd: 'Amr b. Qais, den Naufal 
b. Mu'avia tötete, dessen Sohn Qais b. 'Amr, Salle b. *Amr, 'Amir b. Mu- 
iallad. Von 'Amr b. Mabdhul: Abu Usaira, den Xalid tötete, *Amr b. 
Muearrif. Von 'Amr b. Malik (Mughäla): Aus b. Xaräm. Von 'Adij b. 
alNaggar: Anas b. alNacr. Von Mäzin: Qais b. Muiallad, und der Frei- 
gelassene (oder Sklave) Kaisän. Von Dinar: Sulaim b. alXarith und al- 
Nu'män b. 'Amr, die Söhne der Sumaira bint Qais. 

Verzeichnis der gefallenen Mekkaner. Von Asad: 'Abdallah b. Xu- 
maid (getötet von Abu Dugana). Von 'Abdaldar die Fahnenträger : Galxa 
(von Ali), *üthman (von Xamza), Abu Sa'id (von Sa'd b. Abi Vaqqäc), 
Mnsafi' (von *Acim b. Thabit), alXarith (von demselben), Kiläb (von al- 
Zubair), alGuläs (von Galxa), Areät b. 'Abdshurahbil (von Ali), Qärieh b. 
Shnraix, Cuväb (von Quzman); und Abu 'Aziz b. Tmair. Von Zuhra: 
Abu IXakam b. alAinas b. Shuraiq (von Ali), der Xuza'it Sibä', der Sohn 
des ^Abdal'uzza 'Amr b. Nacla und der Umm Anmär (von Xamza). Von 
Haizüm fünf: Hishäm b. Abi Umajja b. alMughira (von Quzmän), alValid 
b. al'Ac b. Hisham (von Quzmän), Umajja b. Abi Xudhaifa b. alMughira 
(von Ali), ialid b. alA'lam arUqailij (von Quzmän), 'üthman b. 'Abdallah 
b. alMughira (von alXarith b. alCimma). Junas b. Muxammad alGhafarij 
von s. Vater: während Quzman mit Xalid b. alA'lam kämpfte, erhielt er 
einmal von Xalid b. alValid und einmal von 'Amr b. al'Ac Lanzenstiche, 
die, wie es schien, tödlich waren; er liess aber darum nicht ab von seinem 
Gegner bis er ihn erlegt hatte. Von 'Amir b. Luaij : 'übaid b. Gäxiz (von 
Abu Dugana), Shaiba b. Malik (von Galxa). Von Gumax: Ubaij b. Xalaf 
(vom Propheten selber) und Abu 'Azza. Folgt die Geschichte von Abu 7ib 

') Die erste Hälfte von dem Verse Xassan's 297,3 wird heissen müssen: ja 
Xari, fi sinatin min naumin? avyi lakum! Demnach hat alXarith den 
Mugaddhar im Schlaf ermordet. — In 297,6 ist mit dem Du in äbligh 
und kabirta nicht alXarith angeredet, sondern ein von ihm verschiedener 
Alter (der Dichter selber?), welcher den gleichen Auftrag wie an Guläs 
und ^Abdallah auch an alXarith zu überbringen hat : dieser solle der dritte 
im Bunde sein und die beiden anderen nicht im Stich lassen. Der Wechsel 
in der Person ist bekanntlich im Arab. noch häufiger als im Hebr. — 
297,7 *alä 'urfin vainkäri = fair oi; unfair. Zu 295,12 BH. 852,15. 



142 üxud A. 3. 

*Azza wie fol. 28a.b, mit dem Zusatz, nach Bukair b. Mismär sei er auf 
dem Rückwege der Mekkaner schlafend in Xamrä alAsad zurückgeblieben 
und dort von den Muslimen überrascht. Von *Al)dmanät : Xalid, Abu ISha'thä, 
Abu IXamrä, und Ghuräb, vier Söhne Su^an's b. 'Uvaif. — BH. 610 f. 

Nach dem Abzüge der Feinde bestatteten die Muslime ihre Toten. 
Xamza war der erste, der zu M. gebracht wurde ; M. betete über ihn und 
sah dabei, dass die Engel ihn wuschen, weil er nämlich (religiös) unrein 
gewesen sei. Denn das Blut wurde den Märtyrern nicht abgewaschen, 
sie sollten in ihren blutigen Wunden vor Gottes Angesicht erscheinen. 
Jedesmal wenn eine neue Leiche gebracht wurde, wurde sie neben Xamza 
gelegt, und dann betete M. darüber und zugleich über Xamza; also über 
den letzteren im Ganzen 70 mal, denn so viel waren der Gefallenen. — 
Nach anderen wurden immer 9 Leichen zusammen zu Xamza's Seite ge- 
legt, und dann erst betete M., also 7 Mal im Ganzen. 

Galxa und Ihn 'Abbas und Gabir pflegten zu erzählen : M. sagte : ich 
bin Zeuge für die Märtyrer am Tage der Auferstehung. Darüber unzu- 
frieden fragte ihn Abubekr, ob nicht die Anderen ebenso gut ihre Mus- 
limenpflicht gethan hätten ? Ja, sagte M., aber die Toten haben noch nichts 
von ihrem Lohne verzehrt, und ich weiss nicht, was ihr nach meinem 
Tode anrichten werdet. Da weinte Abubekr, dass sie den Propheten über- 
leben sollten. 

Usama b. Zaid von alZuhrij von Anas b. Malik: M. betete überhaupt 
nicht über den Toten. — Dasselbe überliefert 'Umar b. Tthman von *Ab- 
dalmalik b. 'Ubaid von Sa'id b. alMusajjib. 

M. befahl, zwei oder drei Tote in ein Grab zusammenzulegen, und 
die voran zu bringen, die am meisten vom Koran gewusst hätten. Auf- 
zählung einiger Paare (S. 125 135 139 f.). Als Xamza im Grabe lag, Hess M. 
72a eine Burda über ihn breiten; sie war aber zu kurz: wenn sie die Füsse 
bedeckte, war der Kopf frei, und umgekehrt. Da befahl er, nur den Kopf 
zu bedecken und über die Füsse Xarmalkraut zu streuen. Als die Um- 
stehenden weinten, dass sie nicht einmal für den Oheim des Boten Gottes 
eine ordentliche Hülle hätten, sagte M., sie würden dereinst noch die 
reichsten Länder erobern und dann ihre Familien „aus dem kahlen Zwi- 
schenland" ') dahin kommen lassen; aber Medina sei besser für sie, wenn 
sie verständig wären. „Bei Gott . — so schloss er — für einen jeden, der 
in der Unbequemlichkeit und Fährlichkeit Medina's ausharrt, werde ich 
Fürsprech und Zeuge sein am Tage der Auferstehung.'* — BH. 586. 

*) Xigäz ist 301,16 nicht als Eigenname, sondern ohne Artikel als Appella- 
tivum gebraucht, und zwar so, als ob der Name an sich ein tristes Land 
bedeute. 



üxud A. 3. 143 

Dem *Abdalraxman b. 'Auf wurde etwas zu essen gebracht, da sagte 
er: für Xamza war kein Leichentuch zu finden und für Muc'ab b. Tmair 
auch nicht, und sie waren doch bessere Männer als ich. 

Als . M. an Muc*ab's Leiche kam, sagte er : in Mekka war nie jemand 
besser gekleidet und gekämmt als du, und nun liegst du da zerzaust in 
einer schlechten Burda! Darauf Hess er ihn bestatten; es stiegen in sein 
Grab sein Bruder Abu IRüm und *Amir b. Rabi'a und Suvaibie b. *Amr 
b. Xarmala. In Xamza's Grab stiegen Ali und alZubair und Abubekr 
und Omar, während der Prophet am Rande sass. 

Die Meisten hatten ihre Toten nach Medina gebracht, dort wurden 
einige begraben in Baqi' alGabal (nicht weit davon wo jetzt der Hof 
Zaid's b. Thabit ist auf dem Kamelmarkt), andere im Gebiet der Banu 
Salama, Malik b. Sinän da wo jetzt die 'Abäjahändler ihren Stand haben 
im Dar Naila. Der Prophet liess zwar ausrufen, die Leichen sollten zu- 
rückgebracht und auf dem Schlachtfelde begraben werden; aber nur mit 
einem geschah dies, der noch nicht begraben war, nämlich mit Shammäs 
b. *üthman alMaizumij. Er war in den letzten Zügen nach Medina ge- 
schafft (erst ins Haus der *Äisha, dann der ümm Salama, die nähere 
Ansprüche geltend machte) und starb nach vierundzwanzig Stunden. 
Dann wurde er so wie er war in seinen Kleidern nach Uxud zurückge- 
bracht und begraben, ungewaschen und ohne dass M. über ihm betete. 

"Wer auf dem Schlachtfelde bestattet wurde, wurde im Vadi be- 
stattet. Die gemeinschaftlichen Gräber am Berge sind, nach Galxa b. 
Ubaidallah, Gräber von Beduinen, welche in der Hungersnot zur Zeit 
Omar's starben. 'Abbäd b. Tamim alMazinij kennt keine Gräber von 
Märtyrern am üxud, sondern nur von Leuten, die in der Hungersnot 
starben. Ihn Abi Dhi'b und 'Abdaraziz b. Muxammad: die Gräber der 
Beduinen und der Märtyrer sind nicht zu unterscheiden; bekannt sind 
nur die Gräber Xamza's, Sahl's b. Qais, 'Abdallah's b. *Amr, und 'Amr's 
b. alGamux. 

M. besuchte die Gräber alle Jahr*), ebenso Abubekr, ebenso Omar, 
ebenso Othman, ebenso Mu'avija, wenn er nach Mekka wallfahrtete. 72 b 
Faeima ging alle zwei drei Tage hin, nm^zu weinen. Wenn Sa*d b. 
Abi Vaqqac nach seiner Besitzung in alGhäba ging, besuchte er immer 
die Märtyrer und grüsste sie ; er sagte, dass sie keinen Gruss unerwidert 
Hessen so lange sie da lägen. Dasselbe hatte M. gesagt, als er einst 
am Grabe Muc'ab's vorbeikam (Sur. 33,23). Auch Abu Sa*id alXudrij 
forderte dazu auf, die Märtyrer in ihren Gräbern zu besuchen und sie 
zu grüssen. Muxammad b. Maslama und Salama b. Salama b. Vaqsh 

^) am Eingang der Schlucht 303,6; am Fuss des Berges 303,10. 



144 Uxud A. 3. 

thaten das alle Monat; desgleichen Umm Salama^): und als einmal der 
Knecht, der sie begleitete — er hiess Tajjihän — nicht mit grösste, 
setzte sie ihn gehörig zurecht. Auch Abu Huraira besuchte sehr häufig die 
Gräber. Wenn 'Abdallah b. 'Amr auf dem Wege nach älGhaba nach Dhubab 
kam, bog er ab zu den Gräbern um die Märtyrer zu grüssen, dann ritt 
er wieder nach Dhubab an die Stelle zurück, wo er abgebogen war; denn 
er wollte nicht den Weg über die Märtyrer nehmen'). Die iuza*itin 
Fäeima, die noch eine Zeitgenossin des Propheten war, will den Gegen- 
gruss Xamza's selber gehört haben, als sie eines Abends nach Sonnen- 
untergang mit ihrer Schwester die Gräber besuchte. 

Nach der Bestattung stieg M. zu Pferd und ritt zurück, mit ihm das 
Heer und die 14 Weiber. Die Mehrzahl der Muslime war verwundet, am 
meisten hatten die Salama und 'Abdalashhal gelitten. Am Fuss der Xarra 
73 a hielt M. ein Gebet mit den Seinen. Dann gelangte er an den Höfen der 
Xaritha') vorbei zu den 'Abdalashhal. Als er dort die Klagelieder der 
Weiber horte, sagte er: Xamza hat keine, die ihn beweint. Wie wir 
jammernden Weiber aber den Propheten gesund wieder sahen, war all 
unser Leid dahin — erzählt die Ashhalitin Umm *Amir. 

Weiter erzählt Umm 'Amir : während M. im Quartier der 'Abdashhal 
auf seinem Pferde hielt und Sa'd b. Mu'adh die Zügel gefasst hatte, kam 
dessen Mutter Kabsha bint 'Ubaid angelaufen und ward dem Propheten 
vorgestellt. Er tröstete sie über den Tod ihres Sohnes *Amr b. Mu'adh, 
erzählte ihr, dass die zwölf gefallenen Ashhaliten nun im Paradiese seien 
und dort Fürsprache einlegen für ihre Verwandten, und betete, Gott 
möge die Trauer der Hinterbliebenen heilen und für sie sorgen. Dann 
ritt er weiter, die Ashhaliten wollten ihn geleiten^ aber auf seinen 
gemessenen Befehl mussten die Verwundeten — es waren 30 Mann — 
da bleiben und ihre Wunden pflegen. Sa'd selber ging mit bis zu M.'s 
Hause, dann kehrte er um und schickte uns Frauen hin, dass wir um 
Xamza klagen sollten. Der Prophet freute sich sehr darüber , als er 
nach dem ersten Drittel der Nacht aus dem .Schlaf erwachte und die 
Klage hörte. Darauf gingen wir wieder mit unseren Männern heim, nach- 
dem ein Teil der Nacht vergangen war. Seitdem blieb es Sitte bei 
uns, jede Totenklage mit der über Xamza zu beginnen. — BH. 586 f. 

Es heisst, Mu'adh b. Gabal sei mit den Frauen der Banu Salama 
angekommen, und 'Abdallah b. Raväxa mit den Frauen der Balxarith. 

') 304,4 JJaÄJ sie verbrachte dort den Tag. 

2) 304,10 (JJ^i^t O^Litj neben hergehen 331,18. 333,20. 
*) Lax^ ^3t^ 305,9 ist unklar; vermutlich w5-j. 



üxud A. 3. 145 

M. sagte, das habe er nicht beabsichtigt, und verbot ihnen streng das 
Weinen am folgenden Tage. 

M. kam zur Zeit des Abendgebets in Medina an, die Heuchler 
äusserten offen ihre Schadenfreude. Ihn Ubaij machte seinem Sohne 
'Abdallah, der den grössten Teil der Nacht am Feuer sass und seine 
Wunden ausbrannte, Vorwürfe, dass er diesen unvernünftigen Feldzug 
mitgemacht habe. Die Juden sagten, M. trachte bloss nach der Herr- 
schaft, ein Prophet sei nie in dieser Weise verwundet worden. Sogar 
versuchten die Heuchler die Gläubigen zum Abfall von M. zu bewegen, 
so dass Omar, der dergleichen öfters hörte, den Propheten um Erlaubnis 
bat, jedem der einen solchen Versuch mache, den Kopf abzuhauen. 
Aber M. gab es nicht zu; mit den Juden stehe er in Vertrag, und was 
die Heuchler betreffe, so dürfe er keinem ein Leid anthun, der auch nur 
mit den Lippen das Bekenntnis des Islams ablege — im Uebrigen sei 
dies der letzte Vorteil, den die Qurashiten über ihn erringen würden. 

Ihn Ubaij hatte bis dahin einen Ehrenplatz in der Moschee einge- 
nommen, von dem er sich beim Freitagsgottesdienst, wenn M. sich ge- 
setzt hatte, erhob um zu sagen: da ist der Bote Gottes in eurer Mitte, 
Gott hat euch mit ihm beehrt, steht ihm bei und gehorcht ihm! Als er 
nun das nach der Schlacht von Uxud wieder thun wollte, traten einige 
Mediner — Emigranten waren nicht dabei — zu ihm hin, Abu Ajjub 
(]lalid b. Zaid) fasste ihn beim Bart, Tbada b. alCamit stiess ihn in 
den Nacken, und so warfen sie ihn von seinem Platze, dessen er nicht 
würdig sei. Er ging hinaus, über die Nacken der Beter sich seinen Weg 
suchend, indem er sagte: als ob ich etwas Unerhörtes^) geäussert hätte! 
ich habe mich doch nur erhoben um seine Sache zu fördern! Braussen 
begegnete ihm Mu'awadh b. 'Afrä, der wollte ihn bewegen umzukehren, 
damit M. um Vergebung für ihn bitte — davon wollte er aber nichts 
wissen (Sur. 63,5) «). — BH. 591 f. 

Erklärung von Sur. 3, 117 ff. 'Abdallah b. Ga'far von Umm Bakr 
bint alMusawar b. Mairama: als alMusawar einmal 'Abdalraxman b. 'Auf 
bat ihm von Uxud zu erzählen, sagte dieser: lies die dritte Sure nach 
Vers 120, so ist es als wärest du dabei gewesen. 

Zu Sur. 3,118: Die „zwei Haufen" sind die Banu Salama und die 74 a 
B. Xaritha, die anfangs nicht mit wollten und erst auf den ausdrück- 
lichen Befehl M.'s auszogen. Zu 3,125: nach verislamischem Brauche 

>) \jS\^ 310,6, lyfU BH. 592,1 ; man sagt beides. 

^ Der Erzähler, der aber nicht genannt ist, setzt hinzu : ich sehe noch, wie 
sein Sohn ihn streng anblickte, er aber hob an zu sagen: M. hat mich 
herausgeworfen aus dem Trockenplatze Sahl's und SuhaiVs (BH. 336, 10 f.). 

Väkidi, Mubammed. 10 



146 Uxud A. 3. 

wurde eine Schuld verdoppelt, wenn sie über die Zeit der Fälligkeit 
74b hinaus gefristet werden sollte. Zu 3,144: M. sagte, Gott verleihe ihm 

Hülfe und Sieg durch den Schrecken, der einen Monat vor ihm her und 
75 a einen Monat hinter ihm her ziehet). Zu 3,159: bei Badr sind doppelt 

75 b so viel Mekkaner gefallen wie Muslime bei Uxud. Zu 3,163: nach Ihn 

'Abbas sagte M. : die Seelen der Märtyrer von Uxud seien in die Leiber 
grüner Vogel übergegangen, und flögen darin lustig zu allen Herrlich- 
keiten des Paradieses. Ihn Mas'ud fügt hinzu : wenn sie dann noch einep 
Wunsch hätten, so wäre es der, noch einmal als Märtyrer fallen zu 
können. Nach anderen sagte M., die Märtyrer wohnten am Paradies- 
flusse Bäriq unter einem grünen Zelte, und würden dort Abends und 
Morgens verpflegt. — Zu 3,166: dies bezieht sich auf den Zug nach 
Xamrä alAsad (No. 20). 'Abdalxamid b. Ga'far von s. Vater: am ersten 
Muxarram^), als Bilal eben das Gebet angesagt hatte, kam der Muzanit 
'Abdallah b. 'Amr b. 'Auf an und erzählte dem Propheten, als er her- 
austrat, er sei in Malal gewesen, habe dort einer Berathung der heim- 
ziehenden Qurashiten beigewohnt und gehört, dass Abu Suflan sie auf- 
forderte, noch einmal umzukehren und Medina zu überfallen, Cafvan aber 
sich diesem Vorschlage widersetzte. Darauf beschloss M., nach dem 
Rathe Abubekr's und Omar's, die Mekkaner zu verfolgen, und erliess das 
Aufgebot. Die Ueberlieferer sagen : am Sonntag Morgen machten sie sich 
auf zur Verfolgung des Feindes. — Zu 3,167 : bezieht sich auf den Ver- 
such Abu Sufjan's, die Muslime durch Nu'aim einzuschüchtern, so dass 
76a sie sich nicht, der Verabredung gemäss, in Badr alCafrä einstellten. 
Zu 3,168: geht auf die guten Geschäfte, welche die Muslime in Badr al 
Cafrä machten. Zu 3, 177: der Jude Phinehas spottete über den Sur. 2,246* 
gebrauchten Vergleich der Almosen mit einem Darlehen an Gott, indem 
er sagte : Gott ist arm und wir sind reich , so dass er von* uns leihen 
muss. Zu 3,200: das eigentliche Ribae (im Sinne der „Marabuts") war 
zur Zeit des Propheten noch nicht Sitte, es ist damit in diesem Verse 
nur das Gebet nach dem Gebet gemeint. — BH. 592 — 606. 

76 b Gabir b. 'Abdallah : Sa'd b. Rabi', der bei Uxud gefallen war, hinter- 

liess eine schwangere Witwe nebst zwei Töchtern; es beerbte ihn aber 
nach heidnischem Recht sein Bruder, denn das islamische Erbrecht war 

') wie Jahve die herdenscheuchende Bremse (d. i. die Panik) vor den Israeliten 
her sendet. 

^ Diese sonderbare (und auch ungewöhnlich ausgedrückte 332,5) Zeitbe- 
stimmung 317,22 beruht wohl auf einem Versehen; man sollte erwarten 

cX^-"^! *yj ^ mit etwa dem. Zusatz: vor Tagesgrauen. In 318,11 ist 

unzweifelhaft sX^-^t ^yj (Sonntag) zu lesen statt cX^ »yj (Schlacht 
von Uxud). 



üxud A. S. , 147 

noch nicht offenbart. Als wir uns nun eines Tages nach dem Frühgebet 
beim Propheten über Uxud unterhielten und auch auf Sa'd b. Rabi' zu 
sprechen kamen, hiess er uns aufstehen und ging mit uns nach alAsväf. 
Dort wohnte die Witwe Sa'd's, sie hatte M. zu einem Essen eingeladen. 
Wir kamen hin und setzten uns, unser zwanzig Mann; Polster und Decken 
gab es aber nicht, sondern nur Matten, die auf besprengtem Boden unter 
den Palmen ausgebreitet waren.. M. begann von dem Heldentode Sa'd's zu 
erzählen, die Weiber weinten und er verbot es nicht, ihm kamen selber 
die Thränen. Darauf sagte er: es kommt ein Paradieseserbe. Wir er- 
hoben uns und guckten durch die Palmen: Abubekr erschien. Zum an- 
deren Mal wiederholte er die selbigen Worte: Omar erschien. Endlich 
zum dritten Mal: Ali erschien. Nachdem sich alle gesetzt hatten, ward 
das Essen gebracht; es reichte etwa für ein oder zwei Leute. Der Pro- 
phet aber legte die Hand darauf und sagte: nun nehmt in Gottes Namen. 
Wir assen zum ersten und zum zweiten Mal : die Speise aber nahm nicht 
ab. Nachdem abgetragen war, kamen frische Datteln in einer Schüssel, 
nur wenige, entweder frühreife oder verspätete *). Auch davon assen wir 
ein und zweimal, ohne dass es weniger wurden. Dann kam der Mittag, 
und der Prophet hielt das Gebet, ohne vorhergehende Waschung. Darauf 
Sassen und sprachen wir wieder bis zur Vesper und assen uns noch ein- 
mal an den Resten satt, dann hielt M. das Nachmittagsgebet, wiederum 
ohne sich zu waschen. Nun trat die Frau an M. heran und sagte : Sa'd 
ist tot und das Erbe ist an seinen Bruder gekommen, seine beiden Töchter 
haben nun kein Vermögen und die Mädchen werden doch nur geheiratet, 
wenn sie Geld haben. M. betete, Gott möge für die Hinterlassenen sorgen, 
und sagte dann zu der Frau: es ist mir hierüber noch nichts offenbart, 
komm einmal wieder zu mir wenn ich zu Hause bin ! Als er nun wieder 
zu Hanse war und wir zusammen vor seiner Thüre sassen, bekam er 
einen Anfall; der Schweiss tropfte in Perlen von seiner Stirn, als er wieder 77a 
zu sich kam. Sogleich liess er die Frau holen und darnach auch ihren 
Schwager (dessen Wohnung im Quartier der Balxarith lag), und sprach 
den hinterlassenen Töchtern zwei Drittel der Erbschaft zu, der Witwe ein 
Achtel, und den Rest dem Bruder des Erblassers. Das noch ungeborene 
Kind berücksichtigte er nicht, es war ein Mädchen und wurde hinterher 
die Frau des Zaid b. Thabit. Dieser wollte ihr bei Omar (der es ein- 
führte, dass auch die ungeborenen Kinder mit erbten) einen Anteil an 
ihrem väterlichen Erbe erwirken, aber sie wollte ihrem „Bruder** ^) nichts 
entziehen. 

') vJ 321,22 ist wohl zu streichen. 

^ Damit scheint des Vaters Bruder gemeint zu sein. Nach muslimischem 

10* 



148 . üxud Ä. 3. 

Bei der Flucht der Mekkaner im Anfang der Schlacht war 'Abdallah 
b. Abi ümajja b. alMughira bis nach Täif gekommen — nach Mekka zu 
gehen vermied er — und hatte dort berichtet, die Schlacht sei verioren. 
Der erste, der die Siegesnachricht nach Mekka brachte, war Vaxshij. 

Musa b. Shaiba von Qaear b. Vahb alLaithij : Vaxshij erreichte Mekka 
nach einem viertägigen Ritt, auf der Höhe von alXagün hielt er und 
rief mehrmals laut: o ihr Qurashiten! Die Leute sammelten sich um ihn, 
voll Besorgnis was er bringen würde. Als er dachte es wären genug, 
rückte er mit seinen frohen Nachrichten heraus und erregte damit allge- 
meine Freude. Gubair b. Mue'im fragte ihn noch besonders, ob er auch 
die Wahrheit sage; er antwortete, zum Beweise habe er die Leber Xamza's 
mitgebracht. Da hiess Gubair seine Frauen die Trauer ablegen und 
wieder Parfüm und Salbe zu gebrauchen. 

Auch Mu'avija b. alMughira b. Abi TAc war (bei der Flucht der 
Mekkaner im Anfang) davongelaufen und hatte die Nacht nahe bei Me- 
dina zugebracht. Am andern Morgen klopfte er bei Othman an; da 
dessen Frau Kulthum ihm mitteilte, dass ihr Gatte bei ihrem Vater, 
dem Propheten, sei, sagte er: lass ihn holen, ich wollte ihm ein Kamel 
bezahlen — sonst gehe ich fort. Othman kam, erschrak sich als er ihn 
77b sah, nahm ihn aber doch als Verwandten bei sich auf und begab sich 
zu M. zurück, in der Absicht, ihm Sicherheit zu erwirken. Indessen 
hatte M. Mu'avija's Anwesenheit schon gewittert und ihn suchen lassen; 
er ward bei Othman hinter einem Steinhaufen gefunden und vor ihn ge- 
führt. Auf Othman's Bitten setzte er ihn jedoch in Freiheit und gab ihm 
eine Frist von drei Tagen, ipnerhalb deren er sich aus dem Staube 
machen solle. Von Othman, mit einem Kamel und Zehrung versehen, 
brach er erst am dritten Tage auf und verfehlte dann den Weg, so dass 
er am andern Morgen im oberen Teile des Vadi TAqiq den Muslimen in 
die Hände fiel, als sie von Xamrä alAsad heimkehrten. Der Prophet 
witterte ihn und liess ihn verfolgen; Zaid b. Xaritha und 'Ammär b. 
Jäsir fassten ihn in alGammä. Zaid führte einen Hieb auf ihn, 'Ammär, 
der nähere Rechte auf ihn zu haben glaubte, schoss ihn mit einem Pfeile, 
so dass sie ihn beide töteten. — Nach einer andern Nachricht ward er 
auf der Flüchtlingshöhe (Thanijjat alSharid), acht Milien von Medina, von 
jenen beiden Männern ereilt und mit Pfeilen erschossen*). — BH. 591. 

Rechte hätte sie es freilich ihren Schwestern entzogen. Indessen 
stimmt hier- auch Anderes nicht zu Sur. 4,12 ff. 

») Sp^ ^U 324,9 letztes Jahr. — 324,19 lies ä,U:> = um die Tränke 

aufgeschichtete Steine; s. Gauh. 



Xamrä A. 3. 149 

• • 

20. 
Xamrä alAsad, A. 3. 

Am Sonntag 8. Shawal zog M. aus und am Freitag darauf kam er 
zurück. 

Nach dem Frühgebet Hess M. durch Bilal die Kämpfer von Uxud 
zur Verfolgung der Feinde aufbieten. Sogleich begaben sich die medi- 
nischen Häuptlinge, welche die Nacht in der Moschee zugebracht hatten, 
zu ihren Geschlechtem um ihnen den Befehl zum Aufbruch zu über- 
bringen. Sie kamen vollzählig ohne sich durch ihre Wunden zurück- 
halten zu lassen. So die Banu 'Abdalashhal, die Bann Sa'ida, die Leute 
von ^arbä (denen Abu Qatada den Befehl überbrachte), und die Banu 
Salama. Die letzteren stiessen am Brunnen des Abu Ttba, bei der Höhe 78 • 
der Steigung, zu M. ; das war damals der nächste Weg. Es waren 40 Ver- 
wundete unter ihnen; M. war gerührt, als er sie sah. 

'ütba b. Gabira von Leuten seines Geschlechts: Die Ashhaliten 'Ab- 

# 

dallah b. Sahl und Eafi' b. Sahl hatten beide viele Wunden, am meisten 
der erstere. Als nun Sa'd b. Mu'adh das Aufgebot erliess, meinte Rafi', 
es wäre zwar eine Schande einen Feldzug des Propheten zu versäumen, 
aber zu Fuss könntfen sie doch nicht gehen und ein Reittier hätten sie 
nicht. 'Abdallah aber sagte, sie müssten mit, um durch die ernste Ab- 
sicht Lohn bei Gott zu suchen^). Als Rafi' unterwegs schwach wurde, 
trug ihn der andere einmal eine Strecke und dann ging er wieder eine 
Strecke. Abends spät kamen sie zum Lager, es brannten Feuer, 'Abbad 
b. Bishr hatte die Wache. M. wünschte ihnen Gutes, er sagte, künftig 
würde es den Muslimen an Reittieren aller Art nicht fehlen, sie wür- 
den aber darum nicht besser daran seien. — 'Abdal'aziz b. Muxammad 
(von Ja'qub b. 'ümar b. Qatada) erzählt diese Geschichte von Anas und 
Mu*ms. 

Gabir b. 'Abdallah bekam Erlaubnis den Feldzug mitzumachen, ob- 
wohl er nicht bei Uxud gekämpft hatte, da er auf Befehl seines Vaters 
als der einzige Mann im Hause bei seinen Schwestern bleiben musste 
(s. fol. 92b). Ausser ihm aber kamen nur die mit, die bei Uxud ge- 
wesen waren. 

Die Fahne, die noch vom Tage vorher am Schafte sass, übergab M. 
an Ali, nach anderen an Abubekr. • 

Mit mehreren Wunden im Gesicht, mit geschundenen Knieen und 
halblahmer Schulter stieg M. zu Pferd, nachdem er noch in der Moschee 
gebetet hatte. Die Männer sammelten sich um ihn; die Bewohner der 

>) Ich vermute jÄjU 326,21. 



150 Xamrä A, 3. 

*Aväli (die erst in der Nacht von M. fortgegangen waren) waren schon 
zu Hause gekommen, als sie das Aufgebot erreichte. Oalxa kam zuerst 
78b ohne Waffen um sich nach der Zeit des Ausmarsches zu erkundigen; als 
er den Propheten schon in voller Rüstung sah, lief er geschwinde zu 
Hause und waffhete sich, obwohl er neun Wunden hatte. Als er zurück- 
kam, fragte ihn M., wo nach seiner Ansicht die Feinde jetzt wohl seien. 
Er meinte, in alSajjäla; das war auch M.'s Vermutung. M. versicherte 
ihm, dass die Mekkaner nie wieder einen ähnlichen Vorteil wie bei Uxud 
über sie davon tragen würden. 

M. schickte drei Aslamiten voraus, Salie und Nuhnän, die Sohne 
Suij^^^'s b. ialid b. *Auf b. Därim von den Banu Sahm, und einen 
dritten, dessen Name unbekannt ist, von den Banu Tvair. Letzterer 
blieb zurück, die beiden Brüder liefen voraus. Dabei riss dem einen 
der Schuhriemen, da stiess er dem andern vor die Brust, dass er auf 
den Rücken fiSl, und nahm dann dessen Schuh. Sie trafen die Feinde 
in Xamrä alAsad bei einer lärmenden Versammlung, wurden aber beide 
ertappt und getötet. Die beiden Leichen wurden hernach von M. zu- 
sammen begraben. Ihn 'Abbas zeigte ihr Grab als das der beiden Ge- 
sellen (alQarinäni). 

M. schlug in Xamrä alAsad Lager. Der Pra^ant bestand, nach 
Gabir b. 'Abdallah, grösstenteils aus Datteln, doch wurden auch täglich 
zwei oder drei Kamele geschlachtet — die Datteln sowohl als die Schlacht- 
tiere lieferte Sa'd b. 'übada. Auf M.'s Befehl musste jedermann des 
Tages Holz sammeln und des Nachts ein Feuer machen, es brannten 
immer 500 Feuer, die von fem her sichtbar waren und die Kunde von 
der Verfolgung der Mekkaner durch M. überall hin trugen. 

Der iuza'it Ma'bad — die Xuza'iten waren damals zwar noch Heiden, 
standen aber in freundlichem Verhältnis zu den Muslimen — kam zu 
M. und sprach sein Bedauern über den Unfall aus. Dann reiste' er eilig 
weiter und traf die Mekkaner in alRauxä; unzufrieden mit ihrem halben 
Erfolg waren sie drauf 'und dran noch einmal umzukehren. Von ihnen 
nach den Muslimen befragt, sagte er: sie sind hinter mir, und es sind 
auch die dabei, die bei Uxud nicht mitgekämpft, haben , sie sind rache- 
entbrannt gegen euch und haben sich das Wort gegeben nicht umzu- 
kehren bis sie euch erreicht haben; ihr werdet gewiss die Stirnmähnen 
ihrer Pferde sehen, ehe ihr von Jiier aufbrecht. Schon vorher hatte Cafvan 
den Qurashiten geraten, mit ihrem Siege sich zu begnügen, und ihn nicht 
wieder aufs Spiel zu setzen ; nun wurde ihnen so angst und bange, dass sie 
sich eilig aus dem Staube machten. Unterwegs begegneten ihnen einige 
'Abdalqais, die nach Medina wollten; Abu Sufjan versprach ihre Kamele 
in *üqäeh mit Rosinen zu beladen, wenn sie in Medina sagen würden, 



Qaean A. 4. 151 

die Mekkaner seien dicht hinter ihnen, willens den Kampf zu erneuern. 
Die .'Abdalqais thaten das auch , als sie demnächst den Propheten in 
alXamrä trafen; er vertraute aber auf Gott (Sur. 3,167). Er bekam zu- 
dem durch Ma'bad die Nachricht, dass die Mekkaner voller Angst heim- 
gekehrt seien; darauf kehrte er auch selber zurück ^). — BH. 588 — 590. 

21. 

Qaean, A. 4 im Muxorram. 

Tmar b. IJthman b. 'Abdalraxman b. Sa'id b. Jarbu* von Salama 
b. 'Abdallah b. 'ümar b. Abi Salama (und andere, aber die Hauptsache 
stammt von Tmar von Salama): Abu Salama war von Quba nach der 
'Alija übergesiedelt und wohnte dort unter den Banu Umajja b. Zaid. 
Er wufde bei üxud verwundet, schloss sich abe*r doch beim Zuge nach 
alXamra dem Propheten an, den er, auf einem Esel reitend, erreichte, 
als er von aPAcaba in den Vadi aPAqiq herabging. An derselben Stelle 
trennte er sich auf dem Heimwege wieder von M. und blieb dann einen 
Monat zu Hause um seine Wunde zu curiren, bis er dachte sie wäre 
heil. Am 1. Muxarram übertrug ihm M, den Befehl über eine Schar 
von 150 Mann, mit der er die Banu Asad überfallen sollte. Es hatte 79b 
nämlich ein Mann von Oajji, der zum Besuch bei einem Verwandten in 
Medina war, erzählt, dass Gulaixa und Salama, die Sohne Xuvailid's, die 
Asaditen zu einem Streifzug gegen Medina zu veranlassen suchten, 
da die Gelegenheit dazu jetzt günstig sei, nach dem Schlage der die 
Muslimen betroffen habe. Qais b. alXarith habe ihnen jedoch von einem 
so weiten und aussichtslosen Zuge dringend abgerathen, und dadurch 
seien sie fast zweifelhaft geworden, da sie sich noch nicht gebunden 
hätten. Darauf hin beschloss M. die Expedition; der Mann von Oajji 
diente dabei als Führer. Sie bogen vom Hauptwege ab und gingen neben 
her, Tag und Nacht reisend kamen sie allen Nachrichten zuvor. Als sie 
aber ganz in die Nähe des Sammelplatzes der Asaditen, des Wassers 
von Qaean, gelangt waren, raubten sie einige weidende Kamele; dadurch 
bekamen die Feinde Wind und zerstreuten sich. Abu Salama Hess sie 
zwar durch zwei Drittel seines Heeres verfolgen, aber vergeblich: nur 
Schafe und Kamele wurden erbeutet. Dann machte er sich auf den 
Rückweg; schon unterwegs verteilte er die Beute, nachdem er den 

329,10. 11 \J^ *JLit ^^t deinen Fuss oder deinen Würfel? 330,9 

v^^tv3vJt {j*^^ \^\S wie das vergangene Gestern; eine vollkommene 

Parallele zu Ps. 90,4 (LXX). Die Verse, die Ma'bad gemacht und recitiert 
haben soU (330,1—3 vgl. fol. 90a), stehen vollständiger bei BH. 590,4 ff. 
Die hier gemeinten 'Abdalqais wohnten in alRauxü, s. fol. 99 b. 



152 Qaean A. 4. 

Fünften abgezogen, auch einen Ehrenanteil für den Propheten ausgesucht 
und dem Führer eine ihm zufriedenstellende Belohnung gegeben hatte ^). 
80 a *ümar b. Tthman von 'Abdalmalik b, *übaid von 'Abdalraxmän 

u. s. w. : Abu Salama war einige zehn Tage ausgeblieben. Damach brach 
seine Wunde am Oberann, die von einem Pfeil des Gushamiten Abu 
Usäma herrührte, wieder auf, und er starb daran am drittletzten Gumäda ü. 
Er ward von alJusaira gewaschen, zwischen den beiden Hörnern des 
Brunnen der Banu ümajja; alJusaira hiess vorher al'Abir und ward vom 
Propheten umgenannt. Darauf ward die Leiche nach Medina getragen 
und dort begraben '). 

'Umar b. Abi Salama erzählt: nachdem meine Mutter 4 Monate und 
10 Tage gewartet hatte, nahm sie M. zur Frau und vollzog die Ehe in den 
letzten Tagen des Shavval. Sie pflegte zu sagen: es schadet nichts, im 
Shawal zu heiraten; der Prophet hat die Ehe mit mir im Shawal 
geschlossen und im Shawal vollzogen. Sie starb im Dhu-lQa'da des 
Jahres 59. 

Vakidi trug dem 'Umar b. 'üthman die Erzählung über den Zug 
Abu Salama's vor; er erkannte sie im Allgemeinen an und fügte hinzu, 
der Mann von Oajji habe älValid b. Zuhair b. Oarif geheissen, seine in 
Medina verheiratete Nichte Zainab, deren Mann Oulaib b. 'Umair. Er 
sagte weiter, es sei, nach dem Ueberfall eines Truppes der Asaditen, zu 
einem allgemeinen Zusammenstoss zwischen ihnen und den Muslimen 
gekommen, und darnach haben sie sich zerstreut. Dann aber seien die 
Asaditen von den Oajjiten angefallen und immerfort beunruhigt, bis der 
Islam den Frieden brachte. 

Abu Salama gilt als Märtyrer von Uxud, so gut wie Abu ialid al- 
Zurqij von Omar als Märtyrer von alJamäma anerkannt wurde, weil eine 
Wunde, die er dort erhalten hatte, wieder aufbrach und seinen Tod her- 
beiführte. 

Vakidi trug femer dem Ja'qub b. Muxammad b. Abi Ga'ca'a diese 
Geschichte vor; der sagte, ihm habe Ajjub b. 'Abdalraxmän b. AbiCa'ca'a 
erzählt wie folgt: 

Abu Salama wollte die Feinde im Morgengrauen in ihrer Lagerstatt 
am Wasser von Qaean überraschen, aber sie waren wach geworden und 
hatten sich kampfbereit gemacht. Nachdem Sa'd b. Abi Vaqqäc einen 

^) 332,22 jad'ünahum. 333,4 rajja'nä = wir haben trainiert. 333,9 mä lanä 
qibalahum vitrun. 333,15 jushakkikahum. 

2) Vgl. fol. 65 b. Sehr auffallig ist die passivische Construction mit be- 
kanntem und genanntem Subject 334,20. *Abir ist der Name eines Par- 
füms (Imrualqais 39,5. 59,8 vgl. ^^y ^o Gant. 5,5. 13); ähnlich heissen 
Hiob's Tochter Kassia und Schminkbüchse, um von Eetura zu schweigen. 



Ma'üna A. 4. 153 

Asaditen nnd umgekehrt ein Asadit den Mas'ud b. Urva erlegt hatte, er- 
folgte ein allgemeiner Angriff der Muslime. Die Araber flohen und zer- 
streuten sich; die Muslime gaben die Verfolgung auf und machten sich sob 
auf den Heimweg, nachdem sie ihre Toten begraben und von dem zurück- 
gelassenen Gerät der Feinde mitgenommen hatten was nicht zu schwer 
war; Frauen und Kinder befanden sich nicht im Lager. Als sie eine 
Nachtreise weit von dem Wasser ab waren, verfehlten sie- den Weg, hatten 
aber dadurch Gelegenheit, noch einige Kamele und Hirten zu erbeuten. 
Ihn Abi Sabra von alXarith b. alFucail von Sa*d b. Abi Vaqqäc: 
der Führer, den wir mieteten, als wir uns verirrt hatten, erbot sich uns 
zu Kamelen zu bringen, die wir rauben konnten; er bekam dafür den 
fünften Teil der Beute. — BH. 975. 

22. 
Bi'r Ma'una, A. 4 im Cafar. 

Muxammad b. 'Abdallah, und 'Abdallah b. 'Abdal'aziz, und Ma'mar 
b. Räshid, und Aflax b. Sa'id, und Ihn Abi Sabra, und Abu Ma'shar, und 
'Abdallah b. Ga'far und Andere : 'Amir b. Malik b. Ga'far Abu IBarä, der 
Lanzenspieler (mulä'ib aFasinna) brachte dem Propheten zwei Pferde und 
zwei Reitkamele zum Geschenk; der aber erklärte, von einem Heiden 
nichts annehmen zu können, und trug ihm den Islam an. Jener war zwar 
nicht abgeneigt, wollte aber nur in Gemeinschaft mit seinem Volk über- 
treten, und forderte M. auf, Glaubensboten dorthin zu senden, für deren 
Sicherheit im Nagd er sich verbürgte, indem er erklärte, er wollte der 
dortigen Bevölkerung gegenüber ihr Patron (gär) sein. Es waren aber 
70 me^dinische Jünglinge, die Leser (qurrä) genannt, welche Abends bei 
Medina zusammenkamen und lernten und beteten, gegen Morgen aber 
Trinkwasser und Holz zu den Hütten der Frauen M.'s brachten: ihre 
Familien dachten dann, sie seien in der Moschee, und die Leute in der 
Moschee dachten, sie seien zu Hause. Diese sandte der Prophet aus; es 
waren nach Abu Sa'id siebzig, wahrscheinlich aber nur vierzig Mann ^). 
M. gab ihnen ein Schreiben mit und setzte ihnen alMundhir b. 'Amr al- 
Saldij vor. Nach (Muc'ab b. Thabit von Abu lAsvad von) Urva hatten 
sie zum Führer einen Sulamiten Namens alMueälib. Beim Brunnen Ma'üna, 
in dem gemeinschaftlichen Grenzgebiet der Banu 'Amir und Banu Sulaim, 
machten sie Halt, Hessen ihre Kamele unter der Obhut von alXarith b. 
alGimma und 'Amr b. Umajja weiden und schickten Xaräm b. Milxan mit 
dem Briefe des Propheten voraus, an 'Amir b. alGufail. Dieser aber las 

^) Nach Anai^ b. Malik siebzig 341,8 f. Abu Sa'id sagte, von den Medinem 
seien immer siebzig gefallen, am Tage yon Uxud und von Bi'r Ma'una 
und von aUamäma und von Gisr Abi Ubäid 341,9 ff. 



154 Ma'üna A. 4. 

den Brief gar nicht, sondern schlug den Boten tot, und da er überzeugt 
war, dass jener nicht allein gekommen sei, bot er die 'Amiriten zum Kampf 
gegen die üebrigen auf. Diese respektierten aber den Schutz (givär) des 
81 a Abu Barä und wollten nicht *); Darauf wandte er sich an die sulamiti- 
schen Geschlechter 'ücajja und Ri'l, die waren bereit ihm zu folgen. Der 
Spur des ermordeten Xaräm nachgehend, kamen sie^ zum Lager der 
Muslime und machten sie alle nieder, bis auf den Anführer alMundhir b. 
'Amr. Dem boten sie Pardon (Aman) an; er nahm ihn aber nur an bis 
zu der Stelle, wo Xaram erschlagen* war; dort angelangt, kämpfte er bis 
er fiel*). Nun waren noch die beiden Hüter der Kamele übrig. Durch 
das Kreisen der Raubvögel über Bi'r Ma'una argwöhnisch gemacht, über- 
blickten sie von einem Hügel aus wa« geschehen war. 'Amr b. Umajja 
wollte zurück zu M., aber alX^rith b. alCimma hielt ihn da und ging den 
Feinden entgegen. Nachdem er zwei von ihnen getötet, ward er, samt 
dem Anderen, gefangen genommen, und dann auf seine Bitte an die Stelle 
geführt, wo alMundhir und Xaräm erschlagen waren. Dort losgelassen, 
erneuerte er den Kampf und tötete abermals zwei von den Feinden, bis 
er endlich von Lanzen gespickt erlag. Zu 'Amr b. Umajja sagte 'Amir 
b. Gufail: meine Mutter hat einen Sklaven frei zu lassen gelobt, du bist 
frei, damit sie quitt sei. Mit diesen Worten schnitt er ihm das Stirnhaar 
ab. Weiter fragte er ihn nach Namen und Herkunft der Getöteten, und 
ob sie es alle seien. 'Amr vermisste einen, einen Freigelassenen Abu- 
bekr's namens *Amir b. Fuhaira. Es stellte sich heraus, dass dies der- 
jenige war, der, durch einen Lanzenstich getötet, vor den sehenden Augen 
seiner Mörder zum Himmel fuhr. 

Gabbär b. Salmä, von den Banu Kiläb, erzählt: ich erstach ihn, 
darauf hörte ich ihn sagen: ich habe gewonnen; ich verstand das nicht. 
Hinterher sagte mir alöaxxäk b. Su^an alKilabij, er habe das Paradies 
gemeint, und trug mir den Islam an, den ich auch annahm, bewogen durch 
das was ich beim Tode Ihn Fuhaira's erlebt hatte, durch seine Himmel- 
fahrt. AlCaxxak gab dem Propheten schriftlich Nachricht über meine Be- 
kehrung und über mein Erlebnis mit Ihn Fuhaira; M. äusserte: die Engel 
haben seinen Leib bestattet und ihm ist im obersten Himmel Wohnung 
bereitet*). 

lan juxfara 338,21. 342,8 vgl. BH. 275,3. 10. 292,4. 299,1. 442,7. 650,10. 

^) »Die 'Amiriten" 339,4. Der Widerspruch geht eher auf, verschiedene Tra- 
dition als auf schriftstellerische Nachlässigkeit zurück. 

^) Ich vermute ^^y^^ 339,7 für qJ^. M. sagte von ihm o^-«-^ ij^^ 
339,10 = er lief gestreckt in den Tod. 

*) Nach dieser Erzählung ist die Aeusserung fuztu (ich habe gewonnen) 
der Ausgang der Legende, 




Ma'üna A. 4. 155 

Als M. die Kunde von Bi'r Ma'üna erhielt (in dersen)en Nacht, wo 
er das Unglück Marthad's hei alRagi' erfuhr), sagte er: das hat Ahu Barä an- 
gerichtet, ich wollte nicht. Beim Frühgehet sprach er folgenden Fluch, nach 
den Worten sami'a llähu liman xamadahu: „o Gott, zertritt die Mucariten, 
nimm dir die Banu Lixjän (?) vor und Zi'h und Ril und Dhakvän 
und 'ücajja; o Gott, nimm dir die Banu Lixjän vor und 'Acal und alQära; 
Gott befreie alValid b. alValid und Salama b. Hishäm und 'Ajjäsh b. 
Abi Rabi'a und die Gläubigen, die in Mekka zurückgehalten werden, Gott 
sei den Ghifar gnädig und gut Ff eund mit denAslam!** Das wiederholte sib 
er 15 (nach anderen 40) Tage, bis Sur. 3,123 erschien. Es schmerzte ihn 
nie etwas so wie der Mord der Märtyrer von Bi'r Ma*una. Nach Anas 
wurde auch ein Koranvers über sie offenbart, der aber nachmals getilgt 
worden ist^). 

Abu Barä, ein gebrechlicher Greis, schickte dem Propheten von alle 
aus, durch seinen Neffen Labid b. Rabi'a, ein Pferd. Aber dieser lehnte 
es ab. Ich hätte nicht gedacht, sagte Labid, dass ein Mann von Mucar 
ein Geschenk Abu Barä's zurückweisen würde! M. erwiderte, wenn er 
von irgend einem Heiden etwas annähme, so thäte er's von Abu Barä. 
Der Zweck der Sendung des Greises war, M. um Heilung von einer Krank- 
heit zu bitten; er litt an Magenkrebs (dubaila). M. spie auf einen Erd- 
kloss : den solle er, in Wasser aufgelöst, einnehmen. Er thats und genas. 
Nach anderen Hess er ihn an einen Beutel mit Honig lecken, davon ward 
er besser. — Abu Barä war damals mit den Seinen unterwegs ins Land 
der Bali], von al*lc schickte er seinen Sohn Rabi'a und seinen Neffen 
Labid mit Esswaren an M. Auf M.'s Frage an Rabi'a, wie er sich zu 
seinen Verwandten, den Mördern von Bi'r Ma'una, stelle^ antwortete er, 
CT haue das Verwandtschaftsband durch mit einem Schwertstreich oder 
einem Lanzenstiche. Zurückgekommen erzählte er die Geschichte seinem 
alten Vater, für den es eine schwere Kränkung war, dass seines Bruders 
Sohn ('Amir b. Gufail) seinen Schutz (givär) nicht respectiert hatte. — 
Als sie an ihrem Ziel alHadm, einem Wasser der Balij, angekommen 
waren, stieg Rabi'a zu Pferd, um gegen 'Amir zu reiten. Er traf ihn 
auf einem Kamel und versetzte ihm einen Lanzenstich. Der Verwundete 
aber rief aus: es hat mir nichts geschadet, es hat mir nichts geschadet! 
Darauf kündigte ihm Rabi'a die Verwandtschaft mit Abu Barä. Jener 
sagte, er verzeihe seinem Oheim diese Handlungsweise. 

M. betete: o Gott, leite die Banu 'Amir auf den rechten Weg, aber 
räche meine Schutzbefohlenen^) an 'Amir b. Gufail. 

») Nöldeke, Geschichte des Qorans S. 184. 

2) iufrati eigentlich: meinen (verletzten) Schutz. Da indessen ealaba 
mit Akkus. (342,14) die Bedeutung rächen nicht hat, so heisst hier vieK 



156 Ma'ima A. 4. 

*Amr b. Ihnajja, der einzige Verschontgebliebene, legte den Weg 
nach Medina zu Fuss in vier Tagen zurück. Im oberen Teil des Vadi 
Qanät traf er zwei Kilabiten, wartete bis sie Mittags schliefen, und schlug 
sie alsdann tot zur Rache für seine gemordeten Gefährten. In Medina 
angekommen brachte er dem Propheten die Unglücksnachricht; und fügte 
hinzu, dass er zur Rache die beiden 'Amiriten erschlagen habe. Damit 
hatte er aber nichts gebessert, denn diese beiden Männer waren bei M. 
gewesen, und von ihm bekleidet und unter seinen Schutz genommen. 
M. sah sich veranlasst, dem 'Amir b. Gyfail das Blutgeld für sie zu be- 
zahlen^). — Nach einer unglaubwürdigen Nachricht soll auch Sa'd b. 
Abi Vaqqac unter den Glaubensboten vor Bi'r Ma'una gewesen und bei 
seiner Rückkehr von M. mit den Worten empfangen sein: du kommst 
jedesmal allein wieder zu mir. 

Muc'ab von Abu lAsvad von 'ürva: Urva b. alCalt, der ein Sulamit 
war und mit 'Amir in Freundschaft stand, sollte Pardon haben, wollte 
82a ihn aber nicht annehmen, sondern das Schicksal seiner Genossen teilen. — 
Seinen Abschiedsgruss an M. soll Gabriel überbracht haben. 

Ka'b b. Zaid b. Qais raffte sich noch auf unter den Gefallenen, 
kehrte zurück und fiel im Grabenkriege. Als Gefallene werden genannt 
drei Emigranten: 'Amir b. Fuhaira, alXakam b. Kaisän, Näfi' b. Budail 
b. Varqä (getötet von Anas b. 'Abbäs alSulamij zur Rache für Gu'aima 
b. 'Adij, der bei Badr fiel) 2); dreizehn Mediner: alMundhir b. 'Amr, Mu'adh 
b. Mä'ic (Zuraiq), Xaräm und Sulaimän bb. Milxän (alNaggär), alXarith 
b. alCimma und Sahl b. 'Amir b. Sa'd und alGufail b. Sa'd ('Amr b. 
Mabdhul), Anas b. Mu'avija und Abu Shaii Ubaij b. Thabit ('Amr b. 
Malik), 'Aeijja.b. 'Abd'amr (Dinar b. alNaggär), Trva b. alCalt (Xalif 
der 'Amr b. Auf), Malik und Sufjan.bb. Thabit (alNabit) «). — BH. 648 ff. 

23. 
AlRagi*, A. 4 im Cafar. 

Musa b. Ja'qub von Abu lAsvad von 'Urva: die Genossen von al- 
Ragi' waren von M. ausgesandt um ihm Nachrichten über die Qurashiten 

leicht xufra Sühne, wie xaffara Sühne geben Div. Hudhail 3,20 (vgl. 
die Variante zu 38,9, dagegen 38,5 = Schutz gewähren). In der theolo- 
gischen Sprache wird dafür kaffara gebraucht, aber das ist Hebräisch. 

^) ausführlicher wiederholt 354,4 ff. fol. 84 a.b. 

^ lauter Freigelassene und Xalife, wie denn diese überhaupt bei den mek- 
kanischen Emigranten überwogen. 

3) Die folgenden Verse stehen bei BH. 651,13f. und 651,10f.; nur das letzte 
Paar fehlt. Das bei Vakidi nur nach dem Stichwort saxxan ghaira 
nazri angeführte Lied Xassan's 344,19 findet sich bei BH. 651,16 ff. 



AlRagi' A. 4. 157 

ZQ bringen, sie gingen die Nagdstrasse, bis sie in alRagi' den Banu Lix- 
jän in die Hände fielen. 

Mnxammad b. 'Abdailab, und Ma^mar b. Rasbid, und 'Abdalraxman 
b. 'Abdaraziz, und 'Abdallah b. Ga^ar, und Muxammad b. Calix, und 
Mnxammad b. Jaxja b. Sahl b. Abi Xatbma, und Mu'adh b. Muxammad, 
und Andere: nach der Ermordung Sufjan's b. ialid alHudhalij") ver- 
sprachen die Banu Lixjän den 'Acal und alQära eine Anzahl Kamele, 
wenn sie zu M. gingen und ihn zur Absendung von Glaubensboten an 
sie veranlassten. „Wir wollen dann den Mörder Suflan's töten, die 
Uebrigen aber den Mekkanem überantworten, damit sie an ihnen ihre 
Rache kühlen." Also kamen Abgesandte aus den 'A6al und alQära — 
zweien zu l^uzaima sich rechnenden Stämmen^) — zu M., und der gab 
ihnen sieben (nach anderen zehn) Männer mit, die sie im Koran und im 82b 
Recht unterweisen sollten, Marthad b. Abi Marthad alGhanavij, Xalid b. 
Abi IBukair, 'Abdallah b. Gariq alBalavij und sein Bruder von Mutters 
Seite Mu'attib b. 'übaid, Xalife der Banu Ghafar, Xubaib b. 'Adij von 
den Balxarith, Zaid b. alDathana von den Bajaca, 'Acim b. Thabit b. 
Abi lAqlax. Der Erstgenannte war der Vorgesetzte , nach anderen der 
Letztgenannte. Als sie nun in alRagi' waren, einem Wasser der Hudhail 
bei alHadda, entfernten sich die Abgesandten um die Lixjaniten herbei- 
zurufen, und plötzlich sahen sich die Muslime von 100 Pfeilschützen um- 
zingelt. Sie entblössten die Schwerter zum Kampf, jene schwuren ihnen 
indessen zu, dass sie sie nicht töten, sondern nur in Mekka verkaufen 
wollten, um Geld zu verdienen. Drei Hessen sich darauf hin gefangen 
nehmen, die anderen wollten sich nicht ergeben. 'Acim b. Thabit, zum 
Schwert greifend, nachdem seine Pfeile verschossen und seine Lanze zer- 
brochen war, betete: „o Gott ich habe deinen Glauben verteidigt heute 
früh, so verteidige du mein Fleisch heute spät" — die Leichen wurden 
nämlich ausgezogen. Dann zerbrach er die Scheide nnd stürzte sich in 
die Feinde. Nachdem er einen Mann getötet und zwei verwundet hatte, 
brach er unter den Lanzenstichen zusammen^). Es hatte aber Suläfa 
bint Sa'd b. alShuhaid, welche bei üxud ihren Mann und vier Söhne ver- 
loren hatte, gelobt, aus der Hirnschale 'Acim's Wein zu trinken — zwei 
ihrer Söhne hatte er nämlich erschlagen (s. fol. 54 a) — und dem der 

') No. 32, Anno 5 oder 6. 

*) vielleicht ist vor 11 ä 345,16 ausgefallen jantasibäni; doch s. S. 89 1). 

») Die Verse 346,15ff. s. bei Bü. 639,3ff. (vgl. Gauh. U 211,13); die Verse 
347,3f. bei BH. 639,10. Der Vers 347,4 hat zwei Silben zu viel, ebenso 
wie 347,3 der erste Vers — wo BH. das ana auslässt um des Metrums 
willen, aber schwerlich mit Recht. Auch in 346,15 wird im zweiten Glied 
des ersten Verses (<• n i» - oder u if - -) gegen die Regel Verstössen. 



158 AlRagi' A. 4. 

sie ihr brächte 100 Kamele ausgesetzt. Die Lixjaniten wollten ihm also 
den Kopf abschneiden, aber Gott sandte einen Bienenschwarm, die Leiche 
zu beschirmen. Sie warteten, bis er Nachts abgezogen sein würde, aber 
Gott sandte die Regenfluth, welche die Leiche an einen unzugänglichen 
Ort schwemmte. Omar sagte von 'Acim: Gott hat ihn im Tode bewahrt, 
dass sie ihn nicht berühren konnten, wie er sich im Leben gewahrt hat, 
mit ihnen in Berührung zu kommen. 'Acim hatte nämlich ein dahin 
gehendes Gelübde gethan. Marthad, Xalid und Mu'attib fielen eben- 
83 a falls. Die anderen wurden mit ihren Bogensehnen gebunden und fort- 
geführt; in Marr alGhahran aber streifte 'Abdallah die Bande ab und griff 
zum Schwerte^); sie wichen ihm aber aus und warfen ihn mit Steinen 
tot; sein Grab ist dort in Marr. Xubaib und Zaid wurden nach Mekka 
gebracht, in einem heiligen Monate^) und dort verkauft, ersterer für 
80 Dinar (oder 50 Kamele) an Xugair b. Abi Ukäb (nach anderen an 
Bint alXarith b. 'Amir b. Naufal für 100 Kamele) , der seinen bei Badr 
gefallenen Bruder alXarith b. 'Amir an ihm rächen wollte, letzterer für 
50 Kamele an Cafvan b. Umajja (nach anderen an eine Mehrzahl von 
Mekkanern), der ihn für seinen Vater töten wollte. Zaid b. alDathana 
wurde bei Leuten von Gumax (nach anderen bei Nuseäs dem Knechte 
Cafvan's) detinirt, Xubaib im Hau^e der Mävija. 

Diese, später eine gute Muslimin, pflegte zu erzählen: durch die 
Angelritze ^) beobachtete ich ihn in seinen Fesseln, er hatte Trauben wie 
ein Mannskopf gross in der Hand, während es sonst keine Beere im 
Lande gab; das war himmlische Speise. Die Nacht brachte er mit 
Koransingen zu, so dass die Weiber (gerührt anfingen zu weinen. Ich 
fragte, ob er etwas wünsche, er bat mich ihn mit Trinkwasser zu ver- 
sorgen und ihm kein Götzenopferfleisch zu bringen, und wenn er getötet 
werden solle, es ihm zu sagen. Als nun nach Ablauf der heiligen 
Monate seine Hinrichtung statt finden sollte und ich ihm das ankündigte, 
bat er um ein Messer, um seinen Leib zu scheeren. Ich schickte es ihm 
durch meinen Sohn Abu Xusain; als der es ihm gab, sagte er im Scherz: 
du bist wahrhaftig verwegen, fürchtete denn deine Mutter nicht Verrat 
von mir, da ihr mich doch hinrichten wollt? Ich hörte die Worte — 
der Gedanke, dass er meinen Sohn töten könne, war mir auch schon 
gekommen — und rief ihm erschrocken zu, ich versehe mich zu ihm 
keiner solchen Treulosigkeit. Nein, sagte er, wir halten in unserer Re- 
ligion den Verrat für nicht erlaubt. 

*) Seine Worte: ^dies ist der Anfang des Verrats** 347,21 haben keine er- 
kennbare Beziehung. Vgl. 353,9 fi'. 
^ nach der Angabe 348,10, die jedoch wohl Glosse ist, im Dhu-lQa*dä.. 
3) jXAö 348,15 vgl. Prov. 26,13: die Thür dreht sich auf ihrem ^ijj. 



AlRagr A. 4. • 159 

Xubaib wurde, zusammen mit Zaid, zum Tode hinausgeführt. Es 
folgte ein grosser Haufe von Weibern, Kindern und Sklaven, aber auch 
viele Männer, entweder von der Pflicht der Blutrache, oder bloss von 
Hass gegen den Islam getrieben. In alTan'im angelangt, gruben sie 
einen Pfahl ein um ihn daran zu binden, erlaubten ihm jedoch vorher 
das Gebet zu verrichten — er war nach Abu Huraira der Anfänger der 
Sitte, vor der Hinrichtung das Gebet zu verrichten. Nachdem er es mit 
ziemlicher Schnelligkeit beendet hatte, damit sie nicht glauben sollten, 
ihm graue vor dem Tode, sprach er: o Gott, zähle sie genau und töte 
jeden einzeln und vergiss keinen! 

Mu'avija b. Abi Sufjän ward, bei diesem Fluch, von seinem Vater 
zur Erde geduckt, und ^war so heftig, dass er auf den Steiss fiel und^^b 
eine Zeit lang Schmerzen hatte. Xuvaieib b. 'AbdaPuzza steckte sich 
die Finger in die Ohren und lief fort, um den Fluch nicht zu hören. 
Xakim b. Xizäm verkroch sich in einem Gebüsch, aus Furcht vor dem 
Fluch. Gubair b. Mue'im versteckte sich mit andern und wagte nicht her- 
vorzukommen. AJXarith b. alBarcä sagte: er hätte nicht geglaubt, dass 
der Fluch an irgend einen von ihnen vorübergehen würde. Nach (* Ab- 
dallah b. Ga'ftir von) 'üthman b. Muxammad alAxnasij fragte Omar den 
Statthalter von Hims, Sa'id b. 'Amir b. Xidhjam alGumaxij, bei dessen 
Anwesenheit in Medina, nach Ohnmachtsanfällen die er öfter in Gesellschaft 
bekam. Jener sagte, er werde ohnmächtig, so bald er in Gesellschaft an 
den Fluch Xubaibs denke, dessen Hinrichtung er init angesehen habe; 
er stieg dadurch in Omar's Gunst. 'Ürva hörte von Naufal b. Mu'avija 
alDuilij, er habe sich bei dem Fluche Xubaibs platt auf die Erde ge- 
worfen, einen ganzen Monat hinterher sei in Mekka von nichts Anderem 
die Rede gewesen. 

Xubaib ward dann an den Pfahl gebunden, mit dem Gesicht nach 
Medina, von der Qibla abgewendet. Eine letzte Aufforderung sich vom 
Islam los zu sagen, lehnte er entschieden ab; auf die Frage ob er wünsche, 
dass Muhammed an seiner Stelle und er selber zu Hause sei, antwortete er, 
er wünsche nicht einmal dass M. seinetwegen von einem Dorn gestochen 
werde. Darauf trug er noch Gott selber einen letzten Gruss an M. auf, 
den nach üsäma b. Zaid der Engel Gabriel ausrichtete. Die Mekkaner 
aber riefen die anwesenden Söhne ihrer bei Badr gefallenen Landsleute 
und gaben ihnen Lanzen in die Hand, um den Tod ihrer Väter zu rächen. 
Sie stiessen aber nicht kräftig, es gelang ihm währenddem sich nach 
der Qibla herumzudrehen. — Diejenigen, die zur Hinrichtung Xubaib's 
gedrängt hatten, waren 'Ikrima und Sa'id b. 'Abdallah b. Qais und alAxnas 
und 'übaida b. Xakim alSulamij. — 'üqba b. alXarith b. 'Amir, für den 
Xubaib eigentlich angekauft war, damit er ihn zur Rache für seinen 



160 AlRagi' A. 4. 

Vater töte, pflegte zu erzählen: ich war damals noch ein kleiner Bjiabe, 
84a aber Abu Maisara b. 'Auf b. alSabbäq, der 'Abdarit, gab mir einen Speer 
in die Hand, fasste dann meine Hand und führte damit ein paar Stösse, 
dann lief er fort. Da schrieen sie : o Abu Sarü*a, er hat ihn schlecht ge- 
troffen! T)arauf versetzte ihm Abu Sarü'a einen Stich, der ihm durch 
den Rücken ging; trotzdem setzte er noch eine Weile das Tauxid fort. — 
AlAxnas pflegte zu sagen: hätte er den Gedanken an M. irgendwann 
fahren lassen, so hätte er es in dieser Lage gethan; aber nie hat ein 
Kind so an Vater und Mutter gehangen, wie M.'s Genossen an ihm. " 

Zaid b. alDathana wurde bei Cafvän gefangen gehalten, betete in 
seinen Fesseln des Nachts und fastete bei Tage. Die Speisen, die man 
ihm brachte, ass er nicht, Weil er kein Opferfleisch anrühren wollte*)« 
Darauf Hess ihm Cafvan, der ihn freundlich behandelte, einen Kübel voll 
Milch bringen, wenn er das Fasten brach, davon trank er bis er gemartert 
wurde ^). Als er zusammen mit Xubaib herausgeführt wurde, umarmten 
sie sich noch und ermahnten sich zum Ausharren, ehe sie sich trennten. 
Mit Zaid's Hinrichtung war Nuseäs beauftragt, der Knecht Cafvan's; sie 
fand ebenfalls in alTan*im statt, unter denselben Umständen. 

Auf Xubaib's Geschick beziehen sich folgende Verse Xassan's : „hätte 
doch Xubaib dem Sicherheitsversprechen nicht getraut, hätte er doch die 
Leute besser gekannt! verkauft haben ihn Zuhair b. alAgharr und Gämi', 
beide längst geübt im Begehen von Freveln. Ihr habt ihnen Schutz ge- 
währt und sie darnach verraten, ihr seid zu Räubern 3) geworden bei al- 
Ragi*.'' In einem anderen Gedichte sagt Xassan: wäre 'Adij b. Mue'im, 
der Schwestersohn des Anas b. Ijäc alRi'lij zu Hause gewesen, so hätte 
Xubaib nichts zu befürchten gehabt *). — BH. 638 ff. 

24. 
Banu INacir, A. 4 im Rabi*I. 

Muxammad b. 'Abdallah und 'Abdallah b. Ga'far und Muxammad b. 
84 b Calix und Muxammad b. Jaxja b. Sahl und Ihn Abi Xabiba und Ma'mar 
b. Rashid und Andere: um das ßlutgeld für die beiden von 'Amr b. 
Umajja getöteten 'Amiriten zusammenzubringen, wollte M. auch die jüdi- 
schen Banu INacir zu Beiträgen auffordern, welche mit den 'Amir ver- 
bündet waren. Er ging am Sabbath mit einigen Begleitern zu ihnen 

Es scheint darnach alles Fleisch eCScoXdOuTov gewesen zu sein. 
^) Ich vermute mathluhumä 352,20. min alqäbila = postridie. 

3) ^j4^ ^t (^ {j£>yMAl\ 2ÜO^JiJt Gauh. Nach Xassan war es also 

Treubruch, dass die Hudhaliten sie nach Mekka verkauften; vgl. Anm. 1 
auf S. 158. 
*) s. das Schoiion zu BH. 644,20. 



AlNacir A. 4. 161 

heraas, traf sie, nachdem er unterwegs in der Moschee von Quha gehetet 
hatte, in ihrer Versammlung und trug ihnen sein Anliegen vor. Sie gaben 
ihm gute Worte und forderten ihn auf, es sich einstweilen bequem zu 
machen, bis sie ihm etwas vorsetzten. Als sie aber unter sich waren, 
um sich zu bereden, gab Xujaij b. Axeab den Rat, dem an eine Haus- 
mauer gelehnten Propheten ein Paar Steine vom DacTie auf den Kopf zu 
werfen: mit seiner Person stehe und falle der Islam. Saläm b. Mishkam 
sprach zwar dagegen, aber schon hatte 'Amr b. Gixäsh einen Stein bereit, 
als M., in Folge einer Offenbarung, sich plötzlich entfernte. Vergeblich 
warteten seine Gefährten auf ihn, bis sie endlich auch weggingen. Xujaij 
druckte ihnen sein Bedauern über M.'s eiligen Abschied aus, man habe 
ihm seine Bitte gewähren und ihn bewirten wollen. Auf den Juden Ki- 
näna b. Curijä aber machte der Vorgang solchen Eindruck, dass er sagte, 
M. erweise sich nach allen Anzeichen als der letzte Prophet, von dem 
man bisher gehofft habe, er solle aus den Söhnen Aharon's hervorgehen. 
Wenn er selber trotzdem nicht zum Islam übertrete, so sei das Rucksicht 
auf seine Tochter alSha*thä (die, auf welche Xassan Verse machte), welche 
nicht wegen seines Uebertrittes gescholten werden solle. Er sei gewiss, 
dass M. nun nicht anders als an der Spitze eines Heeres wiederkomme 
und dass die Sache für die Nacir ein schlimmes Ende nehme. Zuletzt 
beschwur er sie, wenn sie nun einmal den Islam nicht annehmen wollten, 
dann wenigstens mit ihrer Habe auszuwandern, falls M. sie dazu auffordere. 85 a 
Das sagten sie ihm- denn auch zu, insonderheit Xujaij ^). 

Als die Begleiter M.'s zu ihm zurückkamen nach Medina, erzählte er 
ihnen, er habe^on Gott erfahren, dass die Juden ihn verräterisch hätten 
toten wollen. D^n sandte er alsbald den Ausiten Muxammad b. Maslama 
an die Nacir mit der Aufforderung, auszuwandern. Als dieser hinkam, 
erinnerte er die Juden zunächst an ein Gespräch, welches er bei einem 
früheren Besuch einmal mit ihnen gehabt hatte. „Ihr erbotet euch mir 
etwas zu essen zu geben, und auch, mich ins Judentum aufzunehmen. Als 
ich das letztere ablehnte, sagtet ihr: dich hält nur das von unserer Re- 
ligion ab, däss es die Religion der Juden ist; du scheinst das Hanifentum 
vorzuziehen, von dem du gehört hast. Abu *Aroir freilich ist bereits da- 
mit unzufrieden und hat davon abgelassen; aber es kommt der wahre 
Meister des Hanifentums (cäxibuhä 358,8), der heiter blickende, der 
Kämpfer, mit geröteten Augen. Er iLommt vom Süden, reitend auf einem 
Kamele, er trägt ein schlechtes Gewand und begnügt sich mit Brocken, 

') fidänä laka 354,21 weicht von der üblichen Redeweise ab, scheint aber 
doch zulässig. Lies nughaddlhi 355,20 (358,3 = Frühstück geben); und 
vainna fi kutubina 356,3. Wie es scheint, bedeutet ^aqqaba (ta^aqqaba) 
kalämahu 356,18 er hatte Widerworte gegen ihn. 

Väkidi, Mahammed. 11 



162 AlNacir A. 4. 

er hat das Schwert an der Schulter hängen, Wunder aber thut er nicht. 
Der wird Entscheid sprechen, als sei er von eurer eigenen edelsten Wurzel; 
und es wird Raub und Blutvergiessen und Verstümmelung in eurer Stadt 
sein^).^ Die Juden gaben zu, ihm das gesagt zu haben, leugneten aber, 
dass die Beschreibung auf M. passe. Darauf entledigte sich Muxammad 
b. Maslama seines Auftrags; zu ihrem sprachlosen Erstannen sagte er ihnen, 
was sie gegen den Propheten im Schilde geführt hätten, und schloss daran 
den Befehl, binnen 10 Tagen, bei Todesstrafe, auszuwandern. Sie ant- 
worteten nur: das sagt uns ein Ausit! und machten in den nächsten Tagen 
alle Anstalt zum Abzüge'), indem sie ihre Kamele von Dhn-lGazr holten 
und andere von den Ashga^lten dazu mieteten. 

Während sie jedoch sich reisefertig machten, Hess ihnen Ihn übaij 
durch Suvaid und Dä'is sagen, sie sollten da bleiben und sich in ihren 
Burgen verteidigen, er wolle ihnen mit 2000 Mann beistehen, ihre Ver- 
bündeten von Ghaeafan würden ebenfalls Hülfe schicken, und auch die 
Quraieha würden sie nicht im Stich lassen. Es zeigte sich freilich, dass 
die Letzteren den Vertrag mit Muhammed nicht brechen wollten; doch 
Hess Ibn Ubaij nicht ab, die Naöir zu bearbeiten, bis Xujaij sich zum 
85 b Kampfe entschloss. Saläm b. Mishkam erklärte zwar dem Beschlüsse 
Xujaij's sich fügen zu wollen, um nicht das Ansehen des Oberhauptes zu 
schwächen, bot aber doch Alles auf ihn davon abzubringen. Wie könne 
man sich auf Ibn übaij verlassen, der doch die alten Bundesgenossen 
seines Stammes (der Xazrag), die Qainuqä*, verraten habe und noch weniger 
den Nadir Wort- halten werde, die immer auf Seiten der Aus gewesen 
seien, bis Muhammed zwischen den feindlichen Parteien eingetreten sei 
Ibn übaij wisse gar nicht was er wolle, weder sei er dem Judentum noch 
dem Islam noch auch der alten Religion seines Volkes ergeben. Aber 
Xujaij Hess sich dadurch nicht irre machen. Es trat auch noch ein an- 
derer Jude gegen ihn auf, Saruk b. Abi IXuqaiq, und sagte, er sei ein 
Unglücksmensch, der die Na6ir ins Verderben stürze. Dieser Saruk galt 
jedoch für nicht recht klug und wurde von seinem Bruder durch Schläge 
zum Schweigen -gebracht. 

Die Schilderung enthält Züge aus Gen. 49. Zach. 9 u. a. Ich vermute 
vashigatukum 358,10; vgl. Imnialq. 5,4 und dazu in einem Gedicht 

bei alBuiturij S. 128: ^J^\ qjC^ ^\ ^fU cOJoi», nebst der ge- 
nealogischen Nutzanwendung bei Abulfida I 14,6. 

^) aghaddhü 358,20. Nach 359,19 ff. sollten die Naöir, welche die reichsten 
und darum (sowie als Aharoniden) die angesehensten Juden waren, nicht 
bloss ihre bewegliche Habe, sondern auch ihre Palmen behalten und alle 
Jahr kommen dürfen, um die Datteln zu ernten. Vgl. S. 164 Anm. 2. 



AlNacir A. 4. 163 

Darauf schickte Xujaij seinen Bruder Gudalj mit der Absage an den 
Propheten, und mit der Bitte um schleunige Hülfe an Ibn Ubaij. Jener 86a 
stimmte sogleich ein freudiges Takblr an und Hess die Muslime zum - 
Kampfe aufrufen; dieser aber sah ruhig zu, dass sein Sohn ^Abdallah sich 
röstete um mit M: auszuziehen. Gudaij erkannte, dass yon ihm nichts zu 
hoffen sei, und meldete das den Juden zurück. Während Ibn ümm 
Maktum als stellvertretender Imam zurückblieb, rückte M. noch selbigen 
Tages aus und betete schon das Nachmittagsgebet im Gebiete der Nacir. 
Diese 'standen auf ihren Mauern, schössen mit Pfeilen und warfen mit 
Steinen, bis es dunkel wurde, so dass die Muslime sich entfernt hielten. 
Nach dem Nachtgebet ging M. mit zehn Begleitern noch einmal zurück und 
brachte die Nacht zu Hause zu, war aber schon beim Frühgebet wieder 
im Gebiet der Banu iaema. Dort wurde ihm ein ledernes Zelt — welches 
Sa*d b. Ubada ihm verehrt hatte, wie Jaxjä b. 'AbdaPaziz berichtet — auf- 
geschlagen, zuerst da wo jetzt die kleine Moschee ist, dann aber weiter zu- 
rück, wo jetzt die Moschee von alFaclx ist, weil das Zelt an der ersteren 
Stelle von einem Pfeil des jüdischen Schützen') 'Azük erreicht war. 

Die Juden sahen sichi von Ibn Ubaij im Stich gelassen (Sur. 59,11. 
12. 16), Saläm b. Mishkam und .Kinäna b. Curija behielten Recht und 
Xujaij war verzweifelt'). Inzwischen ward die Belagerung Tag und Nacht 
fortgesetzt, Sa'd b. 'übada versorgte das Heer mit Datteln. Eines Abends 
vermisste man Ali, beim Nachtgebet aber erschien er und warf den Kopf 
'Azük's dÄm Propheten vor die Füsse. Er erzählte, er habe dem Juden 
aufgelauert und ihn getötet, als er Abends mit einigen Anderen zu einem 
Ueberfall der Musüme ausgezogen sei; die Anderen seien noch immer in 
der Nä}ie und zti ereilen. Er wurde darauf mit zehn Mann hinter ihnen 
hergeschickt und kehrte in kurzem mit den Köpfen der Juden zurück, 
welche M. in einen Brunnen der Banu j^aema werfen Hess. 

Hernach bUeben die Juden in ihren Mauern, M. aber legte nun Hand 
an ihre Palmen. Abu Laila alMäzinij hieb die 'Agva ab, weil sie das am 86 b 
meisten schmerzte, 'Abdallah b. Saläm aber die Lün, weil er -wusste, 
dass Gott die Palmen dem Propheten bescheren würde und darum die 
besseren schonen woUte. Darauf bezieht sich Sur. 59, 5 '). M. that den 

i) Luot^ yMji\ ^\S Jud. 3,15. 20,16. Wozu die Linkshändigkeit dem 
Schützen dient, habe ich nicht ermitteln können. 

») LuJLft y^y^ JmäJU ^ fol. 115b. 118a. 

•) In der Erklärung dieses Verses fol. 88a wird hinzugefugt: Die Juden 
sagten: als Muslime durftet ihr die Palmen nicht umhauen. Darüber ent- 
stand ein Streit unter den Muslimen, welcher den Anlass zu Sur. 59,5 gab. 

11* 



164 AlNacir A. 4. 

Aasspruch : 'Agva und 'Atiq *) stammen aus dem Paradies und *Agva hilft 
gegen Gift. Als die jüdischen Weiber sahen wie die Palmen verwüstet 
wurden, fingen sie an zu zetern, sich die Backen zu zerschlagen und die 
Kleider zu zerreissen. Abu Rafi* (Saläm b. Abi IXuqaiq) verwies sie auf 
ihre Palmen zu Xaibar, die ihnen ja doch verblieben, aber eine alte Frau 
meinte, mit denen würde es wohl auch nicht anders gehen, worüber er 
in grossen Zorn gerieth. Auf Anregung Saläm's b. Mishkam bot Xujaij 
nun dem Propheten an auf seine früheren Bedingungen einzugehen ; aber 
jetzt gewährte dieser nur noch freien Abzug mit der Ehrenden Habe^), 
jedoch ohne die Waffen. Einen oder zwei Tage zögerte Xujaij das an- 
zunehmen, in dieser Frist gingen Benjamin b. 'ümair und Abu Sa*d b. 
Vahb nachts zu den Muslimen über. 

Von M. veranlasst Hess Benjamin, nach der Auswanderung der Nacir, 
seinen Schwager 'Amr b. Gixäsh durch einen um 10 Dinar (oder 5 Last 
Datteln) gedungenen Qaisiten ermorden. Der Prophet freute sich über 
den Tod des Mannes, der ihn verräterisch mit einem Steinwurf hatte 
töten wollen. 

Fünfzehn Tage nach dem Anfang der Belagerung wanderten die 
Juden aus, mit Zurücklassung der Waffen; Muxammad b. Maslama be- 
aufsichtigte sie dabei. Die Forderungen, welche sie noch ausstehen 
hatten, mussten sie schleunig sicherstellen. Abu Räfi* hatte an Usaid 
b. Xucair eine Forderung von 120 Dinar in Jahresfrist, er bekam das 
geliehene Kapital heraus im Betrage von 80 Dinar. Nach Sur. 59,2 hatten 
die Juden während der Belagerung selber an der Zerstörung ihrer Häuser 
87 a mitgewirkt, jetzt luden sie Balken und Schwellen auf um sie mitzunehmen. 
Der Prophet band dem Mutterbruder seiner späteren Frau Cafijja den 
Sattel fest. Nachdem die Frauen und Kinder im Sattel waren, zogen die 
Juden ab, 600 Kamele stark; durch das Gebiet der Balxarith und die 
Gabalijja, und weiter über die Brücke und den Betplatz und den 'Markt, 
durch die Reihen der zuschauenden Mediner hindurch. M. sagte: die 
Nacir nehmen unter ihrem Volk dieselbe Stellung ein wie die Banu 
IMughira unter den Mekkanern. Manche mitleidige Aeusserungen wurden 
laut, so von Xassän b. Thabit, von alCaxxak b. Xalifa und von dem 
Ashga*iten Nu'aim b. Mas'üd. Den Ausiten Abu 'Abs b. alXair, welcher 
ihm riet, sich den Auswanderern anzuschliessen um mit ihnen zur Hölle 
zu fahren, erinnerte Nu'aim an die Hülfe, welche die Na6ir ihnen gegen 

^) 'Atiq sind nach der Glosse die männlichen Palmen, aber das ist unrichtig 
CAntara 5,3); die Glosse erklärt auch die *Adhq, welche im Texte ganz 
allgemein gebraucht werden, irrig für eine noch bessere Sorte als die *Agya. 
üeber den Unterschied von 'Agva und Lun s. fol. 92 b. 99 a. 

^ nicht mehr den Niessbrauch ihrer Palmen 359,19 (S. 162 Anm. 2.) 



AlNadir A. 4. 165 

die Xazragiten geleistet hätten; jener aber sagte: der Islam habe die 
alten Verhältnisse zerrissen. Die Juden zogen unter Paukenschlag und 
Saitenspiel aus, ihre Weiber hatten sich in ihren besten Staat geworfen. 
Xijär b. Caxr sagte, so etwas habe er nie gesehen bei Leuten, die in 
die Verbannung wanderten. Abu Rafi* hob eine Kamelhaut empor und 
sagte: dergleichen^) haben wir bereit für Hohe und Niederung der Erde, 
und wenn wir unsere Palmen hier verlassen, so kommen wir zu unseren 
Palmen in Xaibar. 

Abu Bakr b. Abi Sabra von Rasig b. Abdalraxman b. Abi Sa^d 
alXudrij von s. Vater von s. Grossvater: einige von den Weibern waren 
so schön (sie zeigten ihre Gesichter unverhüllt) und so herrlich geschmückt, 
dass ich ihresgleichen vielleicht nie wieder gesehen habe , z. B. alShaqrä 
bint Einäna und alRuvä* bint ümair, die Frau des 'Amr b. Gixäsh. Die 
Heuchler in Medina waren sehr niedergeschlagen (Sur. 59,13); ich traf 
Zaid b. Rifa*a b. alTäbüt im Quartier der Banu Ghanm im Gespräch mit 
H)n übaij und hörte ihn sagen, er komme sich ganz fremd in Medina 
vor seit d^j* Austreibung der Nacir. 

Unter den Weibern der Juden war damals auch die schöne Salmä, 
einst die Frau des 'Absiten 'ürva b. alVard. Sie war eine Ghifaritin, 
'ürva hatte sie gefangen genommen, mehrere Kinder mit ihr gezeugt und 
sie sehr lieb gewonnen. Da die Kinder aber „Kinder der Gefangenen** 
gescholten wurden, so bat ihn Salma, sie zu ihren Verwandten zurück- 
zulassen, damit diese sie ihm dann zur ebenbürtigen Frau wiedergäben; 
was er auch zusagte. Als er nun einmal bei den Banu Nacir abge- 
stiegen war'), liess die Frau ihren Verwandten sagen, sie möchten mit 
Wein kommen und ihn betrunken machen : dann thue er alles, was man 
haben wolle. Das thaten sie denn auch und bekamen Salma zurück, 87b 
gaben sie ihm dann aber zur Ehe wieder. — Nach anderer Version kam 
er mit ihr zu den Nacir, und in der Trunkenheit verpfändete er sie für 
noch mehr Wein und verlor sie auf diese Weise. Darauf beziehen sich 
einige von H)n Abi IZinäd überlieferte Verse Urva's*), worin er sagt: 

') nämlich edle Metalle und Perlen und Steine, die in die Haut eingenäht 

waren. Vgl. fol. 152 b. 153 a. 
*) Dies ist offenbar nicht die eigentliche Fortsetzung, sondern eine etwas 

andere Version. 

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-xftS 0^ id^vXi Lo QÄ.«J (<*^ p!v>3 Jsju vi;^-Mj [^1^3 



166 AlNacir A. 4. 

^wäre ich so klag gewesen wie heaie, so hätte ich ihnen Salma nicht 
gegeben, sie hätten anstellen können was sie wollten.^ 

Abn Bakr b. 'Abdallah von Misrar b. Rißi'a: die Beate, die anter 
Aufsicht Moxammad's b. Maslama den Jaden abgenommen wurde, bestand 
aasser dem Landbesitz aas 50 Panzern, 50 Helmen, and 340 Schwertern. 
M. nahm das. Ganze för sich in Ansprach, aaf Grond von Sar. 59,7. 
Omar sagte, M. habe drei Sonderanteile (ca&jä) bekommen, die Nacir für 
(kriegerische) Eventaalitäten , Fadak far Reisende and Fremde, Xaibar 
verteilte er za zwei Dritteln anter die Emigranten, von dem Ertrag des 
letzten Drittels bestritt er den Unterhalt seiner Familie, and wenn etwas 
übrig war, bekamen es die Armen unter den Emigranten. 

Musa b. Tmar alXarithij von Abu TIfair: unter den Palmen der 
Nacir wurde Korn gebaut, davon bekam M. alle Jahr die Datteln und die 
Gerste für seine Frauen und für die 'Abdalmueealib. Vom Ueberschuss 
kaufte er Waffen und Pferde; von den Waffen war noch zur Zeit Omars 
ein Vorrat vorhanden. Es waren sieben Palmgärten >), sie standen unter 
der Aufsicht von M.'s Freigelassenem Abu Räfi% der ihm oft frühreife 
Datteln daraus brachte. Aus dem Ertrage dieser Ländereien und der 
(ihm vermachten) des Muiairiq flössen die Almosen IL's. 

Als M. von Quba nach Medina übergesiedelt war, hatten die Mediner 
um die Emigranten gelost, weil jeder gern einen aufnehmen wollte. 
(Ma'mar von alZuhrij von Xariga b. Zaid von Umm al'Alä: uns ward 
Tthman b. Maeh'un durchs Los zu teil, er blieb bei uns bis er starb). 
83 a Nach der Austreibung der Nacir versammelte M. die Aus und die Xazrag, 
und nachdem er ihnen für ihre Gastlichkeit gedankt hatte, stellte er ihnen 

• 

die Wahl, ob die Ländereien der Nacir unter sie und die Emigranten 
gleichmässig verteilt werden und die letzteren dann in der bisherigen 
Weise bei ihnen wohnen bleiben sollten, oder ob sie es vorzogen, dass 
die Emigranten die Pflanzungen allein bekämen und dann von ihnen aus- 
zogen. Darauf erwiderten Sa'd b. *Ubäda und Sa'd b. Mu^ädh, die Emi- 
granten sollten das Land allein haben, aber doch bei ihnen wohnen 
bleiben; und die ganze Versammlung stimmte diesem Vorschlage bei. 
So geschah es denn auch (Sur. 59,9); nur zwei arme Mediner Sahl b. 
Xunaif und Abu Dugana (b. Xarasha) bekamen etwas von dem Juden- 

Vgl. I, 10 — 14 in Noldeke's Ausgabe, und zum Sinn der zweiten Hälfte 
des letzten Verses Jaqut IV 1019,14. 15; den Mythus von dem wunder- 
samen *l6äh aUasta'ür kennen die arab. Philologen selber nicht mehr. 

^1 iuyÄ^3 kJ]^% 'xij^ ^ji^^ vJ^Jüt^ äasLaJI^ vJlcJI 

AJ^^t, letzteres der Aufenthalt der koptischen Skltfvin Umm Ibrahim. 




Badr alMauUd A. 4. 167 

lande ^), und Sa'd b. Mu*ädh erhielt das berühmte Schwert des Ibn Abi 
IXnqaiq. 

Erklärung von Sur. 59. Nach v. 7 teilen sich fünf Parteien in die 8« b 
Gebühr Gottes oder den Fünften, darunter die Bann Hashim/ Omar ver- 
stand sich nur dazu, ihre ledigen Frauen und Mädchen (auszustatten und) 
zu verheiraten, ihre Bedürftigen mit Dienerschaft zu versehen, und für 
ihre Schuldner die Schulden zu bezahlen; sie machten aber Anspruch 
auf volle Auszahlung des fünften Teils vom Fünften. Nach Muc'ab b. 
Thabit von Jazid b. Ruman von 'ürva hielten es Abubekr und Ali ebenso 
wie Omar. — V. 14 bezieht sich .auf die Nacir und die Heuchler, v. 15 
auf die Qainuqa', v. 16 auf Ibn übaij, welcher die Nacir ins Unglück 89 a 
lockte und dann darin sitzen Hess, sowie es der Satan mit dem Menschen 
zu machen^ pflegt. — BH. 652 — 656. . 

25. 
Badr alMau'id, A. 4 am lDhu-lQa*da. 

Stellvertretender Imam war Ibn Raväxa, nach 16tägiger Abwesenheit 
kehrte M: zurück. 

Alöaxxak b. 'Uthman, und Muxammad b. 'Amr alAncärij, und Musa 
b. Muxammad b. Ibrahim b. alXarith, und Ma^mar b. Rashid, und Abu 
Ma'shar, und 'Abdallah b. Ga'far, und Muxammad b. 'Abdallah b. Muslim, 
und 'Abdalxamid b. Ga'far, und Ibn Abi Xabiba, und Muxammad b. Jaxja 
b. Sahl und Andere: noch auf dem Schlachtfelde von üxud hatte Abu 
SuQän gesagt: wir wollen uns übers Jahr in Badr alCafrä treffen um dort 
zu kämpfen, und M.* hatte die Ausforderung durch Omar angenommen. 
Naeh anderen Angaben hat Abu Sufjän nicht übers Jahr, sondern 
über zwei Monate gesagt, aber das ist nicht so glaubwürdig^). In 
Badr war ein Markt, der am 1 Dhu-lQa'da anging und acht Tage dauerte. 

') Ihre Besitzung hiess ä.ÄjJ> ^I vjLo, die Abubekr's j:^ yj, Omar*s 
»jZ>' jja^ 'Abdalraxman^s äJI^-m* oder ajJLm jL^, die Cuhaib's iLbtjAiaJt, 
die des Abu Salama und alZubair SCJLj4jJ1. 

*) O^t {juSj |J^^ lind Qjy^ lAxj. Nach Vakidi war die Schlacht bei 
üxud im Shavval 3, Badr alMau'id im Dhü-lQa'da 4. Andere scheinen 
den letzteren Zug schon ins Jahr 3 zu setzen; wie sie dann zwischen 
Shavyal und Dhü-lQa*da — über diese Termine konnte schwerlich ge- 
schwankt werden — zwei Monate herausbringen, ist unklar; man müsste 
ba'da shahrin erwarten. Der Name Badr alCafra für Badr alMau'id 
scheint bloss daher zu rühren, dass Abu Sufjan 'den Ort in seiner Heraus- 
forderung nun einmal so bezeichnet hatte; es ist kein anderer als der, 
den die Mediner meist einfach Badr nannten. 



168 Badr alMau id A. 4. 

Als Dan der Termin herankam, hatte Abu Sn^an keine Lost zu kämpfen, 
wollte aber nicht gern selber feige scheinen, sondern yersachte die Mus- 
lime durch falsche Nachrichten über seine gewaltigen Rästungen bange 
zu machen, damit sie zu Hause blieben und die Verabredung nicht hielten. 
Nu'aim b. Mas'ud alAshga'ij verbreitete in Mekka, dass die Mediner 
alle Vorbereitungen für den verabredeten Kampf trafen ; ihre Stadt gleiche 
einem Ameisenhaufen '). Abu SuQan sagte ihm, sie hätten keine Lust in 

89 b diesem dürren unfruchtbaren Jahre auszuziehen, es sei ihnen aber lieber, 

dass es durch M/s Schuld nicht zum Kampfe komme; wenn er also die 
Muslime veranlasse zu Hause zu bleiben, so solle er dafür 20 Kamele 
haben, die sie bei seinem Freunde Suhail b. 'Amr für ihn einstellen 
wollten. Nu'aim ging darauf ein, schor sein Haar als hätte er die Wall- 
fahrt gemacht, und ritt eilig nach Medina zurück. Dort machte er die 
übertriebensten Angaben über die Mekkaner — „und denen, sagte er, 
wollt ihr zum Kampf an einem beliebigen Orte entgegenziehen, noch dazu 
an einem Markte, wo alle Welt zusammenkommt und zusieht !^ Den Mus- 
limen wurde angst und bange, zur Freude der Heuchler und der Juden. 
Schon fürchtete M., dass niemand mit ihm ausziehen werde; aber Omar 
und Abubekr trösteten und stärkten ihn, so dass er den Entschluss aus- 
sprach, unter allen Umständen auszurücken, wenn auch niemand ihn be- 
gleite. Als er das gesagt hatte, offiiete Gott auch den Muslimen die 
Augen über die Verblendung des Satans, und sie zogen aus nach Badr, 
allerlei Waaren auf den Markt mitnehmend. 

Jazid b. !&ucaifa: Othman erzählte, sie seien alle voll Furcht ge- 
wesen und haben nicht ausziehen wollen , bis Gotf die Aengstigung des 
Satans von ihnen genommen habe; er habe Waaren mitgenommen nach 
Badr und 100 Procent am Verkauf gewonnen. 

M. langte am 1 Dhu-lQa'da in Badr an und blieb dort während der 
acht Tage des Markts, mit 1500 Mann und 10 Pferden. Ausser M. hatten 
Pferde Abubekr, Omar, Abu Qatäda, Sa'id b. Zaid, alMiqdäd (dessen 

90 a Stute hiess Sabxa), alXubäb, alZubair, 'Abbäd b. Bishr. Die Hauptfahne 

trug Ali. — Auch die Mekkaner, unter Abu Sufjan, zogen aus, mit 
2000 Mann und 50 Pferden. Sie hatten aber die Absicht bald wieder um- 
zukehren; sie hofften sagen zu können, die Nachricht von M.'s Ausbleiben 
habe sie zur Umkehr bewogen, sonst wollten sie sagen, die Dürre passe 
ihnen nicht, sie wollten fruchtbarere Zeit abwarten. Schon in Maganna 
machte Abu SuQan mit ihnen Kehrt; die Mekkaner nannten diesen Zug 
Gaish alSaviq, weil man weiter nichts gethan habe als Saviq essen. 

Maishij b. 'Amr, der Häuptling der öamra, mit dem M. auf dem 



Badr alMau'id A' 4. 169 

Zuge von Vaddän (No. 4) einen Freundschaftsvertrag geschlossen hatte, 
sprach ihm jetzt seine Verwunderung darüber aus, dass die Muslime, von 
denen er geglaubt habe, es sei (nach der Schlacht von Uxud) aus mit 
ihnen, so zahlreich und stattlich erschienen und die Matadore des Marktes 
seien. In der Absicht, dass es nach Mekka weiter gesagt werden sollte, 
erwiderte M., sie seien allerdings eigentlich hergekommen um mit den 
Mekkanem zu kämpfen, indessen seien sie nicht abgeneigt es auch mit 
den Öamriten zu versuchen, wenn Maishij in die Lösung des Vertrags 
willige — wozu dieser jedoch gar keine Lust hatte ^). Der ^uza'it Ma'bad, 
der auch auf den Markt gekommen war, meldete dies stolze Auftreten 
M.'s und der Muslime zu Badr eiligst den Qurashiten. Die verdross es 
nicht wenig; Cafvän b. ümajja liess seinen Aerger gegen Abu Sufjan 
aus. Sie entwickelten nun den grÖssten Eifer zur Niederkämpfung des 
Islam, warben unter den Arabern und brachten eine Menge Geld zu- 
sammen. Jeder Mekkaner sollte mit ins Feld ziehen, wenn er nicht 
statt dessen Geld gäbe; weniger aber als eine Unze (40 Dirham) ward 
nicht angenommen. 

Auf diesen Zug nach Badr beziehen sich die Verse Sur. 3, 166. 167 
und einige Lieder des Xuza*iten Ma'bad^), und der Mediner Ka'b b. Malik*) 9ob 



') Dieses Schaukämpfen vor versammeltem Marktvolk, wobei es nicht so sehr 
darauf ankommt, dass die Gegner auch Feinde sind, entspricht zwar ganz 
der grossen Wertlegung der Araber auf das, was die Leute sagen, . ist 
aber doch etwas ungewöhnliches, üeblich ist die Ausfechtung eines Ehren- 
kampfes auf dem Markte in der Weise, dass die Marktbesucher von jeder 
der beiden Parteien traktiert werden, wobei dann die Partei gewinnt, deren 
Mittel am weitesten reichen, und diejenige verliert, der die Mittel am ehesten 
ausgehen. Vgl. den Bericht über einen solchen Wettstreit (p,uf dem Markt 
von Hira) Agh. XVI 99,23 ff. Ein übers Jahr verabredeter Kampf findet 
sich ibid. XIX 76,19. 

') Nach anderen war Xumäm der Dichter. Die Verse stehen in anderer 
Ordnung wie bei BH. 666, nämlich 3. 4. 5. 1. 2. ,Sie (die Kamelin) stürzte 
los im Interesse der angestammten väterlichen Religion, sie hatte sich 
(zuerst) das Wasser von Qudaid zum Ziel gesetzt, wo ich eintreffen sollte, 
dann das Wasser von Cagnän am folgenden Morgen, indem sie forteilte 
von den beiden Parteien M.'s (Mediner und Emigranten) und von den 
rosinengleichen Datteln Jathrib's." Er lobt seinen eiligen Botenritt. 

3) So nach den Alten der Familie Ka*b's und nach allen Autoritäten Vakidi's; 
auch nach Ihn Hisham. Dagegen nennt Ihn Isxaq als Vf. 'Abdallah b. 

Raväxa. Vgl. BH. 666f.; in v. 4 b liest V. ^j^^^'; auch zu 6 a findet 

. sich eine Variante, die aber den Sinn nicht ändert. 



170 Abu Räfi' A. 4. 

und Xassan *). Letzterem antwortete von Seiten der Qurashiten Abu 
Sufjan b. Xarith «). — BH. 666—668. 

26. 
Ermordung des Juden Abu Räfi*, A. 4 im Dhu-lXigga. 

Auszug aus Medina Montag früh am 4. d. M., Ruckkehr nach 10 Tagen. 

Abu Ajjub von s. Vater alNu'man von 'Aeijja von s. Vater 'Abdallah 
b. Unais: M. sandte unser fünf nach Xaibar, ausser mir noch 'Abdallah 
b. 'Atlq und Abu Qatäda und alAsvad b. Xuzä'ij und Mas'ud b. Sinän. 
Als wir dort waren, verständigte 'Abdallah b. 'Atiq seine Sängmutter, 
eine Jüdin in Xaibar, von unserer Ankunft, sie brachte uns gepresste 
Datteln und Brot heraus und fand sich bereit, uns abends bei sich auf- 
zunehmen, damit wir dann in der Nacht unseren Anschlag ausfuhren 
könnten '). Als Alles schlief, machten wir uns auf; unterwegs schlössen 
wir alle Thüren der Häuser, an denen wir vorbei kamen — die Juden 
Hessen sie nämlich offen, damit ein nächtlicher Gast, wenn etwa die 
Wirtsleute draussen im*Hofe schliefen, doch hineinkommen könne. Beim 
Schlosse Abu Rafi's (Saläm b. Abi IXuqaiq) angelangt, gingen wir eine 
Stiege*) hinauf und riefen um Einlass. 'Abdallah b. 'Atiq, der jüdisch 
91* zu kaudern verstand, war voran und sagte der Frau des Juden, er bringe 
ein Geschenk für Abu Rafi' , worauf diese ihm öffnete. Als sie uns aber 
hereindrängen sah und die Waffen in unserer Hand, wollte sie schreien; 
doch ich bedrohte sie mit dem Schwerte, und zwang sie zu sagen, wo 
Abu Rafi' sei. Darauf machten wir uns über den schlafenden Greis her, 
dessen Haar und Bart so weiss aussahen als läge ein Stück ägyptischer 

BH. 667. Bei V. ist die Anordnung der Verse folgende: 4. 5. 6. 3. 1. 2. 7. 8; 
es fehlt y. 9, der erst von Ibn Hisham zugesetzt ist. Die Lesarten stimmen 
öfters mit der Hs. T bei Wüstenfeld überein, z. B. v. 3a. 7b. In y. 2b 

w w 

liest V. («j^^UJb t^cXjt / j^- jLoit^ ; in v. 8 beide Verba in der 1. Plur. 

Actiyi und if>^^^ für x3^, offenbar besser. 

^ Dessen Verse sind ausgelassen; sie stehen bei BH. 667. 668.* Dort ist 

668,1 NAfiAfli zu lesen: „und was passend war für einen Zeltpflock in 
dem lockeren Acker^. 

») l^JU/Lj J^jit oW töLs u«LÜt j^ 3, ^ J^ I^Aiol 



*) SjAoÄ lXJLc xL^\£. Die Stiege scheint aussen am Schlosse angebracht zu 
sein und zum oberen Stock zu fahren. — Vgl. Baladh. 52,14. 



Abu Rafi' A. 4. 171 

Leinwand da 0, konnten aber wegen der niedrigen Decke mit den Schwer- 
tern nicht recht ausholen. ' Endlich setzte ich ihm mein Schwert auf den 
Leih und stützte mich darauf, bis es durchgedrungen war — ich war 
zwar nachtblind 2), sah aher seinen Kopf leuchten wie den Mond. Nach- 
dem wir ihn den Garaus gemacht hatten und schon wieder unten waren, 
hatte Abu Qatada seinen Bogen liegen lassen und kehrte trotz unserer 
Gegenrede noch einmal um ihn zu holen. Beim Herahkommen aber brach 
er den Fuss, so dass wir ihn abwechselnd tragen mussten. 

Inzwischen hatte die Frau, die wir wegen des Verbotes des Pro- 
pheten, Frauen zu töten, hatten laufen lassen, angefangen Lärm zu schlagen ; 
doch die Juden mühten sich lange vergeblich ab, aus den Häusern zu 
kommen, weil wir die Thüren verschlossen hatten. Wir hatten Zeit ge- 
fanden uns in einem Stollen') zu versteck*en, als endlich alXarith (Abu 
Zainab) an der Spitze von 3000 Mann mit Fackeln sich hinter uns her 
machte. Wir hörten sie über uns gehen, sie fanden uns aber nicht. 
Nach einer Weile kehrten sie zu der Frau zurück und fragten sie, ob 
sie keinen der Mörder kenne; sie sagte, der eine habe gesprochen wie 
'Abdallah b. 'Atiq; wenn er in der Gegend sei, so sei er sicher dabei 
gewesen. Darauf zogen die Juden zum zweitenmal auf die Suche. Einer 
von uns, alAsvad, mischte sich unter sie mit der Fackel in der Hand, 
und kehrte mit ihnen zurück um völlige Gewissheit über den Tod Abu 
Rafi's zu erlangen. Durch den Jammer im Hause schon überzeugt, war- 
tete er doch noch bis die Juden Anstalten zum Begräbnis machten, dar- 
auf kam er wieder zu uns in den Stollen, in dem wir noch zwei Tage 
blieben, um die Verfolgung vorüber gehen zu lassen. Dann kehrten wir 
nach Medina zurück, zum Propheten; da jeder den Juden getötet haben 
wollte, so beroch er unsere Schwerter und entschied, 'Abdallah b. Unais 
habe es gethan, da an dessen Schwert Spuren von (verdauter) Speise 
seien. 

Die Ursache, warum Abu Rafi* ermordet wurde, war, dass er die 
Ghaeafän und andere benachbarte Araber zum Kriege gegen M.. anwarb, 
gegen grosse Versprechungen. 

Ajjnb b. alNu'man von Xariga b. 'Abdallah (b. Unais) : da sie mit 

>) »Jaj3 bivan Hudh. 92^23 und Reiske Adnot. 16 zu Abulf. L Der Presto- 

w 

nianus liest xSla^, das ist vielleicht dasselbe, nämlich 6ddv7] und nicht 
Baumwolle. 
*) jtf-'Ä^&t wird hier ausdrücklich von dem (auch mir eigenen) Augenfehler 

erklärt, den wir Huhnerblindheit nennen. 
*) minhar. Das seltene Wort wird fol. 162b durch gubb (Cisterne) ersetzt. 
Vgl. lob 28,11 und ludic. 6,2. 



172 Dhat-alRiqä' A. 5. 

ihren Schwertern in einander kamen *) , losten sie wer den Juden töten 
sollte; das Los traf Ihn Unais, welcher nachthlind war. Die Anderen 
mussten ihm etwas Weisses zeigen: das sei Abu Rafi*. Während sie 
dann das Weib hinderten zu schreien, ging Ihn Unais auf ihn los; da 
er wegen der niedrigen Decke nicht ausholen konnte mit dem Schwerte, 
so setzte er es ihm auf den Leib und durchbohrte ihn — der Jude war 
»it> schwer betrunken. • 

Andere setzen dies Ereignis in den Ramacan a. 6. — BH. 981. 

27. 

Dhät-alRiqä'2), A. 5 im Muxarram. 

M. zog aus am Sonnabend den 10. Muxarram und kam nach 15 Tagen 
zurück nach Cirär am Sonntag den fünfletzten d. M. — Nach ('Äi'dh b. 
Jaxja von) Abu IXuvairith war Othman stellvertretender Imam. 

AlÖaxxäk b. Tthman von 'Ubaidallah b. Miqsam, und Hisham b. 
Sa'd von Zaid b. Aslam und 'Abdalkarim b. Abi Xafca von Gäbir, und 
'Abdalraxman b. Muxammad b. Abi Bakr von 'Abdallah b. Abi Bakr und 
Malik b. Anas und 'Abdallah b. 'Umar von Vahb b. Kaisän von Gabir, 
und Andere: ein Viehtreiber erzählte auf dem Markt der Nabatäer (Suq 
alNabe) in Medina, er komme vom Nagd, dort sammeln sich die Anmär 
und Tha'laba gegen die Muslime. Darauf hin zog M. mit 400 — and. 
700 oder 800 — Mann aus, über die Schlucht nach Vadi IShuqra, wo 
er einen Tag blieb und Streifscharen aussandte, die zwar den Feind 
nicht zu Gesicht bekamen, aber frische Spuren fanden. Anderen- Tags 
rückte er vor und kam bis ^um Lagerplatz der Araber; sie hatten ihn 
verlassen und hatten sich auf die Berge zurückgezogen, wo sie alsbald 
hoch über den Muslimen erschienen. Beide Theile fürchteten sich vor 
einander; nach Gäbir und Xavvät, die beide dabei waren, wurde bei 
dieser Gelegenheit das Furchtgebet (calät alxauf) angeordnet (fol. 133 b). 

In dem Lager hatte M. einige Weiber erbeutet. Darunter war eine 
schöne junge Frau, deren Mann schwur, sie zu befreien oder Rache zu 
nehmen. Auf dem Rückwege nun hatte sich M. eines Nachts des heftigen 
Windes wegen in eine Schlucht zurückgezogen, *Ammär b. Jäsir und 
92a 'Abbäd b. Bishr hielten Wache davor.. Während nun *Abbad, der für 
die erste Hälfte der Nacht zu wachen übernommen hatte, die Sure Kahf 
(18) betete, schoss jener Mann, der sich nahe heran geschlichen hatte, 

^) üeber den Grund der Benennung s. Vakidi bei Jaqut II 799,5 — 8: die An- 
gabe ist dort viel ausführlicher als in dem uns erhaltenen Texte der Ma- 
ghazi. 



Dhat-alRiqa* A. 5. 173 

drei Pfeile auf ihn ab und traf jedesmal , denn der Wind hatte sich ge- 
legt. *Abbad aber liess sich nicht stören ; erst als er mit der Sure fertig 
war, weckte er stark blutend seinen schlafenden Genossen; worauf sich 
der Feind entfernte. — Statt 'Abbad wird auch 'ümara b. Xazm genannt, 
aber das ist weniger glaubwürdig. 

Gabir, der dabei war, pflegte zu erzählen: es hatte damals einer 
einen jungen Vogel gefangen, die Alte aber kam an und flog ihm in die 
Hand. Die Leute wunderten sich darüber, M. al)er sagte : bei Gott, euer 
Herr liebt die Seinen noch mehr als dieser Vogel sein Junges. 

Der Prophet verrichtete auf diesem Feldzuge das Gebet auf seinem 
Kamele nach Sonnenaufgang gewandt. 

Gabir: ich hatte mich, auf dem Heimwege, unter einem Baume nieder- 
gelassen und ladete M. ein, sich mit in den Schatten zu setzen. Dann 
wollte ich ihm etwas vorsetzen, fand aber nur eine Gurke') unten im 
Sack, die noch von Medina her war. Einer von uns, der die Kamele 
auf die Weide treiben sollte, hatte sehr zerrissenes Zeug an; M. fragte 
uns, ob er kein besseres hätte, wir antworteten : o ja, er hat einen neuen 
Anzug in der Lade. Da befahl er ihm den anzulegen, und er gehorchte. 
Als er den Rücken wandte, sagte M.: es ist doch grade, als ob er seine 
Habe gar nicht besässe! möge es ihm an den Hals gehen! Jener aber 
hatte die Aeusserung gehört und fragte: von wegen (fi sabil) Gottes? M. 
bejahte die Frage, und wirklich fiel der Mann später im heiligen Kriege. 
Indessen brachte uns Ghulba b. Zaid alXarithij drei Strausseneier; die 
richtete ich an, aber Brod dazu konnte ich nicht auftreiben. Der Pro- 
phet ass sich satt davon, ohne dass es weniger ward ; darnach erquickten 
wir Anderen uns alle daran. Als wir Abends reisten, wollte mein Kamel 
nicht vorwärts. M. besprengte ihm Kopf, Rücken und Schwanz mit 
Wasser in das er gespieen hatte, dann stiess er es mehrmals mit einem 
Stecken an und endlich hieb er es damit. Darauf bestieg ich es und 92 b 
nun hielt es Schritt') mit seiner Kamelin. Während unserer Unterhaltung 
im Reiten fragte er mich, ob ich eine Frau habe, und ich bejahte die 
Frage. „Eine junge oder eine alte')?'' Eine alte. „Warum denn keine 
junge, mit der du scherzen kannst?'' Bote Gottes, mein Vater fiel bei 
üxud und hinterliess sieben Töchter, da nahm ich mir eine dem ge- 
wachsene Frau*), die sie kämmt und für sie sorgt. „Das hast du recht 

^ Luß •f\. \j^ — charakteristisch. 
*) äjläL>- hI^I = die zusammenhält. 



174 Dhat-alRiqä* A. 6. 

gemacht — wenn wir nach Cirär kommen, wollen wir ein Kamel schlachten 
und einen Tag dort bleiben; deine Frau klopft währenddem die Bett- 
kissen aus.'' Wir haben nur keine! ,,Künftig werdet ihr schon welche 
bekommen, wenn du es gescheit anfängst. ** Ich will thun, was ich kann. 
,^Verkauf mir dein Kamel, Gabir!** Ich schenke es dir, Bote Gottes. 
„Nein, verkauf mir's!'' Nun ja, mach mir ein Gebot! Darauf setzte er 
mit einem Dirham ein. und ging hinauf bis zu 40 Dirham^ dafür trat ich 
es ihm ab, er Hess es mir aber bis nach Medina. Als ich, nach dem 
Aufenthalt in Cirar, zu meiner Frau kam, teilte ich ihr M.'s Rat mit, 
dass ich es gescheit anfangen solle; sie sagte: nur zu! Am andern Morgen 
brachte ich das Kamel zum Propheten, er nahm es nicht an, liess mir 
aber den Preis durch Bilal auszahlen, der mir noch einen oder zwei 
Heller darüber gab als er .erfuhr wer ich sei. Das verhalf uns zu Wohl- 
stande, das Kamel hielten wir in Ehren, bis es hier nahe bei^) getötet 
wurde. 

Isma^il b. 'Aeijja b. 'Abdallah b. Unais von s. Vater von Gabir: auf 
dem Rückwege, in alShuqra, fragte mich M., wie es mit der von meinem 
Vater hinterlassenen Schuld stehe; ich antwortete, ich warte auf den 
Ausfall der Dattelernte 5 der Jude Abu IShaxm sei unser Gläubiger und 
habe eine Last Datteln zu fordern.. Als ich nun die Datteln gepflückt 
und je nach der Güte besonders zusammengelegt hatte*), strich der Bote 
»9a Gottes, den ich herbei holte, mit der Hand über die in einer Reihe 
liegenden Haufen; dann musste Abu IShaxm kommen und sich abmessen, 
was er zu fordern hatte. Ein einziger Haufe 'Agva genügte dafür, die 
andern Dattehi verblieben mir. Wir lebten davon ein Jahr und konnten 
noch verkaufen, während ich vorher gedacht hatte, ich könne kaum mit 
dem Erlös des Ganzen die Schuld bezahlen. — BH. 661 — 665. 

28. 
Dumat alGandal, A. 5 im Rabi' L 

M. zog ans am fünfletzten Rabi* I und kam zurück am 10 Rabi' ü ; 
stellvertretender* Imam war Sibä* b. 'ürfuea. 

Ihn Abi Sabra von 'Abdallah b. Abi Labid von Abu Salama b. 'Ab- 
dalraxman, und 'Abdalraxman b. 'AbdaFaziz von 'Abdallah b. Abi Bakr; 
und Andere: M. trachtete nach dem Besitz von Duma, -weil es zu den 

Nach BH. 664,17 in der Schlacht von alXarra A. 64. Ich hätte nicht -ge- 
dacht, dass ein Kamel so alt würde. 
2) Als allgemeiner Name für gute Sorte wird gebraucht H^j^ütit, für schlechte 

y^] C)l>^'* ^^ ^"*®^ ^^^^^ gehören ^^L^UaoJI und QJi>|j>-' oL^I 
und H^j^ütil; zur schlechten Kij5=\JÜt und Qjiit und 'x^^ülAit. 



Duma A. 5. 175 

Eingängen Syriens gehörte i), nm den Kaiser in Furcht zu setzen. — Er 
hatte gehört, dass sich dort Leute zusammengerottet und viele andere 
Araber sich ihnen angeschlossen hatten, dass sie die des Weges Kom- 
menden *), die auf den Markt in (der Stadt) Duma wollten , beraubten 
und die Absicht hatten gegen Medina zu ziehen. So zog er, möglichst 
heimlich und rasch, mit 1000 Mann aus um sie zu überfallen; er hatte 
einefi Führer von 'Udhra, Namens Madhkür. Als die Muslime noch einen 
Marsch von Duma entfernt waren, spürte ihnen der Führer die weit 
ausgetriebenen Kamele und Schafe der Feinde aus. Sie machten einen 
Ueberfall darauf, dadurch aber -kam die Kunde von ihnen in das Lager, 
und der zusammengerottete Haufe zerstreute sich. M. fand ihre Stätte 
leer, die Streifscharen , die er von da aussandte, brachten erbeutetes Vieh 
zurück, nur Mnxammad b. Maslama hatte auch einen Mann gefangen, 
welcher den Islam anzunehmen veranlasst. wurde. — BH. 668. 

29. 
AlMuraisi% A. 5 im Sha'bän. 

M. zog aus am Montag dem 2. Shal)än und kam am 1. Ramacan • 
wieder. 

Muxammad b. 'Abdallah, und 'Abdallah b. Ga'far, und Ibn Abi Sabra, 
und Muxammad b. Calix^ und 'Abdalxamid b. Ga'far, und Ibn Abi Xabiba, 
und Hisham b. Sa'd, und Ma'mar b. Räshid, und Abu Ma'shar, und Xalid 
b. Aljäs, und 'Äldh b. Jaxja, und 'ümar b. 'üthman alMaxzumij, und 99b 
'Abdallah b. Jazid b. Qusaie, und 'Abdallah b. Jazid alHudhalij^ und 
Andere: alXarith b. Abi Cirär, der Häuptling der Balmucealiq rief seine 
Leute, und wen er sonst konnte, auf gegen M., und sie rüsteten sich 
zu einem Ueberfall Medina's. Auf die Kunde davon entsandte M. den 
Aslamiten Buraida b. alX^ucaib als Kundschafter, mit der Erlaubnis zu 
sagen was er wolle. Er ging nach dem Sammelplatz der Feinde, erkundigte 
sich nach ihren Absichten unter dem Vorgeben, mit seinen Leuten eben- 
falls zu ihnen stossen zu wollen, und entfernte sich dann um M. Nach- 
richt zu bringen. Darauf bot M. die Muslime auf, und in Bälde zogen 

3) KbsLaaJt ^ ^ ^ ^. Zu dem letzten Worte vgl. den Qamus: 
^j^mJI O^aaj tJ ^Lm-JI JasUto. M. scheint diesen Zug wirklich zur 
Unterdrückung einer Strassenräuberei unternommen zu haben, die auch 
dem Verkehr von Medina schaden mochte. Vgl. fol. 222 a über den Ver- 
kehr der Säqiea, d.h. der Nabataer an der syrischen Grenze, mit Medina. 
Der »Nabatäermarkt^ in Medina ist bekannt. 



176 AlMuraisi* A. 5. 

sie aus mit 30 Pferden »). Es waren auch viele Heuchler dahei, die 
sonst nie mitgegangen waren ; denn das ' Ziel war nahe und man hoffte 
auf Beute. Unterwegs in alXaläiq kam ein Mann von den 'Ahdalqais, 
die in alRauxä wohnten, zu M., um das Bekenntnis abzulegen und am 
Kampfe teilzunehmen. Auf seine Frage, welches von den guten Werken 
Gott am wohlgefälligsten sei, antwortete M.: die rechtzeitige Verrichtung 
des Gebets. Darnach richtete sich der Mann seitdem. 

Hisham h. Sa'd von Ja'qub b. Zaid b. Oalxa : in Baq^ä fing man einen 
Spion, der sich anfangs unwissend stellte, aber bekannte, als Omar drohte 
ihm den Kopf abzuschlagen. M. trug ihm den Islam an, er wollte aber 
warten, was sein Volk thun werde, und sich darnach richten. Nach 
100 a dieser Erklärung ward er von Omar hingerichtet. — Guvairija pflegte zu 
erzählen, auf die Kunde davon, dass M. in der Nähe sei und den Spion 
getötet habe, sei im Lager ihres Vaters (alXarith) ein grosser Schrecken 
entstanden und seine Verbündeten aus fremden Stämmen haben sich aus 
dem Staube gemacht. 

Beim Wasser von alMuraisf , woselbst für M. und seine zwei Beglei- 
terinnen, 'Äisha und Umm Salama, ein Lederzelt aufgeschlagen wurde, 
trafen sich die Heere. M. stellte seine Schlachtreihe auf; die Fahne der 
Emigranten trug Abubekr (and. 'Ammär b. Jäsir), die der Mediner Sa'd 
b. 'Ubada. Nachdem die Feinde durch Omar vergebens aufgefordert waren 
zu sagen: la iläh illa Uäh, begann der Kampf mit Pfeilschiessen. Bald 
folgte ein allgemeiner geschlossener Angriff der Muslime, der unwider- 
stehlich war. Zehn von den Feinden wurden getötet, die übrigen ge- 
fangen, ihre Frauen, Kinder, Kamele und Schafe erbeutet. Von den Mus- 
limen fiel nur einer. 

Abu Qatäda: Fahnenträger der Feinde war Cafvän Dhu-lshaqir, er 
hatte sich kaum in Positur gesetzt, als ich auf ihn einstürmte und der 
Sieg entschieden war. — Das Feldgeschrei war: ja mancüif amit amit! 

Nach Ihn *Ümar wurden die Banu IMucealiq völlig überrascht; das 
ist jedoch weniger glaubwürdig. 

Aus Versehen tötete ein Muslim ans der Sippe 'Ubada's b. alCämit 
(nach anderer Angabe war es ein Mann von den *Amr b. 'Auf) bei der 
Verfolgung den Häshim b. Cubäba; es war sehr windig und staubig. Dem 
Bruder des Getöteten, Miqjas, liess M. das Blutgeld auszahlen; hernach 
aber fiel derselbe doch noch über den Thäter her, schlug ihn tot und 

■ 

floh zu den Qurashiten *). M. ächtete ihn und liess ihn nach der Eroberung 

von Mekka von Numaila hinrichten. 

deren Besitzer, 10 Emigranten und 20 Mediner, mit Namen aufgeführt 

werden. 
2) Seine Verse wie bei BH. 728, in der Ordnung 1. 4. 3 mit Auslassung von 2. 



AUMuraisi* A. 5. 177 

SaHd b. 'Abdallah b. Abi lAbjac von s. Vater von s. Grossmutter, 
einer Freigelassenen der Guvairija, von Guvairija bint alXarith: als die 
Muslime uns angriffen, sagte mein Vater, wir seien ihnen in keiner Weise 
gewachsen, und auch mir kam ihre Zahl unendlich vor. Hinterher sah 
ich, dass es gar nicht so viel waren : es war ein Schrecken von Gott den 
Ungläubigen ins Herz gefahren. — Einer von ihnen, der den Islam ange- 
nommen hatte, erzählte: wir sahen weisse Männer auf scheckigen Pferden, 
dergleichen wir sonst nie gesehen hatten. 

Thn Abi Sabra von alXarith b. alFucail von Ihn Massud b. Humaida 
von s. Vater Massud: nachdem mich Abu Tamim freigegeben hatte, be-. loob 
grüsste ich M. in Baq'ä auf seinem Hinwege nach alMuraisi' und teilte 
ihm mit, dass der Islam unter meinem Volke, das sich damals in alGa- 
darät (?) aufhielt, und in der ganzen Gegend grosse Fortschritte mache. 
Auch konnte ich ihm erzählen, dass ich einen Mann von 'Abdalqais be- 
kehrt hatte , dem ich tags vorher begegnet war ^). Er pries mich glück- 
lich, veranlasste mich den Zug mitzumachen und gab mir von der Beute 
eine Anzahl Schafe und eine Anzahl Kamele. Als ich ihm vorstellte, dass 
ich beide Art Vieh zusammen nicht treiben könne, erhielt ich, nach meiner 
Wahl, nur Kamele und zwar zehn. — Ob das aber ein Losanteil oder ein 
Geschenk aus dem Fünften gewesen war, konnte Mas'ud später nicht 
angeben. 

Abu Bakr b. 'Abdallah b. Abi Sabra von Abu Bakr b. 'Abdallah b. 
Abi Gahm: die gefangenen Männer wurden gebunden und unter Aufsicht 
Buraida's b. alXucaib gestellt, Gerät, Zeug und Waffen wurden gesammelt, 
das Vieh zusammengetrieben und unter Aufsicht von M.'s Freigelassenem 
Shuqrän gestellt, die Weiber und Kinder bildeten einen dritten Haufen. 
Die Aussonderung des Fünften und die Verteilung der übrigen Beute be- 
sorgte Maxmija b. Gaz' alZubaidij. 

Muxammad b- 'Abdallah von alZuhrij von 'ürva b. alZubair, und 
'Abdallah b. 'Abdallah b. alXarith b. Naufal: über den Fünften setzte M. 
den Maxmija, zu ihm wurden die Fünften gebracht. Wer Anteil an der 
Beute haben konnte, bekam vom Almosen nichts ; vom Almosen erhielten 
nur die Waisen und Armen und Schwachen etwas. Wenn aber ein Waisen- 
knabe erwachsen war, ward er vom Almosen zur Beute versetzt und 
• musste Kriegsdienste thun. M. sagte zu zwei Männern, die ihn um ein 
Almosen aus dem Fünften baten — er schlug nie eine Bitte ab — : wenn 
ihr wollt, will ich euch etwas geben; aber vermögliche und kräftige er- 
werbsföhige Leute haben keinen Anteil daran'). 

1) vgl. fol. 99 b S. 176 (alXaläiq). 

^ Das Almosen (cadaqa) fliesst hier immer aus dem Fünften und ist fast 
gleichbedeutend damit. 

Väkidi, Mabammed. 12 



178 AlMuraisi' A. 5. 

Die Beute und der Erlös aus dem versteigerten Zeug und Gerät wurde 
verteilt, ein Kamel ward zehn Schafen gleich gerechnet, der Reiter be- 
kam einen dreifachen Anteil. Es waren 2000 Kamele, 5000 Schafe, 
200 Weiber. Guvairija fiel dem Thabit b. Qais b. Shammas und seinem 
Vetter zu, dem er jedoch seinen Anteil um einige Palmen abkaufte. Er 
legte ihr 9 Unzen Gold als Lösungspreis auf. 

•Abdallah b. Jazid b. Qusaie von s. Vater von Thaubän von 'Äisha: 
der Prophet war bei mir am Wasser von alMuraisi', als Guvairija herein- 
trat, so schön, dass sich jeder in sie verlieben musste. Mir war es sehr 
unangenehm, weil ich gleich wusst^, was daraus folgen würde. Sie stellte 
93a sich vor, bekannte sich zum- Islam und bat den Propheten um einen Bei- 
trag zu ihrem Lösegeld. Er sagte, er wolle es ganz bezahlen und sie 
heiraten; sie war es zufrieden. Auf die Kunde davon Hessen die Mus- 
lime die bereits verteilten und beschlafenen Gefangenen frei; 100 Weiber 
mit ihren Kindern verdankten der Guvairija die Freiheit. 

Xizäm b. Hishäm von s. Vater: drei Tage vor der Ankunft M.'s sah 
Guvairija, wie sie erzählte, den Mond von Medina kommen und in ihren 
Schoss fallen; die Freigebung der Gefangenen geschah ohne ihr Zuthun 
und zu ihrer grossen Ueberraschung, durch den freien Willen der Mus- 
lime. — Nach einer anderen Version war es M.'s Morgengabe an sie, 
dass er alle Gefangenen — and. nur vierzig — frei gab. 

Ibn Abi Sabra von 'ümära b. Ghazyja: einige von den gefangenen 
Weibern gab M. umsonst frei, einige wurden nach der Verteilung gelöst 
(die Frau mit ihren Kindern für sechs Kamele), andere erst in Medina; 
aber zuletzt wurde jede Frau ihrer Familie wiedergegeben. Dies ist das 
Richtige. 

'Umar b. ^Uthmän von *Abdalmalik b. 'Ubaid von *Abdalraxman b. 
Sa'id b. Jarbü^ von 'Amrän b. Xucain: es kam eine Gesandtschaft nach 
Medina und löste die gef. Frauen nach der Verlosung. 

•Abdallah b. Abi lAbja6 von s. Grossmutter, einer Freigelassenen der 
Guvairija: Guvairija erzählte, ihr Vater habe sie gelöst und darnach erst 
habe M. um sie angehalten. Sie hiess eigentlich Barra, M. nannte sie 
Guvairija, damit man nicht sagen könne, er sei aus dem Hause der Barra 
herausgegangen i). — Diese Version ist nicht so glaubwürdig wie die Er- 
zählung 'Äisha's. 

Isxaq b. Jaxja von alZuhrij von Malik b. Aus b. alXadathän von 
Omar: der Bote Gottes stellte Guvairija auf gleichen Fuss mit seinen 
übrigen Weibern und liess sie sich verschleiern. 

^) Der eigentliche Sinn ist wie in Ps. 19,6, der zweite: er ist ein Charigit 
geworden. Dabei wird Barra als Gehorsam verstanden und Bait ange- 
wandt wie im Syrischen. 



AlMuraisi' A. 5. 179 

AlÖaxxak b. Tthman von Muxammad b. Jaxja b. Xabban von Abu 
Muxaiilr und Abu Cinna von Abu SaMd alXudrij: wir wollten zwar das 
Losegeld mit den gefangenen Weibern verdienen, aber doch gerne unsere 93 b 
Lust an ihnen stillen. Wir fragten also den Propheten und er erlaubte 
uns das 'AzP) — was entstehen solle, entstehe doch. Hinterher wurden 
sie von einer Gesandtschaft, die nach Medina kam, gelöst; sie kehrten alle 
zurück, keine wollte bleiben, wenn ihr die Wahl gestellt wurde. — Abu 
lNa6r, dem alöaxxak diese Geschichte erzählte, sagte, ihm habe Abu 
Salama b. *Abdalraxman ges£^, Abu Sa*id habe erzählt: ich ging mit 
einem Mädchen auf den Markt um es zu verkaufen; ein Jude sagte zu 
mir, sie sei gewiss von mir schwanger. Ich sagte: nein, ich habe das 
'Azl ausgeübt; darauf erwiderte er, das sei der kleine Beischlaf. Als ich 
die Geschichte dem Propheten mitteilte, sagte er: die Juden lügen, die 
Juden lügen. 

Die Begebenheit mit Ihn Ubaij. 

Als der Kampf aus war und die Muslime beim Wasser von alMuraisi' 
— welches nur sehr spärlich quillt') — lagerten, verwickelten sich beim 
Schöpfen die Eimer des Guhaniten Sinan b. Vabar, eines Eidgenossen 
der Banu Sälim, und des Ghifariten Gahgäh b. Sa'Id, der bei Omar in 
Dienst und Lohn dtand. Sinän's Eimer kam zuerst heraus, aber Gahgah 
behauptete, es sei der seinige, und versetzte, in dem entstehenden Streit, 
dem andern einen Schlag, dass das Blut darnach floss. Da schrie Sinan 
^^zrag heraus^, und als der fliehende Gahgah seinerseits die Qurashiten zu 
seiner Hülfe aufrief, überbot ihn jener durch den Ruf „Mediner heraus l^ 
In Kürze standen sich Qurashiten auf der einen, Ausiten und Xazragiten 
auf der anderen Seite in Waffen gegenüber, und die Gefahr eines Bruder- 
krieges war gross. Aber einige Emigranten legten sich ins Mittel, und 
da Sinan nicht auf eigene Hand vergeben zu können erklärte *), wandten 
sie sich an Tbäda b. alCämit und andere seiner Eidgenossen. Als auch 
diese ihm zuredeten, liess er sein Recht fahren. 

Ihn übay befand sich in Gesellschaft einiger anderer Heuchler — 
doch war auch der junge Zaid b. Arqam dabei — , als Gahgäh's Ruf 
^Qurashiten heraus^ zu ihm drang. Er geriet in grossen Zorn und 
äusserte: „bei Gott, eine solche Schmach ist mir noch nicht begeg- 
net — bei Gott ich wollte den Zug nicht mitmachen, aber meine 
Leute übermochten mich — nun ist es dahin gekommen, dass sie uns 
in unserem eigenen Hause herausfordern und trotzen — das ist der 

1) Gen. 38,9. 

2) iMj^ s^^ = mit einem Eimer wurde die Hälfte erschöpft. 

12* 



190 ADfmisr A.5. 

Dank fnr unsere ir<^ih]iaien. wie das Sfincliwiort sagt: misie deinen 
Hund, so frisst er dich — bei Gott, ieh hofte nickt m erleben, dass ich 
das. was eben Gahgih gerufen hat. hören und zugegen sein mösste ohne 
Kamen tu dorfen! — bei Gott, wenn wir nach Medina zurückkommen, 
wird der Stärkere den Schwächeren darans Tertreiben!* Darauf wandte 
er sich zn den anwesenden Xazragit^i and sagte : * ^das habt ihr each 
selber eingebrockt, ihr habt sie bei eoch aa%enommen and eaer Gat mit 
ihnen geteflt; hattet ihr die Hand zagehalten, so waroi sie anderswo- 

9** hin gegangen — nan sind sie damit noch^ nicht zafrieden, sondern ihr 
mässt aach fär ihn kämpfen and each dem Geschicke preisgeben and 
eare Kinder za Waisen machen, damit ihr klein werdet and sie gross.^ 
Zaid b. Arqam hinterbrachte diese Aeasserangm dem Propheten. 
Diesem war die Sache sehr anangenehm; er sagte za ihm, er sei Tiel- 
leicht böse aof Ibn Ubaij, oder habe sich verhört, allein der Jüngling 
blieb bei seiner Aassage. Bald sprach aach das ganze Lager von dem 
was Ibn Ubaij gesagt hatte. Seinen Angehörigen, die ihn hart anliessen, 
dass er den Obersten seines Volks verklagt and die Verwandtschaft zer- 
rissen habe, erwiderte Zaid, er würde gegen seinen eigenen Vater nicht 
anders gehandelt haben, and hoffe, dass Gott ihm die Wahrheit seiner 
Aassage bestätigen werde. IL wurde von jemand aafgefordert, er möge 
'Abbad b. Bishr oder Moxammad b. Maslama beauftragen, ihm den Kopf 
Ibn Ubaij's zu bringen; er aber sagte sich anwillig abwendend, es solle 
nicht heissen, dass er seine eigenen Genossen töte. Inzwischen waren 
die Hediner, welche das Gesprach zwischen IL and Zaid mit angehört 
hatten, za Ibn Ubaij gegangen, um ihn anfEofordem, dass er entweder 
gestehe and am Vergebung bitte, oder abschwöre, was ihm vorgeworfen 
werde. Er that das letztere. Eine Partei glaubte ihm, die andere nicht. 
Hisham von Sa'd von Zaid b. Aslam von s. Vater von Omar: der 
Diener, den ich mir für mein Pferd gemietet hatte, liess mich auf sich 
warten. Als er endlich kam, schalt ich ihn aus; er aber sagte, ich wisse 
wohl nicht was geschehen sei, und erzählte mir, was Ibn Ubaij gesagt 
hatte. Da begab ich mich zu M., er sass unter einem Baume und liess 
sich von einem kleinen schwarzen Sklaven den Rücken kneten, wo ihn 
sein Kamel gestossen hatte. Ich bat, Ibn Ubaij töten zu dürfen, er aber 
sagte: da würde seinetwegen die Nase mannig eines in Jathrib ins Zit- 
tern geraten, der ihn selber töten würde, wenn ich es ihm beföhle*). 

Mb Auch davon wollte er nichts wissen, dass Muxammad b. Haslama ihn 
töten solle. Meinem Vorschlag jedoch, alsbald den Aufbruch zu befehlen, 
stimmte er zu. 

H-yl^ V^ ^-*^' ^ cO^t Vgl. fol. 95a. 



AlMuraisi' A. 5. 181 

Ehe sichs einer versah, sagt man, war M. schon auf dem Kamel, 
in der grössten Hitze, ohne den Abend abzuwarten. Darüber von Sa'd 
b. 'übada oder nach glaubhafterer Angabe von Usaid b. Xucair befragt, 
sagte er: hast du nicht gehört, was Ihn Ubaij gesagt hat, wenn er wieder 
in Medina sei, werde der Stärkere den Schwächeren vertreiben? Er ver- 
setzte : dann wirst du ihn also vertreiben , denn du bist der stärkere. 
Weiter aber bat er ihn um Nachsicht gegen Ihn Ubaij, „die Seinen waren 
schon dabei ihm den Juwelenkranz zu machen*), es fehlte ihnen nur 
ein einziges, mit dem der Jude Josua zu teuer war, weil er wusste, 
dass sie sie zur Krönung brauchten — da kämest du, und er denkt 
nicht anders als dass du ihm sein Königtum entrissen hättest 

M. ritt sehr schnell, Zaid b. Arqam hielt sich in gleicher Linie mit 
ihm, um seinen Blick auf sich zu ziehen. Plötzlich ward M. von der 
Offenbarung befallen, der Schweiss troff ihm von der Stirn, und das 
Katnel vermochte unter der Last kaum seine Füsse aufzuheben. Als er 
wieder zu sich kam, fasste er Zaid beim Ohr, zog es gen* Himmel, so 
dass sich jener im Sattel aufreckte, und sagte: dein Ohr ist zuverlässig 
und Gott hat deine Erzählung bestätigt. Es war ihm damals Sur. 63 
offenbart. 

'Abdallah b. alHurair von s. Vater von Räfi' b. Xadig: 'übada b. 
alCämit forderte Ihn übaij auf zu M. zu gehen, damit derselbe um Ver- 
gebung für ihn bitte. Er aber drelite den Kopf hin und her, so dass 
'übada sagte, es werde gewiss noch ein Betvers über sein Kopfdrehen 
erscheinen (Sur. 63,5). 

Junas b. Muxammad alOhafarij von s. Vater von 'übada b. alValid 
b. 'übada b. alCamit: nachdem die Offenbarung erfolgt war, grüsste 'übada 
den Ihn übaij nicht als er an ihm vorbeikam, und Aus b. Xaulij grüsste 
auch nicht. Ihn übaij Hess fallen, das sei eine von ihnen verabredete 
Sache; da kehrten sie um und schalten ihn. Aus sagte ihm, ehe er 
nicht Busse thue, werde er nie wieder etwas ihm zu Gefallen für un- 
wahr erklären; er habe Zaid hart angefahren und nun sei jenem durch 
die Offenbarung Recht gegeben. Ibn übaij erwiderte, er wolle es nicht 95a 
wieder thun. 

Als Ibn übaij 's Sohn 'Abdallah erfuhr, dass Omar dem Propheten 
gesagt habe, er solle Muxammad b. Maslama mit der Hinrichtung Ibn 
übaij's beauftragen, ging er zu M. und sagte ihm: wenn du meinen Vater 
töten lassen willst, so gib mir den Befehl dazu; so sehr ich ihn liebe und 
ehre, werde ich dir doch seinen Kopf bringen — aber wenn ein anderer 
ihn tötet, werde ich seinen Anblick nicht ertragen können, sondern ihn 

1) Der Ausdruck wie bei BH. 727,6. 



182 AlMuraisi' A. 5. 

umbringen und zur Hölle fahren. Aber M. erwiderte ihm, er wolle Ibn 
Ubaij gar nicht töten, sondern ihn auch ferner mit allen Ehren behandeln. 
'Abdallah entschuldigte sodann seinen Vater: seine Umgebung erinnere ihn 
immer wieder daran, dass er von seinem Stamm zum König bestimmt ge- 
wesen sei. Aus 'diesem Anlass dichtete 'Abdallah: 

Der Weltlauf besteht aus Begebenheiten, auf die man gespannt ist *), 
zu den wundersamsten Begebenheiten aber gehört, was Omar gesagt hat! 
er riet so dem Inhaber der Offenbarung, der ihn doch bei Gott') nicht 
um seine Meinung gefragt hatte. Hätte ^aeeäb sich ähnlich vergangen 
und hätte ich dann in Bezug auf den gesagt, was er über meinen Vater 
gesagt hat, so wäre es schlimm geworden '). Er sagte : beauftrage Muxam- 
mad ihn zu töten; bei deinem Leben ein böser Rat! Dem setzte ich ent- 
gegen : Bote Gottes, willst du ihn töten, so hel^ ich dir von ihm in einem 
Augenblick; mir steht eine Hand bei und eine grossartige Seele und ein 
Herz, das in der Prüfung fester ist als Stein — daran ist nun was daran 
ist, eine andere Möglichkeit aber ist, Nachsicht zu üben^): und mein eines 
Auge schielt gegen das andere zu. Da sprach er: es wird doch nicht 
ein Mann mit Willen seinen Vater töten; darüber würde ja ganz Mucar 
in Aufregung geraten*). 

Tbaidallah b. alHurair von Rafi' b. Xadig: wir brachen noch vor 
Mittag auf und ritten eilig Tag und Nacht bis nahe zum folgenden Mittag. 
Zuerst redeten die Leute nur über Ibn Ubaij, die Ermattung und Schläfrigkeit 
aber bewirkte, dass sie endlich ganz still davon wurden, und das war eben 
die Absicht M.'s. Als endlich Halt gemacht wurde, fielen sie schlafend 
hin, sobald sie den Boden berührten. Abends setzte M. die Reise fort 
und machte am andern Morgen Halt beim Wasser Baq'ä (oberhalb alNaqf ), 
wo die Kamele auf die Weide getrieben wurden. Hier erhob sich ein 
starker Wind, der für ein Zeichen gehalten wurde, dass etwas vorgefallen 
sei; man fürchtete, Tjaina b. Xicn, mit dem der Waffenstillstand abge- 



o> 



1) p^ÄJu. Die arab. Welt (dimjä) ist die Zeit, nicht der Raum. 

')]*iJt (JIäj ^^JJb. 

') wÄJ^j ich vermute ^j-ÄJ. 

*) 'iUou:ac- conniventia. 

*) Vakidi hat das Lied von Isma'il b. Muc'ab b. Isma'il b. Zaid b. Thabit, 
der es aus einem Buche entnommen hatte, und von Ibrahim b. Ga'far b. 
Maxmüd b. Muxammad b. Maslama. Bei BH. fehlt es; es ist eine flaue 
Reimerei. Schwerlich kann der Sohn des designierten Königs der JLazrag 
von einer Aufregung in ganz Mu^ar sprechen. 



AlMuraisi' A. 6. 183 

laufen war, habe in Abwesenheit der Krieger einen Ueberfall auf Medina 
gemacht. M. aber sagte, es sei nur ein grosser Heuchler gestorben. 95 b 

Xariga b. alXarith von 'Abbäs b. Sahl von Gäbir: der Wind wehte 
aufs heftigste bis Mittag. In Medina angelangt fragte ich gleich, wer 
gestorben sei; es war Zaid b. Rifa'a b. alTäbüt. Ich erfuhr, dass es 
auch in Medina heftig gestürmt hatte, aber ruhig wurde, sobald Zaid be- 
graben war. 

*Abdalxamid b. Ga'far von s. Vater: 'übada b. alCamit sagte zu Ihn 
Ubag, sein Freund Zaid b. alTabut sei gestorben, dessen Tod einen Sieg 
für den Islam bedeute. Ibn Ubaij fragte wehklagend, woher er denn 
die Nachricht habe; er antwortete, M. habe ihnen mitgeteilt, dass sein 
Tod so eben erfolgt sei. 

*Abdalxamid b. Ga'far von Ibn Ruman und Muxammad b. Galix von 
'Acim b. *Umar b. Qatada: als sich der Wind am Abend gelegt hatte 
und die Kamele wieder zusammen getrieben wurden, wurde M.'s Kaoielin 
alQacva vemdsst. Wähtend man sie überall eifrig suchte, äusserte Zaid 
b. alLucait, der ein Heuchler war, zu ein paar vornehmen Medinern, ob 
denn Gott nicht dem Propheten mitteilen könne, wo sie sei. Darüber 
entstand ein grosser Unwille, üsaid b. Xucair sagte, er würde ihn mit 
der Lanze durchbohren, wenn er wüsste, dass M. es billige; warum er 
denn den Zug mitgemacht »habe? Zaid antwortete: der Beute wegen, 
und fügte hinzu: M. klärt uns doch wahrhaftig noch über ganz andere 
Dinge auf als über den Verbleib einer Kamelin. Da stürzten sie alle 
auf ihn los und sagten, sie wollten nie wieder unter einem Dache und 
nie wieder unterwegs mit ihm zusammen sein; hätten sie ihn gekannt, 
so wäre er auch jetzt nicht mitgenommen. Er entfloh ihnen, und während 
sie seine Sachen verschleuderten, ging er zum Propheten und horte diesen 
erzählen, ein Heuchler habe eben geäussert, warum Gott ihm denn nicht 
den Ort der Kamelin anzeige. „Gott allein, fuhr er fort, weiss das Ver- 
borgene, er hat mir offenbart, dass die Kamelin in der und der Schlucht 
sich mit dem Strick in einen Baum verwickelt hat." Als sie sich dort 
wirklich fand, lief Zaid zu seinen Gefährten zurück, und nachdem er 
sich überzeugt hatte, dass niemand von ihnen seine Aeusserung dem Pro- 
pheten hinterbracht habe, bekannte er frei und aufrichtig, dass Muhammed 
der Bote Gottes sei. Von ihnen veranlasst begab er sich dann noch 
einmal zu M. zurück, damit dieser für ihn um Vergebung bitte. — Nach 96 a 
Anderen ist er bis an seinen Tod nichtsnutzig geblieben und hat beim 
Zage nach Tabuk noch einmal eine solche Geschichte gemacht. 

Ibn Abi Sabra von Shu'aib b. Shaddäd: als M. bei alNaqi' vorüber- 
kam, sah er dort eine weite Fläche mit gutem Futter und vielen Tümpeln, 



184 AlMuraisi' A. 5. 

die mit einander in Verbindung standen *). Er machte sie zu einer Bann- 
weide, so weit die Stimme eines guten Rufers vom Berge Mnqammil aus 
in der Morgendämmerung hörbar sei, und bestimmte sie für die Pferde 
und Reitkamele der Muslime, ohne jedoch das Milchvieh ganz auszu- 
schliessen, wenn es wenig war und Frauen oder solchen Leuten gehörte, 
die nicht damit von Weide zu Weide ziehen konnten. Zum Aufseher 
setzte er Bilal b. alXarith alMuzanij. Da er erfuhr, dass das Wasser im 
Sommer schwinde, liess er durch Xaeib b. Abi Balta'a einen Brunnen 
graben. Auch unter Abubekr, Omar und Othman blieb alNaqi* Bann- 
weide für die Kriegspferde. — Bei einem damals veranstalteten Wett- 
rennen siegte M.'s Eamelin alQacva über die Kamele und sein Pferd al- 
Gharib über die Pferde; erstere ritt Bilal, letzteres Abu Usaid alSäHdij. 

Die Verleumdung 'Äisha's. 

tJa'qub b. Jaxja b. 'Abbad von 'Isa b. Mu'ammar von 'Abbad b. 
'Abdallah b. alZubair von s. Vater von 'Äisha: bei den Zügen des Boten 
Gottes entschied das Los, welche von seinen Frauen ihn begleiten sollten; 
am liebsten hatte er mich bei sich. Beim Zuge von alMuraisi' traf das 
Los mich und ümm Salama. Auf dem Rückwege, als wir einmal Halt 
gemacht hatten^), verlor ich ein Halsband und verzögerte dadurch den 
Aufbruch bis zum Morgen; die Stelle war wasserlos und bei sich hatten 
die Leute auch kein Wasser. Sie wurden darum ärgerlich auf mich und 
veranlassten meinen Vater mich auszuschelten. Er stiess mich mit der 
Hand in die Seite; ich konnte mich nicht rühren, weil der Prophet 
seinen Kopf auf meinen Schoss gelegt hatte und schlief. Usaid b. Xudair 
äusserte die Hoffnung, dass bei diesem Anlass irgend eine Erleichterung 
geoffenbart werden würde ; und wirklich ward das Tajammum (Sur. 4,46. 
5,9) offenbart; worauf Usaid bemerkte, das sei nicht die erste Segnung 
der Familie Abubekr's. — Dann brachen wir auf und machten wieder 
Halt an einem schönen sandigen Platze mit Aräkbüschen, wo ich, hoch 
aufgeschürzt, mit dem Propheten in die Wette lief. Er kam voran und 
sagte: nun ist es wieder gut gemacht, dass ich dich damals nicht ein- 
96 b holen konnte — er war nämlich einmal zu meines Vaters Wohnung ge- 
kommen, und ich sollte ihm etwas geben, was ich in der Hand hatte; 
ich wollte aber nicht und lief weg, er lief hinter mir her, konnte mich 
aber nicht kriegen. — Nicht weit von Medina machte M. noch einmal 
Halt und ruhte einen Teil der Nacht, schon vor Tagesanbruch aber brach 
er wieder auf, während ich eben eines Bedürfnisses wegen abseits ge- 

') nach fol. 98 a in Dhat-alGaish. 



AlMuraisr A. 5. • 185 

gangen war. Ich hielt mich länger auf, weil ich noch einmal umkehren 
masste um mein Halshand aus Ohafarimuscheln zu suchen; ich fand es 
auch da, wo ich es vermutete. Als ich zurückkam, war das Heer fort 
und mein Kamel auch. Die heiden Führer — der eine war Abu Mau- 
hiba, ein Freigelassener M.'s — hatten meine Sänfte, in dem Glauben 
ich sei darin, auf das Thier gehoben und es fortgetrieben. Dass die 
Sänfte leichter war als sonst, fiel ihnen nicht auf, denn wir Frauen 
wogen damals nicht viel, weil wir nur magere Kost ^) bekamen. Ver- 
schleiert dagegen waren wir schon, und zu reden pflegte ich nie mit den 
Führern; wir ritten abseits von der Menge, es durfte sich uns niemand 
nahen ausser dem Propheten, der bald an mich, bald an Umm Salama 
heranritt. Als ich nun keinen mehr im Lagei* fand, hüllte ich mich 
ein und legte mich schlafen, überzeugt, dass man mich schon aufsuchen 
w^rde. So traf mich Cafvan b. Mu'aeeal alSulamij, der ein Nachzügler 
war, und erkannte mich — denn er hatte mich schon vor der Einfüh- 
rung des Schleiers gesehen. Ich wachte von seinem verwunderten Rufe 
auf und verhüllte rasch mein Gesicht. Er sprach bei Gott kein Wort 
mit mir, sondern Hess mich aufs Kamel steigen, indem er sich abwandte, 
und führte es dann bis wir bei hohem Tage das Heer erreichten. Dort 
war ich schon zum Gespräch geworden, besonders durch die böse Zunge 
des Ihn Ubaij (Sur. 24,11). Ich erfuhr indessen nichts davon, auch nicht 
durch meine Eltern; nur befremdete es mich, dass der Prophet nicht 
so herzlich und mitleidig gegen mich war wie sonst, obwohl mir's sehr 
schlecht ging. Zwischen Abend- und Nachtgebet pflegten wir Frauen nach 
alManäci* zu gehen, um unsere Notdurft zu verrichten — Abtritte in den 
Häusern kannten wir damals noch nicht; da sagte eines Abends Umm Miseax, 
an deren Mantel ich mich hielt: zum Henker mit Miseax! und als ich 
die Aensserung ungehörig fand, versetzte sie : du merkst nichts, während 
der Strom über dich hergeht! und erzählte mir das Gerede. Da konnte 
ich vor Aufregung*) meinen Gang nicht thun und ward noch kränker 97a 
und weinte immerfort. Als anderen Tages M. bei mir eintrat, bat ich 
ihn um Erlaubnis zu meinen Eltern zu gehen, um von ihnen die Sache 
genau zu erfahren. Ich machte meiner Mutter bittere Vorwürfe über ihr 
Stillschweigen gegen mich; sie aber tröstete mich, bei einer hübschen 
jungen Frau, die Nebenbuhlerinnen habe, bleibe das Gerede selten aus. 
Ich erschrak, dass es schon zum allgemeinen Klatsch geworden war. 



*) /jh^5 = was einen nur eben hinhält. Aehnlich 8j^£. 

W» IM 

') -tfA^ \,s^Si (j^olä wie BH. 735,5; v^l. den Qamus* 



186 AlMuraisi' A. 5. 

und weinte aach die folgende Nacht darch ohne zu schlafen i). M. aber 
fragte Ali und Usama um ihre Meinung, jener riet ihm mich zu ent- 
lassen, da ihm ja Gott in der Auswahl der Weiber keine engen Schranken 
gesetzt habe, dieser sagte, ich würde verläumdet und Barira sage die 
Wahrheit. Darauf wandte sich M. an Barira, die sagte: 'Äisha ist treu 
wie Gold, und Gott wird dir das schon offenbaren, aber sie ist sorglos 
und schläft überm Brotteige ein, dass die Schafe kommen und ihn fressen. 
Auch Zainab bint Gaxsh, die sehr eifersüchtig auf mich war, stellte mir 
das beste Zeugnis aus; und ebenso Umm Aiman. Deshalb, sagte 'Äisha, 
hat Gott auch die Zainab behütet, aber Andere (Ali) sind zu Grunde 
gegangen. 

Darauf bestieg M. die Kanzel und fragte: wer will mich schützen 
Yor^) solchen, die mich in meiner Familienehre beleidigen, und einen 
Mann (Cafvan) verläumden, von dem ich nur Gutes weiss und der iNir 
in meinem Beisein in meine Häuser eingeht? Ihm antwortete (der Ausit) 
Sa'd b. Mu'adh: wenn er zu den Aus gehört, will ich dir seinen Kopf 
bringen; aber auch wenn er ein Xazragit ist, werde ich deinen Befehl aus- 
richten. Da sprang (der Xazragit) Sa'd b. Ubada zornig auf und sagte: 
du lügst, einem Xazfagiten darfst du nichts anthun — obwohl du das 
nur gesagt hast, weil du wusstest, der Schuldige sei ein Xazragit'); denn 
du willst den alten Hass zwischen Aus und 21azrag noch verfolgen. Ihm 
aber erwiderte (der Ausit) üsaid b. Xucair: du lügst, wir werden ihn 
töten, zu deiner Schande^); du bist ein Heuchler und verteidigst einen 
Heuchler; ich würde den Kopf auch meines nächsten Verwandten dem 
Propheten auf seinen Befehl zu Füssen legen, aber ich kenne seine Ab- 
97 b sichten nicht. Der Wortwechsel endete damit, dass Sa*d b. 'Ubada die 
^azrag, und Sa'd b. Mu'adh die Aus auf seine Seite rief und die beiden 
Parteien sich geschlossen gegenüber standen. Ein Ausit, alXarith b. 
Xazma, holte sogar sein Schwert, um damit „das Haupt und den Schlupf- 
winkel der Heuchelei 0" zutreffen; doch hielt ihn Usaid zurück, es dürfe 
nur auf M.'s Befehl geschehen. Der Gottesbote aber bedeutete die beiden 
Stämme sich nicht so aufzuregen, stieg von der Kanzel und beschwich- 
tigte sie, so dass sie aus einander und zu Hause gingen. 

2) ^ ^^JsÄj ^yi vgl. Div. Hudhail 56,12 Scholion. Es steckt mehr von 

dem alten hebräisch-aramäischen Begriff (helfen) darin als von dem spe- 
cifisch arabischen (rechtfertigen). ' 

») Ihn übaij. 

*) ^\j \,s^Ju\^ = während deine (hohe) Nase im Staube liegt. 



AI Muraisi' A. ö. 187 

*Aisha: einen ganzen Monat lang bekam der Prophet keine Offen- 
barung, meinetwegen. Daranf trat er einmal (im Hanse Abubekr's) zu mir 
ein und sagte, wenn ich mich wirklich verschuldet habe, möge ich be- 
kennen und Gott um Verzeihung bitten. Ich konnte vor Thränen nicht 
sprechen und bat meine Eltern für mich zu antworten, aber sie schwiegen. 
Da sagte ich: auf euch hat das Gerede Eindruck gemacht; wenn ich meine 
Unschuld beteure, glaubt ihr mir nicht, wenn ich aber eine Schuld, die 
ich nicht begangen habe, auf mich nähme, glaubtet ihr mir — ich weiss 
mich nur mit dem Vater Joseph's (der Name Jakob fiel mir nicht ein, 
ich war noch nicht sehr bewandert im Koran) zu vergleichen, als er sagte : 
es ziemt sich Geduld zu haben und Gott um Hülfe zu bitten (Sur. 12,18). 
Dann ging ich fort und legte mich weinend aufs Bett; mein Vater kam 
mir nach, um mich zum Geständnis zu bewegen, ich aber sagte: bei 
G^tt, ich bin unschuldig und Gott wird meine Unschuld schon an den Tag 
bringen. Ich dachte freilich nicht, dass ein Betkoran meinetwegen geoffen- 
bart werden würde, sondern nur, dass der Prophet durch einen Traum 
oder eine andere Mitteilung meine Schuldlosigkeit erführe. Es dauerte 
aber nicht lange, da bekam er einen Anfall. Während er nun in seine 
Kleider gehüllt, ein ledernes Kissen unter dem Kopf, dalag, waren meine 
Eltern in namenloser Angst; ich dagegen freute mich. Das erste Wort, 
als er wieder zu sich kam, war, dass er lächelnd sagte, indem er sich 
den Schweiss von der Stime wischte: o 'Äisha, Gott hat deine Unschuld 
offenbart (Sur. 24,11). Meinen Eltern fiel ein Stein vom Herzen; meine 
Mutter forderte mich auf, aufzustehen und zum Propheten zu gehen. Ich 98 a 
aber erwiderte, ich stehe nur auf, um Gott zu danken und ihn zu preisen. 
Darauf las M. in der Moschee den neuen Koran vor; die Verleumder aber 
Hess er geissein, näi^ch Ibn Ubaij, Miseax b. Uthatha und Xassän. — 
Die letztere Angabe erklärt jedoch Vakidi für unglaubwürdig. 

Nach Sa'id b. Gubair bezieht sich der Vers: „wer eine ehrbare Frau 
verleumdet, dem flucht Gott in dieser und in der anderen Welt *)" speciell 
aof den FalU'Aisha's. 

Ibn Abi Xabiba von Davud b. alXucain von Abu SuQan von Aflax, 
dem Freigelassenen des Abu Ajjub: Umm Ajjub sagte zu Abu Ajjub: 
hörst du was die Menschen über 'Äisha sagen? Er: ja, aber es sind 
Lügen, würdest du so etwas thun, Umm Ajjub? Sie: bewahre Gott! 
Er: und 'Äisha ist besser als du. — Darauf bezieht sich Sur. 24,12. 

Xariga b. 'Abdallah b. Sulaiman (von Ibrahim b. Jaxja von Umm 
Sa'd bint Sa'd b. Rabf) erzählt dieselbe Geschichte von Ubaij b. Ka'b 
nnd Umm alGufail. 



>) by>i»3 LiJJI vJ *JUt &JüJ ÄJUaÄ/» ^^ ^. Der Vers steht 
nicht im Koran, findet sich aber auch nicht bei Nöldeke a. 0. S. 174 ff. 



188 AlMuraisr A. 5. 

Nachdem ein paar Tage verstrichen waren, nahm M. Sa'd b. Ma'adh 
bei der Hand und führte ihn zu Sa'd b. 'übada; der trug Speisen auf 
und die Ausiten assen davon. Einige Zeit darauf führte M. umgekehrt 
Sa'd b. 'Ubada zu Sa'd b. Mu'adh; der trug ebenfalls auf und die Xaz- 
ragiten assen bei ihm. 

Ma'mar von alZuhrij von 'übaidallah b. 'Abdallah b. 'Utba von Ihn 
*Abbas von 'Ammär b. Jäsir: wir waren dabei, als 'Äisha in Dhat-alGaish 
das Heer wegen ihrer verlorenen Halskette aufhielt. In der Morgen- 

* 

dämmerung, oder etwas früher, ward das Tajammum offenbart (Sur. 4,45. 
5,9); wir strichen mit den Händen über den Boden und dann hinten 
und vom über die Schultern. M. legte zwei Gebete zusammen auf dem 
Marsche. 

'Abdalxamid b. Ga'far von Ihn Ruman, und Muxammad b. Galix von 
'Acim b. *Umar, und 'Abdallah b. Jazid b. Qusaie von s. Vater: bei 
seiner lästerlichen Aeusserung erwähnte Ihn Ubaij des Gu'ail*) b. Su- 
räqa und des Gahgäh, zweier der ärmsten Emigranten, indem er sagte: 
„solche Leute wollen die Oberhand haben über mein Volk? ja, wir haben 
uns die Edelsten und Besten von Einana aufgehalst! Gu'ail war ehedem 
zufrieden den Mund zu halten, nun fängt er an zu reden!'' Ihn Ubaij 
98b war es auch, der Cafvan b. Mu'aeeal verleumdete. — Xassan b. Thabit 
hatte bei dieser Gelegenheit einen Vers gemacht: die edelen Herren von 
Mekka ziehen die Augen auf sich und haben die Oberhand, während Ihn 
Furai'a (= ich) im eigenen Lande vereinsamt ist'). Darauf wollte ihn 
Cafvan mit Gu'al >) zusammen erschlagen, da ^ber letztere]* ohne Erlaubnis 
M.'s nicht wollte, machte er sich allein auf und verwundete Xassan mit 
dem Schwerte inmitten seiner Geschlechtsgenossen. Diese sprangen auf, 
packten Cafvan und banden ihn schimpflich, auf Befehl des Thabit b. 
Qais b. Shammäs. Aber 'Umara b. Xazm, der dazu kam, bewog sie nicht 
eigenmächtig zu verfahren, sondern ihn loszulassen und mit ihm vor den 
Propheten zu kommen. Auch Thabit b. Qais musste mit, obwohl er sich 
dem gern entziehen wollte. Der verwundete Xassan verklagte Cafvan 
alsdann vor M., dieser tadelte ihn zwar wegen seiner Spottverse, übergab 
jedoch den Friedensbrecher gebunden den Klägern, damit sie ihn töteten 
wenn Xassan stürbe. Als aber Sa'd b. Tbada davon erfuhr, bewog er 
Xassan, dem Propheten zu Gefallen sein Recht preis zu geben. Indessen 

Die Formen u— ai und u — ä wechseln, z. B. Unäs und Unais, ^unäs und 
Xunais, Xudhäfa und Xudhaifa. Die Deminutivform u — ä (resp. u — a — i), 
welche bei Appellativen selten ist, ist bei Eigennamen häufig; mit .und 
ohne Femininendung. 

2) BH. 738,3; für t^Jß hat Vakidi t^l^. 



AlMuraisi' A. 5. 189 

• 

Xassan's Verwandte waren nicht geneigt, dem Sa'd zu willfahren, bis 
dessen Sohn Qais ihnen zomig zurief, sie würden doch dem Wunsche 
ihres Häuptlings nicht widerstreben ; da schämten sie sich und gaben den 
Gefangenen preis. Er erschien alsbald in der Moschee, in einem Ehren- 
kleid, womit ihm Sa'd ausgestattet hatte; so sah ihn M., erkundigte sich 
nach ihm und sagte: kleide Gott SaM mit dem Ehrenkleid des Paradieses! 
Von Sa'd veranlasst, welcher schwur, sonst nie wieder ein Wort mit ihm 
reden zu wollen, ging Xassän auch selber zu M., und trat ihm ausdrücklich 
sein ganzes Recht an Cafvan ab. Er bekam zur Entschädigung von M. 
die Besitzung Bi'r Xä *) und (die Sklavin) Sirin und von Sa'd b. 'Ubada 
einen reichtragenden Palmgarten. 

Ihn Abi Sabra, dem Vakidi diese Erzählung vortrug, berichtete ihm 
von Sulaiman b. Suxaim von Näfi' b. Gubair: Xassan hielt Cafvan ge- 
igen bis er geheilt war, dann trat er ihn dem Propheten ab, und dieser loi a 
schenkte ihm zum Ersatz ein Landgut. 

Aflax b. Xumaid von s. Vater: *Äisha sprach stets gut von Xassan, 
und als Trva b. alZnbair einmal auf ihn schalt, verwies sie es ihm, 
da er den schonen Vers gemacht habe: mein Vater und Grossvater und 
meine Ehre seien preisgegeben um die Ehre Muhammeds vor euch zu 
schützen. 

SaHd b. Abi Zaid alAncarij von einem Ungenannten von Abu *Ubaida 
b. ^Abdallah b. Zam*a alAsadij von Xamza b. 'Abdallah b. Tmar von 
'Äisha: der Bote Gottes nannte Xassan die Scheide (xigäz) zwischen 
Gläubigen und Heuchlern, kein Heuchler liebe ihn und kein Gläubiger 
haisse um. Folgen Lobverse Xassan's auf 'Äisha *) , worin er ableugnet 
etwas gegen sie gesagt zu haben. 

'Abdallah b. Ga'far b. Muslim von Abu 'Atiq von Gabir: ich war 
auf dem Feldzuge von alMuraisi' der Gefährte 'Abdallah's b. Raväxa. 
Als wir um Mittemacht im Vadi TAqiq ankamen und dort Nachtruhe 
machten, sagte er mir, wir wollten vorangehen und unsere Frauen über- 
raschen. Ich wollte nicht, obwohl es der Prophet noch nicht verboten 
hatte; er aber verliess seine] Balxarith und ging allein nach seinem 
Hause. Er sah dort Licht und eine grosse Person neben seiner Frau 
liegen. Voll schlimmen Verdachts drang er mit gezücktem Schwert ein, 
in der Absicht beide zu töten. Nach einiger Ueberlegung jedoch weckte 
er seine Frau») und fragte sie, wen sie da bei sich habe. Da war es 

1) pIj> ^ ^3 l^y [joj BH. 739,3. 

») BH. 739,19. 

*) indem er sie mit dem Fusse anstiess. Das ist aber nicht etwa eine Grob- 
heit (Sprenger I 257,2 f. s. Aghani VIII 50f.), sondern das üebliche. Stiefel 
hatte er nicht an, die Frau aber schlief auf dem Boden. BH. 422,8. 



*190 Grabenkrieg A. 5. 

eine Eämmfrau ^) , welche sie schön machen sollte zu seinem Empfang! 
Am andern Morgen kehrte er znm Heere zurück, M. sah ihm das unan- 
genehme Erlebnis an, veranlasste ihn zu erzählen, und sagte dann: über- 
rascht nicht eure Frauen bei Nacht! Damals, sagte Gabir, verbot er das 
zum erstenmal ; das Heer blieb seitdem immer bis zuletzt fest zusammen. 
Auf der Rückkehr von Xaibar lagerten wir die letzte Nacht in alGurf, 
und der Prophet hatte ausrufen lassen, man solle nicht die Frauen über-^ 
raschen. Zwei Männer aber thaten es doch und erlebten nichts Erfreu- 
liches. — BH. 725—740. 

30. 
Der Grabenkrieg, A. 5 im Dhu-lQa'da. 

101 b M. bezog das Lager am Dienstag den 8. und kehrte nach 15 Tagen 

heim am Mittwoch den siebtletzten (23) des Monats; stellvertretender 
Imam war Ihn Umm Maktüm. 

Musa b. Muxammad b. Ibrabim b. alXarith von s. Vater, und JEUibi'a 
b. Tthman, und Muxammad von alZuhrij, und 'Abdisdcamad b. Muxammad, 
und Junas b. Muxammad alGhafarij, und ^Abdallah b. Ga^far, und Jaxja 
b. 'Abdallah b. Abi Qatäda, und Ihn Abi Sabra, und 'Abdalxamid b. 
Ga'far, und Ma'mar b. Räshid, und Xizäm b. Hisham, und Muxammad b. 
Jaxja b. Sahl, und Ajjub b. alNu'man b. 'Abdallah b. Ea'b b. Malik, 
und Musa b. 'Ubaida, und Qudäma b. Musa, und *Äidh b. Jaxja alZuraqij, 
und Muxammad b. Cälix, und 'Abdalraxmän b. 'AbdaPaziz, und Hisham 
b. Sa'd, und Mugammi' b. Ja'qub, und Abu Ma'shar, und alGaxxak b. 
'Uthman, und 'Abdalraxman b. Muxammad b. Abi Bakr, und Ibn Abi 
Xabiba, und Ibn Abi IZinäd, und Usäma b. Zaid und Andere: die ver- 
triebenen Nacif waren nach Xaibar gezogen zu den dortigen Juden, 
welche, wenn auch zahlreich und waffentüchtig, ihnen doch an Adel (bigüt) 
und Ansehen nachstanden; denn die Nacir und die Quraieha .gehörten zu 
den Eohens vom Stamme Aharon's. Von dort betrieben sie ein Bündnis 
mit den Qurashiten zur Ausrottung des Islam. Xujaij b. Aieab und Ei- 
nana b. Abi IXuqaiq gingen zu diesem Zweck nach Mekka, mit ihnen 
Abu 'Amir der Ascet (rähib) und Haudha b. Qais alVäiiy aus dem ausi- 
tischen Geschlecht ]S[aema und, noch einige andere Mediner. Abu SuQan 
empfing sie mit offenen Armen und das Bündnis kam zu Stande. Fun^g 
Qurashiten gingen mit ihnen hinter den Behang der Ea'))a, und unmittelbar 
sie berührend^) schwuren alle, einmütig zu sein ^gegen diesen Mann^ so 
lange noch einer von ihnen am Leben sei. Bei dieser Gelegenheit geschah 

») L^ ÜOUyt ^JJAj ^yi^ KAxXJt JiX^\ ^^ J^i>Ou nämUch KaäXJLj 



Grabenkrieg A. 5. 191* 

es, dass die Qarashiten die Juden fragten, ob ihre Religion oder die M/s 
die bessere sei, nnd die Antwort erhielten, sie seien der Wahrheit näher; 
Sur. 4,54. Nach dem Schwur verabredeten sie sich , um eine Frist fest- 
zusetzen; Gafvän b. Umajja schärfte seinen Landsleuten ein, «diese Frist 
nun aber auch einzuhalten und es nicht wieder so zu machen wie bei 
Badr alMauHd. Die Qurashiten rüsteten denn auch eifrig und riefen ihre 
Verbündeten (Axäbish) zu Hülfe und wen sie sonst konnten. Indessen 
gingen die Juden zu den Banu Sulaim, welche teilzunehmen versprachen, 
wenn die Qurashiten zu Felde zogen, und weiter zu den Banu Ghaeafan, 
denen sie für ihre Hülfe die Datteln von ^aibar auf ein Jahr aussetzten; 
am eifrigsten war IJjaina b. Xicn dabei. — BH. 668 ff. 673. io2a 

Nachdem die Quraish im Rathause die Fahne angebunden hatten, 
•rückten sie mit den Axäbish unter Abu SuQan's Befehl aus, 4000 Mann, 
300 Pferde, 1500 Kamele stark. In Marr alGhahrän stiessen die Sulaim 
zu ihnen, 700 Mann, geführt von Su^an b. ^Abdshams, dem Eidgenossen 
XarVs b. Umajja und dem Vater des Abu lAVar, der bei Ciffin auf Seite 
Ma*avya's focht. Die As ad zogen aus unter Befehl des Galxa b. !]S[!uvailid, 
die Fazära unter Ujaina und zwar vollzählig, 1000 Mann stark, die 
Ashga% 400 Mann, unter Massud b. Ruxaila, die Murra, 400 Mann, 
unter alXarith b. *Auf. Zwar sagt alZuhrij, die Murra seien, auf den Rat 
alXarith's, zu Hause geblieben und sie selber behaupten das auch; aber 
glaubwürdiger ist die andere Version, nach ^Abdalraxman b. ^AbdaPaziz 
von 'Abdallah b. Abi Bakr b. *Amr b. Xazm und *Acim b. *Umar b. Qa- 
tSda, welche beiden einen Vers Xassan^s anführen, worin er alXarith ver- 
spottet'). Doch war alXarith am ersten wert verschont zu werden. 

Zusammen waren es 10000 Mann in drei Heeren, unter dem Ober- 
befehl') Abu SuQan's. Die Quraish mit den Axäbish und dem sonstigen 
Anhang lagerten in Ruma und im Vadi TAqiq, wo sie ihre Kamele an 
den *I6ahbäumen weiden Hessen, während sie das Futter für ihre Pferde, 
Dhurra, mitgebracht hatten. Die Ghaeafan lagerten in alZaghäba zur Seite 
des Uxud (nach Naqamä zu, fol. 104b), ihre Kamele weideten an den 
Athi- und Garfabäumen von alGhäba und an den 'I6ah von alGurf, wurden 

>) Osj^jji ^^^i ö;i3W^ !^^3 !j*^ J^-Äotj qL*^ «IäP. Es 
scheint tiAi^l^ und [^*^j^ zu lesen und vielleicht ^Ist^LfU mit folgd. 

Akkus. Vgl. fol. 109 b unten. 

^ ^Lac. Die drei Heere sind Quraish, Sulaim, Ghaeafan; die Asad werden 
6/ ^ 

den letzteren untergeordnet. Hinterher werden aber nur zwei Lager an- 
gegeben, die Sulaim 3cheinen nach fol. 113 a mit den Ghaeafan zusammen 
gewesen zu sein. 



'192 Grabenkrieg A. 5. 

aber ganz mager dabei. Ihre Rosse, 300 an der Zahl, sachten sich küm- 
merlich ihr Futter anf den Stoppeln von arirc *), denn die Saat war schon 
vor einem Monat eingeheimst; es war die unfruchtbare Jahreszeit. 

Die Ejande vom Auszuge der Mekkaner erhielt M. durch die i.nz2L^Si, 
Er berief einen Kriegsrat — im Kriege beriet er sich gerne — und fragte, 
ob man dem Feinde entgegen gehen solle, oder sich verschanzen, sei es 
in der Stadt selber, oder nahe dabei an den Berg Sal' gelehnt. Von den 
Vorschlägen, die gemacht wurden, leuchtete am meisten der des Persers 
102 b Salman ein, sich gegen die Reiterei durch einen Graben zu verschanzen. 

Ihn Abi Sabra von Abu Bakr b. 'Abdallah b. Abi Gahm: M. ritt aus, 
um einen passenden Lagerplatz zu suchen und entschied sich dafür, sich 
an den Berg Sal' zu lehnen und dann einen Graben zu ziehen von al- 
Madhäd über Dhubäb nach Rätig. Darauf erliess er das Aufgebot, die 
Muslime lagerten sich am Fusse des Sar und begannen schleunigst den 
Graben zu ziehen, M. selber arbeitete mit; die Quraieha, damals noch gut 
Freund, liehen Schaufeln, Picken und Körbe ^), Einer jeden Familie war 
ihre Strecke zugeteilt; die Emigranten gruben von Rätig bis Dhubäb, die 
Mediner von Dhubäb bis zum Berge der Bann übaid; der übrige Teil der 
Stadt war Haus an Haus gebaut. — BH. 670. 

Muxammad b. Jaxja b. Sahl von s. Vater von s. Grossvater: ich sah 
die Muslime graben, der Graben war ein Klafter*) breit. Die Jungen 
trugen Erde, in Körben auf dem Kopfe, und schütteten sie in der Nähe 
von M.'s Standorte auf; war das geschehen, so holten sie Steine in den 
Körben und schichteten sie gleichfalls dort zusammen; Steine waren die 
Hauptwaffe zur Abwehr der Feinde. 

Ihn Abi Sabra von Marvan b. Abi Sa'id: M. trug auch mit Erde; die 
Leute machten Knittelverse bei der Arbeit, und wenn einer nachliess, 
lachten sie ihn aus. Emigranten und Mediner stritten sich, wem Salman 
zugehöre; M. nahm ihn für sich in Anspruch. Der Perser arbeitete aber 
auch für zehn, bis Qais b. Abi Ca'ca'a ihn mit dem bösen Blick traf und 
zu Boden warf. Nachdem er aber ein ihm von M. verordnetes Mittel an- 
gewandt hatte, war es, als sei er von Banden gelöst*). — BH. 677. 



') 4^^iyjs> ^ \^i^ \^m^j es griff sie an. 

2) JJlX*3 ^\\j^^ ^L**^. Mit dem zweiten (Sing, und Plur.), wofür 

auch ma'ävil steht, wird nach fol. 104 a eingehauen, mit dem ersten die 
Erde geschürft und in das dritte hineingethan. 
') KLxmaj, nicht selten als Mass identisch mit xaLä. Gegen Sprenger UI 
14 f. Anm., der über die Femininendung stolpert. 

UjL^ JotÄs aJjj> i^ÜtJt UXj^ ikj JuMsjilxÄi^ sl Us^äJIs n^^jA i\J& 



Grabenkrieg A. 5. 193 

Ibn Abi Sabra von alFudail b. Mubasshir von Gabir: Salman hatte eine 
5 Eilen lange Strecke 5 Ellen tief zn graben, im Umsehen war er damit 
fertig. 

Anas b. Malik: ich sah den Propheten staubbedeckt vom Graben, er ' 
bekam Gerstenbrei mit einem Ueberguss von ranziger Butter, und ass ihn 
indem er sagte: o Gott, das wahre Brot ist das des zukünftigen Lebens. 

Ajjub b. Nn^man von s. Vater von s. Grossvater von Ka'b b. Malik: 103 a 
wir Banu Salama improvisirten Verse beim Graben; aber M., der sonst 
nichts dagegen hatte, da es harmlos gemeint sei, verbot es mir und dem 
Xassan, weil wir beiden den Andern gar zu überlegen seien. 

Jaxja b. ^AbdaPaziz von *Acim b. Tmar b. Qatada : Gu'ail b. Suraqa 
war ein frommer Mann, stand aber nicht in Achtung und sah hässlich 
aus. M. änderte damals seinen. Namen, da dichteten die Muslime': er hat 
ihn *Amr genannt stati Gu^ail, und wer schon die HofiEhuDg aufgab, be- 
kam eines Tages doch noch ein Reittier*). — BH. .671. 

Als Sa^d b. Mu^adh, der bei dem Propheten sass, den jungen Zaid 
b. Thabit Erde tragen sah, sagte er zu M. : Gott sei Dank, der mich durch 
dich zum Glauben geführt hat; mit dem Vater dieses Jünglings habe ich 
am Tage von Bu^ath gerungen und ihn zu Boden gestreckt! Mit Zaid 
trug es sich später zu, dass er, in starker Kälte, ermüdet am Rande des 
Grabens einschlief, während die Anderen ausschwärmten, um die Feinde 
abzuwehren. Als er aufwachte, waren seine Waffen fort. Der Prophet 
schalt ihn aus, verschaffte ihm aber zugleich seine Waffen wieder, welche 
*Umara b. Xazm weggenommen hatte, und verbot fürs künftige dergleichen 
Scherze. 

'Alij b. Isa von s. Vater: alle beteiligten sich bei der Arbeit, auch ' 
der Prophet. Abubekr und Omar, wie immer unzertrennlich, trugen Erde 
in ihrem Zeuge, weil die Korbe in Eile vergriffen waren. 

AlBarä b. *Azib : kein Mann in rotem Prachtkleide ist mir je schöner 
vorgekommen als damals der (halbnackte) Prophet. Er war auffallend 

v3Uifr ^yA Jw^>. Ziemlich unklar (vgl. fol. 147 a); das taya66u scheint 

Qais, das ightisäl mit dessen Vacü dagegen Salman thun zu sollen. Ob 
*anahu feststeht und richtig verstanden ist, sei dahingestellt. 
"). BH. 671,9. Die zweite Vershälfte macht Schwierigkeiten, die geringste ist 
der Akkus, bei kana. Die Uebersetzung, die ich im Text gebe, ist die 
durch den Sprachgebrauch gesicherte. Der Sinn wäre spöttisch: er ist 
gewaltig avanciert, nun er Hinz statt Kunz heisst. Kaum gestattet ist zu 
übersetzen: „und dem Hoffiiungslosen ist ein heller Tag erschienen** — 
wobei man j au man substantivisch und ehahran adjectiyisch verstehen 
müsste. 

VäUdi, Mahammed. 13 



194 Grabenkrieg A. 5. . 

weiss, sein starkes Haar hing ihm auf die Schultern; ich sah ihn Erde 
auf dem Rücken schleppen, bis der Staub mir den Blick hemmte. 

Abu Sa'id alXüdrij sah M. graben und den Staub auf seinem Rücken 
und in seinen Bauchfalten liegen; dabei sagte er: lähamma laulä anta 
mä htadainä u. s. w. 

Ubaij b. 'Abbäs b. Sahl von s. Vater von s. Grossvater: M. traf mit 
der Picke auf einen Stein, dass es klang. Da lachte er und sagte: ich 
lache über Leute, die von Osten her in Fesseln gebracht werden um mit 
103b Gewalt ins Paradies getrieben zu werden*). 

'Acim b. 'Abdallah alXakamij von 'ümar b. alXakam : Omar traf mit 
der Picke auf hartes Gestein, beim Berge der Banu 'Ubaid ; M. nahm ihn 
die Picke aus der Hand und hieb dreimal zu; das erste Mal blitzte es 
nach Süden, das zweite Mal nach Norden, das dritte Mal nach Osten; 
darauf zerbrach der Stein und ward zu Sand. Salman sah die drei Blitze, 
der Prophet erklärte,, was sie zu bedeuten hätten, die Eroberung der 
Burgen von Jemen, von Syrien und vom Irak, und beschrieb dabei die 
Königsburg von Madäin aufs genaueste, wie Salman, der sie kannte, be- 
zeugen konnte. — BH. 673. 

Der Graben lief vom Berge der Banu 'übaid in iurbä bis nach 
Ratig; die Emigranten gruben von Dhubäb bis Ratig, die Mediner von 
Dhubab bis Xurbä; überall sonst verbanden sie die Häuser von Medina 
durch Mauern. Die 'Abdalashhal gruben bei Ratig hinter der Moschee, 
die Dinar von Xurbä an bis dahin wo jetzt das Haus des Ihn Abi IGanüb 
ist. Weiber und Kinder wurden in die Türme gebracht, 'Äisha in den 
der Banu Xaritha, welcher besonders fest war. Die 'Amr b. 'Auf, die 
Xaema, Umajja, Väil, Väqif brachten ebenfalls ihr Ingesinde in die Türme 
und Beteiligten sich selber an der Verteidigung (Medina's) ^, nur ein Teil 
der 'Amr b. 'Auf verschanzte sich in Quba. 

'Abdalraxinan b. Abgar^) von Calix b. Abi Xassan von einigen alten 
Vaqifiten: Die Banu Väqif waren selber beim Propheten; hatten aber 
Weib und Kind in ihren Türmen. Dort besuchten sie sie alle Mittag, 
zuletzt bewaffnet, weil es M. ihnen anders nicht erlauben wollte, aus 
Furcht vor den Quraieha. 

Hiläl b. Umajja : ich wollte mit einigen Geföhrten aus meinem Volke 
und aus 'Amr b. 'Auf zu Hause, wir bogen von der Brücke und von 
Cafna auf Quba ab, als wir in al'Ausä von einigen Quraehiten, darunter 

*) Er meint wohl den persischen Sklaven Salman. 

2) t^-Ua> vgl. fol. 104a unten. 

3) Var. AlXaritb. 



Grabenkrieg A. 5. 195 

Nabbäsh b. Qais, mit Pfeilen begrüsst wurden. Wir schössen wieder, 
bis sie sich zurückzogen. 

Aflax b. Sa'id von Muxammad b. Ka'b: der Graben lief vom Berge 
der Banu Ubaid bis Rätig. Das ist nach Yakidi das Richtige. 

Muxammad b. Zijäd b. Abi Hunaida von Muxammad b. Ibrahim b. i04a 
alXarith von Gabir: die Leute stiessen auf Fels und zerbrachen die 
Hauen; der Prophet aber goss Wasser darauf und er ward wie Sand. 
Ich sah ihn graben, er war abgemagert, der Staub haftete in seinen 
Bauchfalten. Da ging ich zu meiner Frau und sagte ihr, sie solle von 
dem was wir hatten — es war ein Schaf und ein Mass Gerste — dem 
Propheten ein Mahl bereiten. Als es fertig war, ladete ich ihn ein, mit 
denjenigen seiner Gefährten, die er gern mitbringen wolle. Er faltete 
seine Finger in meine und rief: kommt alle mit zu Gabir, er ladet euch 
ein. Ich war erschrocken, aber meine Frau sagte: er wird es schon 
machen. Bei uns angekommen befahl M. der Gesellschaft sich zu je zehn 
zu gruppieren; dann mussten wir auftragen. Das Fleisch im Kessel 
ward nicht weniger und das Brot im Ofen nahm nicht ab, sie assen alle 
und wurden satt, und wir verschenkten noch etwas. — Es beteiligten 
sich Alle an der Arbeit, auch der Prophet; dabei improvisirten die Me- 
diner einen Vers, worin sie M. ihrer Treue versicherten; und M. erwiderte 
mit einem Verse, -r- BH. 671 f. 

Ihn Abi Sabra von Galix b. Muxammad b. Zijäda von Abu Salama 
b. *Abdalraxman b. 'Auf von Abu Vaqid alLaithij : M. musterte die Jüng- 
linge, einige wies er zurück, ändere Hess er zu, z. B. Ibn Tmar, Zaid b. 
Thabit, und alBarä b. 'Azib, alle drei 15 jährig. Die Zurückgewiesenen 
halfen indessen mit am Graben, doch als die Sache ernst wurde, mussten 
sie zu ihren Familien zurück in die Türme. Die Zahl der Muslime 
belief sich auf 3000. M. arbeitete sowohl mit der Haue, als mit der 
Schaufel und dem Korbe. Einmal schlief er erschöpft ein, mit der 
linken Seite an einen Stein gelehnt. Abubekr und Omar hielten die 
Leute fem, ich kam ihm doch nahe, so dass er aufwachte. Er war un- 
zufrieden, dass man ihn nicht geweckt habe, und nahm sofort wieder die 
Arbeit auf, indem er einen Vers dazu sagte 9. 

'Abdalxamid b. Ga'far von s. Vater : der Graben ward in sechs Tagen 
fertig, M. lagerte am Sar 2) , so dass er ihn im Rücken und den Graben 

^) lähumma inna Taisha 'aishu l-aiira 

faghfir lilAncäri yalilMuhägira 

allähumma l'än *Acalän yalQära 

hum kallafüni anqulu Ixigära 



'; fcJL^ j^ hinter dem Sal'. 



13 



196 Grabenkrieg A. 5. 

vor sich hatte. Seine lederne Qubba stand hei der Moschee alA'lä am 
104 b Fasse des Berges (gahal alAxzäb). Von seinen Fraaen war bald 'Äisha, 
bald Umm Salama, bald Zainab bei ihm; die übrigen waren im Turm 
der Bann Xaritha; nach anderen in einem Turm der Bann Zuraiq, 
namens alMushajjad '); oder, wenigstens teilweise, im Färi^ 

Abu Ajjüb b. Na'män von s. Vater: Xiga^ h. Aieab hatte den 
Mekkanem gesagt, die Quraieha würden auf ihre Seite treten, sie könnten 
750 wohlgerüstete Krieger stellen. Ifnn forderte Ahn SuQan ihn auf, 
sie zum Bruch ihres Vertrages mit M. za bewegen. M. hatte nämlich 
bei seiner Ankunft in Medina mit den sämmtlichen Jaden abgemacht, 
dass sie weder für noch gegen ihn sein sollten; nach andern sollten sie 
ihm im Falle eines Angriffs gegen Medina helfen und im Uebrigen bei 
ihren besonderen Verträgen mit den Aus oder ]S[azrag bleiben. Xujaij 
ging, wie man. sagt, von Dhu-lXulaifa über alTcba nachts zu Kalb b. 
Asad, welcher im Namen der Quraieha den Vertrag geschlossen hatte 
und im Besitz der Urkunde war. 

Muxammad b. Ka'b alQuraehij: Xujaij war ein Unglücksmensch, der 
sein Volk ins Verderben stürzte, wie Abu Gahl die Quraish. Er be- 
gegnete zuerst dem Ghazzäl b. Samuel und teilte ihm die Nachricht 
über die Ankunft der Quraish und Ghaeafan mit; jener war darüber 
aber keineswegs erfreut. Ea'b b. Asad, bei dem er sodann anklopfte, 
wollte ihm anfangs vor der Thür abfertigen und nichts von seinem An- 
trage wissen'), bis Xujaij sagte, er thue so bloss aus Geiz, um ihm 
nichts vorsetzen zu müssen. Da ward Kai) zornig und liess ihn ein; 
nach und nach kriegte ihn der Andere so weit herum*), dass er sich 
bereit erklärte, die Obersten der Juden zu befragen. Aber jener sagte, 
die thäten ja doch was er wolle , und bearbeitete ihn so lange bis er 
weich wurde. Er sprach freilich die Besorgnis aus, dass man ihn, wenn 
die Sache schlecht gehe, sitzen lassen und der Bache M.'s überliefern 
106a würde; aber Xujay verpflichtete sich in diesem Falle*) bei ihm zu 
bleil^en und das Schicksal der Quraieha zu teilen. Da gab ihm Ea'b 
die Urkunde über den Vertrag mit M. heraus, und er zerriss sie. Ver- 
gnügt erzählte Xujaij es dann den Juden, die in der Nähe Ea'b's wohnten, 
aber diese waren wenig erfreut darüber ; alZablr b. Bäeä jammerte : nan 

so glaube ich lesen zu dürfen. 

^ Er erklärte von M.: |^ Ui w5^j:^ Of^ iU3 LÜ jSts>\ U, und von 

sich selber: ^L^^ isj'^ (^J o' J^^ ^ l^^ -T^^ ^ ^^ 
*) 8^t nsX^ 3 »JlÄÄi ^ ^? d.h. dieses Mal. 



Grabenkrieg A. 5. I97 

sei es mit ihneu vorbei , künftig werde kein Jude mehr in Hazm ») und 
keine Jüdin in Medina wohnen. KaT) aber Hess fünf der edelsten Juden, 
alZabir und Nabbäsh und Ghazzäl und Tqba b. Zaid und KaT) b. Zaid,. 
zu sich rufen und erzählte ihnen, was geschehen sei und dass Xtijaij 
versprochen habe, im schlimmen Fall sich ihnen zu stellen und bei ihnen 
zu bleiben. „Was hast du denn davon?" fragte alZabir, und Ka'b 
musste schweigen. Sie erklärten übrigens, ihm nicht zuwider sein zu 
wollen, obgleich Xujaij ein bekannter Unglücksmensch sei. Da bereute 
Ka'b doch wieder seinen Schritt, that ihn aber doch nicht zurück; denn 
Gott wollte die Juden schänden. — BH. 674. 

Als Omar dem Propheten die erste Nachricht von dem Vertragsbruch 
,der Juden brachte — er traf ihn in seinem Zelte mit Abubekr, während 
die Muslime sich gegenseitig ablösend den Graben bewachten und ihre 
Reiter, dreissig und einige, den Graben auf und ab ritten, um die Ver- 
bindung mit den Wachen zu unterhalten — bekam derselbe einen grossen 
Schrecken. Um sich zu vergewissern, schickte er alZubair zu den Qu- 
raieha; der kam zurück mit der Meldung, dass sie ihre Burgen ausr 
besserten und sonstige Vorbereitungen für den Krieg träfen^). Darauf 
ordnete M. Sa*d b. *Ubäda, Sa'd b. Mu'ädh, und Usaid b. Xucair zu den 
Juden ab ') ; sie beschworen dieselben den Vertrag nicht zu brechen und 
Xnjaij nicht zu folgen. Aber Ea*b b. Asad sagte : ich zerreisse den Bund, 
wie ich diesen Schuhriemen zerreisse! Als er von dem Ausiten Usaid 
an das Schicksal der Nadir erinnert wurde, die wie er wohl wisse den 
Quraieha überlegen und beim Blutgelde doppelt so hoch geschätzt gewesen 
seien, erwiderte er ihm: hätten wir deinem Vater nicht am Tage von 
Bu^ath geholfen, so hätten ihn die Xazrag aus dem Lande getrieben. 105 b 
Darauf brachen die Juden in ein unanständiges Schimpfen aus auf Mu- 
hammed und auch auf den anwesenden Xazragiten Sa*d b. 'Ubäda; be- 
sonders thaten sich Nabbash und Ghazzäl dabei hervor. Sa*d geriet in 
Zorn und wollte wieder schimpfen, aber der andere Sa'd hielt ihn davon 
zurück und antwortete auf die Unflätereien nur: schon ist anders. Dar- 
nach kamen die Abgesandten zu M. zurück und meldeten ihm, dass der 
Abfall Thatsache sei, aber seiner Anweisung gemäss bloss andeutend 
durch die Worte: „'Acal und alQära" — das sollte heissen, die Juden 
seien' ebenso treulos wie jene. M. stimmte sofoij; das Takbir an, als 



*>) j^j^", aber Jaqut ^^, 

*) „Damals erklärte ihn M. für seinen Apostel (xavärij)*^. 
*) Nach einer anderen weniger verbürgten Nachricht fol. 105 b waren es ausser 
den beiden SaM noch 'Abdallah b. Ravüxa und Xavvät b. Gubair. 



198 Grabenkrieg A. 5. 

habe er eine freudige Nachricht erhalten. Aber die Wahrheit ward doch 
bald ruchbar. — BH. 674 f. 

Die Gefahr und die Furcht war gross, besonders für die Weiber und 
Kinder, in der Stadt war man besorgt (Sur. 33,10). Die Heuchler aber 
führten das grosse Wort, Mu'attib b. Qushair sagte : er verspricht uns die 
Schätze Eosru's und des Kaisers, und dabei kann niemand von uns in 
Sicherheit seine Notdurft verrichten. Das war nach Calix b. Ga'far von 
Ibn Ka'b die Antwort auf eine Prophezeiung, die M. damals that um den 
Mut der Seinen zu beleben. — BH. 675 f. 

Ibn Abi Sabra von alXarith b. alFudail: die Qnraieha hatten vor, 
nachts über die Stadt herzufallen, und erbaten sich dazu von den Quraish 
und Ghaeafan je 1000 Mann Unterstützung. Der Prophet aber erfuhr es 
und liess die Stadt nachts durch zwei Abteilungen (unter Salama b. Aslam 
und Zaid b. Xaritha) und (sie) die Reiter bewachen. Abubekr pflegte 
zu sagen: wir fürchteten uns wegen der Weiber und Kinder in Medina 
vor den Quraieha mehr, als vor den Quraish und Ghaeafan. Ich pflegte 
. auf den SaF zu steigen um nach Medina zu sehen, und wenn ich dann 
die Feinde auf dem Rückzug sah, lobte ich Gott. Die Ursache, dass sie 
sich zurückzogen, war dass Medina bewacht wurde. 

CJalix b. Xavvät von Ibn Ka'b von Xawät b. Gubair : ich erhielt von 
M. Befehl zu sehen, ob die Quraieha irgend eine unbeschützte, einem Ueber- 
106 a fall zugängliche Stelle hätten. Ich kletterte bei Sonnenuntergang vom SaP 
herunter, gelangte über Ratig, *Abdalashhal, Zuhra und Bu'ath in die Nähe 
ihrer Schlösser, und verbarg mich dort um zu beobachten. Nach einer 
Weile aber war ich eingeschlafen, da nahm mich ein Vorposten der Juden 
auf den Rücken, trabte mit mir auf ihre Schlösser los, und rief (auf 
jüdisch, was ich verstand): da bring ich euch ein fettes Kalb. Ich 
schämte mich nicht wenig; als aber der Mann durch das Gespräch mit 
den Anderen abgezogen war, suchte ich nach der Axt^), welche die Juden 
immer mit sich zu führen pflegten, fand sie und traf ihn damit in die 
Leber, dass er -zusammenbrach mit dem Ausruf: die Bestie! Die Juden 
zündeten sofort Feuer auf ihren Türmen an, ich aber entkam glücklich 
auf dem Wege, den ich gekommen war. Als ich zu M. zurückkam, hatte 
der mein Erlebnis bereits durch Gabriel erfahren. — Xawat sagte: wir 
machten bei der Belagerung die Nacht zum Tage. 

Ibn Abi Sabra von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm: Nabbäsh b. 
Qais und noch 10 der besten jüdischen Krieger waren nachts gegen Me- 

^) Andere Version: ich hatte mich, da ich ihnen ihre Freundschaft schlecht 
vergolten hatte, schon auf das Aeusserste gefasst gemacht, als mir das 
Beil einfiel. 



Grabenkrieg A. 5. 199 

dina gezogen und bis Baqi' alGharqad gelangt, ^ort aber wurdeti sie von 
der Abteilung des Salama b. Aslam zurückgetrieben. Salama, der sich 
in der Gegend der Banu Xaritha befand, verfolgte sie bis zu ihren 
Schlössern und zerstörte ihnen einen Brunnen, so dass die Juden ihrer- 
seits vor einem üeberfall in Angst gerieten. 

Nach einem Schaich von Quraish, mit dem Ihn Abi IZinäd und Ihn 
Ga'far übereinstimmen, hat sich die (fol. 63a erzählte) Geschichte von 
Xassan und Cafijja erst beim Grabenkriege zugetragen. — BH. 680. 

Die Banu Xaritha baten durch Aus b. Qaiehij um Erlaubnis, zu ihrem i06b 
Quartier zurückkehren zu dürfen, welches den Ghaeafan offen stehe. M. 
gab ihnen Erlaubnis, zog sie aber wieder zurück, als Sa'd b. Mu'adh hin- 
zukam und sagte, so machten sie es immer. — BH. 675 f. 

^Äisha: M. ging eines Nachts öfter fort um nach einer schwachen 
. Stelle iä der Verschanzung zu sehen; wenn ihn fror, kam er wieder und 
wärmte sich in meinen Armen; bis er endlich sagte: wenn doch ein 
frommer Mann die Nacht für mich wachen wollte. Da hörten wir draussen 
Waffengeklirr, es war Sa'd b. Abi Vaqqäc — dem vertraute er die Wache 
bei der schwachen Stelle an und schlief dann bis er schnarchte. 

lAbdalraxman b. Muxammad b. Abi Bakr von 'Abdallah b. Abi Bakr 
b. Xazm von Umm Salama: ich war die ganze Zeit über bei dem Pro- 
pheten. Einmal, bei grosser Kälte, erhob er sich vom Gebet, ging aus 
dem Zelte, draussen hörte ich ihn sagen: da sind die feindlichen Reiter, 
wer schützt uns vor ihnen? 'Abbäd b. Bishr, der sich mit seiner Schar 
stets in der Nahe des Zeltes aufhielt, versprach aufzupassen. Richtig 
versuchte Abu Su^'an einen Angriff, aber die Muslime waren auf ihrer 
Hut und trieben seine Reiter mit Steinwürfen und Pfeilschüssen zurück. 
'Abbad meldete dem Propheten, den er im Gebet traf, den Rückzug der 
Feinde; darauf schlief jener ein und schnarchte und rührte sich nicht, 
bis Bilal ihn zum Frühgebet weckte. 

Ajjüb b. Nu'man von s. Vater: der Graben war in der Eile nicht 
überall gleich breit gemacht; an einer Stelle, wo die Pferde ihn nehmen 
konnten, machten 100 feindliche Reiter unter 'Amr b. aPAc einen An- 
griff; aber die Muslime, unter Usaid b. Xußair, schlugen sie mit Stein- 
würfen und Pfeilschüssen ab. In der folgenden Nacht Hess Salman den 
Graben an dieser Stelle verbreitem. Man litt sehr von Kälte und Hunger io7 a 
bei der Nachtwache. 

img^ b. alXarith von Abu *Atiq alSulamij von Gabir : *Amr b. aPAc 

und Xalid b. alValid suchten uns mit der Reiterei nachts zu überfallen; 

an einer schmalen Stelle machte Xalid Anstalt, mit 100 Pferden über den 

Graben zu setzen, aber wir schössen mit Pfeilen, bis es Morgen wurde. 

Ibrahim b. Ga'far von s. Vater von Muxammad b. Maslama: Xalid 



200 Grabenkrieg A. 5. 

kam in jener Nacht mit 100 Reitern von aPAqiq her und machte in al- 
Madhäd gegenüber dem Zelte M.'s Halt. Ich machte ^Abbäd b. Biskr^ 
der die Wache hatte, aufmerksam; und nun begann ein PfeOkampf von 
diesseit und jenseit des Grabens, der sich von einer zur anderen Stelle 
fort und um den ganzen Graben herum zog; immer wenn wir an eine 
Wache kamen, traten neue Kämpfer ein und ein Teil der alten blieb 
zurück. Bei Ratig hielten die Feinde länger stand, weil sie auf einen 
üeberfall der Stadt durch die Juden warteten. Da aber wurden sie von 
Salama b. Aslam und seinen Reitern in die Flanke gefasst, worauf sie 
sich zurückzogen. Am andern Morgen ward Xalid gescholten, dass er 
weder beim Angriff auf den Graben noch im Felde gegen die Reiter etwas 
ausgerichtet habe; er aber sagte, er wolle einmal sehen wer es besser 
mache. 

Ibn Abi Sabra von 'Abdalvaxid b. Abi *Aun von ümm Salama:. 
mitten in der Nacht wachte M. auf von dem Kampfruf der Emigranten: 
ja iaila llähi! £r ging heraus und erfuhr von *Abbad b. Bishr, der bei 
seinem Zelte Wache hielt, Omar habe diese Nacht den Befehl und rufe 
die Muslime bei Xusaika (zwischen Dhubäb und der Siegesnioschee) zum 
Kampfe heraus — ich hörte vor der Thüre zu. 'Abbad erhielt darauf 
den Auftrag sich an Ort und Stelle umzusehen; er meldete, dass *Amr 
b. 'Abd mit den Mekkanem und Massud b. Ruxaila mit den Ashga'iten 
einen Angriff machten und mit Pfeilen und Steinen beschossen würden. 
Da wappnete sich der Prophet und ging selber an den geföhrdeten 
Punkt; aber bald kam er wieder und sagte erfreut, Gott habe die Feinde 
107 b abgeschlagen. Darauf schlief er wieder fest ein. Nach einer Weile er- 
hub sich ein neuer Lärm, 'Abbad meldete, dass öirär b. aEtaeeäb und 
'üjaina b. Xicn beim Berge der Banu 'übaid angriffen. Wiederum ritt 
der Prophet hin; früh Morgens kam er erst wieder. Ich habe die mei- 
sten Feldzüge mitgemacht, aber nie war unsere Furcht und unsere An- 
strengung so gross; denn wir steckten in einem Loch und waren nicht 
sicher, dass nicht die Quraieha Medina überfielen; die Stadt wurde immer 
bewacht 1)is zum Morgen, die ganze Nacht hörte man das. Takbir. 

Ibrahim b. Ga^far von s. Vater von Muxammad b. Maslama: eines 
Nachts, während M. schlief und schnarchte, erschienen plötzlich Reiter 
auf dem Sal'; ich wurde von *Abbad, der mit uns bei M.'s Zelte Wache 
hielt, auf Recognoscierung geschickt; es waren aber die muslimischen 
Reiter unter Salama b. Aslam. — Weiter sagte Muxammad: unsere Nacht 
war während des Grabenkrieges wie der Tag, bis Gott uns erlöste. 

Xariga b. alXarith von Abu *Atiq von Gabir und alöaxxak b. *üth- 
man von 'Ubaidallah b. Miqsam von Gabir: wir fürchteten uns wegen 
unserer Familie vor den Quraieha mehr als vor den anderen. 



Grabenkrieg A. 5. 201 

Die Mekkaner wechselten ab, bald griff Abu SuQan an, bald Xalid, 
bald *Amr b. .al^Ac, oder Hnbaira b. Abi Vahb, oder 'Ikrima b. Abi Gahl, 
oder C/irar b. ad^aQoab; aber immer tummelten sie sich zwischen aUIa- 
dhad und Batig, manchmal sich zerstreuend, manchmal sich vereinigend. 

Unter den Schützen, welche sie vorschickten, zeichneten sich aus 
Xabbän b. al'Araqa und Abu üsäma alGushamij. Eines Tages, als sie 
gegenüber von M.'s Zelte kämpften, schoss Xabban (nach anderen Abu 
Usama) einen Pfeil auf Sa^d b. Mu'adh mit den Worten: den nimm von 
Ihn al^Araqal und traf ihn in die Handader. Der Prophet, der in voller 
Rüstung dabei stand, sagte: möge Gott dich im Höllenfeuer schwitzen 
(:= *ariqa) lassen. Sa'd trug zwar einen Panzer, der jedoch nicht über 
die Arme ging, worüber ^Aisha gleich gegen seine Mutter, mit der sie im 
Turme der Banu Xaritha zusammen war, ihre Besorgnis ausgesprochen 
hatte, als sie ihn stolz und todesfreudig zu Felde ziehen sah^). los» 

Auf die fortgesetzten kleineren Angriffe folgte ein allgemeiner Angriff 
mit der gesamten Reiterei, sowohl der Mekkaner, als auch der Bundesge- 
nossen. Sie schimpften über den Graben, das sei eine unwürdige und 
unarabische Kriegslist. Einer Anzahl mekkanischer Führer gelang es aber, 
an einer schmalen und nicht gehörig bewachten Stelle hinüberzukommen; 
nämlich 'Ikrima b. Abi Gahl, Naufal b. ^Abdallah, Öirär b. alXaeeab, Hu- 
baira b. Abi Vahb und *Amr b. 'Abd; dagegen zog Abu Su^an es vor, 
auf der anderen Seite zu bleiben. *Amr b. 'Abd, schon ein sehr alter, 
wie man sagt 90j ähriger Mann, forderte zum Zweikampfe heraus; er hatte 
nämlich für eine schwere Wunde, die er bei Badr erhalten hatte, Rache 
zu nehmen gelobt'), an der Schlacht von üxud jedoch nicht teilnehmen 
können. Ali nahm die Herausforderung an, da, aus Hochachtung vor 
'Amt, kein anderer wollte; M. übergab ihm sein Schwert und legte ihm 
eine Kopfbinde an. 'Amr hatte auf Abubekr oder Omar als Gegner ge- 
rechnet, Ali war ihm zu jung. Aber durch dessen Aeusserung, er hoffe 
ihn zu erlegen, gereizt, stieg er vom Pferde ab und lähmte es, um zu 



o ^ ^ 



0. Er sagte: töi cj^! ct**"^' ^ J**"*"^ '■^P^' ^j"^. ^Ldä vi>vJ 
J^^l ^\s>. Vgl. BH. 679,2. Der gemeinte Xamal ist Xamal b. Badr 
alFazärij, nach einem Scholion. 

^ Q^jJt c;ajOj>3 0.v3sj. Es ist klar, dass die israelitischen Nazire aus 

Voventen zu Devoten geworden sind. Die Araber enthielten sich des 
Weines, der Weiber, des Salböles, bis sie ihr Gelübde (meisf auf Krieg 
und Bache bezüglich) erfüllt hatten. Ganz auf gleicher Linie steht es, 
dass sie sich das Haar weder scheren noch kämmten und putzten, viel- 
mehr in Schmutz und Läusen aufgehen Hessen, bis sie ihrem Gelübde 
gemäss das Fest gefeiert und das Opfer gebracht hatten. 



202 Grabenkrieg A. 5. 

Fuss auf Leben und Tod mit ihm zu kämpfen. Der Staub, erzählt Gabir, 
verhüllte die beiden Kämpfer; da aber hörten wir Ali's Takhir und nahmen 
daraus ab, dass er 'Amr getötet hatte. Darauf setzten die Mekkaner über 
den Graben zurück, wobei jedoch Naufal b. 'Abdallah hineinfiel und ge- 

108 b steinigt wurde. Omar und alZubair verfolgten sie und begannen ein Ge- 

plänkel, bei dem der erstere beinah schlecht weggekommen wäre. Sein 
Bruder Cirär nämlich ritt auf ihn ein und hielt ihm die Lanze unter die 
Nase, zog sie jedoch dann wieder zurück, indem er sagte, er habe gelobt, 
keinen Qurashiten zu töten , aber Omar solle ihm diese Gnade danken *). 
AlZubair — von dem erzählt wird, er habe mit einem Hiebe Naufal mit- 
samt seinem Sattel bis auf den Rücken des Pferdes durchspaltet, und 
dann gesagt, als man deswegen sein Schwert bewunderte: es liegt nicht 
am Schwerte, sondern am Arme — ritt auf Hubaira ein, hieb seinem 
Pferde in die Gurgel und erbeutete seinen Panzer, den er hinter sich am 
Sattel hatte. 'Ikrima Hess auf der Flucht seine Lanze fallen. Als sie 
glücklich wieder zu Abu Sufjan gelangt waren, rieten sie für heute den 
Angriff aufzugeben; man richte doch nichts aus. Also kehrten beide, die 
Qurashiten und ihre Bundesgenossen, in ihre Lager zurück. Aber wäh- 
rend der Nacht rüsteten sie sich zu einem neuen Angriff, den sie am 
folgenden Morgen vor Tau und Tage begannen. — BH. 677 f. 

AlCaxxäk b. Tthmän von *übaidallah b. Miqsam von Gabir : der An- 
griff währte den ganzen Tag, dem Propheten gegenüber kämpfte Xalid 
mit einer starken Schar, zu keinem Gebete Hess er ihm Zeit. Erst in der 
Nacht kehrten die Feinde zurück ; da begaben sich auch die Muslime ins 
Lager bei dem Zelte des Propheten. Doch liessen sie 200 Mann unter 
üsaid b. Xucair zur Bewachung des Grabens zurück, und das war gut, 
denn Xalid versuchte noch einmal einen Reiterangriff, wobei Vaxshij den 
zu den Banu Salama gehörigen alOufail b. alNu'man mit seinem Spiesse 
tötete. 

Folgen mehrere Versionen, in welcher Weise M. die während des 

109 a Tages versäumten Gebete nachgeholt habe. Ihn Abi Dhi'b von alMaqburij 

von 'Abdalraxman b. Abi Sa'id alXudrij von s. Vater: damals war nämlich 
das Furchtgebet noch nicht offenbart. — Die Banu Maizum liessen um 
die Leiche Naufal's bitten und boten Lösegeld dafür; M. gab sie ihnen 
heraus, verschmähte aber das Lösegeld für das Eselsaas 2). 

Nach diesem unternahmen die Mekkaner keinen Gesamtangriff mehr, 
nur noch allnächtlich kleine üeberfälle mit wenigen Leuten. Einmal ge- 
rieten zwei muslimische Vorposten, die sich für Feinde ansahen, in Kampf, 

1) Vgl. fol. 69 b. 

2) Jerem. 22,19. 



Grabenkrieg A. 5. 203 

bis sie sich an der Losung erkannten: xumma lä juncarüna! M, erklärte, 
dass wenn einer von den beiden seinen Wunden erliege, er als Blutzeuge 
anzusehen sei. Hinterher nahmen sich die Muslime in Acht und riefen 
immer erst die Losung, ehe sie anfingen zu schiessen und zu werfen. 
Die Plänkelei am Graben dauerte fort, jede Nacht bis zum Morgen; die 
Muslime lösten sich dabei ab. 

Die Bewohner der 'Aväli baten M. um Erlaubnis ihre Familien zu 
besuchen; er gab ihrem Drängen endlich nach, jedoch nur unter der Be- 
dingung, dass sie die Waffen mitnähmen, denn er war ihretwegen in Furcht 
vor den Quraieha. Sie nahmen den Weg über den Sal* durch Medina 
nach der *Älya. 

Malik b. Anas von Caifij, dem Freigelassenen des Ibn Aflax, von Abu 
ISäib, dem Freigelassenen Hisham's b. Zuhra: ich ging zu Abu Sa'id al- 
^SLtidrij hinein , traf ihn im* Gebet und setzte mich um zu warten bis er 
fertig wäre. Da hörte ich unter seiner Bettstelle sich etwas rühren, ent- 
deckte eine Schlange, und schickte mich an sie zu töten. Er aber winkte 
mir, sitzen zu bleiben, beendete sein Gebet und erzählte mir: siehst du 
das Haus da? da wohnte zur Zeit des Grabenkrieges ein Jungverheirateter 
Mann, der erhielt eines Mittags vom Propheten Urlaub seine Frau zu be- 
suchen, doch sollte er der Juden wegen seine Waffen mitnehmen. Als 
er nun hinkam, sah er seine Frau draussen im Hofe *) stehen und wollte 
sie aus Eifersucht erstechen. Aber sie sagte, er solle die Lanze einziehen 
und erst sehen was sich im Hause befinde. Da ging er hinein und siehe 
da, eine Schlange lag zusammengerollt auf seinem Bette. Er stiess ihr die 
Lanze in den Leib, wickelte sie darum, und pflanzte die Lanze im Hofe 
auf, mit der zappelnden Schlange auf der Spitze. Sobald aber die Schlange 
starb, fiel er selber tot nieder. Wir erzählten es dem Gottesboten und io9b 
baten ihn Gott anzurufen, dass er ihn wieder lebendig mache. Er aber . 
sagte: bittet für ihn um Vergebung, es gibt Ginnen in Medina, welche 
den Islam angenommen haben — wenn ihr also eine Schlange seht, so 
geht ihr drei Tage Frist, kommt sie euch dann noch zu Gesicht, so tötet 
sie, denn es ist ein Teufel. 

Qudäma b. Musa von 'Äisha bint Qudäma von ihrem Vater: vpi 
schickten nachts unseren Schwestersohn Ibn *Umar nach Brod und Decken, 
denn uns hungerte und fror gewaltig. Er ging über den SaP nach der 
Stadt zu, kam aber gar nicht wieder. Ich wurde zuletzt ängstlich und 
ging ihm nach : da fand ich ihn schlafend an der anderen Seite des Berges, 
als schon die Sonne aufgegangen war. Ich fragte, ob er schon gebetet 

1) ^2^LJt qx^. Das bedeutet doch wohl: zwischen der Thür des Hauses 
(bait) und des Hofes oder Häusercomplei^es (dar), zu dem es gehörte^ 



204 Grabenkrieg A. 5. 

habe; er sagte: nein, und lief schnell zum Wasser. Derweil holte ich 
Datteln aus der Stadt und eine Decke; mit der mussten wir nachts ab- 
wechseln. 

Ihn 'Abbas: die Ganüb (d. i. der Südwind) kam in der Nacht zur. 
Shamäl (der Nordwind) und sagte: geh mit, wir wollen dem Propheten 
zu Hülfe kommen; sie aber sprach: eine ehrbare Frau wie ich geht in 
der Nacht nicht aus! Da schickte Gott die Cabä (Ostwind), die löschte 
die Feuer der Feinde aus und zerriss ihre Zeltseile. 

Tmar b. 'Abdallah b. Rijäx von alQasim b. *Abdalraxmän b. Räfi', 
einem der Banu 'Adij b. alNaggär: 'Amra bint Raväxa schickte ihrem 
Manne Bashir b. Sa'd und ihrem Bruder 'Abdallah b. Raväxa eine Schale 
voll Datteln. Ihr Töchterchen trug die Schüssel im Kleide zum Lager 
und suchte- dort nach ihren Verwandten. So sah sie M., nahm ihr die 
Datteln ab, und Hess durch Gu'äl b. Suräqa alle Muslime dazu einladen, 
und sie wurden alle satt, ehe die Datteln auf dem ausgebreiteten Tuche, 
auf dem sie lagen, verzehrt waren. — BH. 671 f. 

Shu'aib b. *übäda von 'Abdallah b. Mu'attib : ümm 'Amir alAshhalijja 
schickte dem Propheten eine Schale Xais, als er sich in seinem Zelt bei 
Umm Salama befand. Er Hess Umm Salama sich satt davon essen, dann 
ging er heraus und lud jedermann zu seinem Abendessen ein. Die Leute 
kamen und assen einmal und z^ireimal, aber die Schale ward nicht leerer. 



Unterhandlungen M.'s mit Ghaoafän. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Sa'id b. alMusajjib: w'äh- 
rend der schlimmsten Not schickte M. zu 'üjaina b. Xicn und nach den 
110 a verbürgtesten Angaben auch zu alXarith b. 'Auf und bot ihnen den dritten 
.Teil der Datteln von Medina, wenn sie abzögen. Sie verlangten die 
Hälfte, begnügten sich aber schliesslich. Schon waren sie mit zehn An- 
deren zum Abschluss des Vertrages zu M. ins Lager gekommen, Dinte 
und Papier lag bereit, und Othman b. 'Affan wollte sich eben ans 
Schreiben begeben — da kam Usaid b. Xucair hinzu und hörte um was 
ei^ sich handele. Er fuhr zunächst 'Ujaina an, er solle seine Beine nicht 
so unanständig vor M. ausstrecken; er würde ihm die Lanze durch die 
Brust jagen, wenn ihn nicht die Rücksicht auf M. abhielte. Dann aber 
sagte er zu M. : Bote Gottes, wenn es ein Befehl vom Himmel ist, so führ 
ihn aus — sonst aber werden wir ihnen nichts geben als das Schwert, 
wenn sie das lüstet! M. schwieg, darauf Hess er die beiden Sa'd rufen 
und beriet sich eine Weile leise mit ihnen. Sie waren derselben Meinung 
wie Usaid : vordem sei es den Arabern auch in der schHmmsten Not nicht 
eingefaUen die Datteln von Medina anders zu bekommen als im Wege 



Grabenkrieg A. 5. 205 

des Kaufs oder der Bewirtung. Darauf befahl M. dem SaM b. Mu'adh, 
welcher die Urkunde zur Hand genommen hatte, sie zu zerreissen, und 
schickte Tljaina und alXarith unverrichteter Dinge zurück, indem er ihnen, 
als sie Versuche machten ihn noch umzustimmen, mit erhobener Stimme 
zurief: zwischen uns entscheidet das Schwert. Den beiden war jedoch 
die Lust vergangen den Kampf fortzusetzen. Sie fürchteten, dass die 
Mekkaner von den Unterhandlungen etwas erfuhren, es war ihnen auch 
nicht sonderlich daran gelegen ihnen zum Siege zu helfen. Die Quraieha 
lagen ihnen allerdings mehr am Herzen, aber aufopfern wollten sie sich 
für diese auch nicht. Dazu kam, dass ihre Tiere nichts zu fressen not 
hatten, weil in der Jahreszeit nichts wuchs. — BH. 676. 

'Abdallah b. *Äcim alAshga'ij von seinem Vater von Nu'aim b. Massud 
b. Roiaila: wir AshgaHten waren arme Araber, und hatten nur Schafe 
und Kamele , die Quraieha aber waren reiche vornehme Juden. Ich 
pflegte bei ihrem Fürsten Ka^b b. Asäd einzukehren und dort mich eine 
Weile schön verpflegen zu lassen; beim Abschiede bekam ich dann noch 
Datteln auf mein Kamel geladen. Als die Scharen (Axzäb) gegen M. 
zogen, rückten wir auch mit aus. Ich kannte M. persönlich, war aber 
noch Heide. Doch jetzt warf mir Gott den Islam ins Herz, wenngleich 
ich's meinem Volke verhehlte. Heimlich ging ich eines Abends zu M. 
und legte' ihm das Bekenntnis ab, indem ich hinzufügte: befiehl mir 
was du willst, mein Volk weiss nichts von meiner Bekehrung. Er trug 
mir auf, die Feinde, so viel ich vermöge, von ihrem Unternehmen ab- 
zubringen, und erlaubte mir zu diesem Zweck zu sagen was ich wolle. • 
Ich begab mich nan zunächst zu den Quraieha, die mich sehr freundlich 
empfingen, und sagte, ich wolle ihnen einen guten Rat geben, aber sie 
mochten es für sich behalten, dass er von mir stamme. ,)Ihr seid gegen- 
über M. nicht in der gleichen Lage wie die Quraish und Ghaeafan, also 
lasst euch nicht darauf ein ihnen zu helfen, ehe ihr nicht Geiseln von 
ihnen bekommen habt zur Bürgschaft, dass sie nicht eines Tages ab- 
ziehen und euch die Sache allein ausbaden lassen.'^ Da dankten sie 
ihm^) und nahmen den Rat an. Er aber ging weiter zu Abu SuQän 
und sagte: „ich will dir was anvertrauen, es muss aber davon still- 
geschwiegen werden, dass ich's gewesen bin — die Quraieha bereuen es, 112* 
den Vertrag mit M. gebrochen zu haben, und wollen ihren Frieden mit 
ihm machen; sie haben ihm, als ich bei ihm war, sagen lassen: wir wollen 
70 Geiseln von den Quraish und Ghaeafan nehmen, und sie dir überant- 
werten und mit dir zusammen kämpfen, wenn du die NacTr wieder her- 
stellst — also, ihr Qurashiten, gebt ihnen keine Geiseln, wenn sie sie 

^) Das Ich gebt hier in Er über — wie so häufig. 



206 Grabenkrieg A. 5. 

fordern." Darauf ging Nu'aim auch noch zu den Ghaeafan und sagte 
ihnen dasselbe. Als nun die Juden wirklich durch Ghazzäl b. Samuel 
dem Abu Su^an entbieten Hessen, so gehe es nicht weiter," es müsse ein 
gemeinsamer Angriff von zwei Seiten verabredet werden, aber sie würden 
sich nur dann daran beteiligen, wenn sie Geiseln von den Allürten be- 
kämen zum Pfände, dass sie nicht von ihnen sitzen gelassen würden, 
da bekamen sie gar keine Antwort. Statt dessen begab sich Nu'aim 
wieder zu ihnen und teilte ihnen mit, Abu Suflan habe geäussert, er 
werde ihnen nicht einmal Rosse zum Pfände geben, geschweige denn 
Geiseln, denn sie würden dieselben an M. ausliefern. „Also seht euch 
vor und kämpft nicht gegen M., damit ihr, nach dem Abzüge der Be- 
lagerer, wieder in das alte Verhältnis zu ihm zurücktreten könnt." Ka'b 
b. Asad erklärte diesem Rate folgen zu wollen, er habe sich so wie so 
nur mit Widerstreben von Xujaij verfuhren lassen; alZabir b. Bäeä je- 
doch gab die Hoffnung auf, dass es ihnen noch etwas nützen werde, 
wenn sie jetzt nicht gegen M. kämpften. 

Am Freitag Abend aber entschlossen sich die Mekkaner, als Abu 
Su^an sie zum Rückzuge aufforderte, es noch einmal mit den Juden zu 
versuchen, indem sie ihnen durch ^Ikrima sagen Hessen, sie möchten am 
anderen Tage mit ihnen zusammen angreifen. Sie erwiderten jedoch, am 
112b Sabbath dürften sie nicht kämpfen, sie würden es aber auch sonst nur 
thun, wenn sie Geiseln bekämen. ^Ikrima kam unverrichteter Sache zu- 
rück und schwur den Qurashiten, dass Nu'aim Recht habe und dass die 
Juden Verrat im Schilde führen. Auch die Ghaeafan, welche die Juden 
durch Massud b. Ruiaila zum Kampfe zu bewegen suchten und von denen 
sie die gleiche Antwort bekamen, gewannen die Ueberzeugung, dass Nu'aim 
die Wahrheit gesagt habe. Ihrerseits schwuren auch die Juden darauf^ 
dass die Sache sich so verhalte wie Nu'aim sie darstelle. Noch einmal 
und dringender forderte sie Abu Sufjan zur Mitwirkung auf, sie bHeben 
aber bei ihrem Entschluss. So wurden beide Parteien in derVeberzeugung 
bestärkt, dass Nu^aim Recht habe, und mistrauten sich gegenseitig. £r 
war auf seine Leistung später immer sehr stolz. — BH. 680 — 682. 

Musa b. Muxammad b. Ibrahim von s. Vater: Abu Sufjan machte dem 
Xujaij Vorwürfe, dass er den Mekkanem falsche Hoffnungen in Betreff der 
Quraieha gemacht habe, während jene Verrat vorhätten. Xujay entschul- 
digte sie mit dem Sabbath, ging aber gleichwohl zu ihnen, um sie zum 
Bruch des Sabbaths zu bewegen. Aber das wollten sie unter keinen 
Umständen. Ohne etwas erreicht zu haben kam Xuja^ wieder zu Abu 
Sufjan, setzte ihm die Bewandtnis des Sabbathtages auseinander (Sur. 5,65), 
und versicherte ihm, am Sonntage würden die Juden kämpfen. „Ja, sagte 
dieser, aber nur gegen Geiseln, die sie verraten wollen; ich glaube, du 



Grabenkrieg A. 5. 207 

steckst mit ihnen unter einer Decke, ich bleibe keinen Augenblick länger.^ 
Darüber geriet Xujaij in solche Furcht, dass er nach alRauxä floh, von 
wo er heimlich zurückkehrte, nachdem die Quraish bereits abgezogen 
waren, um seinem Worte gemäss das Schicksal der belagerten Quraieha 
zu teilen. 

CMix b. Ga'far von Abu Ka'b alQuraehij : Xujaij hatte auf seine eigene 
Hand, ohne dazu ermächtigt zu sein, dem Ka'b b. Asad 70 Geiseln von 
Quraish und Ghaeafan versprochen, um ihn zum Brechen des Vertrages 
mit M. zu bewegen; er wusste, dass er nicht wieder zurücktreten könne, 
wenn das einmal geschehen sei. Als nun 'Ikrima die Juden aufforderte, 
einen Ausfall zu machen, sagten sie, am Sabbath thäten sie es nicht, auch 
nicht eher als bis sie die Geiseln hätten. 'Ikrima fragte verwundert, was ma 
für Geiseln sie denn meinten; sie erwiderten, diejenigen, die Xujaij ihnen 
versprochen habe. Xujaij aber, darüber von Abu Sufjän zur Rede ge- 
stellt, schwur, er habe das nicht gesagt. 

Musa b. Ja'qub von seines Vaters Bruder: Ka'b liess durch Xujaij 
70 Geiseln von den Quraish, Ghaeafan und Qais fordern, sie erklärten sich 
bereit dieselben zu stellen. Auf dies Versprechen hin zerriss er den Ver- 
trag mit M. Als er jedoch zur Beteiligung am Kampfe aufgefordert wurde, 
wollte er erst die Geiseln haben; er bekam sie aber nicht. 

Ma'mar von alZuhrij : die Quraieha Hessen Abu Sufjan sagen : kommt 
zu uns, wir wollen im Rücken der Muslime über ihre Stadt herfallen! 
Das hörte Nu'aim, der sich bei Tjaina befand; er ging hin zu M., mit 
dem er im Vertrag stand, und erzählte es ihm. M. liess fallen „vielleicht 
haben wir den Juden das befohlen'' dnd um sicher zu sein, dass Nu'aim 
die Aeussening auch ja weiter sagte, schickte er ihm nach und bat ihn 
sie für sich zu behalten — r trotz Omar's Widerstreben gegen eine solche 
Kri^slist. Sofort erstattete jener an Tjaina und dieser an Abu SuQan 
Bericht; die Folge war, dass die Juden in den Verdacht der Verräterei 
gerieten. Abu Sufjan liess sogleich einen Boten zu ihnen abgehen und 
Geiseln') fordern. Da es aber Freitag Abend war, sagten die Juden dem 
Boten, bis der Sabbath vorüber sei, müsse man ihnen Zeit lassen. Als 
Abu Sui^^^ ^^d ^^ übrigen Anführer diesen Bescheid bekamen, waren 
sie von der Verräterei der Juden überzeugt und beschlossen schleunigst 
die Belagerung aufzuheben. Alsbald wurde zum Aufbruch gerufen; Gott 
aber sandte einen solchen Sturm, dass sie kaum den Weg zu ihrem Ge- 
päck finden konnten. 

■ ') arab.: die Geiseln. Doch bedeutet das wohl nicht „die bewussten, ver- 
sprochenen Geiseln**, da der arab. ebenso wie der hebr. Artikel viel all- 
gemeiner steht als der deutsche. 



208 Grabenkrieg A. 5. 

Man sagt, Xujaij habe sich anheischig gemacht, die Qaraieha zum 
Stellen von 70 Geiseln zu bewegen, als Bürgschaft dafür, dass sie mit- 
kämpfen wollten. Aber die erste auf Nu'alm zurückgehende Version 
(wornach die Geiseln vielmehr .den Juden gestellt werden sollten) ist 
die glaubwürdige. 

Folgt ein gereimtes Gebet M.'s gegen die Axzäb, nach 'Abdallah b. 
Abi Aufä. 

Euthajjir b. Zaid von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b* Ea'b b. Malik 
von Gabir: der Bote Gottes betete gegen die Axzäb in der Moschee 
alAxzab am Montag, Dienstag und Mittwoch; am Mittwoch bald nach 
111 b Mittag wurde er erhört, wir sahen die Freude auf seinem Gesicht. 
Seitdem versetze ich mich im Geist, wenn ich in Not bin, immer in 
jene Stunde und rufe an und bin der ErhÖrung gewiss. 

Ihn Abi Dhi*b von einem der Banu Salama von Gabir: M. trat im 
Unterhemd (izär) auf den Berg, wo jetzt die Moschee liegt und betete 
mit erhobenen Händen; hinterher that er es noch einmal. 

'Abdallah b. 'Umar: er betete auf dem Xarlq gegenüber alGäbb im 
Gebiet der Nacir, wo jetzt die Moschee am Fusse des Berges steht. — 
Nach anderen hat er überall da gebetet, wo jetzt Moscheen, um die 
Moschee auf dem Berge herum, errichtet sind. Das ist das Glaub- 
würdigste. 

In der Nacht auf den Sabbath, in der Gott den Wind schickte, ver- 
blieb M. lange Zeit im Gebet, wie er es auch bei der Ermordung des 
Ihn alAshraf gethan hatte und sonst that, wenn ihm etwas auf der Seele 
lag. Unter den Muslimen herrschte grosser Kleinmut, der durch die 
Kälte und den Hunger gesteigert wurde. Dreimal rief M. : wer will uns 
zusehen, was die Feinde machen! — " es meldete sich niemand. Endlich 
wandte er sich gradezu an Xudhaifa b. alJamäni, der sich nun wohl 
oder übel erheben musste, obwohl ihm das Herz klopfte, und er es vor 
Hunger und Kälte kaum aushalten konnte. Er erhielt Befehl, sich unter 
die Feinde zu mischen und zu hören was sie .sagten; es werde ihm 
nichts Böses widerfahren. Gestärkten Mutes begab er sich, während 
M. ein Gebet für ihn zum Himmel schickte, zum Lager der Mekkaner. 
Sie wärmten sich am Feuer, der "Wind warf ihnen jeden Kessel um. 
Ich hattQ mich auch an ein Feuer gesetzt, erzählt Xudhaifa; da erhnb 
sich Abu Su^an und warnte vor Spionen, ein jeder solle sich genau 
seinen Nachbar ansehen. Ich wandte mich sogleich an 'Amr b. al'Ac 
und fragte ihn, wer er sei; ebenso machte ich es mit Mu'av^a b. Abi 
Sufjän. Darauf sagte Abu Suigan: hier ist unseres Bleibens nicht, der 
Wind lässt kein Zelt und keinen Kessel stehen, und die Juden lassen 
uns im Stich — also folgt mir! Damit stieg er auf sein Kamel und trieb 



Grabenkrieg A. 5. 209 

es an; da er es aber noch nicht einmal losgebunden hatte, so sprang es 
auf drei Beinen und konnte nicht weiter — hätte M. mir nicht verboten, 
von meinen Waffen Gebrauch zu machen, so hätte ich eine schöne Ge- 
legenheit gehabt ihn zu töten. Ikrima rief ihm zu, ob er sich denn 
nicht schäme; da stieg er ab und wartete, bis die Anderen fertig waren 
zum Aufbruch. 'Amr b. al'Ac und Xalid b. alValid veranlasste er mit ii3a 
200 Reitern zurückzubleiben um den Rückzug zu decken. — BH. 682 ff. 

Nachdem Xudhaifa sich von da zu den Ghaeafan begeben und auch 
diese im Aufbruch getroffen hatte, kehrte er zurück und erstattete M. 
Meldung. Die 200 mekkanischen Reiter blieben bis zum andern Morgen 
früh, dann zogen sie auch ab und erreichten das Heer in Malal; von da 
ging es weiter nach alSajjäla. Auch die Reiter der Ghaeafön, unter 
Massud b. Ruiaila und alXarith b. 'Auf, und der Sulaim zogen am an- 
deren Morgen dem voraufgegangenen Heere nach. Bis alMaräc ritten sie 
zusammen; dort trennten sie sich. 

'Abdallah b. Ga'far von 'Uthman b. Muxammad alAxnasij: 'Amr b. 
al'Ac oder iX^alid b. alValid — oder auch alle beide — thaten auf dem 
Rückzuge die Aeusserung, jeder Verständige wisse, dass M. nie gelogen 
habe. Ersterer wurde darüber von 'Ikrima, letzterer von Abu Sufjan zu- 
rechtgewiesen: eine solche Aeusserung schicke sich am wenigsten für einen 
(Maizumiten), dessen Familienehre M. geschändet und dessen Geschlechts- 
haupt er getötet habe. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Ihn alMusajjib: die Bela- 
gerung hatte zehn und einige Tage gedauert. Nach alCaxxäk b. 'üthman 
von 'übaidallah b. Miqsam von Gabir zwanzig Tage. Nach anderen fünf- 
zehn Tage — das ist das zuverlässigste. 

Als M. am Morgen sah, dass die Feinde sämtlich abgezogen waren, 
erlaubte er den Seinen zu Hause zu gehen. Das Hessen sie sich nicht 
zweimal sagen, denn es quälte sie der Hunger und die Kälte. Hinterher 
wollte M. sie gern wieder zurückhaben, damit die Quraieha nicht er- 
führen, dass sie das Lager verlassen hätten; aber sie kamen nicht. 'Ab- 
dallah b. 'Umar: der Bote Gottes sah es ungern, dass sie in solcher Eile 
zu Hause gingen, er fürchtete Spione der Mekkaner; in seinem Auftrage 
lief ich ihnen nach, um sie zurückzurufen, aber es war vergeblich. Gabir: 
ich lief den Banu Xaritha nach, holte sie aber erst ein, nachdem sie be- 
reits in ihren Häusern waren, wo niemand auf meinen Ruf hörte ; als ich 
es dem Propheten meldete, den ich im Quartier der Banu Xaräm beim 
zn Hause gehen traf, da lachte er. 

Musa b. Muxammad b. Ibrahim von Abu Vagza: nach aufgehobener 
Belagerung schickte Abu Su^an durch Abu Usäma alGushamij an M. einen 
Brief, worin er den Graben als eine unwürdige Kriegslist bezeichnete, iisb 

Väkidi, Muhammed. 14 



210 Grabenkrieg A. 5. 

Ubaij b. Ka'b las denselben dem Propheten vor, und dieser diktierte ihm 
die Antwort^). 

Erklärung von Sur. 33,9 ff., nach Musa b. Muxammad b. Ibrahim von 
S.Vater von Ibn *Abbäs. 33,9 gunüd = Quraish Ghaeafan Asad Sulaim. 
33,10 min JPauqikum = Quraieha. 33,12 = Aeusserung Mu'attib's b. 
Qushair (fol. 105 b). 33,13 = die Banu Xaritha, insbesondere Aus b. 
114« Qaiehij (fol. 106 b). 33,15 bezieht sich auf Tha'laba, welcher am Tage 
von Uxud schwur, er wolle künftig nie wieder den Rücken wenden. Zu 
33,23 erzählt Isxaq b. Jaxjä von Mugahid : M. schaute auf Oalxa und sprach : 
der gehört zu denen, die ihr Gelübde erfüllt haben. — BH. 693 ff. 

Verzeichnis der getöteten Muslime. Von 'Abdalashhal : Sa'd b. Mu'adh 
(durch Ibn alAraqa oder Abu Usäma), und Anas b. Aus b. 'Atik b. 'Amr 
b. 'Abdala'lam b. Za'ura b. Gusham (durch Xalid b. alValid), und 'Abd- 
allah b. Sahl (durch einen Mann von den Banu Tvaif). Von Salama: 
alGufail b. Nu'man (durch Vaxshij) und Tha'laba b. Ghanama b. 'Adij 
b. Näbi (durch Hubaira b. Abi Vahb). Von Dinar: Ka'b b. Zaid, der 
sich unter den Erschlagenen von Bi'r Ma'üna aufgerafft hatte und wieder 
gesund geworden war, nun aber von öirär getötet wurde. 

Von Mekkanern wurden getötet 'Amr b. 'Abd b. Abi Qais b. 'Abd- 
vudd (durch Ali), und Naufal b. 'Abdallah b. alMughira (durch alZubair, 
and. Ali), und 'Uthman b. Munabbih b. Tbaid aFAbdarij, der zu Mekka 
an einem Pfeilschuss starb. — BH. 699 f. 

Folgen die Lieder, welche in Anlass des Grabenkrieges gedichtet 
wurden 2). — BH. 700 ff. 

31. 

Quraieha, A. 5 im Dhu-lQa'da und Dhu-lXigga. 

Der Auszug erfolgte Mittwoch den siebtletzten Dhu-lQa'da, die Rück- 
kehr am Donnerstag 9. Dhu-lXigga, die Belagerung dauerte fünfzehn Tage. 
Stellvertretender Imam war Ibn Umm Maktüm. 

Bei den Quraieha sah zuerst das Weib des Nabbäsh b. Qais, dass die 
verbündeten Heere fort seien ; durch ihren Mann erfuhr es alZablr, welcher 
sogleich erkannte, dass M. nun zu ihrer Belagerung schreiten werde. In- 
dessen dachte M. nicht von selber daran, sondern er ging in 'Äisha's 
Wohnung und wusch und räucherte sich dort. Nach dem Mittagsgebet 

^) Die Briefe werden mitgeteilt, es ist aber nicht der Mühe wert, sie zu über- 
setzen. Ibrahim b. Ga'far von s. Vater vervollständigt den Brief des Abu 
Sufjan noch durch eine üebersicbt der sämtlichen bisherigen Kämpfe zwi- 
schen Mekkanem und M. und deren Ergebnisse. 

2) Vielmehr folgen sie nicht, sondern sind ausgelassen, und es steht in den 
Handschriften der Vermerk dabei: so war es (in der Vorlage). 



Quraieha A. 5. 211 

aber kam Gabriel auf einem schön gesattelten Maulthiere (and. auf einem 
scheckigen Pferde) angeritten, .^hielt an der Stelle, wo die Leichen auf- 
gebahrt zu werden pflegten , und rief laut: du bist mir ein schöner 
Krieger !i) Als M. erschrocken heraustrat, sagte er zu ihm: du hast die 
Rüstung schon ausgezogen, während die Engel sie noch anhaben? Gott 
befiehlt dir, gegen die Juden zu ziehen: ich mache mich schon auf den n^b 
Weg ihnen ihre Schlösser zu erschüttern. M. übergab darauf die noch 
nicht abgebundene Fahne an Ali und liess durch Bilal ausrufen, das 
Nachmittagsgebet solle im Gebiet der Quraieha verrichtet werden. Er 
selber wappnete sich, stieg zu Pferde und ritt umgeben von den Seinen 
ab. Es waren im Ganzen 36 Pferde (deren Besitzer mit Namen aufge- 
führt werden), M. ritt auf alLuxaif und hatte daneben noch zwei andere. 

Ihn Abi Sabra von Ajjub b. 'Abdalraxman b. Abi Ca'ca'a : als M. in 
alGaurain an einigen Naggariten, die sich in Waffen vor ihm aufstellten, 
vorbeiritt, erzählten sie ihm auf Befragen, Dixja alKalbij, der auf einem 
reichgesattelten Maulthier des Weges gekommen, habe sie aufgefordert, 
sich zu rüsten, in Folge dessen seien sie in Waffen erschienen. M. sagte, 
das sei Gabriel gewesen. Unter den Naggariten befand sich Xaritha b. 
alNu'man; er pflegte zu erzählen : ich habe Gabriel zweimal gesehen, in 
alCaurain, und später, nach der Rückkehr von Xunain, an der Stelle wo 
die Leichen aufgebahrt werden. M. machte Halt beim Brunnen Anna 
unterhalb der Xarra der Banu Quraieha. Ali Jwar schon vor ihm ange- 
kommen, mit einer Schar, in der sich Abu Qatada befand. — BH. 684 f. 

Ihn Abi Sabra von Usaid b. Abi üsaid von Abu Qatäda: Ali pflanzte 
die Fahne am Fuss der Burg^) auf, die Juden aber schmähten uns von 
ihren Schlössern. Da kam der Prophet in Sicht, Ali übertrug mir die 
Fahne und ging ihm entgegen um ihn wo möglich ausser Gehör des 
Schimpfens zu halten — jedoch gelang es ihm nicht. Einem von M.'s 
Begleitern Usaid b. Xucair, welcher vortrat, machten die Juden Vorwürfe, ii5a 
dass er ihr treues Halten zu den Aus gegen die Xazrag vergesse; er ant- 

>) \^Ji<:\A ^ ^j7^^* Vgl. Div. Hudh. 97,24 v^^^JUwo ^ «ijJOs^ 

JüLaüa (^5j, und alBuxturij's Hamasa p. 112 ^J^ lXj^^ issXj^ lXj,! 

oLa ^^ i,£^JLJL5> 0^ «S-jc\fi. Diese drei Stellen scheinen mir klar 

zu sein und zu bedeuten: a) schäme dich ein solcher Krieger zu sein; 
b) schäm dich, so verstandesbar und verrückt zu sein ; c) schäm dich eines 
solchen Vorhabens gegen deinen Freund. Damach wird diese Bedeutung 
wohl auch in weniger deutlichen Stellen für 'adhira festgehalten werden 
müssen, z. B. Hudh. 20,1. 56,12. 
^ mit dem Singular scheint der ganze jüdische Häusercomplex gemeint zu 
sein. 

14* 



212 Quraieha A. 5. 

wortete, er habe kein Verhältnis (weder *ahd noch ill) mehr zu ihnen. 
Als M. selber, von uns mit den Schilden geschützt, in ihre Nähe kam, 
begann er sie zu schelten, dass sie ihn zu lästern wagten; sie aber ver- 
schwuren es gethan zu haben. Darauf schickte M. seine Schützen vor. 

Farva b. Zubaid von *Äisha bint Sa*d von Sa*d b. Abi Vaqqac: wir 
überschütteten sie mit Pfeilen , bis sie sich verkrochen ; darauf schössen 
wir nur einzeln hin und wieder, um die Munition zu sparen. (Ka*b b. 
'Amr alMäzinij verschoss- alle seine Pfeile, bis in die Nacht hinein). Die 
Juden schössen wieder; der Prophet mit den muslimischen Reitern stand 
dabei. Darauf zogen wir uns die Nacht ins Lager zurück und assen von 
den Datteln, welche Sa*d b. 'übada geschickt hatte. Beim Nachtgebet 
waren alle vollzählig beim Propheten versammelt; das Nachmittagsgebet 
hatten einige noch in Medina verrichtet, andere es im Gebiet der Qu- 
raieha nachgeholt; M. tadelte weder diese noch jene. Am andern Morgen 
ganz früh nahmen die Muslime den Kampf mit Pfeilen und Steinen wieder 
auf, indem sie sich dabei ablösten. Das Schiessen ward ununterbrochen 
fortgesetzt, bis die Juden des Verderbens gewiss waren. 

AlCaxxäk b. 'üthmän von Nafi* von Ihn *Umar: die Juden schössen 
und warfen wieder; wir standen so, dass sie uns treffen kohnten. 

AlCaxxak b. Tthman von Ga'far b. Maxmüd von Muxammad b. 
Maslama: wir setzten ihnen heftig zu, des Morgens früh vor der Dämmerung 
waren wir ihnen aufgerückt und Hessen nicht locker bis zum Abend. 
Auch selbige Nacht kehrten wir nicht ins Lager zurück, sondern blieben 
vor ihren Burgen. Da hörten sie auf zu kämpfen und baten um eine 
Unterredung, die ihnen gewährt wurde. Ihr Abgesandter, Nabbäsh b. 
Qais ^) , sollte die Bedingungen der Nacir verlangen , aber M. gewährte 
keine Bedingungen. Darauf entfernte sich der Unterhändler um Bericht 
zu erstatten. In der Versammlung der Juden trat Ka'b b. Asad auf und 
115 b forderte sie auf dem Islam beizutreten, wie ihnen einst Ihn Gawäs ge- 
raten, als er vom Land des Weines und des Hefebrodes und der Despotie 
nach Medina gekommen sei ins Land der Bewässerung und der Datteln 
und der Gerste^). Da er dafür kein Gehör fand, riet er Weiber und 
Kinder zu töten und selber den Tod im Kampfe zu suchen. Als die 
Juden auch das nicht wollten, schlug er ihnen als letzte Möglichkeit^) 

^) So heisst er sonst, hier aber Qaish. Das könnte t^^p sein, da es ein Jude 

ist. Vermutlich ist allerdings urspr. kein Unterschied zwischen dem hebr. 

und arab. Namen; der Vokal i steht natürlich in Kis durchaus nicht fest. 

Qais ist wohl ein Gottesname, vgl. Imrualqais mit MupouXXac' (Journ. 

As. 1882 I p. 9), Meribaal, und 'Abdalqais. 
^) Muxammad weiss mit den Juden Bescheid, vgl. fol. 85a. 118b. 

2) LgXwwt jJo *X5l3 'l^^JLäj fij qLs, der Rat scheint personificiert. 



Quraieha A. 5. 213 

vor, den Sabbath zu einem Durchbruchsversuch zu benutzen, da sie an 
diesem Tage vermutlich nicht beobachtet würden. Aber sie sagten, das 
sei unrecht und es gehe auch nicht, nicht einmal bei Nacht, denn die 
Muslime unterbrächen ja die Belagerung sogar bei Nacht nicht. So 
endeten sie in einer Verzweiflung, die durch das Geschrei der Weiber 
und Kinder noch gesteigert wurde. — BH. 685 f. 

Calix b. Ga'far von Muxammad b. *üqba von Tha'laba b. Abi Malik : 
die Söhne Sa'ijja's, Tha'laba und Usaid, und ihr Vetter Asad b. 'übaid 
sagten zu den Juden, sie wüssten ja doch, dass M. der Prophet sei, 
da die Beschreibung namentlich des sterbenden Gubair (?) b. alTajjihän 
auf ihn passe. Da aber jene die Thora nicht verlassen wollten, so 
machten sich diese drei in der Nacht, bevor die Quraieha sich ergabien, 
davon, bekehrten sich zum Islam und retteten ihr Gut und Blut. 

AlCaxxak b. 'Uthman von Muxammad b. Jaxja b. Xabbän : auch 
'Amr b. Su'dä ging in jener Nacht über, nachdem die Juden seine ver- nea 
ständigen Vorschläge zurückgewiesen hatten. Als er an den Wachen 
vorbeikam, hielt ihn der Befehlshaber, Muxammad b. Maslama an, Hess 
ihn aber passieren *), nachdem er seinen Namen erfahren hatte. Ihn Su'da 
brachte die Nacht in der Moschee des Propheten zu, am anderen Morgen 
verschwand er auf Nimmerwiedersehen. M. sagte von ihm, Gott habe 
ihn seiner Treue wegen gerettet. — Ebenso erzählt Ibrahim b. Ga'far 
von s. Vater. — BH. 687 f. 

AlThaury von 'Abdalkarim alGazarij von 'Ikrima:* alZubair erlegte 
einen Juden im Zweikampf. Das ist aber nach Vakidi eine Verwechslung 
mit einer Begebenheit, die sich bei Xaibar zutrug; von den Quraieha 
wagte sich keiner heraus um zum Zweikampf aufzufordern. 

Ma'mar b. Räshid von alZuhrij von Ibn alMusajjib: Wiederholung 
der fol. 69 b erzählten Geschichte von Abu Lubaba. 

Rabi'a b. alXarith von 'Abdallah b. Muxammad b. 'Aqil von alSäib 
b. Abi Lubaba von s. Vater: als den Juden die Belagerung zu arg ward, 
Hessen sie bitten, dass ich zu ihnen gesandt werden möge;. M. gab mir 
Erlaubnis zu gehen. Nachdem sie mich an das Bündnis, welches spe- 
ziell zwischen mir und ihnen bestehe, und an die Hülfe, welche sie uns 
Ausiten bei alXadäiq und Bu'äth geleistet haben, erinnert hatten, fragte neb 
Ka'b b- Asad, ob es nicht möglich sei, dass sie freien Abzug nach Syrien 
oder Xaibar erhielten. Ich wies auf Xujaij und sagte: so lange der bei 
euch ist, wird er nicht ablassen euch zu verderben. Darauf folgte eine 

Scene, in der Xujaij die bittersten Vorwürfe zu hören bekam. Weiter 

• 

1) mit den Worten: j.!yJt ot^ iÜLät (?) ^ywoys^j "i ^\ ^, — 
Vgl. die sehr verschiedene Version fol. 119 a. 



214 Quraieha A. 5. 

fragte mich Ka*b, ob ich ihnen zur unbedingten Ergebung rate. Ich 
sagte ja, aber gleichzeitig machte ich eine Handbewegung am Halse, 
welche bedeutete: dann wird es euch an den Hals gehen. Alsbald aber 
fasste mich die Reue, und zum Erstaunen der Juden ging ich weinend 
fort, stieg von hinten die Burg herunter und begab mich gradeswegs 
zur Moschee in Medina, wo ich mich an eine Säule festbinden Hess — 
an welche, darüber wird gestritten. M. sagte : wäre er zu mir gekommen, 
so hätte ich Gott für ihn um Vergebung gebeten; da er aber seiner Wege 
gegangen ist, so lasst ihn, bis Gott in Betreff seiner eine Aenderung 
schafft. 

Musa b. 'übaida von 'Ajjub b. Xalid von Abu Lubäba: bei der Be- 
lagerung der Quraieha hatte ich einen Traum. Ich stak in stinkendem 
Schlamm ^) und kam fast darin um, dann aber sah ich einen fliessenden 
Bach und wusch mich darin rein und roch den Gestank nicht mehr. 
Abubekr erklärte mir auf meine Bitte den Traum dahin, dass ich in 
grosse Trübsal geraten, dann aber daraus befreit werden werde. Dessen 
tröstete ich mich, als ich mich angebunden hatte. 

Ma'mar von alZuhrij : in die Befehlshaberstelle des Abu Lubaba setzte 
M. den Usaid b. Xucair. Sieben Tage und Nächte blieb Abu Lubaba an 
der Säule beim Thor der Umm Salama angebunden, in fürchterlicher 
Hitze, ohne zu essen und zu trinken, bis er vor Erschöpfung keinen 
Laut mehr hören konnte. M. sah nach ihm Morgens und Abends; end- 
lich ward ihm angekündigt, dass Gott ihn wieder zu Gnaden annehme; 
er wich aber nicht von der Stelle, bis M. selber seine Banden löste. 
^ Wie alZuhrij von Bint alXarith von Umm Salama überliefert, rief ihm 
M. dabei laut zu, dass Gott sich ihm wieder gnädig zuwende; aber er 
verstand nicht viel davon, weil er so matt war. 

Er soll 15 Tage an der Säule gestanden haben. Seine Tochter 
brachte ihm am Abend (lifierihi) ein paar Datteln, an denen er aber nur 
lutschte; zu jedem Gebet band sie ihn los, und wenn er es sonst nöthig 
hatte. Das härene Seil, mit dem er gebunden war, schnitt ihm so in 
117a die Arme, dass er eine Zeit hinterher daran zu heilen und noch lange 
Schmerzen daran hatte. 

'Abdallah b. Jazid b. Qusaie von s. Vater von Muxammad b. *Abd- 
alraxman b. Thaubän von Umm Salama: eines morgens früh hörte ich 
den Boten Gottes lachen, fragte ihn nach dem Grunde, und erfuhr, dass 
Abu Lubaba zu Gnaden angenommen sei. Ich bat ihm das verkünden 
zu dürfen, trat in die Thür meiner Hütte — damals war die Verschleierung 

^) »jLw! äU.^' = riNDn und j^J, wofür Gesenius keine zutreffenden Ver- 
r 
gleiche bringt. 



Quraieha A. 5. 215 

noch nicht geboten — und rief es ihm zu. Darauf stürzten die Men- 
schen zu ihm um ihn zu lösen ; er aber verlangte dass M. selber kpmme. 
Das geschah denn auch beim Frühgebet. 

In Bezug auf diesen Vorfall ward offenbart Sur. 9,103 (das ist die 
zuverlässigste Angabo), nach andern Sur. 8,27, nach alZuhrij Sur. 5,45. 

Ma'mar von alZuhrij von Ihn Ka'b b. Malik: Abu Lubaba gelobte 
das Gehöft seiner Verwandten zu verlassen'), wo er diese Schuld be- 
gangen* habe , und sein Vermögen als Almosen zu geben. Auf M.'s Be- 
fehl liess er es aber beim dritten Teil bewenden. — BH. 686 f. 

Nachdem die Juden sich auf Gnade und Ungnade ergeben hatten, 
wurden sie unter Aufsicht Muxammad's b. Maslama gebunden und zu- 
sammen gethan. Die Weiber und Kinder wurden auch zusammen gethan 
und unter Aufsicht 'Abdallah's b. Salläm gestellt. Was sich an Geräten, 
Waffen, Kleider und sonstiger fahrender Habe in den Schlössern vor- 
fand, wurde gesammelt; darunter waren (nach Ihn Abi Sabra von al- 
Musawar K Rifä'a) 1500 Schwerter, 300 Panzer, 1000 Lanzen, 1500 Schilde ; 
auch viele Gefässe mit Wein und berauschendem Getränke; ferner Ka- 
mele und anderes Vieh. Der Wein wurde ausgeschüttet; Gabir b. 'Abd- 
allah erzählt, er habe mit ausschütten helfen. 

Xariga b. 'Abdallah von Davud b. alXucain von Abu Sufjan von 
Muxammad b. Maslama: die Ausiten kamen zu M. und baten für die Ge- 
fangenen; so wie er die Qainuqä' aus Rücksicht auf Ihn Ubaij und die 
Xazrag verschont habe, so möge er jetzt aus Rücksicht auf die Aus deren alte 
Bundesgenossen, die Quraieha, verschonen. M. schwieg eine Weile, als 
sie aber immer dringender wurden, fragte er, ob er die Entscheidung 
über das Schicksal der Juden einem ihrer Stammesgenossen übergeben 
solle. Sie erklärten sich einverstanden, und er stellte das Urteil dem 
Sa'd b. Mu'ädh anheim. Sa'd befand sich in der Moschee, in der Pflege 
der Ku'aiba bint Sa'd b. *Utba, welche allerlei Werke der Barmherzigkeit ii7b 
übte und zu diesem Behuf ein Zelt in der Moschee hatte. Dorthin be- 
gaben sich nun mehrere Ausiten und hoben ihn auf einen Esel um ihn 
zum Propheten zu bringen. Unterwegs lagen sie ihm beständig an, dass 
er Milde walten lassen möge; besonders legten ihm alCaxxäk b. Xalifa 
und Salama b. Saläma b. Vaqsh ans Herz, sich gegen die alten Verbün- 
deten dankbar zu erzeigen. Indessen schwieg Sa'd still, nur zuletzt als 
es ihm zu viel wurde sagte er : es ist Zeit für Sa'd daran zu denken, dass 
ihn vor Gott kein Tadel treffe. Da erhob alCaxxak ein Wehgeschrei und 
lief zu den Aus zurück um den Tod der Quraieha anzukündigen. Aehn- 
lich machte es Mu'attib b. Qushair und Xäeib b. Umajja alGhafarij. Als 

') ahguru dära qaumi. 



216 Quraieha A. 5. 

• 

Sa'd ankam, mussten sich auf M.'s Befehl alle Anwesenden (and. nur die 
Mediner) erheben; die Ausiten, welche beim Propheten geblieben waren, 
baten ihn auch ihrerseits, jetzt den Juden den Dank abzutragen für ihre 
Gutthaten gegen die Aus, wurden aber sehr stutzig, als er antwortete : ich 
werde es euch an Eifer nicht fehlen lassen*). Nachdem er sodann so- 
wohl die Ausiten als die übrigen Anwesenden sammt dem Propheten 
feierlich bei Gott verpflichtet hatte, sich bei seinem Spruch zu beruhigen, 
sagte er: alle über die^) das Schermesser gefahren ist, sollen getötet, »Frauen 
und Kinder zu Sklaven gemacht, die Güter verteilt werden. ^Das ist 
das Urteil Gottes im siebenten Himmel'', fiel M. ein. — In der Nacht 
vorher hatte Sa'd gebetet, wenn noch ein Krieg der Mekkaner gegen den 
Islam bevorstehe, so wünsche er dazu am Leben zu bleiben; andernfalls 
möge ihm Gott jetzt das Martyrium vergönnen, ihn jedoch nicht eher 
sterben lassen, als bis er sein Auge am Blut der Quraieha gekühlt habe. 
— Die Weiber und Kinder, und ebenso die Güter, wurden ins Gehöft der 
118a Ramla bint Xarith gebracht; die Kamele blieben draussen und weideten 
an den Bäumen. Die Männer wurden ins Gehöft Usäma's b. Zaid ge- 
trieben, und bekamen Datteln zu essen, die sie knupperten wie die Esel. 
Sie unterredeten sich die ganze Nacht über das Gesetz und ermahnten 
sich gegenseitig, am Glauben festzuhalten. — BH. 688 f. 

Am anderen Morgen liess M. auf dem Markte Gräben ziehen, von da 
an wo jetzt das Haus des Abu Gahm al'Adavij steht bis zu den Oel- 
steinen^). Dann liess er die Juden nach einander zur Hinrichtung vor- 
führen. Sie wussten nicht, wozu sie geholt wurden und fragten ihren 
Obersten, Ka'b b. Asad, was wohl mit ihnen geschehen soll? Der aber 
schalt sie, dass sie noch immer nicht wüssten, was die Stunde geschlagen 
habe, sowie sie vordem ihre Lage nicht eingesehen und darum seine Vor- 
schläge verworfen hätten. Sie erwiderten ihm, dass sie zuerst doch nur 
deshalb in dieses Unglück geraten seien, weil sie ihm nicht hätten wider- 
streben wollen — bis Xujaij ihnen bemerkte, es sei das beste das Zanken 
zu lassen und mannhaft das Schwert zu erdulden. So wurden sie denn 
ununterbrochen zum Tode geführt; Ali und alZubair besorgten die Hin- 
richtung; der Prophet sah zu mit seinen vornehmsten Gefährten. Als 
Xujaij vorgeführt wurde, zerriss er sein schönes Gewand (xuUa shuqaxijja), 
um es nicht zum Raube der Muslime werden zu lassen. M. rief ihm zu: 
Gott hat dich in meine Gewalt gebracht, du Feind Gottes! er aber ant- 
wortete würdig auf die schadenfrohe Rede. Nach ihm kam Ghazzäl b. 

') d. h. über deren Pubes. 
3) Jaq. I 144,16. 



Quraieha A.b. 217 

Samuel an die Reihe, darauf Nabbäsh b. Qais. Dem war die Nase von 
dem, der ihn herbrachte, blutig geschlagen, angeblich weil er sich wider- 
setzt habe. M. misbilligte die Roheit ernstlich und befahl den Gefangenen 
zu essen und zu trinken zu geben und ihnen während der Mittagshitze 
Ruhe zu gönnen — es war ein heisser Tag. — BH. 689 f. 

Am Abend ward die Arbeit fortgesetzt. Einem der Juden, Rifä'a b. 
Samuel, schenkte M. das Leben auf die Fürbitte der Salmä bint Qais 
(ümm alMundhir). Er machte die Gebete mit und ass Kamelfleisch und usb 
bekehrte sich zum Islam. Man nannte ihn hinterher den Freigelassenen 
der ümm alMundhir; darüber ärgerte er sich aber so, dass er ihre Woh- 
nung mied, bis sie ihm sagen liess, der Prophet habe ihr zwar sein Leben 
geschenkt, aber sie wolle nicht als seine Schutzherrin gelten und er solle 
seinen eigenen Familiennamen weiterfuhren. — BH. 692. 

Sa*d b. ^Ubada und alXubab b. alMundhir äusserten zu M., die Aus 
seien unwillig über die Hinrichtung ihrer alten Bundesgenossen. Aber 
Sa'd b. Mu'adh versicherte ihm, alle frommen und gottgefälligen Männer 
von den Aus seien damit einverstanden; und üsaid b. Xucair forderte 
ihn auf, die noch übrigen Juden auf die ausitischen Familien zur Hin- 
richtung zu verteilen und ihm selber den ersten zu schicken. Wirklich 
schickte M. den 'Abdalashhal zwei Juden, denen üsaid und Abu Näila 
den Kopf abschlugen, desgleichen den Banu Xaritha zwei, die von Abu 
Burda mit Hülfe Muxajjica's und von Abu 'Abs mit Hülfe Guhair's b. Rafi* 
getötet wurden, und den Ghafar zwei, welche (nach Ja'qub b. Muxammad 
von 'Acim b. 'ümar b. Qatäda) von Qatada b. alNu*man und von Nacr b. 
alXarith hingerichtet wurden, und (nach 'Acim von Ajjub b. Bashir al- 
Mtt*avij) den Banu Mi»*avija zwei, denen Gabr b. 'Atik und Nu'man b. 
*Acr, ein Eidgenosse aus Balij, den Kopf abschlugen, und den 'Amr b. Auf 
zwei, nämlich 'üqba und Vahb die Söhne Zaid's, welche von 'üvaim b. 
Sä'ida und von Sälim b. 'ümair getötet wurden, und endlich schickte er 
auch welche zu den Banu ümajja b. Zaid. 

Als Ka'b b. Asad, die Hände auf dem Rücken, vorgeführt wurde, 
sagte M. zu ihm: ihr habt aus dem guten Rat des Ihn Gavväs keinen 
Nutzen gezogen; hat er euch nicht geheissen, mir zu folgen und mich von 
ihm zu grüssen')? Er antwortete: du hast recht, auch würde ich dir 
folgen, wenn ich mich nicht scheute vor dem Vorwurf ," es geschehe aus 
Furcht vor dem Schwerte. Darauf ward er geköpft. 

'ütba b. Gabira von alXucain b. 'Abdalraxmän b. 'Amr b. Sa'd b. 
Mn'adh: nachdem die Köpfe Xujaij's und Nabbash's und Ghazzal's und 
KaT)'s gefallen waren, erhub sich der Prophet und übertrug die Sorge 
für die Hinrichtung der übrigen dem Sa'd b. Mu'ädh. 
1) foL 115b. 



218 Quraieha A. 5. 

Banäna war eine Naciritin, aber die Frau eines Qaraehiten. Ihr Mann 
liebte sie sehr, und um im Tode nicht von ihr getrennt zu werden, ver- 
anlasste er sie unter irgend einem Vorwande, einen Mühlstein von dem 
Schlosse alZablr's, wo sie sich befanden, herabzuwerfen auf die Muslime, 
die sich an der Mauer Schatten suchten; in der Absicht, dass sie ihrer 
119 a Rache verfallen sollte. Sie zerschmetterte wirklich dem Xalläd b. Suvaid 
den Kopf. 

Am Tage der Hinrichtung war sie zu 'Äisha gegangen und schüttelte 
sich eben vor Lachen*), indem sie sagte: nun werden die Fürsten der 
Quraieha getötet — als sie ihren Namen rufen hörte. Mit den Worten: 
„ich bins wahrhaftig, die gerufen wird" sprang sie auf, und von 'Äisha 
befragt, sagte sie, ihr Mann habe ihr zum Tode verhelfen, und erzählte 
ihr das Nähere. Sie wurde zur Rache für Xallad hingerichtet, es war 
eine süsse junge Frau. Fröhlichen Herzens und lachenden Mundes ging 
sie dem Tode entgegen, unvergesslich für 'Äisha. Bis in die Nacht 
hinein, erzählt *Äisha, wurden die Juden noch bei Fackelschein hinge- 
richtet. — BH. 690 f. 

Ibrahim b. Thumäma von alMusavvar b. Rifä'a von Muxammad b. 
Ka'b alQuraehi: sie wurden gerichtet, bis die Abendröte unterging; dann 
wurden die Gräben über ihren Leichen zugeschüttet. Es wurde nach der 
Pubes gesehen; wer sie hatte, verfiel dem Schwert, wer sie noch nicht 
hatte, ward zur Sklaverei bestimmt. 

'Äbdalraxman b. 'AbdaPaziz von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm: es 
waren 600, einer entkam, weil sein Strick zerriss, nämlich 'Amr b. Su*da. 
Aber nach Vakidi ist die andere Version über Ihn Su'da (fol. 116 a) besser. 
Musa b. 'übaid von Muxammad b. alMunkadir gibt die Zahl auf 6 — 700 
an. Ihn 'Abbas auf 750. 

Als die jüdischen Weiber, im Gehöft der Ramla und des Usama, am 
anderen Morgen die Hinrichtung ihrer Männer erfuhren, zeterten sie und 
zerrissen die Kleider und Hessen die Haare flattern und schlugen sich auf 
die Backen. Aber alZablr b. Baea sagte: seid still; ihr seid die ersten 
jüdischen Weiber seit Anfang der Welt, die in Sklaverei geraten, nun 
aber wird die Sklaverei nicht aufhören bis zum jüngsten Tage; hätten 
eure Männer etwas getaugt, so würden sie sich für euch geopfert haben ^); 
haltet nur fest am Glauben, darauf wollen wir leben und sterben. 

*Abdalxamid b. Ga'far von Muxammad b. Jaxja b. Xabbän und Ihn 
Abi Xabiba von Davud b. alXucain: Thabit b. Qais begab sich zu alZabir 

') ^^jkJ t^ v.j5o^Wij c:JL*:fV» BH. 690,17. 



Quraieha A 5. 219 

b. Baea, der ihn in der Schlacht von Bu'ath verschont hatte ^), und sagte 
ihm, er wolle ihm jetzt die Wohlthat vergelten, die er ihm schuldig sei. 
Darauf ging er zu M. und sprach : alZahir hat eine Wohlthat bei mir gut, 
er hat mir die Stirnhaare abgeschnitten am Tage von Bu'ath und dabei 
gesagt, ich solle es ihm gedenken; nun möchte ich ihm gern den Dank 
abtragen, schenk ihn mir! M. gewährte die Bitte. Der Jude aber sagte: 
ein alter Mann, ohne Frau und Kinder und Vermögen — was soll der 
mit dem Leben! Da ging Thabit noch einmal zu M. und erlangte auch 
Frau und Kinder und Vermögen für ihn wieder. Thabit, sprach darauf ii9b 
alZabir, da hast genug an mir gethan und bezahlt, was du schuldig warst 
— sag mir, Thabit, was macht der Mann, in dessen strahlendem Gesicht, 
gleichwie in einem Spiegel von Sina, sich die Jungfrauen des Stammes 
besehen, Ka'b b. Asad? „Er ist tof Und was macht der Fürst der • 
Sesshaften und der Schweifenden, das Oberhaupt aller beider Stämme^), 
der den Leuten Reittiere gibt im Feldzug und Nahrung in der Hungers- 
not, Xujaij b. Aieab? „Er ist tot." Und was macht der Führer des 
Vordertreffens beim Angriff und der Nachhut beim Rückzug, Ghazzal b. 
Samuel? „Er ist tot." Und was macht der Listige und Gewandte, der 
jede Zusammenrottung sprengt und jeden Knoten löst, Nabbash b. Qais? 
„Er ist tot." Und was macht der Fahnenträger, Vahb b. Zaid? „Er ist 
tot." Und die beiden 'Amr, die sich in der Gesetzforschung vereinigen? 
„Sie sind tot". Thabit, sagte da der Greis, was liegt mir dann noch 
am Leben! soll ich in die Stätte zurückkehren, wo sie vordem wohnten 
und dort nach ihrem Tode fortdauern? aber ich bitte dich, bei der Wohl- 
that, die ich bei dir gut habe, bring mich nicht zu jenem Mörder, dass 
er mich tote auf dem Richtplatz, sondern nimm mein Schwert — es ist 
scharf — und triff nicht zu hoch und nicht zu niedrig, unter das Hirn 
und über den Wirbel*), denn es sieht besser aus wenn der Hals am 
Rumpfe bleibt; o Thabit, ich mag nicht einen Augenblick*) mehr warten 
bis ich mit meinen Lieben vereinigt werde! Aber Thabit weigerte sich. 
Es ist mir am Ende gleich, fuhr alZabir fort, wer mich tötet, versprich 
mir nur auf mein Weib und meine Kinder Acht zu haben und dafür zu 

>) ^ji^ y> vgl. Exod. 12,13. 23. 27. ^ alNacir und Quraieha. 

3) Die Stelle (hier und fol. 205 b ebenso wie bei Kremer 295,12) ist nach 
BH. 852,15 Agh. IX 16, 2 zu verbessern. 

*) wortlich: nicht so lange als das Ausschütten eines Eimers aus dem Brunnen 
(ja^. AXctJi ^ dauert. Die Poesie wird an dieser Stelle durch die theolo- 
gische Prosa Abubekr's unterbrochen, „welcher zuhörte und sagte: o Ihn 
Baea, es handelt sich nicht um das Ausschütten eines Eimers, sondern 
um die ewige Höllenstrafe''. 



220 Quraieha A. 5. 

sorgen, dass sie frei kommen und ihr Vermögen wieder erhalten. Darauf 
ward er zu alZubair b. aPAwam gebracht und von demselben hingerichtet. 
Seine Familie bekam ihre sämtliche Habe, mit Ausnahme der Waffen, zu- 
rück ; sie wohnte bei Thabit b. Qais b. Shammäs. — BH. 691 f. 

M. hatte sich die schöne Naciritin Eaixana bint Zaid, die unter den 
Quraieha verheiratet war, als Voranteil ausgesucht. Nachdem er ihr ver- 
gebens den Islam angetragen hatte, übergab er sie dem bekehrten Juden 
Ihn Sa'ijja zu weiterer Bearbeitung, dem es wirklich in kurzer Frist ge- 
lang, sie zur Annahme der neuen Religion zu bewegen. 
120a 'Abdalmalik b. Sulaiman von Ajjub b. 'Abdalraxman b. Abi Ca'ca'a 

von Ajjub b. Bashir alMu'avij: M. schickte sie zu Salmä bint Qais 
(Umm alMundhir) und liess sie unberührt, bis sie einmal ihre Regel ge- 
habt hatte. Darauf ging er hin und stellte ihr frei, ob sie seine Frau 
oder seine Sklavin sein wolle; sie zog das letztere vor als das leichtere 
für beide Teile. — Jedoch nach alZuhrij, dessen Version Vakidi vor- 
zieht, wurde sie seine Frau und trug als solche den Schleier. Ihr erster 
Mann hiess alXakam. — BH. 693. 

Verteilung der Beute. 

Die fahrende Habe und die Gefangenen wurden verkauft, die Palmen 
aber ohne Verkauf verteilt — einen Teil davon bekamen die *Abd- 
alashhal, Ghafar, Xaritha und Mu'avija (das sind die Nablt), einen die 
'Amr b. 'Auf und die übrigen Aus, einen die alNaggar, Mazin, Malik, 
Dinar und *Adij, einen die Salama, Zuraiq und Balxarith >). Auf das 
Pferd kamen zwei und auf den Reiter ein Anteil, so wie es zuerst bei 
alMuraisi* gehalten worden war. Die . Anteile des getöteten Xalläd b. 
Suvaid und des während der Belagerung gestorbenen Abu Sinan b. Mixcan 
wurden den Hinterlassenen ausgezahlt. Es wurden im Ganzen 3072 Lose 
gemacht, für 3000 Mann und 36 Pferde. Dieselben Zahlen nennt Ibrahim 
b. Ga'far von s. Vater, behauptet aber gleichwohl, M. habe für seine 
drei Pferde und sich selber nur ein Los beansprucht. Die Beute sei in 
fünf gleiche Teile geteilt ^), sowohl die Güter (alamväl - praedia) als das 
Gerät und das Vieh und die Gefangenen; einen Teil davon habe man 
für Gott ausgelost, die übrigen vier unter die Krieger zerstückelt*). Die 
Weiber, die mit zu Felde gezogen waren, erhielten Geschenke; so Cafijja 
bint 'Abdalmueealib und ümm 'Umära und Umm Salle und ümm al'Alä 
und alSumaira bint Qais und ümm Sa'd b. Mu'adh. 

^) Der fünfte Teil kam Gott zu. 

^ scheint noch zu Ibrahim' s Bericht zu gehören. 



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Quraieha A. 5. 221 

Muxammad b. 'Abdallah b. Malik von Muxammad b. Ibrahim b. 
Aslam b. Bagra alSä^dij von s. Grossvater: ich war dabei als der Bote 
Gottes die gefangenen Weiber verkaufte. Der Jude Abu IShaxm kaufte 
zwei Mütter mit je drei Kindern für 150 Dinare; sie versicherten ihm 
anter Thränen, sie wollten in ihrem Glauben leben und sterben. 120 b 

Ihn Abi Sabra von Ja'qub b. Zaid von Galxa von s. Vater: M. 
schickte einige der gefangenen Weiber und Kinder mit Sa'd b. *Ubada 
nach Nagd und Syrien, um für den Erlös Waffen und Pferde einzuhan- 
deln; andere verkaufte er an Othman und 'Abdalraxman b. Auf. Als 
die beiden sich in ihren Kauf teilten, stach Othman den *Abdalraxman 
aus. Er bestimmte für jede Frau einen zu zahlenden Preis ^) , wählte 
dann für sich die alten, die Geld bei sich führten, und liess dem anderen 
die jungen, wodurch er ein gutes Geschäft machte. 

'Abdalxamid b. Ga'far von s. Vater: der Gottesfüufte ward vor dem 
Verkauf und der Vereinzelung abgesondert. Nachdem zunächst Alles 
in fünf grosse Teile geteilt war, wurde einer davon für Gott bestimmt 
und zwar durchs Los, nicht durch Auswahl, wie auch Ihn *ümar bezeugt. 
Maxmija al Zubaidij hatte die Aufsicht über die Fünftung und die nach- 
folgende Einzelverteilung. M. gebot, Mutter und Kinder beim Verkauf 
nicht zu trennen — nicht vor der Geschlechtsreife der Mädchen und Kna- 
ben, wie Ihn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah hinzufügt. 

Ihn Abi Sabra von Ja'qub b. Zaid von s. Vater: Mütter mit kleinen 
Kindern wurden von den Arabern und den Juden in Medina, Taimä und 
^ibar gekauft und ausgeführt; aber kleine Kinder ohne die Mütter 
wurden weder von den Heiden noch von den Juden, sondern bloss von 
den Muslimen genommen. 

'ütba b. Gabira von Ga*far b. Maxmüd b. Maslama: ich kaufte drei 
Weiber mit ihren Kindern für 45 Dinar. So viel betrug mein Anteil 
als Reiter, an Land, Sachen und Gefangenen zusammen; es war das 
Dreifache eines gewöhnlichen Anteils. — BH. 692 f. 

AlMughira b. 'Abdalraxman aliuzamij (mit dem Beinamen Qucaij) 
von Ga'far b. Xariga: alZubair behauptete für sich und sein Pferd nur 
zwei einfache Anteile erhalten zu haben. — . BH. 692 f. 

^Abdalmalik b. Jaxja von *Isa b. Ma*mar: alZubair bekam für sich 
und seine zwei Pferde fünf Anteile. 

Tod Sa'd's b. Mu'ädh. 121a 

Nachdem Sa*d das ürtheil über die Quraieha gesprochen, kehrte er 
in das Zelt der Ku'aiba zurück. M. brannte (kavä und xasama) ihm 



222 Quraioha A. 5. 

seine Wunde zweimal, aber die Hand schwoll davon an und blutete 
wieder, wenn das Brennen aufhörte. Gebet Sa'ds^). Als er im Sterben 
lag^), besuchte ihn M. mitten in der Nacht, nahm seinen Kopf in den 
Schoss und befahl seine Seele Gott. Sa'd erwachte davon aus seinem 
Schlummer, schlug die Augen auf und bekannte noch einmal seinen 
Glauben. Darauf begab sich M. in seine Wohnung zurück und wartete 
eine Stunde oder etwas 'länger — da kam Gabriel zu ihm und fragte, 
was für ein frommer Mann da eben gestorben sei, die Pforten des Himmels 
seien ihm aufgethan und der Thron des Allbarmherzigen seinetwegen in 
Bewegung geraten. Schnell eilte M., seine Kleider am Boden schleifend, 
zum Zelte Ku'aiba's — Sa'd war tot. Die Leiche ward von den Ashha- 
liten. denen M. folgte, in seine Wohnung getragen. Einem riss der Schuh, 
er kümmerte sich nicht darum; einem andern fiel der Mantel ab, er liess 
ihn liegen; keiner hielt sich auf bis sie in Sa*d's Haus kamen. — Nach 
anderen Nachrichten war M. bei Sa'd's Tode zugegen. 

Mu'adh b. Muxammad b. 'Aeä b. Abi Muslim von 'Ikrima von Ibn 
'Abbas: als das Blut aus Sa'ds Wunde strömte, nahm ihn M. in den 
Arm und achtete es nicht dass ihm Gesicht und Bart besudelt wurden; 
wenn ihn jemand davor wahren wollte, rückte er dem Verwundeten nur 
näher. 

Sulaiman b. Davud von alXucain von s. Vater von Abu SuiQan von 
Salama b. Xuraish: ich sah M. zu Sa'd hineingehen, er that wie einer 
der durch andere hindurch sich einen Weg sucht, obwohl ausser Sa*d 
niemand zu sehen war; uns winkte er zurückzubleiben. Als er nach 
einer Weile wieder herauskam, fragte ich ihn und er erklärte, es sei so 
voll von Engeln gewesen, dass er keinen Fleck zum Sitzen habe finden 
können, bis ein höflicher Engel einen seiner Flügel eingezogen hätte, um 
ihm ein wenig Platz zu machen. 
121b Muxammad b. Calix von Sa'd b. Ibrahim von *Amir b. Sa*d von s. 

Vater: Omar verwies es der Mutter Sa'd's, dass sie um ihn klagte'), aber 
M. gebot ihm sie zufrieden zu lassen. Sie hiess Kabsha bint 'übaid b. 
Mu'avija b. 'übaid b. alAbgar b. 'Auf b. alXarith b. alXazrag, ihre 
Schwester alFäri'a war die Mutter As'ad's b. Zurära. 

Im Beisein M.'s ward die Leiche gewaschen, von alXarith b. Aus b. 
Mu'adh und üsaid b. Xucair und Salama b. Saläma b. Vaqsh, zuerst mit 
Wasser, dann mit Sidrwasser, zuletzt mit Kampherwasser. Darauf ward 

^) s. fol. 117 b. Der folgende Bericht wird eingeleitet durch die Worte 
&JÜt »j^?^. Weiter unten folgt j»<-XJb vXjum lXj ^CJ^J^^\, 

3) wai-1-ummi SaMin Sa'dä, galädatan vagiddä. 



Quraieha A. 5. 223 

sie in drei cuxarische Tücher gehüllt und auf eine Bahre gelegt^); der 
l^rophet sah zu. 

^Ahdalraxman h. 'AhdaUaziz von 'Ahdallah b. Abi Bakr h. Xazm von 
Jaxja b. 'Abdallah b. 'Abdalraxman von 'Amra von 'Äisha: ich sah den 
Boten Gottes vor der Leiche hergehen. 

Sa'id b. Abu Zaid von Rubaix b. 'Abdalraxman b. Abi Sa'id aliudrij 
von s. Vater von s. Grossvater: ich war unter denen die ihm sein Grab 
in alBaqi* gruben, Moschus duftete uns entgegen bei jeder Scholle 2), die 
wir aufwarfen, bis wir dazu gelangten die Nische zu machen'). 

Rubaix von Muxammad b. alMunkadir von Muxammad b. Shuraxbil 
b. Xasana: es nahm einmal einer eine Hand voll Staub von Sa'd's Grabe 
mit fort; als er hernach zusah, war es Moschus. 

M. beeilte sich so bei der Leiche Sa'd's, damit ihm nicht, wie bei 
Xanehala, die Engel zuvorkämen, ihn zu waschen. Sa'd war ein beleibter 
Mann, den Trägem aber kam er wunderbar leicht vor — nämlich die 
Engel halfen tragen, wie der Prophet sah. Die Heuchler freilich sagten, 
er sei in Folge seines Bluturteils über die Quraieha so leicht geworden. 

Abu Sa'id alXudrij: wir hatten sein Grab gegraben (da wo jetzt die 
Wohnung 'üqairs ist) und Milch und Wasser dabeigesetzt; da erschien 
der Prophet, sagte ihm Lebewohl und betete über ihm. Der ganze Kirch- 
hof (alBaqi*) war voll Menschen. 

Ibrahim b. alXucain von Davud b. alXucain von 'Abdalraxmän b. 
Gabir von Gabir: alXarith b. Aus b. Mu'adh und üsaid und Abu Näila 
und Salama b. Saläma stiegen ins Grab, um die Leiche in die Nische zu 
setzen. Als sie beigesetzt war, machte M., der am Rande des Grabes mit 
zusah, ein betrübtes Gesicht, dann stimmte er ein dreimaliges Tasbix und 
ein dreimaliges Takbir an, in welches die Muslime einfielen, so dass der 
Kirchhof erbebte. Befragt wegen der Veränderung seiner Mienen und wegen 122 a 
des Tasbix erklärte M.: das Grab engte ihn ein und er ward zusammen- 
gedrückt mit einer Gewalt, der niemand entgehen kann — darauf aber 
schaffte ihm Gott Luft. 

Ibrahim b. alXucain von alMusawar b. Rifa'a: Sa'd's Mutter kam um 
ihn noch einmal im Grabe zu sehen, die Leute wollten es ihr wehren, 
aber M. gebot sie zu lassen. So sah sie ihn denn noch einmal in seiner 
Nische (laxd), ehe sie mit den Ziegeln verbaut wurde. M. blieb in der 
Nähe sitzen, bis das Grab zugeschüttet war; dann betete er noch einmal 
darüber und entfernte sich. — BH. 697—699. 

*) welche der Familie Jn^^ (Suvaibie's ?) gehorten. 

*) vir* o^ ir^ ^y^ ^-**^- 
3) jL-=OÜt ^t Lu^t ^^. 



224 Quraieba A. 5. 

■ 

Ausserdem hatten die Muslime noch zwei Tote, Xallad b. Suvaid von 
den Balxarith, welchem Banana mit einem Mühlstein den Kopf zer- 
schmetterte, und Abu Sinan b. Mixcan, welcher bei der Belagerung der 
Quraieha starb und auf ihrem Kirchhof begraben wurde. 

Ibrahim b. Ga'far von s. Vater: der Ashga'it Xusail b. Nuvaira 
brachte, binnen zwei Tagen, die Kunde vom Schicksal der Quraieha nach 
Xaibar, wo er die Obersten der Nacir und der einheimischen Juden in 
einer Versammlung antraf. Die Weiber zeterten, zerrissen die Kleider 
und schnitten sich das Haar ab; bei dem Klaggesang, den sie anstellten, 
beteiligten sich auch die Araberinnen. Salam b. Mishkam sagte: die 
Schuld hat der unglückselige Xujaij b. Aieab; es ist für immer aus mit 
den Juden im Higäz, sie haben keine Einsicht und keine Energie. Be- 
fragt um seine Meinung was zu thun sei, riet er, da es zweifellos sei, 
dass M. demnächst gegen Xaibar ziehen würde, ihm zuvorzukommen und 
sich mit der gesamten Judenschaft von Taimä Fadak und Vadi IQurä zum 
Angriff gegen Medina zu vereinigen, die unzuverlässigen Araber aber gänz- 
lich aus dem Spiel zu lassen. Die Juden stimmten ihm bei; nur Kinana 
b. alRabi' b. Abi IXuqaiq meinte, die Sache stehe nicht so schlimm, die 
Araber seien M.'s entschlossene Feinde, und dieser werde nie wagen 
Xaibar anzugreifen. Worauf Salam erwiderte, er sei ein Mann, der nicht 
122b eher kämpfen würde, als bis man ihn am Kragen habe'). 

32. 

A. 6 im Muxarram. 

Ermordung des Hudhaliten Sufjan b. Xalid b. Nubaix durch 'Abdallah 
b. Unais. Ihn ünais sagt: ich verliess Medina am Montag 5. Muxarram 
im 54sten Monate«), blieb 18 Tage aus, und kehrte zurück Sonnabend 
den siebtletzten d. M. 

^) Folgt die Ankündigung eines Klageliedes Xassan's auf Sa*d b. Mu*adh, 
welches jedoch in den Hss. ausgelassen ist. 

2) In der Uebersicht kommt diese Sarijja nicht bloss an dieser Stelle vor, 
als No*. 32, sondern noch einmal an einer anderen Stelle, zwischen No. 16 
und 17 (Kremer 3,20 — 4,2). Ibn Unais gibt dort die übrigen Data ebenso 
ah wie hier, nur nennt er den Muxarram nicht den 54., sondern den 
35. Monat. Da bei dieser Art Zählung der Rabi'I des Jahres 1 als erster 
Monat gerechnet wird, so trifft der 35. Monat allerdings auf den Muxarram 
a. 4. , aber der Muxarram a. 6 ist der 59. und nicht der 54. Monat. In- 
dessen wird die letztere Angabe auch am Schluss von No. 32 (fol. 123 a) 
noch einmal wiederholt, und in No. 33 (fol. 123a) wird noch dazu der 
Muxarram a. 6 als der 55ste Monat gerechnet. Es wird also kaum 59 ' 
statt 54 oder 55 corrigiert werden dürfen. 



Sufjan alLixjanij A. 6. 225 

Isma'il b. 'Abdallah b. Gubair von Musa b. Gubair: als M. erfuhr, 
dass der Lixjanit Sufjan in 'ürana ein Heer gegen ihn sammele, befahl 
er dem Ibn Unais sich unter dem Vorgeben, er sei ein Xuza'it, an ihn 
zu machen und ihn aus dem Wege zu räumen. Als Zeichen, woran er 
SuQan erkennen werde, gab M. ihm an, dass ihn bei seinem Anblick 
ein Schauder überfallen werde: Ibn ünais hatte sonfet noch nie Furcht 
empfunden. Er erhielt ausserdem Erlaubnis zu sagen was er wolle. Ich 
machte mich also, erzählt Ibn ünais, auf den Weg, indem ich mich für 
einen ^^uzaHten ausgab. Ich nahm bloss mein Schwert mit; in Qudaid 
boten mir die Xuza'iten, die ich dort traf, ein Reittier und Begleitung 
an, was ich aber ausschlug. In Baen Sarif bog ich ab nach Trana, 
überall verbreitend, dass ich mich Suiöan zur Verfügung stellen wolle. 
Als ich ihn endlich inmitten seiner Rotten^) sah — es war um die Zeit 
des Nachmittagsgebetes — bekam ich wirklich einen Schrecken, wie M. 
gesagt hatte. Ich stellte mich ihm dann vor, als einen l^uza^ten, der 
mit ihm gegen M. zu kämpfen wünsche, und wusste ihn durch mein Ge- 
spräch so einzunehmen, dass er mich mitnahm in sein Zelt, im Gehen 
den Boden mit seinem Stocke erschütternd. Dort Hess er melken, ich 
nippte ein wenig vom Eimer, er aber steckte die ganze Nase in den 
Milchschaum und soff wie ein Kamel. Als es nun rings ruhig geworden 
war und er auch selber schlief, überfiel ich ihn und schlug ihn tot. 
Während seine Weiber schrieen, gelang es mir mit seinem Kopfe, den 
ich abgeschnitten hatte, auf einen Berg zu entkommen und dort in eine 
Hohle zu kriechen. Die Verfolger kamen mir nach zu Fuss und zu 
Pferde. Ein Mann hockte am Eingang meines Versteckes um zu pissen; 
ich sei nicht darin, rief er den Anderen zu — es hatte nämlich eine 
Spinne ihre Fäden vor die Mündung gezogen. Er hatte sein Wasserge- 
fäss und seine Schuhe abgesetzt, das war mir sehr willkommen, denn ich 
war barfuss und so durstig, als befände ich mich in der Hitze der Tihäma. 
Ich ging also, nachdem sie fort waren, heraus, trank und zog die Schuhe 123 a 
an, und gelangte endlich glücklich nach Medina, indem ich bei Nacht 
marschierte und mich bei Tage versteckte. Den Kopf des Ungeheuers 
warf ich dem Propheten in der Moschee vor die Füsse und erstattete ihm 
Bericht. Er gab mir einen Stock, auf den ich mich im Paradiese stützen 
solle — es gebe wenig Leute, die dort einen Stock führten. — Dieser 
Stock wurde dem Ibn Unais auf seinen Wunsch ins Leichentuch ge- 
wickelt. — BH. 981 f. 

') es ist merkwürdiger Weise der Ausdruck Axabish gebraucht. 



Väkidi, Mahammed. 15 



226 AlQureä A. 6. 

33. 
AlQureä, A. 6 im Muxarram. 

Xalid b. Aljäs von Ga'far b. Maxmud von Maxammad b. Maslama: 
ich zog am 10. Muxarram aus, im 55. Monat, blieb 19 Tage aus und 
kehrte am letzten d. M. zurück. 

^AbdaPaziz b. Muxammad b. Anas alOhafarij von s. Vater und *Abd- 
al'aziz b. Sa'id von Ga'far b. Maxmud: M. sandte 30 Mann, unter 
Muxammad b. Maslama, gegen die Bakr b. Eilab (im Nagd). In alSha- 
rabba begegneten sie reitenden Frauen und erfuhren von ihnen, dass 
sie zu Leuten von Muxarib gehörten und dass dieselben in der Nähe 
lagerten. Sie Hessen nun den Muxaribiten Zeit ihr Vieh Abends von der 
Weide zu holen, und überfielen sie , als sie tränkten, wobei sie eine An- 
zahl Kamele und Schafe erbeuteten. Dann ging es weiter gegen die 
Banu Bakr; 'Abbad b. Bishr erspähte ihre Niederlassung am Wasser, 
und als sie am Abend ihr Vieh zusammengetrieben, gemolken* und ge- 
tränkt hatten, erfolgte der üeberfall, wobei zehn getötet wurden. Eiligst 
machten sich dann die Muslime mit der Beute auf den Heimweg nach 
Medina, weil sie verfolgt zu werden fürchteten; die Schafe mussten laufen 
wie die Pferde. Schon am andern Morgen früh waren sie in Carijja, 
ein oder zwei Tagereisen weit von dem Ort des Ueberfalls entfernt, und 
gelangten von da über aPAdäsa glücklich nach Medina ; aber in alRabadha 
konnten die Schafe nicht mehr mit, sie mussten nachkommen. — Muxam- 
mad b. Maslama pflegte zu erzählen, er gel von alCarijja bis Baen Nail 
keinen Schritt geritten. Die Beute bestand aus 150 Kamelen und 3000 
Schafen; nachdem der Fünfte abgezogen war, bekam jeder Teilnehmer 
12 Kamele *), ein Kamel zehn Schilfen gleichgerechnet. — BH. 975: 

34. 
Banu Lixjän, A. 6 im Rabi' I. 

'Abdalmalik b. Vahb Abu IXasan alAslamij von 'Aeä b. Abi Marvan : 
M. zog aus am 1. Rabi I, gelangte bis Ghurän und Ts^, und blieb zehn 
Tage aus. 

Ma'mar von alZuhrij von Ihn Ka'b b. Malik, und Jaxja b. 'Abd- 
allah b. Abi Qatada von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm, und Andere: 
M. empfand tiefen Schmerz über das Schicksal der Märtyrer von Bi'r 
Ma'una und wollte sie rächen. Er zog mit 200 Mann und 20 Pferden 
aus, für die er Macrib alQubba bei alGurf zum Sammelpunkt bestimmt 
hatte, als solle es gegen Norden gehen. Abends aber brach er von da 

Das Objeet fehlt, vielleicht weil Vakidi zu faul war die Rechnung zu 
machen, die aus den angegebenen Zahlen sich mit Leichtigkeit ergibt 



Banu Lixjan A.' 6. 227 

4 

Über Ghuräbät und Jain auf nach Cuiairät alThumäm, wo er auf den 
richtigen Weg kam, und dann zog er eilig bis nach Baen Ghurän, der 123 b 
Stätte des Unglücks, und befahl die Märtyrer der Gnade Gottes. Die 
Lixjan aber hatten Wind bekommen und waren in die Berge geflohen, 
wo sie allen Streifscharen unerreichbar waren. Nach ein oder zwei Tagen 
zog M. wieder ab ; von 'üsfan aus schickte er Abubekr mit zehn Reitern 
nach alGhamlm, um den Mekkanern Angst zu machen. Diese hielten 
damals Xubaib b. 'Adij und Zaid b. alDathana gefangen (fol. 83 f.) und 
glaubten, M. wolle einen Befreiungsversuch machen; sie erzählten sich, 
er sei schon in Caganän. Mävija berichtete es dem Xubaib und sagte 
ihm dabei, die Mekkaner seien willens seine Hinrichtung bis zum Ende 
des Muxarram hinauszuschieben; da aber M. im heiligen Monat sie be- 
kämpfe, würden auch sie sich nicht scheuen, seinen Anhänger im heiligen 
Mgnat zu töten. Indessen kam Abubekr bald wieder, und M. kehrte 
nach Medina zurück, mit dem Gebet: äibüna täibüna etc. Während der 
14 Tage seiner Abwesenheit hatte Ihn Umm Maktum seine Stelle ver- 
treten; es war im Muxarram A. 61). — BH. 718 f. 



35. 

AlGhäba«), A. 6 im Rabi' II. 

'Abdal'aziz b. 'Uqba b. Salama b. alAkva' von Ijäs b. Salama von 
s. Vater: Tjaina machte den Ueberfall am Mittwoch d. 3. Rabi* II A. 6, 
wir machten uns selbigen Tages zu seiner Verfolgung auf und kamen 
am folgenden Montag wieder; Ihn Umm Maktum war stellvertretender 
Imam. 

Musa b. Muxammad b. Ibrahim von s. Vater, und Jaxja b. 'Abdallah 
b. Abi Qatäda, und *Alij b. Jazid und Andere : die 20 Milchkamele M.'s 
weideten in alBaicä, und da hier das Futter ausging, in alGhäba an den 
Athl- und Garfabäumen; jeden Abend brachte der Hirt dem Propheten 
die Milch. Eines Tages bat Abu Dharr M. um Erlaubnis zu seinen Ka- 
melen zu gehen, M. gab sie ihm, aus Furcht vor *üjaina, nur wider- 124 a 
strebend, indem er sagte: es ist mir als sähe ich dich auf deinen Stock 
gestützt wiederkommen, nachdem dein Sohn gefallen 'und dein Weib ge- 
fangen geführt. 

In der Nacht, wo der Ueberfall geschah, war alMiqdäd's Stute Sabxa 

Wieder eine chronologische Differenz über die Vakidi mit Stillschweigen 
hinweggeht. Dass der Feldzug gegen die Banu Lixjan nicht in den Rabi', 
sondern in den Muxarram fiel, ist auch bei Abubekr's Diversion nach 
alGhamim die Voraussetzung. 

3) auch Jaum alSarx und Dhu Qarad genannt. 

15* 



228 AlGhaba A. 6. 

• 

so unruhig, dass Abu Ma^bad ^) meinte, es müsse ihr etwas sein ; aber sie 
war weder hungrig noch durstig. Als das Zwielicht aufging, sattelte er 
sie und legte seine Waffen an; darauf besuchte er das Morgengebet. 
Da aber nichts geschehen war, so nahm er, als er wieder zu Hause kam, 
dem Pferde den Sattel und sich selber die Waffen ab und legte sich hin, 
ein Bein übers andere streckend — als er plötzlich horte, dass die 
Reiterei aufgeboten wurde. 

Abu Dharr: nachdem das Vieh am Abend zusammengetrieben, ge- 
tränkt und gemolken war, legten wir uns schlafen. Da war plötzlich 
Tjaina über uns mit 40 Reitern. Mein Sohn kam hervor und ward er- 
schlagen, seine Frau und drei andere Personen retteten sich. Ich. schlug 
mich auf die Seite, die Feinde waren mit dem Abbinden der Kamele be- 
schäftigt und liessen mich unbehelligt. Als ich dem Propheten die Sache 
erzählte, lachte er, dass er Recht gehabt habe. 

Salama b. alAkva*: ich wollte morgens zu den Kamelinnen M.'s um 
die Müch für ihn zu holen, da begegnete mir der Hirt *Abdalraxman's, 
der seine Kamele aus Versehen auf die Weide des Propheten getrieben 
hatte, und erzählte mir was geschehen sei. Ich wandte mein Pferd und 
galoppierte zurück; auf der Thanijjat alVadä' hielt ich und schrie dreimal 
„üeberfall, UeberfalP, so dass es im ganzen Weichbild der Stadt ver- 
nehmlich war. 

Musa b. Muxammad von *Acim b. 'Ümar von Maxmüd b. Labid: er 
rief dreimal „Hülfe, Hülfe**, dann hielt er auf seinem Pferde, bis M. in 
Eisen gehüllt erschien. Der erste, der auf den Hülferuf zu M. eilte, war 
alMiqdäd; M. band ihm die Fahne an seine Lanze und sagte: reit voran, 
die Reiter und ich selber kommen dir nach. Also ritt ich voran, erzählt 
alMiqdad, und bat Gott um das Martyrium. Im Nachtrab der Feinde sah 
ich einen jungen Fuchs, der nicht weiter wollte; der Reiter sprang ab 
und sass hinter einem Andern auf; ich fing das Pferd, welches ganz er- 
schöpft war, und bezeichnete es durch eine Bogensehne, die ich ihm um 
den Hals band, als mein Eigentum. Darauf holte ich den Mas'ada ein 
und stiess nach ihm mit meiner Fahnenlanze ohne jedoch zu treffen. 
Nun wandte er sich um und stiess nach mir, aber ich fasste seine Lanze 
und zerbrach sie,* worauf er entfloh. Dann pflanzte ich die Fahne ein, 
damit meine nachkommenden Kameraden sie sähen. Bald kam denn auch 
Abu Qatäda an, der einen gelben Kopfbund als Abzeichen trug; wir 
ritten eine Weile zusammen hinter Mas^ada her, aber sein Pferd war 
124 b besser, er kam voran und entschwand meinem Blicke. Als ich ihn wieder 
einholte, war er grade dabei seine Burda auszuziehen und sie über 

^) Das ist alMiqdäd selber; im Arabischen ist der Wechsel noch aufElliger. 



AlGhaba A..6. 229 

Mas^ada's Leiche za decken, zum Zeichen seines Rechts an den Spolien. 
Mein Beutepferd fand ich hernach im Besitz 'Ulba's b. Zaid alXarithij; 
ich erhub Anspruch darauf, aber Mv schlug es zur allgemeinen Beute. 

Salama b. alAkva*: ich lief zu Fuss ^) wie ein wildes Thier hinter 
den Feinden her und schoss mit Pfeilen auf sie; wenn sie dann sich 
wandten, um mich anzugreifen, entfloh ich lan einen unnahbaren') Ort, 
und schoss von neuem sobald ich konnte, indem ich sagte: wartet nur 
ein wenig bis unsere Reiter euch zu fassen kriegen. Das Spiel wieder- 
holte ich fortwährend, bis ich mit ihnen nach Dhu Qarad kam. Dort 
holte mich spät Abends der Prophet und die Reiterei ein. Ich bemerkte 
ihm, dass die Feinde Durst leiden, aber kein Wasser in der Nähe finden 
würden; mit 100 Mann könne ich ihnen die Beute abjagen und sie selbst 
gefangen nehmen. Er war zunächst geneigt darauf einzugehen, dann 
aber sagte er: sie sind schon in Sicherheit in Ghaeafan. 

Xalid b. Aljäs von Abu Bakr b. 'Abdallah b. Abi Gahm: der mus- 
limischen Reiter waren in allem acht, drei von den Emigranten und 
fünf von den Medinem. Die Namen werden aufgezählt. 

Abu 'Ajjäsh: als ich auf meinem Pferde angeritten kam, äusserte M. : 
wenn du doch einen besseren Reiter darauf liessest! Ich reite wie einer, 

• 

antwortete ich, und wollte es zeigen; aber nach kaum 50 Ellen hatte 
mich der Gaul abgeworfen. Wunderbar, dass er das gesagt hatte! 

Inzwischen war der Hülferuf bis zu den *Amr b. 'Auf gedrxingen; 
es kamen immer neue Truppen nach, zu Pferd und zu Fuss, zu Kamel 
und zu Esel, und erreichten M. in Dhu Qarad. Zehn Kamele wurden 
den Feinden wieder abgenommen (darunter der Hengst Abu GahFs, 
fol. 126 a), mit den übrigen zehn entkamen sie. 

Das Pferd Muxammad's b. Maslama, Dhu-lLimma, ward wild und 
• ungeduldig, als es den Lärm und das Gewieher hörte und Sa'd mit der 
Standarte arUqäb vorüberziehen sah; die Frauen des Hauses boten es 
einem Eidgenossen der 'Abdalashhal an, Mixraz b. Nacla. Er ritt über 
Vadi Qanät, und alMiqdad überholend erreichte er die Feinde in Haiqä^) 
und brachte sie zum Stehen. Aber er erlag im Zweikampf mit Mas'ada, 
sein Pferd kam ohne ihn zur Krippe zurück gesprengt. — Nach einer 
anderen Version war es das Pferd 'Ukkäsha's, alGanäx, welches er ritt; 
der Name dessen der ihn tötete war Authär; Authar seinerseits ward 125 a 

') Hier ist er zu Fuss, wo 'er hätte beritten sein sollen; vorher (fol. 124a) 
ist er zu Pferd, wo man^s gar nicht erwarten sollte. 

2) jjJt^ = eine Gefahr (für sie) enthaltend. Anders Hudh. 106,4. 

3) oder Haifa. Vgl. No. 38. 



230 AlGhaba A. 6. 

dann in einem schweren Kampfe von *Abbad b. Bishr erlegt. — *Ümar 
b. Abi 'Atika von Abu lAsvad von *ürva: Authär teilte sein Pferd, alQure, 
mit seinem Sohne 'Amr, 'Ukkäsha b. Mixcan tötete sie beide. — Zakarijja 
b. Zaid von 'Abdallah b. Abi Sufjan von s. Vater von Umm 'Amir bint 
Jazid b. alSakan: ich hatte Mixraz mit veranlasst dem Propheten nach- 
zureiten; hernach waren wir auf unseren Turm gestiegen und schauten 
in die Richtung, wo der Staub aufwirbelte, da sahen wir Dhu-lLimma 
leer zurücktraben. Besorgt Hessen wir alsbald einen Mann darauf zurück- 
reiten, um uns Nachrichten vom Propheten zu bringen. Der traf ihn in 
Haiqä und meldete uns, dass es ihm gut gehe. — Ihn Abi Sabra von 
Calix b. Kaisan: einen Tag vor seinem Martyrium sah Mixraz im Traum, 
wie er in den Himmel ging, der ihm aufgethan war, und bis zum äusser- 
sten Sidrabaum gelangte. Abubekr deutete ihm den Traum richtig. 

Jaxja b. 'Abdallah b. Abi Qatada von s. Mutter von s. Vater von 
Abu Qatäda: ich wusch mir grade den Kopf, als ich Gazvara wiehern 
und scharren hörte. Ohne die Waschung zu beenden, ritt ich sofort aus, 
in eine Burda gehüllt; der Prophet rief: „zu Hülfe, zu Hülfe !^ Ich holte 
alMiqdad ein und als ich von ihm erfuhr, dass Mixraz von Mas'ada 
getötet sei, gelobte ich ihn zu rächen oder zu fallen. Wir ritten eine 
Weile zusammen, dann aber kam ich ihm zuvor, da mein Pferd «besser 
war, ereilte Mas'ada und zerschmetterte ihm den Wirbel mit einem Lanzen- 
stoss, so dass er tot zu Boden fiel. Darauf bedeckte ich ihn mit meiner 
Burda, fasste sein Pferd am Zügel und setzte die Verfolgung fort. Als 
die Anderen nachkamen und meine Burda über der Leiche sahen, kriegten 
sie einen Schrecken, aber M. beruhigte sie und sagte, ich sei es nicht selber, 
sondern das sei ein von mir erschlagener Feind. Ich bekam die Spolien 
und das Pferd Mas'ada's zugesprochen; die Spolien musste mir Sa'd b. 
Zaid herausgeben, der sie sich angeeignet hatte. Als mich M. zu Gesicht * 
bekam, sagte er: Gott segne ihn an Haar und Fleisch; es hatte mich ein 
Pfeil im Gesicht getroffen, er spie auf die Wunde, und sie heilte ohne 
125 b schwürig und eitrig zu werden. — Als Abu Qatada im 70. Jahre starb, 
war er wie 15 Jahr alt. 

Ihn Abi Sabra von Sulaiman b. Shuxaim von Sa'd b. Zaid alAshhalij : 
auf den Allarm wappnete ich mich, bestieg mein Pferd alNaxl und be- 
gab mich zu M., den ich in voller Rüstung fand. Die Reiter, trabten 
schon auf Qanät zu, M. gab mir den Befehl über sie his er selber nach- 
käme. Ich ritt, SQ schnell ich konnte, vorbei an einem abgematteten 
Gaul, weiter an der Leiche Mas'ada's, dann an der Leiche Mixraz's, bis 
ich alMiqdad und Mu'ädh b. Mä'ic einholte und wir zusammen der Staub- 
wolke der Feinde nach eilten. Abu Qatada war ihnen auf den Fersen, 
allen voran aber lief Ihn alAkva' und schoss seine Pfeile auf sie. Sie 



AlGhaba A. 6. 231 

hielten uns dann eine Weile stand und es entspann sich ein Geplänkel, 
in dem ich Xubaib b. 'üjaina erlegte und sein Pferd erbeutete, unsere 
Losung war amit amit. 

Musa b. Muxammad b. Ibrahim von s. Vater: alMlqdad b. *Amr 
tötete den Xubaib b. 'üjaina und dessen Hintermann Faraqa b. Malik b. 
Xudhaifa b. Badr. 

In Dhu Qarad vereinigten sich die Muslime, und M. betete das Früh- 
gebei. — Ihn ^Abbas beschreibt aufs weitläufigste die Ceremonie. 

Malik b. Abi IRaxxäl von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm von 'ümara 
b. Ma'mar: M. blieb einen Tag und eine Nacht in Dhu Qarad, um Kund- 
schaft einzuziehen. Es waren 500 (and. 700) Mann bei ihm, für je 
100 schlachtete er ein Kamel. Sa'd b. 'übada mit 300 Xazragiten hielt 
während der fünf Tage bis zur Rückkehr M.'s Wache in Medina. Er 
scl^ckte einige Lasten Datteln und zehn Schlachtckamele zum Heere, 
durch seinen Sohn Qais, der auf seinem Pferde alVard den Feldzug mit- 
machte. M. war über seine Aufopferung gerührt, die !^azragiten aber i26a 
waren stolz auf ihren Führer und sagten, so edel und freigebig habe er 
sich immer gezeigt — worauf M. äusserte, die Besten im Islam seien 
diejenigen, die auch in der vorislamischen Zeit die Besten gewesen seien. 

Als M. zum Brunnen Hamm ^) kam , forderte man ihu auf darauf 
zu bieten; er lehnte es aber ab und sagte, es möge ihn ein anderer 
kaufen und eine Stiftung daraus machen. Oalxa b. 'Ubaidallah that es. 

Musa b. Muxammad von s. Vater: der Befehlshaber der Reiter war 
alMiqdad, bis M. in Dhu Qarad zu ihnen stiess. 

Muxanynad b. alFacl b. 'Ubaidallah b. Räfi' b. Xadig von alMusawar 
b. Rifa'a von Tha'laba b. Abi Malik: Sa'id b. Zaid war der Befehlshaber, 
alMiqdad ist nur deshalb vod Xassan^b. Thabit dazu gemacht, weil er 
ihm besser in den Vers passte, wie er selber gestand, als ihn Sa'id zur 
Rede stellte. Dieser schwur, nie wieder ein Wort mit ihm sprechen zu 
woUen. 

Als M. wieder in Medina war, kam die Frau des Abu l)harr auf 
seiner Kamelin alQacvä angeritten, erstattete ihm Bericht, und sagte am 
Ende, sie habe gelobt, wenn Gott sie auf der Stute errette, von ihrer 
Leber und ihrem Höcker zu essen. Lachend versetzte M.: das ist ein 
schlechter Dank, dass du sie schlachten willst, weil du auf ihr entkommen 
bist; dein Gelübde gilt nicht, weil es widergöttlich ist und die Kamelin 
dir auch gar nicht gehört. 

^)i^ jJO zweimal, ohne dass hum eine Beziehung hätte. Ob aber ein 

Eigenname darin steckt und ob er richtig ausgesprochen ist, sei dahin- 
gestellt 



232 AlGhamr A. 6. 

Fäid, der Freigelassene 'Abdallah's, von 'Abdallah b. 'Alij von s. 
Grossmutter Salmä : ich sah eine der Kamelstaten M.'s, namens alSamrä, 
vor seinem Hause stehen und meldete es ihm. Da ging er vergnügt 
heraus, ein Bruderssohn *Ujaina's hatte sie am Zügel und sagte auf Be- 
fragen *), er bringe sie ihm zum Geschenk. M. schenkte ihm 3 Unzen 
Silber zum Lohne : ich fand das sehr überflüssig, aber jenem war es noch 
nicht einmal genug. Das war denn doch dem Propheten zu stark, und 
126b in der Kanzebede, die er bald darauf hielt, erklärte er, hinfort nur von 
Qurashiten oder Medinern Geschenke annehmen zu wollen. „Oder von 
einem Thaqafiten oder Dausiten,'' setzt der Dausit Abu Hundra hinzu. 

Gefallen waren von den Muslimen nur Mixraz b. Nacla, von den 
Feinden Mas'ada b. Xakama, Authar und s. Sohn *Amr, und Xubaib b. 
Ujaina «). — BH. 719—725. 

36. 
AlGhamr, A. 6 im Rabi' IP). 

Ihn Abi Sabra von 'Abdrabbih b. Sa'id von einem Asaditen, der es 
alQasim b. Muxammad erzählte : M. schickte 40 Mann unter dem Befehl 
'ükkasha's b. Mixcan gegen die Bann Asad b. Xuzaima. Diese aber waren 
gewarnt und hatten sich ins Hochland gerettet, 'ükkasha fand ihre Nieder- 
lassung am Wasser leer, bemächtigte sich aber eines ihrer Vorposten, 
der die Nacht über auf dem Ausguck gewesen und am Morgen einge- 
schlafen war. Von diesem erfuhr er, dass die Asaditen, denen der üeber- 
fall galt, geflohen seien, dass aber Verwandte von ihnen in der Nähe 
Kamele hüteten. Auf diese stürzten sich nun die Muslime und erbeuteten 
200 Kamele, die Nomaden flohen und wurden nicht verfolgt. — BH. 975. 

37. 
Dhu-lQacca, A. 6 im Rabi' H. 

'Abdallah b. alXärith von s. Vater: zehn muslimische Krieger, unter 
dem Befehl Muxammad's b. Maslama, begaben sich nachts zum Wasser 
der Banu Tha'laba und *üväl um sie zu überfallen, wurden aber selber 
im Schlaf von diesen mit 100 Mann umzingelt, niedergemacht und aus- 
gezogen. Auch Muxammad blieb für tot auf dem Schlachtfelde liegen, 
als er aber einen des Weges kommenden Mann die Ergebungsformel 
(istirgä*) sprechen horte, rührte er sich, ward von dem Muslim mit Speise 

^) i:i^ ^} = was hat dich hergebracht. 

^ Darnach sollen noch Verse Xassan's folgen, die jedoch ausgelassen* sind. 
3) So in der üebersicht; an dieser Stelle aber steht Rabi' I,' vgl. dagegen 
No. 35. 



Dhu-lQacca A. 6. 233 

und Trank gestärkt und nach Medina gebracht. Darauf sandte M. den 
Abo 'Ubaida mit 40 Mann ab, der jedoch die Feinde nicht fasste, sondern 
nur Kamele erbeutete. 

Ibrahim b. Ga'far b. Maxmud b. (?) Muxammad b. Maslama: es zogen 
mit Muxammad zehn Männer, davon fielen drei, zwei Muzaniten und ein 
Ghaeafanit, er selber blieb für tot liegen, raffte sich aber wieder auf. 127 a 
Auf dem Feldzug von Xaibar sah er einen von denen, die bei Dhu-lQacca 
auf ihn losgehauen hatten; derselbe hatte Eile zu erklären, er habe sich 
jetzt zum Islam bekehrt, worauf Muxammad sagte: sehr ratsam! 

38. 
Dhu-lQacca, A. 6 im Rabi' II 

anter Befehl Abu 'Übaida's, der am Sonnabend auszog und zwei Tage 
ausblieb. 

^Abdalraxman b. Zijäd alAshga'ij von 'Isa b. 'Amila, und 'Abdallah 
b. alXarith b. alFucail von s. Vater: im Gebiet der Banu Muxarib und 
Tha^Iaba und Anmär herrschte Dürre, es fiel aber ein Regen in alMaväc 
bis nach Taghlamain, diesem Regen gingen jene nach. Zugleich aber 
wollten sie auch über das Vieh von Medina herfallen, welches in Baen ' 
Haiqä weidete. Gegen sie sandte M. Abu Tbaida aus, mit 40 Mann. 
Er brach nach Sonnenuntergang auf, marschierte die Nacht durch, und 
kam im Morgengrauen bei Dhu-lQacca an die Feinde. Aber diese ent- 
wischten in die Berge, nur einer ward gefangen, später aber wieder frei- 
gelassen, da er den Islam annahm. Einiges Vieh und Gerät ward er- 
beutet. — BH. 973. 

39. 
Zaid^s Zug nach aTIc, A. 6 im Gumadä I. 

Musä b. Muxammad b. Ibrahim von s. Vater: nach seiner Rückkehr 
von alGhaba erfuhr M., dass eine mekkanische Karawane von Syrien her 
auf dem Anzüge sei und sandte Zaid b. Xaritha mit 170 Mann zu Kamel 
aus um sie abzufangen. Die Absicht gelang, man erbeutete viel Silber, 
welches dem Cafvan gehörte, und einige Gefangene, darunter Abu TAc 
b. alRabi*. Der verzog nichts), in Medina angekommen, sich noch im 
Morgengrauen zu Zainab zu begeben und sie um ihren Schutz zu bitten. 
Nachdem M. das Frühgebet verrichtet hatte, trat Zainab vor ihre Thür 
und rief laut, sie habe Abu TAc unter ihren Schutz genommen. M. er- 
klärte darauf Öffentlich, die Sache sei ohne sein Wissen geschehen, aber 

o 

') cXäj aJ. M.'s Tochter Zainab war seine Frau, lebte aber von ihm ge- 
trennt in Medina, 



234 AHc A. 6. 

die Muslime stehen zusammen für einander ein, und das Wort des Ge- 
ringsten unter ihnen binde sie alle. Auf Zainab's Bitte liess M. hinter- 
her auch das geraubte Gut dem Abu TAc zurückgeben, nicht blos sein 
eigenes, sondern auch das ihm anvertraute, wofür er einstehen musste. 
Er untersagte jedoch seiner Tochter den ehelichen Umgang mit ihrem 
Manne, so lange derselbe Heide sei. Abu TAc aber kehrte, nachdem 
er die nicht ihm gehörigen Waren in Mekka abgeliefert hatte, nach Me- 
dina zurück, legte das Glaubensbekenntnis ab und bekam seine Frau 
wieder. — Man sagt, die Karawane habe die 'Iraqstrasse eingeschlagen, 
und der Führer sei Furät b. Xajjän gewesen. — Ein anderer Gefangener 
war alMughira b. Mu'avija b. Abi TAc, der entfloh aus Medina auf der 
öffentlichen Strasse, fiel aber einer heimkehrenden Schar von Muslimen 
127 b (unter Sa'd b. Abi Vaqqac) in die Hände und ward von Xavvat b. Gubair 
zurückgebracht. 

Muxammad b. Ibrahim von Dhakvän dem Freigelassenen der 'Äisha 
von dieser: M. hatte mir den Gefangenen übergeben, ich geriet aber mit 
einer anderen Frau ins Gespräch und liess ihn entwischen. Da kam M. 
herein und fragte, wo der Gefangene sei; ich sagte, eben sei er noch 
da gewesen, worauf er versetzte: haue dir Gott die Hand ab. Dann rief 
er die Leute zur Verfolgung auf und sie fassten ihn in alCaarain. Als 
M. wieder zu uns kam, flatterte' meine Hand am Arme, in Folge seines 
Fluchs. Da betete er: o Gott ich bin ein zornmütiger Mensch und gerate 
in Wut wie Menschen pflegen ; wenn ich aber je einem Gläubigen fluche, 
so verwandle "du den Fluch in Segen. — BH. 469 f. 

40. 

Zaid's Zug nach alOaraf, A. 6 im Gumada II*). 

« 

Aslama b. Zaid alLaithij von ^Amrän b. Mannäx: Zaid überfiel mit 
15 Mann die Banu Tha'laba in alGaraf und erbeutete Kamele (20) und 
Schafe, mit denen er glücklich in Medina ankam, nach einer Abwesenheit 
von vier Tagen. Die Araber waren 'geflohen im Glauben von M. selber 
angegriffen zu werden, hinterher verfolgten sie Zaid ohne ihn zu ereilen. 

Ihn Abi Sabra von Abu Rushd von" Xu^maid b. Malik von einem der 
dabei war: es kamen auf den Mann zwei Kamele oder ein gleichwertiger 
Betrag von Schafen; die Losung war amit amit. — BH. 979. 

41. 
Zaid's Zug nach Xismä, A. 6 im Gamada IL 

Musa b. Muxammad b. Ibrabim von s. Vater: der Kaibit Dixja war 
als Gesandter bei Heraklius gewesen, der Kaiser hatte ihn mit Gelde 

•) nach der üebersicht: Gumada I. 



Xisma A. 6. 235 

and Kleidern beschenkt. Auf dem Heimwege aber wurde er in Xismä 
von einigen Gndhamiten überfallen und ausgeraubt. 

Masa b. Muxammad von einem alten Sa'd-Hudhaimiten von s. Vater: 
alHunaid b. 'Äriö und sein Sohn 'Arie plünderten Dixja aus; aber einige 
Banu löubaib entrissen ihnen den Raub und erstatteten ihn dem Dixja 
zurück, der damit unversehrt in Medina ankam. Unter den Banu ICubaib 
that sich alNu'man b. Abi Gu'äl^) im Pfeilkampf gegen Qurra b. Abi 
Acfar hervor. 

Musa von einem anderen Alten: ein Mann von Qucä'a entriss den 
Räubern die Beute und erstattete sie Dixja zurück. 

Zurückgekehrt forderte Dixja den Propheten auf, ihn an alHunaid i28a 
und seinem Sohne zu rächen^); und M. sandte Zaid zu diesem Zwecke 
ab. — Es war aber damals ein Gudhamit, Rifa'a b. Zaid, als Abgesandter 
seines Stammes (vafid)' nach Medina gekommen, hatte sich dort einige Zeit 
aufgehalten um den Koran zu lernen, und war dann mit einer Bundes- 
urkunde ^) zu den Seinen zurückgekehrt. Diese hatten darauf den Islam 
angenommen, sie waren auch eilig ausgezogen zu der Stelle wo Zaid b. 
Xaritha überfallen war, jedoch zu spät gekommen, seine Genossen hatten 
sich bereits zerstreut und er selber war aucl\ schon wieder nach Medina 
zurückgekehrt^). Nun sandte M. Zaid mit 500 Mann aus, dabei auch 
Dixja; ein Tdhrit diente als Führer. Von alAuläg her kommend über- 
fielen die Muslime mit Morgengrauen die in alRaglä versammelten Stämme 
von Gudham**), töteten alHunaid und seinen Sohn, und erbeuteten 1000 Ka- 
mele, 5000 Schafe, und 100 Weiber. Darauf aber begab sich eine Ge- 
sandtschaft der Banu lÖubaib, unter Führung Xajjän's b. Milla, zu Zaid 6) 
und stellte ihm vor, dass sie Muslime seien. Nachdem sie die erste 
Sure hergesagt hatten, erhielten sie zurück, was ihnen genommen war, 

iüLo^t^ OJL^I tö i^^\ "^j qL^ Gauh. H 546,1. 

IM 

3) ^3 ä/jU ä^ ^^t vXj^ ^ ivtii^ r*^^' cr^^ß ^' r^^ 

*) Bezugnahme auf ein gar nicht erwähntes Faktum; vgl. zu No. 42. 

^) Ghaeafän, Väil, Salämät, Bahrä, welche alle dabei gewesen waren als Rifa'a 

mit der Urkunde kam. 
^) Dabei wäre es fast noch zu Blutvergiessen gekommen, weil die Gesandten 

anfangs wie Gefangene behandelt wurden. Einer von ihnen stiess schon 

ihren Kriegsruf {^j^ (so zweimal der Prestonlanus) aus, aber Xajjan, der 
allein das Recht das Wort zu führen hatte, verwies es ihm. 



236 Duma A. 6. 

und ihr Vadi wurde vor Angriffen gesichert. Sie verweilten Abends bei 
ihren gefangenen Weibern, nachts aber, als Alles im Lager schlief, ritten 
sie von dannen zu Rifa*a b. Zaid, welcher abseits von den übrigen Cu- 
baibiten in Kura' Rabba wohnte und noch nichts von dem Vorfall wusste, 
und sprachen zu ihm: du sitzest hier und melkest die Ziegen? Darauf 
machte er sich mit ihnen auf nach Medina, traf nach dreitägigem Ritt 
dort ein, übergab dem Propheten die von ihm ausgestellte Urkunde und 
erzählte ihm, dass Zaid b. Xaritha sie trotzdem überfallen habe. M. war 
bereit die Sache wieder gut zu machen, zumal da einer der Oubaibiten, 
128b Abu Jazid b. 'Amr erklärte, die Freilassung der Lebendigen genüge ihnen, 
die Gefallenen sollen nicht in Rechnung gebracht werden. Auf Ersuchen 
der Gesandten ward Ali mit ihnen zu Zaid b. Xaritha geschickt, um dem- 
selben den Befehl zu überbringen, dass er die Beute herausgebe; zur 
Beglaubigung seiner Vollmacht gab ihm M. sein eigenes Schwert mit. 

üsäma b. Zaid b. Aslam von Jusr b. Mixgan alDuilij von s. Vater: 
wir hatten ein jeder. 7 Kamele und 70 Schafe und ein oder zwei Weiber 
bekommen, es wurde aber Alles *) zurückerstattet. — BH. 975 ff. 

42. 

Zug Zaid's nach Vadi IQura, A. 6 im Ragab^). 

43. 

Dumat alGandal, A. 6 im Sha'ban. 

Sa'id b. Muslim b. Qammädln von 'Aeä b. Abi Rijax von Ihn *ümar: 
M. befahl 'Abdalraxman b. 'Auf sich zu rüsten, da er ihn selbigen oder 
nächsten Tages aussenden wolle. Ich machte mich am anderen Morgen 
beim Frühgebet in die Nähe M.'s, um seiae letzten Worte an Ihn Auf 
zu hören. Derselbe war noch da, obgleich sein Heer — 700 Mann — 
schon in der Dämmerung nach alGurf aufgebrochen war. M. fragte ihn, 
was ihn zurückgehalten habe ; er antwortete, er habe in reisigem Gewand 
von ihm Abschied nehmen wollen. Darauf Hess M. ihn hinsitzen, löste 
ihm seinen Kopfbund auf, band ihm einen anderen, schwarzen um, dessen 
Ende er über seinen Rücken hängen liess, und sprach : zieh aus in Gottes 
Namen, bekämpfe die Ungläubigen, üb nicht Verrat und Trug, und töte 

offenbar nicht bloss an die Oubaibiten, sondern an alle Gudhamiten, da 
sie insgesamt in den Vertrag eingegangen waren (S. 235. Anm. 5). 

') Dieser Zug steht nur in der Uebersicht, fehlt aber hier in der Ausführung 
imd wird nur nachträglich berichtet als Voraussetzung von No. 45. Zaid 
wurde dabei geplündert und halb totgeschlagen; es scheint sich darauf 
die Stelle fol. 128a (S. 235 Anm. 4) zu beziehen, trotz der Differenz in 
der Monatsangabe. Vgl. BH. 979 f. 



Fadak A. 6. 237 

keine Weiber und Kinder! Daran schloss er eine Vermahnung an die Ge- 
meinde, sich zu hüten vor falschem Mass, vor Vertragsbruch, vor Steuer- 
verweigerung , vor schwerem Frevel, und vor Abweichung von der Ent- 
scheidung des Koran; denn daraus entstünden Kriege und andere Fähr- 
lichkeiten. In Dumat alGandal angelangt, forderte Ibn Auf die Bewohner 129 a 
zum Islam auf, nach drei Tagen bekehrte sich ihr Fürst, alAcja' b. 'Amr 
alKalbij, der ein Christ war. Ibn Auf teilte das dem Propheten mit 
durch einen Brief, welchen der Guhanit Rafi' b. Makith überbrachte, und 
erklärte zugleich seine Absicht, sich eine Frau aus den Kalbiten zu neh- 
men. M. schrieb zurück, er solle Tumäcir bint alAcja' heiraten ; und das 
that er auch. Sein Sohn Abu Salama stammt von ihr. 

•Abdallah b. Ga'far von Ibn Abi 'Auf von Calix b. Ibrahim: M. 
sandte ihn zu den Kalbiten mit dem Befehl, wenn sie sich unterwürfen, 
die . Tochter ihres Königs oder ihres Fürsten zu heiraten. Sie unter- 
warfenf sich, er blieb eine Weile um die ünterthanensteuer ^) einzuziehen, 
heiratete Tumäcir, die Tochter ihres Königs alAcja', und kam mit ihr 
nach Medina zurück. Sie ward die Mutter Abu Salama's. 

44. 

Äli's Zug nach Fadak, A. 6 im Sha'bän. 

•Abdallah b. Ga'far von Ja'qub b. /Utba: M. sandte Ali mit 100 Mann 
gegen* die Banu Sa'd in Fadak , die sich sammelten um die Juden von 
Xaibar zu unterstützen. In alHamag fiel ihm ein Abgesandter der Feinde 
in die Hände, welcher in Xaibar Unterhandlungen über den Preis der 
Hülfe fähren sollte. Er erhielt Pardon unter der Bedingung, dass er 
den Muslimen den Weg zum Lager der Seinen zeige; dieselben waren 
200 Mann stark und ihr Oberster -hiess Vabr b. 'Ulaim. Schon hatten 
die Muslime Verdacht, dass der Gefangene sie irre führe, als er mit 
ihnen über Steinwüsten und Hügel zu einer Ebene gelangte, wo das Vieh 
der Sa'diten weidete. Die Muslime machten grosse Beute, 500 Kamele 
und 2000 Schafe, die Hirten aber flohen und warnten das Lager, welches 
sich alsbald zerstreute. Den Führer gab Ali nicht eher frei, als bis er 
ihn zu dem verlassenen Lager gebracht hatte. 

übair b. al'Alä von Isa b. 'ümaila von s. Vater von s. Grossvater: 
ich befand mich im Vadi alHamag gegen Jadi' zu, als plötzlich die Banu 
Sa*d, mit ihren Frauen zu Kamel, fliehend vorbeikamen. Ihr Häuptling 
Vabr b. 'ülaim erzählte mir auf meine Frage die Ursache der Flucht, 
und klagte über den verräterischen Abgesandten, der noch dazu sein 
Bmderssohn sei und sein vollstes Vertrauen besessen habe. Ich äusserte, 

') gazijja* Damach blieben sie also Christen, und das ist das Wahrschein- 
Uchere. üeber den Sinn der Heirat vgl. fol. 160 b. 



238 ümm Qirfa A. 6. 

129 b gegen M. sei nicht aufzukommen, und es werde nicht lange •dauern, so 
ziehe er gegen Xaibar. Er erklärte aber, eher würden die dortigen Juden 
M. in Medina angreifen. Meinst du? sagte ich. Daä haben sie vor, 
sagte er. 

Ali verweilte drei Tage, dann teilte er die Beute aus nach Abzug des 
Fünften und einer Ehrengabe für den Propheten, bestehend in d^r Ka- 
melin alXafida. — BH. 975. 

45. 
Zaid's Rache an Umm Qirfa, A. 6 im Ramacän. 

'Abdallah b. Ga'far von 'Abdallah b. alXusain b. alXasan b. 'Alij: 
Zaid b. Xaritha unternahm eine Handelsreise nach Syrien, an der sich 
auch andere Genossen M.'s durch Beiträge^) beteiligten. Er gerbte sich 
einen Bocksbeutel, that das Geld hinein und machte sich mit einigen Be- 
gleitern auf den Weg. Vor Vadi IQurä aber wurden sie von den Banu 
Badr b. Fazära überfallen, ausgeplündert und für tot liegen gelassen. 
Zaid aber kam wieder zu Kräften und kehrte nach Medina zurück'). 
Darauf ward er von M. zu einem Bachezug gegen die Banu Badr ausge- 
sandt. * Diese waren gewarnt und hatten einen Ausgucker') auf einen Berg 
postiert, von wo man die Gegend, von der Zaid kommen musste, etwa 
eine Tagereise weit übersehen konnte. Aber der .Führer der Muslime 
verfehlte den Weg, in Folge dessen gelangten sie von einer ganz anderen 
Richtung an die Feinde und überraschten ihre Niederlassung am Wasser 
im Morgengrauen. Dem Gebote Zaid's entgegen verfolgte Salama b. al- 
Akva' einen Fliehenden weit hinaus und tötete ihn endlich; er machte 
zugleich ümm Qirfa (Fäeima bint Rabi'a b. Zaid) und ihre Tochter, Bint 
Malik b. Xudhaifa b. Badr, zu Gefangenen. Die Tochter erbat sich M. 
von ihm, indem er mehrere Male sich nach ihr erkundigte, bis Salama 
die Absicht merkte. M. schenkte sie weiter an Xazn b. Abi Vahb, dem 
sie nur ein Mädchen gebar. 

Muxammad von alZuhrij von 'ürva von 'Äisha: als Zaid, zurückge- 
kehrt, an unsere Thür klopfte, lief ihm M. entgegen, indem er die Kleider 
nachschleifte, um ihn zu umarmen und zu küssen; ich habe ihn nie sonst 
nackend gesehen. 

Getötet wurden 'Abdallah b. Mas'ada, Qais b. Nu'man b. Mas'ada b. 

1) *jLi2^ ist hier wie öfter Geld, nicht Ware; ebenso ^kJLo g^coÄjt = einem 

Kaufgeld mitgeben. 
^ Dies ist die plusquamperfecte Voraussetzung unserer Erzählung, welche 

eigentlich in No. 42 hätte gegeben werden sollen. 
') jj-bÜ, das aramäische Wort für äaJj. 



üsair A. 6. 239 

Xakama b. lialik b. Badr, und endlicb die alte Umm Qirfa, welche Qais 
b. alMusaxxar von zwei Kamelen zerreissen Hess '). — BH. 980. 

46. 
Ermordung üsair's b. Räzim, A. 6 im Shavval. 

Musa b. Ja*qub von Abu lAsvad von 'ürva b. alZubair: zuerst ward i3oa 
'Abdallah b. Raväxa mit drei Gefährten im Ramacan nach Xaibar gesandt^ 
um Kundschaft über das Thun und Treiben üsair's und der anderen Juden 
einzuziehen, darauf zog er, nach erstattetem Berichte, zum zweitenmal im 
Shawal aus. 

Ibn Abi Xabiba von Davud b. alXucain von Abu Sufjan von Ihn 
*Abbas: nach der Ermordung lies Abu Räfi' machten die Juden üsair b. 
Razim zu ihrem Haupte^). Der warb unter den Ghaeaßln und hatte vor 
einen AngrifP auf Medina zu unternehmen. Als M. das von dem Ashga'iten 
iäriga b. Xusail erfuhr, forderte er Freiwillige auf, und es meldeten sich 
30 Mann, zu deren Anführer Ibn Raväxa ernannt wurde. Ibn ünais, der 
auch dabei, war, erzählt: als wir nach 2[aibar kamen, baten wir um Sicher- 
heit zum Behuf einer Unterredung mit üsair und sagten ihm, der Prophet 
wolle ihn über Xaibar setzen und sich ihm gnädig erweisen, er solle mit 
uns gehen. Er liess sich trotz der Abmahnung der Juden dazu bewegen, 
weil er gern Frieden haben wollte, und machte sich mit uns auf den Weg 
nach Medina, mit 30 Begleitern, deren jeder mit einem von uns das 
Kamel teilte. Auf der Haide von Thibär bereute üsair seinen Entschluss, 
ich merkte, dass er nach meinem Schwerte langte, und rief mein Kamel 
anspornend ihm zu : beabsichtigst du Verrat, Feind Gottes ? Darauf stellte 
ich mich schlafend und näherte mich ihm wieder; als er abermals mein 
Schwert zu greifen suchte, lähmte ich das Kamel, stieg ab, und trieb die 
übrigen Kamele vorwärts, so dass er allein zurückblieb'); darauf hieb ich 

« 

>) bL^« LjjJL>j ^^jxi Jajj = er band ihr einen Strick an jedes Bein. 

^ In der Uebersicht heisst es zu No. 26 (Kremer 4,17 ff.): „und nachdem 
Saläm b. Abi IKuqaiq getötet war, wandten sich die Juden erschrocken 
an Salam b. Mishkam, der wollte aber nicht ihr Oberster werden, worauf 
üsair b. Räzim die Leitung des Krieges übernahm^. Usair heisst anders- 
wo Jusair, ähnlich wie oLmI und oLmu wechseln. 

2) Es entsteht bei Vakidi der Schein, als ob Ibn ünais und üsair jeder sein 
Kamel far sich hatte, aber man muss festhalten, dass sie zul^ammen auf 
demselben Tier sitzen. Das Lähmen des Kamels geschieht, damit es nicht 
mitkomme, wenn die anderen voraneilen. Der Text lautet: ^^g-Aju Oj4Jt9 

^ vi;JjA5 J^i>! ,5^ ^ Lu (^y*^ JfAj J^ ^ Jj> vi:Jjis 

.j^Ji ö^\ ^J^j^ j»yiJb vi^ÄMO (^^aäj 



240 Tsair A. 6. 

ihm erst den Fnss and weiter das ganze Bein ab, bis er herabstürzte. 
Er hatte einen Stock von Shanxae in der Hand und verwandete mich 
damit am Kopfe. Dann machten wir nns über die Anderen her und 
töteten sie insgesamt, nur einer entkam; von uns ward Keiner getötet 
Als wir zurückkehrten, wartete der Prophet auf uns auf der Thanijja, 
130b wohin er uns entgegen gekommen war, und liess sich unsere Geschichte 
erzählen. Er heilte meine Kopfwunde, indem er darauf spie, brach mir 
einen Icahzweig ab und sagte: den heb auf als Zeichen zwischen mir 
und dir am Auferstehungstage, ich werde dich daran erkennen, dass du 
dann auf einen Stock gestützt ankommst. Der Stock wurde dem Ihn 
Unais bei seiner Bestattung unter die Kleider unmittelbar auf den Leib 
gelegt. 

Xariga b. alXaut von ^Aeijja b. 'Abdallah b. ünais von s. Vater: ich 
machte meinen Bogen znrecht, dann kam ich und fand, dass meine Ka- 
meraden gegen üsair b. Räzim beordert waren, der Prophet sagte: möge 
ich üsair nicht sehen ; er meinte, ich solle ihn töten. — BH. 980 f. 



47. 
'üraina A. 6 im Shavval. 

Xariga b. 'Abdallah von Jazid b. Ruman: es kamen einige TTraina zu 
Fuss nach Medina und nahmen den Islam an. Da sie das Fieber kriegten, 
schickte M. sie nach Dhu-lGadr, wo seine Kamele weideten, mit der Er- 
laubnis, von der Milch und dem Harn derselben zu trinken. Als sie nun 
aber gesund und rund geworden waren, fielen sie über die Kamele her 
— es waren 15 — und trieben sie fort, nachdem sie Jasar, den Freige- 
lassenen M.'s, der ihnen nachsetzte, auf die grausamste Weise zu l'ode ge- 
quält hatten. Eine Frau von den Banu 'Amr b. 'Auf sah ihn tot unter 
einem Baume liegen, als sie auf ihrem Esel des Weges kam ; sie ritt zurück 
und brachte den Ihrigen Nachricht, welche die Leiche nach Qubä holten. 
M. aber schickte Kurz b. Gabir alFihrij (nach anderen Ihn -Zaid alAshhalij) 
mit 20 Reitern zur Verfolgung aus. Diese trafen am anderen Morgen eine 
Frau in der Xarra, weiche eine Kamelschulter bei sich hatte und erzählte, 
sie habe dieselbe von Leuten bekommen, welche an der und der Stelle 
ein Kamel geschlachtet und ein Feuer angezündet hätten. Darauf wurden 
die Räuber umzingelt, allesamt gefangen und zu Pferde nach Medina ge- 
bracht. Da aber M. nach alGhäba gegangen war, so begab sich die Schar 
auf den Weg dorthin. 

Xariga von Jazid b. Ruman von Anas b. Malik: ich begleitete sie 
mit anderen Knaben; in alZaghäba, wo sich die Regenbetten vereinigen, 
begegnete uns M.; er befahl, den Missethätern Hände und Füsse abzu- 



Uraina A. 6. 241 

sehneiden, ihnen die Augen auszustechen und sie zu pföhlen. Ich stand 
dabei und sah zu. 

Isxaq von Galix, dem Freigelassenen alTauama's, von Abu Huraira: 
darnach ward Sur. 5,37 offenbart, seitdem liess M. nie wieder einem die 
Augen ausstechen. 

Abu Ga'far von s. Vater von s. Grossvater: so oft M. später eine 
Expedition aussandte, verbot er immer Verstümmelungen. 

Ihn Biläl von Ga'far b. Muxammad von s. Vater von s. Grossvater: i3ia 
M. hat überhaupt nie die Zunge abschneiden oder die Augen ausstechen, 
sondern höchstens Hände und Füsse abhauen lassen. 

Ihn Abi Sabra von Marvän b. Abi Sa'id b. alMu'allä: als M. von al- 
Zaghäba nach der Stadt zurückgekehrt war und in der Moschee sass, 
hörte er auf einmal seine Kamele draussen stöhnen, welche von Salama 
b. alAkva* und Abu Ruhm alGhifarij hergetrieben waren. Er vermisste 
darunter eins, namens alXajä; das war von den 'üraina geschlachtet. Auf 
seinen Befehl trieb Salama sie auf die Weide in Dhu-lGadr zurück; jeden 
Abend bekam er einen Schlauch Milch von ihnen. 

Salama b. alAkva' zählt die Namen der 20 Reiter auf. — BH. 999. 

48. 
AlXudaibija, A. 6 im Dhu-lQa'da. 

Rabfa b. 'ümair b. 'Abdallah b. alHaram, und Qudama b. Musa, und 
'Abdallah b. Jazid alHudhalij, und Muxammad b. 'Abdallah b. Abi Sabra, 
und Musa b. Muxammad, und Usama b. Zaid alLaithij, und Abu Ma'shar, 
und 'Abdalxamid b. Ga'far, und 'Abdalraxman b. 'Abdal'aziz, und Junas 
b. Muxammad, und Ja'qüb b. Muxammad b. Abi Ca'ca'a, und Mugammi' 
b. Ja'qub, und Said b. Abi Zaid alZurqij, und 'Äidh b. Jaxja, und Mu- 
xammad b. Calix von 'Acim b. 'ümar, und Muxammad b. Jaxja b. Sahl 
b. Abi Xathma, und Jaxja b. 'Abdallah b. Abi Qatada, und Mu'ädh b. 
Muxammad, und 'Abdallah b. Ga'far, und Xizam b. Hisham von s. Vater 
und Andere: M. träumte, er begehe das Fest in Mekka und bekomme 
den Schlüssel der Ka'ba; dadurch veranlasst, bot er die Seinen auf zur 
Wallfahrt ('ümra) und sie machten sich bereit. Busr b. Su^an alKa'by, 
welcher gegen Ende des Shawal nach Medina kam, um sich als Muslim 
vorzustellen, kaufte dem Propheten Opferkamele, welche einstweilen in 
Dhu-lGadr auf die Weide gingen, bis sie beim Antritt der Wallfahrt nach 
Medina gebracht und dort dem Aslamiten Nägija b. Gundab übergeben 
wurden, dass er sie nach Dhu-lXulaifa treibe. — Die Muslime glaubten 
wegen des Traumes fest an den Sieg, sie hatten die Schwerter in den isib 
Scheiden und weiter keine Waffen, einige vermögliche Leute trieben Opfer- 
tiere. Omar fragte M., ob Kampf in Aussicht sei, zu dem man sich nicht 

Väkidi, Mntaammed. 16 



242 Xudaibija A. 6. 

• 

gerüstet habe ; er antwortete, er wisse es nicht, wolle aber zur Wallfahrt 
keine Waffen tragen; und dabei blieb er trotz der Bitten Sa*d's b. Tbada. 
Als Stellvertreter in Medina blieb Ihn Umm Maktnm zurück. 

Montag 1 Dhu-lQaMa brach M., nachdem er die Waschung verrichtet 
und cuxärische Gewänder angelegt hatte, auf der Eamelin alQacvä von 
Medina auf; Mittags betete er in Dhu-lXulaifa, zeichnete dort die Opfer- 
kamele an der rechten Seite und behängte sie mit Schuhen (oder Hess 
es durch Nagija besorgen); es waren 70, darunter der Hengst Abu Oahrs. 
Ebenso thaten auch die Anderen mit ihren Opfertieren.' Darauf ward 
Busr ausgesandt, um über die Absichten der Mekkaner Kunde einzuziehen 
und eine Vorhut von 20 Reitern unter 'Abbad b. Bishr (and. Ihn Zaid 
alAshhalij) dem Pilgerheer voraufgeschickt. Bei der Moschee von Dhu- 
IXnlaifa nahm M. den Ixräm an und ebenso die meisten Uebrigen, nur 
einige thaten es erst bei alGuxfa. Es waren 1600, and. 1400, and. 
1525 Mann; darunter 100, and. 90Aslamiten, und 4 Frauen: Umm Sa- 
lama, Umm 'Umära, Umm Manf , Umm *Amir alAshhalijja. Die Opfer- 
kamele zogen voran, gleich nach den Reitern der Vorhut, getrieben von 
132 a Nagija und einigen Aslamiten. Der Weg ging über alBaidä. M. forderte 
die Araber, an denen er vorbeikam, die Bakr und Muzaina und Guhaina, 
auf, sich anzuschliessen , sie aber entschuldigten sich mit allerhand Ge- 
schäften — in Wahrheit hielten sie das Unternehmen für aussichtslos und 
tollkühn»). — BH. 7401 

Dienstag früh langte M. in Malal an. Von da brach er Abends auf 
nach alSajjäla und war am Mittwoch Morgen in alRauxä. Dort traf er 
einige von den Banu Nahd und forderte sie auf den Islam anzunehmen. 
Sie lehnten es ab, schickten ihm aber Milch zum Geschenk, welche er 
zu ihrer grossen Freude bezahlte, da er von Heiden nichts annehmen 
wollte. Sie brachten auch drei lebendige Eidechsen an; es kauften sie 
Leute, die den Ixram noch nicht angenommen hatten, und boten auch 
den Anderen, die sich schon geheiligt hatten (Muxrimün) davon an. 
Diese glaubten sie nicht essen zu dürfen, aber M. erlaubte ihnen Wild- 
pret zu gemessen, wenn es nicht von ihnen selber oder ausdrücklich für 
sie erlegt worden sei. Beides war hier nicht der Fall, denn die Araber 
hatten die Eidechsen nicht für die Muslime gefangen und nicht gewusst, 
dass sie ihnen begegnen würden. Sie waren auf der Wanderung und 
zogen einer Wolke nach, die vor einem Monat, im Spätsommer') in 

Oj3fr- *JLrt iuL^I^ Jc#^ Uit fol. 132a; vgl. fol. 141b (zu Sur. 48,6) 

die Variante (j^L »JS\, 
3) xarif vgl. fol. 135a BH. 963,13. 



Xudaibija A. 6. 243 

Farsh Malal gefallen war und dort, gute Weide geschaffen hatte, wie sie 
von ihrem Futtersucher erfuhren. 

^AbdaPaziz b. Muxammad von *Amr b. Abi 'Amr von alMueealib b. 
'Abdallah b. Xaneab von Abu Qatäda: in alAbvä 'gewahrte ich einen 
wilden Esel: ich hatte den Ixram noch nicht begonnen und stieg zu 
Pferd um ihn zu jagen. Ich bat einen, mir Peitsche und Speer zu 
reichen ; der wollte aber nicht, so dass ich noch einmal absteigen musste. 
Ich erlegte dann den Esel und kochte ihn, die Muxrimün aber trugen 
Bedenken davon zu essen, bis ihnen der Prophet, den wir wieder ein- 
holten, nachdem er uns während des Kochens voran gekommen war, mit 
gutem Beispiel voranging und den Vorderbug verzehrte. 

'Abdalraxmän von 'AbdaFaziz von alZuhrij von 'Ubaidallah b. 'Abd- 
allah b. 'ütba von Ibn *Abbas von alCa'b b. Xuthäma: ich brachte M. 
in alAbvä einen wilden Esel, er wies ihn aber zurück wegen des Ixräm. 
Ich fragte, wie es sei, wenn wir die Feinde im Morgengrauen überfielen 
und dabei auch die Kinder nicht schonen könnten? Er antwortete: sie i32b 
gehen mit den Eltern. Damals hörte ich ihn auch sagen : es gibt keinen 
Schutz ausser den Gottes und seines Boten*). 

'Abdalraxmän b. alXarith von s. Grossvater von Abu Ruhm alGhifarij : 
in alAbvä brachte Xuföf b. Aimä im Auftrage seines Vaters dem Pro- 
pheten Schlachttiere und Milch. M. erkundigte sich, seit wann sie in 
dieser Gegend wohnten ; er antwortete, sie haben sich vor kurzem hierher 
gewandt, weil in ihrem Gebiet Dürre herrsche. 

Abu Ga'far alGhifarij von Usaid b. Abi Sajjid : M. bekam aus Vaddan 
eine Ziege und Gurken 2), die ihm sehr gut schmeckten. 

Saif b. Sulaiman von Mugähid von 'Abdalraxman b. Abi Laila von 
Ka'b b. 'ügra : in alAbvä blieb M. bei mir stehen, während ich unter den 
Kessel pustete, und sah auf meinem Kopfe die Läuse wimmeln, denn ich 
war im Ixräm 3). „Schinden dich deine Plagegeister?" Ja wohl, Bote 
Gottes! „So scher dir den Kopf, und opfere dafür ein Schaf*), oder faste 
drei Tage, oder gib sechs Armen je zwei Mass (Gerste)!" Damals erschien 



^) lä ximä illä lillähi varasülihi. Vielleicht auch: kein Bannrecht. 

2) jj^^Libto. Daneben wird noch ein drittes Geschenk, aber nicht deutlich 

als Essware, erwähnt: Lmjla — vielleicht LXvuola im Sinne von U!Xx£:. 

d. h. Brot. • 
^ und durfte mich daher weder kämmen noch scheren, bis zur Erfüllung des 

Gelübdes der Festfeier. Die Naziraeer sind ursprünglich einfach vi>Jt-i^; 

die Enthaltung vom Haarschneiden steht der Enthaltung vom Kämmen 

und Salben gleich. 
*) Dl^N oder HNlOn- 

16* 



244 Xudaibija A. 6. 

Sur. 2,192. — Man sagt, dass KaT) ein Rind als Festopfer bringen wollte 
und dasselbe schon behängt und gezeichnet hatte. 

Dem Nagija b. Gundab fiel eins von den Opferkamelen dicht vor al- 
Abvä, M. befahl es ^u schlachten, den Behang ins Blut zu tauchen, das 
Fleisch aber ungegessen liegen zu lassen „für die Leute". 

In alGuxfa fand sich kein Wasser. Ein Mann, der nach al^arär ge- 
schickt wurde, um welches zu holen, kam wieder und sagte, er könne 
vor Furcht nicht weiter. Einem zweiten und dritten ging es ebenso. 
Darauf schickte M. einen seiner Genossen mit den Wasserträgem, der ge- 
langte zum Brunnen von alXarar, holte Wasser und kam damit zurück. 
Darnach Hess M. den Boden unter einem Baume säubern *) und hielt dort 
eine Rede, worin er sich als Endpunkt und Wegweiser ^) der Muslime be- 
zeichnete. 

Als die Qurashiten erfuhren, dass M. auf dem Wege nach Mekka sei, 
gerieten sie in Aufregung; sie glaubten, er wolle mit Gewalt in die Stadt 
eindringen, um die Tmra zu feiern, und das wollten sie nicht dulden. 
133 a Sie beauftragten Cafvan b. Umajja, Suhail b. 'Amr, und 'Ikrima b. Abi 
Gahl, geeignete Massregeln zu treffen. Auf Cafvan's Vorschlag wurden 
200 Reiter nach Kurä' al'Amlm gesandt, über welche 'Ikrima oder viel- 
mehr Xalid b. alValid den Befehl führte. Auch wurden die Axäbish und 
die Thaqif zu Hülfe gerufen, und auf den Bergen ein Wachdienst von 
Spähern eingerichtet, die mit einander in Verbindung standen, von Sa- 
rävi*^) an bis nach Baidax. In Baidax bezogen nämlich die Qurashiten 
mit Weib und Kind ein Lager von Zelten und Hütten. 

Busrj b. Sufjän überbrachte die Nachricht von diesen Dingen dem 
Propheten, den er beim Teiche von Dhat-alAsheäe, hinter 'Usfan, traf*). 
M. stellte darauf zur Erwägung, ob man nicht mit Umgehung des mekka- 
nischen Heeres (in aFAmim und Baidax) die verlassene Stadt überfallen 
solle ; Abubekr wollte jedoch, dass man grade ausgehe, nur die Wallfahrt 
im Auge habe, und um sie ausführen zu können nötigenfalls die Waffen 
brauche. Aber, sagte M. , ]Salid ist ja in aFAmim mit seinen Reitern ^) ! 

2) Jaqut III 86,6 ff. kennt nur den Singular Sarva'a. , 

*) Vgl. fol. 131b. Busr sagte: ^^ t^^5 iS^ O^ V^*^ uj^^o^ '^zu^ß 

• 

^.K§.Ä-oL£>t J\jJ'\ (Hamas. 82,13. 17. BH. 534,18. 741,3) 
^) Hier ist eine Bemerkimg Abu Huraira's eingeschoben, dass M. im Krieg 
stets die Anderen um ihre Meinung fragte, sonst aber nicht. Zum Fol- 
genden vgl. S. 46 Anm. 2. 



Xudaibija A. 6. 245 

AlMiqdäd und Usaid b. Xuöair versetzten: und wenn du uns nach Birk 
alGhimäd führtest, wir gingen mit! wir werden mit jedem kämpfen, der 
ans den Weg vertritt. Worauf M. bemerkte, man sei zur Wallfahrt und 
nicht zum Kampfe ausgezogen. — BH. 741. 

Indessen kam Budail b. Varqä mit einigen Begleitern zu M. und 
machte ihm bange. Von Abubekr deswegen angefahren, versicherte er, 
er thue das nur aus Interesse für M. i33b 

Sa'id b. Muslim b. Qammädln von 'Uthman b. Abi Sulaiman: die 
Bundesgenossen der Quraish wurden ausser auf dem Rathause noch an 
vier anderen Stellen gespeist, bei Cafvän, bei Suhail b. 'Amr, bei *Ikrima, 
und bei Xuvaieib b. 'Abdal'uzza. 

Ihn Abi Xabiba von Davud b. alXucain: Xalid rückte mit seinen 
Reitern vor und ordnete sie angesichts der Muslime, M. schickte *Abbäd 
b. Bishr vor, dass er sich mit seiner Schar ihm entgegenstelle. 

'Ikrima von Ibn 'Abbas: trotz dieser gefährlichen Lage verrichtete 
M. in gewohnter Weise das Mittagsgebet mit den Seinen, so dass Xalid 
sich wunderte, wie ihnen das Gebet teurer war als das Leben. Darauf 
aber erschien Sur. 4,103, und demzufolge betete M. Nachmittags zum 
ersten Male das Furchtgebet. 

SuQan b. Sa'id von Mancür von Mugahid von Abu 'Ajjäsh alZurqij : 
das war das erste Furchtgebet. 

Rabi'a b. 'Uthmän von Vahb b. Kaisän von Gäbir b. 'Abdallah: das 
Furchtgebet betete M. zuerst auf dem Zuge von Dhat-alRiqä*, dann vier 
Jahr später bei üsfön ^). Das hält Vakidi für das zuverlässigste. 

Abends befahl M. dem Heere rechts. zu schwenken, da die Späher 
der Quraish in Marr alGhahran oder Caganän seien. Er fragte, ob je- 
mand die Passhöhe (thanijja) von Dhat-alXanehal kenne? Es meldete 
sich der Aslamit Buraida als Führer, und schlug den Weg nach Westen 
gegen die Sarävi'-Berge ein, aber bald geriet er zwischen die Steine 
und Gebüsche *) und konnte nicht weiter. Nicht besser erging es einem 
anderen Aslamiten Xamza b. 'Amr, bis endlich ein dritter Amr b. 'Abd i34a 
Nuhm *) glücklich den Weg fand. Es war anfangs ein Pfad schmal wie 
ein Riemen, schliesslich aber wurde es eine breite Heerstrasse, so dass 
das Heer formiert darauf marschieren konnte. Die Nacht war so hell 
als schiene der Mond. M. verglich die Passhöhe mit dem Thore, in 

• 
') d. h. an unserer Stelle. Freilich stimmt dazu die Chronologie Vakidi' s 

nicht, vgl. No. 27. 
^ Das Terrain wird J^aoäJI genannt, was etwa s. v. a. Q^DD^l bedeutet. 

Das Dickicht heisst -j^UÜt y^. 
') Es steht A^ ^\ac da, vgl. aber Baladh. 55,4. 



246 Xudaibija A. 6. 

welches Gott die Israeliten einzugehen befohlen habe Sar. 2,55. 7,161. 
(Nach Abu Huraira sollten die Israeliten beim Eingehen in das Thor 
sagen: kein Gott uusser Gott! und anbetend niederfallen, statt dessen 
gingen sie ärschlings hinein und sagten: ein Korn in einer Gerstenähre. 
Andere anders.) Femer sagte M. , wer die Höhe hinter sich habe, er- 
halte Vergebung der Sunde. Die Leute beeilten sich hinüberzukommen, 
nur Qatada b. alNu'man blieb so weit hinten, dass Abu Sa'id alXudrij, 
sein Bruder von Mutters Seite, fürchtete, es werde Morgen sein, ehe er 
herüber sei. Als M. Halt machte , befahl er , wer Mehl ^) bei sich habe 
— der Hauptvorrath bestand in Datteln — , der solle Brot backen. Die 
Muslime scheuten sich jedoch Feuer anzuzünden, um nicht von den 
Qurashiten gesehen zu werden. Aber M. beruhigte sie, und bald loderten 
mehr als 500 Feuer auf. Als es Morgen ward, hielt M. das Frühgebet 
und äusserte dann, Gott habe Allen vergeben mit Ausnahme eines Reiter- 
leins auf rotem Kamel. Man suchte nach demselben und fand ihn 
schliesslich bei ^) Sa'id b. Zaid. Der forderte ihn auf sofort zum Pro- 
pheten zu gehen und für sich bitten zu lassen. Jener aber hatte sein 
Kamel verloren und »sagte, es liege ihm wirklich mehr an seinem Tier 
als an der Fürbitte M.'s. Da fluchte ihm Sa'id und jagte ihn fort. Er 
aber durchirrte das Lager und ging dann suchend weiter auf die Sarävi'- 
Berge; dort glitt er aus und fiel sich zu Tode und die wilden Tiere fassen 
ihn auf. — BH. 741. 

Hisham b. Sa'd von Zaid b. Aslam von 'Aeä b. Jasar von Abu Sa'id 
alXudrij ') : es sprach der Bote Gottes : eure Thaten werden gering er- 
scheinen im Vergleich zu denen der Jemenier, sie sind zarter von Herzen 
und weicher von Sinnesart. Auf unsere Frage, ob sie denn besser als 
wir seien, machte er eine Handbewegung, welche ja (nach Hisham b. Sa'd : 
134b ihr steht gleich) bedeuten sollte, und setzte hinzu: nur haben wir den 
unerreichbaren Vorsprung, dass wir schon vor der Eroberung von Mekka 
Opfer (für den Islam) gebracht haben. — Nach Ibn Abi Dhi'b von aIXarith 
b. 'Abdalraxman von Muxammad b. Gubair b. Mue'im fragten ihn die Me- 
diner, ob sie nicht besser seien als die Jemenier; M. aber schwieg, und 
erst als die Frage zum viertenmal wiederholt wurde, sagte er leise ja. 

Ma'mar und 'Abdalraxman b. 'AbdaFaziz von alZuhrij von *ürva 
von alMusavvar b. Mairama: in der Nähe von alXudaibija stürzte M.'s 



') JJü. Glosse: (JaävXJ! JJüJI. 

2) {j>jS ^\ in Anlehnimg an. 

3) Abu Sa'id scheint auch für die vorige Geschichte die Autorität letzter 
Instanz zu sein. 



Xudaibija A. 6. 247 

Kamelin über eine Grube*) und wollte dann nicht weiter. Die Leute 
glaubten, sie sei störrisch, aber M. sagte,- es halte sie derselbe zurück, 
welcher den Elephanten Abraha's zurückgehalten habe, in das Xaram 
einzudringen. In umgekehrter Richtung getrieben , erhob sich alQacva 
sofort. Man lagerte an einem der Brunnen von alXudaibija. Da er sehr 
wenig ausgiebig war'), liess M. einen Pfeil aus seinem Köcher hinein- 
stecken; da quoll das Wasser bis zum Rande. Derjenige, welcher den 
Pfeil hineinsteckte, war Nägija b. alA'gam von Aslam; nach Musa b. 
'übaida von Ijäs b. Salama b. alAkva' von s. Vater war es Nägija b. 
Gundab^. — BH. 741f. 

AlHaitham b. Vaqid von 'Aeä b. Abi Marvän von s. Vater von einem 
aslamitischen Zeitgenossen M.'s : Nägija b. alA'gam musste dem Propheten 
einen Eimer voll aus dem Brunnen bringen — es war der einzige, die 
übrigen hatten die in Baidax lagernden Quraish vorweg genommen, es 
war sehr heiss*). Dieser wusch und spülte sich den Mund darin, dann 
beauftragte er ihn das Wasser wieder in den Brunnen zu schütten und 
ihn mit einem Pfeil, den er aus seinem Köcher zog, umzurühren. Da 
quoll das Wasser brausend hervor, bis es über den Rand lief und für 
Alle genügte. Es sassen aber ein paar Heuchler am Rande des Brunnen, 
unter anderen Ibn Ubaij. Zu diem sagte Aus b. Xaulij, ob er jetzt noch 
zweifeln könne? Er antwortete, dergleichen habe er schon öfter gesehen. 
„Wann hast du dergleichen gesehen," fragte ihn M., zu welchem er sich 135 a 
bald darauf begab. „Nie und nimmer," war die Antwort. „Warum sagst 
du es denn?" „Ich bitte Gott um Verzeihung." Auf Bitten seines Sohnes 
bat M. Gott um Verzeihung für ihn. 

Statt Nägija wird auch Xalid b. 'Abbad alGhifarij genannt als der, 
der in den Brunnen stieg, oder auch alBarä b. 'Äzib. 

Es fiel öfters Regen in alXudaibija, so dass ireichlich Wasser vor- 
banden war. Sufjän b. Sa'id von Xalid alXaddhä von Abu IMalix al- 
Hudhalij : es regnete in alXudaibija^ wir aber blieben ganz trocken. M. 
liess ausrufen, das Gebet solle in den Quartieren verrichtet werden »). — 

^) »yäi\ JajL^ ^ie — dergleichen vergisst die Tradition nicht leicht, ob- 
wohl sie wenig daraus macht. 

■ 

*) U^j^ 

3) Vermutlich dieselbe Person. Die Verse BH. 742,10—17 gibt auch Vakidi, 
und zwar nach der Ueberlieferung eines Nachkommen Nägija^s, 'Abdal- 
malik b. Vahb alAsIamij. Natürlich ist BH. 742,13 vaiumaggidänaka 
auszusprechen. 

*) Vgl. fol. 136 a: die Quraish lagerten an den Wassern von alXudaibija. 



248 Xubaidija: A. 6. 

Malik b. Anas Von Calix b. Kaisän von 'Ubaidallah b. 'ütba von Zaid b. 
Xalid alGuhanij : M. betete einmal in alXudaibija das Frühgebet nach 
einem Nachtregen, und äusserte darauf, wer sage: wir haben Regen bekommen 
durch Gottes Güte, sei ein Gläubiger, wer aber sage: wir haben Regen 
bekommen in Folge dieses oder jenes Gestirnwechsels'), sei ein Un- 
gläubiger. 

Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah von Abu Salama alXacramij 
von Abu Qatäda: ich hörte damals Ibn übaij sagen: das ist der Eintritt 
des Spätsommers^), der Sirius hat uns Regen gebracht. 

Muxammad b. alXigazij von üsaid b. Abi Usaid von Abu Qatada: 
ich hörte alGadd b. Qais in alXudaibija sich unwillig über unseren Zug 
äussern, er habe weiter keinen Erfolg als dass man umkomme vor Durst 
Auf meine Frage, warum er ihn denn mitmache, antwortete er: „um 
mit meinem Volke zu gehen, nicht etwa um zu wallfahren, ich habe 
den Ixräm gar nicht angenommen". Nachdem das Wunder mit dem 
Brunnen geschehen war, sah ich ihn am Rande desselben sitzen und 
seine Füsse ins Wasser strecken. Ich redete ihn auf seine vormalige 
Aeusserung an, worauf er sagte, er habe bloss Spass gemacht, ich solle 
M. nichts davon sagen. Ich hatte es aber schon gethan; darüber geriet 
er in Zorn: „wir leben jetzt mit einer jungen Generation zusammen, die 
uns keine Ehre und keinen Altersvorrang zugesteht". Auch meine 
Stammgenossen hatten mich schon gescholten, dass ich unseren Aelte- 
sten und Obersten verklagt habe; ich aber erwiderte ihnen: der Bote 
Gottes hat ja statt seiner den Bishr b. alBarä b. Maghrür zum Fürsten 

') „Nau' ist, wenn ein Gestirn von denen, welche die Mondhäuser bilden, 
•am Morgen im Westen untergeht und gleichzeitig das Gegengestim (raqlb) 
im Osten aufgeht, dreizehn Tage hindurch. So lange dauert es bei allen 
diesen (28) Gestirnen das ganze Jahr hindurch, mit Ausnahme des 
alGabha genannten (10. Mondhaus), dessen Nau' vierzehn Tage währt 
(13.27 + 28 = 365). Abu Ubaid ^gt, nau' bedeute abgesehen von dieser 
Anwendung nie s. v. a. suqüe. Die Araber schrieben Regen und Wind 
und Hitze und Kälte, dem untergehenden Gestirn zu, oder nach alAcma'ij 
vielmehr dem gleichzeitig aufgehenden Gegengestirn.* So Gauharij. Als 
ein Paar von Gegengestimen werden genannt Thurajjä und Iklil. Mir 
scheint übrigens, dass der Sprachgebrauch der alten Araber weit freier 
ist und sich nicht in die obige Erklärung einzwängen lässt. Sie wissen 
kaum etwas von Mondhäusern. Die sonstige Bedeutung von nau* ist be- 
kanntlich : sich aufzurichten versuchen, Anstrengungen machen um wieder 
in die Hohe zu kommen; z. B. Hamas. 20 v. 1. Vgl. Sprenger III 532 f. 

2) v«Äj^t sjj. Der Stern wird alShiVä genannt; iarif ist nicht Name 
eines Sterns, sondern einer Jahreszeit (August) und des in ihr fallenden 
Regens. Vgl. fol. 141a: vahum cäiföna. 



Xudaibija A. 6. 249 

der Bann Salama gemacht, und wir haben unsere Zelte vor alGadd's 
Thär ahgebrochen und sie vor Bishr's Thür wieder aufgeschlagen. — 
Der Hnldignng von alXudaibija suchte sich alGadd dadurch zu entziehen, 
dass er unter den Bauch eines Kameles kroch; dort fand ich ihn und 
stellte ihn zur Rede; er behauptete aus Angst vor dem Lärm sich ver- i35b 
steckt zu haben. — Als der Heuchler, unter der Regierung Othman's, 
im Sterben lag, hielt Abu Qatada sich zu Hause, um bei seinem Begräb- 
nis nicht für ihn beten zu müssen; wäre er ausgegangen, so hätte er 
aus Familienrücksichten teilnehmen müssen. Nach einer anderen Ver- 
sion zog sich Abu Qatada bei diesem Anlass auf seine Besitzung in alVädi- 
jain zurück. — BH. 746. . 

Zwei Xuzä'iten, Busr b. Sufjan und 'Amr b. Sälim, brachten dem 
Propheten (letzterer ausserdem auch noch dem Sa*d b. 'Ubäda, mit dem 
er befreundet war) Schlachtvieh zum Geschenk. M. wünschte den Spen- 
dern Gottes Segen; die Gaben verteilte er, so dass (nach ümm Salama) 
auf ihn selber nicht mehr kam wie auf die anderen. Mit dem Jungen, 
der das Vieh von Caganän hergetrieben hatte, liess er sich in ein Ge- 
spräch ein und fand Gefallen an seiner Rede ')• Er schenkte ihm einen 
Anzug, liess sich die Hand von ihm küssen, strich ihm über den Kopf 
und segnete ihn. Der Junge ward hernachmals ein angesehener Mann 
unter seinem Volke und starb unter der Regierung alValid's b. 'Abdal- 
malik. 

Als M. in alXudaibija sich eingerichtet hatte, erschien der Xuza'it 
Budail b. Varqä mit 'Amr b. Sälim und anderen Begleitern bei ihm. 
Die Xuza'iten spielten mit M. unter einer Decke und hielten ihn über 
alle Vorgänge in Tihama unterrichtet, sie standen im Vertrage mit ihm, 
waren aber nur zum Teil Muslime. Budail teilte M. mit, die Mekkaner 
haben sich aufs beste mit Rüstungen und Hülfsmannschaften vorgesehen 
und geschworen, er solle nicht zur Ka'ba gelangen, es sei denn über 
ihrer aller Leichen *). Darauf erwiderte M.; wir wollen nur den Umlauf 

1) Auf M.^s Frage nach dem Futterstande in seiner Heimatgegend antwortete 

o 

der Junge: L^j5>v3! ^^vX^t^ l^Lr>r yi^t ^ ^y^ ^^ ^-i^y 
^\ L^'Lä vi>ou-Ä03 (JdJ^] vi>sJLJt^ L^ÄiJ> JJbt^ L^Ui v^t^ 

J^4^3 C>D^ ^ ^4^ Ua iÜ-JJt ^^t L^^;AJU J^^ J^t 

K>L>3 Su^Ut Lg^ ^yiJ B^ L^Lyo vi^y^^ vi^JJb^ ü:cJ^\ 
Oto^^l 'gjyloj JwJLä sUi\ ^t 'xjJ^L^l Zwischen J^! und iJLJUt 

ist kein Unterschied, die Absicht geht bloss auf eine kleine Abwechslung 
des Ausdrucks. 
3) ^».^^Ujpj ^^^ vgl. fol. 136 a. 



250 Xubaidija A. 6. 

um die Ka'ba machen, hindert uns daran jemand, so bekämpfen wir ihn 
— übrigens sind wir geneigt einen Waffenstillstand mit den Qurashiten 
zu schliessen, worin wir ihnen Sicherheit (für ihre Karawanen) versprechen, 
sie aber uns in unserem Verhältnis zu den- übrigen Arabern freie Hand 
lassen; wenn dann meine Sache siegt, können sie ihr entweder auch bei- 
treten oder mich bekämpfen ; ich werde bei Gott für meine Sache eifern, 
bis sie entweder durchdringt oder mir die §chulter ausfällt ^). Mit diesem 
136 a Bescheide begab sich Budail zu den Mekkanem. Diese wussten wohl 
woher er käme,erkundigt en sich aber absichtlich nicht, so dass er end- 
lich selber anfing, ob sie etwa von M. etwas zu* hören wünschten. 'Ikrima 
und alXakam b. al'Ac äusserten, sie hätten nicht den Wunsch, er möge 
nur M. melden, in diesem Jahre gelange er nicht zur Ea'ba. Jedoch 
der Thaqafit *Urva b. Mas'ud (Abu Ja'qub fol. 137 a) fand, es sei doch 
thöricht, Budail nicht anhören zu wollen; seinei; Meinung schlössen sich 
Cafvan und alXarith b. Hisham an. Von ihnen aufgefordert trug nun 
Budail das Anerbieten des Waffenstillstandes vor. Darauf sprach 'ürva: 
ihr traut mir doch , ihr Mekkaner? bin ich doch Blut von eurem Blute 
und habe die Leute von arUqäeh zu eurer Hülfe aufgeboten und bin 
selber mit maipen Söhnen und meinem Gefolge erschienen — ich gebe 
euch den Rat, den Vorschlag, den Budail überbringt, anzunehmen und 
mich zu M. zu senden, um zu sehen ob er es ernst damit meint, und 
um Kundschaft für euch einzuziehen. So sandten die Quraish ihn ab, 
und er kam und sprach zu M.: deine Landsleute lagern mit ihren Ver- 
bündeten an den Wassern von Xudaibija und schwören dich nicht ein- 
zulassen; entweder musst du sie alle aus dem Wege räumen oder wenn 
du unterliegst, so verlässt dich dein Anhang, denn es ist zusammenge- 
laufenes Volk (aubäsh), von unbekannter Herkunft und mit unbekannten 
Gesichtern. Ueber diese Worte entrüstet schleuderte ihm Abubekr eine 
unflätige Beleidigung ins Gesicht; 'ürva jedoch enthielt sich ihm mit 
gleicher Münze zu zahlen, weil er ihm Dank schuldete für einen Beitrag, 
den er ihm einst zur Aufbringung eines Sühngeldes geleistet hatte. 
Während der Fortsetzung seiner Verhandlungen mit M. fasste er öfter 
an dessen Bart; so oft er das aber that, gab ihm alMughira, der dabei 
stand, einen Schlag auf die Hand und sagte, er solle sie zurückziehen, 
bis endlich 'ürva böse wurde und M. fragte, in welchem Verhältnis denn 
eigentlich dieser Mensch zu ihm stehe. M. antwortete: es ist deines 
Bruders Sohn alMughira b. Shu'ba (b. Abi 'Amir b. Massud b. Mu'attib). 
Da fuhr Trva los: das sieht dir ähnlich, du Verräter, der du kaum 



*) -ääJL« <-^jAäj, weil der Arm das Werkzeug der Handlung ist. 



Xudaibija A.6. 251 

Doch^) deinen Verrat (das verräterisch vergossene Blut) abgewaschen hast! 
du hast uns den Erbhass der Thakafiten auf ewige' Zeiten zugezogen! 
Darauf erzählte er dem Propheten, was er verbrochen hatte. i36b 

AlMughira war mit einigen Malikiten auf die Reise gegangen, in 
Begleitung zweier seiner Eidgenossen, Dammün von Kinda und alSharld ; 
er selber gehörte zu den Axläf^). Sie gingen zu alMuqauqas nach 
Alexandrien; der zog die Malikiten vor und zeichnete sie vor alMughira 
aus. Als sie nun auf dem Bückwege waren und nach Jasäq (?) kamen, 
tranken sie Wein — nur alMughira hielt sich nüchtern, fiel über die Mali- 
kiten her als sie trunken waren, und erschlug sie sämmtlich, es waren 
13 Mann. Darauf suchte er nach Dammun, der sich versteckt hatte im 
Glauben jener sei im Bausch, und als er ihn trotz Rufens und Suchens 
nicht fand, fing er an zu weinen. Da kam Dammun zum Vorschein und 
erfuhr, dass es die Bevorzugung durch alMuqauqas war, welche die Ma- 
likiten mit dem Tode hatten büssen müssen. Nachdem alMughira dann 
die Erschlagenen ausgezogen hatte, machte er sich auf und schloss sich 
dem Propheten an; er wollte ihm auch den Fünften von der Beute geben, 
den M. jedoch nicht annahm. AlSharid aber, der ebenfalls verschont 
blieb, floh nach Mekka und erzählte die Sache dem Abu Sufjan; dieser 
Hess sie durch Mu'avija dem 'ürva b. Mas*ud melden. Mu'avija erzählt: 
ich machte mich auf; in Na'man überlegte ich, ob ich den bequemeren ' 
"Weg über Dhu-Ghifar oder den kürzeren über Dhu-'Alaq einschlagen solle; 
ich wählte den bequemeren. Ich langte nachts bei Trva b. Massud an 
— seit 10 Jahren hatte ich kein Wort mit ihm gesprochen — und wir 
begaben uns zusammen zu Massud b. 'Amr alMalikij ^), Der äusserte 
sogleich über den Anlass des nächtlichen Besuches schlimme Vermu- 
tungen *) ; 'ürva niusste sie ihm bestätigen und fragte , was er zu thun 
gedenke. Massud war bereit zu vermitteln, erbat sich aber Stillschweigen. 
Am anderen Morgen trug er den Banu Malik den Fall vor, und forderte 
sie auf Sühne anzunehmen. Sie wollten aber nicht, sondern rüsteten 
sich zum Kampf, worauf denn auch die Axfaf die Waffen ergriffen, voran 

*) jjM^J J^^Läj )i\ . . . . Lo. Ich vermute jjm^-wJI für j^^i : nur mit 
Sonnenföden (d. h. mit den gleichsam einen Faden ziehenden Sonnen- 
stäubchen) hast du deinen Verrat abgewaschen. 

^ Malik war der alte Hauptstamm, die Axläf die Neubürger von Taif. Al- 
Sharid (= der Entronnene) empfing erst später diesen Beinamen und hiess 
eigentlich 'Amr. Dammun ist sonst bekanntlich Name der Heimat der 
Kinditen. Vgl. Imrualqais No. 61. 

3) *ürva ist das Oberhaupt der Axläf und hat für aMughira einzustehen; 
Massud ist das Oberhaupt der Malik und vertritt die Sache der Getöteten» 



252 Xudaibija A. 6. 

Kinana b. 'Abdjälll ') und Gundab b. 'Amr '). Als die beiden Parteien 
sich so gegenüberstanden, nahmen die Banu Malik endlich doch noch 
Vernunft an und fügten sich dem Willen Mas^ud's. Dieser trat darauf 
137 a mit 'ürva zwischen den beiden Heeren zur Unterhandlung zusammen, 
*ürva verpflichtete sich zur Zahlung von je 100 Kamelen für jeden der 
13 erschlagenen Malikiten. In Bezug darauf hat alA'sha gedichtet : Trva 
von den Axlaf, da er eine Sache sah, bei der einem die Brust enge 
wird, nahm er auf sich die Zahlung von 1300 Kamelen: so handelt ein 
fester unverzagter Mann'). 

M. wiederholte dem Trva gegenüber das Anerbieten, welches er 
durch Budail hatte machen lassen. Als Trva zu den Mekkanem zurück- 
kam, riet er ihnen dringend, den Waffenstillstand anzunehmen, indem 
er ihnen voller Bewunderung die Macht M.'s und den Einfluss, den er 
auf die Seinen ausübe, schilderte. „Sie wagen ihn nicht scharf anzusehen, 
noch laut vor ihm zu sprechen; er braucht bloss zu winken, so geschieht 
es; sie bestreichen sich die Haut mit seinem Auswurf und reissen sich 
um sein Waschwasser*); ihr Leben ist ihnen nichts, wenn es gilt ihn zu 
schützen, und sogar die Weiber würden ihn unter keinen Umständen 
preisgeben." Die Mekkaner jedoch beharrten dabei, dieses Jahr solle M. 
keinen Zutritt haben, nächstes Jahr könne er kommen. 

Darauf kam Mikraz b. Xafc b. alAinaf zu M.^) und erhielt dieselbe 
Antwort von diesem. Dann ordneten die Quraish den Führer der Axabish 
zu ihm ab, alXulais b. 'Alqama. Als M. den zu Gesicht bekam, sagte 
er, der gehöre Leuten an, die sich durch fromme Bedenken imponieren 
Hessen «) ; auf seinen Befehl wurden ihm also die behangenen Opferkamele 
entgegengetrieben, die vor Hunger schon ihre Wolle abgefressen hatten 
und fortwährend stöhnten, und unter Labbaikarufen' mussten sich ihm 
die Pilger nahen, die schon einen halben Monat gewartet hatten und 
elend und struppig aussahen. Da kehrte alXulais gleich unterwegs um und 
sagte zu den Mekkanern, so frommen Absichten mit Gewalt entgegen zu 

*) ^jI^j -ä5>*^ iksijö ^y^, hängt herab bis auf die Fusssohlen. 

^ y>W ^^^ A-^ L^^ UsLc einen Pfeil im Munde, einen anderen an 
die Sehne legend. 

s. Gauh. 
<) Epiph. Panar. 41B. 
^) der ihm gleich den Verräter ansah — s. fol. 137 b. 138 a. 



Xudaibija A. 6. 253 

• 

treten, sei Frevel und dazu seien die Axabish nicht verpflichtet. Die 
Mekkaner erwiderten ihm, er habe sich anführen lassen, und baten ihn 
nicht eher abzuziehen als bis sie von M. zufriedenstellende Bedingungen 
erreicht hätten. — BH. 742—745. 

Der erste Abgesandte M.'s an die Häupter der Quraish war iiräsh 
b. Umajja alKa'bij, er sagte ihnen, M. begehre nur den Umlauf zu machen 
und die Opfer zu bringen, w:ard aber schlecht empfangen. 'Ikrima Hess 
sein Kamel — es war M.'s Hengst alThaUab — lähmen und hätte ihn 
am liebsten selber getötet. Mit genauer Not entronnen, sagte Xirash zu i37b 
M., er müsse einen absenden, der unter den Qurashiten besseren Schutz 
finde als er. M.'s Wahl fiel zuerst auf Omar, aber auch dieser verbat 
sich die Ehre, da keiner von seinem Geschlecht CAdij) dabei sei, der ihn 
schützen könne; er schlug Othman zum Gesandten vor. Der ging denn 
auch nach Baidax ins Lager der Feinde und trug ihnen noch einmal M.'s • 
Begehr vor. Sie sagten, daraus werde nichts, er solle nur wieder um- 
kehren und M. melden, dass sie bei ihrer Weigerung verharrten. Aber 
Abän b. Sa'id b. al'Ac ritt an ihn heran, grüsste ihn freundlich und nahm 
ihn vor sich in den Sattel, zum Zeichen, dass er ihm Schutz gewähre. 
Othman sprach darauf mit den einzelnen Häuptern der Quraish, teils in 
Baidax, teils in Mekka; denn er kam auch nach Mekka und besuchte 
dort die zwangsweise zurückgehaltenen Gläubigen, Männer und Frauen, 
welche sich sehr über die tröstlichen Verheissungen des Propheten, welche 
Othman ihnen mitteilte, freuten und demselben ihren Gruss bestellen 
Hessen. — Inzwischen wunderten sich die Muslime über Othman's langes 
Ausbleiben und vermuteten, er mache gewiss den heiligen Umlauf; M. 
jedoch traute ihm nicht zu, dass er das für sich allein und ohne die An- 
deren thun werde. Als Othman zurückkam und erfuhr, wessen man sich 
zu ihm versehen hatte, war er entrüstet; die Muslime aber sagten: der 
Bote Gottes weiss am besten von uns über Gott Bescheid und ist auch 
am fündigsten in Vermutungen. — BH. 745 f. 

Nachts wurde das muslimische Lager bewacht, den Befehl über die 
Wachen führten abwechselnd Aus b. Xaulij, *Abbad b. Bishr, und Muxam- 
mad b. Maslama. Als der Letztere eines Nachts die Wache hatte, suchte 
Mikraz b. Xafc mit 50 Mann Gelegenheit zu einem Ueberfall; aber Mu- issa 
xammad war auf der Hut und nahm mehrere von den Feinden gefangen. 
Der Prophet behielt sie als Pfand, denn Othman war damals schon drei 
Tage ausgeblieben und auch andere Muslime ^) , die mit Erlaubnis M.'s 
ihre Familien in Mekka besuchten, waren nicht zurückgekommen, so dass 
das Gerücht entstand, sie seien -umgebracht — es war in der Zeit als M. 

es waren zehn, ihre Namen sind fol. 138 a unten aufgeführt. 



254 Xudaibija A. 6. 

zur Huldigung aufforderte. Als die Quraish die Gefangennahme der Ihrigen 
erfuhren, kam ein Haufe von ihnen an, schoss mit Pfeilen und warf mit 
Steinen; davon machten die Muslime wiederum einige dingfest. Darauf 
wurden Suhail b. 'Amr, Xuvaieib b. 'AbdaPuzza, und Mikraz b. Xafc von 
Seiten der Mekkaner zu M. abgeordnet. 

Währenddem begab sich M. zu dem Lagerplatz der Banu Mäzin b. 
alNaggär, um sich huldigen zu lassen. Umm ^Umära, die Frau des 6ha- 
zijja b. 'Amr, erzählt: als der Bote Gottes herkam, glaubte ich, er wolle 
sein Bedürfnis verrichten; aber er nahm Platz in unserem Quartier, um 
sich Treue schwören zu lassen — er hatte gehört, Othman sei getötet. 
Die Menschen drängten sich zu ihm und zertraten all unser Gerät; sie 
hatten sich gerüstet, aber es fehlte an Waffen, weil die Absicht des Unter- 
nehmens nur auf die Pilgerfahrt gerichtet war. Als ich meinen Mann mit 
• dem Schwert umgürtet fortgehen sah, fasste ich mit einer Hand einen Pfahl 
unseres Obdachs, mit der anderen ein Messer, das ich im Gurt trug, und 
sagte: kommt mir einer zu nahe, so hoffe ich ihn zu töten! — M. Hess 
die Muslime durch Handschlag schwören, dass sie nicht fliehen wollten; 
oder nach anderen, dass sie für ihn sterben wollten. Der erste, der den 
Handschlag leistete, war Omar; nach anderen Sinän b. Abi Sinan b. 
Mixcan. Sinan sagte: ich gelobe mich dir zu Allem was du im Sinne 
hast; dies Gelöbnis legte M. auch fernerhin zu Grunde. 

Als die drei Abgeordneten bei M. angelangt waren, nahm Suhail 
unter ihnen das Wort und bat M. um Freigabe der Gefangenen, die Feind- 
seligkeiten seien gegen den Willen der mekkanischen Führer begangen 
worden. M. aber wollte abwarten, dass seine Leute aus Mekka wieder- 
kämen. Da ward alShaitam b. 'Abdmanaf nach der Stadt geschickt mit 
dem Befehl, die Muslime, die sich dort aufhielten, sofort zurückzusenden. 
Nun Hess auch M. die Gefangenen los, es befand sich unter ihnen 'Amr 
b. Abi Suflän. 
138 b Die Huldigung geschah unter einem grünen Baum, M. Hess ausrufen, 

der h. Geist habe ihm hefohlen sich huldigen zu lassen. Omar machte 
sich (nachdem er selber geschworen hatte) auf, um die Anderen herbeir 
zurufen, sein Sohn begleitete ihn anfangs, kehrte aber dann zu M. zurück 
und leistete den Handschlag zum zweitenmal. Als die Qurashiten die 
gewaltige Bewegung im musHmischen Lager gewahrten, bekamen sie einen 
Schrecken und beeilten sich den Vertrag*) abzuschliessen. Auch Othman 
huldigte bei dem Baume, als er zurückgekehrt war; vorher aber hatte M. 
schon für ihn gehuldigt, indem er mit seiner rechten Hand in seine Hnke 
schlug. — BH. 746. 

1 \ • • V 

*) j«uua3 



Xudaibija A. 6. 255 

Gabir b. Salaim von Cafvan b. 'üthman: dem Ibn Ubaij Hessen die 
Quraish anbieten, den h. Umlauf zu machen, wenn er wolle. Auf Bitten 
seines Sohnes aber schlug er es aus, worüber M. sehr erfreut war. 

Zurückgekehrt, erzählten Suhail, Xuvaieib und Mikraz von der Hul- 
digungsscene. Die Qurashiten hielten es darnach für das Beste, sich mit 
H. dahin zu vertragen, dass er dies Jahr abziehe, damit die Araber nicht 
erzählten, er habe den Einlass erzwungen, das nächste aber wiederkomme 
und drei Tage lang im Xaram verweile um zu opfern. Mit diesem An- 
trage ward Suhail (nebst den beiden Anderen) zu M. zurückgesandt und 
verhandelte lange mit ihm darüber. 

Ja'qub b. Muxammad von ^Abdalraxman b. 'Abdallah von alXarith* 
b. ^Abdallah b. KaT) von ümm Tmära: der Bote Gottes sass mit unter- 
geschlagenen Beinen, 'Abbad b. Bishr und Salama b. Aslam standen in 
voller Rüstung bei ihm. Wenn Suhail laut redete, sagten sie zu ihm, er 
solle vor dem Propheten seine Stimme massigen. Suhail lag auf den 
Knien, ich sehe noch den Spalt in seiner Lippe und die Zähne dahinter. 
Die Muslime sassen im Kreise herum. 

Als der Vertrag geschlossen und nur noch aufzuschreiben war, sprang 
Omar auf und sagte zu M.: sind wir nicht Muslime? „Gewiss". Warum 
geben wir denn schimpflich nach in Sachen unseres Glaubens? „Ich bin 
der Knecht und Bote Gottes und thue nichts gegen seinen Befehl und er 
wird mich nicht ausser Acht lassen." Darauf wandte sich Omar an Abubekr 
und redete zu ihm die selbigen Worte ; jener versetzte : halt dich eng an 
seinen Steigbügel, denn er ist der Bote Gottes. Aber noch immer nicht 
beruhigt, wiederholte Omar seine Vorwürfe gegen M., bis Abu übaida b. 
alGarrax ihm zurief, er möge doch Vernunft annehmen und mistrauisch 
werden gegen seine eigene Meinung. Da schlug er in sich und that i39a 
Bns|e. — BH. 747. 

Dem Ibn 'Abbas erzählte Omar als Chalif : ich geriet in Zweifel wie 
sonst nie; hätte ich damals einen Anhang (shi'a) gefunden, so wäre ich 
ans der Gemeinschaft ausgetreten (xaragtu) um des Vertrages willen; aber 
Gott wandte den Erfolg desselben zum guten, und sein Bote wusste es 
am besten. — Dem Abu Sa'id al^udrij erzählte er, er habe, um seinen 
Zweifel und seinen Widerspruch gegen M. zu sühnen, mehrere Sklaven 
freigegeben und eine Zeit lang gefastet, aber noch immer befalle ihn Be- 
kümmernis, wenn er daran zurückdenke. Es thue den Menschen gut mis- 
trauisch gegen ihre eigene Meinung zu Werden, damals sei er in einer 
Stimmung gewesen, dass wenn er 100 Gleichgesinnte gefunden hätte, er 
den Vertrag nicht würde anerkannt haben, und doch seien in dem Waffen- 
stillstände nach dem Vertrage mehr Menschen zum Islam übergetreten, 
als die ganze Zeit vorher. — Das Misvergnügen war übrigens unter den 



256 Xudaibija A. 6. 

Muslimen allgemein, weil sie wegen des Traumes des Propheten fest auf 
die Eroberung von Mekka gerechnet hatten. 

Als der Vertrag abgeschlossen, aber noch nicht aufgeschrieben war, 
kam plötzlich Abu Gandal b. Suhail an, seine Fesseln nach sich schlei- 
fend, mit einem Schwert umgürtet; es war ihm gelungen aus seinem Ge- 
fängnis in der Unterstadt zu entkommen. Sein Vater Suhail schlug ihn 
mit einem Dom ins Gesicht und packte ihn an der Gurgel; er aber schrie: 
ihr Muslime, ich soll zurückgebracht und zum Götzendienste gezwungen 
werden! Darüber wurden die Muslime noch unwirscher und trauriger; 
ihr Verhalten machte auf Xuvaieib und Mikraz den grÖssten Eindruck: 
' dies sei das letzte Mal, raunten sie sich zu, dass man mit M. auf gleichem 
Fusse unterhandele. Suhail jedoch bestand darauf, dass sein Sohn aus- 
geliefert werde; dies sei die erste Bedingung des Vertrags. M. gah nach 
und ermahnte den Jüngling zu geduldigem Ausharren für kurze Zeit, 
Xuvaieib und Mikraz nahmen ihn unter ihren Schutz, so dass sein Vater 
von ihm abliess. Omar aber hatte bei dieser Gelegenheit einen Rückfall 
139 a in seine Zweifel an dem Boten Gottes. Von M. und Abubekr zurückge- 
wiesen, machte er sich an Abu Gandal und forderte ihn auf, seinen Vater 
um Gottes willen zu töten. Warum tötest du ihn denn nicht selber? 
fragte ihn dieser. Der Bote Gottes hat es mir verboten, war die Ant- 
wort. Nun, sagte Abu Gandal, ich will dem Boten Gottes so wenig un- 
gehorsam sein wie du. — BH. 748. 

Omar und andere mit ihm fragten M. , ob er nicht gesagt habe, er 
werde in die Ea'ba gehen und die Schlüssel empfangen u. s. w. M. 
antwortete, er habe nicht gesagt, dass das grade jetzt geschehen werde, 
und erinnerte sie an andere Fälle, wo er ihrem Ungehorsam, Zweifel 
und Verzagen gegenüber Recht behalten habe. Bei der Wallfahrt des 
folgenden Jahres sprach M. : nun hat sich meine Verheissung erfüllt j bei 
der Eroberung Mekka's und später bei der Abschiedswallfahrt sagte er 
zu Omar insonderheit: das ist es, was ich euch gesagt habe; Omar er- 
widerte: ja wohl, kein Sieg des Islam ist wichtiger als der Vertrag^ von 
Xudaibija. Abubekr pflegte zu äussern : kein Sieg des Islam ist wichtiger 
als der Vertrag von Xudaibija, die Menschen wollen die Dinge immer 
beschleunigen, aber Gott lässt sie reif werden. Als ich bei der Ab- 
schiedswallfahrt sah, wie Suhail die abgeschorenen Haare des Propheten 
auflas und auf seine Stirn legte, und damit verglich, wie derselbe Mann 
sich bei Xudaibija benommen Hatte, da pries ich Gott. 

Als nach langem Hin- und Herreden über den Vertrag Dinte und 
ein Blatt gebracht wurde, wollte M. zuerst Aus h. Xaulij schreiben 
lassen, aber Suhail wollte entweder Othman oder Ali haben, und so 
wählte M. Ali dazu. M. diktirte: Im Namen AUah's, des barmherzigen 



Xudaibija A. 6. 257 

Raxman. Suhail aber erklärte, er kenne den Raxman nicht, und ver- 
langte die herkömmliche Formel : in deinem Namen, Allahumma ! M. gab 
nach, trotz des Murrens der Muslime. Weiter diktirte er: dieses ist der 
Friedensvertrag zwischen dem Boten Gottes — da protestierte Suhail 
wiederum: wenn er ihn als Boten Gottes anerkenne, so würde er sein 
Anhänger werden, er solle einfach seinen Namen hinsetzen, Muhammed 
b. ^Abdallah. Darüber murrten die Muslime noch lauter und wollten 
in die Aenderung nicht willigen. 

Ihn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah von Abu Farva von Vaqid b. i^oa 
*Amr von einem Augenzeugen: üsaid b. Xucair und Sa'd b. 'übada hielten 
dem Schreiber die Hand fest und sagten, es solle geschrieben werden 
„Muhammed der Bote Gottes" , sonst werde das Schwert entscheiden. 
M. aber winkte ihnen zu schweigen. Es war ein neuer Anlass für 
Xuvaieib, sein Staunen über den Geist, der die Muslime beseelte, zu 
Mikraz auszusprechen. 

M. gab wiederum nach, damals ward Sur. 17,110 offenbart. Das 
Schriftstück lautete wie folgt. „In deinem Namen, o Gott! Dies ist 
der Friedensvertrag, der von Muhammed b. 'Abdallah und Suhail b. 
'Amr abgeschlossen ist. Sie sind übereingekommen die Waffen zehn 
Jahre ruhen zu lassen. Während dieser Zeit soll ein jeder sicher sein, 
und keiner dem anderen etwas anthun, so dass auch kein heimliches 
Abbruchthuen stattfindet, sondern eine aufrichtige Ehrlichkeit zwischen 
uns waltet^). Wer mit M. in Vertrag und Bund treten will, kann es 
thun, und wer mit den Quraish in Vertrag und Bund treten will, kann 
es thun. Wenn aber ein Qurashit ohne Erlaubnis seines Vormundes 
(Valij) zu M. kommt, wird er ausgeliefert, dagegen wenn einer der An- 
hänger M.'s zu den Quraish kommt, wird er nicht ausgeliefert. Dieses 
Jahr muss M. mit seinen Genossen von uns (sie) abziehen, im nächsten 
Jahr aber darf er zu uns (sie) hineinkommen und drei Tage verweilen, 
jedoch ohne andere Waffen als die eines Reisenden, die Schwerter in 
den Scheiden". Zeugen waren Abubekr und Omar und Ihn *Auf und 
Ibn Abi Vaqqac und Othman und Abu 'Ubaida und Muxammad b. Mas- 
lama und Xuvaieib und Mikraz. M. bekam das von Ali geschriebene 
Original, Suhail eine Abschrift des Vertrages. — BH. 746 ff. 

Auf der Stelle erhoben sich die Xuzä'a und erklärten ihre Bundes- 
genossenschaft mit M., umgekehrt die Bakr mit den Quraish. Die Xuza'a 

') Der Satz lautet äJ^aX^ **-*-^ ^^^^^ n'^ S^\ ^3 v3^Lwl )i x3t ^J<^. 
Der letztere Ausdruck bedeutet eigentlich „ein unangerührtes Deposita- 
rium**; zum ersteren vgl. das Glossar zu Baladh. Von den Xuza'iten 
heisst es stehend, sie seien des Propheten ^aibatu nuexin gewesen. 

Väkidi, Mahammed. 17 



258 Xudaibija A. 6. 

waren Verwandte SuhaiPs von seiner Mutter her; Xuvaieib machte üun 
aus ihrem Verhalten einen Vorwurf und meinte, als er den Vorschlag, 
die Bakr gegen sie za hetzen, als Vertragsbrach zurückwies, das thue er 
bloss aus Rücksicht auf seine mütterliche Familie. Aber Suhail erklärte, 
dass die Rücksicht auf Quraish bei ihm stets obenan stehe und dass aus 
diesem Grunde die Bakr ihm lieber seien als die ]S[^uza^a. 

Als die mekkanischen Abgeordneten fortgegangen waren, forderte M. 
die Seinen auf, zu opfern und sich zu scheren. Er wiederholte die Auf- 
forderung dreimal, aber niemand kam ihr nach. Zornig zog er sich end- 
lich zu Umm Salama zurück, sie musste (wie sie selber erzählt) mehr 
140b als einmal fragen, ehe er ihr mitteilte, was geschehen war. Sie gab ihm 
den Rat, nur erst selber anzufangen mit dem Opfern, so würden die An- 
deren schoQ folgen. Da ging er mit geschürztem Kleid hinaus, stürzte 
mit dem Messer (xarba) auf das Opfertier und rief mit lauter Stimme: 
in Gottes Namen, Gott ist der grösste! Sein Beispiel zündete und riss 
die Anderen fort. — Umm Tmära sah ihn schlachten. 

Malik b. Anas von Abu IZubair von Gabir: M. liess seine Geßlhrten 
an den Opfertieren teilnehmen, er schlachtete je eins für sieben. Im Ganzen 
waren es 70 Kamele, darunter der mahritische Hengst Abu Gahl's. Der 
war bei alXudaibija von der Weide weggelaufen und erst vor Abu Gahl's 
Hause stehen geblieben. Der Sulamit *Amr b. Ghatma ging ihm nach 
um ihn wieder zu holen, gewisse törichte Leute in Mekka wollten ihn 
jedoch nicht herausgeben, bis Suhail vorschlug, man solle dem Propheten 
100 andere Kamele dafür bieten. Aber M. konnte nicht darauf eingehen, 
da er ihn bestimmt zu opfern gelobt hatte. Er schlachtete ihn dann für 
eine Gesellschaft von sieben Leuten, unter denen sich Abubekr und Omar 
befanden. 

Ihn alMusajjib: es waren 70 Opfertiere und 700 Mann, eins für je 
zehn. — Aber in Wahrheit waren es 1600 Mann. 

Auch Oalxa, Ihn *Auf und Othman brachten Opfer. M.'s Zelt stand 
ausserhalb des Xaram, aber er betete innerhalb des Xaram. Es meldeten 
sich einige Heischende, aber nicht viele; denen schenkte er vom Fleisch 
und von den Häuten. Der Ka'bitin Umm Kurz, die ihn ansprach, liess 
er zwei gleiche Schafe ^) für je einen Knaben und eins für je ein Mädchen 
geben. Auch die übrigen Muslime gaben den Armen von ihren Opfern 
zu essen. Zwanzig Kamele liess M. durch einen Aslamiten beim Marva- 
hügel schlachten und ihr Fleisch verteilen. 

Ja'qub b. Muxammad von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi Ca'ca'a 
von alXarith b. 'Abdallah b. Ka'b von Umm *Umära: nach vollbrachter 

^LjlilX^ ^LjLä s. Gauharij I 21,9. 



Xudaibija A. 6. 259 

Schlachtung ging M. in sein rotes Lederzelt und Hess sich scheren (von 
iiräsh b. ümajja, wie Xirash b. Hunaid von s. Vater überliefert). Dar- 
auf steckte er seinen kahlen Kopf heraus und rief: sei Gott den Kahl- 
geschorenen hold I Man rief ihm entgegen: und auch den Gestutzten? Er 
wiederholte dreimal: den Kahlgeschorenen, schliesslich fügte er hinzu: 
und den Gestutzten. — BH. 749. 

Ibrahim b. Jazid von Abu IZubair von Gabir: ich sah wie er bei 
einer grünen Samura geschoren und sein Haar auf den Baum geworfen 
wurde! — ümm *ümara: die Menschen nahmen das Haar von dem Baume i^i» 
herunter und rissen sich darum; ich drängte mich durch und bekam auch 
ein paar Strähnen. (Diese Haare hatte sie bei sich bis zu ihrem Tode, 
sie pflegte die Kranken zu waschen.) 

Einige scheren sich glatt, andere stutzten blos das Haar oder schnitten 
sich die Spitzen ab, wie Umm Salama und ümm Tmära^). 

Der Aufenthalt M.'s in Xudaibija dauerte einige zehn, nach anderen 
20 Tage. Auf dem Eückwege machte er zuerst in Man* alOhahrän, dann 
in Tsfan Halt. Dort ging den Leuten die Zehrung aus, er gab ihnen 
auf ihre Bitte Erlaubnis ein oder das andere Reitkamel zu schlachten, 
zog sie aber auf Omar's Dazwischentreten wieder zurück und befahl nach 
dessen Rate, Lederdecken auszubreiten und darauf Alles zusammen zu 
werfen, was noch von Zehrung bei den Einzelnen vorhanden war. Abu 
Shuraix alKa1[)ij: die meisten konnten nichts bringen, einige sah ich mit 
einer Dattel, andere mit einer Hand voll Mehl oder Saviq kommen, aber 
es war recht wenig. Als Alles zusammen war, betete M. einen Segen 
und befahl dann, mit den Essbeuteln zu kommen. Da steckten sie soviel 
ein als sie wollten, bis sie kaum mehr Platz hatten. 

Als sie wieder unterwegs waren, fiel reichlicher Regen, obwohl es 
Sommer war. Sie stiegen ab und tranken und M. hielt eine Rede. Er 
erzählte von drei hergekommenen Männern, von denen sich zwei zu ihm 
gesetzt, der dritte aber sich abgewandt und von dannen gemacht hatte. 
Der eine, sagte er, schämte sich und Gott schämte sich seiner; der an- 
dere bekehrte sich und Gott kehrte sich zu ihm^); der dritte wandte sich 
ab und Gott wandte sich von ihm ab. 

Mu^ädh b. Muxammad von Shu'ba, dem Freigelassenen des Ihn 'Abbas, 
von Ihn *Abbas von Omar: auf dem Heimwege richtete ich eine Frage 
an M., einmal, zweimal, dreimal, bekam aber keine Antwort. Da fasste 
mich die Angst über mein Benehmen zu Xudaibija und ich fürchtete, 

') \jaJit^ = mit einer Schere. 

^ Der Unterschied zwischen diesen beiden ist in der Erzählung nicht klar 
angedeutet. 

17* 



% 



260 Xudaibija A. 6. 

es werde ein Vers über mich offenbart werden. Während ich in ge- 
drückter Stimmung einsam vorausritt, kam ein Bote um mich zu M. 
zurückzurufen. Erschrocken folgte ich, er aber grüsste mich mit heiterer 
Miene und sagte, es sei ihm eben eine Sura (zehn Verse) offenbart, die 
ihm lieber sei als Alles was die Sonne bescheine (Sur. 48, 1 ff.). 

Mugammi' b. Ja'qub von s. Vater von Mugammi* b. Gärija: auf dem 

141b Rückwege entstand in Caganän ein Auflauf, weil es hiess, M. erhalte 
eine Offenbarung ; ich lief auch mit hin und hörte ihn Sur. 48, 1 reci- 
tieren. — Gabriel und die Muslime gratulierten ihm zu der Offenbarung. 
Erklärung von Sur. 48. V. 6 bezieht sich auf die Muzaina und 
Guhaina und Bakr, die sich dem Pilgerzuge nicht anschliessen wollten. 
V. 10 redet von der Huldigung des Wohlgefallens unter dem Baume. 
V. 11 bezieht sich auf das Verhalten der Muzaina u. s. w. , nachdem M. 
wider ihr Erwarten wohlbehalten nach Medina zurückgelangt war; V. 15 f. 

142a desgleichen auf ihren Wunsch, am Zuge nach Xaibar teilzunehmen; die 
gefährlichen Feinde, gegen die sie aufgeboten werden sollen, sind Perser 
und Griechen, oder die Haväzin, oder die Banu Xanifa. V. 17 hat 24,57 
zur Voraussetzung; es wurden nämlich in Folge von 24,57 die Blinden, 
Lahmen und Kranken an die Luft gesetzt; hier nun wird erlaubt, sie 
trotz 24,57 im Hause zu behalten. Nach anderen besagt V. 17, es sei 
den Kranken keine Schuld, beim Feldzug zu Hause zu bleiben. Muxam- 
mad und Ma'mar von alZuhrij von Sa'id b. alMussajjib : es pflegten einige 
Muslime, wenn sie zu Felde zogen, ihre Hausschlüssel den daheim- 
bleibenden Kranken zu übergeben ; das wird ihnen in V. 17 ausdrücklich 
gestattet. V. 20 a bezieht sich auf Xaibar, V. 20b auf den Schutz des 
Lagers zu Xudaibija vor den feindlichen Absichten der Mekkaner; oder 
auf den Friedensvertrag. V. 21 deutet auf die Eroberung des persischen 
und römischen Reichs, oder der Stadt Mekka. V. 24 geht darauf, dass 
sowohl die Muslimen den mekkanischen Gefangenen, als die Mekkaner 
den in ihren Händen befindlichen Muslimen kein Leid anthaten. V. 25 
besagt, der Angriff auf Mekka sei bloss aus Rücksicht auf die heimlichen 
Gläubigen, die dort von ihren Vormündern zurückgehalten würden, unter- 
blieben 'um nicht auch sie zu gefährden (lau tazajjalü = wenn diese aus- 
geschieden wären). In V. 26 wird auf SuhaiPs Protest gegen die Aus- 

142b drücke Raxman und Bote Gottes angespielt. — Auch Sur. 13,31 be- 
zieht sich auf alXudaibija. — BH. 749 ff. 

Kein Sieg im Islam war wichtiger als der Vertrag von Xudaibija. 
Vorher bestand eine Scheidewand zwischen den Muslimen und den übrigen 
Menschen, sie sprachen nicht mit einander, wo sie sich trafen, gerieten 
sie in Kampf. Nachher legte sich die Feindschaft, Sicherheit und gegen- 
seitiges Vertrauen trat ein. Jeder einigermassen Verständige, der etwas 



Xudaibija A. 6. 261 

vom Islam hörte, trat über; sogar solche Hauptmenschen unter den Mek- 
kanern wie Xalid und *Amr. Der Friede dauerte 22 Monate, bis die 
Mekkaner ihn brachen ; während dieser Frist bekehrten sich mehr Menschen 
als in der ganzen Zeit vorher, der Islam breitete sich nach jeder Richtung 
unter den Araberstämmen aus. — BH. 751. 

Abu Baclr Usaid h. Xaritha, ein Eidgenosse der Zuhriten, floh um 
des Glaubens willen zu Fuss aus Mekka und kam zu M. nach Medina. 
Aber die Zuhriten alAinas b. Shariq und Azhar b. 'Abd'auf verlangten 
seine vertragsmässige Auslieferung. Xunais b. Gabir, ein Mann von 'Amir 
b. Luaij, besorgte ihnen den Brief und übernahm zugleich, mit seinem 
Freigelassenen Kauthar, den Flüchtigen zurückzuholen. Er kam drei 
Tage später als der letztere in Medina an, M. Hess sich den Brief durch 
Ubaij b. Ka'b vorlesen, und übergab darauf den Flüchtling den beiden 
Männern. Abu Bacir machte ihm verzweifelte Vorstellungen, aber er 
erklärte des Vertrages wegen nicht anders handeln zu können, sagte 
ihm jedoch zum Trost, Gott werde ihm schon Rettung und Auswog ver- 
schaffen. Als er abgeführt wurde, raunten ihm die Muslime ins Ohr: 
sei gutes Mutes, Gott verschafft dir einen Ausweg, ein rechter Mann ist 
tausend anderen überlegen, also handle! Das Mittagsgebet verrichtete er 
in der Moschee von Dhu-lXulaifa, lehnte sich dann an die Mauer um von 
seinen Datteln zu essen und nötigte auch seine beiden Begleiter zuzu- i43a 
langen. Sie thaten es endlich, indem sie. auch ihrerseits ihre Brodstücke 
zum Besten gaben. Vertraulich geworden legte dabei der 'Amirit sein 
Schwert ab, Abu Bacir knüpfte ein Gespräch mit ihm an, fragte ob das 
Schwert scharf sei und liess es sich zeigen. Jener hielt ihm die Scheide 
hin und liess es geschehen, dass er den Griff fasste, das Schwert auszog, 
und ihn erschlug. Kauthar entfloh nach Medina, wo er bald nach dem 
Nachmittagsgebet mit verstörter Miene eintraf und dem Propheten Bericht 
erstattete. Gleich hinter ihm her kam auch Abu Bacir, der ihn bloss 
deshalb nicht ereilt hatte, weil er durch das Aufladen der Beute auf 
das Kamel des 'Amiriten aufgehalten war. Er meinte, nun sei doch der 
Pflicht gegen die Mekkaner, durch seine Auslieferung, genügt und zu- 
gleich der Gefahr, dass er zum Götzendienst verführt würde, vorgebeugt ; 
und wollte M. den Fünften vom Raube geben. Aber M., obwohl von 
Bewunderung für ihn ergriffen, nahm den Fünften nicht an, sondern fragte 
vielmehr Kauthar, ob er den Flüchtling wieder mitnehmen wolle. Als 
dieser jedoch sich voller Schrecken dessen weigerte, stellte er Abu Bacir 
frei, zu gehen, wohin er wolle. Dieser wandte sich darauf nach der 
Küste in der Gegend von alle, wo die Karawanenstrasse nach Syrien 
geht. Er hatte nur eine Hand voll Datteln bei sich und nährte sich davon 
drei Tage, bis gestrandete Fische ihm aus der Not halfen. Bald sammelten 



262 Xudaibija A. 6. 

sich za ihm andere aus Mekka entflohene Muslime (70 Mann) , welche 
durch einen Brief Omar's die bewundernde Aeusserung M.'s über Abu 
Bacir erfahren hatten: schade um (vailummi) einen solchen Schürer des 
Kriegsbrandes, hätte er doch Leute bei sich! Sie töteten alle Qurashiten, 
die ihnen in die Hände fielen, und fingen alle Karawanen ab, zuletzt 
eine von 30 Kamelen, wobei jeder Einzelne eine Beute von 30 Dinar 
Wert machte. Sie beabsichtigten . davon dem Propheten den Fünften zu 
schicken, aber Abu Bacir sagte, er wüfde ihn nicht annehmen. Er war 
ihr Haupt in geistlichen und weltlichen Dingen und sie leisteten ihm 
willigen Gehorsam. — Suhail war sehr böse auf M. wegen der Ermordung 
143b des 'Amiriten durch Abu Bacir; die übrigen Mekkaner jedoch erkannten 
an, dass M. keine Schuld habe. Er fand aber, dass damit der Mord des 
Gesandten nicht aus der Luft geschafft sei, legte seinen Rücken gegen 
die Mauer der Ka'ba und schwur diese Stellung nicht zu verändern, bis 
das Sühngeld erlegt sei. Abu SuQan erklärte das für töricht, da das 
Geld so schnell nicht aufzubringen sei, zudem sei dasselbe nicht von 
Gesammtquraish , sondern nur von der Familie Zuhra zu zahlen, von 
welcher der Bote ausgesandt sei. Dazu wollte sich nun aber wieder al- 
Ainas dem Suhail nicht verstehen, und so wurde die Sühne nicht bezahlt, 
bis M. Mekka eroberte^). — Das Wegelagem Abu Bactrs trieb schliess- 
lich die Mekkaner dazu , M. schriftlich zu bitten, er möge ihn doch nur . 
in seine Gemeinschaft aufnehmen, damit die Räubereien aufhörten. M. 
that das denn auch in einem Briefe, aber als derselbe ankam, lag Abu 
Bacir schon im Sterben, er starb mit dem Brief in der Hand. Seine 
Gefährten begruben ihn und bauten eine Moschee über seinem Grabe, 
dann übersiedelten sie nach Medina. Einer von ihnen, alValid b. alValid 
b. alMughira, brach am Eingang der Xarra den Finger und starb an der 
Wunde in Medina. Timm Salama veranstaltete ihm eine Leichenklage 
mit Totenschmaus 2). — BH. 751—753. 

Die einzige qurashitische Frau, von der bekannt ist, dass sie auf 
eigene Hand um des Glaubens willen nach Medina floh, war Umm Kul- 
thum bint Tqba b. Abi Mu'aie. „Ich pflegte, erzählt sie. Öfters meine 
Verwandten in der Wüste (bei alShu*aim oder alXacäc) auf drei, vier 
Tage zu besuchen. Ich that also als ob ich zu ihnen wollte, schlag 

^) Folgen einige Verse Mauhab's b. Rabäx BH. 753. 

2) Er selbst sprach im Ragaz all] Joujww ^^ vi^^^^yO ^-^^ ^5 v:>ol Js^ 

v^;aaÄJ Lq. Die Klage lautete: ^>wJ^t ^ OyJ^ l5^^ CT^ ^ 

M. sagte, die stete Wiederholung des Namens alValid geschehe aus Sehn- 
sucht. 



Xudaibija A. 6. 263 

dann aber die Strasse nach Medina ein und traf dort einen XuzaHten, 
dem ich meine Absicht offenbarte. Er verschaffte mir ein Kamel und i44a 
fahrte mich nach Medina, ebenso dienstbereit wie zurückhaltend*). In 
Medina ging ich zu Umm Salama, sie erkannte mich zuerst nicht, bis 
ich mich nannte und meinen Schleier lüftete. Ich drückte ihr meine 
Besorgnis aus, dass meine Verwandten in Bälde mich zurückholen wür- 
den, und stellte ihr vor, dass die Lage einer Frau in solchem Falle 
schlimmer sei als die eines Mannes. Sie sprach darüber mit M., und 
dieser entschied, dass die Auslieferung von Frauen durch den Vertrag . 
nicht gefordert sei. Demgemäss , als am anderen Morgen meine Brüder 
alValid und 'Umara, die Söhne 'üqba's b. Mu'aie erschienen, um mich 
zurückzufordern, wurden sie abgewiesen. Die Qurashiten fanden sich 
darin. Sur. 60, 10. 

Mnxammad b. ^Abdallah von alZuhrij: ich kam zu 'Urva, während 
er grade eine Frage Hunaid's, des Vertrauten des Chalifen alValid b. 
'Abdalmalik, in Betreff von Sur. 60, 10 schriftlich beantwortete wie folgt. 
^Im Frieden von Xudaibija war ausgemacht, dass M. die Mekkaner, 
welche ohne Erlaubnis ihres Vormundes zu ihm kämen, ausliefern solle. 
Als aber auch Frauen zu ihm flüchteten, lieferte er sie nicht aus, wenn 
sie die Prüfung im Islam bestanden und aussagten, aus Liebe zum Islam 
geflohen zu sein. Gott befahl ihm, die Morgengabe dieser Frauen zurück 
zu erstatten, unter der Bedingung der Gegenseitigkeit von selten der 
Mekkaner. ** 

Zu 60,11: die Muslime richteten sich nach dem Befehl, die Morgen- 
gabe der zu ihnen geflüchteten Weiber zurückzuerstatten; die Götzen- 
diener aber leisteten im umgekehrten Falle keine Gegenseitigkeit. Darum 
befahl Gott, die Schuld gegen die Forderung zu rechnen, und die Muslime, 
deren Frauen zu den Heiden entliefen, ohne dass die Morgengabe her- 
ausgegeben wurde, schadlos zu halten von der Morgengabe der Frauen, 
die sich nach Medina flüchteten. 

In Folge des Befehls 60,10, die ungläubigen Frauen nicht festzu- i44b 
halten, entliess Omar die Zainab bint Abi ümajja (welche darauf Mu'avija 
b. Abi Sui5^^ heiratete), und die Xuza'itin Bint Garval (welche Abu 

*) „Ich stehe Tag und Nacht zu Diensten (ahlu llaili valnahäri) und be- 
gleite dich nach Medina.** Während er das Kamel führte, redete er kein 
Wort mit mir; wenn er es niederknien Hess, entfernte er sich von mir 
(shazä 'anni), bis ich abgestiegen war, band es dann an einen Baum, 
und kam zu mir (shaxä ilajja) unter den Baum. Am Abend löste er das 
Kamel und führte es vor, sich wiederum zurückziehend, bis ich aufge- 
stiegen war; dann fasste er es am Zügel und ging ohne sich umzusehen 
bis wir abermals Halt machten. 



264 :S:aibar A. 7. 

Gahm b. Xudhaifa heiratete); desgleichen 'Ijäc b. Ghanm alFihrij die 
Umm alXakam bint Abi Sufjän (welche 'Abdallah b. Tthman al Thaqafij 
heiratete, dem sie den 'Abdalraxman gebar). — BH. 754. 755. 

49. 
Xaibar, A. 7 im Gumada P). 

Muxammad b. 'Abdallah, und Musa b. Muxammad b. Ibrahim b. al- 
Xarith alTaimij, und 'Abdallah b. Ga'far, und Ihn Abi Sabra, und Ihn 
Abi Xabiba, und 'Abdalraxman b. 'Abdal'aziz, und Muxammad b. Calix, 
und Muxammad b. Jaxja b. Sahl, und 'Äidh b. Jaxja, und 'Abdalxamid 
b. Ga'far, und Jaxja b. 'Abdallah b. Abi Qatada, und Usama b. Zaid al- 
Laithij, und Abu Ma'shar, und Mu'adh b. Muxammad, und Ibrahim b. 
Ga'far, und die beiden Ghafariten Junas und Ja'qub b. Muxammad, und 
Ja'qub b. Muxammad b. Abi Ca'ca'a, und Sa'd b. Abi Zaid b. alMu'allä 
alZurqij, und Eabi'a b. 'Uthman, und Mugammi' b. Ja'qub, und 'Abdallah 
b. Jazid, und 'Abdalmalik und 'Abdalraxman die beiden Söhne Muxam- 
mad's b. Abi Bakr, und Ma'mar b. Rashid, und Isma'il b. Ibrahim b. 
'üqba, und Andere : M. kam am Ende des Jahres 6 von alXudaibija zurück 
und zog gegen Xaibar im Cafar A. 7, nach anderen am 1 Rabi' 1. Die 
Araber, die an der Pilgerfahrt nicht hatten teilnehmen wollen, drängten 
sich jetzt dem Propheten auf^); er aber liess ausrufen, dass sie auf die 
Beute keinen Anspruch haben und bloss mitziehen sollten um frommen 
Kriegseifer zu beweisen. Sehr unwillig über das Unternehmen waren die 
Juden von Medina, mit denen M. im Vertrage stand; sie zeigten es da- 
durch, dass sie alle ihre ausstehenden Forderungen von den Muslimen 
eintrieben. So Abu IShaxm fünf Dirham von 'Abdallah b. Abi Xadrad 
alAslamij für gelieferte Gerste. Vergebens bat ihn derselbe um Frist, 
bis er seinen Anteil von der Beute von Xaibar bekommen haben würde; 
der Jude sagte giftig, er solle die Eroberung von Xaibar nicht für so 
selbstverständlich halten, es werde von 10000 Kriegern verteidigt. Ent- 
rüstet versetzte Ibn Abi Xadrad : du willst uns mit unseren Feinden bange 
•machen und bist doch in unserer Mund und Schutzherrschaft ? ich werde 
dich bei dem Boten Gottes angeben. Abu IShaxm ging mit; M., als ihm 
145 a der Fall vorgetragen war, schwieg eine Weile mit bebender Lippe, darauf 
befahl er dem Schuldner zu zahlen. Dieser musste darob eins seiner 
Kleider^) verkaufen und statt dessen seinen aufgelösten Kopfbund um- 
schlagen, bis ihm Salama b. Aslam ein anderes Oberkleid schenkte. Bei 

1) So Inder üebersicht und fol. 167a. b (Ibn 'Abbas); vgl. dagegen fol. 144b. 

«) bSiy))^ I^O^,) [Axb jL^t v^ l^it. Vgl. fol. 159 b. 160 a. 

^) Der Anzug besteht aus Unter- und Oberkleid = althaubäni. Vgl. fol. 188 b. 



I 



Xaibar A. 7. 265 

Xaibar aber fiel ihm eine mit Abu IShaxm verwandte Frau zur Beute, 
welche ihm dieser teuer abkaufen musste. 

Dem Abu *Abs b. Gabr, der weder Zehrung noch Zeug für den Feld- 
zag hatte, schenkte M. einen kostbaren Stoff (shuqqa sunbulänijja). Den 
verkaufte er für acht Dirham, zwei davon liess er seiner Frau, für zwei 
kaufte er sich Zehrung, für die anderen vier eine Burda. Unterwegs sah 
ihn M. vor sich herreiten, sein blanker Helm blitzte im Mondschein. Er 
liess ihn holen und fragte warum er vorauseile. Mein Kamel ist so 
munter, war die Antwort. „Wo hast du denn das schöne Zeug gelassen, 
das ich dir schenkte?'' Hab ich verkauft um acht Dirham, um das und 
das anzuschaffen. Da sagte M. lachend: du bist wahrhaftig ein armer 
Schlucker, ihr werdet es aber erleben, dass ihr Geld und Gut die Fülle 
habt — doch werdet ihr darum nicht besser daran sein. 

Stellvertretender Imam war Sibä' b. 'Urfuea alGhifarij, and. unrichtig 
Abu Dharr. Wir kamen, erzählt Abu Huraira, nach Medina, als M. auf 
dem Zuge gegen Xaibar war, unserer achtzig Familien von Daus. Sibä' 
war sein Vertreter, wir beteten ihm Sur. 83,1 (gegen doppeltes Mass) 
nach, und ich bemerkte dazu, dass mein Oheim in alSarät immer doppeltes 
Mass führe. Wir wollten nicht warten bis M. zurückkehrte, sondern 
gingen zu ihm nach Xaibar und trafen ein, als er alNaeät erobert hatte 
und alKatiba belagerte. Wir blieben dann dort, bis der Kampf aus war. 

Die Juden in Xaibar meinten, M. werde es nicht wagen sie anzu- 
greifen, und pochten auf ihre wohl versehenen hohen Burgen und ihre 
wohl gerüstete zahlreiche Mannschaft — durch sie allein, sagten sie, sei 
Ghaeafan im Stande sich gegen alle Araber' zusammen zu wehren. Sie 
sorgten dafür, dass dergleichen Aeusserungen auch nach Medina gelangten. 
Inzwischen erfuhren sie über den Auszug des Propheten nichts Bestimmtes, 
bis er eines Nachts plötzlich da war. Als sie merkten, dass er auf dem usb 
Wege sei, gab ihnen alXarith Abu Zainab den Rat, draussen vor ihren 
Burgen ein Feldlager zu beziehen, denn wenn sie in denselben sich ein- 
schliessen Hessen, so drohe ihnen das Schicksal der medinischen Juden. 
Sie aber sagten, ihre Burgen seien anderer Art, weil auf Bergspitzen be- 
legen, und blieben darin. 

M. hatte zwei Ashga'iten zu Führern, Xusail b. Xäriga und 'Abdallah 
b. Nu'aim. Er nahm den Weg über Thanijjat alVadä', Zaghäba, Naqama 
und alMustanäi; von da listiger Weise ^) über /Icr und alCahbä. Unter- 
wegs forderte er *Amir b. (Sinän) alAkva* auf, abzusteigen und eins zu 
singen, was er denn auch that*). Er fiel hernach bei Xaibar. Sein 

^ BH. 756,8 — 10. Aber Z. 9 lautet bei Vakidi hier anders, dagegen weiter 
unten (Ibn Raväxa) ganz äbnlicb. 



266 Xaibar A. 7. 

Neffe Salama erzählt: in der Nähe von Xaibar fehlte ich beim Schuss auf 
eine Gazelle, 'Amir traf sie, aber die Sehne riss und wickelte sich um 
das Ende des Bogens, so dass er sie nur mit Mühe wieder los machen 
konnte — ich dachte gleich, es sei ein Vorzeichen fürs Martyrium. 

Nach einer anderen Version *) forderte M. Ihn Raväxa auf die Kamele 
durch ein Lied in Bewegung zu bringen, und er that es. Der Prophet 
wünschte ihm darauf Gottes Huld, und er fiel bei Mu'ta. 

In Cahbä verblieb M. vom Nachmittags- bis zum Nachtgebet und ass 
dort Saviq und Datteln. Darauf befahl er dem Xusail, sie auf dem Kamme 
des Gebirges^) so weit zu führen, dass sie von Norden her nach Xaibar 
kämen. An eine Stelle gelangt, wo mehrere Wege gewählt werden 
konnten, musste der Führer dem Propheten die Namen derselben nennen. 
146a Die Wege mit ungünstig klingenden Namen verwarf M. und entschied 
sich zuletzt für einen, welcher marxab (Weite, Behagen) hiess; er liebte 
die glücklichen und scheute sich vor den unglücklichen Vorbedeutungen. 

'Abbad b. Bishr, der die Reiter des Vortrabs befehligte, fing einen 
Kundschafter der Juden, einen Ashga'iten. Der log erst und suchte ihn 
nebenbei mit der Macht der Juden und ihrer Bundesgenossen von Ghaea^, 
die bereits zu ihnen gestossen seien, bange -zu machen, aber durch ein 
paar Peitschenhiebe gewitzigt gestand er, nachdem er Sicherheit für sein 
Leben erhalten hatte, die Bewohner von Xaibar') hätten grosse Angst, 
wären aber von ihren Glaubensgenossen in Medina ermutigt, sich nur 
tapfer zu wehren, dann würden die Muslime, schwach an Zahl und schlecht- 
gerüstet, wie sie wären, schon wieder abziehen. Kinana b. Abi IXuqaiq, 
der Oberste der Juden, habe ihm den Auftrag gegeben, sich unbefangen 
den Muslimen zu nähern, ihnen von der Kriegsmacht ihrer Feinde über- 
triebene Begriffe beizubringen, und dann möglichst rasch mit Nachrichten 
über ihre Zahl und ihre übrigen Verhältnisse zu ihm zurückzukehren. Er 
erzählte auch, dass unter den Arabern eifrig für oder gegen M. Partei 
genommen werde, in Bezug auf den Ausgang seines Unternehmens. 
'Abbad brachte den Kundschafter zu M., dieser überliess ihn einstweilen 
seiner Hut, ohne dem Omar zu gestatten, dass er ihm, der versprochenen 
Sicherheit zuwider, den Kopf abschlage. Hinterher in Xaibar liess er ihn 

^) die indessen nicht als andere Version, sondern einfach als Fortsetzung 
eingeführt wird. 

') jjL-v^*" Plural von {^jju^ (gegen Sprenger HI 272), wie das schon im 
^ten Arabisch häufig ist, Div. Hudhail 78,L 106,1 Näbigha 23,2; vgl. die 
Nagadat (die Charigiten von Jamama, deren Anführer Nagda b. 'Amir 
war Sbahr. 91) und ähnlich auch die Ancär, Axläf, Anbäe. 



iaibar A. 7. 267 

kommen, und trag ihm den Islam an, mit dem Bemerken, wenn er ihn 
nach dreimaliger Aafforderang nicht annehme, so müsse er hängen^). 
Das wirkte. 

Der Fährer ging den Gebirgskamm entlang his zwischen Xäc und 
alSurair, von da hinab nach alXaraca, und dann wieder hinauf bis zwischen 
alShiqq und alNaeät. Bevor die Muslime in Xaibar einzogen und Halt 
machten, sprachen öie dem Propheten ein Gebet nach: o Gott wir bitten 
dich um das Beste dieser Stadt und ihrer Bewohner u. s. w. Es war 
noch Nacht, vor Morgen schon pflegten die Juden in Waffen auszuziehen 
und üebungen zu machen, es waren 10000 Krieger. Ausserdem war 
Einana b. Abi IXuqaiq mit 14 anderen unter den Ghaeafan herumgereist, i46b 
nm sie zur Hülfe aufzubieten und ihnen dafür die halbe Dattelernte von 
jlaibar auf ein Jahr zu versprechen. Ein Fazarit, der in Medina Waare 
verkauft hatte, hatte den Juden die Nachricht gebracht, dass M. gegen 
sie rüste. — BH. 757. 

Die Juden rührten sich die Nacht über nicht und kein Hahn krähte. 
Als es Morgen ward, wollten sie mit Schaufeln, Hacken und Körben aus- 
ziehen, flohen aber alsbald entsetzt in ihre Burgen zurück mit dem Rufe : 
Muxammad valiamls!^) — den M. mit siegesgewissem Drohworte beant- 
wortete. Von der Stelle, wo er zuerst Halt gemacht hatte, verlegte er 
sein Lager an einen Felsen, wo sein durchgegangenes Kamel sich nieder- 
gelassen hatte, und gründete dort die Moschee, die noch heute da steht. 
Da ihm aber am anderen Morgen alXubab b. alMundhir vorstellte, der 
Platz liege zu nahe bei den Burgen, zu sehr im Bereich der Pfeilschützen 
von alNaeät, ausserdem zu niedrig und feucht und zu wenig offen*), er 
möge sich lieber hinter *die Xarra zurückziehen, so beauftragte M. den 
Muxammad b. Maslama einen anderweitigen und passenden Ort auszu- 
suchen. Den Tag über kämpfte er indessen gegen die Juden von der 
niedrig gelegenen Stelle aus, wo er war; erst am Abend siedelte er über 
nach alRagf . Die Muslime kämpften in verschiedenen Fähnlein (ra'jät), 
die Losung war: ja mancür amit. 

Durch alXubäb veranlasst gab M. Befehl, die Palmen abzuhauen, zog i47 a 
ihn aber auf Abubekr's Rat wieder zurück, nachdem der Anfang gemacht 
war ihn auszuführen. — Der Grossvater Muxammad's b. Jaxja sah noch 
die Stümpfe der abgehauenen Palmen in alNaeät. — üsama b. Zaid al- 

*) Wenn iamis ein jüdischer Ausdruck ist, so rechtfertigt sich um so eher 
die Yergleichung mit Exod. 13,18. 



268 laibar A. 7. 

Laithij von Ga'far b. Maxmud: es wurden 400 Bäume in alNaeät umge- 
hauen ; Muxammad b. Maslama betrachtete einmal den Stumpf eines Palm- 
baums ^) und sagte : ich war eben mit diesem Stumpf beschäftigt, als ich 
Bilal den Befehl ausrufen hörte, wodurch dem Umhauen Einhalt geschah. 

Gleich am ersten Tage des Kampfes gegen alNaeät ward Maxmüd b. 
Maslama tötlich verletzt. Da es sehr heiss war, setzte er sich in den 
Schatten einer dem Juden Nä'im gehörigen Burg, welche zuerst angegriffen 
wurde; er glaubte nämlich, es seien keine Leute darin, sondern nur Vor- 
räte. Da warf unversehens Marxab einen Mühlstein auf ihn herab, der 
ihm den Helm tief ins Gesicht quetschte. M. zog ihm die abgeschundene 
Haut wieder über die Stirn, dass sie war wie zuvor, und verband ihm 
die Wunde; am Abend verlegte er das Lager nach alEagi'. Von da aus 
zog er eine Woche lang jeden Morgen zum Angriff gegen alNaeät — und 
zwar griff er nicht mehr von unten sondern von oben her an — und 
kehrte Abends dorthin zurück, indem er mittlerweile Othman b. Affan zur 
Aufsicht zurückliess. Wer verwundet war, ward ins Lager transportiert; 
am ersten Tage des Kampfes wurden 50 Muslime von Pfeilen getroffen. 

Nach einer Version verlegte M. des Fiebers wegen sein Lager von 
der Stelle, wo es anfangs war, nach alRagf. Es war damals die Zeit 
der grünen Früchte; die davon genossen, wurden schlaff vom Fieber'). 
Der Prophet, dem sie es klagten, verordnete ihnen, zwischen den zwei 
Gebetsrufen Wasser aus einem Schlauch auf sich zu spritzen. Sie thaten 
es und waren wie von Banden befreite 

Ka'b b. Malik : am Ende einer Nacht kam ein Jude nach alRagi* und 
bat um sicheren Einlass, den wir ihm gewährten. Vor M. geführt, erbot 
er sich, gegen das Versprechen der Sicherheit für sich und seine Familie, 
ihm den Weg zu „der Blosse der Juden" zu zeigen. In Folge dessen 
ward alNaeät sofort angegriffen und auch erobert, es waren aber nur 
Frauen und Kinder dort. Als wir hinterher nach alShiqq gelangten, fan- 
den wir auch dort nur Frauen und Kinder, darunter die schöne Frau des 
Verräters, welche dieser wieder bekam. 
147 b In der sechsten Nacht des Lagers zu alRagi* ward ein Jude zu Omar, 

der die Wache hatte, gebracht, welcher vor M. geführt zu werden ver- 
langte'). M. betete gerade, als Omar mit dem Juden eintrat. Auf sein 

*) jj/rfu^x^ -wo ^yo, Dass Hos. 9,13 mit arab. caur nichts zu thun hat, 
versteht sich von selbst; der Sinn ist nach LXX und dem Parallelgliede : 
zu Jagdwild sind bestimmt seine Söhne. 

^j^\ ^«.^Ä/O^t^ H;^t. Vgl. fol. 150b. 

3) Omar will ihm natürlich den Kopf vor die Füsse legen — anders Ihut er 
es nicht. 



laibar A. 7. 269 

Befragen sägte derselbe aus, die Juden, ohne Ordnung und Zucht, wie 
sie seien, flüchteten sich in dieser Nacht einzeln von alNaeät nach alShiqq ; 
ihre Waffen und Vorräte hätten sie unter der Erde versteckt an einem 
Orte, den er morgen dem Propheten zeigen werde. So Gott will, sagte 
M. Der üeberläufer erbot sich femer, die Muslime im Gebrauch der Be- 
lagerungsmaschinen, die man in döm Versteck finden werde zu unter- 
weisen ^) ; • er bedang sich dafür Sicherheit für sich und seine Frau aus, 
welche letztere sich in der Burg alNizar befinde. Von M. befragt, warum 
die Juden ihre Familien von alNaeät nach alShiqq und alKatiba gebracht 
haben, antwortete er, es sei geschehen um alNaeät für die Kämpfer frei 
zu machen. Aufgefordert zum Islam überzutreten, bat er sich Bedenkzeit 
aus. Am folgenden Morgen ward alNaeät besetzt, der Verräter brachte 
die versteckten Waffen und Vorräte zum Vorschein. Die Wurfmaschine 
richtete er darauf gegen die Burg alNizar in alShiqq, aber ehe noch ein 
Stein damit geschleudert war, war die Burg schon erobert; sein Weib Nu- 
faila, welche dabei den Muslimen in die Hände fiel, bekam er zurück. 
Nachdem auch alVatlx und Sulalim gefallen waren, bekehrte er sich zum 
Islam, wanderte aber aus und Hess nichts wieder von sich hören. Sein 
Name war Simäli. 

Bei dem Angriff auf die Burg des Nä*im in alNaeät verbot M. sich 
ohne seine Erlaubnis in einen Kampf einzulassen; trotzdem aber fiel ein 
Ashga'it einen Juden an, erlag aber dem Schwerte Marxab's, der jenem 
zu Hülfe eilte. M. sprach ihm das Martyrium ab und Hess ausrufen, 
ein Ungehorsamer dürfe nicht ins Paradies. Dann erst gab er das Zeichen 
zur Eröffiiung des Kampfes. 

Jasär, der abessynische Sklav des Juden 'Amir, nahm für den Pro- 
pheten Partei, trieb ihm die Schafe seines Herrn zu, und trat zum Islam 
über. Die Schafe musste er aber auf M.'s Befehl aus dem Lager jagen, usa 
sie kamen allein zu ihrem Besitzer zurück, und dieser merkte, wo der 
Hirt geblieben war. 

Die Muslime kämpften unter drei Ra'jät, vordem hatten sie nur 
Livä. M.'s Livä war weiss, seine Ra'ja war schwarz und hiess aUüqäb, 
sie war aus einem Tuche der 'Äisha gemacht. Ali trug sie, hinter ihm 



„Diese Maschinen pflegten die Juden in ihren Kämpfen gegen einander 
zu gebraueben.*' j^Uai ^*-g-S jj^-J *^ fol. 154 a — in der Tbat! Die 
politische Uneinigkeit der Juden, trotz aller religiösen Uniformitat, steht 
im merkwürdigen Gegensatz zu der eben durch die Religion bewirkten 
politischen Geschlossenheit des muslimischen Gemeinwesens. 

^ Zwischen Ra'ja und Livä wird gewohnlich kein Unterschied gemacht. 
Vgl. fol. 201b, wonach das Livä weiss, die Räja rot, grün, schwarz ist. 



270 laiber A. 7. 

her zog der Abessynier Jasar und fiel im Kampf. Die beiden anderen 
Ra'ja wurden von alXubäb und Sa'd b. *übada getragen. 

Ein Mnrrit, Abu Shujaim, der sich in dem Hülfscorps der Ghaeafan 
befand, erzählt: als wir uns in Xaibar — aber nicht in einer Burg, son- 
dern draussen — gelagert hatten, suchte M. Tjaina zum Abzüge zu be- 
wegen, indem er ihm die Hälfte der diesjährigen Dattelemte von Xaibar 
versprach; aber jener wollte seine Verbündeten nicht verrinn. Wir 
blieben also da — da hörten wir plötzlich dreimal den Ruf: euer Inge- 
sind, euer Ingesind in Xaifa! sie sind in eurer Abwesenheit überfallen 1 

Es helsst, dass 4000 Ghaeafaniten unter Tjaina b. Xicn den Juden 
zu Hülfe kamen und in den Burgen von alNaeät aufgenommen wurden, 
drei Tage vor der Ankunft M.'s. In M.'s Auftrag begab sich Sa'd b^ 
'übada zu der Burg,- in der 'üjaina war, um ihn zu sprechen; aber 
Marxab gewährte ihm keinen Einlass, sondern Tjaina musste behufs der 
Unterredung draussen vor das Thor treten. Sa'd stellte ihm den Antrag, 
dass er abziehe gegen das Versprechen der vollen Dattelemte von iaibar; 
er ging aber nicht darauf ein. 

Denselben Abend Hess M. im Lager ausrufen, am anderen Morgen 
148 b solle der Angriff auf die Burg Na'ims beginnen, wo sich die Ghaeafaniten 
befanden. In der Nacht aber hörten diese dreimal den Ruf: zu Hülfe, 
zu Hülfe, euer Ingesind in Xaifa (ist zu schützen), nicht Land und Gut 
(in Xaibar zu erwerben) ! Da machten sie sich alle auf und eilten davon. 
Als Einana, der sich in alEatiba befand, am anderen Morgen die Ennde 
vernahm, war er verzweifelt; zu spät erkannte er, wie recht sein Bruder 
Saläm hatte, als er den Rat gab, sich nicht auf diese Araber zn trägen, 
sondern sie ganz aus dem Spiel zu lassen. Zu Hause wurden die Gha- 
eafaniten mit grosser Verwunderung empfangen, denn es war nicht das 
Geringste geschehen. So kehrten sie denn nach ein paar Tagen wieder 
nach Xaibar zurück, vergebens suchte alXarith b. Auf dem Tjaina vor- 
zustellen, dass jener Ruf vom Himmel, den sie gehört hätten, es ihnen 
zur Pflicht mache, zu Hause zu bleiben und nicht gegen M. zu kämpfen, 
zumal M. ihnen am Ende doch auch lieber sei als die Juden! 

Inzwischen belagerte M. die Burg Na'im's, oder vielmehr die Burgen, 
denn es waren mehrere ^). Die Juden schössen mit Pfeilen, die Muslime 
deckten sich mit den Schilden, geschart um den Prophetien, der sich 
in voller Rüstung auf seinem Pferde alOirf in ihrer Mitte befand. Sein 
Livä übergab er erst einem, dann einem anderen der Emigranten, sie 
richteten aber beide nichts aus, ebensowenig wie der Fahnenträger der 
Mediner. Eine jüdische Schar, die unter alXarith Abu Zainab einen Aus- 

^) xicn wird in der That öfter für einen Complex von xucün gebraucht. 



Xaibar A. 7. 271 

feil machte, ward zwar von den Medinern in die Burg zurückgeschlagen; 
darauf aber rückte üsair mit einer neuen Schar aus, trieb die Mediner 
vor sich her und drang bis in die Nähe des Propheten vor ; der Fahnen- 
träger der Mediner, Sa'd b. 'ühada, ward verwundet, desgleichen der 
Fahnenträger der Emigranten. M. liess den Juden durch einen Herold 
zurufen, er verlange weder Gut noch Blut von ihnen, sondern nur den 
üebertritt zum Islam; aber sie wollten nichts davon wissen. Darauf i49a 
sprach M.: morgen will ich die Ra'ja einem Manne geben, deu Gott liebt; 
morgen soll dein Bruder gerächt werden, Muxammad b. Maslama! Am 
anderen Morgen liess er Ali rufen; der war aber augenkrank und konnte 
Ebene und Berg nicht unterscheiden. Da spie M. ihm in die Augen, seitdem 
hatte er nie wieder daran zu leiden. Dann übergab er ihm das Livä, 
und der Kampf begann. An der Spitze der jüdischen Kämpfer rückte 
zuerst alXarith, der Bruder Marxab's, aus; die Muslime flohen vor ihm, 
aber Ali hielt stand und erlegte ihn. Darauf machte Marxab' einen Aus- 
faD, aber Ali warf ihn ins Thor zurück ') und drang selber nach , die 
Burg hatte jedoch zwei Thore. — BH. 761 f. 

Ihn Abi Sabra von Xalid b. Rabäx von einigen Alten der Banu 
Sälda: Abu Dugäna hat alXarith, den Vater der Zainab, getötet; er 
hatte damals einen rothen Kopfbund als Abzeichen; auch alXarith hatte 
ein Abzeichen auf seinem Helme, und ebenso Jäsir und Usair und 'Ämir. 

Ihn Abi Sabra von *Amr b. Abi *Amr: in der Zeit Sulaiman's b. 
^Ahdalmalik trafen wir in Jericho unter einem jüdischen Geschlechte 
einen Mann mit stolzem Gange, der fragte woher wir seien. Als er er- 
fahr, dass wir aus dem Hegäz seien, sagte er: o wie sehne ich mich 
nach dem Hegaz! ich bin der Sohn des Juden alXarith, des Ritters der 
JLaibariten, den Abu Dugana erschlagen hat; uns aber hat Omar nach 
Syrien ausgetrieben. Auf meine Frage, warum er nicht zum Islam über- 
trete, antwortete er, er scheue sich vor dem Vorwurf, dass sein Vater 
für das Judentum gefallen sei, und er selber es verlasse. 

Abu Rafi' erzählt, er habe sich bei Ali befunden und gesehen, wie 
dieser bei dem Angriff auf die Burg Marxab's eine Thür ergriff, sie 
als Schild gegen einen Juden benutzte der auf ihn einhieb, und schliess- 
lich die Burg eroberte. — Marxab forderte, wie es heisst, zum Zweikampf 
heraus ') ; es stellte sich ihm Muxammad b. Maslama entgegen, der Bruder 

UlJ\ ^ »^ Gauh. n 389,5 v. u. 

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272 Xaibar A. 7. 

des von ihm getöteten Maxmud *). Beim Fechten suchten sie beide Deckung 
149b hinter 'üshrasträuchen , die dort wuchsen, bis sie sie alle abgehauen 
hatten und nur die Stümpfe übrig waren. Am Ende hieb Mohammad 
seinem Gegner beide Füsse ab, und Hess ihn, trotz seiner Bitten so liegen, 
damit er die Bitterkeit des Eisens schmecke; erst Ali machte ihm hinterher 
den Garaus und zog ihm die Rüstung aus, welche M. jedoch dem Muxam- 
mad zusprach, in dessen Familie das Schwert noch später aufbewahrt 
wurde. Es trug eine Inschrift die keiner entziffern konnte, bis sie ein 
Jude von Taima las: hädhä saifu Marxab man jadhuqhu ja'eab^. — Drei 
andere unabhängig^ Zeugnisse bestätigen, dass Muxammad b. Maslama 
den Marxab erschlagen hat. — BH. 760 f. 

Darauf tötete Muxammad auch noch den Usair im Zweikampf. Nach 
diesem forderte Jäsir einen muslimischen Gegner heraus, Ali wollte sich 
ihm entgegenstellen, trat aber zu Gunsten alZubair's zurück. Seine 
Mutter Cafijja wehklagte über den sicheren Tod ihres SÖhnleins, aber 
dieser erlegte vielmehr den Juden, wie M. vorausgesagt hatte. M. er- 
klärte ihn für seinen Apostel (xavärij); mit Bezug auf die glückver- 
heissenden Namen Marxab's und Jäsir's, die doch so unglücklich endeten, 
scherzte er: qad taraxxabat Xaibar vatajassarat. Dann trat der lange 
Jude 'Amir zum Kampf hervor, den tötete Ali. Ausser diesen namhaften 
Helden der Juden wurden aber noch viele andere bei dem Angriff auf 
die Burgen Na'im's getötet. 

Maxmud b. Maslama kämpfte im Lager zu alRagi* noch drei Tage 
mit dem Tode. Die Zukunft seiner Töchter lag ihm schwer auf der Seele '), 
denn nach damaligem Rechte beerbte ihn sein Bruder Muxammad. Dieser 
aber beruhigte ihn und versprach, mit seinem eigenen Vermögen für die 
Waisen eintreten zu wollen, wenn er ihnen nichts hinterlasse; in Wahr- 
iso a heit war Maxmud der reichere. Am dritten Tage nach seiner Verwun- 
dung Hess ihm überdies der Prophet durch Gu'äl b. Suraqa sagen, dass 
eine Offenbarung über das Erbrecht der Töchter erschienen, und femer, 
dass Marxab gefallen sei. Bald darauf starb Maxmud, er ward in einer 
Höhle begraben, zusammen mit *Amir b. Sinan, der sich selbst verwundet 
hatte*). Muxammad b. Maslama bat den Propheten, ihm das Land bei 
150b dem Grabe seines Bruders anzuweisen; M. bewilHgte ihm einen „Pferde- 
lauf und wenn er wacker kämpfe, zwei „Pferdeläufe" *). 

^ interessant wegen des offenbar trochäischen Rhythmus. 

*) Vgl. fol. 150 b. 

*) qa^j» jt:a^ ii5J3 vi^JUxi qLs (j-^^ yia> v^. Vgl. Baladh. 35,4. 



±aibar A. 7. 273 

Die Burg alCa*b's b. Mü*^dh in alNaeät, die von 500 Mann ver- 
teidigt wurde, war reich mit Vorräten versehen; die Muslime aber 
litten Mangel, Der Aslamit Mu*attib erzählt: wir hatten schon als wir 
ankamen Not, und in den ersten zehn Tagen fiel uns keine Feste in 
die Hände, die etwas zu essen enthalten hätte. Da sandten wir Asmä 
b. Xaritha zu M., um ihm unsere Not zu klagen. Buraida b. alXucaib 
fand das zwar gegen allen arabischen Anstand, aber Bind b.* Xaritha 
war anderer Meinung und knüpfte die besten Hoffiiungen an die Sendung. 
Als Asmä seine Botschaft an M. ausgerichtet hatte, rief dieser laut Gott 
an, er möge den Aslamiten diejenige Burg zu erobern geben, welche am 
besten mit Vorräten ausgestattet sei. Unter der Führung von alXubah 
b. alMundhir, der die Fahne trug, eroberten wir darauf noch vor Sonnen- 
untergang die Burg alCa*b's. — Die Aslamitin ümm Mueä', welche mit 
dabei war, erzählt einige Einzelheiten über den Angriff: der Jude Josua, 
der zum Einzelkampf ausforderte, wurde von alXubab erlegt; ein anderer 
namens alZajjäl von dem Ghifariten *ümara b. *üqba. Weil 'ümara 
seinen tötlichen Hieb mit dem Ausruf: den nimm von dem ghifaritischen 
Jungen! begleitet hatte, meinten die Muslime er habe sein Verdienst 
dahin ; aber M. sagte, dergleichen Prahlerei schade nichts. — Abu IJasar : 
die Belagerung dauerte drei Tage, es gelang mir von einer Herde, welche 
in die Borg hineingetrieben wurde, zwei Schafe zu packen, die ich unter 
den Arm nahm und im Laufschritt zum Propheten brachte ; M. teilte das 
Fleisch aus, so dass alle beim Angriff auf die Burg Beteiligten etwas be- isob 
kamen; eine Anzahl war im Lager von alRagi' zurückgeblieben. Im 
hohen Alter klagte Abu IJasar, dass seine Genossen vor ihm hin stürben 
und nicht für ihn sorgten, so wie er einst für sie. — BH. 759. 762 f. 

Abu Ruhm alGhifarij: wir kamen nach Xaibar in der Zeit der halb- 
reifen Datteln (balax) ; es ist ein heisses Fieberland i). Als wir die Burg 
alCaT}'s belagerten, brachen einmal 20 bis 30 Esel aus. Wir fingen sie 
ab, schlachteten und kochten sie; denn wir litten starken Hunger. Als 
es aber M. sah, Hess er ausrufen: der Bote Gottes verbietet euch die 
zahmen Esel und die Mietehe (mut*a) und Alles was Eralle und Klaue 
hat. Da wurden die Kessel umgeschüttet. — BH. 758. 

Nach Ihn Abi Sabra von alFucail b. Mubasshir pflegte Gabir zu er- 
zählen, man habe bei der Belagerung der Burg alCa'b's mit Erlaubnis 
M.'s Pferdefleisch gegessen, aber kein MaultierÄeisch. 

Ihn Abi Sabra von *Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi Ca*ca*a von 
alXarith b. 'Abdallah b. Ka'b von ümm 'ümära: wir (BanuMazin b. al- 
Naggär) schlachteten zwei Pferde und assen davon, ehe die Burg alGa'b's 
erobert wurde. 

^) Vgl. fol. 146 b. 147 a. 

YäUdi, Mahammed. 18 



274 iaibar A. 7. 

Nach Thaur b. Jazid von Calix b. Jaxja b. alMiqdam soll islid b. 
alValid gesagt haben, M. habe damals Esel-, Pferde- und Manltierfleisch 
verboten. Aber !Kalid war gar nicht dabei, sondern bekehrte sich erst 
im Cafar des Jahres 8. 

Ibn alAkva* : beim Angriff auf die Burg alGal)'s flohen die Muslime, 
wir Aslamiten aber folgten dem Fahnenträger Sa*d b. 'Ubada und gingen 
vorwärts. 'Amir b. alAkva* bestand einen Zweikampf mit einem Juden und 
hieb ihm den Fuss ab, verletzte sich dabei aber mit seinem eigenen 
Schwerte und starb am Blutverluste. Usaid b. Xucair äusserte, nun sei 
sein Thun vergeblich gewesen; aber M. sagte, er bekomme im Gegenteil 
doppelten Lohn und schwärme im Paradies so lustig wie ein Fisch im 
Wasser '). — BH. 756. 

Xalid b. Aljäs von Ga'far b. Maxmud b. Muxammad von Muxammad 
b. Maslama: ich schützte, nebst anderen, M. mit dem Schilde^ er schoss 
einen Pfeil auf einen Juden und lächelte uns zu, als er getroffen hatte. 

Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah b. Abi Parva von 'Abdalraxman 
von s. Vater Gabir b. 'Abdallah: wir kämpften unter der Führung al- 
Xubab's b. alMundhir, unseres Fahnenträgers ; wir waren hungrig, in der 
Burg Ca'b's aber befanden sich Vorräte aller Art. Als am dritten Tage 
151 a der Angriff früh morgens erneuert wurde, machten die Juden einen Aus- 
fall. Zuerst Hessen sie einen wahren Pfeilregen auf uns los, gegen den 
wir M. mit unsem Schilden schirmten; sodann stürmten sie vor wie ein 
Mann und gelangten bis dicht zu M., der vom Pferde abgestiegen war. 
Die Muslime flohen, aber alXubab hielt stand mit unserer Fahne und 
schoss im Sattel auf die Feinde. Auf den Ruf des Propheten sammelten 
wir uns wieder zu der Fahne, alXubab drang mit uns Schritt für Schritt 
vor, bis die Juden endlich eilig in ihre Burg zurückliefen. Sie tauchten 
dann auf der Mauer wieder auf — auf der äusseren, dahinter war noch 
eine innere — und warfen Steine auf uns; worauf wir zurückgingen. 
Nicht lange währte es jedoch , da machten sie , mit dem Mute der Ver- 
zweiflung, einen neuen Ausfall. Wir zogen ihnen entgegen, und es ent- 
stand ein heftiger Kampf vor dem Thor der Burg, wobei drei der Unsrigen 
fielen, Abu Cajjäx, 'Adij b. Murra b. Suräqa, alXarith b. Xäeib. Wenn 
wir einen Juden töteten, so trugen ihn die Anderen immer in die Burg. 
Endlich machte unser Fahnenträger mit uns einen gemeinsamen Angriff; 
wir warfen die Juden ins Thor zurück, drängten ihnen nach und eroberten 
ihre Burg. Eine Anzahl von ihnen töteten und banden wir, die meisten 
aber Hessen wir entkommen; sie flohen in grösster Verwirrung über die 
Xarra nach der Burg QaPat alZubair. Wir stimmten indessen auf der 



iaibar A. 7. 275 

Mauer ein weithin schallendes Takbir an, wobei sich besonders die Aslam 
und Ghifar beteiligten. Es fanden sich die reichsten Vorräte in der Burg ; 
Bi. liess ausrufen, man solle sie an Ort und Stelle verbrauchen und nichts 
davon in die Heimat mitnehmen. Verschiedene grosse Fässer mit starkem 
Getränk wurden ausgeschüttet. Auch Geräte und Zeug fand sich vor. 

Abu Tha*laba alXushanij: die kupfernen und irdenen Gefässe der 
Juden durften wir zum Kochen gebrauchen, nachdem wir sie gewaschen 
hatten. Wir erbeuteten viele Schafe, Rinder und Esel, auch viele Waffen 
und Kriegsmaschinen; die Juden hatten sich sichtlich auf eine lange Be- 
lagerung eingerichtet. 

'Abdalxamid b. Ga*far von s. Vater: es wurde aus der Burg alCa'b's 
an Beute herausgebracht: 20 zusammengeschnürte Balle q (*ikm) groben 
jemenischen Zeuges, 1500 Mäntel (qaeifa), 10 Lasten Holz *), welches auf 
M.'s Befehl angesteckt wurde und mehrere Tage brannte, mehrere Fässer 
mit starkem Getränk, die zerbrochen, und Schläuche mit Wein, die aus- 
geschüttet wurden. Einer der Muslime, 'Abdallah alXammär, trank von isib 
dem Wein und ward derhalben beim Propheten angegeben. Der klappte 
ihn mit seinen Schuhen und die übrigen Anwesenden folgten seinem Bei- 
spiel. 'Abdallah konnte das Trinken gar nicht lassen, trotz aller Hiebe, 
so dass Omar in die Worte ausbrach: Gott verdamme ihn, wie oft muss 
er Hiebe haben! Doch M. verwies ihm diese Aeusserung, da der Trun- 
kenbold doch ein Mann sei, der Gott und seinen Boten lieb habe. Nach 
erlittener Strafe setzte sich 'Abdallah zu den Anderen, als sei nichts ge- 
schehen. 

Ibn Abi Sabra von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi Ca'ca'a von al- 
Xarith b. 'Abdallah b. Ka'b von Umm 'Umära: an den reichen Vorräten, 
die sich in der Burg alCa'b's fanden, hatten die Muslime, so lange sie in 
^ Xaibar blieben, einen Monat und länger, genug für sich und ihre Tiere. 
Sie wurden nicht gefünftet, ein jeder konnte sich nach Belieben davon 
nehmen. Die übrige Beute wurde verkauft und dann verteilt; die Käufer 
waren Muslime, Araber, und Juden von Katiba, welche kapituliert hatten. 
Den muslimischen Käufern wurde der Preis, den sie zu zahlen hatten, 
auf ihren Anteil von der Beute gerechnet. 

Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah: als 'üjaina die vielen Vorräte 
aus der Burg alCa'b's herausbringen sah, sprach er: ist denn niemand, 
der uns und unseren Tieren von dieser Fülle etwas abgibt? die früheren 
Besitzer waren so freigebig damit! Die Muslime aber schalten ihn und 
sagten, er solle sich mit Dhu-lRuqaiba begnügen, was ihm M. versprochen 
hatte. 

^) Das Wort ist unleserlich, ich denke w>JIXi>. 

18* 



276 laibar A. 1, 

Bei der Eroberung der Burg alCa'b's wunderten sich die Muslime 
über das schwarze Blut eines Juden, dem sie den Kopf abgeschlagen 
hatten. Da horten sie einen sagen: auf einem dieser Borte ist Knoblauch 
und gefülltes Brot *) ! Dadurch verriet er sich, ward aus seinem Versteck 
geführt und hingerichtet. 

Aus den eingenommenen Burgen flohen die Juden nach QaPat alZu- 
bair; nur einige wenige blieben zurück, welche von den muslimischen 
Wachen niedergehauen wurden, wenn sie zum Vorschein kamen. Qal'at 
alZubair lag auf einer Bergspitze und war ganz unzugänglich. Nachdem 
M. drei Tage davor gelegen hatte, kam ein Jude namens Ghazzäl zu ihm 
und verriet ihm, nachdem er sich Sicherheit für sein Gut und Blut be- 
dungen hatte, die Belagerten hätten unterirdische Gänge'), durch die sie 
zum Wasser gelangten, sie könnten sich nicht halten, wenn ihnen diese 
abgeschnitten würden. Er zeigte ihm dann die Gänge, und sie wurden 
abgeschnitten. Da mussten die Juden, von Dufst getrieben, die Burg 
verlassen; sie schlugen sich tapfer kämpfend durch; ihrer zehn wurden 
dabei getötet und auch mehrere Muslime. Mit QaFat alZubair fiel auch 
152a die letzte Burg von alNaeät in M.'s Hände. Er verlegte darauf das Lager 
von alRagi* wieder an die frühere Stelle, da er keinen üeberfall mehr zu 
besorgen hatte. Nunmehr wandte er sich gegen alShiqq. 

Musa b. 'ümar alXarithij von Abu 'üfair Mnxammad b. Sahl b. Abi 
Xathma: in alShiqq begann die Belagerung mit der Burg übaij's, und 
zwar mit dem Angriff auf die Bergfeste Sumrän. Zuerst wurden einige 
Zweikämpfe ausgefochten, in denen sich alXubab und Abu Dugana aus- 
zeichneten. Damach enthielten sich die Belagerten des Herausfordems, 
die Muslime aber erstürmten die Feste unter der Führung Abu Dugana's 
und fanden auch hier allerlei Vorräte. Die Juden sprangen die Mauer 
herunter wie die Gazellen, und flohen in eine andere Burg von alShiqq, 
namens alNizar. Hier erneuerte sich nun der Kampf, die Muslime rückten 
vor die Mauer, die Belagerten aber wehrten sie mit Steinen und Pfeilen 
ab, bis M. eine Hand voll Kies gegen die Burg warf: da wankte sie 
und sank in die Erde. Die Insassen wurden gefangen genommen, dar- 
unter Cafijja bint Xujaij und ihre Muhme. 

Nach der Einnahme von alNizar verliessen die Juden die übrigen 
Burgen von alShiqq und flohen nach alKatiba und alVaeIx und SuläUm. 
Muxammad b. Maslama sagte, als er alNizar wiedersah: das war die 
letzte Burg, um die gekämpft wurde; damit war der Kampf aus. 

^) tharid. Der Zusammenhang scheint an die Hand zu geben , dass dieser 
vorlaute Schwätzer erklären will, woher das Blut des vorhin erwähnten 
Juden so schwarz geworden sei. Vgl. fol. 154b. 

«) i^^ auch fol. 154 a. 



Xaibar A. 7. 277 

^Abdalraxman b. Maxammad b. Abi Bakr fragte Ga'far b. Maxmud, 
wie es zugebe, dass Gafijja in alNizar gefangen genommen sei, da doch 
Snlalim die Burg der Familie Abu IXuqaiq's gewesen, und dass von all 
den Burgen in alNaeat und alShiqq nur in alNizar Weiber und Kinder 
erbeutet worden seien. Jener antwortete : die Juden hatten alle ihre 
Weiber und Kinder nach alKatiba gebracht, aber Kinana b. Abi IXuqaiq 
hielt alNizar für sicherer und| brachte seine Frau dorthin, grade in der 
Nacht, an deren Morgen der Prophet gegen alShiqq rückte. 

In alKatiba befanden sich über 2000 Juden mit Weib und Kind; i52b 
bei der Kapitulation behielten sie ihre Familien und jedermann ein Kleid; 
alles übrige mussten sie herausgeben. Heimlich aber brachten sie viel 
Geld über die Seite, denn sie betheiligten sich hinterher lebhaft bei der 
Versteigerung der Beute *). 

Darauf wandte sich M. gegen alKatiba und alVaeix und Sulalim^), 
wohin sich alle Flüchtigen aus alNaeät und alShiqq begeben hatten; 
die Hauptfeste von alKatiba hiess alQamüc. Die Juden hielten sich in 
ihren Burgen eingeschlossen, ohne zum Kampf hervorzukommen. Schon 
dachte M. nach 14tägiger Belagerung daran das Geschütz aufzustellen, 
da baten sie um Frieden. — BH. 764. 

Ich denke, es waren 500 arabische Rosse in alKatiba? sagte Vakidi 
zu Ibrahim b. Ga'far. Er erwiderte : mein Vater erzählte mir von einem, 
der gesehen hatte, wie Kinana auf 300 Ellen mit drei Pfeilen nach ein- 
ander ins Schwarze traf; als aber die Besatzung von alQamuc vor das 
Thor rückte um M. mit Pfeilen zu empfangen, war er vor Angst nicht 
im Stande seinen Bogen zu spannen und gab Befehl das Schiessen zu 
lassen. Es Hess sich dann Keiner sehen, bis sie von der Belagerung 
und der Angst aufs Aeusserste getrieben wurden. Da schickte Kinana 
den Shumäi zu M. und Hess ihn um eine Unterredung bitten, welche 
jener gewährte. — Die auszuHefemden Bogen und Waffen, sagte Ibrahim, 
gehörten aUe der FamiHe Abu IXuqaiq's^ sie pflegten sie an die Araber 
zu verleihen, ebenso wie auch ihre Juwelen. Sie waren die schlimmsten 
unter den Juden von Jathrib. 

In der Unterhandlung ward bestimmt, dass die Juden ihr Leben, 
ihre Weiber und Kinder behalten, aber aU ihre Habe im Stich lassen 
und bloss mit einem Kleide auf dem Leibe aus Xaibar abziehen sollten; 
wer irgend etwas unterschlage, soUe vom Frieden ausgenommen sein. 

») f^^sJV iUU \jjuu\ cXäi Q3y^3 o-^*^^ o^J^"^^ oA^rJ 

clÄ^jt^ ^ I aajI ^yA ^ •^y^-^, U>^. Semper eidem. / öüt bedeutet 

teuer machen, den Preis in die Höhe treiben^ vgl. fol. 155a. 
^) SulaUm scheint jedoch zu alKatiba zu gehören. 



278 Xaibar A. 7. 

Von Waffen wurden ausgeliefert 100 Panzer, 400 Schwerter, 1000 Speere, 
500 arabische Bogen mit Köchern. Darauf erkundigte sich M. bei Ki- 
nana nach dem Verbleib des in eine Kamelhaut eingenähten Schatzes 
der Familie Abu IXuqaiq, der immer vom Aeltesten auf den Aeltesten 
vererbte und dessen Juwelen bei Hochzeiten bis nach Mekka verliehen 

153a zu werden pflegten. Die Antwort war, derselbe sei für die Küstungen 
und Werbungen verbraucht; Kinana und sein Bruder heschwuren das 
feierlich. Wenn er sich nun doch bei euch findet, sagte- M., so seid ihr 
vogelfrei und mir mit Gut und Blut verfallen. Die beiden erklärten 
sich einverstanden, und M. nahm darüber vier seiner Genossen und zehn 
Juden zu Zeugen. Einen der Juden, der ihn noch zu warnen versuchte, 
wies Kinana grob ab. Er hatte aber einen schwachsinnigen Neffen, 
Tha'laba b. Saläm b. Abi IXuqaiq; den fragte M. nach dem Schatze. 
Er sagte, er wisse nichts davon; wenn aber irgendwo, so werde der 
Schatz unter einer Ruine vergraben sein, bei der er Kinana alle Morgen 
habe herumgehen sehen. In Folge dessen ward alZubair mit Tha'laba 
an die bezeichnete Stelle geschickt, i^nd brachte richtig den Schatz zum 
Vorschein. Kinana hatte ihn dort nach der Eroberung von alNaeat nachts 
vergraben; nun ward er auf M.'s Befehl von alZubair gefoltert, um zu 
weiteren Geständnissen veranlasst zuwerden. Nachdem alZuhair ihm ein 
Zündholz in die Brust gebohrt hatte ^), überliess ihn M. dem Muxammad 
b. Maslama, damit er ihn zur Sühne für seinen Bruder töte. Der Bruder 
Kinana's wurde ebenfalls gefoltert und dann den Verwandten Bishr's b. 
alBarä zur Blutrache übergeben. Die Habe der beiden Brüder verfiel, 
ihre Familien wurden geknechtet. — BH. 763 f. 

Xalid h. Rabi*a b. Abi Hiläl von Hilal b. Usama von einem, der 
einen Einblick that in die Kamelhaut, als sie vor den Boten Gottes ge- 
bracht wurde : es waren darin alle Arten von Spangen und Gehängen und 
Ringen. Eine Perlenschnur davon gab M. an 'Äisha (oder an eine seiner 
Töchter), verbrachte aber daruip eine schlaflose Nacht und wollte das 
unbefugt verschenkte Gemeingut am anderen Morgen sich zurückgeben 
lassen. Da erfuhr er, dass 'Äisha die Perlen unter die Armen verteilt 
hatte, und lobte Gott. Eine Perle davon kaufte der Jude Abu IShaxm. 
Die Schnur gehörte, wie Cafijja erzählte, der Tochter Kinana's. 

Cafijja war nach ihrer Gefangennahme zusammen mit ihrer Muhme 
dem Bilal übergeben, der sie in M.'s Quartier bringen sollte. Er führte 
sie an den Leichen der erschlagenen Juden vorbei, und zwar mit Absicht. 
Bei dem Anblick schrie die Muhme laut auf; M. sagte, sie sei ein Satan, 

153b tadelte aber zugleich Bilal wegen seiner Gefühllosigkeit. Dixja alKalbij 

') n^J^ j ^>OJij vX3^ »i^L^, vgl. BH. 764,1. Falsch Muir IV 68, 



Xaibar A. 7. 279 

bat M. (der ihm, wie man sagt, ein Mädchen versprochen hatte) um Ca- 
fijja, erhielt aber nur die Muhme. — BH. 763. 

Ihn Abi Sabra von Abu Xarmala von seiner Schwester ümm 'Abd- 
allah von der Tochter des Mnzaniten Abu IQain, welche Cafijja gut kannte 
und sie folgendermassen erzählen hörte: nach unserer Vertreibung aus 
Medina Hessen wir uns in Xaibar nieder. Dort nahm mich Kinana zur 
Ehe und vollzog sie einige Tage vor der Ankunft M.'s und führte mich 
über auf seine Burg Sulalim. Mir träumte, der Mond käme von Medina 
her und lasse sich nieder in meinen Schoss; darüber gab mir Einana 
einen Schlag ins Gesicht, dass es noch grün war, als ich zu M. einging. 
Die Juden hatten ihre Familien nach alEatiba gebracht und alNaeät für 
die Krieger frei gemacht; als aber alNaeät erobert wurde und die Ghaeafan 
sich als unzuverlässig erwiesen, brachte Kinana mich nebst einigen an- 
deren Frauen in die Burg alNizar, weil sie am festesten war. Die Mus- 
lime jedoch eroberten alNizär vor alKatiba; ich ward gefangen und in 
M.'s Quartier gebracht. Am Abend rief er mich zu sich und trug mir 
den Islam an; ich trat über, ward zu seiner Frau bestimmt und erhielt 
als Morgengabe die Freiheit. Als wir nach Medina aufbrachen, li^s er 
mir einen Schleier geben und ich verhüllte mich; daraus nahmen die 
Muslime ab, dass ich seine Ehefrau und nicht seine Beischläferin sei. 
Um mir aufs Kamel zu helfen, hielt mir M. sein Bein hin, dass ich meinen 
Fuss darauf setzen sollte; ich aber setzte mein Knie (f. 161a) darauf und 
stieg so auf. Seine anderen Frauen behandelten mich hochmütig und 
nannten mich das Judenmädchen; darüber weinte ich einst, als er zu 
mir einging; er aber zürnte und sprach: sag nur, mein Vater ist Aharon 
und Mose mein Oheim. 

Abu Shujaim alMurrij, der mit *üjaina ausgezogen war: da wir die 
Unsrigen in Xaifä in voller Ruhe und Sicherheit fanden, kehrten wir 
wieder um nach Xaibar. Unterwegs, nicht weit von Xaibar, sah Ujaina 
im Traum, wie er uns sofort mitteilte, dass er Dhu-lRuqaiba , einen Berg 
von Xaibar, von M. geschenkt bekäme *). Als wir anlangten, war Xaibar 
schon erobert; Tjaina bat M. uin einen Anteil an der Beute, denn er 
habe das Verdienst, seine Bundesgenossen mit 4000 Mann im Stich ge- 
lassen zu haben. * M. Hess ihn zwar merken, dass er die wahre Voran- i54a 
lassung seines plotzHchen Abzuges recht gut kenne, gab ihm aber dann 
doch Dhu-lRuqaiba zum Besitz; und als er sich stellte, als wisse er nicht 
was Dhu-lRuqaiba sei, sagte er ihm, es sei der Berg, den er im Traume 
gesehen und angewiesen erhalten habe. Darauf begab sich 'Ujaina zu den 

uX^«;^^ »^ß OlXkP»! L\i ^t^ eXi, setzt er aufgeregt hinzu, als ob 
der Traum ihm zwingende Gewalt über M. verhebe. 



280 iaibar A. 7. 

Juden und schalt sie wegen ihrer Feigheit. Aber Tha'laba D. Salam b. 
Abi IXuqaiq, der für schwachsinnig galt, gab ihm seine Vorwürfe zorück 
und sagte, er selber trage die Hauptschuld am Untergange der Jaden. 
Tjaina suchte sich zu verantworten: M. habe ihnen listiger Weise den 
Glauben beigebracht, er überfalle in ihrer Abwesenheit ihre Familien; 
darum seien sie abgezogen, aber alsbald wiedergekommen in der Absicht 
ihren Bundesgenossen zu helfen. Aber Tha^ba spottete über diese edle 
Absicht, und auch ein Ghaeafanit gab dem 'üjaina bittere Wahrheiten zu 
hören. Mismutig kam er zu den Seinigen und kante an den Nägeln *). 
Heimgekehrt empfing er Besuch von alXarith b. Auf; der sagte : hab ichs 
dir nicht gesagt, dass du dich vergeblich abhetzest^)? hat mir doch der 
Jude Abu Rafi* Salam b. Abi IXuqaiq selber bezeugt, dass M. zur Herr- 
schaft über die ganze Erde bestimmt sei und dass die Feindschaft der 
Juden gegen ihn nur auf Neid und Eifersucht beruhe und zu ihrem Ver- 
derben ausschlagen werde. 

Als M. zur Ruhe gekommen war, brachte ihm Zainab bint alXarith 
eines Abends nach dem vorletzten Gebete ein geschlachtetes Schaf zum 
GescHenk, welches sie mit einem schnellwirkenden Gifte eingerieben hatte, 
besonders an Schulter und Bug, den Lieblingsstücken des Propheten. M. 
nahm das Schaf an und Hess es für sich und seine anwesenden Gefährten 
auftragen ^). Er nahm sich ein Stück vom Bug , verschluckte es aber 
nicht, da er das Gift spürte, und sagte zu den Gästen : esst nicht davon, 
154 b dieser Bug thut mir kund, dass das Schaf vergiftet ist. Bishr b. alBarä 
(nicht Mubashhir) hatte aber schon ein Stück genommen und es, obwohl 
auch er das Gift empfand, aus Rücksicht auf seinen Wirt hinunterge- 
schluckt. Er wurde alsbald kreidebleich und lag dann noch ein ganzes 
Jahr mit seinen Schmerzen, unbeweglich, bis er starb. Nach Anderen 
starb Bishr auf der Stelle, der Prophet aber lebte noch drei Jahre. Zainab, 
zur Rede gestellt, gestand ihre That ein. Du hast, sagte sie, meinen Vater 
und meinen Oheim und meinen Mann getötet und meinem Volke das 
Schwerste angethan; so dachte ich: ist er ein Prophet, so wird ihm das 
Schaf kund thun, was ich gethan habe, ist er aber ein König, so atmen 
wir auf durch seinen Tod. Sie wurde nach Einigen getötet und darnach 
aufgehenkt, nach Anderen erhielt sie Verzeihung. Es hatten noch drei 
andere Gäste ein Stück von dem Schafe genommen, es aber nicht zu Ende 

^) Das scheint der Sinn von ^^t^ d*^^. zu sein. Jedenfalls nicht: er 
faltete die Hände, legte sie in den Schoss. 

3) <^^ jjJ^ ^ ^j3. Es ist Activ. IV, vgl. fol. 167 a. 181a. 190 b. 192 a. 

205a. 209b. 217a, immer mit der Präpos. fi. 



Xaibar A. 7. 281 

gegessen ; auf M.'s Geheiss Hessen sie sich mitten auf dem Kopfe schröpfen. 
Ihn selber schröpfte Abu Bind mit Hörn und Messer unterhalb der linken 
Schulter. — BH. 764 f. 

Als M. in seiner letzten Krankheit (wie man sagt, Pleuritis) lag, be- 
suchte ihn ümm Bishr, befühlte ihn und sprach ihr Erstaunen über die 
Hitze des Fiebers aus. Er erwiderte, das Leiden stamme nicht von Gott, 
sondern sei ein Streich ^) des Satans. Von dem Gifte der Zainab sei ihm 
immer ein Fieber verblieben, bis es nun so weit gekommen. 

Vakidi erkundigte sich bei Ibrahim b. Ga'far nach den Verwandten 
der Zainab, die M. getötet habe, und bekam zur Antwort: ihr Vater war 
alXarith, ihr Oheim Jasar — derjenige, der von dem Borte herunterge- 
holt und hingerichtet wurde (fol. 151b) — , ihr Bruder Zabir, ihr Mann 
Abu IXakam Salam b. Mishkam. Der letztere lag krank in einer der 
Burgen von alNaeät, wollte sich aber doch nicht nach alKatiba zurück- 
ziehen, sondern lieber sterben. Er war der Kriegsoberst der Juden, aber 
Gott hinderte ihn durch die Krankheit 2). 

üeber die Beute setzte M. den Farva b. 'Amr alBajäcij. Sie wurde 
insgesamt auf einen Haufen gebracht, mit Ausnahme von Esswaren, Futter 
und Leder, wovon jeder seinen Bedarf nahm; die Waffen wurden zwar 
auf die Dauer des Kampfes ausgethan, mussten darnach aber zurückge- 
stellt werden. Das Ganze wurde dann in fünf Teile geteilt und zuerst iwa 
das Los Gottes davon abgenommen, die übrigen vier Fünftel gelangten 
zur Versteigerung. Die Menschen überboten sich im Kaufen, binnen zwei 
Tagen war Alles geräumt'), während Farva gedacht hatte, es würde eine 
ganze Zeit dauern, bis all die vielen Sachen losgeschlagen wären. — 
Den heiligen Fünften verwandte M., wie Gott wollte, er beschenkte davon 
seine Frauen, und seine Verwandten vom Geschlecht 'Abdalmueealib, und 
die Waisen und die Heischenden. Die Thorabücher wurden den Juden 
auf ihre Bitte zurückgegeben. 

Der Grundsatz, dass die Beute Gemeingut sei, wurde aufs strengste 
gehandhabt. Es ward ausgerufen, dass Alles bis auf Nadel und Faden 
ausgeliefert werden müsse*). Farva hatte bei der Versteigerung einen 
Kopfbund genommen um sich vor der Sonne zu schützen und vergessen 
ihn abzulegen als er in sein Quartier ging. Sobald er aber erinnert 

wurde, brachte er ihn wieder zurück und erzählte darauf die Sache dem 

« 

1) 'ij^ = Hja6> Gauh. — Fieber ■= otJo:, 

2) Zwei seine Kriegstüchtigkeit feiernde Verse des alRabi* b. Abi IXuqaiq 
werden citiert. 

5) ^jsu. Ein Mädchen ^JäJu Lp = bleibt sitzen, fol. 251b. 



282 Xaibar A. 7. 

Propheten. Der sagte : es war ein Eopfbund vom Hollenfeuer 0- — Man 
meldete M., Earkara (ein Schwarzer der ihm sein Tier zu halten pflegte) 
„sei Blutzeuge geworden". Er aber sprach: er brennt schon in der Hölle 
wegen eines Kleides, das er unterschlagen hat — Nachdem die Beute 
verkauft und verteilt war , kamen einige Männer , unter ihnen Zaid b. 
Xalid alGuhanij, noch mit ein paar Steinen oder Muscheln (iaraz), keine 
zwei Dirham wert, zum Vorschein, die sie abzugeben vergessen hatten. 
Sie mussten einzeln schwören, dass sie es wirklich nur vergessen hätten, 
wurden darauf gebunden auf eine Leichenbahre gelegt, und der Prophet 
verrichtete über ihnen das Totengebet. — Indessen Hess M. demjenigen, 
bei dem sich unterschlagenes Gut befand, nicht sein ganzes Gepäck ver- 
brennen ; er schalt und strafte ihn nur mit Worten. — Ein Mann, der in 
einer Ruine 200 Dirham gefunden hatte, musste davon den Fünften geben, 
behielt aber das üebrige. 

Facäla b. Tbaid verkaufte eine goldene Kette, die ihm zugefallen 
war, um acht Dinare; M. aber gebot das ungemünzte Gold (tibr) gegen 
gemünztes (dhahab) nach dem Gewicht, und nicht nach ungefährer 
Schätzung zu verkaufen. Die beiden Sa'd mussten in Folge dessen einen 
Handel (von tibr gegen dhahab) rückgängig machen. 
155b Damals hielt M. folgende Rede: wer an Gott und an den jüngsten 

Tag glaubt, der begiesst nicht fremde Saat mit seinem Wasser, und ver- 
kauft nichts von der Beute, ehe sie verteilt ist, und reitet kein Tier und 
trägt kein Kleid von der Beute, um es abgebraucht zurückzugeben, und 
liegt bei keiner gefangenen Frau, bis sie die Reinigung gehabt hat oder 
niedergekommen ist. — Da er an einer schwangeren Gefangenen vorbei 
kam und hörte- sie sei von ihrem Herrn beschlafen, sagte er: wie! mit 
einem Kinde im Schoss, das nicht sein Kind ist? und das, wenn er es 
sich wieder Fug aneignet, ihm Hören und Sehen vergehen macht! ich 
habe daran gedacht, einen Fluch über ihn auszusprechen, der ihn bis 
ins Grab verfolge. — BH. 759. 

Nach der Eroberung von Xaibar kamen die Leute der beiden Schiffe 
(BH. 781) aus Habesch an; M. umarmte und küsste Ga'far, indem er 
sprach : ich weiss nicht, ob ich mich mehr über die Eroberung von Xaibar 
oder über die Rückkunft Ga'far's freue. — BH. 781. 

Es kamen auch die Dausiten (darunter Abu Huraira und alOufail b. 
*Amr) und eine Anzahl Ash'ariten; auf M.'s Ersuchen bewilligten ihnen 
die Muslime Anteil an der Beute. „Aber du kriegst nichts ab,** sagte 
Abän b. Sa'id b. al'Ac zu Abu Huraira, worauf dieser sich an M. wandte 

^) Folgen noch ein paar gleichgiltige und anonyme andere Beispiele der 
Strenge. Vgl. Josua 7. Num. 31. 1. Sam. 30,22— 25, 



iaibar A. 7. 283 

mit den Worten: o Bote Gottes, er ist der, der den Ibn Qauqal getötet 
hat ! Aban erwiderte : der Vorwitzige *) will uns den Tod eines Mannes 
ankündigen, dem Gott durch meine Hand zu Ehren verhelfen hat, nicht 
mir durch seine Hand zu Schanden! 

Dem Propheten gebührte der Fünfte immer, mochte er am Feldzuge 
teilnehmen oder nicht. Sonst bekamen nur die anwesenden Krieger Teil 
an der Beute; jedoch bei Badr ausserdem noch acht andere, und bei 
Xaibar alle die, welche mü bei alXudaibija waren (Sur. 48,20). Von 
letzteren zogen nicht alle mit nach Xaibar, z. B. nicht Gabir b. 'Abdallah; 
zwei von ihnen waren gestorben. Doch bekamen auch solche Anteil an 
der Beute von iaibar, die nicht mit bei alXudaibija gewesen waren, 
u. s. w. So nach Ibn Abi Sabra von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. 'Abdal- 
raxman b. Abi Ca'ca'a. Andere behaupten freilich, nur die Genossen von 
alXudaibija hätten mitlosen und auch nur sie mitkämpfen dürfen; 
aber das ist unrichtig. 

Ibn Abi Sabra von Queair alXarithij von Xizam b. Sa'd b. Muxaj- 
jica : auch zehn Juden von Medina im Heere M.'s bekamen Anteil. Nach 
anderen losten sie nicht mit, sondern wurden nur beschenkt. Ein paar 
Knechte, die auch mitkämpften, darunter 'ümair, der Freigelassene des 
Abu ILaxm, bekamen Geschenke. 

Zwanzig Frauen machten den Feldzug mit, von denen sechzehn mit 
Namen aufgeführt werden, darunter Umm Salama, aber nicht 'Äisha. i56a 
Die Frau !Acim's b. *Adij gebar ihm in Xaibar eine Tochter, welche 
Sahla genannt wurde. 

Ibn Abi Sabra von Sulaiman b. Suxaim von Umm *Alij bint Abi 
IXakam von der Ghifaritin ümajja^) bint Qais b. Ibn alCalt: ich zog 
mit anderen Frauen der Banu Ghifar mit zu Felde, um die Verwundeten 
zu pflegen und sonst Hülfe zu leisten'). M. nahm mich hinter sich auf 
sein Kamel; als wir morgens hielten und abstiegen, sah ich Blut auf 
meinem Sattel — es war meine erste Reinigung, denn ich war noch ganz 
jung. Ich drückte mich voller Scham an das Kamel ; als der Prophet es 
gewahrte", gebot er mir, mich einzurichten und den Sattel mit Wasser 
und Salz abzuwaschen. Nach der Eroberung von Xaibar schenkte er 
uns Kleinigkeiten von der Beute; mir hängte er diese Kette hier an 
meinem Halse selber um. — Sie nahm immer Salz zu ihrer Reinigung 
und bestimmte, dass auch ihre Leiche mit Wasser und Salz gewaschen 
werden sollte. Mit dem Halsbande Hess sie sich begraben. — BH. 768. 

') Umajja ist sonst Mannsname. Vgl. BH. 768,2, 
^) z. B. Schläuche zu nähen f. 156a^ 



284 Xaibar A. 7. 

'Abdalsaläm b. Musa b. Gubair von s. Vater von s. Grossvater von 
'Abdallah b. ünais: mein schwangeres Weib, welches mich begleitete, 
hatte unterwegs eine Blutung. Der Prophet verordnete ihr in "Wasser 
zergangene Datteln; da spürte sie keine schädlichen Folgen. Nach der 
Eroberung von Xaibar gab er ihr und dem inzwischen geborenen Kinde *) 
Geschenke. Lose bekamen die Weiber nicht, nur Geschenke — doch 
wird auch das Gegenteil behauptet (fol. 156 b). 

Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah .von 'ümai> b. alXakam von 
Umm al'Alä alAncärijja: ich war mit anderen Weibern der Emigranten 
und Mediner und der Araber mit nach Xaibar gezogen; M. verteilte 
Steine oder Muscheln unter uns, ich bekam drei. Einen goldenen Ohr- 
ring (ri'äth), der zum Fünften gehörte, brachte M. der Tochter As'ad's b. 
Zurära mit. 

'Abdallah b. Abi Jaxja von Thubaita bint Xanehala alAslamijja von 
ihrer Mutter ümm Sinän : ich bat den Propheten mich mitzunehmen und 
er gesellte mich zu seiner Frau ümm Salama. Sieben Tage lagerten wir 
in alRagi', bis alNaeät eingenommen war; darauf ward das Lager an die 
Stelle zurückverlegt, wo es zuerst gewesen war. Nach der Eroberung 
von Xaibar bescherte uns M. kleine Geschenke; mir gab er ausserdem 
einen fadakischen Mantel und eine jemenische Burda und einen Schleier 
und einen kupfernen Kessel; ich hatte mehrere Verwundete mit einem 
Mittel meiner Familie geheilt. Auf dem Heimwege ritt ich neben Umm 
Salama auf einem Kamel M.'s; als wir dicht vor Medina waren, sagte 
156 b sie, M. schenke mir das Tier. Ich verkaufte es um sieben Dinare und 
pries Gott. 

Jii'qub b. Muxammad von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi Ca'ca'a 
von alXarith b. 'Abdallah b. Ka'b: ich fragte ümm 'ümara, woher sie 
die rothe Schnur am Hälse habe. Sie sagte, dieselbe stamme aus einem 
in der Burg alCa'b's aufgegrabenen Schatze von dergleichen Sachen, den 
M. unter die anwesenden Frauen verteilt habe; es seien ihrer zwanzig 
gezählt worden. Sie habe ausserdem noch eine Decke und eine Burda 
und einige Dinare bekommen ; ähnlich auch die anderen. Auf die Frage, 
wie viel denn der Anteil der Krieger betragen habe, antwortete sie, ihr 
Mann Ghazijja b. 'Amr habe für IIV« Dinar Sachen gekauft^), das sei 
wohl der Anteil eines Reiters gewesen. Ausserdem habe er drei Land- 
anteile in alShiqq bekommen und dieselben zur Zeit Othman's um 30 Di- 
nare verkauft. 

*) Ob Sohn oder Tochter wusste 'Abdalsalam nicht. 

^) Sie setzt hinzu: fakam jueälabu bishaiin — man weiss nicht, ob vorher 
oder nachher. 



laibar A. 7. . 285 

M. hatte drei Pferde, auch alZubair hatte mehrere, andere zwei, 
z.B. alBarä, der Milchvater Ibrahim's, des Sohnes des Propheten. Wer 
zwei oder mehr Pferde hatte, soll fünf Lose erhalten haben; aber das 
Richtige ist, dass jeder Reiter drei Lose bekam, mochte er ein Pferd 
oder mehrere haben. Wie es heisst ward nur arabisches Vollblut berück- 
sichtigt, kein Halbblut ») ; andere behaupten jedoch, dass es zur Zeit M.'s 
noch gar keine Mischrace gegeben habe, sondern erst seit der Eroberung 
Iraqs und Syriens. 

Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah b. Abi Parva von Xizäm b. 
Sa'd b. Muxajjica: Suvaid b. Nu'män bekam den Anteil eines Reiters, 
obwohl sein Pferd gleich in der Nacht der Ankunft von Xaibar verun- 
glückt und er selber dadurch kampfunßlhig geworden war. 

Die Zahl der Pferde war 200 (nicht 300), der Männer 1400, Zaid 
b. Thabit besorgte die Zählung. Damach mussten 1800 Lose gemacht 
werden. Das Land in alShiqq und alNaeät wurde in 18 Teile geteilt, isia 
und jeder Teil, im Betrage von 100 Losen, einem Vorsteher übergeben, 
welcher den Ertrag alljährlich an die Berechtigten verteilte *). Die 
18 Teile waren benannt nach 1) 'Acim b. 'Adij 2) Ali 3) Ihn 'Auf 
4) Oalxa 5) Bann Sa'ida 6) B. alNaggar*7) B. Xaritha 8) B. Aslam und 
Ghifar ') 9. 10) B. Salama , deren Vorsteher Mu'adh b. Gabal war 
11) TFbaida *) 12) . . . . ») 13) B. Aus 14) alZubair 15) Usaid b; Xucair 
16) Balxarith, deren Vorsteher Ibn Raväxa war 17) B. Bajäca, deren 
Vorsteher Farva war 18) Na'im*). Wer wollte, verkaufte sein Teillos; 
M. kaufte einem Ghifariten das seinige ab, nicht ohne ihn aufmerksam 
gemacht zu haben, dass es mehr wert sei. Auch Omar kaufte Lose auf, 
so dass ihm schliesslich der Teil der Ans, welcher alLafif hiess, allein 
gehörte. Ebenso erstand Muxammad b. Maslama Lose von den Aslamiten. 

M. überliess den Juden auf ihre Bitte „so lange Gott wolle" die Be- 
stallung der Gärten von Xaibar, gegen die Abgabe der Hälfte des Ertrages 
von Palmen, Saat und Gemüse^). Dabei blieb es bis zur Regierung 

') o^^^' Lf*^b JtT*^' r«^'- 

O w 

*) Das Land war also ^c*^^ ^^^ wurde nicht parcelliert (o^i); vgl. 

fol. 163 a. b. 
») „Die Ghifar hatten 30, die Aslam 70 Lose." 
^) Ein Jude, derselbe, welcher fol. 163b 'Ubaid alSiham heisst und von 

BH. 774 als !^azragit bezeichnet wird. 
*) Hier sind nach fol. 163 b die Banu 'übaid ausgefallen. 
^) Dies ist der Name des früheren Besitzers, des Juden Na'im, nach dem 

auch die häufig vorkommende Burg Na^im's benannt ist. 

= hLäLmwq oder XJULjuq. 



286 * laibar A. 7. 

Omar's. Die Abschätzung und Einziehung der Hälfte des Ertrags besorgte 
anfangs Ibn Raväxa; nach seinem Tode Abu IHaitham b. alTajjihan; oder 
Gabbär b. Cair; oder Farva b. *Amr. Ibn Raväxa teilte die Palmen bei 
der Ernte in zwei Hälften und Hess dann die Juden wählen, welche von 
beiden sie für sich haben wollten. Vergeblich versuchten sie ihn durch 
Bestechung zu ungleichmässiger Teilung zu bewegen. — BH. 777. 

Später beklagten sich die Juden bei M., dass die Muslime wider- 
rechtlich in ihre Gärten eindrängen. In Folge dessen liess er die ganze 
Gemeinde durch Xalid b. alValid zusammenrufen und hielt ihr eine Predigt, 
157 b dass den Pächtern die Früchte bezahlt werden müssten. In Wahrheit 
hatten das jedoch die Muslime auch gethan, selbst wenn die Juden sich 
erboten die Früchte zu schenken. 

Bei alKatiba ist es strittig, ob es der Prophet vorweg bekam, oder 
ob es der Fünfte vom Lande war. Ersteres überlieferen 'Abdallah b. 
Nux von Ibn Ghufair und Musa b. *Amr b. 'Abdallah b. Rafi* von Bushair 
b. Jasär, ifnd Ibrahim b. Ga'far von s. Vater. Letzteres Qudama b. Musa 
von Abu Bakr b. Muxammad b. 'Amr b. Xizam. Dem Abu Bakr erzählte 
auf seine Frage die 'Amra bint 'Abdalraxman : nachdem M. die Capitu- 
lation mit den Banu Abi IXuqaiq* geschlossen hatte, machte er aus alNaeät 
und alShiqq und alKatiba fünf Teile, alKatiba war ein Fünfteil. Dann 
nahm er fünf Stücke Viehmist, bezeichnete eins davon als Los Gottes, 
während er die übrigen unbezeichnet liess, und betete, dass das Los 
Gottes auf alKatiba treffen möge. So geschah es denn auch; die übrigen 
vier Fünftel des Landes wurden in 18 Teile geteilt, welche Gemeingut 
(faucä) der Muslime wurden. Diesen Bescheid der *Amra teilte Abu Bakr 
dem Chalifen Omar b. 'AbdaPaziz mit, welcher sich bei ihm nach der 
Sache erkundigt hatte. Mit Abu Ba;kr stimmen überein Ibn Abi Sabra 
von Abu Malik von Xizam b. Sa'd b. Muxajjica, und 'Abdallah b. 'Auf 
von Abu Malik alXimjarij von Sa'id b. alMusajjib, und Muxammad von 
alZuhrij. Dieser Meinung schliesst sich auch Vakidi an; jedenfalls habe 
M. von alNaeät und alShiqq nichts bekommen und allein vom Ertrage 
von alKatiba seine Unterstützungen an Verwandte und Andere bestritten. 
Der Ertrag ward geschätzt auf 8000 Vasq Datteln, 3000 Scheffel (cä') 
Gerste und etwa 1000 Scheffel Navä *) : von allem bekam M. die Hälfte. 

Aufzählung der Lose von alKatiba : 1) der Fünfte des Propheten ') 
2) Sulalim 3. 4) alGäsimän 5. 6) zwei Lose der Weiber 7. 8) zwei Lose 

') Das sind sonst Dattelsteine, aber die können doch nicht neben den Datteln 

noch einmal aufgeführt werden; vgl. fol. 158a oben. 
*) was vorher alKatiba schlechthin heisst. Der Name wird in engerem und 

weiterem Sinne gebraucht. 



laibar A. 7. 287 

des Juden Miqsam 9. 10) zwei Lose des *Avän 11) ein Los des Ghirrlth 
12) ein Los des Nu*aim — zusammen zwölf. 

Anweisungen M.'s auf alEatiba. Jede seiner Frauen erhielt 80 Vasq 
Datteln und 20 Vasq Gerste. Al'Abbas 200 Vasq; Ali und Faeima 100 
und 200, davon 25 Gerste; üsäma b. Zaid 150, davon 40 Gerste und i58a 
50 Dattelkerne; Umm Rumaitha bint *ümar b. Hashim b. alMueealib 
5 Vasq Gerste; alMiqdad b. *Amr 15 Vasq Gerste, welche Mu'avija um 
100000 Dirham ablöste; Abubekr 100 Vasq^; *AqTl b. Abi Oalib 140; 
die Söhne Ga'far's 50; Rabi'a b. alXarith b. *Abdalmueealib 100; Abu 
Suflan b. alXarith 100; alCalt b. Mairama.b. alMueealib 2) 30; sein Bruder 
Abu Nabiqa 50; sein Bruder alQasim 50; sein Bruder Qais 50; Rukana 
b. *AbdjazId 50; Miseax b. üthätha b. 'Abbäd und seine Schwester Hind 30; 
Cafijja bint *Abdalmueealib 40; Buxaina bint alAratth b. alMueealib (sie) 
30; Canä*a bint alZubair b. 'Abdalmueealib 40; ihre Schwestern Umm Xa- 
kam 30; alXucain und Xadiga und Hind b. Tbaida b. alXarith 100; 
Umm Häni bint Abi Galih 40; ihre Schwester Gumäna und Umm Oalib 
je 30; Abu Arqam 50; 'Abdalraxman b. Abi Bakr 40; Abu Bacra 40; 
Ibn Abi Xunais 30; 'Abdallah b. Vahb und seine beiden Söhne 50 und 40: 
Numaila alEalbij von den Banu Laith 50; Umm Xabiba bint Gaxsh 30: 
Malkän») b. 'Abda 30; Muxajjica b. Massud 30. — BH. 775 f. . 

Li seinem letzten Willen wies M. den Ruhäviten, den Dariten und 
den Ash'ariten je 100 Vasq aus dem Fünften von Xaibar an *). Weiter 
verfugte er (nach alZuhrij von 'Ubaidallah) nichts, als dass der Zug gegen 
die Griechen ausgeführt werden und dass in Arabien keine zwei Religionen 
neben einander bestehen bleiben sollten. — BH. 777. 

Den Fünften der Beute von Xaibar verteilte M. auf GabriePs Weisung 
an die Hashim, an die alMueealib, und an die 'Abdjaghüth. Ma'mar von 
alZuhrij von Sa*id b. alMusajjib von Gubair b. Mue*im : bei der Verteilung 
des Verwandtenloses gingen Othman b. *Affan und ich zu M., um ihm issb 
vorzustellen, dass wir ebenso nahe mit ihm verwandt seien wie die al- 
Mueealib und also ebenfalls bedacht zu werden verdienten. Er aber sagte, 
die alMueealib haben sich mit den Hashim im Quartier Abu Oalib's ein- 



^) Die (ganz kurze) Urkunde wird angeführt. 

^ so und nicht 'Abdalm. heisst der Vater Maxrama's dreimal. 

^) Bei BH. 776,6 heisst dieser Mann Malkü — eine Namensform, die sonst 

im classischen Arabisch nicht erhalten ist. Der Wechsel von Malkü und 

Malkän ist wie ^^pi und pn^« 

*) Vgl. fol. 163b. Die Ruhäviten sind eine Kabüe von Madhxig, Jaq. H 877,2. 
Sprenger IH CXXXVH. Die Dariten kamen aus Dairan in alShäm zu M., 
zehn Mann, deren Namen Vakidi aufführt (BH. 777). 



288 Xaibar A. 7. 

schliessen lassen und seien völlig eins mit denselben ; dabei verschränkte 
er seine beiden Hände 'in einander. 

Auf Antrieb ihrer Väter gingen einmal alFacl b. aPAbbas und 'Abd- 
almueealib b. Rabi^a b. alXarith zu M., um ihn zu bitten, dass er ihnen 
die Verwaltung der s. g. Armensteuer (cadaqät) übertrage. Sie warteten 
auf ihn beim Mittagsgebet vor der Thür der Hütte Zainab's und trugen 
ihm ihr Anliegen vor. Er schlug es ihnen ab, die Armensteuer sei keine 
Pfründe für seine Familie. Statt dessen aber warb er für alFaöl die 
Tochter Maxmija's alZubaidij und für ^Abdalmueealib die Tochter Abu 
SuQan's b. alXarith, und beauftragte den Maxmija, das Brautgeld für beide 
Jünglinge aus dem Fünften zu bezahlen. 

n)n *Abbäs : Omar wollte uns zum Verzicht auf unsere regelmassigen 
Einkünfte von Xaibar bewegen, aber es kam zu keinem Einvemehmep. 

Muc'ab b. Thabit von Jazid b. Ruman von Trva: Abubekr und Omar 
und Ali verwandten diese beiden Lose >) zum Besten der Armen und 
Waisen, nach anderen für den heiligen Krieg, -r Die Proviantanweisungen 
wurden bis zum Chalifat Mu'avija's nach dem Scheffel (cä*) des Propheten 
gemessen; Jaxja b. alXakam aber vergrösserte den Scheffel um ein Sechstel 
Mass (mudd), und Aban b. *üthmän vergrösserte ihn nochmals. — Der 
Prophet 4ind Abubekr zahlten die Pensionen auch an die Erben fort. 
Aber Omar zog sie bei Todesfällen ein'); nur den Frauen M. 's gestattete 
159 Ä er testamentarisch darüber zu verfügen oder auch sie zu verkaufen. — 
Unter Othman bekam Usama die Pension seines Vaters zurück, aber nicht 
alZubair die seiner Mutter. — Shu'aib b. Oalxa b. 'Abdallah b. *Abdal- 
raxman b. Abi Bakr: nach Abubekr's Tode ward seine Pension im Be- 
trage von 100 Vasq an seine Kinder und seine Witwen fortgezahlt bis 
auf die Zeit 'Abdalmalik's oder etwas später. 

Vakidi erkundigte sich bei Ibrahim b. Ga*far nach der Sache; der 
versicherte ihm, dass die Pensionen in der Zeit Abubekr's, Omar's und 
Othman's auf die Erben übergingen und auch verkauft werden durften ; 
er wisse das ganz genau von seinem Vater und anderen Verwandten. 
Als jedoch Vakidi diese Angabe dem 'Abdalraxman b. 'AbdaPazIz vor- 
trug, sagte ihm dieser : Omar zog beim Tode des Pensionars die Pension 
ein, und machte von dieser Regel auch bei den Frauen des Propheten 
keine Ausnahme, z. B. als Zainab bint Gaxsh a. 20 starb. So hielt es 

Damit muss der Landfünfte von Xaibar gemeint sein; nach Abzug der 
Pensionen. 

') »Äs^ JJsj ^.wh»!! oLq tv3t. Darüber kam es zu harten Reden, Omar 
war zu weitgehendem Ersatz bereit, aber die Erben verlangten hartnäckig 
ihr volles Recht. 



Xaibar A. 7. 289 

Omar, bis er starb und Othman folgte. Dem Zaid b. Xaritha hatte M. 
eine Pension gegeben, aber keine Urkunde darüber; nach dessen Tode 
hatte er sie dem Usama gelassen. Auf Vakidi's Bemerkung, dass nach 
Anderen Usama bei Omar und Othman vergeblich um Fortzahlung der 
Pension seines Vaters angetragen habe, erwiderte *Abdalraxman, die 
Sache verhalte sich so, wie er gesagt habe. 

Verzeichnis der bei Xaibar gefallenen Muslime. Von den Eidgenossen 
der Umajja: Rabi*a b. Aktham, Thaqif b. 'Amr b. Sumaie, und Rifa'a b. 
Masrux ; Thaqif ward von Usair, die anderen beiden von alXarith getötet. 
Von Asad b. 'AbdaFuzza: ihr Schwestersohn und Eidgenosse 'Abdallah 
b. Abi Umajja b. Vahb, der bei alNaeät fiel. Von 'Abdalashhal : Maxmud 
b. Maslama. Von 'Amr b. 'Auf: Abu Cajjäx b. alNu*man und alXarith 
b. Xaeib, zwei Badrkämpfer, femer *Adij b. Murra b. Suräqa, Aus b. 
Xablb und ünaif b. Väil, welche letzteren vor der Burg Na'im's fielen. 
Von Zuraiq: Mas'ud b. Sa*d, den Marxab tötete. Von Salama: Bishr b. i59b 
al Barä b. Maghrür, Fucail b. alNu'man alAslamij, und *Amir b. alAkva*. 
Von Ghifar: 'Umara b. *Uqba b. 'Abbäd b. Mulail. Femer der schwarze 
Sklav Jasär und ein Mann von Ashga'. Im Ganzen 10 (vielmehr 17) 
Mann. — BH. 768 f. 

Dem Gabala b. Gavväl gab M. alle kleinen Hausthiere (dägin) in 
l^aibar, oder vielmehr nur die in alNaeät ^). — BH. 767. 

'Abdalraxman b. 'AbdaFazlz von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm: 
'Abbas b. Mirdä» alSulamij brachte die Nachricht nach Mekka, dass M. 
gegen iaibar gezogen sei, und bot eine Wette an, dass er nicht gut da- 
von kommen werde. Xuvaieib b. 'AbdaPuzza wettete dagegen; einige 
Andern hielten mit ihm, während Cafvän b. Umajja und Naufal b. Mu'avija 
mit 'Abbas hielten; der Einsatz betrug 100 Kamele. In dem lauten Hin- 
und Herreden äusserte Abu Sufjan, er fürchte wahrhaftig, dass 'Abbas 
verliere; darüber ward Cafvan sehr böse. Aber Abu Sufjan war gut 
unterrichtet und behielt Recht. 

Die Mekkaner wetteten untereinander, die einen sagten, Asad und 
Ghaeafan (= aIXalifan) und die Juden würden gewinnen, die anderen 
behaupteten das Gegenteil). 

Als alXaggag b. 'Iläe alSulamij (alBahzij) auf einem seiner Raub- 
züge hörte, dass M. in Xaibar sei, kam er zu ihm und trat zum Islam 
über. Er bat ihm aber um Erlaubnis, einstweilen seinen Glauben ver- 
leugnen zu dürfen, bis er seine Gelder eingezogen habe. Er hatte näm- 

Folgt ein Titel: die über Xaibar gedichteten Lieder. Es werden aber nur 
ein paar ganz imbedeutende Improvisirungen Nagija's b. Gundab ange- 
führt, welche Vakidi von einem seiner Nachkommen hörte. 

^ Vgl. fol. 146 a. 

Väkidi, Muhammed. 1«^ 



290 Xaibar A. 7. 

lieh viel Geld, das aus den Goldgruben im Lande der Sulaim stammte, 
in Mekka stehen, namentlich bei seiner dortigen Frau Shaiba bint 'Umair 
b. Häshim, der Schwester des 'Abdariten. Muc^ab. Als ich nun, erzählt 
alXaggag, ins heilige Gebiet kam, traf ich auf der weissen Hohe (althan^ja 
albaicä) eine Anzahl Qurashiten, die von M.'s Zuge gehört und Wetten 

160a darüber gemacht hatten und nun sehr gespannt auf Nachricht waren*). 
Während sie sich um meinen Sattel drängten, erzählte ich ihnen, M. 
sei geschlagen und in die Hände der Feinde gefallen, die ihn gebunden 
nach Mekka schicken wollten; die übrigen Emigranten würden dann von 
selber de- und wehmütig zu ihren Familien zurückkehren. Da wurden 
sie froh und riefen die gute Botschaft laut aus. Ich bat sie nun mir 
beim Eintreiben meiner Forderungen behülflich zu sein, denn ich wolle 
gern auf den Markt der Beute in Xaibar, bevor die Menge der Händler 
einträfe; und im Umsehen hatte ich alles zusammen. Darauf ging ich 
zu meiner Frau und Hess mir von ihr unter demselben Verwände mein 
Geld zurückgeben. Die Muslime in Mekka wurden sehr betrübt; als aber 
al'Abbas die Kunde bekam, that er als fechte ihn nichts an und empfing 
die Leute, -die sein Haus umdrängten, gutes Mutes, damit die schaden- 
frohen Feinde M.'s sich getäuscht, seine heimlichen Anhänger aber sich 
gestärkt fühlen sollten. Heimlich jedoch schickte er seinen Knecht Abu 
Zainaba zu mir um sich genau zu erkundigen. Ich Hess ihm sagen, ich 
wolle ihn am folgenden Mittag da und da treffen und ihm eine erfreu- 
Hche Mitteilung machen. Vor Freude umarmte er den Knecht, als er 
wieder kam, machte ihn frei und gelobte noch zehn andere Sklaven zu 
befreien. Der Verabredung gemäss erzählte ich ihm dann die Wahrheit, 
nachdem ich ihn verpflichtet hatte noch drei Tage (and, einen Tag und 
eine Nacht) Stillschweigen darüber zu bewahren, um mich vor Verfolgung 
zu sichern. Die Wartezeit währte dem 'Abbas lange; als sie endlich vor- 
über war, legte er ein Feierkleid an, räucherte sich, nahm einen Stock 
in die Hand und ging stolzen Schrittes zum Hause alKaggag's. Dort 
klopfte er an und trat bei der Frau ein, sie fragend, wo ihr Mann sich 

160b befinde. Sie sagte, er habe sich nach Xaibar begeben, um den übrigen 
Händlern beim Verkauf der Beute zuvorzukommen. Da eröffnete ihr al- 
*Abbäs , dass alXaggag mitsamt seinem Geld in WirkHchkeit für immer 
von ihr sich geschieden habe, wenn sie nicht den Islam annehme; und 
sie glaubte es ihm'). Dann ging er nach der Ka^ba, verrichtete den 
heiligen Umlauf, und als die dort anwesenden Qurashiten, übrigens nicht 

1) Sie nennen M. ^Lftit (BH. 770), d. i, doch wohl (»l^^J ^^, der 
Abtrünnige. 

2) ^OUJ «5ot v^tyÜt^, 



laibar A. 7. 291 

wenig über sein mannhaftes Auftreten verwundert, ihn fragten, warum 
er sich denn die letzteji drei Tage nicht habe sehen lassen, sagte er 
ihnen was er von alXaggag gehört hatte. „M. hat Xaibar erobert und 
sich die Königstochter beigelegt und den weissen kraushaarigen Söhnen 
Abu IXuqaiq's die Köpfe abgehauen ; und alXaggag ist mit seinem Gelde 
auf und davon gegangen." Keine fünf Tage später erhielten die Quraish 
die Bestätigung dieser Nachrichten. — BH. 770 — 772. . 

Fadak. Gleich bei seiner Ankunft vor Xaibar hatte M. Muxajjica 
b. Massud nach Fadak geschickt, damit er die dortigen Juden zur An- 
nahme des Islam auffordere. Sie führten anfangs eine unangemessene 
Sprache ; als sie aber erfuhren, dass die Burg Na'im's gefallen sei, wurden 
sie zahm und boten Muxajjica viele Kleinodien an, wenn er ihre Aeusse- 
rungen dem Propheten verschwiege — worauf dieser indessen nicht ein- 
ging. Sie schickten darauf Nun b. Josua mit Muxajjica zu M. und 
schlössen das Abkommen, dass sie Leben und Freiheit behalten, Hab 
und Gut aber verwirken und aus dem Lande ziehen sollten. 

Nach einer anderen Version erboten sie sich aus dem Lande zu 
ziehen unter der Bedingung, dass sie ihre Habe und auch das*^iessrecht 
an den Palmen behielten. Darauf aber Hess sich M. nicht ein. Da nun 
Muxajjica ihnen klar machte , dass sie ganz wehrlos seien und 100 Mus- 
lime genügten sie gefangen vor M. zu treiben, bequemten sie sich ihr 
Land zur Hälfte abzutreten. Unter dieser Bedingung liess M. sie wohnen, 
Omar aber trieb sie aus, nachdem er ihre Besitzungen durch Abu IHai- 
thama b. alTajjihan (and. Abu Xaithama alXarithij) und Farva b. ^Amr 
und Zaid b. Thabit hatte schätzen und ihnen die Hälfte des Schätzwerthes, 
50000 Dirham oder mehr, auszahlen lassen. Sie Hessen sich in Syrien 
nieder. — BH. 764. 

Heimweg M.'s nach Medina. Als wir auf dem Wege nach leia 
Vadi IQura waren, erzählt Anas, warf M. seinen Mantel über Gafijja — 
es wollte sie schon jemand für sich erbitten — und trug ihr den Islam 
an: er wolle sie nicht dazu zwingen, wenn sie jedoch überträte, soUe 
sie seine Frau werden. Sie that es, und bekam ihre Freiheit zum Braut- 
geschenk. In alCahbä sollte Hochzeit gemacht werden; da keine Zelte 
und Teppiche vorhanden waren, befestigte ich zwei Stück Zeug an einen 
Baum, um eine HüUe zu machen. Nachdem Umm Sulaim die Braut ge- 
kämmt und parfümiert hatte, hielt M. das Beilager. — Schon in Thibär 
wollte er es thun; aber erst in alGahbä willfahrte sie, bei einer Dauma- 
palme. Sie sagte, Thibar sei ihr zu nahe bei iaibar und nicht sicher 
genug gewesen; es ist von da sechs Meilen, alCahbä aber zwölf Meilen 
entfernt. Zur Feier der Hochzeit ward ein Mahl veranstaltet, wobei es 
Xais und Saviq und Datteln auf ledernen Decken gab. — In der Braut- 

19* 



292 ^aibar A. 7. 

nacht hielt Abu Ajjub mit gezogenem Schwerte vor dem Zelte Wache, 
weil er Cafijja nicht traute; lachend dankte ihm M. am folgenden Mor- 
gen. — * In Medina bezog Cafijja das Haus Xaritha's b. alNu'man, welches 
dieser räumte. Von Neugier und Eifersucht getrieben, veranlasste *Aisha 
die Barira, zu Umm Salama zu gehen und zu fragen ob Cafijja niedlich 
sei. Umm Salama merkte gleich, dass 'Aisha dahinter stecke und liess 
ihr sagen, sie sei sehr niedlich und der Bote Gottes liebe sie. Darauf 
ging 'Aisha verkleidet ins Haus der Cafijja, M. aber erkannte sie und 
fragte sie hernach, wie ihr die neue Frau gefallen habe. „Ich finde nichts 
daran, antwortete sie, es ist eine Jüdin von den Jüdinnen." Der Xafca 
aber, die immer mit ihr zusammenhielt, erzählte sie, sie sei hübsch, und 
161 »> diese überzeugte sich auch selber davon. — BH. 766. 

Von alCahba zog M. über Burma nach Vadi IQura gegen die dortigen 
Juden, denen sich einige Araber angeschlossen hatten. Abu Huraira: 
Rifa'a b. Zaid alGudhämij hatte ihm einen schwarzen Sklaven geschenkt, 
der sein Reitknecht war*). Als dieser den Sattel abnahm, traf ihn ein 
irrender Pfeil von den Türmen der Juden und tötete ihn. Die Musliiüen 
priesen ihn selig, aber M. sagte: das Kleid, das er von der Beute ent- 
wandt hat, entzündet sich ihm zu höllischem Feuer. Als der Ausspruch 
ruchbar ward, brachte einer einen oder zwei Riemen zurück; M. sagte: 
ein Riemen von höllischem Feuer! 

Darauf stellte M. die Seinen in Schlachtordnung; seine Fahne übergab 
er an Sa^d b. ^Ubada, die drei anderen an alXubab, Sahl b. Xunaif, und 
'Abbad b. Bishr. Nachdem die Aufforderung an die Juden gerichtet war, 
den Islam anzunehmen, begannen die Einzelkämpfe, in denen sich alZubair, 
Ali und Abu Dugana auszeichneten; immer wenn einer von den Juden 
gefallen war, erneuerte M. die Aufforderung an sie sich zu bekehren. 
Das dauerte bis zum Abend; am andern Morgen früh fiel die Feste mit 
reicher Beute in die Hände der Angreifer. Die Ländereien liess M. den 
Juden in Pacht (mu'ämala). Auf die Kunde von dem Schicksal ihrer 
Glaubensgenossen unterwarfen sich auch die Juden von Talma und zahlten 
Kopfsteuer (gazijja). — Omar vertrieb. die Juden aus Xaibar und Fadak, 
liess sie aber in Vadi IQura und Talma wohnen, weil Vadi IQura noch 
zu alSham gehöre und das Hegaz erst südlich davon beginne. 

Nach viertägigem Aufenthalt in Vadi IQurä machte sich M. auf den 
Rückweg nach Medina. In der Nähe der Stadt machte er kurz vor 
Tagesbruch Halt um ein wenig zu schlafen; Bilal übernahm es wach zu 
bleiben und zum Morgengebet zu wecken. Er ward jedoch ebenfalls vom 

*) namens Midgbam; ebenso fol. 151a, wo er das Pferd M.'s hält. Vgl. 
fol. 155 a. Baladh. 34. 



iaibar A. 7. 293 

Schlafe übermannt und wachte erst von dem Fluchen der Anderen auf, i62a 
als die Sonne schon hoch am Himmel stand ; am härtesten fuhr Abubekr 
ihn an, M. selber war der gelindeste der Imame. Nachdem die Menschen 
in die Büsche gegangen waren um ihre Notdurft zu verrichten, liess sie 
M. das Morgengebet in der Hitze nachholen; der Schweiss troff ihnen 
dabei von der Stirne. — Beim Blick auf den Berg Uxud sagte M. : das 
ist ein Berg, der uns liebt und den wir lieben; o Gott ich erkläre das 
Gebiet zwischen den beiden Xarra's von Medina für heilig. — Nachts in 
alGurf angelangt verbot M. einem Jeden, noch nach dem letzten Gebete 
seine Frau zu überraschen. Einer that es dennoch, erlebte aber was ihn 
wurmte. So Ja'qub b. Muxammad von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi 
Ca'ca'a von alXarith b. 'Abdallah b. Ka'b von ümm 'ümara. — BH. 767. 
'Abdallah b. Nux alXarithij von Muxammad b. Sahl b. Abi Xathma 
von Sa'd b. Xizam b. Muxajjica von letzterem: wenn in der Zeit vor 
dem Islam*) in Medina Hungersnot war, so gingen wir nach Xaibar und 
Fadak und Talma; die Juden hatten immer Früchte, weil sie nie Wasser- 
mangel^) hatten. Nach der Eroberung von Xaibar wurde uns zwar gesagt, 
die Juden seien jetzt falsch und böse auf uns; aber der Hunger zwang 
uns dennoch hinzugehen. Wir fanden die Verhältnisse sehr verändert; 
statt der reichen und vornehmen Herren waren nur noch arme Feld- 
arbeiter da. Wir blieben einen Tag in alShiqq und einen in alNaeät, 
darauf längere Zeit in alKatiba, wo es uns am besten gefiel. Von hier 
begab sich mein Gefährte 'Abdallah b. Sahl eines Abends nach alShiqq; 
als er am anderen Morgen noch nicht wieder gekommen war, ging ich 
ihm nach um ihn zu suchen. Man sagte mir in alShiqq, er sei weiter 
gegangen nach alNaeät; aber als ich mich schon auf den Weg dorthin 
machte, führte mich ein Knecht zu einem Stollen 3), aus dem Fliegen- i62b 
schwärme aufstiegen. Ich stieg hinab und fand darin meinen Gefährten 
tot. Die Juden behaupteten nichts von der Sache zu wissen, einige von 
ihnen halfen mir die Leiche herausholen. Nachdem ich dieselbe bestattet 
hatte, machte ich mich eilig auf den Heimweg und erstattete den Meinigen 
Bericht. Wir gingen dann, 30 Mann hoch, zu M., der damals grade die • 
'ümrat alQacijja*) vor hatte. Der Bruder des Ermordeten, 'Abdalraxman 

1— ajÄ w\.aju y \S>S^ J^ \jS = wir waren religiös indifferent. 

2) KäLä Gauh. I 615 unten. Ju^t ^^ Tj^ *^ ^^^^ ^-•^ ^ 
^ Qjt_5 i^Ui jK^ U!_5 vi>JL^ vXLo iULiJ L^>-»^ ^ J^xis- 

.^;i5ü3 JJUi u^Jsi Ut^ pLJt. ^ HlXJüw 
') minhar, hinterher gubb, jedoch in einer anderen Tradition. Vgl. 

fol. 91a. 
*)No.55 fol. 167 ff. 



294 iaibar A. 7. 

b. Sahl, kniete vor M. nieder, um die Klage vorzubringen, aber M. sagte: 
lass dem Aelteren den Vortritt. Darauf wollte ich sprechen; er aber sagte 
wieder: lass dem Aelteren den Voriiritt. Da nahm mein Bruder Xuvaica 
das Wort, nach ihm erzählte ich die Sache ausführlich. Der Prophet 
entschied, die Juden müssten entweder das Blutgeld zahlen oder bekriegt 
werden ; in diesem Sinne schrieb er an sie. Da sie aber zurückschrieben, 
sie hätten 'Abdallah nicht getötet, verlangte er von den Klägern fünfzig 
Eide für die Wahrheit ihrer Beschuldigung. Da sie die nicht leisten 
konnten und wollten, sagte er: dann sollen euch die Juden schwören. 
Sie aber antworteten: deren Eid ist uns nichts wert. Da bezahlte M. 
selber die Sühne, 100 weibliche Kamele ^). „Ich sah wie sie auf unsem 
Hof getrieben wurden, erzählt Sahl b. Abi Xaithama, eins davon trat 
mich, ein rotes Tier; ich war noch ein Knabe.*' 

Ibn Abi Dhi'b und Ma'mar von alZuhrij von Sa*id b. alMusajjib: 
den Zeugeneid (qasäma) des Heidentums bestätigte M. für den Islam 
und wollte ihn auferlegen, als jener Mediner erschlagen ih einer Cisteme 
von Xaibar gefunden wurde. Er sagte zu den Angehörigen des Ermor- 
deten : es sollen euch fünfzig Juden fünfzig Eide schwören , dass sie ihn 
nicht getötet haben, oder ihr müsst, euer fünfzig, fünfzig Eide schwören, 
dass sie ihn getötet haben. Da sie aber weder das eine noch das an- 
dere wollten , so legte M. den Juden deshalb die Blutsühne auf, weil 
der Mord auf ihrem Gebiet begangen war. 

Mairama b. Bukair von Xalid b. Jazid von 'Amr b. Shu'aib von s. 
Vater von s. Grossvater: M. unterstützte die Juden bei der Zahlung der 
Sühne mit dreissig und einigen Kamelen. Damals ward zum erstenmal 
(im Islam) die Qasama auferlegt. — BH. 777 f. 

'Abdalraxman b. alXarith von Salim von s. Vater 'Abdallah b. 'ümar: 
wir pflegten zur Zeit M.'s und der ersten Chalifen ab und zu nach un- 
seren Besitzungen in Xaibar zu sehen, als ich nun einmal mit alZubair 
und alMiqdad und Sa'id b. Zaid dort war, wurden mir mitten in der 
.Nacht beide Hände gelähmt'); die Anderen lösten sie mir wieder. — 
Nach anderen Angaben war Ibn 'ümar im Schlaf behext und beim Er- 
163 a wachen wie in Banden, bis ihm die Anderen die Hände frei machten. 

Muxammad b. Jaxja b. Sahl b. AbiXathma von s. Vater: Mueahhar^) 
b. Räfi' alXarithij kam mit zehn christlichen Sklaven, die ihm sein Land 
bestellen sollten, aus Syrien. In Xaibar machte er drei Tage Rast, die 

^) 25 gadha'a, 25 xiqqa, 25 bint labün, 25 bint maiäc. 
^ ^ ^ > ^ > 

2) ^y^ »!^ viiAjyö^ iuJLfi: (^^Xc vgl. Baladh. 28,14. 25,3. 

3) oder Muehahhir 



laibar A. 7. 295 

dortigen Jaden brachten die Sklaven auf den Gedanken ihren Herrn zu 
ermorden, und gaben ihnen zu dem Zweck ein paar Messer. In Thibär 
aberfielen und töteten sie ihn, wurden dann von den Juden mit Zehrung 
und Reittieren ausgestattet und gelangten glücklich nach Syrien. Als 
Omar Kunde von der Sache erhielt, hielt er eine Predigt, wies hin auf 
die Ermordung ^Abdallah's 1). Sahl, die Behexung seines Sohnes, und 
nun wieder die Ermordung Mueahhar's, und erklärte die Juden austreiben 
und das ihnen bisher pachtweise belassene Land an die muslimischen 
Eigentumer vertheilen zu wollen ^); der Bote Gottes habe ja gesagt, er 
wolle sie so lange wohnen lassen, als Gott sie wohnen lasse. Die ganze 
Gemeinde war damit einverstanden. 

Ma*mar von alZuhrij von *übaidallah b. 'Abdallah b. *ütba: Omar 
erfuhr, M. habe in seiner letzten Krankheit gesagt, es sollten in Arabien 
keine zwei Religionen zusammenstossen , und nachdem er sich von der 
Zuverlässigkeit der Aeusserung überzeugt hatte, gab er den Juden des 
Hegaz Befehl auszuwandern. Die Verteilung der Ländereien besorgten 
Farva b. *Amr, Gabbar b. Cair, Abu IHaitham, und Zaid b. Thabit. 
Sie legten die achtzehn Lose, die M. gemacht hatte, zu Grunde und be- 
liessen die Vorsteher, die er ernannt hatte; nach anderen jedoch ernannte 
Omar die Vorsteher. Darauf wurde mit achtzehn Stücken Viehmist ge- 
lost, von denen jeder Vorsteher eins als das Seinige bezeichnet hatte, 
and wessen Los herauskam, erhielt das an der Reihe befindliche Land. 
AlShiqq war in 13, alNaeät in 5 Lose eingeteilt, wie Xakim b. Muxam- ißSb 
mad aus der Familie Mairama's von s. Vater berichtet. Bei alNaeät kamen 
die Lose in folgender Ordnung heraus: 1) alZubair, 2) Banu Bajäca 
(Farva), 3) Usaid b. Xucair, 4) Balxarith (Ihn Raväxa), 5) Na'im. Bei 
alShiqq kam auch diesmal 6) 'Acim zuerst heraus, an dessen Lose der Pro- 
phet participiert hatte *). Sodann 7) Ali, 8) Ibn 'Auf, 9) Galxa, 10) Banu 
Sa'ida (Sa'd b. 'Ubada), 11) alNaggar, 12) Xaritha, 13) Aslam und Ghifar 
(Buraida b. alXucaib), 14. 15) Salama, 16) 'übaid alSihäm »), 17) 'übaid, 
18) Aus — dies letztere Los ging hernach in den Besitz Omar's über. 

Ibrahim b. Ga'far von s. Vater: Omar hatte den Wunsch, seinen An- 
teil zusammen mit dem des Propheten zu bekommen. Als dieser Wunsch 
sich nicht erfüllte, wünschte er sich ein abgesondertes Grundstück, das 
mit den anderen ausser Verbindung stehe. Das bekam er auch; seine 



2) Balädh. 26,16. 

') Nach Ibn Abi Xabiba von Davud b. alXucain ward ei* so benannt, weil 
er die Teillose zusammenkaufte. 



296 Xaibar A. 7. 

Miteigentümer waren Beduinen, denen er ihren Anteil für Spottpreise ab- 
kaufte, bis ihm das Los Aus allein gehorte. 

'Abdallah von Nafi' von Ibn 'ümar : bei der Parcellirung von Xaibar 
Hess Omar den Witwen M.'s die Wahl, ob sie ihre Pension an Datteln 
und Gerste fortbeziehen oder statt dessen Ackerkrume und Wasser ange- 
wiesen haben wollten. Sie entschieden sich fast alle für die Pension, 
nur 'Äisha und Xafca wählten Ackerkrume und Wasser. 

Aflax b. Xumaid von alQasim b. Muxammad von 'Aisha: ich stand 
mich gut bei meiner Wahl, denn Marvän zahlte zwar zuweilen die 
Pensionen aus, aber zuweilen verkürzte er sie und zuweilen hielt er sie 
ganz zurück. 

Ibrahim b. Ga'far von s. Vater: nicht bloss den Witwen M.'s, sondern 
allen Pensionaren stellte Omar die Wahl, ob sie die Naturallieferungen fort- 
beziehen oder statt dessen Ackerkrume und Wasser haben wollten. Sie 
durften die Pension auch verkaufen; z. B. verkauften die Ash'ariten und 
die Ruhäviten ihre 100 Vasq an Othman und an Mu'avija für je 5000 Di- 
nare. Das ist nach Vakidi die richtige und die in Medina herrschende 
164 a Meinung. — Nach Abu Ajjub b. Nu'man von s. Vater wählte Usama b. 
Zaid dieNaturallieferung. 

Von Xaibar begab sich Omar nach Vadi IQura und vergab die dortigen 
Ländereien, nachdem sie durch die vier Feldmesser eingeteilt waren, an 
1) Othman 2) Ibn *Auf 3) 'ümar b. Abi Salama 4) 'Amir b. Rabi'a 
5) Mu'aiqib 6) Ibn alArqam 7) die Erben Ga*far's 8) 'Amr b. Suraqa 
9. 10) 'Abdallah und Tbaidallah 11) Shujaim (Shantam?) 12) Ibn 'Abd- 
allah b. Gaxsh 13) Ibn Abi Bakr 14) Omar 15) Zaid b. Thabit 16) Ubaij 
b. Ka'b 17) Mu'adh b. 'Afrä 18) Abu Oalxa und Gubair 19) Gabbar b. 
Caxr 20) Gabbar b. 'Abdallah 21) Malik b. Ca'ca'a und Gabir b. 'Abd- 
allah 22) Salama b. Saläma 23) 'Abdalraxman b. Thabit und Ibn Abi 
Shuraiq 24) Abu 'Abs b. Gabr 25) Muxammad b. Maslama 26) 'Abbäd b. 
Oariq 27) Gabr b. 'Atlk und Ibn alXarith b. Qais 28) Ibn Garma und 
alÖaxxäk. — BH. 779—781. 

Nach einer anderen Angabe, die auf 'Abdallah b. Muknaf alXarithij 
zurückgeht, stellte Omar nicht vier, sondern nur zwei Männer an, um 
die Ländereien Xaibar und Vadi IQurä auszuteilen und die Palmen von 
Fadak abzuschätzen, nämlich Gabbar b. Caxr und Zaid b. Thabit, die 
Austeiler und Taxatoren von Medina ^). Den Juden von Fadak ward 
der halbe Schätzpreis ihrer Palmen ausbezahlt. Zaid b. Thabit verzichtete 
zum gemeinen Besten auf sein Los ^) in Vadi IQurä ; andere thaten ebenso. 

1) L^U^L^.^ äJuJlJ! "u^Iä BH. 780. 
"^ J^ BH. 781. 



Murra A. 7. 297 

50. 

A. 7 im Sha'ban — erzählt Usama b. Zaid von Abu Bakr b. 'Umar 
b. 'Abdalraxman — ward Omar nach Turba geschickt, gegen den „Schwanz 
der Haväzin" ^), fand aber die Lagerstätten verlassen. Als er auf der 
Nagdstrasse heimkehrte, wollte sein Führer, ein Hilalit, ihn zu einem 
nach Futter schweifenden Xath'amstamme bringen, den er zum Ersatz 
überfallen solle. Aber Omar sagte, dazu habe er keinen Auftrag. — BH. 973. 

51. 

A. 7 im Sha'ban — erzählt Xamza b. 'Abdalvaxid von *Ikrima b. 
'Ammar von Ijas b. Salama von s. Vater — gab -der Bote Gottes Abubekr 
den Befehl über uns und wir überfielen Leute von den Havazin. 

52. 

A. 7 im Sha'ban — erzählt 'Abdallah b. alXarith b. alFucail von »; 
Vater — ward Bashir b. Sa'd mit 30 Mann gegen die Banu Murra nach i64b 
Fadak gesandt. Von Schafhirten, die er traf, hörte er, die Murra seien 
jetzt im Winter in ihrem Vadi und lageren nicht am Wasser. Darauf trieb 
er allerlei Vieh zusammen und wollte damit nach Medina zurück. Aber 
nachts ward er von den Murriten überrascht; seine Leute fielen oder 
flohen; er selber, am Knöchel verwundet, blieb für tot auf der Wahlstatt 
liegen. Am Abend jedoch raffte er sich auf, schleppte sich nach Fadak 
und blieb dort bei einem Juden, bis er so weit genesen war, dass er 
nach Medina zurückkehren konnte. Die Nachricht von der Niederlage 
erfuhr M. zuerst durch 'ülba b. Zaid alXarithij, der entkommen war. Er 
rüstete sogleich eine Racheschar von 200 Mann und hatte schon dem 
Zubair den Befehl darüber gegeben, als eben Ghalib b. 'Abdallah sieg- 
reich von einem Raubzug heimkam; da stellte er diesen statt alZubair's 
an die Spitze. Auch 'ülba ging mit. — BH 975. 

Aflax b. Sa'id von Bashir b. Muxammad b. 'Abdallah . b. Zaid : es ge- 
lang Ghalib ein murritisches Lager, welches 'ülba ausfindig gemacht hatte, 
in der Nacht zu überraschen. Die Beute an Weibern, Kindern und Vieh 
war beträchtlich; auf jeden Krieger fielen 10 Kamele. — Ghalib hatte je 
zwei und zwei seiner Leute verbrüdert; sie sollten sich nicht trennen, 
keiner sollte ohne den anderen zurückkehren und nach ihm befragt ant- 
worten, er wisse nicht, wo er geblieben sei. Usäma b. Zaid aber, dessen 
Kamerad (zamll) Abu Sa'id alXudrij war, hatte sich trotz diesem Verbote 
von den Anderen losgerissen um den Nahik b. Mirdäs zu verfolgen, er 
traf erst spät Abends wieder an. Darüber vom Emir zur Rede gestellt, 

'ügz Haväzin, DMZ. 1881 S. 596. Sprenger 111 282: Stamm 'Ogz! 



298 *Abd b. Tha'laba A. 7. 

sagte er, er sei durch die höhnenden Reden des Mannes, den er verfolgt 
habe, gereizt gewesen; als er ihn endlich erreicht habe, habe derselbe 
zwar gerufen: es gibt keinen Gott ausser Gott'; dadurch sei er jedoch nicht 
abgehalten ihn zu töten. Er hatte in gutem Glauben gehandelt; als ihm 
aber die Anderen schwere Vorwürfe machten, ward er sehr angst und 
niedergeschlagen. 
165 a Sbibl b. al'Alä von Ibrahim b. Xuvaica von s. Vater von Usama b. 

Zaid: ich beichtete bei meiner Rückkunft dem Propheten, mich damit 
entschuldigend, dass der Murrit bloss um sein Leben zu retten das Be- 
kenntnis gesprochen hatte. „Hast du sein Herz gespalten, dass du sehen 
konntest, ob er die Wahrheit sagte oder nicht?" war die Antwort. Da 
gelobte ich nie wieder einen zu töten, der das Bekenntnis spräche; ich 
wünschte erst von dem Tage an Muslim geworden zu sein. — BH. 984. 
Ma'mar b. Rashid von alZuhrij von *Aeä b. Jazid alLaithij von 
*übaidallah b. *Adij b. alGabbar von alMiqdad: ich fragte M.*: wenn 
ein Ungläubiger im Kampf gegen mich mir den Arm abhaut und dann 
vor mir in den Busch kriecht und sagt, er nehme den Islam an — darf 
ich ihn dann nicht tödten? „Nein!" Wenn ich es aber doch thue? „Dann 
tritt er an deine Stelle, in der du wärest ehe du ihn tötetest; und du 
trittst an seine Stelle, in der er war, ehe er den Islam annahm." 

53. 

A. 7 im Ramacan war der Zug Ghalib's b. 'Abdallah (aus der Fa- 
milie Kalb b. 'Auf b. Laith) gegen die Banu 'Abd b. Tha'laba. 'Abdallah 
b. Ga'far von Ibn Abi 'Ann von Ja'qub b. 'ütba: einige Zeit nach dem 
Feldzuge von Kudr sagte Jasar zu M., er wisse wie den Banu 'Abd b. 
Tha'laba beizukommen sei. Da ordnete M. 130 Mann unter Ghalib ab, 
Jasar führte sie lange durch unwegsame dürre Gegend, so dass sie schon 
schlimmen Verdacht gegen ihn fassten, bis sie eines Nachts an eine 
ausgewaschene Stelle ^) und dann an einen BasaltkegeP) gelangten und 
sich nun plötzlich ganz in der Nähe der Feinde fanden, die am Wasser 
165b alMaifa'a lagerten. Sie überfielen sie und erbeuteten Kamele; dass sie 
auch Gefangene gemacht haben, wird nicht berichtet. 

54. 

A. 7 im Shawal war der Zug Bashir's b. Sa'd nach alGinäb. Jaxjä 
b. 'Abdal'aziz von Bashir b. Muxammad b. 'Abdallah b. Zaid: der Ash- 
ga'it Xusail b. Nuvaira, welcher dem Propheten als Führer nach Xaibar 

^). (JÄ25? = J-y**J5 »**a^ O^^ 



*üjaina A. 7. 299 

gedient hatte, meldete, dass die Ghaeafaniten sich in feindlicher Absicht 
in alGinab zusammengerottet haben, und auch Tjaina zu ihnen stossen 
wolle. Gegen sie sandte M., nachdem er sich mit Abubekr und Omar 
beraten hatte , 300 Mann unter dem Befehl Bashir's aus ; Xusail diente 
ihnen als Führer. Unterhalb von Xaibar machten sie in Siläx Halt; 
als sie von dort aufbrechend den Feinden sich bis auf eine halbe Tage- 
reise oder weniger genähert hatten , ward Xusail auf Beobachtung vor- 
geschickt und kehrte bald mit der Meldung zurück, dass ihr äusserstes 
Weidevieh ganz in der Nähe sei. Die Muslime konnten sich nicht ent- 
halten darüber herzustürzen, verrieten sich aber eben dadurch den Feinden 
und fanden hernach deren Lager verlassen — sie hatten sich in die Berge 
zurückgezogen. Auf dem Heimweg fasste Bashir in Silax einen Späher 
'üjaina's ab und tötete ihn; bald darauf stiess er unversehens auf 'üjaina 
selber und seine Leute. Er suchte nach kurzem Geplänkel sein Heil in 
der Flucht und entkam; doch wurden ein oder zwei der Seinen von den 
Muslimen gefangen und mit nach Medina genommen. M. gab sie frei, 
nachdem sie zum Islam übergetreten waren» — BH. 975. 

Als *üjaina flüchtig auf seinem edlen Renner an alXarith b. 'Auf 
alMurrij vorbeikam, wollte ihn dieser anhalten; er aber ritt weiter, die 
muslimischen Verfolger dicht hinter sich wähnend. Es war die reine 
Angst, alXarith konnte weit und breit keine feindlichen Reiter entdecken. 
Er stellte ihm hernach die Unvernunft seines ganzen Verhaltens vor und 
suchte ihn zu bewegen zu M. überzugehen^). 'Ujaina meinte, es sei i67a 
jetzt zu spät, mit den Kämpfern von Badr gleichgestellt zu werden sei 
keine Aussicht mehr. Aber alXarith entgegnete, es sei gut wenigstens 
den Mekkanem zuvorzukommen, und einer ehrenvollen Aufnahme von 
selten M.'s sei man noch immer sicher. So machten sich denn beide zu- 
sammen auf nach Medina; als sie jedoch unterwegs mit Farva b. Hubaira 
alQushairij zusammentrafen, der nach Mekka wallf ahrtete , riet ihnen 
dieser ihre Absicht zu verschieben, bis er sich über die Haltung der 
Qurashiten unterrichtet habe. Er fand, dass dieselben dem Propheten 
zwar sehr feindselig waren, aber vor entschiedenen Schritten wie dem 
Bruch des Vertrages von Xudaibija zurückscheuten und nicht einmal den 
Mut hatten, sich die Xuzä'a, M.'s geheime Spione, vom Halse zu schaffen. 
Von der *ümra zurückgekommen, sagte er zu 'Ujaina und alXarith: die 
Mekkaner sind überzeugt davon, dass M. gewinnen wird; und wenn sie 
den einen Fuss vorrücken, so ziehen sie den anderen zurück. 

Er benutzte als Motiv vor allem die Siege M.'s über die mächtigen Juden, 
„bei denen doch einst die Xaritha (s alAus) gegen die Xazra^ Schutz 
gesucht und gefunden haben^. 



300 'ümrat alQadjja Ä. 7. 



55. 
Tmrat alQacijja^ A. 7 im Dhu-lQa'da. 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij, und Ibn Abi Xabiba von Davud 
b. alXucain, und Mu'adh b. Muxammad von Muxammad b. Jaxja b. Xu- 
bab, und * Abdallah b. Ga'far, und Ibn Abi Sabra, und Abu Ma^shar und 
Andere: am 1 Dhu-lQa*da A. 7 gab M. den Seinen Befehl die 'ümra zu 
begehen. Keiner von denen, die bei Xudaibija gewesen waren, durfte 
dahinten bleiben *) ; doch zogen auch andere mit, insgesammt 2000 Mann. 

'Ikrima von Ibn *Abbäs: vier Monate nach seiner Zurückkunft von 
Xaibar unternahm M. diese 'ümra, genau ein Jahr nach der von Xndai- 
167 b bija (Sur. 2,190). Um einigen armen Arabern, die bei Medina siedelten, 
die Teilnahme an der Pilgerfahrt zu ermöglichen, forderte er die Seinen, 
die freilich selber nichts hatten, zu milden Gaben auf, sei es auch noch 
so wenig (Sur. 2,191). 

M. führte 60 Opferkamele mit sich; der Treiber war Nagija b. Gundab, 
der damit voranzog und sie an den Bäumen weiden Hess; vier andere 
Aslamiten halfen ihm. Nach anderen Angaben gehörten auch Abu Ruhm 
und Abu Huraira zu den Treibern; ersterer soll eins der Opfertiere zum 
Reiten benutzt haben. 

Mu'adh b. Muxammad von *Acim b. 'Amr: M. nahm alle Arten 
Waffen und 100 Pferde mit. In Dhu-lXulaifa schickte er die Pferde vor- 
aus, unter Befehl Muxammad's b. Maslama, und ebenso die mit den 
Waffen beladenen Kamele, unter Befehl Bashlr's b. Sa*d. Da er befragt 
wurde, wie er trotz der Vertragsbedingung Waffen mitnehmen könne, 
antwortete er, er wolle sie ausserhalb des Xarams lassen, aber sie für 
alle Fälle in der Nähe haben. Auch die Opfertiere schickte er voraus. 

Ibn Abi Sabra von Musa b. Maisara von Gabir b. 'Abdallah: gleich 
vor der Moschee begann M. den Ixram, weil er den Weg über alFuru' 
einschlug; sonst hatte er ihn ^rst in alBaidä angenommen. 

Ibn Abi Sabra von Musa von 'Abdallah b. Abi Qatada von s. Vater: 

• *) d. h. die vertragsmässig (bei Xudaibija) stipulierte 'ümra. Der gewohn- 
liche Name ist 'ümrat alQacä, d. h. die 'ürnra der nachträglichen Vollen- 
dung, im Vergleich zu der nicht zum Ziel gekommenen 'ümra des vorigen 
Jahres. Vgl. fol. 166b oben: die Weiber, die bei Xudaibija gewesen, da- 
mals aber nicht zum Heiligtum gekommen waren und die Haare nur ge- 
stutzt hatten, vollendeten jetzt die Ceremonien qacäan li'umratihinna. 
S. auch Fleischer s. v. in de Goeje's Glossar zum Baladh. 
2) Vgl. Umm 'ümara fol. 166 b, welche einige gefallene oder gestorbene Teil- 
nehmer des Zuges von Xudaibija aufführt, die die jetzige 'Umra nicht mit- 
machen konnten. 



'Umrat alQatijja A. 7. 301 

ich sah unterwegs einen wilden Esel, und da ich. mich noch nicht ge- 
heiligt hatte, lief ich anf ihn los und brachte ihn durch Abhauen der 
Sehnen zu Fall. Meine Gefilhrten, die den IxTam schon angenommen 
hatten, wollten zorn Teil das Fleisch nicht essen; mir erlaubte es der 
Prophet. Er selber hatte den Ixram schon bei der Moschee begonnen; 
bei der letzten Festieise that er es erst in alBaidä, diesmal jedoch ging 
er über alFuru'. 

AU Muxammad b. Maslama und Bashir h. Sa'd mit der Reiterei und 
den Waffen in MaiT alOhahi^n anlangten, waren dort einige Qurashiten, 
welche, nachdem sie erfahren hatten, dass M. am folgenden Tage nach- 
kommen werde, eiligst nach Mekka nmkehrten und dort berichteten, was 
sie gehört und gesehen hatten. Die Mekkaner erschraken und wussten 
nicht, warum M. sie bekriegen wolle, da sie sich keines Friedensbruches 
bewusst waren. In Marr alOhahran angekommen, schickte M. die Waffen i 
nach Baen Jfigig, von wo die Grenzsteine des Xaram zu sehen sind, Tor- 
aus und folgt« dann selber mit dem Heere nach. Dort trafen ihn Abge- 
sandte von Mekka, Mikraz b. Xafc und andere, und erinnerten ihn daran, 
dass er vertragsmässig nur mit den Waffen des Reisenden, das Schwert 
in der Scheide, das heilige Gebiet betreten dürfe. Sie erhielten beruhi- 
gende Zusicherungen und überbrachten dieselben alsbald den Qurashiten, 
welche nun ihre Stadt räumten und sich oben auf die Berge begaben. 
Dftranf ritt M., umgeben von seinen schwertumgürteten, Labbaika rufen- 
den Genossen, weiter bis Dhu-6uvä, wohin er seine Opfertiere schon TOt- 
ausgesandt hatte. Von hier, von der Höhe über alXagün, hielt er seinen 
Einzug in die Stadt, auf der Eamelin alQacva, welche Abdallah b. Raväsa 
am Zügel führte. Die Labbaikarufe erschollen ununterbrochen bis zu den 
Vorstadtbnden (al'nrOsh), nach Anderen bis zur Berührung des heiligen 
Steines. 

'Äidh b. Jaxja von Abu IXuvairith: 200 Mann') unter Befehl des 
Aus b. l^nlij Hess M, bei den Waffen zurück. 

Ja'qnb b. Muiammad von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi Ca'ca'a i< 
von aIXarith b. 'Abdallah b. Ka'b von Umm IJmara, die sowohl diese 
als die vorjährige 'Umra mitmachte: ich sehe noch, wie der Bote Gottes, 
durch die in Reih und Glied stehenden Muslime hindurch, znm Tempel 
■ kam und auf alQacva reitend im umgeschlagenen Kleide ^ den heiligen 
Stein mit seinem Stabe berührte. Ibn Raväxa, der sein Kamel führte, 

') sie wurden nach fol. 168a abgelöst, um die IJmra auch lerricbten zu 

können. 
'} muüeabi' bitbaubihi — die A\t, wie das Kleid beim heiligen Umlauf um 

die Schulter geschürzt werden muss. 



302 'ümrat alQacijja A. 7. 

brach in Verse aus *); Omar wollte es ihm wehren, ward aber vom Pro- 
pheten veranlasst, ihn gewähren zu lassen. 

Isma*il b. 'Abbäs von Thabit b. aFAglän von *Aeä b. Abi Rabäx: 
Gabriel sagte zu M.: die Mekkaner sind auf den Bergen und sehen euch 
nicht, gehet zu Fuss zwischen dem südlichen und dem schwarzen Steine! 

'Ikrima von Ihn 'Abbäs: M. verrichtete den Gaväf um den Tempel 
und zwischen alCafa und alMarva zu Kamel; darauf machte er bei al- 
Marva Halt und schlachtete dort seine Opfertiere. Er sagte: dies ist der 
Opferplatz, und alle Breiten (figäg) von Mekka sind Opferplätze. — Nach 
Vakidi nahmen am Opfer nur die teil, welche bei alXudaibija gewesen 
waren. 

Ihn 'Abbas : M. befahl den Teilnehmern der 'Umra Opfer zu bringen, 
womöglich ein Kamel, sonst ein Rind. Es wurden Rinder angetrieben 
zum Verkauf an die Opferer. 

Xiräsh b. Umajja schor den Propheten bei alMarva; nach anderen 
that es Mu'ammar b. 'Abdallah arAdavij. 

'Alij b. *Umar von 'Abdallah b. Muxammad b. 'üqail von Sa'id b. 
alMusajjib: nach der Vollendung der heiligen Bräuche ging M. in die 
Ka'ba und blieb darin, bis Bilal das Mittagsgebet ansagte, auf dem Dache 
der Ka*ba, wie ihm befohlen war. Als Ikrima b. Abi Gahl Bilal dort sah 
und rufen horte, sagte er : Gott sei Dank, dass mein Vater das nicht mehr 
erlebt hat! Desgleichen sagten auch Cafvan b. Umajja und l^alid b. Asid; 
Suhail b. 'Amr aber und Andere verhüllten das Gesicht. 

Ibrahim b. Isma'il von Davud b. alXucain: M. kam nicht hinein in 
die Ka'ba. Er bat zwar die Qurashiten um Erlaubnis, aber sie wollten 
nicht. Der Gebetsruf erscholl allerdings vom Dach der Ka'ba, jedoch 
nur einmal. — Das ist nach Vakidi das Richtige. 

Ihn Abi Xabiba von Davud b. alXucain von 'Ikrima von Ihn 'Abbas : 
M. hielt um Maimuna an, sie legte die Sache in aFAbbas' Hand, und 
dieser gab sie ihm zur Frau, während er noch im Ixräm war '). Xamza's 
Tochter 'Ammara, deren Mutter Salma bint 'Umais hiess, befand sich da- 
mals noch in Mekka. Ali erbat und erhielt von M. Erlaubnis, sie aus 
der Mitte der Ungläubigen herauszureissen und mit nach Medina zu 
nehmen. Darauf aber machte auch Zaid b. Xaritha Ansprüche auf sie, 
weil er der Bruder und Erbe Xamza's war. Endlich kam noch Ga'far 
hinzu und machte geltend, dass er nicht bloss als Verwandter ihres 
Vaters, sondern auch als Gatte der Schwester ihrer Mutter, der Asmä 

^) BH. 789. Die Lesarten bei Vakidi sind schlechter, nur im drittletzten 
Verse mochte carabnäkum für qatalnäkum den Vorzug verdienen. 

2) nach Ibn alMusajjib war er schon wieder frei. 



Sulaim A. 7. 303 

bint 'ümais, das nächste Recht habe, sie aufzunehmen und bei sich zu 
erziehen. Ihm sprach sie M. zu, verbot ihm jedoch sie zur Frau zu lesa 
nehmen; denn es sei nicht Recht, Nichte und Base zusammen zu hei- 
raten. Vor Freude hüpfte da Ga'far um den Propheten herum (xagala), 
wie es die Abessynier beim Negus zu machen pflegten. Hernach ver- 
heiratete M. die ^Ammara mit Salama b. Abi Salama. 

'Ubaidallah b. Muxammad: am Mittag des vierten Tages kamen Su- 
hail und Xuvaieib zu M., der sich in einer Gesellschaft vornehmer Me- 
diner befand, und erinnerten ihn, dass die Frist abgelaufen sei. Der 
Prophet (der unter kein Dach gegangen, sondern in seinem Lederzelt in 
alAbeax geblieben war) fragte sie, ob sie etwas dagegen hätten, wenn 
er noch hier bliebe und das Beilager mit Maimuna hielte, und sie auch 
zur Hochzeit einlüde? Sie aber dankten für die Einladung und bestanden 
darauf, dass er abziehen müsse, da die drei Tage um seien. Entrüstet 
fuhr darauf Sa'd b. 'Ubada gegen sie los, doch M. beschwichtigte ihn und 
befahl den Aufbruch: kein Muslim solle am Abend noch in Mekka zu 
treffen sein. Zum Nachtquartier bestimmte er Sarif, dort sammelten sich 
die Seinen zu ihm. Dort vollzog er auch die Ehe mit Maimuna, mit der 
Abu Rafi' spät in der Nacht anlangte. Letzterer lief unterwegs einige 
Gefahr von dem mekkanischen Pöbel belästigt zu werden und freute sich, 
als er in den Schutz der 200 Mann kam, die in Baen Jägig postiert 
waren und ihn nach Sarif geleiteten. — BH. 788 — 791. 

56. 

A. 7 im Dhu-EÖgga, erzählt Muxammad von alZuhrij, sandte M. nach 
seiner Rückkehr von cler Pilgerfahrt den Sulamiten Ihn Abi TAugä mit 
50 Mann gegen die Banu Sulaim. Es war aber ein Kundschafter der- 
selben in Medina, welcher sie warnte. Die Muslime fanden sie zu ihrem 
Empfang gerüstet, von allen Seiten umringt starben die meisten den lesb 
Heldentod. Auch der Führer Ihn Abi TAugä ward schwer verwundet 
und blieb für tot liegen, raffte sich aber doch auf und schleppte sich 
nach Medina zurück. 

Bekehrung *Amr's und Xalid's, A. 8 im Cafar. 

'Abdalxamld b. Ga'far von s. Vater lässt 'Amr b. aFAc erzählen: 
nach dem Grabenkriege hatte ich mich mismutig auf mein Landgut al- 
Vahe bei Täif zurückgezogen, so dass ich beim Vertragsschluss von 
alKudaibija in Mekka nicht anwesend war. Als ich vernahm, dass dar- 
nach M. im nächsten Jahre Einlass in die Stadt haben sollte, sagte ich: 
in Mekka ist meines Bleibens nicht, noch auch in Taif. Ich sammelte 



304 Bekehrung 'Amr's und XaMd'a A. 8. 

also einige Männer meines Volkes, auf die ich Einfluss hatte, um mit 
ihnen nach Habesch auszuwandern; denn die Sache des Propheten stieg 
in befremdlicher Weise, und die Herrschaft des Negus schien uns erträg- 
licher. Als wir angelangt waren, kam grade auch ein Gesandter M.'s, 
'Amr b. Umajja alCamrij, zum Negus und überreichte ihm ein Schreiben, 
worin sich M. die Umm Xabiba bint Abi SuQan von ihm zur Ehe aus- 
bat. Nachdem der Gesandte heraus war, sagte ich zu den Anderen: wie 
wäre es, wenn ich jetzt zum Negus ginge und ihn bäte, mir 'Amr zu 
übergeben, damit ich ihm den Kopf abhiebe? Der Negus empfing mich 
freundlich und fragte, ob ich ihm denn auch was mitgebracht hätte. 
Ja, sagte ich, und brachte ihm das viele Leder, welches wir ihm zum 
Geschenk bestimmt hatten. Er freute sich sehr darüber, verteilte einiges 
an seine Grossen, und Hess das üebrige anschreiben und aufspeichern. 
Da dachte ich seine gute Laune zu benutzen und trug meinen Wunsch 
vor. Er aber gab mir einen Schlag auf die Nase, dass ich dachte sie 
wäre zerschmettert ; ich fing das herausstürzende Blut mit meinem Kleide 
auf, ich hätte vor Scham in die Erde kriechen mögen. Darauf sagte ich: 
hätte ich gewusst, dass ich mit meiner Bitte dich erzürnen würde, so 
hätte ich sie nicht gethan. Er schämte sich nun auch und sagte : o 'Amr, 
ich soll dir den Gesandten des Boten Gottes ausliefern, zu dem das grosse 

^ Gesetzbuch kommt, welches vordem zu Moses und zu Jesus gekommen 
ist? In dem Augenblicke verwandelte Gott mein Herz, ich dachte in 
meinem Sinn: Araber und Welsche erkennen diese Wahrheit an, und du 
willst ihr widerstreben? Ich fragte also: ist das dein aufrichtiges Be- 
kenntnis, Herr König? ^Ja wohl, sagte er, und Hu folge ihm auch, 
denn er wird wie einst Moses siegen über alle ^eine Feihde." Da bat 
ich ihn, meinen Handschlag auf den Islam anzunehmen, und er that es. 

169 a Darauf wusch er mir das Blut von der Nase und gab mir einen neuen 
Anzug. Als ich zu meinen Genossen zurück kam, gab ich vor, ich hätte 
diesmal mein Gewerbe noch nicht vorbringen mögen, aber nächstens 
wolle ich es thun. Darauf verliess ich sie, wie um meine Notdurft zu 
verrichten, begab mich aber nach der Rhode und fuhr mit einem eben 
abstossenden Schiffe nach alShu*aiba, wo ich mir ein Kamel kaufte um 
nach Medina zu reisen. Als ich über Marr alGhahran nach alHadba ge- 
kommen war, sah ich etwas vor mir zwei Männer, die abgestiegen waren; 
in dem einen, der die Kamele hielt, erkannte ich j^alid b. alValid. Ich 
rief ihn an und fragte wohin er wolle; er sagte: zu Muhammed, jeder 
Verständige geht jetzt zu ihm über ; wenn wfr es nicht thun , so fasst 
er uns ab wie eine Hyäne in ihrer Höhle. Dann kam auch der Andere 
aus dem Zelt hervor und begrüsste mich, es war Tthman b. Galxa. Da 
teilte ich mit ihnen das Quartier und reiste mit ihnen zusammen. In 



Bekehrung 'Amr's und ialid's A. 8. 305 

Bi'r Abi 'ütba (nahe bei Medina) horten wir einen Mann rufen : o Rabäx, 
Rabäx — und freuten uns der günstigen Vorbedeutung *). Als er 
mich und Xalid erblickte, äusserte er: nun hat Mekka die Zügel über- 
geben, nachdem diese beiden nicht mehr dort sind ^) ; darauf lief er rasch 
nach der Moschee, um M. zu benachrichtigen. Auf der Xarra angelangt, 
machten wir Halt um uns umzuziehen; als das Nachmittagsgebet an- 
gesagt ward, begaben wir uns zusammen zu M. Sein Gesicht strahlte 
vor Freude, und ebenso freuten sich auch die Anderen. Zuerst huldigte 
lalid, dann Tthman, dann ich. Beschämt, ohne aufzublicken, leistete 
ich ihm den Handschlag, unter der Bedingung, dass er mir mein früheres 
Verhalten verzeihe. Er sagte : die Bekehrung zum Islam, und noch mehr 
die Auswanderung nach Medina, wischt aus, was vorhergegangen ist. Er 
stellte hemachmals keinen seiner Genossen' mir und dem Xalid gleich, 
wenn es sich um Rat und That handelte. So blieb es auch unter Abu- 
bekr, und was mich betrifft, auch unter Omar, während derselbe den 
ialid behandelte, als ob er etwas wider ihn hätte. — BH. 716 — 718. 

Diese Erzählung trug ^Abdalxamid dem Jazid b. Abi Xabib vor, der 
sie ebenfalls, und zwar durch eine andere Zeugenreihe (Rashid maula 
Xabib b. Abi üvais von Xabib b. Aus alThaqafij von 'Amr), gehört hatte 
mid sie auf die Zeit kurz vor der Eroberung Mekka's datierte, während 
sich 'Abdalxamid von s. Vater hatte sagen lassen, die drei Männer seien 
A. 8 am 1 Cafar zu M. gekommen. 

Jaxja b. alMughira b. 'Abdalraxman b. alXarith b. Hisham von s. 
Vater: Xalid sagte: die Erfolglosigkeit aller unserer Unternehmungen 
gegen M. überzeugte mich, dass er zuletzt siegen werde. Als ich ihm 
auf dem Zuge von alXudaibija in aFüsfan mit der Reiterei in den Weg i69b 
trat und mich gefechtsbereit machte, machte es grossen Eindruck auf 
mich, dass er ruhig das Mittags- und hernach das Nachmittagsgebet ver- 
richtete; dann bog er rechts ab. Nach der Unentschiedenheit, welche den 
Qurashiten darauf im Friedensschluss bewiesen^), gab ich die Hoffnung 
auf, wusste aber nicht wohin ich mich wenden sollte. Bei der Tmrat 
alQacijja war ich nicht in Mekka anwesend; aber mein Bruder alValid 
b. alValid, der mit dem Propheten einzog, schrieb mir damals einen 
Brief, worin er mich aufforderte, den Islam anzunehmen und hervorhob 
wie grossen Wert M. auf meinen Uebertritt lege. Das machte mir Eindruck, 
im Traume sah ich, wie ich aus einem engen dürren Lande in ein weites 

^) Rabäx, ein häufiger Mannsname, heisst appellativ Gewinn. 
V&kldl, Mohammed. 20 



306 Brief an die :x:uza'a A. 8. 

grünes käme *). Ich beschloss auszuwandern, wollte aber nicht gern allein, 
sondern sah mich nach einem Gefährten um. Ich fragte Cafvan und dar- 
nach Ikrima, beide jedoch weigerten sich entschieden. Schon hatte ich 
beschlossen allein zu gehen, als mir Tthman b. Galxa begegnete. Ich 
scheute mich erst ihn zu fragen, da er Rache für seines Vaters Blut an 
den Muslimen zu nehmen hatte. Ich that es dann aber doch und fand, 
dass er mit demselben Gedanken umging wie ich. Wir verabredeten 
Jägig als Stelldichein und trafen uns dort am andern Morgen ganz früh; 
in alHadba stiess 'Amr b. aUAc zu uns. Als wir in der Nähe Medina's 
170a waren, erfuhr M. unsere Ankunft; auf der Xarra stiegen wir ab und 
egten unsere besten Kleider an. Mein Bruder kam mir entgegen ,um 
mir zu sagen, dass der Prophet mich erwarte; ich machte mich eilig auf 
den Weg zu ihm und er lächelte immerfort, bis ich vor ihm stand und 
das Bekenntnis ablegte. Dann huldigten 'Amr und Tthman, es war A. 8 
im Cafar. Der Prophet legte hernach auf meine Meinung immer den 
grössten Wert. 

Vakidi fragte 'Abdallah b. 'Amr b. Zuhair alKa'bij, wann M. seinen 
Brief an die Xuza'a geschrieben habe. Darauf berichtete 'Abdallah von 
s. Vater von Qabica b. Dhuaib : er schrieb ihnen A. 8 im Gnmada II, als 
viele Araber sich bekehrt hatten, andere aber auch noch im Götzendienst 
verharrten. Die l^uza'iten hatten sich nach dem Frieden von alXndaibija 
sämmtlich beköhrt '), aber unter ihren Nachbaren war der Islam nur wenig 
verbreitet. Als nun 'Alqama b. 'ülätha und die beiden Söhne Handha's 
nach Medina auswanderten, schrieb der Bote Gottes an sie wie folgt: 
„Im Namen des barmherzigen Gottes ! Von Muhammed dem Boten Gottes 
an Budail und an Bishr und Saravät, die Söhne 'Amr's. Friede sei über 
euch, ich preise Gott euretwegen, den Gott, ausser dem es keinen Gott 
gibt. Im üebrigen habe ich nie eure Zugehörigkeit hochmütig übersehen s) 
noch euch geringschätzig behandelt ; ihr steht mir am höchsten von den 
Bewohnern der Tihama und am nächsten in der Verwandtschaft, ihr und 
euer Anhang von den Mueajjabun. Ich gewähre denen von euch, die zu 
mir auswandern, die Rechte, die ich selber habe, sogar wenn sie dabei 
in ihrem Lande bleiben*), wenn sie nur nicht in Mekka sich aufhalten, 
ausgenommen bei der Festfeier. Ich behandle euch wahrlich nicht ge- 

*) Naturlich muss Abubekr hernach den Traum auslegen — ebenso sicher 
wie Omar immer Köpfe abschlagen muss oder wenigstens um die Er- 
laubnis dazu nachsuchen. 

') Diese Angabe wird durch den Brief selber widerlegt. 

3) ^b fM ^ ashammi biillikum? oder: ash'am bikum? S. 312 A.2. 
*) als bloss virtuelle Muhagirun; vgl. fol. 171b. 176a. 177b. 



Kadid A. 8. 307 

ringschätzig, nun da ich Friede geschlossen habe; ihr braucht euch vor 
mir nicht zu furchten und nicht bedrängt zu sein*). Im Uebrigen hat 
sich 'Alqama b. ^Ulätha bekehrt und die beiden Sohne Haudha's, sie sind 
beide nach Mekka übergesiedelt und haben gehuldigt für die, welche 
ihnen folgen von der Familie 'Ikrima. Wer von euch mir folgt, 'dem 
gewähre ich die Rechte, die ich selber habe; wir gehören immer und 
überall zu einander^). Ich halte euch bei Gott nicht für Lügner, und 
euer Herr hat euch lieb***). 

Dasselbe erfuhr Vakidi von 'Abdallah b. Budail von s. Vater von s. 
Grossvater von 'Abdallah b. Maslama von s. Vater von Budail b. Varqä. 

57. 
AlEadid A. 8 im Gafar. 

•Abdallah b. Ga'far von 'Abdalvaxid b. Abi 'Ann von Ja'qub b. 'ütba 
von Muslim b. 'Abdallah alGuhanij von Gundab b. Makith alGuhanij : M. 
schickte uns unter Befehl Ghalib's b. 'Abdallah alLaithij gegen die Banu 
Mulawix in alKadld, einen Zweig der Banu Laith. unterwegs in Qudaid 
begegneten wir alKarith b. Malik b. alBarcä, er sagte, er sei im Begriff 
zum Islam überzutreten, wir aber legten ihn auf alle Fälle in Bande und i70b 
liessen Suvaid b. Caxr als Wache bei ihm zurück mit dem Befehl ihn zu 
töten, wenn er sich nicht füge. Bei Sonnenuntergang gelangten wir nach 
alKadid und versteckten uns an einer Stelle des Thaies. Damach bekam 
ich den Auftrag auf einen Hügel zu steigen, von dem man die Nieder- 
lassung der Feinde beobachten konnte. Ich streckte mich oben platt hin; 
aber ein Mann trat aus dem Zelte und sagte zu seiner Frau: ich sehe 
darben was Schwarzes, welches ich heute früh nicht gesehen habe; sieh 
einmal nach, ob dir die Hunde etwas weggeschleppt haben. Da sie nichts 
vermisste, Hess er sich Bogen und Pfeile von ihr reichen und schoss 
auf mich zweimal. Er traf mich auch, ich blieb aber ruhig liegen und 
zog nur die Pfeile heraus. Da sagte er: wäre es ein Späher, so würde 
er sich rühren; meine beiden Pfeile stecken darin; morgen früh holst du 

*) fj^^ J^t v5 5^i (j^*^ ^ Luiaju d. i. im heiligen und profanen 
Gebiete. Gegen Sprenger III 314, 

') M. begegnet dem Verdachte der iXluza'a, dass er sich weniger aus ihnen 
mache, seit er sie (in Folge des Friedens mit Mekka A.'s) weniger nötig 
habe, und erklärt sich bereit sie eventuell — wenn sie den Islam an- 
nehmen — den Emigranten gleichzustellen, selbst wenn sie nicht nach 
Medina übersiedeln. Vgl. fol. 176 b. 177 a. 

20* 



308 Dhat-Aelax A. 8. 

mir sie wieder, hol dich der Henker ! damit die Hunde sie nicht zerkauen. 
Damit ging er in sein Zelt. Das Vieh kam von der Weide zu Hause und 
wurde gemolken und getränkt; als Alles ruhig war, überfielen wir sie, 
töteten die, die sich zur Wehre setzten, nahmen Weiber und Kinder ge- 
fangen und trieben das Vieh fort. Dann machten wir uns mit der Beute 
auf den Rückweg, indem wir unterwegs den Ihn alBarcä und seinen 
Wächter mitnahmen. Indessen hatten die Ueberfallenen den Landsturm 
aufgeboten und waren uns mit Uebermacht nachgerückt — wir waren 
nur etwas über zehn Mann. Es trennte uns aber ein Vadi, über den sie 
nicht herüber konnten, weil er durch einen plötzlichen Regenguss ange- 
schwollen war; ich sehe noch ihren Zorn darüber. Beim Antreiben seines 
Kamels sang damals unser Führer: Abu IQasim will nicht, dass du frei 
schweifest auf einer Weide mit saftigem dichten Kraute, dessen Spitzen 
gelb sind wie Gold '). — BH. 973—975. 

58. 

A. 8 im Rabi* I schickte M., wie alZuhrij berichtet, 15 Mann unter 
Ka'b b. 'ümair alGhifarij nach Dhat-Aeläx in alShäm^). Sie trafen auf 
eine grosse Schar ') und fielen allesamt, bis auf einen, der ebenfalls ver- 
wundet war und für tot liegen blieb, sich dann aber nachts, als es kühl 
ward, aufraffte und glücklich nach Medina entkam. 

59. 

171a A. 8 im Rabi* I schickte M., wie Ihn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abd- 

allah b. Abi Farva von 'Umar b. alXakam berichtet, 24 Mann unter 
Shugä* b. Vahb gegen einen Haufen der Haväzin in alSij im Lande der 
Banu 'Amir. Der Ueberfall gelang, sie machten reiche Beute, so dass 
auf jeden Mann 15 Kamele oder 150 Schafe kamen, und kehrten nach 
15 Tagen nach Medina zurück. — Ibn Abi Sabra von Muxammad b. 
'Abdallah b. 'ümar b. 'üthman: auch Weiber waren erbeutet, wurden aber 
ihrem Stamme zurückgegeben, als derselbe Abgeordnete nach Medina 
schickte und söinen Uebertritt zum Islam erklärte. Nur ein hübsches 
Mädchen zog es vor (wie Ibn Abi Sabra von einem alten Mediner erfuhr) 
bei Shugä' zu bleiben, in dessen Besitz sie gekommen war. Sie blieb 
seine Frau, bis er am Tage von alJamama fiel, gebar ihm aber keine 
Kinder. 

Das Lied bezieht sich offenbar nicht auf das Antreiben des Reittieres, 
sondern auf das Forttreiben des geraubten Viehs von der schonen Weide. 

2) eine Tagereise von alBalqä fol. 3 b. 

^) Nach Ibn Abi Sabra von alXarith b. alFudail hatten die Feinde Wind 
bekommen. 



Sij A. 8. 309 

Als Vakidi dem Ibn Abi Sabra gestand, über diesen Zug noch nie 
etwas gehört zu haben, sagte dieser, er wisse noch mehr und erzählte 
ihm den Zug Queba's b; *Amir gegen die Xath'am. Vgl. No. 66 fol. 220 a. 

60. 
Mu'ta, A. 8 im Gumada I'). 

Rabi'a b. 'üthman b. alXakam: M. schickte alXarith b. Tmair al- 
Azdij, von den Banu Lihb, mit einem Schreiben zum Könige von Bostra; 
unterwegs ab^r, in Muta, ward er von Shuraxbil b. 'Amr alGhassänij an- 
gehalten, eingekerkert und als Gesandter M.'s enthauptet; keinem anderen i7ib 
Gesandten des Boten Gottes ist das je begegnet. Um den Mord zu rächen, 
erliess M. das Aufgebot; die Muslime waren sehr bei der Hand und 
sammelten sich in alGurf, schon ehe der Führer ernannt war. Nach dem 
Mittagsgebet sagte M. : Zaid b. Xaritha hat den Befehl; wenn er fällt, so 
geht er auf Ga'far über; nach diesem auf 'Abdallah b. Raväxa; fällt auch 
dieser, so soll das Heer sich selber einen Führer setzen. Als der Jude 
alNu'man^) diese Worte hörte, sagte er zu M.: wenn du ein Prophet 
bist, Abu IQasim, so fallen sie alle drei; und zu Zaid: mach dein Testa- 
ment! Darauf übergab M. dem Zaid die weisse Fahne, und 3000 Krieger 
rückten aus. Die Zurückbleibenden nahmen besorgten Abschied von 
ihnen, besonders von den Befehlshabern, und sprachen den Wunsch aus, 
dass Gott sie gesund und beutebeladen heimführen möge. Aber dem Ibn 
Raväxa stand der Sinn auf Höheres ^). 

Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah b. Abi Galxa von Rafi' b. Isxaq 
von Zaid b. Arqam: ^Zaid bekam folgende Verhaltungsregeln von M. mit 
auf den Weg. „Fordere die Feinde auf dem Islam beizutreten, und zwar 
entweder nach Medina überzusiedeln — dann haben sie alle Rechte und 
Pflichten der Emigranten, oder in ihrem Lande zu bleiben — dann stehen 
sie wie die Araberstämme der Muslime unter der Herrschaft Gottes, haben 
aber keinen Teil an der Beute, ausser wenn sie mit zu Felde ziehen. . 
Wollen sie den Islam nicht annehmen , so fordere sie auf die Kopfsteuer 
zu entrichten. Wollen sie auch das nicht, so eröffne den Kampf. Kapi- 
tulationen schliesse nicht im Namen Gottes und seines Boten, sondern 
nur in deinem und deines Vaters und deiner Genossen Namen ; dann hat 
es weniger auf sich, wenn ihr sie nicht halten könnt.** 

Abu Cafvan von Xalid b. Jazid : M. gab den ausziehenden Kriegern 
das Geleit bis zur Abschiedshöhe, da blieb er stehen und befahl ihnen 

*) Bei Vakidi fehlt die Monatsangabe; auch in der Uebersicht. 
«) folgt einer der Verse BH. 791. 



310 Mu'ta A. 8. 

172a ZU guter letzt, sie sollten die hochmiitigen Glatzkopfe niedersäbeln, aber 
die Einsiedler in Frieden lassen *), keine Frauen und Kinder und Greise 
töten, keine Bäume umhauen und keine Hänser zerstören. 

Abu'lQasim b. 'Umara b. Ghazijja von s. Vater von *Aeä b. Abi 
Muslim: Ibn Ravaxa bat M. beim Abschied ihm einen Denkspruch mit 
auf den Weg zu geben. „Du kommst morgen in ein Land, wo wenig an- 
gebetet wird, mehre du die Anbetung (sugüd)!" Er bat um mehr. „Ger 
denke Gottes, denn er ist dir Beistand bei allem, wonach du trachtest.^ 
Das genügte ihm auch noch nicht, er wollte etwas Besonderes haben»). 
„0 Ibn Raväxa, so oft du einem Dinge nicht gewachsen bist, zwing dich, 
auch wenn du es zehnmal schlecht gemacht hast, es einmal gut zu 
machen.** Damit war er zufrieden. 

Zaid b. Arqam: Ibn Ravaxa war mein Pflegevater, nie hat es einen 
besseren gegeben. Ich zog mit ihm aus nach Muta, er liess mich hinter 
sich reiten. Eines Nachts sang er, das Kamel anredend: „Bringst du mich 
hin und trägst du meinen Sattel vier Tagereisen weit hinter alXisä^ so 
seien gute Dinge deine Kost (zäduka) und Tadel bleibe dir ferne, und 
ich will nicht zurückkehren zu den Meinigen daheim. Die Muslime, heim- 
gekommen, werden mich im Nordlande zurückgelassen haben in meiner 
letzten Ruhestatt (muntaha Ithaväi); da nehme ich keinen Teil mehr am 
Wachstum von Kräutern (nuglin) und von Palmen, deren Boden gut be- 
wässert ist.** Darüber fing ich an zu weinen, er aber klappte mich mit 
der Hand und sagte: was schadet es dir, wenn mir Gott das Martyrium 
schenkt und mich von den Leiden dieser Welt befreit, und wenn du dann 
im Sattel des Kamels *) zu Hause reitest? Darauf stieg er ab und nach- 
dem er lange gebetet hatte, rief er mich und sagte: es ist, so Gott will, 
das Martyrium. — BH. 793. 794. 

Der Auszug der Muslime war den Feinden nicht unbekannt geblieben. 
Als sie in Vadi IQurä lagerten, trafen sie mit einer Schar von 50 Reitern 
zusammen, welche Shuraxbil b. 'Amr alAzdij auf Recognoscierung ausge- 
sandt hatte, und töteten deren Führer Sadüs b. *Amr, den Bruder Shurax- 
bil's. Darauf schickte Shuraxbil noch einen anderen Bruder vor, Vabr b. 
'Amr, er selber hielt sich furchtsam in der Festung. Als die Muslime 
in der Gegend von Ma'än warien, erfuhren sie, Heraklius habe sich in 

Tabari ed. Koseg. p. 48. 
') i}»^*jjt -XoLÄ ry^9 nicht mehr hinten auf. 



Mu'ta A. 8. 311 

Maab im Lande alBalqä gelagert mit 100000 Mann von Bahrä und Väil 
und Bakr und Laim und Gudham, über die ein Mann von Balij namens 
Malik das Gommando führe. Auf diese Kunde machten sie zwei Tage 
Halt um sich zu beraten. Sie meinten erst, es sei das beste an M. zu 
schreiben, damit er sie entweder zurückberufe oder ihnen Verstärkung 
schicke. Aber Ihn Ravaxa brachte sie dazu, ihr Zagen zu besiegen und 
vorwärts zu ziehen. 

Rabi'a b. Tthman von alMaqbarij von Abu Huraira: ich war ge- 
blendet') von der Zahl, der Bewaffnung und dem Schmuck des feind- i72b 
liehen Heeres; Thabit b. Arqam erinnerte mich an Badr, um mich zu 
ermutigen. 

Bukair b. Mismär von Ihn KaT) alQuraehij, und Ihn Abi Sabra von 
IJmära b. Ghazijja: als die Heere zusammenstiessen , nahm Zaid die 
Fahne, um vor den Reihen der Muslime zu kämpfen, und zwar zu Fuss, 
denn die Anführer kämpften jenes Tags zu Fuss. Er ward durch einen 
Lanzenstich getötet; darauf ergriff Ga^far die Fahne, nachdem er abge- 
stiegen war und sein Pferd — es war ein Fuchs — gelähmt hatte, und 
kämpfte bis er fiel. — 'Abdalljah b. Muxammad von s. Vater: ein Grieche 
spaltete ihn durch einen Hieb; allein auf der einen Hälfte, die in ein 
Rebengewinde fiel, fanden sich über dreissig Wunden. — Nach anderen 
waren zweiundsiebzig, nach anderen über sechzig Wunden an seiner Leiche. 

Muxammad b. Calix von 'Acim b. *ümar b. Qatäda, und *Abdalgabbär 
b. 'ümära von 'Abdallah b. Abi Bakr: derweil sass M. auf der Kanzel 
und sah den Kampf mit geistigem Auge ^) und erzählte den Anwesenden, 
wie die Fahne von Zaid auf Ga'far und von Ga'far auf Ihn Ravaxa über- 
ging, bis auch dieser erlag. Als Ga'far gefallen war, sagte ef: er ist 
ins Paradies eingegangen und fliegt darin herum, wohin er Lust hat, 
mit zwei Flügeln von Hyacinth. Bei Ihn Ravaxa sagte er bloss: er ist 
mit einigem Widerstreben ins Paradies eingegangen. Darüber gekränkt, 
fragten ihn die Mediner, was das Widerstreben zu bedeuten habe. Sie 
erhielten zur Antwort: die Wunden trafen ihn, da ward er kampfscheu, 
aber dann schalt er seine Seele und fasste neuen Mut; und so ist er 
als Märtyrer gefallen und ins Paradies gekommen. Da fiel den Medinern 
ein Stein vom Herzen. — 'Abdallah, b. Muxammad b. 'ümar b. 'Alij von 
8. Vater, berichtet folgenden Ausspruch M.'s : ich sah Ga'far als Engel im 
Paradiese fliegen mit blutigen Schwungfedern, und Zaid sah ich in ge- 
ringerer Herrlichkeit. Darüber wunderte ich mich; denn ich hätte Zaid 
für nicht geringer als Ga'far gehalten. Aber Gabriel sagte mir: Zaid 



312 Mut'a A. 8. 

steht nicht unter Ga'far, Ga*far ist bloss wegen der Verwandtschaft mit 
dir bevorzugt. — Jaxja b. 'Abdallah b. Abi Qatada von alMaqbur^ von 
Abu Huraira: M. sagte, der beste Reiter sei Abu Qatada, und der beste 
Fusskämpfer Salama b. alAkva*. 

Näfi' b. Thabit von Jaxja b. *Abbad von s. Vater: ein bei der 

Schlacht beteiligter Murrit, dem gesagt wurde , j^alid sei ja wohl damals 

ausgerissen, erwiderte : nein, so war es bei Gott nicht, sondern nach Ihn 

Raväxa's Fall entstand ein Handgemenge um die hingesunkene Fahne; 

173 a darauf sah ich Xalid mit ihr entfliehen, und wir folgten ihm. 

Muxammad b. Calix von einem Araber von s. Vater: nach Ibn Ra- 
växa's Fall entstand die schimpflichste Flucht, die ich je gesehen habe, 
bis Thabit b. Arqam die Fahne aufnahm und die Mediner um sich sam- 
melte — viele waren es freilich nicht. Als er aber Xalid gewahrte, 
übergab er diesem die Fahne. Nach einigem Sträuben nahm Xalid sie 
an, setzte noch eine kurze Zeit den Kampf fort, und zog sich dann mit 
den Muslimen zurück. — Ibn Abi Sabra von Isxaq b. 'Abdallah von 
Ibn Ka'b b. Malik von einigen seiner Verwandten, die dabei gewesen 
waren : als die flüchtigen Muslime von den Feinden verfolgt wurden, rief 
Queba b. 'Amir den Seinen zu, es sei besser von vorn als von hinten ge- 
tötet zu werden , und wollte sie zum Stehen bringen. Aber sie folgten 
alle dem flüchtigen Fahnenträger. — Isma'il b. Muc'ab von Ibrahim b. 
Jaxja b. Zaid: es geschah auf allgemeinen Beschluss, dass Thabit die 
Fahne an Xalid übergab. 

*Aeeäf b. Xälid: nachdem Ibn Ravaxa Abends gefallen war, blieb 
Xalid die Nacht auf dem Schlachtfelde ; am anderen Morgen erneuerte er 
den Kampf mit veränderter Schlachtordnung, indem er sein Hintertreffen 
zum Vordertreffen, seinen linken Flügel zum rechten machte, und umge- 
kehrt. Da glaubten die Feinde, es seien Verstärkungen eingetroffen, und 
bekamen einen Schrecken und flohen und wurden niedergemacht wie nie. — 
Abdallah b. alXarith b. alFucail von s. Vater: als Xalid die Fahne er- 
griff, sagte der Prophet : nun ist der Ofen heiss geworden ^). — Aber das 
Glaubwürdige ist nach Vakidi, dass Xalid die Flucht leitete. Davud b. 
Sinan von Tha'laba b. Abi Malik: die Muslime schoben auf Xalid die 
Schuld der Flucht^). 

1) g./-^t ^j4S> ^t (fol. lila. 202b). Ibn Abi IZinad erklärt freilich 
anders: ^j*^y^^ ßj^\ ^ ^LÄt^t ^y^ J^-v^t q-o pLoJI u>äL 

Lp^AjJ JLÄt ^LT iüt JJt ^ ^y^\ w5ÜÖ ^^^^ ü!^ c^Ü Löj! 

Der Sinn der Redensart steht fest; vgl. Gauh. unter dem Worte. 

«) 2U j»LÄÖ 



Mu'ta A. 8. 313 

Xalid b. Aljäs von Calix b. Abi Xassan von 'übaid b. Xunain von 
Ibn Sa'id alXudrij: bei der Heimkehr der Flüchtigen gingen die Leute 
ihnen bis alGurf entgegen, sprengten ihnen Erde ins Gesicht und schmähten 
sie. M. aber nahm sie in Schutz *). — Derselbe von Abu Bakr b. 'Abd- 
allah b. Ttba: so übel wurden die Flüchtigen empfangen, dass wenn 
einer zu Hause kam und anklopfte, ihm die Seinigen nicht aufthun wollten. 
So erging es den Jüngeren; die Alten aber schämten sich auszugehen, 
bis der Prophet dem ein Ende machte. — Muc'ab b. Thabit von *Amir 
b. 'Abdallah b. alZnbair von Abu Bakr b. 'Abdalraxman b. alXarith b. 
Hisham: ümm Salama wunderte sich, warum Salama b. Hisham b. al- i73b 
Mughira sich gar nicht sehen lasse, und fragte seine Frau, ob ihm etwas 
fehle. Als sie erfuhr, dass er nicht ausgehen könne, weil er sofort als 
Aasreisser von Muta verhöhnt würde, sagte sie es dem Propheten; der 
sorgte dafür, dass die Belästigung aufhörte. — Xalid b. Aljäs von alA'rag 
von Abu Huraira: wir bekamen unangenehme Dinge zu hören; bei einem 
Wortwechsel nannte mich mein Vetter einen Ausreisser von Muta, ^da 
wnsste ich ihm nichts zu erwidern. 

Malik b. Abi Raggäl von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm von Umm 
'Isa b. alXazzär von Umm Ga'far bint Muxammad b. Ga'far von Ga'far's 
Frau Asmä bint 'ümais: am Morgen des Tages, an welchem Ga'far fiel, 
gerbte ich Häute ^) und knetete Teig, dann nahm ich meine Kin- 
der vor und wusch ihnen das Gesicht und that lihnen Fett ins Haar. 
Darauf besuchte mich M. und wollte die Kinder sehen. Als ich sie 
brachte, nahm er sie in den Arm und beroch sie und weinte dabei. Ich 
fragte gleich, ob er etwa Nachrichten von Ga'far habe; er sagte: ja, er 
ist gefallen. Da fing ich an zu schreien, und die Weiber sammelten sich 
zu mir. Er aber verbot mir zu zetern und die Brust zu zerschlagen. 
Darauf ging er fort, um seiner Tochter Fäeima die Trauerkunde zu über- 
bringen, die sagte nur: weh um meinen Oheim! — das billigte er. Er 
gab Auftrag, uns Essen zu kochen, da wir an andere Dinge dächten. 

Muxammad b. Muslim von Jaxja b. Abi Ja'lä von 'Abdallah b. Ga'far: 
ich erinnere ^ch, wie der Bote Gottes zu meiner Mutter kam um ihr 
den Tod meines Vaters anzusagen, wie er mir und meinem Bruder den 
Kopf streichelte, wobei ihm die Thränen in den Bart rannen, und vne 
er für uns betete, dass Gott uns den Vater aufs Beste ersetzen möge. 
Darauf sagte er meiner Mutter zum Trost: Gott hat Ga'far zwei Fittiche 
verliehen, mit denen er im Paradies herumfliegt. Da sie ihn bat, das 

sie seien nicht furrär, sondern kurrär; d. h. sie ziehen sich nur zurück, 
um den Angriff zu erneuern. 

5) jiOt ^ Uo Q-ou^t BH. 796,11. 



314 Mu'ta A. 8. 

doch allen Leuten zu verkünden, ging er in die Moschee, stieg traurigen 
Gesichts auf die Kanzel und machte es öffentlich bekannt. Mich hatte er 
mitgenommen, ich sass auf der untersten Stufe der Kanzel. Dann ging er 
mit mir in sein Haus und Hess auch meinen Bruder holen; wir assen bei 
ihm zu Mittag, wahrhaftig eine schöne, gesegnete Mahlzeit! Seine Magd 
Salma mahlte Gerste, blies die Eleie ab, und machte den Teig gar; dann 
bestrich sie ihn mit Oel und streute Pfeffer darauf; das bekamen wir 
beiden zu essen. Wir blieben drei Tage bßi dem Propheten, indem wir 
mit ihm in den Hütten der Frauen wechselten. Hernach, als wir wieder 
zu Hause waren, besuchte er uns einmal, als mir grade ein Angebot für 
ein Schaf meines Bruders gemacht wurde. Er sprach : Gott segne seinen 
Handschlag — seitdem hatte ich immer Segen bei allem Kauf und 
Verkauf. 

*ümar b. Abi *Atika von 'Abdalraxnian b. alQasim von s. Vater von 
174 a 'Äisha: als die Nachricht von Ga*far's Tode kam, war dem Boten Gottes 
die Traurigkeit anzusehen; er sagte aber: es ist eine alte Geschichte, 
dass die Aufopferung den Menschen schadet. Als ihm ein Mann mel- 
dete, dass die Weiber gar nicht aufhören wollten zu jammern, befahl er 
ihm, ihnen Schweigen zu gebieten^ und wenn sie sich nicht sagen Hessen, 
ihnen den Mund mit Erde zu stopfen. Ich aber dachte bei mir selbst: 
dass dich! du wirst doch wohl so verständig sein, dem Befehl nicht 
zu gehorchen! Ich hörte nämlich — berichtet Sulaiman b. Bilal von 
•Jaxjä b. Sa'id von *Amra von *Äisha — durch die Thürritze zu. 

'Abdallah b. Muxammad von Ibn *Aqil von Gabir b. ^Abdallah: 
ein Mann brachte zu M. einen Siegelring, dessen Besitzer er bei Muta 
erschlagen hatte; M. sprach ihm den Bing zu. 

Auf b. Malik alAshga'ij: im feindlichen Heere befanden sich viele 
Quca'iten und andere christliche Araber. Als wir uns gegenüberstanden, 
sprengte auf einem Fuchse ein Grieche daher, mit vergoldeten Waffen 
und vergoldetem Zaum, um die Seinen zum Kampfe gegen die Muslime 
anzufeuern. Ich hatte aber einen Mann von den himjarischen Hülfstruppen 
zum Gefährten , der den Zug mitmachte ohne Waffen zu^haben. Einen 
Schild hatte er sich aus der Haut eines geschlachteten Kamels gemacht, 
die ihm geschenkt war ; er hatte sich ein passendes Stück herausgeschnitten, 
es gedörrt, den Rand mit Nägeln beschlagen und als es trocken war eine 
Handhabe daran gemacht. Jetzt lauerte er jenem Griechen hinter einem 
Steine auf, und als derselbe dort vorbeiritt, brachte er sein Pferd und 
ihn selber zu Fall, kam dann mit dessen eigenem Schwerte über ihn und 
tötete ihn. 

Bukair b. Mismär von 'ümara b. Ghazijja von s. Vater: bei Muta 
erlegte ich im Zweikampf einen Mann, welcher einen Hyacinth am Helm 



Dbat-alSaläsil A. 8. 315 

tnig^ grade auf deu Hyacinth hatte ich es abgesehen. Ich bekam ihn 
von M. zugesprochen, verkaufte ihn zu Omar's Zeit für acht Dinare, und 
erwarb dafür einen Palmgarten im Gebiete der Banu Xaema. 

Verzeichnis der beiMuta Gefallenen: Ga'far, Zaid, Mas'ud b. alAsvad 
b. Xaritha b. Nacla, Vahb b. Sa'd b. Abi Sarx von den Emigranten; 
Suräqa b. 'Amr, alXarith b. alNu'man, Ihn Raväxa, 'übada b. Qais von 
den Medinem. — BH. 791—802. 



61. 
Dhat'-alSaläsil, A. 8 im Gumada IL 

Rabi'a b. Tthman von Ihn Ruman, und Aflax b. Sa*d von Sa'id b. 
'Abdalraxman b. Rnqaish von Abu Bakr b. Xazm, und Abdalxamid b. 
Ga'far und Andere : ein Haufe von Balij und Qu6ä'a hatte sich zusammen- 
gerottet um Streifzuge gegen M. zu unternehmen. Gegen sie sandte M. 
den *Amr b. al'Ac, mit 300 der edelsten Emigranten und Mediner und 
30 Pferden; er übergab ihm ein weisses Livä und eine schwarze Räja. 
Unterwegs sollte er Hülfstruppen an sich ziehen von den Balij, 'üdhra,. 
und Balqain; er war nämlich mit diesen Stämmen durch seine Gross- 
mutter ümm al*Ac b. Väil verwandt, welche aus Balij stammte. Er kam i74b 
unvermerkt bis dicht an die Feinde und schlug eines Abends in ifirer 
Nähe Lager. Es war Winter und die Gegend kalt; seine Leute sammelten 
Holz um Feuer anzuzünden; er aber verbot es und trat scharf auf, als 
em angesehener Emigrant Widerworte hatte. Da ihm die Feinde zu 
zahlreich waren, Hess er M. durch Rafi' b. Makith alGuhanij um Ver- 
stärkung bitten. M. sandte 200 Mann, darunter Omar und Abubekr, unter 
Abu Tbaida b. alGarrax. Es entstand aber ein Streit über den Ober- 
befehl, Abfi 'übaida macTite Anspruch darauf, aber 'Amr wollte ihn nicht 
fahren lassen. Zuletzt gab Abu 'Ubaida nach, eingedenk der Mahnung, 
die ihm M. mit auf den Weg gegeben hatte, Eintracht zu halten und 
sich nicht zu streiten; so betete also *Amr sämmtlichen 500 Mann vor. 
Mit diesem Heere zog er nun offen, nicht bloss bei Nacht, sondern auch 
bei Tage, durch das Land der Balij und Tdhra und Balqain, aber immer 
wenn er an den Ort, wo sich ein Haufe zusammengerottet haben sollte, 
hinkam, hatten sich die Feinde zerstreut, bis sie ihm endlich in nicht 
grosser Zahl an der äussersten Grenze ihres Gebietes stand hielten. Er 
sprengte sie auseinander und blieb dann noch ein paar Tage dort; die 
Reiter erbeuteten einiges Vieh, aber nicht mehr als was zur Schlachtung 
diente. — BH. 984 1 

Rafi* b. ^Abi Rafi* alGäij : als Heide hatte ich ein Räuberleben ge- 
führt, ich that Wasser in Strausseneier und stellte dieselben an Orte die 



316 Dhat-alSaläsil A. 8. 

ich mir merkte, wenn ich dann vorbeikam und hatte Darst, holte ich sie 
und trank daraus. Jetzt war ich unter denen, die mit Abu ^Ubaida 
auszogen. Da ich gern einen Kameraden haben wollte, durch den Gott 
mir Nutzen schaffte, so schloss ich mich an Abubekr an. Er trug einen 
fadakitischen Ueberwurf ; wenn er ritt, steckte er ihn mit einer hölzernen 
Nadel zu; wenn er abstieg, breitete er ihn als I)ecke auf den Boden. 
Auf dem Rückwege bat ich ihn, mir etwas zu lehren, wodurch Gott mir 
Nutzen schaffte. Er antwortete, das würde er auch ungebeten gethan 
haben, zählte dann die fünf Hauptgebote des Islam auf und fügte zum 
Schluss den guten Rat hinzu: „wirf dich nicht zum Befehlshaber auf, 
175a sei es auch nur über zwei Muslime!''^) Als er hernach CJhalif geworden 
war, hielt ich ihm seinen guten Rat vor; er sagte, er habe sich den 
Menschen nicht entziehen können. — BH. 985 f. 

'Auf b. Malik alAshga'ij war auf diesem Feldzuge der Quartiergenosse 
Omar's und Abubekr's. Er verstand sich aufs Schlachten und besorgte 
das eines Tages für Leute, die es nicht konnten; zum Lohn empfing er 
den zehnten Theil des Fleisches, den er dann zusammen mit Omar und 
Abubekr verzehrte. Als diese beiden aber erfuhren, wie er zu dem 
Fleisch gekommen war, verwahrten sie sich*) und machten ihm schwere 
Vorwürfe; ebenso thaten auch Abu 'übaida und die Anderen. — BH. 986 f. 

'Amr b. *Ac hatte auf dem Rückwege eine Pollution; da es sehr 
kalt war, unterliess er die vorgeschriebene Vollwaschung, wusch nur die 
Scham- und betete darnach vor. Er schickte den 'Auf b. Malik nach 
Medina voraus ; als der morgens früh zu M. kam (den er im Gebet traf), 
sagte ihm dieser gleich: du bist der, der die Geschichte mit dem ge- 
schlachteten Kamel gemacht hat? Dann Hess er sich über Alles Bericht 
erstatten und erfuhr auch, dass 'Amr die Vollwaschung unterlassen habe. 
Er stellte denselben hernach darüber zur Rede , musste aber lachen , als 
'Amr erwiderte: „ich hätte mich zu Tode erkältet, und es steht doch 
geschrieben (Sur. 4, 33), man i^oUe sich nicht selber umbringen.** 



Darauf folgt noch eine weitere Rede. „Alle Muslime sind Gäste (*uwad) 
und Schützlinge (girün) Gottes und stehen in seinem Frieden (amäna); 
wer den verletzt (aifara), verletzt Gott selber in seinen Schützlingen. 
Wenn einem von euch ein Schaf oder Kamel verloren geht, so schwellen 
ihm gleich, aus Eifer für diesen seinen Schützling, seine Muskeln; 
ebenso steht auch Gott hinter seinem Schützling." ßH. 986, 10 — 13. 

^) ...LüiÄJ LqLä ^'. lieber den gegenwärtigen Anteil des Schlächters an 
Fleisch in Arabien siehe Robertson Smith, The Old Testam. p. 440. 



Ghazvat alXabe A. 8. 317 

62. 
Der Feldzng des Laubabschlagens, A. 8 im Ragab. 

Davud b. Qais, und Malik b. Anas, und Ibrahim b. Muxammad al- 
Ancarij (aus der Familie Thabit b. Qa^s b. Shammäs b. Xariga b. alXarith): 
eine Schar von 300 Mann, welche unter Abu 'übaida gegen einen guha- 
nitischen Stamm an der Meeresküste ausgesandt war, hatte schwer von 
Hunger zu leiden. Der Anführer Hess allen Mundvorrath zusammen- 
bringen, sogar eine Dattel wurde noch in Stücke geteilt. „Was konnte 
denn das Dritttheil einer Dattel helfen ! " — wurde dem Gabir *) eingeworfen. . 
Er sagte : wir vermissten es sehmerzlich. Wir waren zu Fuss, nur einige 
Lastkamele hatten wir bei uns, wir schlugen das junge Laub*) von den 
Bäumen ijnd assen es, bis unsere Lippen aussahen wie die Lefzen von 
Kamelen , die Ißahblätter gefressen haben. Wären wir auf den Feind 
getroffen, so hätten wir uns nicht mehr rühren können. Als das so 
einige Tage gedauert hatte, trat Qais b. Sa'd b. Tbada auf und rief: 
wer will mir Schlachtkamele gegen Datteln verkaufen, so dass er mir 
die Kamele hier und ich ihm die Datteln in Medina liefere ? Ein Guhanit i75 b 
hörte es, und als er erfuhr, dass Qais der Sohn Sa'd's b. 'übada b. Du- 
laim sei, war er sofort bereit ihm fünf Kamele zu verkaufen, jedes um 
zwei Vasq trockener Datteln von den Palmen der Familie Dulaim. Zeugen 
sollten den Handel bestätigen, auch Omar ward dazu aufgefordert. Dieser 
hatte schon vorher sich höhnisch geäussert, dass Qais Schulden auf fremdes 
Gut mache, denn es gehöre nicht ihm, sondern seinem Vater; er weigerte 
sich jetzt, Zeuge zu sein, und es kam darüber zu einem heftigen Wort- 
wechsel. Drei Tage nach einander gab nun Qais je ein Kamel zum 
Besten; als er es aber am vierten Tage wieder thun wollte, verbot es 
ihm der Anführer: er solle nicht seine Familie ruiniren, da er selber 
kein Vermögen habe. 

Muxammad b. Jaxja b. Sahl von s. Vater von Rafi' b. Xadig : Omar 
steckte hinter* Abu 'übaida und bewog ihn auch sich durch die Vor- 
stellungen nicht erweichen zu lassen, die Qais ihm machte. Was Sa'd b. 
'Ubada betrifft, so hatte er gleich, als er durch Hörensagen von der 
Hungersnot erfuhr, gesagt: wenn Qais so ist wie ich hoffe, so wird er den 
Leuten schlachten. Er billigte durchaus das Verfahren seines Sohnes und 
schenkte ihm, als er heimgekehrt war, vier Palmgärten, damit ihm einö 

^) Es ergibt sich erst hier, dass Gabir der autor primarius dieser Erzäh- 
lung ist. 



318 Xacira A. 8. 

solche Behandlung nicht abermals widerfahren könne '). üeber die Schen- 
kung stellte er ihm eine Urkunde aus, welche auch Abu 'übaida unter- 
schrieb ; Omar aber wollte nicht mit unterschreiben. Der Beduine bekam 
die ausbedungenen Datteln und ward dazu mit einem Reittier und einem 
Anzüge ausgestattet. Als M. von Qais horte, sagte er, er gehöre einem 
nobeln Hause an. 

Malik b. Anas von Vahb b. Kaisän von Gabir, und Ihn Abi Dhi'b 
von s. Vater von Gabir : das Meer warf uns einen Fisch aus, der war so 
gross wie ein Berg, davon ass das Heer zwölf Tage. Unter zweien seiner 
Rippen, die Abu 'Ubaida aufpflanzen liess, konnte ein Reiter zu Kamel 
hindurch ohne anzustossen; in seiner Augenhöhle (xagäg) konnte einer 
sitzen. — BH. 992. 

63. 

176a Xacira*), A. 8 im Sha'ban. 

Muxammad b. Sahl b. Abi Xathma von s. Vater von 'Abdallah b. Abi 
Xadrad alAslamij : ich war verlobt mit der Tochter des bei Badr gefallenen 
Naggariten Suraqa b. Xaritha und liebte sie über Alles; aber ich konnte 
das Brautgeld von 200 Dirham, das ich versprochen hatte, nicht auf- 
bringen. Endlich stellte ich meine Lage dem Boten Gottes vor. Der 
sagte, die Summe sei sehr hoch^) und er könne mir nichts dazu geben, 
doch solle ich teilnehmen an einem Zuge, zu dem er eben den Abu Qatada 
aussende, da werde mir Gott wohl den Brautpreis bescheren. Das that 
ich denn auch. Wir zogen unser 16 Mann nach dem Nagd zu gegen die 
Ghaeafan, und es gelang uns, einen grossen Trupp derselben in einer 
Niederlassung am Wasser in der Nacht zu überraschen; ich hörte einen 
rufen: o Xacira 2); das nahm ich für ein glückliches Vorzeichen. Nachdem 
uns der Angriff geglückt war, tanzte ein langer Mann mit gezücktem 
Schwerte höhnisch vor mir her, lästerte den Boten Gottes und rief mir 
zu: komm her, Muslim, ins Paradies. Nun hatte Abu Qatada unser zwei 
und zwei verbrüdert, so dass wir uns nicht von einander trennen sollten, 
und uns geboten die Feinde nicht zu weit zu verfolgen. Ich konnte aber, 
obwohl mein Geselle mich zurückhalten wollte, es nicht lassen, jenem 
Manne nachzulaufen und ihn mit Pfeilen zu beschiessen, bis ich ihn end^ 
lieh erlegte und. ihm sein Schwert abnahm. Abu Qatada schalt, als ich 

Nach 'Abdallah b. aIXigazij von 'Amr b. 'Uthman b. Shuga' that er das 
auf Veranlassung des Beduinen. 

appellative Bedeutung ist = grünes, üppiges Land. 




Einnahme von Mekka A. 8. 319 

zurückkam; aber ich entschuldigte mich. Darauf machten wir uns mit 
der Beute auf den Heimweg, ich fand mich unvermutet im Besitz eines 
schönen Weibes *). Sie drehte sich immer um auf dem Kamele ; auf 
meine Frage, nach wem sie denn sehe, antwortete sie : nach einem Manne, 
der mich gewiss befreien würde, wenn er am Leben wäre. Da kam ich 
auf den Gedanken, dass es am Ende der sei, den ich erschlagen hatte, 
und sagte ihr das. Sie erkannte in der That die Scheide, die am Sattel 
hing, und bat mich das Schwert hineinzustecken. Da es passte, begann 
sie verzweifelt zu weinen. — BH. 989 — 991. 

Abu Maudud von 'Abdalraxman b. ^Abdallah b. Abi Xadrad von 
s. Vater: nach der Rückkehr konnte ich Hochzeit halten, es trafen auf 
jeden Mann 12 Kamele. — 'Abdallah b. Ga'far von Ga'far b. *Amr: es 
wurden 200 Kamele und 1000 Schafe, nebst vielen Gefangenen, erbeutet; i76b 
nach Abzug des Fünften kamen 12 Kamele (= 120 Schafe) auf den 
Mann. Der Zug hatte 15 Tage gedauert. — Ihn Abi Sabra von Isxaq 
b. *Abdallah von 'Abdalraxman b. 'Abdallah b. Abi Xadrad von s. Vater: 
wir erbeuteten vier Weiber nebst Kindern, darunter eine sehr schöne, die 
Abu Qatada für sich nahm. Er musste sie aber dem Maxmija b. Gaz' 
alZubaidij abtreten, der den Propheten darum bat. 

64. 

AlFatx, A. 8 im Ramacan. 

Muxammad b. 'Abdallah, und Musa b. Muxammad, und 'Abdallah b. 
Galar, und 'Abdallah b. Jazid, und Ihn Abi Xabiba, und Ibn Abi Sabra, 
und 'Abdalxamid b. Ga'far, und 'Abdalraxman b. 'Abdal'aziz, und Junas 
b. Muxammad, und Muxammad b. Jaija b. Sahl, und Ibn Abi Xathma, 
und Muxammad b. Calix b. Dinar, und Nagix, und Usäma b. Zaid, und 
Xizäm b. Hishäm, und*Mu'adh b. Muxammad, und Jaxja b. 'Abdallah b. 
Abi Qatäda, und Ma'mar b. Rashid, und Andere : noch aus der heidnischen 
Zeit her bestand zwischen den Banu !^uzä'a und den Banu Bakr (und 
zwar besonders den Banu IDuil) Blutfehde. Die Xuzä'a hatten einen 
Bakriteii erschlagen und beraubt', darnach die Bakr einen l^uzä'iten, und 
wieder die ]S!uzä'a drei der edelsten Bakriten, für die doppeltes Wergeid 
entrichtet werden musste, Dhuaib und Salmä und Kulthum, die Söhne 
alAsvad's b. Razan : die hatten sie in 'Urana getötet, bei den Grenzsteinen 
des Xaram. Darauf trat eine Pause ein, weil der Islam sie von einander 
abzog. Aber die Feindschaft brannte fort, und nachdem die iuza'a sich 
seit dem Frieden von alXudaibija offen auf Seite Muhammed's gestellt 

«Lob jjlaiw t^j^^ vi:..ÄAAfl! 



320 Einnahme von Mekka Ä. 8. 

177a hatten»), brach sie bei folgendem Anlasse aus. 'Abdallah b. 'Amr b. 
Znhair b. Mixgan b. Vahb: zuletzt ward Anas b. Zunaim alDuilij von 
einem -iuza'iten blutrünstig geschlagen, weil er Spottlieder auf M. machte; 
das schlug dem Fass den Boden aus. Zweiundzwanzig Monat nach dem 
Friedensschluss, im Sha'ban, traten die zu Bakr gehörigen Banu Nu^tha 
— die Mudlig schlössen sich aus, da sie den Frieden nicht brechen 
wollten — in heimliche Verhandlung mit den Qurashiten, um sich ihres 
Beistandes zur Befehdung der Xuza'a zu versichern. Sie fanden dieselben 
bereit — Abu Sufjan jedoch erfuhr nichts von der Sache — und wurden 
von ihnen mit Waffen und Tieren und Männern unterstützt, wenn auch 
heimlich, damit die iuza'iten im Vertrauen auf den Frieden nicht ge- 
stört würden. Weiter verabredete man, die Xuza'a beim Wasser alVatir 
gemeinschaftlich zu überfallen. Das geschah denn auch, det Führer der 
Bakriten war Naufal b. Mu'avija alDuilij ; von den Mekkanem waren da- 
bei Cafvan b. Umajja, Mikraz b. Xafc, Xuvaieib b. 'AbdaFuzza, mit ihrem 
Gefolge; sie hatten sich aber unkenntlich gemacht. Die Xuza'a wurden 
nachts überrascht und flohen verfolgt bis zu den Grenzsteinen des Xaram; 
aber selbst im Xaram fuhr Naufal fort sie zu bekämpfen^), bis sie sich 

*) Schon 'Abdalmueealib, wird hier eingeschoben, hatte mit den Xuzä'a eine 
Eidgenossenschaft (xilf) geschlossen und ihnen darüber eine (von Vakidi 
mitgeteilte) Urkunde ausgestellt. M. bestätigte sie mit den Worten: jedes 
aus der Zeit vor dem Islam stammende Xilf gilt auch im Islam, aber im 
Islam wird kein (neues) Xilf mehr geschlossen. — Daran knüpft Vakidi 
noch folgende Nachricht. Als M. in Ghadir alAsheäe war, kam Buraida 
b. alXucaib, welcher ihm imd Abubekr auf der Flucht einen so grossen 
Dienst erwiesen hatte, zu ihm und sagte: hier wohnen wir Aslam, manche 
sind zu dir nach Medina übergesiedelt, manche sind aber in ihrer alten 
Lebensweise (fi maväshihim vama'äshihim) verblieben. M. erklärte darauf, 
sie seien alle Emigranten, mögen sie nun wirklioh nach Medina gekommen 
oder auch in ihrem Lande geblieben s^. Durch al'Alä alXacramij Hess 
er ihnen folgende Urkunde ausstellen : „Dies ist eine Urkunde von Muham- 
med, dem Boten Gottes, für Aslam. Wer von ihnen an Gott glaubt und 
bekennt, dass kein Gott ausser ihm und dass Muhammed sein Ejiecht 
und Bote sei, der ist sicher im Frieden (amän) Gottes und steht im Schutze 
(dhimma) Gottes und seines Boten. Wir und sie haben gemeinsame Sache 
gegen alle Angreifer, die Hand ist eins und die Hülfe ist eins. Und ihre 
Beduinen (ahlu bädijatihim) stehen ihren Ansässigen (ahlu qarärihim) 
gleich; sie gelten als Emigranten, wo immer sie sich befinden.^ Vgl. 
fol. 170a; die Aslamiten gehören zu i[^uzä'a (fol. 190 a). 

^ Gemahnt seines Gottes zu gedenken, sprach er: ich habe heute keinen 
Gott; ihr Banu Bakr, ihr habt schon öfter die Pilger geplündert, wollt 
ihr nun nicht Rache nehmen an eurem Feinde? niemand gehe zu seiner 
Frau, bevor ich Erlaubnis gebe. — BH. 803, 14. 15. 



Einnahme von Mekka A. 8. 321 

IQ die Höfe Budail's und Räfi"s, ihrer Stammesgenossen, flüchteten. Die 
beteiligten Qurashiten schlichen sich beim Morgengrauen davon, in der 
Hoffnung, dass sie unerkannt geblieben seien und dass M. nichts erfahren 
werde. — BH. 802 f. 

^Abdallah b. 'Amir alAslamij von 'Aeä b. Abi Marvjin: 20 Xuza'iten 
fielen, die üebrigen wurden in den Höfen Budail's und Rafi's, wohin sie 
sich geflüchtet hatten , von Nufail belagert. Den Qurashiten war ihre 
That hinterher leid, denn sie wussten, dass es ein Vertragsbruch war. 

'Abdallah b. 'Amr b. Zuhair von 'Abdallah b. 'Ikrima b. 'Abdalxarith 
b. Hisham: alXarith b. Hisham und Ihn Abi Rabi'a gingen zu Cafvan 
und Suhail und 'Ikrima ^), und tadelten sie wegen ihrer That. Um weiteres 
Blutvergiessen zu verhüten begaben sich darauf diese drei zu Nufail und i77b 
bewogen ihn die Belagerung der geflüchteten Xuza'iten aufzugeben 2). 
AlXarith aber und Ihn Abi Rabi'a gingen weiter zu Abu Sufjan und 
stellten ihm vor, dass die Sache jedenfalls friedlich beigelegt werden müsse, 
wenn nicht die allerübelsten Folgen daraus entstehen sollten. Der Meinung 
bin ich auch, sagte Abu Sufjan, und ein böser Traum meiner Frau be- 
stärkt mich darin: sie sah nämlich Blut von alXagun herabfliessen , eine 
Weile in alXandama stehen bleiben, und dann verschwinden. „Das be- 
deutet Schlimmes,'' meinten sie. 

Mugammi' b. Ja'qub von s. Vater: Abu Suflan sagte: dies ist eine 
Sache, bei der ich nicht zugegen und auch nicht abwesend war ; ich habe 
die Last davon, obwohl ich nicht dabei zu Rate gezogen bin und kein 
Interesse dafür gezeigt habe (havitu) ; es bleibt mir nichts übrig, als dass 
ich zu M. gehe und ihn bewege den Frieden zu verlängern, ehe er die 
Geschichte erfährt. Da die Qurashiten derselben Meinung waren, so 
machte er sich mit einem Freigelassenen schnell auf den Weg nach Me- 
dina, in der Hoffiiung, dass ihm niemand zuvorkommen werde. 

Von einem zuverlässigen Manne hörte Vakidi eine (über 'Amr b. 
Dinar auf Ihn 'ümar zurückgehende) Tradition, welche dem Ihn Ga'far, 
Mnxammad b. Calix, Abu Ma'shar und Anderen denen er sie erzählte, 
anbekannt war: als M. von den Xuza'iten, die sich klagend an ihn 
wandten, erfuhr, dass, wie sie glaubten, Naufal b. Muavija alNufathij und 

Hier erscheinen Suhail und 'Ikrima statt Mikraz und Xuvaieib. 

^ Folgen einige Verse aus dem Liede des Ihn Lu*e, BH. 804. Femer die 
Stichworte eines Liedes des CUbaidallah) Ibn Qais alRuqajjät (von den 
Banu *Amir b. Luaij), worin er von Suhail sage, dass er mit seinen 
mütterlichen Verwandten, den Xuza'a, wieder in Verkehr j^etreten sei, 
nachdem er sie bekämpfen geholfen. Vgl. über diesen Dichter Aghäni IV 
155 ff, Weil 1408. Wie Ahlwardt mir mitteilt, hat auch Ibn Qutaiba in 
den Gabaqät alShu'arä einen Artikel über ihn, fol. 113a der Wiener Hs. 

Väkidii Muhamined, 21 



322 Einnahme von Mekka A. 8. 

die Banu Nufatha die Thäter seien, schickte er Oamra zu den Mekkanern 
und stellte ihnen drei Bedingungen zur Wahl. Qaraeha b. 'Abd'amr al- 
A'gamlj erwiderte in ihrem Namen : die ersten beiden Bedingungen lehnen 
wir ab ; wir wollen weder das Wergeid für die (23) erschlagenen Xuza'iten 

178 a entrichten 0, noch uns von der Eidgenossenschaft mit den Nufatha los- 
sagen; wir kündigen vielmehr M. den Vertrag und erklären ihm den 
Kriegt). Mit diesem Bescheide kehrte Camra heim, hinterher aber be- 
sannen sich die Qurashiten eines Bessern und sandten Abu Sufjan nach 
Medina, um den Frieden zu erneuern. — Nur ein einziger Ueberlieferer, 
Xizäm b. Hisham alKa'bij kannte diese Geschichte, aber in etwas anderer 
Form: da die Qurashiten vor einem üeberfall M.'s in Angst waren, sagte 
ihnen Ihn Abi Sarx, der Abtrünnige : M. wird euch nicht überfallen, son- 
dern euch drei Bedingungen stellen, deren jede weniger schlimm ist als 
ein Üeberfall, nämlich entweder Zahlung des Wergeides, oder Kündigung 
der Eidgenossenschaft mit den Nufatha, oder offene Kriegsansage. Suhail 
wollte die zweite Bedingung wählen, man hatte ihn jedoch in Verdacht, 
dass er das bloss aus Parteinahme für seine mütterlichen Verwandten, 
die Xuza'a, thue. Shaiba b. Tthman aFAbdarij erklärte sich für die 
erste, Qaraeha b. 'Amr für die dritte Bedingung. Aber Abu Su^an war 
dafür, den Vertragsbruch einfach in Abrede zu stellen und die Ver- 
antwortung für das, was einzelne Qurashiten vielleicht gethan haben 
mochten, abzulehnen ; er für seine Person könne das mit gutem Gewissen 
thun. Die Anderen stimmten ihm bei und ordneten ihn als Gesandten 
nach Medina ab. — In dieser Form nahmen auch die übrigen Ueberlieferer 
die Geschichte an, und 'Abdallah b. Ga'far schrieb sie sich nach Vakidi's 
Erzählung auf. 

'Abdallah b. *Amir alAslamij von 'Aeä b. Abi Marvan: M. sagte zu 
'Äisha, er sei in Unruhe wegen der iuzä'a; er besorge einen Friedens- 
bruch der Quraish, aber Gott werde die Sache zum Besten wenden. 

Xizam b. Hisham b. Xalid alKa'bij von s. Vater: 'Amr b. Sälim b. 
XacTra begab sich an der Spitze einer Gesandtschaft von 40 Xuza'iten 
zu M., und trug vor ihm in der Moschee einige Verse vor, worin er um 

178 b Beistand gegen die Qurashiten bat. Er verklagte auch den Anas b. Zu- 
naim bei M. wegen des Spottliedes, welches er auf ihn gemacht hatte, 
und dieser erklärte denselben in die Acht. Hernach verzieh er jedoch 

2) sSyM4 Ja (v-^^() k*1\ vXxaj. Objeet sollte der Vertrag sein; 

wenn statt dessen der Krieg es ist, so hat die Redensart den Sinn ange- 
nommen: durch Vertragskündigung den Krieg erklären. Vgl. fol. 241a. 



Einnahme von Mekka A. 8. 323 

auf Fürbitte Naufal's b. Muavija alDnilij dem Anas b. Zunaim, nachdem 
dieser ein Lobgedicht auf ihn verfasst hatte. — BH. 805 806 830 831. 

'Abdalxamid b. Ga'far von *Amran b. Abi Anas von Ihn *Abbas: 
da sprang der Bote Gottes, ohne sich erst zu gürten, auf und sagte: 
möge mir Gott nicht helfen, wenn ich den Banu KaT)*) nicht helfe, wie 
ich mir selber helfe. — Xizam b. Hisham von s. Vater: M. sagte, es 
sei als sähe man Abu Suflan schon kommen, um die Erneuerung und 
Verlängerung des Waffenstillstandes zu beantragen, er werde aber voll 
Aerger wieder abziehen müssen. Darauf entliess er die iuza'iten mit 
dem Befehl, sich in ihre Thäler zu zerstreuen, und zog sich ins Haus 
der 'Äisha zurück. Diese horte ihn sagen während er sich wusch : möge 
mir Gott nicht helfen, wenn ich den Banu Ka'b nicht helfe. 

Einem Teil der zurückkehrenden iuza'iten begegnete Abu SuQan i79a 
auf seinem Hinwege nach Medina. Er war sofort überzeugt, dass sie bei 
M. gewesen waren; aber als er sie fragte, gab ihr Anführer, Budail b. 
Umm Acram vor, er habe eine drohende Blutfehde zwischen xuza'itischen 
Familien in dieser Gegend geschlichtet. Abends reisten sie weiter; da 
untersuchte Abu SuQan den Mist ihrer Kamele, fand darin medinische 
Dattelkerne '), und sagte : die Leute müssen gleich am Morgen nach dem 
Ueberfall sich nach Medina begeben haben! Sie hatten den Weg') in 
nur drei Tagen zurückgelegt, Abu Sufjan war aber erst fünf Tage nach 
der Affilre von Mekka aufgebrochen: drei Tage nämlich dauerte die Be- 
lagerung der iuza'iten, die sich in die Gehöfte Budail's und Räfi's ge- 
flüchtet hatten, danach beschlossen die Mekkaner den Abu Su^an abzu- 
ordnen, er wartete aber noch zwei Tage bis er abreiste. — BH. 806 807. 

Bei M. angelangt sagte Abu Sufjan: ich war beim Friedensschlüsse 
von alXudaibija abwesend, befestige nun den Vertrag und verlängere die 
Waffenruhe! „Ist denn von eurer Seite etwas geschehen, was die Lage 
ändert?** Bewahre Gott! „Nun, so verharren auch wir in dem alten Ver- 
hältnisse." — Damach ging Abu Suflan fort zu seiner Tochter Umm 
Xabiba. Er wollte auf einem Teppich Platz nehmen, aber sie zog den- 
selben unter ihm fort; es sei das Lager des Boten Gottes, aiif dem er 
als unreiner Götzendiener nicht sitzen dürfe. — Da entfernte er sich und 
sprach mit Abubekr, um ihn zu veranlassen, dass er als Patron zwischen 
die Mekkaner und Muslime treten möge; jener aber weigerte sich. Als 
er sich darauf mit dem gleichen Ersuchen an Omar wandte, bekam er 

') Hauptstamm 'der !]SLuza^a. 

^ nach Medina. Im Text steht freilich ,,bis dahin wo ihnen Abu Sufjan 
begegnete"; aber diese Worte sind zu streichen. 

21* 



324 Einnahme von Mekka A. 8. 

von diesem die Antwort : wenn ich eine Ameise mit euch im Kriege fände, 
wurde ich ihr Beistand gegen euch leisten. Auch Othman lehnte es ab, 
den Waffenstillstand zu verlängern und den Vertrag zu erneuern; er habe 
sein Recht auf M. übertragen •). — 'Abdallah b. Muxammad von s. Vater: 
Abu Suflan sprach Fäeima an, sich zur Schutzpatronin zu erklären, da 
ja auch ihre Schwester den Abu TAc in Schutz genommen habe und 
damit bei M. durchgedrungen sei. Sie weigerte sich jedoch und wollte 
auch nicht, dass eins ihrer Söhnchen die Erklärung abgäbe. Auch Ali 
wollte sich nicht darauf einlassen, denn M. habe es ausdrücklich ver- 
179b boten. Auf Abu Sufjan's Bitte gab er ihm zuletzt den Rat, sich als 
Fürst der Kinäna seinerseits zum Patron zu proclamieren, versprach sich 
aber selber nicht viel von dem Erfolge. In Folge dessen rief Abu Sui^an 
laut und öffentlich aus: ich nehme die Leute in Schutz vor einander, 
und ich denke, dass M. meinen Schutz respectieren wird. Das sagst du, 
sprach M. — Ihn Abi Xabiba von Väqid b. 'Amr b. Sa*d b. Mu'adh: Abu 
Sufjän wollte seinen Gastfreund (gär) Sa'd b. *Ubada bewegen, den Schutz 
zwischen den Leuten zu übernehmen und den Vertrag zu verlängern. 
Aber dieser erklärte, niemand könne ihn gegen den Boten Gottes in Schutz 
nehmen. — Nach Anderen verliess Abu Sufjan Medina, nachdem M. „das 
sagst du" gesprochen hatte, mit den Worten, M. schere sich nicht um 
seine Verwandtschaft. — BH. 807 f. 

Die Mekkaner hatten ihn inzwischen wegen seines langen Ausbleibens 
schon im Verdacht, er sei Sabier geworden. Als er Nachts zu Hause 
kam, redete ihn seine Frau Hind darauf an. Da näherte er sich ihr, 
wie der Mann dem Weibe thut, und erzählte ihr, wie es ihm ergangen 
sei. Sie aber stiess ihn mit beiden Beinen gegen die Brust und sagte: 
was für ein schlechter Unterhändler bist du! — 'Abdallah b. 'üthman 
b. Abi Sulaiman von s. Vater: am anderen Morgen schor er sich den 
Kopf bei Isaf und Näila, opferte ihnen, bestrich ihre Häupter mit dem 
Blute und gelobte, in ihrem Dienste zu leben und zu sterben wie sein 
Vater. Er that das, um sich von dem Verdachte der Qurashiten zu 
reinigen. — Xizam b. Hisham: darauf erstattete Abu Suflan den Qura- 
shiten Bericht. Sie erkannten, dass M. ihn mit den Worten: das sagst 
du, Abu Sufjan! zum Besten gehabt habe. — BH. 808. 

Das Sebutzversprechen eines Einzelnen gegen einen Einzelnen band im 
alten Arabien zugleich den Stamm gegen den Stamm — darauf rechnet 
Abu Sufjan. Im Islam ward das anders; der Einzelne legte sein Recht 

in die Hände M.'s, d. h. des Ganzen. Auf die Bitte jj^^Lül qaj y>t 

sagen daher Abubekr und Othman: iJLS! öy^j jl^^ ^ iSjy^* 
Auf dem Givar (Sev{a) der Einzelnen beruhte ehedem das ganze Staats- und 
Volkerrecht. 



Einnahme von Mekka A. 8. 325 

Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Muxammad b. Gubair b. 
Mue'im: als Abu Sufjan fort war, befahl M. der 'Äisha insgeheim für 
Reisevorrat zu sorgen. Er bat Gott, die Qurasbiten nichts merken zu 
lassen, so dass er sie plötzlich überfallen könne. Er Hess durch Omar 
die Wege nach Mekka bewachen und keinen passieren, der irgendwie 
verdächtig war. 

Abubekr traf 'Äisha beim Bereiten der Reisekost für M. und suchte isoa 
sie über das Ziel des Zuges auszuforschen, aber vergebens. M. selber 
eröf&iete ihm schliesslich, dass er die Absicht habe, die Quraish zu be- 
kriegen, da der Friede von ihnen gebrochen sei, legte ihm jedoch Still- 
schweigen auf. Man stellte verschiedene Vermutungen darüber auf, 
wohin es gehen solle, nach Syrien, oder gegen die Thaqif, oder gegen 
die Haväzin. — BH. 808. 

Um die Leute auf falsche Fährte zu bringen, sandte M. den Abu 
Qatäda b. Rib'ij mit acht Mann nach Baen Icam »). 'Abdallah b. Jazid 
b. Qusaie von s. Vater von Ihn Abi Xadrad, der wiederum dabei war: 
als wir in einem Teil des Vadi Icam waren, kam 'Amir b. alAcbae al- 
Ashga'ij an uns vorbei und grüsste uns mit dem Grusse des Islam. 
Trotzdem überfiel ihn Muxallam b. Gatthäma, der auch an dem Zuge 
teilnahm, tötete und beraubte ihn — das war der Anlass zur Offen- 
barung von Sur. 4, 96. Wir trafen auf keinen Feind; als wir in Dhu- 
Xushub hörten, dass M. gegen Mekka ziehe, marschierten wir über Bain 
nach alSuqjä, wo wir zu ihm stiessen. — BH. 987 vgl. fol. 206 b. 207 a. 

AlMundhir b. Sa'd von Jazid b. Ruman : als M.'s Absicht in Medina 
bekannt geworden war, schrieb Xaeib b. Balta'a heimlich den Qurasbiten 
einen Brief um sie zu warnen, und übergab denselben der Muzanitin 
Sära (and. Kanüd) zum Besorgen, welche ihn unter ihren Flechten ver- 
barg.. Aber M. bekam vom Himmel Wind und schickte Ali und alZubair 
hinter der Botin her. Sie ereilten sie in alXallqa und zwangen sie den 
Brief herauszugeben. Der Verräter, von M. zur Verantwortung gezogen, 
entschuldigte sich damit, dass er in Mekka Frau und Kinder habe. Omar 
wollte ihm den Kopf abschlagen, aber M. meinte, den Badrkämpfer ver- isob 
zeihe Gott Alles, möchten sie begehen was sie wollten. Offenbarung von 
Sur. 60,1. — BH. 809 f. 

Musa b. Muxammad b. Ibrahim von s. Vater : Xaeib schrieb an drei 
Mekkaner, Cafvan und Suhail und 'Ikrima. Die Muzanitin war aus al- 
*Arg und hiess Kanüd, es war ihr ein Dinar als Botenlohn versprochen. 
Sie ging links von der Pilgerstrasse auf Bergpfaden (fulüq), bis sie in 

^) In der üebersicht wird dieser Zug besonders aufgeführt zwischen No. 63 
und 64. 



326 Einnahme von Mekka A. 8. 

al'Aqiq auf den Weg kam. — 'ütba b. Gabira von alXncain b. 'Abdal- 
raxman b. *Amra b. Sa'd: sie hiess Sära und sollte zehn Dinare haben. 

Nachdem M. das Ziel des Zuges enthüllt hatte, schickte er zu den 
muslimischen Arabern ringsum und befahl ihnen, sich im Ramacan in 
Medina einzufinden. Die Aslam, Ghifär, Muzaina, Guhaina, Ashga* thaten 
das, die Sulaim aber stiessen erst in Qudaid zum Heere. — Sa'id b. 
'Aeä b. Abi Marvan von s. Vater von s. Grossvater: Asmä und Hind, 
die Söhne Xaritha's, wurden als Boten zu Aslam gesandt; Gundab und 
Räfi% die Söhne Makith's, zu Guhaina; Aimä b. Raica und Abu Ruhm 
Eulthum b. alXucain zu Ghifar und Camra; Ma'qil b. Sinan und Nu'aim 
b. Mas'ud zu Ashga'; Bilal b. alXarith und ^Abdallah b. 'Amr zu Mu- 
zaina; alXaggag b. 'Iläe alNahvij und 'Irbäc b. Särija an Sulaim; Bishr 
b. Suflän und Budail b. Varqä an Ka*b (Xuzä'a). Die Banu KaT) stiessen 
in Qudaid zum Heere, albgesehen von denea, die in Medina waren. 
181 a M.'s Sammelplatz war Bi'r Abi 'ütba. Dort band er auch die Fahnen 

und verteilte sie*). Nach 'ütba b. Gabira von alXucain that er das 
erst in Qudaid. 

Am Mittwoch dem 10. Ramacan, nach dem Nachmittagsgebete, brach 
M. mit seinem 10000 Mann starken Heere auf und machte erst in alCalcal 
wieder Halt^). Den Vortrab, 200 Mann, führte alZubair. 

In Baidä angelangt sagte M: ich sehe die Wölke leuchten mit dem 
Siege (tastahillu binacri) der Banu KaT) — wie Ihn 'Abbas und Abu 
Huraira bezeugen. — BH. 806. 

Beim Auszuge aus Medina hatte M. ausrufen lassen, wer das Fasten 
(des Ramacan) halten wolle, möge es halten, und wer es brechen wolle, 
möge es brechen. Er selber hielt es. — Malik b. Anas (von Sumaij, dem 
Freigelassenen Abu Bakr's, von Abu Bakr b. 'Abdalraxman b. alXarith) 
berichtet von einem Mann, welcher sah, wie M. in al'Arg sich Wasser 
über Kopf und Gesicht goss, vor Durst. — 'Abdalraxman b. 'AbdaFaziz 
von Xakam b. Xakim von Abu Ga'far von Gäbir: in alKadid nahm M. 
ein Gefäss mit Wasser und brach vor aller Augen das Fasten. Als er 
hörte, dass es trotzdem von einigen Muslimen noch fortgesetzt werde, 
sagte er, das seien Ungehorsame. — Abu Sa*id alXudrij : in Marr alGhah- 
ran sagte M. : da ihr im Begriff seid den Feind anzugreifen, so ist es euch 
besser das Fasten zu brechen. 

Noch in al'Arg waren die Muslime in Zweifel, ob es gegen die 
Quraish oder gegen die Haväzin gehe. Um ihnen Gewissheit zu ver- 
schaffen begab sich Ka*b b. Malik zu M., kniete vor ihm nieder und 
sprach ein Gedicht, worin er die Vermutung aussprach, dass der Zug 

Vgl. unten fol. 201. 202. 

^ xalla 'uqdahu lautet hier einmal vollständig die Redensart. 



Eiunahme von Mekka A. 8. 327 

den Thaqif gelte *) M. aber lächelte nur ohne etwas zu sagen, und Ka*b isib 
wurde ausgelacht. — Hisham b. Sa'd von Zaid b. Aslam: in Qudaid 
wurde M. gefragt, ob ihm nach weissen Frauen und bräunlichen Kamelen 
der Sinn stehe ? Er antwortete : Gott habe ihm die Mekkaner unverletzlich 
gemacht *). 

Qurrän b. Muxammad von 'Isa b. Tmaila alFazärij: auf die Kunde, 
dass M. einen Zug vorhabe und die Araber dazu aufbiete, kam auch 
*üjaina nach Medina, und da er hörte, dass M. schon vor zwei Tagen aus- 
gerückt sei, eilte er ihm nach und ereichte ihn in aPArg. Er sprach ihm 
seine Verwunderung aus, weder kriegerischen, noch auch wallfahrtsmässigen 
Aufzug (haiatu xarbin, haiatu ixrämin) zu sehen, und fragte wohin denn 
eigentlich die Reise gehe. Wohin Gott will, war die Antwort. In alSuqjä 
stiess auch noch alAqra' b. Xabis mit 10 Mann zum muslimischen Heere. 
Als in Qudaid die Fahnen und Feldzeichen bereit gemacht wurden, biss 
sich 'üjaina auf die Finger, im Aerger darüber, dass er nicht auch seine 
Leute mitgebracht hatte. Die kriegerische Absicht des Zuges war ihm 
jetzt klar, wenngleich er noch immer nicht erfuhr, gegen wen er unter- 
nommen wurde. M. hielt seinen Einzug in Mekka in der Mitte zwischen 
alAqra* und Tjaina. 

'Abdalraxman b. Muxammad von 'Abdallah b. Abi Bakr b. Xazm: 
auf dem Wege von al'Arg nach alGalüb sah M. eine Uündiu, die ihre 
Jungen säugte und dabei knurrend die Zähne wies. Er befahl Gu'ail b. 
Suraqa bei ihr Wache zu halten, dass sie von den Vorüberziehenden nicht 
gestört werde. 

Mu'adh b. Muxammad von 'Abdallah b. Sa'd: zwischen al'Arg und 
alOalüb brachten vorangeschickte Reiter einen Kundschafter der Haväzin 
ein, der, wie er gestand, den Auftrag hatte sich den Muslimen anzu- i^^a 
schliessen und bis Baen Sarif mit ihnen zu gehen, um dort zu sehen, ob 
sie den Weg nach Mekka fortsetzten oder sich gegen die Havazin wen- 
deten. M. erfuhr von ihm, dass sich die Havazin sammelten, dass auch 
die Thaqif zu ihnen stossen wollten. Den Oberbefehl über die Havazin 
führe Malik b. *Auf, indessen seien nicht alle Stämme seinem Aufgebote 

') BH. 870. „Nachdem wir in Tihama und in iaibar mit allem Verdächtigen 
fertig geworden, haben wir die Schwerter von Frischem gezogen (agmamnä), 
sie befragend — und könnten ihre Schneiden sprechen, so gäben sie Ant- 
wort — : gilt es Daus oder Thaqif? Doch ich will nicht Malik's Sohn 
(BH. : ehrlicher Mutter Kind) sein, wenn ihr (Thakafiten) unsere Tausende 
nicht in eurem Weichbild seht, um die Buden in Baen Vagg zu zerstören, 
dass eure Häuser von euch verlassen dastehen.^ 

Der zweite Satz ist mir unverständlich. 



328 Einnahme von Mekka A. 8. 

gefolgt, z. B. nicht die Ka'b und die Kilab, und nur zum kleinen Teil die 
Hiläl. In Mekka, wo er tags zuvor durchgekommen sei, herrsche wegen 
des Berichtes des Abu Sufjan grosse Aufregung und Besorgnis. Nach 
diesen Aussagen wurde der Kundschafter dem Xälid übergeben und von 
diesem bei alAräk in Marr alGhahran wieder eingefangen, nachdem er 
entsprungen war. Nach der Einnahme von Mekka trat er auf M.'s Auf- 
forderung zum Islam über, machte den Kampf gegen die Havazin mit und 
fiel bei Aueäs. 

Sa'id b. Muslim b. Qamädln von 'Abdalraxman b. Säbie und Andere: 
Abu Sufjan b. alXarith, M.'s Milchbruder und Jugendfreund, verwandelte 
sich seit der Berufung in seinen bittersten Feind und schloss sich sogar 
aus, als sich die 'Abdalmueealib ins Quartier Abu Galib's zurückzogen. 
Er verfasste Spottlieder auf M. und seine Genossen; Xassan b. Thabit er- 
widerte ihm mit Hülfe Abubekr's. M. wollte es zuerst nicht erlauben, 
weil er besorgte, dass der Spott gegen seinen Verwandten auch seine 
eigene Familie und ihn selber treffen würde. Aber als Xassan sagte: ich 
will dich aus ihm herausziehen, wie man ein Haar aus dem Brotteige 
zieht, gab er seine Einwilligung. — In dieser Feindschaft gegen M. ver- 
harrte Abu Sufjan 20 Jahre, er fehlte nie bei einem Unternehmen der 
Mekkaner gegen ihn. Jetzt aber, erzählt er, sprach ich bei mir selber: 
„mit wem soll ich es halten und auf wessen Seite 'sein? der Islam hat 
sich völlig befestigt" *) ! Ich beschloss mit Weib und Kind mich zu M. 
zu begeben, mein Knecht Madhkur beeilte sich mein Pferd und die Kamele 
zu satteln. In alAbvä, wo die Vorhut bereits eingetroffen war, machten 
wir Halt, am anderen Morgen ging ich zu Fuss mit meinem Sohn Ga'far, 
dem Boten Gottes entgegen. Als er erschien, stellte ich mich ihm in den 
182b Weg; er warf einen langen Blick auf mich und wandte dann sein Ange- 
sicht ab. Ich trat auf die andere Seite, da kehrte er sich wieder ab, und 
das wiederholte sich mehrere Male. Ich hatte gedacht, er würde sich 
sehr über meinen Beitritt zum Islam freuen; nun war ich getäuscht und 
geriet in Furcht. Auf das Beispiel M.'s wandten sich auch die Anderen 
von mir ab; Omar hetzte einen Mediner auf mich, der mir mit lauter 
Stimme alle meine Frevel vorhielt, zum Ergötzen der Zuhörer, während 
ich nicht aus noch ein wusste. Weder aPAbbäs noch Ali wollte ein gutes 
Wort für mich bei M. einlegen; doch brachte al'Abbas wenigstens den 
schimpfenden Mediner zur Ruhe, wenn auch mit vieler Mühe; es war 
Nu'man b. alXarith alNaggarij, ein kurzer Mann, von sehr dunkler Farbe, 
mit einer Schramme auf der Stirn. Ich ging dann dem Boten Gottes nach, 
und überall wo er sich lagerte, wich ich nicht von seiner Thüre, meinen 

iu[^ yyto vgl. foL 250 b. 



Einnahme von Mekka A. 8. 329 

Sohn Ga'far an der Hand. Er redete mich nicht an, sondern wandte sich 
ab, wenn er mich sah; ebenso auch die Muslime. Nach der Eroberung 
Mekka's endlich,' als er von Adhäür herkommend in alAbeax sich ge- 
lagert hatte, warf er mir einen etwas freundlicheren Blick zu, da er mich 
vor seinem Lederzelte sah; meine Frau, die ihn dort mit anderen Weibern 
der 'Abdalmueealib besuchte, stimmte ihn milder. Ich begleitete ihn dar- 
auf zur Moschee und verliess ihn überhaupt unter keinen Umständen. 
Auch auf dem Zuge gegen die Haväzin war ich an seiner Seite, und hielt 
mit al'Abbas bei ihm Stand, als die Muslime beim ersten Ansturm der 
Feinde wichen (Sur. 9,25). Mit gezogenem Schwerte, nachdem ich die 
Scheide zerbrochen hatte, sprang ich von meinem Pferde herab, mit der 
Linken das graue Maultier des Propheten am Zügel fassend, entschlossen 
für ihn zu sterben. Da fragte er al'Abbas nach mir — ich war im Helm 
nicht ^u erkennen — und verzieh mir; ich küsste seinen Fuss im Steig- 
bügel. ^ 183 a 

Nach einer anderen Version trafen Abu Sufjan und 'Abdallah b. Abi 
Umajja *) den Propheten in Nlq arUqäb , wurden aber trotz der Fürbitte 
der ümm Salama nicht vorgelassen. Da sagte Abu Sufjan: entweder er 
nimmt mich an, oder ich ziehe mit diesem meinem SÖhnchen ins Elend 
und sterbe vor Hunger und Durst. Als M. das erfuhr, Hess er sich rühren 
und vergab beiden. Sie wurden gute Muslime, 'Abdallah fiel bei Täif, 
Abu Sufjan starb in Medini unter dem Chalifat Omar's. — M. hatte den 
Abu Sufjan in die Acht erklärt, bei der Begegnung in Niq arUqab sprach 
er zu ihm: du sagst, du habest mich auf jede Weise getrieben und ge- 
stossen ^), vielmehr hat Gott dich auf jede Weise getrieben und gestossen. 
Abu Suflan's Aeusserung „ich ward als Verwandter Muhammed's ange- 
sprochen, obwohl ich mich nicht dafür ausgegeben hatte", bezieht sich 
darauf, dass er, vor dem Islam izum Kaiser geflüchtet, dessen Interesse 
grade durch seine Verwandtschaft mit M. erregte — worauf ihn zuerst 
der Islam anwandelte, während er bisher ebenso seinen Göttern geholfen 
und für seine Väter gezürnt hatte wie die Weisesten und Edelsten seiner 
Landsleute. — BH. 811. i83b 

AFAbbas und Mairama b. Naufal stiessen in alSuqjä zu M. ; ersterer 

>) Auf ihn bezieht sich Sur. 17,95, vgl. BH. 190. 

^) Es wird hier zweimal Beziehung genommen auf ein Lied Abu Sufjan's, 
das zwar bei BH. 811f. steht, aber von Vakidi nicht angeführt ist. Da*ä 
(BH. 811,19) bedeutet ein^n bei seinem Familiennamen (zum Zwei- 
kampf) aufrufen; häufiger ist das abgeleitete idda'ä = intasaba 
z. B. Div. Hudh. 30,5. 88,3. 131,8. Die Begegnung mit Heraklius wird 
bekanntlich sonst, wenngleich in anderer Form, von Abu Sufjan b. Xarb ^ 
erzählt; Bui, 1 4, 



330 Einnahme von Mekka A. 8. 

hatte mit ihm in seinem Zelte eine lange Unterredang und blieb darauf 
immer in seinem Quartier bis zum Einzüge in Mekka. — BH. 811. 

In der Nacht, wo das Heer in aIGnxfa Halt machte/ kam eine Hündin 
an und wies knurrend die Zähne; als man aber auf sie zuging, warf sie 
sich auf den Rücken, und ihre Zitzen strotzten vor Milch. Von Abubekr 
darauf aufmerksam gemacht, sagte der Prophet: die Wut der Mekkaner 
ist vorbei, sie lassen sich nun melken, sie wenden sich bittend an euer 
VerwandtschaftsgefühP) ; wenn ihr Abu Sufjan begegnet, so tötet ihn 
nicht. 

In Qudaid stiessen die Sulaim zum Heere, unter ihnen auch die 
beiden Boten M.'s, welcher den Eifer lobte, mit welchem sie seinem Auf- 
gebote gefolgt seien. Es waren 900 (and. 1000) Mann, allesammt zu 
Pferde; sie hatten zwei Livä's und fünf schwarze Raja's. Sie sagten zu 
M.: du hast uns fern gehalten und uns nicht recht getraut, wir sind 
aber deine mütterlichen Verwandten 2) , und du wirst uns jetzt erproben. 
M. machte sie zu seiner Vorhut, unter Befehl Xalid's b. alValid. 

Shu'aib b. Galxa b. 'Abdallah b. 'Abdalraxmän b. Abi Bakr von s. Vater: 
die Sulaim waren zwar in voller Rüstung ausgezogen, aber ohne Feldzeichen, 
deren Verteilung sie dein Propheten überlassen woUten. Er sagte: wer 
eure Fahne im Heidentum getragen hat, soll sie auch jetzt tragen — 
was macht der hübsche redegewandte Mann, der mit unter euren Abge- 
ordneten nach Medina kam? „Er ist vor ku'^zem heimgegangen." 

*Ikrima b. Farüx von Mu'avija b. Gähim von s. Grossvater *Abbäs 
b. Mirdäs alSulamij : wir stiessen zu M., als er von alMushallal herabzog, 
und machten zu Pferde in voller Rüstung vor ihm Front. Er rief *üjaina 
zu sich und lobte uns ihm gegenüber als gute Reiter und Fechter und 
Schützen. Der wollte jedoch im Aerger darüber, dass seine Leute nicht 
auch mit gezogen waren, die Sulamiten nicht anerkennen und Hess sich 
vernehmen, die Ghaeafan seien doch noch ganz andere Kerle'). *Abbas 
b. Mirdas diente ihm darauf, und es erhub sich ein grosses Prahlen 
zwischen den beiden, bis der Prophet mit dem Finger auf sie zeigte. 
Da schwiegen sie still. 

Als das muslimische Heer schon in Marr alOhahrän lagerte, waren 

noch immer keine bestimmten Nachrichten nach Mekka gedrungen. Als 

aber am Abend auf M.'s Befehl 10000 Feuer in Marr alGhahran zum 

Himmel loderten, beschlossen die Qurashiten Abu Sufjan dorthin abzu- 

184 a senden um Kunde einzuziehen und Sicherheit (givär) von M. zu erlangen. 

') Im Arabischen wird mit dem Doppelsinn von ^J^ und (»^'j gespielt. 
2) 'Atika, die Mutter Hashim's, war eine Sulamitin. 

^) Dieser Satz steht nicht im Prestonianus , ich habe ihn nach dem Zu- 
sammenhange ergänzt. 



Einnahme von Mekka A. 8. 331 

Mit ihm ging Xakim b. Xizam, anterwegs schloss sich ihnen auf ihre Bitte 
noch Budail b. Varqä an. Als sie in alAräk (in Marr alGhahran) die 
Menge der Zelte und Feuer überblickten und das Gewieher und Gebrüll 
hörten, gerieten sie in Schrecken. Ihr erster Gedanke war, es seien die 
Bann Ea^b; dann rieten sie auf die Haväzin. Aus dem muslimischen 
Lager war inzwischen aPAbbas auf M.'s Maultier alDuldul ausgeritten, 
um einen Boten zu suchen, der den Mekkanem melden sollte, dass der 
Prophet mit 10000 Mann in ihre Stadt einzudringen im Begriff sei. Ihm 
begegneten zu ihrem Glück die Gesandten von Mekka; er klärte sie über 
die Lage auf und riet ihnen sich zu bekehren. Er geleitete sie sodann 
bis zu M. und verschaffte ihnen Einlass bei demselben — ohne seinen 
Schutz wären sie nicht durchgekommen, denn Omar befehligte die Wachen. 
Der grösste Teil der Nacht verging unter Verhandlungen. Budail und 
Xakim legten das Glaubensbekenntnis ab, Abu Sufjan jedoch hatte zwar 
nichts wider den ersten Satz (kein Gott ausser Gott), hinsichtlich des 
zweiten (M. der Bote Gottes) aber erklärte er noch leichte Zweifel zu 
hegen. Nachdem M. die Gesandten in seinen Schutz genommen hatte, 
nahm' sie al'Abbas mit in sein Quartier. Am Morgen erschrak Abu Suf- 
jan über den im ganzen Heer widerhallenden Gebetsruf, aFAbbas klärte 
ihn auf und teilte ihm mit, dass die Muslime fünf tägliche Gebete ver- 
richten müssten. Abu Su^an fand, das sei viel. Als er darauf die 
Muslime sich auf das Ablutionswasser des Propheten stürzen sah, sprach 
er verwundert: dergleichen habe ich weder beim Perserkönig noch beim 
Kaiser gesehen. „So bekehre dich doch", sagte arAbbas. Er begehrte 
nochmals vor M. geführt zu werden und legte nunmehr das vollständige 
Bekenntnis ab. „Hätte mein Gott Recht und deiner Unrecht, nachher 
(ba'du) hätte ich dich besiegt!" Darauf hielt er dem Propheten vor, wie 
er nur solch zusammengelaufenes Volk gegen sein Vaterland führen könne; 
er möge doch lieber gegen die Havazin ziehen. „Ich hoffe zu Gott, dass 
er mir beides zusammen gewährt", antwortete M. 

Ja'qub b. *ütba von 'Ikrima von Ihn *Abbäs von al'Abbas: als M. i84b 
in Marr alGhahrän Lager schlug, befürchtete ich das Schlimmste für die 
Quraish, wenn ihre Stadt mit Gewalt genommen würde. Ich ritt also 
auf M.'s grauem ^) Maultier aus , um einen Boten zu finden und den 
Mekkanem sagen zu lassen, sie sollten dem Boten Gottes entgegengehen 
um Schlimmes, abzuwenden. Wie ich nun suchend nach alAräk kam, 
sagte auf einmal einer — es war Abu Suflan — : nie habe ich so etwas 
an Feuern gesehen wie diese Nacht ! und als ein anderer — es war Bu- 
dail — äusserte, es seien wohl die Banu Ka*b, fuhr er fort: die Xuzä'a 

L.^.MJt; dagegen fol. 202 a UsumJ!, und ebenso 3H. 812, 



332 Einnahme von Mekka A. 8. 

sind viel zu wenig und gering für diese Feuer und diese Truppen! Da 
erkannte ich ihn als Abu Suflan, rief ihn an, und legte ihm die Lage 
dar. Erschrocken fragte er, was er thun solle. „Setz dich hinten auf 
die Kruppe des Maultiers und komm mit zum Propheten; sonst bist du 
des Todes, wenn man dich fasst." Darauf kehrten Budail und Xakim 
wieder um; Abu Sufjan aber ritt hinter mir durch die Wachtfeuer. Wir 
wurden überall angerufen, kamen aber immer glücklich durch, bis Omar 
uns erblickte. Als der den Abu Suflan erkannte, rief er: Gott sei Dank, 
dass er uns den Feind des Islam, ungeschützt durch Vertrag und Bünd- 
nis, überliefert hat. Dann lief er spornstreichs zum Propheten, aber auch 
ich setzte das Maultier in Trab, so dass wir zugleich ankamen. Er 
trat gleich nach mir in das Zelt ein und bat um Erlaubnis dem Abu 
Sufjan den Kopf abschlagen zu dürfen; ich aber sagte, derselbe stehe 
unter meinem Schutze, und mich dicht an dem Boten Gottes haltend er- 
klärte ich, es solle ausser mir diese Nacht niemand mit ihm unter vier 
Augen reden. Nachdem wir noch eine Weile den Wortwechsel fortgesetzt 
hatten, sagte M. zu mir: ich gewähre dir seinen Schutz, nimm ihn mit 
in dein Quartier und bring ihn morgen früh wieder her. Am anderen 
Morgen führte ihm M. den Islam zu Gemüthe; dass es keinen Gott ausser 
Gott gebe, leuchtete ihm ein — denn wenn es einen gäbe, meinte er, 
so würde er ihm doch zu etwas geholfen haben. Aber dass M. der 
Bote Gottes sei, daran hatte er noch leise Zweifel, die indessen ver- 
schwanden, als ich ihm zurief: weh dir, bekenne, sonst wirst du, wahr- 
haftig, umgebracht! Da legte er das vollständige Bekenntnis ab. Ich 
sagte darauf zu M. : du kennst Abu Sufjan und seinen Ehrgeiz, setz ihm 
etwas aus ! Er sprach : ja ! wer ins Gehöft Abu SuQan's geht, soll sicher 

185a sein, und wer sein Gehöft zuschliesst, soll sicher sein. Als wir fort 
gingen, sagte M. zu mir: halt ihn ein wenig auf im Hohlwege an dem 
Bergvorsprunge (iaem algabal), damit die Truppen Gottes an ihm vor- 
überziehen und er sie sehe. Das that ich denn auch unter irgend einem 
Vorwande — er dachte gleich an Verrat. Mittlerweile hatte M. den 
Vorbeimarsch der Truppen angeordnet. Unter lautem Takbir zogen sie 
an uns vorüber, voran die Sulaim, dann ein gemischter Haufe unter al- 
Zubair, dann die Ghifar, dann die Aslam. Verwundert fragte Abu SuQan, 
was denn diese beiden Stämme hieher führe, mit denen die Quraish doch 
in gar keiner Beziehung stünden. „Sie gehören zur Gemeinschaft des 
Islam. ^ Dann kamen die Ka'b b. 'Amr, dann die Muzaina, dann die 
Guhaina, dann die kinanitischen Stämme Laith, Camra und Sa*d b. Bakr, 
dann die Ashga^ Darauf nahte die dichte dunkle Schar der Mediner 

185b und Emigranten, in der sich M. selber befand. Immer ungeduldiger 
fragte Abu SuQan ein über das andere Mal, ob M. noch nicht vorüber- 



Einnahme von Mekka A. 8. 333 

gekommen sei. Endlich kam er auf alQacvä daher geritten, in der Mitte 
zwischen Abubekr und Usaid, während Omar mit lauter Stimme befeh- 
lend auf und abritt. Als der Prophet an Abu Sufjan vorbeikam, redete 
dieser ihn darauf an, ob er wirklich befohlen habe seine Landsleute zu 
töten; das hatte er nämlich aus den drohenden Worten^) Sa'd's b. 'Ubada 
entnommen, der mit der Hauptfahne der ganzen Schar voranritt. Da 
auch 'Abdalraxman b. 'Auf und Othman zuredeten, so setzte M. Sa'd ab 
und gab die Fahne dessen Sohne Qais, dem jener sie aber erst abtrat, 
als M. zur Beglaubigung seines Befehls seinen Turban mitschickte. Der 
Eindruck aber, den das Ganze auf Abu Sufjan machte, war derart, dass 
er zu mir sagte : dagegen haben wir nicht Wehr noch Waffen, das König- 
tum deines Neffen ist gewaltig geworden! „Weh dir, es ist nicht König- 
tum, sondern Prophetentum ! " Nun ja, sprach er. — BH. 812 — 815. 

Ihn Abi Sabra von Sa'id b. 'Amr b. Shuraxbil von s. Familie: Sa'd 
behielt die Fahne, bis er sie in alXagün einpflanzte. — Nach Cirär b. 
alXaeeäb alFihrij wird gesagt, dass Ali die Fahne übernahm und sie beim 
heiligen Steine einpflanzte. — BH. 816. 

'Abdallah b. Jazid von 'Abdallah b. Sa'ida: al'Abbas sagte zu Abu 
Snijan: mach dass du fortkommst, ehe die Stadt mit Gewalt genommen 
wird. Da eilte er fort, kam von Kudä her nach Mekka und rief: wer zu 
mir eingeht, ist sicher, und wer sein Gehöft zuschliesst, ist sicher, und 
wer die Waffen wegwirft, ist sicher. Zu Hause angelangt, wurde er von 
Hind beim Kopfe gefasst und ausgefragt; sie fand, er sei ein schlechter 
Unterhändler. Darauf begann er auf der Strasse zu schreien : Muhammed 
ist im Anzüge mit 10000 Mann, nehmt den Islam an, so seid ihr sicher. 
Seine Frau hetzte die Qurashiten auf, ihn tot zu schlagen, und "zornig 
genug waren sie auf ihn. Er aber sagte: trügt euch nicht, ich habe ge- 
sehen, was ihr nicht gesehen habt. — BH. 815. i86a 

In Dhu-0uvä machten die Muslime Halt, bis Alle zusammen waren; 
M. trug einen gestreiften Kopfbund. Indessen hatten Cafvän, 'Ikrima und 
Suhail in Mekka zu den Waffen gerufen; es sammelten sich zu ihnen 
Männer von den Quraish und den Bakr und den Hudhail. — BH. 817. 

Muxammad b. 'Abdallah von 'Abbäd b. Abi Calix von s. Vater von 
Abu Hundra: M.'s Kopfbund war schwarz, ebenso sein Livä und seine 
Räja. Als er in Dhu-Guvä hielt, berührte er mit seiner Bartspitze fast 
die Mitte seines Sattels, indem er sich demütig vor Gott neigte im Hin- 
blick auf den Sieg und auf die Menge der Muslime. Die Reiter wogten 
auf allen Seiten, ehe sie zur Ruhe kamen und Nachtquartier machten. 

^) BH. 816,15. Das Metrum ist auch bei Vakidi im zweiten Verse nicht in 
Ordnung; es ist die Frage, ob man es herstellen darf (z. B. jaumun juxillu 
'Ixuruma). 



334 Einnahme von Mekka A. 8. 

Ja*qub b. Jaxja b. *Abbad von *Isa b. Ma'mar von 'Abbad b. 'Abd- 
allah von Asmä bint Abi Bakr: der blinde Abu Quxafa ging, geführt von 
seiner jüngsten Tochter Quraiba ^), auf den Abu Qubais und liess sich von 
ihr sagen, was sie sehe. Sie sah, wie der Befehlshaber ordnend auf und 
nieder ritt, und wie der dichte schwarze Haufe sich nach den einzelnen 
Geschlechtern sonderte. Da stiegen sie wieder herab, das Mädchen war 
in Schrecken, aber Abu Quxafa verwies sie tröstend auf ihren Bruder Abu- 
bekr. Sie trug ein silbernes Halsband, das raubte ihr einer der einrücken- 
den Krieger. Vergeblich versuchte Abubekr hernach es ihr wiederzu- 
schafPen; seine Beschwörung half nichts, so dass er ihr endlich sagte: 
ergib dich in den Verlust deines Halsbandes, die Ehrlichkeit ist etwas 
seltenes unter den Menschen. — BH. 815 f. 

M. liess sich von einem Mediner, der bei ihm stand, den Vers des 
Xassan b. Thabit citieren: mögen wir unserer Reiter verlustig gehen, wenn 
ihr sie nicht den Staub aufwirbeln seht auf beiden Seiten (min katifai) 
von Kudä. Darauf befahl er, alZubair solle von Kudä eindringen, Xalid 
von alLle, Sa'd b. 'Ubada — dessen Fahne übrigens s. Sohn Qais trug — 
von Kadä*); er selbst zog von Adhäxir ein. Er verbot zu kämpfen, 
ächtete aber sechs Männer und vier Weiber, nämlich *Ikrima, Habbär, 
Ihn Abi Sarx, Miqjas b. Cubäba alLaithij, alXuvairith b. Nuqaidh, 'Abd- 
allah b. Hiläl b. Xaeal alAdramij; und Hind bint *ütba, Sara, die Frei- 
gelassene *Amr's b. Häshim, und die beiden Sängerinnen des Ihn Xaeal, 
Qurainä 3) und Qarlba, oder Fartanä und Arnab. — BH. 818 f. 

Die Muslime zogen ein, ohne Widerstand zu finden; nur dem Xalid 

stellten sich Cafvan, 'Ikrima und Suhail mit ihren Truppen in den Weg. 

Nach kurzem Kampfe aber, wobei 24 Qurashiten und 4 Hudhaliten fielen, 

186 b wandten sie sich zur Flucht und wurden verfolgt bis nach alXazvara und 

teilweise noch weiter bis auf die Gipfel der Berge *). Indessen riefen Abu 

Vgl. BH. 815,16 Scholion, den Qamus, und alDhahabij 423. 

2) Ueber Kuda und Kada s. Jaqut IV 441 ff. 

3) Kdpiwa? 

*) Im Zweikampf mit iarig b. iuvailid alKa^bij recitierte damals Xalid 

L^jj^ ^tiSt ^J^j -^uLkX, L«y iü^^UJt U.Jü-,t U t3t 

L^^^-uai ic^ Oic jjJu L^ \js^^ ^t^ u - - u 

Die Hs. hat v. 1. b näla; mala ist eine Verbesserung Ahlwardt's. In v. 2 
kann farisijja nicht (wie BH. 814,16) die Reiterschar bedeuten, sondern 
nur den persischen Panzer, vgl. Aghani IX 4, 6 v. u. Die sieben ersten 
Silben von v. 3 fehlen in der Hs. 



Einnahme von Mekka A. 8. 335 

Sn^an und Xakim: o ihr Qurashiten, warum stürzt ihr euch in den Tod? 
wer in sein Haus geht, ist sicher, und wer die Waffen ablegt, ist auch sicher. 
Da liefen sie in die Häuser und verschlossen sie und warfen die Waffen 
weg, die Muslime lasen sie auf. Als M. von der Höhe von Adhaiir das 
Geblitz der Schwerter sah, ward er zornig über die Uebertretung seines 
Gebotes, beruhigte sich aber als er die Bewandtnis erfuhr. — Unter denen, 
die gegen Xalid fochten, befand sich Ximäs b. Qais b. Xalid an)uilij. Als 
er seine Waffen in Ordnung brachte, um in den Kampf zu ziehen, wollte 
ihm seine Frau darein reden, „gegen M. lasse sich ja doch nichts aus- 
richten'' — er aber war gutes Mutes. Jetzt kam er flüchtig zurück und 
befahl seiner Frau das Haus zuzuschliessen; als sie über ihn spottete, 
dichtete er ein paar Verse, in denen er sich entschuldigte '). — AlZubair 
kam mit seiner Schar unangefochten nach alXagün, wo er die Fahne beim 
Quartier des Propheten aufpflanzte. Nur zwei Muslime, die sich verlaufen 
hatten, waren gefallen. Kurz b. Gabir alFihrij und Xalid alAshqar^), der 
Grossvater Xizäm's b.»Xalid. Letzteren hat Ihn Abi IGidh* alGumaxij ge- 
tötet. — BH. 817 f. 

Qudama b. Musa von Bashir, dem Freigelassenen der Maziniten, von 
Gabir b. 'Abdallah: von Adhäxir herab auf die Häuser von Mekka i87a 
schauend zeigte mir M. die Stelle, wo die Quraish sich gegen ihn ver- 
schworen hatten (alXaif)^) und sagte, da solle sein Zelt stehen. Ich 
erinnerte mich, dass er eine ähnliche Aeusserung schon in Medina gethan 
hatte. Wir lagerten dann in alAbeax, gegenüber dem Shi'b Abi Gälib, 
wo die Haschimiden drei Jahre eingeschlossen wurden. — 'Abdallah b. 
Zaid von Abu Ga'far: das Lederzelt des Propheten war von Abu Räfi* in 
alXagün aufgeschlagen. Von seinen Weibern begleiteten ihn Umm Salama 
und Maimuna. — Mu'avya b. 'Abdallah b. 'Ubaidallah von s. Vater von 
Abu Räfi': auf die Frage, ob er nicht seine alte Wohnung in Mekka be- 
ziehen wolle, antwortete M.: 'Aqil hat sie ja verkauft! Er wollte auch 
unter kein anderes Dach gehen, sondern blieb in seinem Zelt in alXagun 
und besuchte von da aus die Moschee. — Ihn Xadig von 'Aeä: nach 
der Flucht ging M. nicht wieder in ein Haus zu Mekka, sondern zeltete 
in alAbeax, bei allen drei Besuchen. — Ihn Abi Sabra von Muxammad 
b. Gubair b. Mue'im von s. Vater von s. Grossvater: M. zeltete in al- 
Xagun, er besuchte jedes Gebot. 

ümm Häni bint Abi Galib, die Frau Hubaira's b. Abi Vahb alMax- 

») Vgl. fol. 186 a und die Verse bei BH. 818,6 ff. Jedoch finden sich bei 
Vakidi einige Varianten; so lautet V. 3: vabü Jazida kal'agüzi 
Imu'tima und V. 5. 6, vacarrabatnä bilsujüfi Imuslima, lahum 
zairun xalfanä va'am'ama. 

2) Vgl. fol. 196 b. 3) Bux. 1225. 



336 Einnahme von Mekka A. 8. 

zumij: ich hatte 'Abdallah b. Abi Rabi'a und alXarith b. Hisham, 
zwei Verwandten meines Mannes, die bei mir Zuflucht suchten, auf- 
genommen und ihnen Schutz gewährt. Da trat mein Bruder Ali ein, in 
voller Rüstung, so dass ich ihn nicht erkannte, bis er den Helm lüftete. 
Als er die beiden Männer gewahrte, wollte er sie umbringen; ich aber 
warf mein Gewand über sie (Hamas. 366 v. 3), trat in die Mitte und 
sagte, zuerst müsse er mich umbringen. Unwillig ging er hinaus, ich 
schloss die Thür zu und beruhigte meine Schützlinge. Dann ging ich 
— berichtet Ihn Abi Dhi'b von alMaqburij von Abu Mnrra, dem Freige- 
lassenen 'AqTl's, von Umm Häni — nach alBaexä zu M., fand aber zu- 
erst nur Fäeima dort. Die schalt noch schlimmer als Ali selber, bis der 
Prophet erschien, staubbedeckt, in nur einem Kleide. Er begrüsste mich 
herzlich und bestätigte mein Schutzversprechen, nachdem ich ihn den 
Fall vorgetragen hatte. Darauf wusch er sich und betete acht Knie- 
beugungen, in ein einziges Gewand gehüllt, als Extragebet (cuxä) am 
Tage der Eroberung von Mekka. Nachdem ich. heimgekehrt war, blieben 
die beiden Verwandten noch zwei Tage bei mir, dann gingen sie zu 
187 b Hause. Ich pflegte mich seitdem in alAbeax im Zelte M.'s aufzuhalten, 
bis er nach Xunain zog. Da kam einmal einer und meldete : alXarith b. 
Hisham und Ihn Abi Rabi'a sitzen in reichen Gewändern im Kreise der 
Ihrigen. M. aber sagte : es ist ihnen nichts anzuhaben, wir haben ihnen 
Sicherheit gewährt. — BH. 820. 

Nachdem M. eine Weile geruht und sich gewaschen hatte, bestieg er 
alQacva und ritt in voller Rüstung zur Ka'ba, mit Abubekr, der ihm zur 
Seite ritt, sich unterhaltend. Die Truppen stellten sich ihm in Reihe, 
die Reiter wogten zwischen alXagun und alXandama. Mit aufgelösten 
Haaren standen die Töchter Abu Uxaixa's vor der Wohnung ihres Vaters 
in alBaexä und schlugen mit ihren Schleiern den Pferden ins Gesicht. 
Der Prophet lächelte darüber und erinnerte den Abubekr an einen Vers 
des Xassan, der hierauf anspielt *). Bei der Ka'ba angelangt, berührte er 
den h. Stein mit dem Stabe und stimmte ein Takbir an, welches sich 
durch die Reihen der Muslime fortpflanzte, bis er Schweigen gebot.- 
Dann verrichtete er den Umgang auf seinem Kamel, welches Muxammad 
b. Maslama am Zügel führte ; die Mekkaner sahen von den Bergen herab 
zu. Um die Ka'ba herum standen 360 mit Blei festgelöthete Götzen- 
bilder, das des Hubal, das grösste von allen, stand gegenüber der Thür 
der Ka'ba, Isaf und Näila standen da, wo die Opfer geschlachtet werden. 
Wenn nun der Bote Gottes vor einem Götzenbilde vorbeirritt, vnes er 

1) pLmJÜ! ^-li-b Qg»hll.i ot^k^Xo lioLo. Jwk» Vgl. die ausführ- 
lichere Darstellung unten S. 346. 



Einnahme Von Mekka A. 8. 337 

mit dem Stock daraaf hin, dann fiel es aufs Gesicht »). Bei jedem Um- 
gänge berührte er den schwarzen Stein mit seinem Stabe; nachdem er 
sie alle sieben beendet hatte, Hess er sein Kamel von Ma'mar b. *Abd- 
allah b. Nacla abfuhren, begab sich zu Fuss zum Maqäm, der damals 
an die Ka'ba stiess, und betete dort zwei Bjiiebeugungen. Von da ging 
er zum Brunnen Zamzam und Hess sich daraus von aFAbbas (and. von 
Abu Sufjan b. alXarith) einen Eimer "Wasser schöpfen. Darauf ward 
auf sein Geheiss das Bild des Hubal zertrümmert, während er zusah. 
Dann setzte er sich inmitten der Menschen und sandte Bilal zu 'Uthmän 
b. Oalxa, um ihm den Schlüssel zur Ka'ba abzufordern, 'üthman wandte 
sich an seine Mutter, welche denselben in Verwahrung hatte; sie wollte issa 
ihn aber nicht herausgeben, sondern versteckte ihn in ihrem Schosse : da 
werde ihn niemand snc hen. Als sie aber draussen die drohenden Stimmen 
Abubekr's und Omar's hörte, sagte sie ängstlich; da ist der Schlüssel 
mein Sohn ! Er überbrachte ihn selber dem Propheten ; alsbald streckte 
al^Abbäs die Hand aus und bat, M. möge ihm zu dem Recht der Pilger- 
trankung auch das Recht der Tempelhut verleihen; aber die Bitte wurde 
ihm nicht gewährt. — BH. 820 f. 824 f. 

Ismail b. Ibrahim b. Tqba von Nafi' von Ihn 'ümar; M. ritt am 
Tage des Fatx auf einem Kamele des Usama b. Zaid, welcher hinten 
auf sass; bei ihm waren Biläl und 'Uthman b. Galxa. Auf der Höhe 
(von Adhäiir?) angekommen schickte M. Tthman ab, und er brachte 
den Schlüssel. Das ist nach Vakidi das Richtige. 

Von alBaexä aus sandte M. Omar und Tthman zur Ka^ba voraus, 
um sie aufzuschHessen und alle Bilder darin auszuwischen, mit Ausnahme 
des Bildes Abrahams — welches ihn als einen uralten Greis darstellte, 
der mit Pfeilen loste. Nach anderer Angabe Hess Omar dies Bild gegen 
den Befehl stehen; M. stellte ihn darüber zur Rede als er es sah, und 
hiess es ihn nachträgHch auswischen. — Nach alZuhrij war neben den 
Bildern der Engel auch ein Bild der Maria vorhanden; das Bild Abra- 
ham's befahl M. zu erhalten. — Ibn Abi Dhi'b von 'Abdalraxman b. 
Mihran von *ümair, dem Freigelassenen des Ibn 'Abbas, von Usäma b. 
Zaid: ich mirsste dem Boten Gottes einen Eimer Wasser bringen, er 
tauchte sein BQeid darein und wischte damit die Bilder aus, indem er 
sprach: zum Teufel mit den Leuten, die abbilden wollen, was sie nicht 
zu schaffen verstehen. — BH. 821 f. 

Die Ka'ba wurde verschlossen, es waren ausser M. nur üsama, Bilal 
und *üthman b. Galxa darin. Bilal erzählte dem Ibn 'ümar, der sich 

^) Es folgt eine Specialtradition gleichen Inhalts von Ibn Abi Sabra von 
Xusain b. 'Abdallah von 'Ikrima von Ibn 'Abbas. 

Väkidi, Mahammed. La 



338 Einnahme Yon Mekka A. 8. 

bei ihm erkundigte: M. betete zwei Eniebeugangen und stand dabei so, 
dass er zwei Pfeiler zur Rechten, einen zur Linken, und die übrigen 
drei im Rücken hatte — die Ka'ba ruhte damals auf sechs Pfeilern. 
Dann ging er heraus, den Schlüssel in der Hand. Xalid hatte inzwischen 
vor der Thür gestanden und die Menschen abgewehrt. — *Alij b. Muxam- 
mad b. Tbaidallah von Mancür alXagabij ^) von seiner Mutter Cafijja 
bint Shaiba von Barra bint Abi Bagrät: als M. herauskam, fasste er die 
188 b Pfosten ficädatai) der Thur, und steckte vor den Augen der Menschen 
den Schlüssel, den er zuerst in der Hand hielt, in seinen Aermel. 

In dieser Stellung hielt M. eine Rede an das ringsum gelagerte Volk. 
Ausgehend von Sur. 12,92 ermahnte er zum Vergeben und Vergessen. 
Aus der Zeit des Heidentums stammende Forderungen auf Zinsen, Blut, 
oder Blutgeld erklärte er für erioschen; ebenso alle Privilegien des 
Heidentums, mit Ausnahme des Hüteramts an der Ea^ba (sidäna) und 
des Rechts die Pilger zu tränken (siqäja). Für Tötung (eines Knechtes) 
mit Stock oder Peitsche, sei es mit oder ohne Absicht, erhöhte er die 
Sühne auf 100 Kamelinnen, darunter 40 trächtige. „Dem Adelsstolz hat 
Gott ein Ende gemacht, ihr stammt alle von Adam, und Adam vom 
Staube, der Vornehmste unter euch ist wer am frömmsten ist. Aber 
Mekka hat Gott geheiligt^), niemand vor mir hat das heilige Gebiet 
antasten dürfen und niemand darf es nach mir, und ich durfte es nur 
für eine kurze Weile. Es ist darin verboten das Wild zu verscheuchen'), 
die 'Icähbäume zu fällen, die verirrt gefundenen Kamele zu schlachten, 
das Grün zu schneiden. „Abgesehen vom Idhiir, warf al'Abbas ein, denn 
das ist unentbehrlich zum Begraben und zum Dachdecken'' *). Abgesehen 
vom Idhiir, sagte der Prophet nach einer Weile. Das Recht des Erben 
ist unabhängig vom Testament; das Kind gehört dem Ehebett, und für 
den Ehebrecher gehört der Stein *), Die Frau darf nur mit Erlaubnis 

Von der Xigäba der Ka'ba. Zu Abu Bagrät vgl. fol. 196 a. 246 a. 

^ Vgl. zum Folgenden Bux I 339 ff. H 256. Baladh. 42 f. 

') Ihn 'Umar Hess die Tauben gewähren, wenn sie. sich auf seinem Sattel, 
seinen Kleidern, seinen Speisen niederliessen; Ihn 'Abbas erlaubte sie zu 
verscheuchen (fol. 189 b. 190 a). 

*) Im Prestonianus steht, der Idhxir diene o^^j^J! \y^^ j"t^9 ^®^ 
Bux. o^xJ!^ Q-^, bei Baladh. o^-vxJ! jy^^ qj-JÜJ. Zum Be- 
graben dient sonst der Xarmal (S. 111). Ghuhür sind die Dächer (wie 
ehahr alka'ba, vgl. Gen. 6,16); als eahür hätte der Idhxir eine ähnliche 
Bedeutung wie im A. 7 der Ezob. 

^) d. h. dem Manne, dessen das Bett ist worauf das Kind geboren wird. 
La recherche de la patemite est interdite, aber — dem Ehebrecher ge- 
bührt Steinigung. Das scheint wenigstens der muslimische Sinn des alt- 
arabischen Wortes. 



Einnahme von Mekka A. 8. 339 

des Mannes etwas von ihrem Vermögen verschenken. Der Muslim ist 
der Bruder des Muslims, die Muslime sind Bruder, eine Hand gegen 
alle Anderen; sie stehen gemeinschaftlich ein für ihr Blut, ihr Fernster 
wirkt auf sie zurück und ihr Niedrigster verpflichtet sie bindend *). Für 
einen ungläubigen darf kein Muslim getötet werden, auch kein Jude oder 
Christ, so lange er im Vertrage bleibt^). Angehörige verschiedener Re- 
ligionen sollen sich nicht beerben. " Der Zehnte soll den Muslimen in 
ihren Häusern und Höfen abgeholt werden, sie brauchen nicht ihre Heer- 
den an eine dem Eintreiber genehme Stelle zusammen zu treiben^). 
Man darf nicht die Nichte zu der Base heiraten. Der Beweis liegt dem 
Kläger ob, der Eid dem Verklagten, wenn er leugnet. Eine Reise von 
drei Tagen darf eine Frau nur in Begleitung eines Verwandten machen, 
dem die Heirat mit ihr verboten ist. Frühgebet und Nachmittagsgebet 
leiden keinen Aufschub. An zwei Tagen ist es verboten zu fasten, am 
Opferfest und am Schluss des Ramacan. Zwei Arten der Bekleidung 
sind unerlaubt, das Umschlagen nur eines Gewandes, und das sich Ein- 
wickeln in eine Gamma*). Ich denke, ihr habt mich verstanden." 

Darauf kam der Prophet herab und setzte sich, don Schlüssel in der 
Hand haltend. Feierlich übergab er denselben sodann dem 'üthman b. 
Galxa als Zeichen der erblichen Belehnung seiner Familie mit dem Thür- i89a 
hüteramt. Ebenso gab er das Recht die Pilger zu tränken dem aFAbbäs 
zurück 0. — BH. 821. 

• Den Xalid b. alValTd stellte M. zur Rede, dass er gegen den Befehl 
gekämpft habe. Er verantwortete sich, musste aber der Verfolgung der 
flüchtigen Feinde Emhalt thun. Nur die Xuzä'a erhielten Erlaubnis, bis 

») ^üo\ ^»g Jr. Jsiüu^ ^'uoä! .»gAÜr O^. Vielleicht ist wegen des 

Gegensatzes aqcähum als der Höchste aufzufassen. Die Verba konnten 
auch passivisch ausgesprochen werden. 

*) ^3 pU^! ^\ ^jyx^ ^y:^, J^\^ v^^- j ^J^\ ^_^xÄ^u y 

*) Ein Versuch Muxammad's b. alXanafijja, dem Ibn *Abbas die Siqäja 
streitig zu machen, war erfolglos. Schon vordem hatte Ibn 'Abbas dem 
Ali selber durch verschiedene Zeugen den Beweis geliefert, dass aFAbbas 
im Heidentum das Vorrecht gehabt und es nach der Einnahme von Mekka 
auffc neue bekommen habe. Al'Abbas hatte einen Weingarten in Taif, 
die dorther bezogenen Rosinen that er in das Zamzamwasser; desgleichen 
nach ihm Ibn 'Abbas, und nach diesem dessen Sohn 'Alij, bis auf den 
heutigen Tag. (Den Erzähler, für den niH üVr\ "ly gilt, nennt Vakidi 
nicht.) 

22* 



340 Einnahme von Mekka A. 6. 

zum Nachmittagsgebet ihre Rache an den Bann Bakr zu kühlen ^). Irgend 
einen Xuza'iten zu töten, hatte M. verboten. Abu IJasar: als wir unter 
ü^alid von alLie her eindrangen, erschlug ich einen Mann, der sich für 
einen Xuza'iten ausgab ; ich erfuhr jedoch hernach zu meiner Beruhigung, 
dass er von alXana, dem Bruder l^uza^a's (?), abstamme. 

Als M. mit seiner Rede fertig war, ritt Abu Axmad 'Abdallah*)' b. 
Gaxsh auf seinem Kamel vor die Thür der Ea^a und beschwor mit 
lauter Stimme die 'Abdmanäf ihm die Eidgenossenschaft zu halten und 
sein Gehöft zurückzuerstatten. Im Auftrage M.'s flüsterte ihm Othman 
einige Worte zu, da stieg er vom Kamele herab und setzte si^h unter 
dem Volke. Den Inhalt der Worte hat niemand erfahren, auch nach M.'s 
Tode schwieg Othman darüber. — Abu Axmad hatte mit Xarb b. ümajja 
Eidgenossenschaft geschlossen und blieb derselben treu, trotz der Versuche 
189 b aUüueealib's b. alAsvad ihn zu sich herüberzuziehen 3)0 Hinterher aber 
hatte Abu Sufjan das Gehöft Abu Axmad's an Ihn 'Alqama arAmirij 
verkauft, für 400 Dinare, von denen 100 baar, die übrigen in Raten zu 
bezahlen waren*). — Nach der Familientradition hat M. zu Abu Axmad 
gesagt: du sollst dafür ein Haus im Paradiese haben. — BH. 339. 

Isaf und Näila, ein Mann und ein Weib von den Gurhumiten, hatten 

*) „Darauf klopften sie sie eine kurze Weile, das ist die kurze Weile, welche 
dem Propheten erlaubt war und keinem vor oder nach ihm." Falsche 
Erklärung der Aeusserung S. 338 Z. 21. 

2) Nicht zu verwechseln mit seinem bei üxud gebliebenen, bekannteren Bruder, 
der auch 'Abdallah hiess. Ursprünglich wird wohl hinter 'Abd der Name 
eines Götzen gestanden haben, welcher bei BH. 316 noch nicht in Allah 
umgewandelt, sondern — was oft vorkommt — einfach ausgelassen ist. 

^) „Ihr Banu Umajja, wie konnte ich euch im Stich lassen, ich bin ja euer 
Sohn und euer Eidgenosse von den drei heiligen Tagen! Ein anderer hat 
mich gelockt, ich aber habe nicht gewollt, sondern habe euch mir aufge- 
hoben für die Wechselfölle der Zeit." Die Eidgenossenschaft war nämlich 
in den drei heiligen Tagen des Dhu-lXiga geschlossen in der üblichen 
Weise: jatamäsaxüna (gaben sich die Hand) kamä tatamäsaxu Ibajji'äni. 

*) Darauf machte Abu Axmad ein Lied, welches Vakidi nach 'Amr b. 'üth- 
man alGaxshij folgendermassen überliefert: 

^Uiüt L^ ^t ^wÄj« !t ^LJ.o/ö :it 



Einnahme von Mekka A. 8. 341 

im Inneren der Ea'ba gehurt und waren dafür in zwei Steine verwandelt 
worden. Die Quraish aber beteten sie an und opferten und scheren die 
Haare bei ihnen, wenn sie die heiligen Bräuche vollendet hatten. Jetzt 
stürzte ein schwarzes nacktes Weib heraus, mit aufgelösten, halb er- 
grauten Haaren, sich das Gesicht zerkratzend und wehklagend. „Es ist 
Näila" sagte M. „sie verzweifelt daran, je wieder bei euch verehrt zu 
werden**. — Wie man sagt, hat der Teufel dreimal einen Schrei ge- 
than: als er verflucht wurde, als er M. zuerst in Mekka beten sah, und 
als Mekka erobert wurde. Damals gab er seiner Rotte den Rat, die 
Poesie unter den Muslimen zu verbreiten, denn sie zum Götzendienste 
zurückzubringen sei aussichtslos. 

Die Grenzsteine des heiligen Gebiets wurden nach Gabriels Anweisung 
von Abraham errichtet, darauf von Ismael und nachher von Qucaij er- 
neuert. Nach der Einnahme von Mekka Hess M. sie durch den Xuza'iten 
Tamim b. Asad erneuern; später Omar durch Mairama b. Naufal, Azhar 
b. 'Abd'auf, Xuvaieib, und Sa'id b. Jarbü'; nach ihm Othman; zuletzt 
Mu'avija durch dieselben vier Qurashiten. — Ihn Abi Sabra von alMu- 
sawar b. Rifa'a : als 'Abdalmalik wallfahrtete, Hess er den ältesten Mann 
von Xuza'a und von Quraish und von Bakr holen und durch sie die 
Grenzsteine erneuem. Jedes Vadi im heiligen Gebiet hat nach dem ge- 
meinen Gebiet seinen Abfluss, aber kein Vadi im gemeinen Gebiet fliesst 
nach dem heiHgen ab, mit Ausnahme eines einzigen bei alTanHm. 

In der heidnischen Zeit war eine Schar HudhaHten, unter ihnen i90a 
Gunaidib b. alAdla' '), ausgezogen, um gewisse Aslamiten zu überfallen, 
zu denen Axmara Ba'san gehörte. Das war ein sehr tapferer Mann, 
dem nichts anzuhaben war. Er pflegte ausserhalb des Lagers zu schlafen 
und dabei so gewaltig zu schnarchen, dass er seinen Ort immer verriet; 
wenn aber ein Schrecken über die Seinen kam, so riefen sie nach ihm, 
und dann setzte er an wie ein Lowe. Als • nun die HudhaHten in der 
Nähe des Lagers waren, sagte Gunaidib zu ihnen: ist Axmara Ba'san 
drinnen, so können wir nichts machen; schläft er aber, so ist das leicht 
heraus zu kriegen. Er horchte auf, und da er ihn schnarchen hörte, 
.ging er dem Laute nach, bis er ihn Hegen fand; da setzte er ihm das 

Bemerkenswert ist in V. 4 [^j^ in der urspr. Bedeutung losen, be- 
zahlen. Die richtige Lesung von v. 6 a verdanke ich Ahlwardt. 
1) BH. 822 f.: b. alAthwa'; 824: alAkwa'. 



342 Einnahme von Mekka Ä, 8. 

Schwert auf die Brust und durchbohrte ihn. Darnacli überfielen sie die 
Leute im Lager und thaten ihnen was sie wollten; vergeblich war der 
Hülfeschrei nach Axmara Ba'san. Der Islam kam aber dazwischen und 
brachte die Sache in Vergessenheit. Bei der Einnahme von Mekka trieb 
sich nun auch Gunaidib in der Stadt herum. Der Aslamit Gundab b. alA^gam 
fragte ihn, ob er der bekannte Gunaidib sei, und da er es bejahte, ging 
er die Xuza'iten gegen ihn zu hetzen. Der erste, auf den er traf, war 
Xiräsh b. ümajja alKa'bij; der versteckte sein Schwert unterm Zeuge 
und begab sich sogleich zu Gunaidib, welcher eben, an eine Mauer ge- 
lehnt, den Leuten seine Heldenthat erzählte. Nachdem die Umstehenden 
auf seine Aufforderung Platz gemacht hatten, stürzte er auf ihn los und 
durchbohrte ihn. Die Eingeweide hingen ihm aus der Wunde, die Augen 
rollten ihm im Kopfe, da sagte er noch: ihr habts gethan, ihr ^^uza'iten. 
Dann fiel er um und starb. — Als M. den Fall erfuhr, hielt er am Tage 
nach der Eroberung eine zweite Rede, worin er noch einmal die Heilig- 
keit von Mekka einschärfte; nur er habe dieselbe einen Augenblick ver- 
letzen dürfen, ohne damit ein Beispiel zu geben, worauf sich jemals ein 
Anderer berufen könnte. An die Xuza'a insonderheit sich wendend sagte 
er, er wolle für diesmal noch die Sühne statt ihrer bezahlen, künftig 
aber solle den Rächern die Wahl zustehen, Blut oder Geld von den 
Thätern zu fordern. — Als 'Amr b. Sa'id b. al'Ac vor Mekka rückte um 
Ihn alZubair zu bekämpfen, kam Abu Shurais zu ihm um ihm diese Rede 
des Propheten zu Gemüth zu führen. Er sagte aber: wir verstehen von 
der Heiligkeit Mekka's mehr wie du, sie schützt keinen, der sich an 
fremdem Gute vergreift und den Gehorsam bricht und Blut vergiesst. 
Darauf versetzte jener: ich habe dich nur mahnen wollen, weil der Pro- 
phet damals gebot, der Anwesende solle es dem Abwesenden bezeugen — 
190b du hast freie Hand! — 'Abdallah b. Näfi' von s. Vater von Ihn Tmar 
(dem Näfi' erzählte, was Abu Shuraix gethan hatte): Abu Shuraix hat 
seine Pflicht gethan, ich weiss dass M. in Anlass der Ermordung des 
Hudhaliten etwas gesagt hat, habe es aber nicht behalten und nur ge- 
hört, es sei das und das. — 'Amr b. 'ümair von 'Abdalmalik b. 'übaid 
von Guvairija ^) bint alXucain von 'Amran b. alXucain : Xirash tötete ihn, 
nachdem der Prophet verboten hatte zu töten ; er entging der Hinrichtung 
nur, weil der Hudhalit ein Heide war. Die Busse ward den !iSlnza'a auf- 
erlegt, ich sehe die Banu Mudlig noch mit den rötlichen ('ufr) Schafen 
ankommen, mit denen sie in der alten Zeit das Wergeid zu bezahlen 
pflegten. Es war das erste Wergeid, welches M. im Islam auferlegte. — 
Ihn Abi IZinad von 'Abdalraxman b. Xarmala von Ihn alMusajjib: die 
Banu Ka'b entrichteten für den Erschlagenen 100 Kamele. — BH. 822 ff. 

^) So glaube ich den unleserlichen Namen lesen zu dürfen. 



Einnahme von Mekka A. 8. 343 

Als die voraehmen Mekkaner auf den Bergen, wohin sie geflüchtet 
waren, hörten, wie Bilal nach M.'s Befehl das Mittagsgebet vom Dach der 
Ka'ba herab ansagte, äusserten sie in leidenschaftlichen Worten ihre Ge- 
fühle. Guvairija bint Abi Gahl sagte: das Gebet wollen ypi wohl ver- 
richten, aber den zu lieben, der unsere Liebsten getötet hat, vermögen 
wir nicht; auch mein Vater hätte die Prophetie bekommen können, er 
hat sie aber zurückgewiesen um nicht in Streit mit seinem Volke zu ge- 
raten. AlXakam b. Abi TAc fand es unerträglich, den Sklaven der Banu 
Gumax auf dem Gebäude des Abu Oalxa brähen zu hören. Abu Sufjan 
aber sprach: ich sage nichts dazu, denn auch diese Kiesel würden es ihm 
berichten. Richtig erfuhr M. durch Gabriel Alles. — BH. 822. 

Suhail b. 'Amr stürzte nach der Einnahme der Stadt in sein Haus 
und schloss die Thür zu. Da er aber in grosser Angst wegen seiner 
bösen Vergangenheit war, so schickte er seinen Sohn 'Abdallah zu M., 
um sich von ihm Schutz und Sicherheit zu erwirken. M. war sehr freund- 
lich und hiess ihn hervorkommen; zu seiner Umgebung sagte er: niemand 
werfe einen scharfen Blick auf Suhail, ein Mann wie er, von Verstand 
und Adel, bleibt dem Islam nicht fremd, er sieht ja, dass seine bisherigen 
Anstrengungen nichts geholfen haben. Suhail ging darauf frei ein und i9ia 
aus, zog auch mit nach Xunain, bekehrte sich aber erst hinterher in 
Gi'räna. 

Hubaira b. Abi Vahb und Ihn alZiba'ra flohen zusammen nach Nagran 
und fühlten sich erst in der Burg dort sicher. Die Balxarith b. Ka'b 
wurden durch sie so bange gemacht, dass sie begannen die Mauern aus- 
zubessern und das Vieh zusammenzutreiben, um sich auf den Angriff M.'s 
vorzubereiten. Ihn alZiba'ra aber fasste nach kurzer Zeit, durch Verse, 
die Xassan auf ihn gedichtet hatte ^), veranlasst, den Entschluss heimzu- 
kehren und den Islam anzunehmen; er ward von M. mit offenen Armen auf- 
genommen. Hubaira war schmerzlich enttäuscht über den Abfall seines 
Freundes und noch mehr über den üebertritt seiner Frau ümm Häni und 
sprach seine Empfindungen in einem Liede aus ^), Er blieb in Nagran 
und starb daselbst als Heide. — BH. 826—828. 

*) Vakidi citiert nach Ibn Abi IZinad ausser dem Verse BH. 826 noch zwei 
andere, von denen der eine erwähnenswert ist, ^•^jS>\ ,3 v;j5oLx5 c:/uJj 

*^3 oto sli^ iüU:>. vi:/M^l3. Die Hs. hat 13^ iüU.>; ich 

denke iüU.;>- = pU.;^-; und siü^, 

3) BH. 828; Vakidi hat die Verse 1. 2. 5. 6. 9. 10. 11. V. la: naäka. V. 2b: 
baMa hannin. V. 6b: idbä kurrihat naxva raväli fixäluhä. V. 10b: vqe't 
statt v'eft. 



344 Einnahme Yon Mekka A. 8. 

191b Ihn Abi Sabra von Musa b. 'Uqba von alMundhir b. Gahm: Xu- 

vaieib b. 'Abdaluzza war in den Garten 'Auf's geflohen, dort fand ihn 
zufällig Abu Dharr, versicherte ihm, er habe nichts zu befurchten, und 
geleitete ihn ^uf seine Bitte in sein Haus. Der Prophet, davon benach- 
richtigt, sagte: wir haben ja allen Sicherheit gewährt, ausser den Ge- 
ächteten. 

Ihn Abi Sabra von Musa b. 'üqba von Abu Xabiba, dem Freige- 
lassenen alZubair's, von 'Abdallah b. alZubair: mehrere jetzt zum Islam 
übergetretene Frauen, darunter Hind bint 'Utba, ümm Xakim, alBaghüm, 
Fäeima (Schwester Xalid's) und Hind bint Munabbih kamen zu M. nach 
alAbeax und bezeugten ihm, in Gegenwart seiner Frau und seiner Tochter 
und der Weiber der 'Abdalmueealib, ihren Gesinnungswechsel; Hind bint 
'ütba war die Wortführerin. M. las ihnen den Koran vor und nahm sie 
in seine Huld, ohne jedoch, wie Hind wollte, jeder einzelnen die Hand 
zu geben. Nach Anderen legte er ein Gewand über seine Hand und dann 
fuhren sie darüber; oder er steckte seine Hand in eine Schale Wasser 
und sie thaten der Reihe nach dasselbe — aber nach Vakidi ist das nicht 
so glaubwürdig*). 

ümm Xakim hatte für ihren von M. geächteten Mann 'Ikrima Ver- 
zeihung erbeten und erlangt. Er war nach Jemen geflohen, sie reiste ihm 
nach- in Begleitung eines griechischen Knechtes. Der stellte unterwegs 
ihrer Ehre nach; sie hielt ihn hin, bis sie zu einem Lager der 'Akkiten 
kam, welche ihn auf ihre Bitte festnahmen. 'Ikrima war indessen am 

192 a Strande des Meeres zu Schiff gegangen. Der Schiffsherr aber verlangte 
von ihm das la iläh illa 'Uäh zu hören, er weigerte sich dessen, da er 
grade um diesem Bekenntnis zu entgehen geflohen sei. In dieser Lage 
traf ihn seine Frau, er liess sie herankommen und erfahr von ihr, dass 
ihm M. Sicherheit gewährt habe. Da kehrte er mit ihr um und tötete 
unterwegs den Knecht, der ihr nachgestellt hatte. Als sie in die Nähe 
von Mekka kamen, sagte M. zu den Seinen: 'Ikrima b. Abi Gahl kommt 
als Gläubiger zu euch, schmähet nun nicht seinen Vater, denn die 
Schmähung des Toten verletzt nur den Lebendigen. Bald darauf erschien 
Ikrima, ohne sich zu gürten sprang M. vor Freuden auf und 'ging ihm 
entgegen. Dann setzte er sich, während 'Ikrima, seine verschleierte Frau 
zur Seite, stehend das Bekenntnis vor ihm ablegte. Er gelobte doppelt 
so viel Geld und doppelt so viel kriegerischen Eifer wie ehedem auf die 
Bekämpfung des Islam nunmehr auf dessen Ausbreitung zu verwenden. 

lieber die Verhältnisse der genannten Frauen vgl. fol. 48 b ; über das Hin- 
einstecken der Hände in eine Schale bebuf der Bundschliessung S. 54 
Anm. 1. 



Einnahme von Mekka A. 8. 345 

Darnach erhielt er auf Grund der alten Ehe seine Frau wieder, die sich 
ihm, als einem Ungläubigen, bisher hatte versagen müssen '). Er fiel als 
Märtyrer. — BH. 819. 

Cafvän floh in Begleitung seines Knechtes Jasär nach alShu'aiba. 
Da sah er 'ümair b. Vahb kommen, und sich des Schlimmsten versehend, 
ging er ihm entgegen und hielt ihm vor , welche Wohlthaten er ihm er- 
wiesen habe, 'ümair aber hatte bei M. Sicherheit für ihn erwirkt und 
war ihm nachgeeilt um ihn davon zu benachrichtigen. Doch Cafvan 
traute ihm nicht und beruhigte sich erst, als 'ümair zurückritt und ihm 1^2 b 
den Eopfbund des Propheten, mit dem er denselben hatte einziehen 
sehen, zum Pfände brachte. Da kam er endlich mit und traf M. in der 
Moschee beim Nachmittagsgebete. Noch ehe er abstieg, fragte er M., 
ob er ihm wirklich Sicherheit, und falls er den Islam nicht annehme, 
zwei Monate lang Reisefreiheit gebe? Du sollst vier Monat haben, war 
die Antwort. Da stieg er ab, machte hinterher den Feldzug gegen die 
Havazin und die Thaqif mit, zu dem er dem Propheten 100 Panzer nebst 
Zubehör lieh, bekehrte sich aber erst in Gfräna. Dort nämlich sah ihn 
der Prophet lange den Blick auf eine Schlucht (shi'b) voll Schafe und 
Kamele richten. Er fragte ihn ob ihm das Vieh gefiele, und schenkte 
es ihm dann insgesamt. Da sagte Cafvan: so etwas verschenkt niemand 
aus freien Stücken, es sei denn ein Prophet! und ward Muslim zur sel- 
bigen Stunde. — BH. 825 f. 

^Abdallah b. Sa'd b. Abi Sarx pflegte, so lange er als Emigrant in 
Medina lebte, dem Propheten die Offenbarungen zu schreiben; dabei er- 
laubte er sich Aenderungen, z. B. wenn ihm diktiert wurde sami'un 
'allm, schrieb er ^alimun xakim. Da M. es nicht merkte, zweifelte 
Ihn Abi Sarx an dem Unterschied zwischen der Offenbarung und seinen 
eigenen Einfallen. So ward er abtrünnig und ging nach Mekka zurück. 
Bei der Einnahme der Stadt von M. in die Acht erklärt flüchtete er sich 
zu seinem Milchbruder Othman b. 'Affan und bat ihn sich beim Propheten i93n 
für ihn zu verwenden. Der aber wollte nicht anders als wenn er selber 
mit ginge, was er denn trotz seiner Angst auch am Ende that. Ehe M. 
sich's versah, standen die beiden vor ihm; Othman sagte zu ihm: seine 
Mutter hat mich auf den Arm genommen und ihn gehen lassen, mich 
hat sie gesäugt und ihn entwöhnt,' willst du nun gegen mich gütig sein 
und gegen ihn nicht? schenk ihn mir! M. wandte sich ab, Othman aber 
stellte sich wieder vor ihm hin und wiederholte seine Rede. Das ge- 

*) Ueber diesen Punkt folgt fol. 192b noch eine speciellere Tradition, wie 
es mit den Weibern gehalten wurde, die nach und die vor ihren Männern 
gläubig wurden. 



346 Einnahme 7on Mekka A. 8. 

schah mehrere Male; da Othman immer dringender wurde, gewährte 
M. schliesslich die Bitte. In seiner Hoffaung, es werde jemand dazwischen 
treten, getäuscht wandte er sich an die Umstehenden mit der unwilligen 
Frage : warum hat denn nicht einer von euch diesen Hund niedergeschlagen ? 
'Abbad b. Bishr (and. Abu IJasar, and. Omar) erwiderte, er habe nur 
auf einen Wink gelauert. Ich töte nicht mit Winken, sagte M. (Sur. 40,20). 
Ibn Abi Sarx aber wich dem Propheten aus, wo er ihn sah, bis Othman 
noch einmal ein gutes Wort für ihn einlegte und wirkliche Verzeihung 
für ihn erlangte. Da kam er und grüsste den Propheten mit den üebrigen. 
— BH. 818 f. 

Der ebenfalls geächtete alXuvairith b. Nuqaidh von den Vuld Qucaij 
ward von Ali getötet, als er aus seinem Hause in ein anderes fliehen 
wollte. — Habbär b. alAsvad hatte M.'s Tochter Zainab, als sie nach der 
Schlacht von Badr von Mekka nach Medina übersiedelte, mishandelt, so 
dass sie eine Fehlgeburt that. Seitdem gab M. jeder Schar die er aus- 
sandte, den Auftrag : kriegt ihr Habbar zu fassen, so werft ihn ins Feuer, 
oder da das nicht erlaubt ist, so haut ihm Hände und Füsse ab! Aber 
er ward nicht gefasst, auch nicht bei der Einnahme von Mekka. Erst 
hinterher, nicht lange nach der Heimkehr von Gi'räna, tauchte er plötz- 
lich vor dem Propheten in Medina auf und legte das Glaubensbekenntnis 

193 b ab; M. nahm ihn in Gnaden an und verbot seiner Magd Salma und den 
Andern ihn zu schmähen oder sich von ihm abzuwenden. Gubair b. 
Mue*im und alZubair waren bei der Scene gegenwärtig, wie Hisham b. 
'Umara von Sa'id b. Muxammad b. Gubair b. Mue'im, und Vaqid b. Abi 
Jäsir von Jazid b. Ruman von alZubair bezeugen. 

'Abdallah b. Xaeal war von M. ausgesandt, um Steuern einzutreiben, 
in Begleitung eines Xuza'iten , der ihn bedienen sollte. Als dieser nun 
einmal Mittagsschlaf gehalten hatte statt das Essen zu kochen, prügelte 
ihn Ibn Xaeal tot. Darauf wagte er nicht zu M. zurückzukommen, son- 
dern ward abtrünnig und floh mit der Steuer nach Mekka. Er machte 
Spottverse auf M. und liess sie von Fartanä und Arnab, zwei liederlichen 

194a Sängerinnen, die ihm gehörten, den Mekkanem vortragen, die bei ihm 
einkehrten und Wein tranken. Das war sein Verbrechen. Als die Mus- 
lime in Mekka eindrangen, kam er auf seinem langschweiflgen Pferde in 
voller Rüstung von der Oberstadt um nach alXandama zu reiten. Die Töchter 
Sa'id's b. al'Ac, denen bekannt war, dass M. schon eingedrungen sei, 
standen mit aufgelöstem Haare auf der Strasse und schwangen ihre Schleier 
den Pferden ins Gesicht; er schlug sie und sagte: M. wird nicht eher 
eindringen, als bis ihr Wunden seht, strömend wie die Oeffiiungen der 
Schläuche! Als er aber den Kampf sah, bekam er Angst, liess Pferd 
und Waffen im Stich, und verkroch sich hinter der Bekleidung der 



Einnahme von Mekka A. 8. 347 

EaHba *). Von dort zog ihn Abu Barza alAslamij hervor und tötete ihn zwi- 
schen dem heiligen Stein und dem Maqäm *). Nach weniger glaubwürdigen 
Angaben tötete ihn Sa'id b. Xuraith alMaizumij, oder 'Ammär b. Jäsir, oder 
Shuraik b. 'Abda arAglänij. Von den beiden Sängerinnen, die ebenfalls 
geächtet waren, wurde nur eine hingerichtet, die andere verschont. Letztere 
starb unter Othman an einem Rippenbruch; das Sühngeld betrug 6000 Dir- 
ham, wozu noch 2000 als Zuschlag kamen zur Verschärfung der Strafe. 
— Auch die Klagefrau Sara, eine Freigelassene 'Amr's b. Hashim, sang 
Spottlieder auf M., die ihr zugetragen wurden. Sie hatte sich deswegen 
früher einmal in Medina vor M. damit entschuldigt, dass die Qurashiten 
nach der Schlacht von Badr gar nichts anderes mehr hören wollten; er 
hatte ihr damals verziehen und sie reich beschenkt entlassen. Sie aber 
trieb dann ihr altes Wesen in Mekka weiter, und als sie nun bei der Er- 
oberung der Stadt wieder in seine Hände fiel, Hess er sie hinrichten. — 
BH. 819 f. 

Miqjas b. Cubäba alLaithij hatte für seinen Bruder Häshim, der bei 
alMuraisf von Aus b. Thabit (and. von einem 'Amriten) aus Versehen im 
Staubwirbel erschlagen war, von der Sippe des 'übada b. alCämit (and. 
von den Banu 'Amr b. 'Auf) das ihm von M. zugesprochene Blutgeld er- 
halten, hernach aber doch den Thäter ermordet. Darauf war er, abtrünnig 
geworden, nach Mekka geflohen ^) und hielt sich dort bei den Banu Sahm 
auf, seinen mütterlichen Verwandten. Am Tage der Eroberung zechte er 
mit einigen Genossen, Numaila b. 'Abdallah alLaithij wusste seinen Auf- 
enthalt und vollstreckte die Acht an ihm. Er rief ihn, und als er trunken, 
ein Lied hersagend, aus dem Hause kam, machte er ihn kalt. Nach an- 
derer Angabe stürzten die Muslime auf ihn, als er zwischen alCafä und 
alMarva trunken zum Vorschein kam ♦). — BH. 819 f. 

*) Xizam b. Hisham von s. Vater: ein Xuza'it las die Waffen auf und fing 
das Pferd ein und überbrachte beides dem Propheten in alXagün (fol. 186 b). 

^ Auf ihn soll sich Sur. 90,1. 2 beziehen. 

2) Seine Verse wie bei BH. 728. Nach Ka'b b. Malik scher er sich bei 
seiner Ankunft bei den beiden Götzenbildern. 

*) Die beiden Verse BH. 820 werden von Vak. nicht der Schwester des Ge- 
töteten, sondern dem Dichter der Banu Laith zugeschrieben. Das Zech- 
lied lautet bei Vak. nach Ibn Ga^far also: 

> o , o o 

ff 



348 Einnahme von Mekka A. 8. 

194 b 'Abdallah b. Jazid alHudhalij von Abu Xucain alHudhalij: als sich 

die Totenklage über die hingerichteten Personen erhob, ging Aba Suflan 
zu M. um ihn Vorstellungen zu machen, und erhielt die Versicherung, 
dass niemand weiter hingerichtet werden solle. — Jazid b. Firäs von 
'Irak b. Malik von alXarith b. alBarcä: M. sprach: nie werden die Qu- 
raish wegen des Unglaubens wieder überfallen werden. 

Ihn Abi Sabra von Xusain b. 'Abdallah von 'Ikrima von Ihn 'Abbas: 
auch Vaxshij war unter den Geächteten, er entfloh aber nach Täif. 
Von dort kam er mit der Gesandtschaft der Thaqafiten nach Medina und 
legte das Glaubensbekenntnis ab. Der Prophet gebot ihm sein Angesicht 
zu meiden, nachdem er sich von ihm hatte erzählen lassen, wie er Xamza 
getötet habe. — BH. 565 f. 

'Abdallah b. Jazid von Abu Xucain: M. lieh von Cafvan 50000, von 
'Abdallah b. Abi Rabi'a ^) und Xuvaieib je 40000 Dirham, um sie an 
die Bedürftigen in seinem Heere zu verteilen. Sie bekamen jeder etwa 
50 Dirham. Auch an die Banu Xuzaima schickte er etwas von diesem 
Gelde. 

Sufjän b. Sa'id von alKalbij von Abu Cälix von alMueealib b. Abi 
Vadä'a: als M. an einem heissen Sommertage nach dem heil. Umlauf 
Durst hatte, brachte ihm ein Mann Rosin enwasser; er konnte es aber 
nicht trinken weil es stank. Darauf liess er sich Wasser aus dem Zamzam 
bringen und es über sich giessen, und sprach: wem sein Getränk zweifel- 
haft vorkommt, der lösche (den Durst) mit Wasser^). 

195 a Usama b. Zaid von Aslam, und Hisham b. Sa'd von Zaid b. Aslam 

von Abu Va'la von Ihn 'Abbäs: ein Thaqafit schenkte dem Propheten 
Wein , und als dieser ihn nicht annehmen wollte, sagte er leise zu seinem 
Knechte, er solle denselben nach alXazvara bringen und dort verkaufen. 
Aber auf M.'s Befehl ward er in alBaexä ausgeschüttet. 

Ihn Abi Dhi'b von alZuhrij: M. verbot damals Wein und Schweine 
und Gefallenes und Götzenbilder zu verkaufen und dem Wahrsager Lohn 
zu geben 3). — Sa'id b. Bashir von 'Abdalkarim b. Abi Umajja von 'Aeä 
b. Abi Rijäx von Gabir b. 'Abdallah: gefragt, ob man nicht das Fett 
des Gefallenen, z. B. zum Schmieren der Schläuche, gebrauchen dürfe, 
sagte M.: strafe Gott die Juden, er hat ihnen das Fett verboten, aber 

^) Nach einer Familientradition bekam dieser nach dem Feldzuge gegen die 
Haväzin sein Darlehn mit schönem Dank zurückerstattet. 

*) ny^XAs. Den Durst (Es. 104,11) habe ich expliciert, nach dem Wort- 
laut müsste sich das Sufflx auf das Getränk beziehen = der breche 
(mische) das Getränk mit Wasser. Will man so auffassen, so ist vorher 
zu übersetzen: und es dazu giessen — statt über sich giessen. 

2) ^üüt ^l^^*, und das Douceur des Kähin. Gauh. 11 464 Z. 9 y. u. 



Ik 



Einnahme von Mekka A. 8. 349 

sie verkaufen es und verzehren den Erlös. — Aehnlich erzählt Ma'mar 
von alZuhrij von Ihn alMusajjib. — Auch die Mietehe (mut'a) verbot M. 
damals, wie Ihn Abi Dhi'b und Ma'mar von alZuhrij von alRabi' b. 
Sabra von s. Vater berichten. 

In alXazvara sagte M., das heilige Gebiet anredend: du bist das 
beste Land Gottes und das mir liebste Land Gottes, und wäre ich nicht 
aus dir vertrieben, würde ich nie fortgegangen sein. 

Ein alter Xuza'it von Gabir b. 'Abdallah: ein jüdischer Knecht der 
'Abdaldar, namens Gabr, hatte vor der Flucht von M. die Sure Jusuf 
gehört und sich in Folge dessen bekehrt, aber heimlich. Erst durch den 
abtrünnigen Ibn Abi Sarx erfuhren die Mekkaner, dass er Muslim sei, 
und peinigten ihn nun so lange bis er sagte, was sie wollten. Nach der 
Eroberung von Mekka beklagte er sich bei M., der gab ihm Geld, dass 
er sich frei kaufen konnte. Er heirathete nachmals eine vornehme Frau. 

Ibrahim b. Jazid von 'Aeä b. Abi Rijäx: ein Mann hatte gelobt in 
Jerusalem zu beten, wenn Gott dem Propheten Mekka öffne. M. sagte 
ihm, ein Gebet in Mekka sei besser als tausend anderswo. — Ein gleiches 
Gelübde hatte Maimuna gethan; aber M. machte ihr klar, sie könne 
nicht nach Jerusalem kommen, auch nicht mit einem Beschützer (xafrr); 
sie solle statt dessen Oel für eine Lampe dort stiften. In Folge dessen 
schickte sie alle Jahr Geld für Oel nach Jerusalem und setzte bei ihrem 
Tode ein Legat dafür aus. 

Ibn Abi Dhi'b von alXarith b. 'Abdalraxman b. 'Auf, und Ibrahim 
b. 'Abdallah b. Muxriz: als Sa'd b. 'übada beim Anblick einiger qurashi- i95b 
tischen Frauen äusserte, sie seien nicht so schön als man sie ihm ge- 
schildert habe, wurde 'Abdalraxman b. 'Auf so zornig, dass er fast über 
ihn hergefallen wäre. Sa'd floh zum Propheten und beklagte sich bei 
ihm, aber da kam er vom Regen in die Traufe. 

'Abdallah b. Jazid: dem Abu IGufail 'Amir b. Vathila zeigte seine 
Mutter den Propheten; er war mittelgross, von sehr weisser Haut und 
sehr schwarzem Haar. Seiner Kleider wusste sich 'Amir nicht zu er- 
innern. — Rabi'a. b. 'Abbäd hatte den Boten Gottes in Dhu IMagäz ge- 
sehen, als Abu Lahab ihn auf Schritt und Tritt folgte: er erkannte ihn 
gleich wieder, als er einige Tage nach der Einnahme mit seinem Vater 
nach Mekka kam. — ümm Häni bewunderte die schönen Zähne M.'s und 
die vielen Falten seines Bauchs ; er hatte am Tage des Einzugs sein Haar 
in vier Locken (caföir) geflochten. — Diese vier Locken hatte ihn Umm 
Salama schon in Dhu IXulaifa gemacht^), erst als er nach Xunain auf- 

Das Flechten geschieht, damit das Haar nicht zu sehr in Unordnung 
gerat, wenn.es weder gekämmt noch geschoren wird. 



350 Einnahme von Mekka A. 8. 

brach, löste er sie wieder auf und Hess sich den Kopf mit Sidrwasser 
waschen — erzählt 'Alij b. Jazid von s. Vater von s. Base von Umm 
Salama. 

Bind bint 'ütba schickte durch ihre Magd dem Boten Gottes in al- 
Abeax zwei Böckchen; sie liess sich entschuldigen, dass es nicht mehr 
wären, aber es hätten nur wenige Ziegen geworfen. Der Prophet that 
zum Dank eine Fürbitte für die Fruchtbarkeit ihrer Viehs, und der Erfolg 
blieb nicht aus. Hind hatte einen Traum : sie stand in der Sonne, während 
der Schatten ganz nahe war; erst als der Prophet herankam, konnte sie 
196 a in den Schatten treten. — Abu Xucain: eine Milchverwandte des Boten 
Gottes, von Sa'd b. Bakr, brachte ihm in alAbeax Butter und Quark, er 
nahm die Gabe von ihr an, nachdem sie zum Islam übergetreten war. 
Er erfuhr von ihr, dass Xalima tot und ihre Kinder in bedürftigen Um- 
ständen wären, femer dass die Banu Sa'd in Dhanab Aueäs lagerten; und 
entliess sie reich beschenkt. 

'Abdallah b. JazId von Sa'id b. 'Amr alHudhalij : nach der Einnahme 
von Mekka ward alGufail b. 'Amr alDausij ausgesandt gegen Dhu-lKaffain, 
den Götzen des 'Amr b. Xumama, er verbrannte ihn mit Feuer*). Des- 
gleichen Sa'd b. Zaid alAshhalij gegen Manät in alMushallal. Desgleichen 
*Amr b. al'Ac gegen Suva', den Götzen der Hudhail : der Priester glaubte, 
derselbe werde sich wehren, als er darin getäuscht wurde, bekehrte er 
sich. Im Schatzhause des Suva' war nichts zu finden. Dieselben, und 
Ihn Abi Sabra von Sulaiman b. Suxaim von der Familie Gubair's von 
Gubair b. Mue'im : in Mekka rief der Herold aus : wer an Gott und seinen 
Boten glaubt, lasse keinen Götzen in seinem Hause, sondern zertrümmere 
und verbrenne ihn ; ihn zu verkaufen ist verboten. 'Ikrima beteiligte sich 
besonders eifrig an der Vernichtung dieser Götzen. Sie fehlten in keinem 
Hause; beim Eingang und Ausgang pflegte man sie zu streicheln um 
ihren Segen zu gewinnen. Abu Bagrät machte und verkaufte sie; es 
wurde mit ihnen ein lebhafter Handel an die Beduinen getrieben. — Ihn 
Abi IZinäd von 'Abdalmagid b. Suhail: als Hind nach ihrem Uebertritt 
zu Hause kam, schlug sie, enttäuscht, ihren Hausgötzen in Stücke.— 
Der Aufenthalt M.'s in Mekka dauerte nach 'übaidallah b. 'ütba 15, nach 
196b 'Irak b. Malik 20 Tage; er vollendete das Gebet in zwei Beugungen*). 

'Abdallah b. Jazid von Sa'id b. 'Amr alHudhalij: Freitag 10. Ra- 
macän kam M. in Mekka an. Er schickte von dort Streifscharen nach 
allen Seiten gegen die Stämme, welche noch nicht den Islam angenommen 
hatten ; so 200 Mann unter Hisham b. al'Ac nach Jalamlam, und 300 Mann 

Seine Verse wie bei BH. 254. 

^ d. h. er sprach das abgekürzte Reisegebet und bezeichnete dadurch Mekka 
als fremde Stadt. Vgl. Tabari ed. Koseg. S. 156. BH. 840. 



Einnahme von Mekka A. 8. 351 

anter ilSlalid b. Said b. aPAc nach 'Urana. Xalid b. alValid mit 30 Reitern 
ward beauftragt die Tzza zu zerstören. Als er wieder kam und den 
Befehl ausgerichtet zu haben glaubte, fragte ihn M., ob er etwas gesehen 
habe. ^Nein!" ,,Dann hast du sie noch nicht zerstört, kehr noch mal 
um!*' Da ging er noch einmal hin, und, an Ort und Stelle angelangt, 
zog er zornig sein Schwert. Da kam ein schwarzes nacktes Weib mit 
fliegenden Haaren heraus; ihm fuhr ein Schauder über den Rücken, als 
ihr Priester sie anschrie sich zu wehren , aber er ging doch mit dem 
Schwerte auf sie los und hieb sie in zwei Stücke. Darauf kehrte er 
zurück und nun war der Prophet zufrieden ^). Xalid sprach seine Ver- 
wunderung darüber aus, wie man nur einen solchen Stein, der weder 
nützen noch schaden könne, habe dienen können. „Ich habe es öfter 
erlebt, dass mein Vater mit 100 Kamelen und Schafen zur 'Uzza zog und 
sie ihr opferte; drei Tage blieb er dort, dann kam er vergnügt heim." Die 
Zerstörung erfolgte A. 8 am fünftletzten Ramacan. Als ihr letzter Priester, 
Aflax b. Nacr alShaibanij (vom Stamme Sulaim), auf dem Todbette 
lag, besuchte ihn Abu Lahab und fand ihn traurig, in der Besorgnis, 
dass Tzza nach seinem Tode verwahrlost werden möchte. Abu Lahab 
aber versprach sich ihrer dann annehmen zu wollen. Er that es auch 
und pflegte darum zu sagen: gewinnt aFUzza, so habe ich bei ihr zu 
gut, dass ich für sie gesorgt habe; gewinnt aber Muhammed — was ich 
nicht glaube — , nun so ist er meines Bruders Sohn. Aus diesem Anlass 
ward Sur. 111 offenbart. Nach Anderen soll Abu Lahab seine Aeusserung 
mit Bezug auf alLät, nicht auf aPUzza gethan haben ^). — BH. 839 f. 

Verzeichniss der Getöteten. Von den Muslimen Kurz b. Gabir, und 
ialid alAshqar ^) von den Banu Ka'b. Von den Qurashiten fielen 24 Mann 
bei aliandama; hingerichtet wurde Ibn Xaeal, alXuvairith, und Miqjas. i97a 

64 a. 
Banu Gadhima. 

'Abdalraxman b. 'AbdaPaziz vonJSakim b. 'Abbäd b. Xunaif von 
Abu Ga'far: nach der Zerstörung der Tzza ward Xalid zu den Banu 
Gadhima, unterhalb Mekka^s, gesandt, um sie zum Islam aufzufordern, 
nicht um sie zu bekämpfen; er hatte 350 Mann bei sich, Emigranten, 
Mediner und Sulamiten. Die Gadhima versahen sich zu ihm keines 
Bösen, da sie den Islam angenommen, Moscheen errichtet und den Ge- 

Von den beiden Versen des Priesters, die bei BH. 839 f. Tavll sind, steht 
bei Vakidi der erste dem Ragaz näher: a'uzza shuddi shiddatan la takdhubi, 
a'uzza vaalqi Iqinä'a vashammiri. Zu kadhaba (feige sein) vgl. S. 122 A. 2. 

*) Hier werden Verse Xassan's zwar angekündigt, aber nicht angeführt. 

2) Hdschr.: alAsh'arij, vgl. oben fol. 186 b. 



352 Einnahme von Mekka A. 8. 

betsTof eingeführt hatten. Doch griffen sie zu den Waffen, weil sie nicht 
gewiss waren, ob nicht der anziehende Heerhaufe statt der Muslime ihnen 
feindliche Araber auf den Hals brachte. Sobald aber Xalid sie aufforderte 
die Waffen niederzulegen, thaten sie es. Nur einer von ihnen, Gaxdam, 
traute dem Frieden nicht; er fürchtete, Xalid werde sie erst wehrlos 
machen, dann binden, und endlich hinrichten, um seinen alten Bluthass 
zu befriedigen. Er musste zwar der Mehrheit nachgeben, aber dass er 
Recht hatte, zeigte sich alsbald. Denn sobald die Banu Gadhima die 
Waffen abgelegt hatten, befahl ihnen Xalid sich gegenseitig zu binden 
und übergab dann jedem seiner Krieger einen oder zwei Gefangene. Ge- 
bunden vierbrachten «ie die Nacht, nur zum Gebet wurden sie gelost. 
Am anderen Morgen früh, während die Muslime sich vergebens fragten, 
was denn eigentlich die Absicht einer solchen Behandlung der Banu 
Gadhima sei, rief plötzlich der Herold iialid's aus, ein jeder solle seinen 
Gefangenen töten. Aber nur die Sulamiten töteten sie, die Emigranten 
197b und Mediner Hessen sie frei und protestierten gegen ialid's Befehl*). 

'Abdallah b. Jazid b. Qusaie von s. Vater von 'Abdalraxman b. 'Abd- 
allah b. Abi Xadrad von s. Vater: einer der Gefangenen bat mich ihn 
am Strick zu den Frauen und dann zurück zu führen. Er sprach mit 
einer der Frauen, Hess sich dann von mir zurückbringen und wurde 
hernach niedergemacht. — Eines Abends, sagt man, näherte sich ein 
Reiter von den Banu Gadhima den Muslimen und rief ihnen zu, dass sie 
von ihm abliessen. Aber die Sulamiten, welche mit den Gadhima in 
Fehde standen und die Niederlage von Burza 2) zu rächen hatten, stürzten 
auf ihn los, so dass auch er gezwungen wurde gegen sie zu kämpfen. 
Nachdem er zwei von ihnen erschlagen hatte, brach die Nacht ein. Am 
anderen Morgen kam er wieder an, um Erlaubnis zu einer Unterredung 
mit seiner Frau zu erbitten, welche mit den übrigen Frauen und Kindern 
in Xalid' s Gewalt war. Die Sulamiten jedoch erneuerten den Kampf mit 
ihm und setzten denselben durch den grössten Teil des Tages fort, 
bis er ihnen entfloh. Darnach kelMrte er aber nochmals zurück und ergab 
sich ihnen unter der Bedingung ebenso behandelt zu werden wie die 
Frauen und Kinder. Trotzdem ward er von ihnen dem Xalid überHefert 
und von diesem hingerichtet. Doch erlaubten sie ihm vorher seine Frau 

1) Es folgen eine Reihe identischer Einzelzeugnisse: Musa b. 'Ubaida von 
Ijäs b. Salama von s. Vater; 'Abdallah b. Nüfi' von s. Vater von Ihn 'ümar; 
Ma'mar von alZuhrij von Salim von Ibn 'ümar; 'Abdallah b. Jazid von 
Camra b. Sa'id von Abu Bashir aUiäzinij; Isxaq b. 'Abdallah b. !^ariga 
b. Zaid b. Thabit. Dazu kommt fol. 198 a. b noch Jaxja b. 'Abdallah b. 
Abi Qatada von seiner Familie von Abu Qatäda. 

3) Jaq. 1564,17 ff. 



ßanu Gadhima A. Ö. 353 

ZU sprechen. Als er sie sah, hlickte er lange starr zu Boden; dann sagte 
er: sei ergeben, Xubaish, wenn auch der Vorrat auf die Neige geht! 
und nahm in einem Liebesliede von ihr Abschied*). — 'Abdallah b. Abi 
Xurra von alValid von Sa'id von Xanehala b. 'Alij: nach seiner Hin- 
richtung warf sich eine Frau über ihn und küsste ihn fortwährend, bis 
sie tot war. 

Als Xalid nach Mekka zurückkam, machte ihm 'Abdalraxman b. 'Auf, 
unterstützt von Omar, schwere Vorwürfe, dass er die Banu Gadhima 
wegen einer aus der heidnischen Zeit herrührenden Sache belangt habe, 
um nämlich das Blut seines Oheims alFäkih zu rächen. Vergebens gab 
isAid vor, sie wegen des Mordes von 'Abdalraxman's Vater belangt zu 
haben; 'Abdalraxman liess sich durch Othman bezeugen, dass er den 
Mörder seines Vaters selber getötet habe, und fügte hinzu, dass diese 
Entschuldigung, selbst wenn sie wahr sei, nicht gelte, da muslimisches 
Blut nicht für heidnisches vergossen werden dürfe. „Woher weisst du, 
dass sie Muslime sind?" „Das sagen alle." „Der Prophet hat mir durch 
einen Boten aufgetragen, über sie herzufallen." „Du lügst wider den 
Propheten." Als M. von diesem Wortwechsel hörte, sagte er zu Xalid: 
lass meinen Geföhrten zufrieden ; wenn eines Mannes Nase getroffen wird, 
wird er selber getroffen; besässest du einen Berg Gold und gäbest es 
bis auf den letzten Heller für Gottes Sache aus, so würdest du damit 
noch nicht so viel erreichen wie 'Abdalraxman auf einem Morgen- oder 
Abendgange. — 'Abdallah b. 'Umar von Näfi' von Ibn 'ümar: Omar 
machte dem Xalid Vorwürfe, er versuchte sich herauszureden, aber Omar 
hielt ihm die Aussagen seines Sohnes entgegen, dessen Zuverlässigkeit 
er nicht zu bestreiten wagte. — Als M. die Nachricht von Xalid's Ver- i98b 
fahren bekommen hatte, hatte er mit aufgehobenen Händen feierlich vor 
Gott seine Unschuld daran beteuert. — Ma'mar von alZuhrij von Ibra- 
him b. 'Abdalraxman : Xalid liess 'Abdalraxman durch Othman um Ent- 
schuldigung bitten. — Auch 'Ammär verklagte Xalid vor dem Propheten; 
ialid wollte ihn anfahren, aber M. verwies es ihm ernstlich. 

Um das von Xalid vergossene Blut zu sühnen, schickte M. Ali zu 
den Banu Gadhima mit einem Teil des Geldes, welches er in Mekka ge- 
liehen hatte; da Ali nicht genug daran hatte, liess er sich durch Abu 
Räfi' noch mehr holen. Er ersetzte den Gadhimiten jeden Verlust, bis 
auf die Hundeschüssel; als dann noch etwas vom Gelde übrig blieb, 
schenkte er es ihnen. — Der Bote Gottes lobte ihn deswegen und ver- 
sicherte nochmals an dem Blut der Gadhima unschuldig zu sein. Nach 

BH. 837 f. Bei Vakidi folgen V. 4. 2. 1. 5. 6; der dritte Vers fehlt. Die 
Varianten verdienen keiner Erwähnung, mit Ausnahme von idläga V. 2b. 

Väkidi, Hnbammed. 23 



354 Banu Gadhima A. 8. 

diesem war er wieder freundlich gegen Xalid, von dem er sich bis dahin 
abgewandt hatte, und hielt ihn in hohen Ehren. 

^Abdallah b. Ga'far von 'Uthman b. Muxammad alAinas^ von 'Abdal- 
malik b. Abi Bakr b. 'Abdalraxman b. alXarith: M. verbot, Xalid zu 
schmähen, denn er sei ein Schwert in der Hand Gottes -gegen die ün- 
199 a gläubigen. Jusuf b. Ja'qub von 'Uthman b. Muxammad (u. s. w. wie 
vorhin): Xalid hatte den Auftrag von M., die Kinana zu bekriegen, es 
sei denn dass er den Gebetsruf vernehme oder sich sonst von der An- 
nahme des Islam überzeuge. Die Gadhimiten traten ihm gerüstet ent- 
gegen. Er wartete einen halben Tag, da er aber keinen Gebetsruf horte, 
griff er sie an, tötete eine Anzahl und machte Gefangene. Hinterdrein 
behaupteten sie Muslime zu sein; der Prophet tadelte aber den !^alid 
nicht und beliess ihn in seiner Stellung als Führer der Vorhut. Auch 
auf dem Feldzuge von Tabuk vertraute er ihm die Vorhut an, er gab 
ihm ferner den Befehl über die Expedition gegen ükaidir und gegen die 
Balxarith b. Ka'b. Auf der Abschiedspilgerfahrt verehrte er ihm seine 
abgeschorene Stimlocke; die trug Xalid seitdem vom in seiner Helm- 
kappe. Als dieselbe ihm in der Schlacht am Jarmuk abfiel, rief er mitten 
im heissen Kampf: die Helmkappe, die Helmkappe — so dass sich die 
Leute wunderten, bis er ihnen die Bewandtnis erzählte. Er starb im 
Felde und ward in Hims begraben, einer, der seine Leiche wusch, hat 
mir erzählt, es sei keine heile Stelle an seinem Leibe gewesen, nichts 
wie Narben von Schwerthieben und Lanzenstichen und Pfeilschüssen. 
Mit Omar stand er anfangs schlecht, doch besserte sich das Verhältnis 
später. 

Xalid b. Aljäs ^) : es wurden beinah 30 Mann von den Banu Gadhima 
getötet. — BH. 833—839.. 

64 b. 
X u n a i n. 

Muxammad b. 'Abdallah, und 'Abdallah b. Ga'far, und Ibn Abi Sabra, 
und Muxammad b. Calix, und Abu Ma'shar, und Ibn Abi Xabiba, und 
Muxammad b. Jaxja b. Sahl, und 'Abdalcamad b. Muxammad alSa'dij, 
und Mu'adh b. Muxammad, und Bukair b. Mismär, und Jaxja b. 'Abdallah 
b. Abi Qatada, und Andere: nach der Einnahme von Mekka ^) beschlossen 
die Haväzin und die Thaqif, sich zu sammeln und dem zu erwartenden 
199 b Angriff M.'s zuvorzukommen. Das Haupt der Havazin war Malik b. 'Auf, 
ein noch junger Mann von 30 Jahren, der kein Geld sparte um seine Leute 

*) Der Sanad ist unvollständig, in der Vorlage (des Xajjuvaihi?) befand sich 

eine weisse Stelle. 
3) Vgl. damit fol. 182 a. 



Xunain A. 8. $55 

auszurüsten. Die Thaqif hatten zwei Oberhäupter, Qarib b. alAsvad b. 
Massud über die Axlaf, und Dhu-lXimär SabI* b. alXarith (and. alAxmar b. 
alXarith) über die Banu Malik; sie hätten sich zwar hinter den Mauern 
ihrer Stadt vor M. verteidigen können, vereinigten sich aber dennoch mit 
den Havazin um ihn anzugreifen. Ghailan b. Salama alThaqaiij schickte 
zehn Söhne ins Feld, und zwar alle zu Pferde. Auf den Rat Einäna's 
b. 'Abdjalil wurden aber wenigstens die Mauern von Täif für alle Fälle in 
Stand gesetzt. Von den Banu Hiläl beteiligten sich nur Wenige an dem 
Feldzuge, keine hundert. Die Banu Ea^b und Eiläb fehlten ganz; dass 
die letzteren nicht kamen, hatte Ihn Abi IBarä schuld. Dabei waren da- 
gegen die Banu Gusham unter dem Befehl des alten blinden Duraid b. 
b. alCimma b. Bakr b. 'Alqama, der zwar nicht mehr kämpfen, wohl 
aber guten Rat erteilen konnte. Den Oberbefehl führte Malik b. 'Auf 
alNacrij. Er hatte Aueäs zum Lager bestimmt, dorthin sammelten sich 
zu ihm von allen Seiten die Hülfstruppen, ihr Ingesinde und Vieh mit- 
bringend : das hatte Malik angeordnet, damit sie wüssten, wofür sie kämpf- 
ten. — BH. 840. 

Als Duraid langsam aus seiner Eamelsänfte abgestiegen war, befühlte 
er den Boden von Vadi Aueäs und fand ihn geeignet als Tummelplatz 
der Rosse. Aber das Geblök des Viehs und das Geschrei der Einder 
gefiel ihm nicht; das Fehlen der Banu Eiläb und Ea'b b. Rabi'a, sowie 
der Banu Hilal b. 'Amir setzte ihn in Besorgnis, und durch die Anwesen- 
heit der 'Amr und 'Auf b. 'Amir ward er nicht getröstet. Er liess Malik 200 a 
rufen, trug ihm seine Bedenken vor und forderte ihn auf, die Weiber und 
Einder sammt dem Vieh auf dem Gebirge in Sicherheit zu bringen. Malik 
aber sagte: ich ändere meinen Befehl nicht, du bist altersschwach ge- 
worden, und jüngere Leute sind an deiner Stelle aufgekommen, die mehr 
vom Eriege verstehen. Da rief Djuraid : ihr Havazin, dieser Mann führt 
euch ins Verderben, und wenn ihr darin sitzt, so rettet er sich in die 
Feste der Thaqafiten; kehrt heim und lasst ihn im Stich! Darauf zog 
Malik sein Schwert, pflanzte es auf und sprach: ihr Havazin, entweder 
gehorcht ihr mir, oder ich stürze mich in das Schwert. Das hatte Wirkung; 
Duraid fand keinen Anhang. „Es ist ein Tag, sagte er, an dem ich 
nicht dabei war, und doch auch nicht fehlte." Er war damals 160 Jahre 
alt, schon mit 20 Jahren war er ein berühmter Reiter gewesen. — BH. 840 f. 

M. zog am Freitag, dem zehntletzten Ramacan, in Mekka ein ^), blieb 
15 Tage dort und zog am Sonnabend 6. Shavval gegen die Havazin zu 
Felde. Als Vorbeter liess er den 'Attäb b. Asid zurück, und als ünter- 

Nach Ma'mar von alZuhrij ward Mekka am 13. R. erobert und damals 
Sur. 110,1 offenbart. 

23* 



356 Xunain A. 8. 

weiser im heil. Brauch und Recht den Mu'ädh b. . Gabal. Sein Heer war 
12000 Mann stark, darunter befanden sich 2000 Mekkaner. „Und wenn 
wir auf die Bann Shaibän stiessen, so würde es uns nichts machen; 
durch Uebermacht besiegt uns heute niemand!*^ — sagte einer der Ge- 
200 b fährten M.'s; nach Sa'id b. alMusajjib war es Abubekr selber. Darauf 
bezieht sich Sur. 9,25'). Es zogen auch viele Mekkaner mit, die noch 
Heiden waren; unter ihnen Cafvan b. Umajja, der dem Propheten 
100 Rüstungen lieh und sie ihm nach Aueas schaffte. — BH. 842 f. 

Ma^mar von alZuhrij von Sinan b. Abi Sinan alDuilij von Abu Yaqid 
alXarith b. Malik alLaithij ; die Quraähiten und andere heidnische Araber 
hielten einen grossen grünen Baum, Dhat-Anväe'), heilig und feierten 
ihm alle Jahr ein Fest, wobei sie opferten und ihre Waffen daran hängten. 
Als wir nun auf dem Wege nach Xunain an einem grossen grünen Baume 
vorbei kamen, riefen wir dem Boten Gottes zu, er soll für uns auch eine 
solche Dhät-Anväe stiften. Er aber sagte erschrocken: Herr Gott, Herr 
Gott ! ihr sprecht grade wie die Israeliten zu Mose : mach uns auch solch 
einen Gott wie die Anderen haben; ihr steckt noch in der Unwissenheit, 
das sind ja heidnische Bräuche! — BH. 844. 

Abu Burda b. Nijär: nicht weit von Aueäs machte der Bote Gottes 
unter einem grossen grünen Baume Halt und hing sein Schwert und 
seinen Bogen daran; ich befand mich ganz in seiner Nähe. Auf einmal 
rief er mich; als ich zu ihm kam, sass ein Fremder bei ihm, von dem 
er mir erzählte, er habe ihn im Schlaf überfallen und toten wollen. Ich 
zog mein Schwert, um den Mann, den ich für einen Spion hielt, nieder- 
201* zuhauen, aber der Prophet wehrte es mir. Barauf wollte ich im Heere 
Lärm machen, aber der Prophet rief mich zurück und sagte : der Schrecken 
Gottes hat den Mann unschädlich gemacht^); Gott schützt mich, um seiner 
Religion zum Siege über alle anderen zu verhelfen. 

Am Abend vor Dinstag dem 10. Shawal kam M. nach Xunain. 
Malik schickte drei Kundschafter ins muslimische Lager, aber sie kehrten 
mit schlotternden Gliedern zurück, durch weisse Männer auf scheckigen 
Rossen, die sie gesehen hatten, in Angst gesetzt. Einem anderen Kund- 

') Ausspruch M.^s nach Ibn ^Abbas: die beste Zahl einer Gesellschaft ist 4, 
einer Streitschar 400, eines Heeres 4000. 

^ d. h. einen Baum zum Aufhängen der Anathemata, femininisch. In einer 
auf Ibn *Abbas zurückgehenden, übrigens identischen Tradition wird hin- 
gefügt, dass bei dem Xagg (d. h. dem heiligen Reigen) das Oberkleid 
(ridä) aus Ehrfurcht abgelegt wurde. 

3) Jc>-jit q£ &it. Aehnlich S. 99 fol. 47 a. Hier scheint der fremde Gast 

mit dem heidnischen Baumgenius zusammenzuhängen. 




Xunain A. 8. 357 

schafter, den Malik aussandte, erging es nicht besser; er aber Hess sich 
dadurch nicht irre machen. — Von M. wurde Ibn Abi Xadrad ins feind- 
liche Lager gesandt. Er wusste sich in eine Versammlung der Häuptlinge 
einzuschleichen und hörte Malik sagen: bis jetzt hat M. es noch nicht 
mit Männern, die zu kämpfen verstehen, zu thun gehabt — morgen früh 
stellt euer Ingesind und euer Vieh hinter euch auf, dann ordnet eure 
Reihen vor ihnen, zerbrecht die Scheiden und greift mit 20000 Schwertern 
an wie ein Mann; denn der Sieg ist dessen der den Angriff macht. 
Damit kehrte Ibn Abi Xadrad zja M. zurück, Omar behauptete zwar er 
lüge, aber der Prophet schenkte ihm Glauben. — BH. 842. 

Sahl b. alXanehalijja alAncarij: als wir auf dem Wege gegen die 
Havazin waren, eilte der Prophet so, dass das Heer nicht nachkommen 
konnte. Darauf aufmerksam gemacht . machte er um die Zeit des Nach- 
mittagsgebetes Halt, und die üebrigen sammelten sich zu ihm. Ein Reiter, 
der von einem Berge ausgeschaut hatte, meldete, dass die Havazin alle 
Mann, mit Kind und Kegel und Kamel, zu Häuf gekommen seien ^); M. 
sagte lächelnd: das wird morgen so Gott will die Beute der Muslime. 
Für die Nacht hielt ünais b. Abi Marthad alGhanavij zu Pferde auf einem 
Hügel Wache; nach dem Frühgebet kam er zurück, ohne etwas Verdächtiges W^ 
bemerkt zu haben. 

Eine Anzahl Mekkaner zogen zu Fuss und zu Kamel hinter dem 
muslimischen Heere her, darunter Abu Sufjan (der alle verlorenen Waffen 
und Pfeile auflas, bis es eine schwere Last wurde), Cafvän b. ümajja, 
Xakim b. Xizäm, Xuvaieib, Suhail, alXarith b. Hisham, 'Abdallah b. Abi 
Rabfa. Sie wollten sehen wer siegen würde, und sich darnach am Beute- 
machen beteiligen; sie hatten nichts dagegen, dass M. siegte 2). Da kam 
ihnen ein Mann entgegen, welcher Cafvan anredete und ihm gratulirend 
berichtete, M. sei geschlagen. Cafvan aber sagte: wenn ich nun einmal 
einen Herrn haben soll, so ist mir einer aus Quraish noch lieber als 
einer aus Havazin. — BH. 845. 

Schon in der Nacht hatte Malik seine Krieger im Vadi Xunain 
aufgestellt, das ist ein Thal von Tihäma voller Schluchten und Engen. 
M. ordnete die Seinen am frühen Morgen. Bei den Emigranten führte 
Ali das Livä, Sa'd b. Abi Vaqqac die eine, Omar die andere Raja. Bei 
den Medinern führte alXubab b. alMundhir (and. Sa'd b. 'Ubada) das 
Liva der Xazrag, Usaid b. Xucair das der Aus; dazu kamen die Raja's 
der Unterabteilungen^). Abu Näila trug die Raja der 'Abdalashhal, Abu 

^^*b U^L^^ Li^*^ ^to5 S;^ ^ Qjt^ tot. 

2) ö-j(Ait = <A4.:^wi iOouXooJt rxy^ i^t, wenn die Lesart richtig ist. 

3) Die Räja's der Mediner waren wie im Heidentum so auch im Islam grün 
und rot, die der Emigranten schwarz, und die Liva's weiss. Vgl. fol. 148 a. 



358 Xunain A. 8. 

Burda die der Xaritha, Qatada die der Ghafar, Gabr b. 'Atik die der 
Mu'avija, Hiläl b. ümajja die der Väqif, Abu Lubaba die der 'Amr b. 
'Auf, Abu Usaid die der Säida. Ferner 'Umara b. Xazm die der Malik 
b. alNaggar, Abu Salle die der 'Adij b. alNaggar, Salie b. Qais die der 
Mäzin *). Die Emigranten waren 700 Mann mit 300 Pferden, die Mediner 
4000 Mann mit 500 Pferden. 

Die Aslam, 400 Mann und 30 Pferde, hatten zwei Fahnen ; die Träger 
waren Buraida b. alXucaib und Nägija b. Gundab. Die Ghifar, 300 Mann, 
hatten eine Fahne; der Träger war Abu Dharr (and. Aimä b. Raxca). 
Die kinanitischen Geschlechter Camra, Laith, und Sa'd b. Bakr, 200 Mann, 
hatten eine Fahne ; der Träger war Abu Väqid alXarith b. Malik alLaithij 
— nach Anderen stellten die Laith allein 250 Mann, die Fahn^ trug al- 
Ca'b b. Xuthäma. Die Ka'b b. 'Amr, 500 Mann, hatten zwei (and. drei) 
Fahnen; die Träger waren Bishr b. Sufjan, Abu Shuraix (und 'Amr b. 
202a Sälira). Die Muzaina, 1000 Mann und 100 Pferde, hatten drei Fahnen; 
die Träger waren Biläl b. alXarith, alNu'man b. Muqrin, und 'Abdallah 
b. 'Amr b. 'Auf. Die Guhaina, 800 Mann und 50 Pferde, hatten vier 
Fahnen; die Träger waren Räfi' b. Makith, 'Abdallah b. Jazid*), Abu 
• Zur'a Ma'bad b. Xalid, und Suvaid b. Caxr. Die Ashga', 300 Mann, 
hatten zwei Fahnen; die Träger waren Ma'qil b. Sinän und Nu'aim b. 
Mas'üd. Die Sulaim, 1000 Mann, hatten drei Fahnen; die Träger waren 
al'Abbäs b. Mirdas, Xufaf b. Nadba, alXaggag b. 'Iläe '). 

Malik b. Anas: als wir im Morgengrauen in Schlachtordnung ins 
Vadi Xunain_ herabstiegen , lag ein Heer vor uns, wie ich es noch nicht 
gesehen hatte. Die Havazin hatten die Weiber zu Kamel hinter der 
Linie aufgestellt, und hinter den Weibern in dritter Reihe die Kamele, 
Rinder und Schafe; wir aber hielten den ganzen schwarzen Haufen für 
Krieger. Plötzlich stürzten die feindlichen Reiter aus den Schluchten 
und Engen, in denen sie Malik während der Nacht verteilt hatte; die 
Sulamiten, die unter Xalid's Befehl die Vorhut bildeten, flohen, ihnen 

Auch auf fol. 181a findet sich eine ordre de bataille. Dort tritt alZubair 
an Stelle Omar's; die ausitischen Geschlechter werden um ^aema, unter 
Xuzaima b. Thabit, und um Umajja vermehrt; bei ümajja aber fehlt der 
Name des Führers, statt dessen sich eine Lücke findet, welche Xajjuvaihi 
schon im Exemplar des Abu Xajja constatiert. Bei den Xazragiten fehlt 
'Adij, es kommen hinzu Balxarith unter 'Abdallah b. Zaid, Salama unter 
Queba b. 'Amir, und Dinar, wo abermals statt des Führemamens eine 
Lücke gelassen ist. Auffallend ist die Unvollständigkeit der xazragiti- 
schen Liste. 

2) Varianten Zaid und Badr. 

3) Ich habe hier die Angaben auf fol. 181a. 185 a und 201. 202 combiniert; 
sie stimmen überein. 



Xunam'A. 8. 359 

nach die Mekkaner, und auch die üebrigen wurden fortgerissen. Der 
Prophet aber rief uns Medinern zu: o ihr Helfer Gottes und seines 
Boten, ich bin der Knecht und Bote Gottes, ich halte stand 1 Da wandte 
sich das Blatt. 

Ma'mar und Muxammad b. 'Abdallah von alZuhrij von Kuthajjir 
von Ihn 'Abbas von aUAbbas: der Prophet rückte trotz der Flucht un- 
ablässig gegen die Heiden vor, aber nur Abu Sufjan b. alXarith blieb 
bei ihm, sein Maultier am Schwanzriemen (thafar) haltend. Ich eilte dar- 
auf zu ihm hin und fasste den Maulkorb (xakama) des Tieres; auf sein 
Geheiss rief ich laut: o ihr Mediner, o ihr Männer vom Samurabaume ^) 1 
— ich hatte eine starke Stimme. Da sagten sie : wir stehen zu Diensten, 202 b 
wir stehen zu Diensten, und den Kamelen gleich, wenn sie sich zu ihren 
Jungen neigen, kamen sie an^); wer sein Tier nicht gleich umwenden 
konnte, sprang ab* und ging zu Fuss. Zuerst riefen sie: ihr Mediner 
(jälaAncär)! hinterher beschränkten sie sich auf den Ruf: ihrXazrag! . 
Sich in den Steigbügeln aufrichtend sah M. zu, wie sie kämpften, und 
sprach: nun ist der Ofen heiss geworden. Darauf nahm er eine Hand 
voll Kies') und warf sie gegen die Feinde; da flohen sie, beim Herrn der 
Ka'ba, und er sprengte auf seinem Tier hinter ihnen her. — BH. 846 f. 

'Abdalraxman b. 'AbdaFaziz von 'Acim b. 'Umar b. Qatada von 'Abdal- 
raxman b. Gabir von Gabir : die Havazin kehrten nicht um auf der Flucht, 
bis sie gebunden zum Propheten geschleppt wurden. M. fragte nach Abu 
SuQan b. alXarith und lobte ihn wegen seines tapferen Aushaltens. 

Als die Muslime flohen, lenkte M. etwas rechts ein und hielt auf 
seinem Tier ohne abzusteigen mit gezogenem Schwert, die Scheide hatte 
er fortgeworfen. Bei ihm blieben Ali und aPAbbas und dessen Sohn al- 
Fa61 und Abu Sufjan und dessen Bruder Rabi'a und Usama b. Zaid und 
der Xazragit Aiman b. 'übaid und Abubekr und Omar, und einige andere 
Emigranten und Mediner. Xaritha b. alNu'man schätzte sie, wie man 
sagt, auf hundert; es sollen 33 Emigranten und 67 Mediner gewesen sein. 
In der Not betete M. ein Gebet, worin er, wie Gabriel ihm mitteilte, 
grade dieselben Worte gebrauchte wie Mose vor dem Durchgang durchs 
Rote Meer. 203 a 

Ma'mar b. Räshid von alZuhrij von Trva von 'Äisha: eines Tages 
kam Xaritha b. alNu'man an M. und Gabriel vorbei und grüsste die bei- 

^) unter dem sie ihm bei Xudaibija Treue bis zum Tode geschworen. 

-') In einer Variante sagt d'Abbas: sie kamen mit eingelegten Lanzen, so 

ungestüm, dass ich für den Propheten mehr von ihren Lanzen fürchtete 

als von den -Lanzen der Feinde. 
3) welche ihm nach der einen Angabe al'Abbas, nach der anderen .Abu Sufjan 

reichte. 



360 Xunain A. 8. 

den Männer, die in vertrautem Gespräch waren. Hinterher fragte ihn M., 
ob er den Anderen auch gekannt habe, und auf seine Verneinung sagte 
er ihm, es sei Gabriel gewesen und er habe ihm den Gruss erwidert. — 
Nach anderen Angaben (Ibn 'Abbäs) hielt Xaritha den Fremden für Daxja 
alKalbij, Gabriel erwiderte den Gruss nicht wirklich, sondern, als er er- 
fahren hatte, wer der Grüssende war, sagte er zu M.: hätte ich ihn ge- 
kannt, so hätte ich ihn wiedergegrüsst; das ist ja einer der 100 Stand- 
haften von Xunain, denen Gott für ihren Unterhalt im Paradiese, ihren 
eigenen und den ihrer Familien, Sorge trägt! 

AlBarä b. 'Äzib: der Bote Gottes wich nicht zurück, sondern hielt 
stand und rief um Hülfe; darauf stieg er ab und sagte: ich bin der 
Prophet, kein Lügner, ich bin der Sohn 'Abdalmueealib's. 

Einen Führer der Havazin, mit einer schwarzen Fahne an einer langen 
Lanze, der auf einem roten Kamel voranritt und jeden, der ihm entgegen- 
kam, tötete, brachte Abu Bugana zu Fall, Ali half ihm den Garaus machen. 
Einen anderen, einen Reiter zu Ross, mit roter Fahne, erlegten sie gleich- 
falls gemeinschaftlich. Mit dem Ausziehen des Raubes hielten sie sich* 
nicht auf, sondern kämpften weiter; Abu Galxa nahm den Erschlagenen 
die Rüstung ab. Othman und Ali und Abu Dugana und Aiman b. ^Ubaid 
kämpften damals vor dem Propheten. 

Sulaiman b. Bilal von 'ümara b. Ghazijja von ümm 'ümara, die mit 
anderen Weibern, 'Umm Sallm und ümm Salle und Umm alXarith, an 
der Schlacht teilnahm: ich trat einem feindlichen Liväträger, der auf 
seinem gelben Kamele den Muslimen nachsetzte,* in den Weg, hieb mit 
meinem scharfen Schwert dem Kamel in die Sehnen, dass es zusammen- 
brach '), und liess dann nicht ab, bis ich den Reiter erschlagen hatte. 
Der Prophet stand mit gezogenem Schwert und rief: o ihr Leute . der 
roten Kuh (d. h. der zweiten Sure)! Da erscholl das Feldgeschrei der 
in den Kampf zurückkehrenden Muslime; einen Augenblick^) hielten ihnen 
die Havazin stand, dann aber flohen sie unaufhaltsam. Meine Söhne 
203b Xabib und 'Abdallah brachten Gefangene ein, dem einen schlug ich den 
Kopf ab, da ich mich nicht halten konnte vor Wut. Im Ganzen machten 
die Banu Mazin b. alNaggar 30 Gefangene. 

Anas b. Malik: einige von den flüchtigen Muslimen liefen bis Mekka; 
doch schloss M. sie hinterher nicht von der Beute aus und gab der Auf- 
forderung sie wie die Heiden zu töten nicht Folge, indem er ihre Be- 
strafung Gott überliess. Es war Um Salim bint Milxan, die Frau Abu 
Galxa's, welche diese Aufforderung an ihn richtete. Sie hielt das Kamel 
ihres Mannes, und da sie fürchtete es möchte sich losreissen, zog sie die 



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Xunain A. 8. 361 

Schnauze zu sich und steckte ihre Hand mit dem Zügel in den Nasenring. 
Um sich zu schürzen hatte sie sich ein Stück gestreiftes Zeug als Gürtel 
um den Leih gebunden — sie war damals schwanger mit 'Abdallah; in 
der Rechten hielt sie einen Dolch, damit, wie sie ihrem Manne sagte, 
ihr kein Heide zu nahe komme. — BH. 847 f. 

Umm alXarith alAncarijja hielt ihres Mannes Kamel alMigsär am 
Zügel fest, damit es nicht m